***Serenas Augenblicke***

30.06.2007 um 22:05 Uhr

Perfektionismus

von: Seren_a

SEHNSUCHT NACH VOLLKOMMENHEIT... 

Nichts kann fehlerfrei werden!

Vereinfachte Symbolik:

Du gräbst in einem Schneefeld ein Loch und mit dem Schnee baust du einen Schneemann.

Der Schneemann freut sich, dass er in einer perfekten Welt steht.
Doch dann sieht er das Loch.
 
Um in einer fehlerfreien Welt leben zu können, beginnt er, das Loch zu reparieren.

Da der Schneemann selbst das Material ist, das er benötigt,
um den Fehler im Schneefeld zu beheben, fängt er an, sich zu zerstören.

Mit dem Drang zur Perfektion kam das Leid in seine Welt!

Ursache und Wirkung

Der weitere Verlauf ist dann nur mehr ein Symptom:

Bevor der Schneemann anfängt, sich zu zerstören,
wird er noch mehrere Löcher graben und kleine Schneemänner bauen.
Wenn diese dann erwachsen sind, freuen sie sich,
dass sie in einer perfekten Welt leben, doch dann sehen sie die Löcher.

Nicht alle Schneemänner werden sich selbst zerstören.
Manche werden andere Schneemänner angreifen, um an den
Schnee zu kommen den sie benötigen, um ihre Löcher zu stopfen,
diese werden sich verteidigen, organisieren, bewaffnen und in den Krieg ziehen.

Viele Schneemänner werden sterben, sie werden Religionen gründen und
den Krieg heiligen, um ihre Toten zu rechtfertigen, und die Kriegswirren werden
das Schneefeld in ein Chaos (bis auf eine Ausnahme) verwandeln.

Und das alles nur deswegen, weil der erste Schneemann
das Schneefeld so haben wollte, wie es war, bevor er da war,
und in der Folge das Fehler-nicht-haben-Wollen" zur Tradition wurde.

Das dauert so lange, bis der erste Schneemann beginnt,
diese Tradition zu durchbrechen.

http://www.physik.as/

DIE EINS - der Perfektionist


Vollkommenheit - Irgendwann in ihrer Kindheit haben EINSer die Überzeugung gewonnen, daß nur Vollkommenes liebenswert ist. Man muß das Recht, geliebt zu werden, verdienen. Es ist für EINSer schwer sich vorzustellen, daß Unvollkommenes und Gebrochenes Liebe verdient. Aber genau diese Erfahrung ist es, die ihnen zum Durchbruch verhilft: bedingungslose Liebe. Das können sie nicht glauben. Man kann sehen, wie sich Paulus und Martin Luther damit rumschlagen, weil sie beide EINSer sind.

Unvollkommenheit - Die EINS ist fortwährend von der Realität enttäuscht, weil sie immer hofft: Jetzt kommt endlich mal was Vollkommenes! Aber bei näherem Hinsehen stellt sich heraus: Auch das ist es nicht. Diese Enttäuschung verdichtet sich zu Wut. Es ist nicht die Wut auf irgend etwas Bestimmtes, sondern ein gestaltloser, universeller Ärger, der Ärger über die Unvollkommenheit der Welt.


Zorn - Dieser Zorn versorgt sie mit einer Menge Energie für den Versuch, die Welt zu verbessern. Aber es ist aggressive Energie. Alle tun oft das Richtige aus den falschen Motiven. Das zu entdecken, ist sehr demütigend! Gott benutzt unsere Sünden für Gottes Ziele. Deswegen kann sich "kein Fleisch vor Gott rühmen", wie Paulus sagt.


Hehre Ideale - Die Wut der EINS sieht nicht aus wie Wut. Auf den ersten Blick wirkt sie wie Idealismus oder Eifer. Sie wirkt wie eine Tugend. Und diese Wut ist nicht nur für andere verborgen, sondern auch für die EINS selbst. EINSer sind in der Regel überrascht, wenn sie herausfinden, daß ihre Sünde der Zorn ist. Andere sehen es in der Regel eher als sie selbst. Sie sind überzeugt, daß sie hohe Ideale und edle Ziele verfolgen. Es ist für sie sehr schwer zuzugeben, daß das nur ihre hehren Ideale sind und nicht unbedingt objektiv edle Ziele. Das müssen sie zunächst einmal erkennen, wenn sie barmherzig werden wollen.


Schnelle Urteile - Tief in der EINS befindet sich ein tiefer Strom von Ärger, den sie nicht erkennt oder zugibt. Dieser Strom führt dazu. daß EINSer schnelle Urteile fällen. Das geht so schnell, daß sie selbst nicht merken, daß sie schon wieder ein Urteil gefällt haben. Diese schnellen Urteile verdichten sich schließlich zu einem Dauerzustand von Groll. Das läuft blitzschnell ab: Ärger - Urteil Groll. Ärger - Urteil - Groll. Deshalb müssen sie im ersten Moment zupacken, wenn der Ärger auftaucht. Nur so können sie den Teufelskreis durchbrechen. Sie müssen erkennen, wie tief und konstant diese Wut ist. Und sie müssen aufhören, sie anders zu nennen, wie zum Beispiel "Wahrheit" oder "Gerechtigkeit". Sie müssen einfach zugeben, daß sie verdammt wütend sind. Das fällt ihnen sehr schwer, weil Musterkinder nicht wütend sind.


Musterkinder - Das Selbstbild, von dem die EINS abhängig ist, lautet: "Ich bin ein braves Kind!" Denn sie mußten Musterkinder sein, um entweder die Liebe ihrer Eltern zu bekommen oder um sie nicht zu verlieren. Sie dürfen sich z.B. nicht zugestehen, egoistisch zu sein. Deswegen muß sich ihr Egoismus verkleiden. Sie erlaube sich nicht, eigenen Gefühle wahrzunehmen, sondern fühlen, was sie fühlen sollen. Deswegen sind ihre Gefühle versteckt - sogar für sie selbst.
 

Heitere Gelassenheit - Eine EINS muß ihre wahren Gefühle und ihre eigene Sicht der Wirklichkeit erst entdecken. Das ist sehr schwer, weil das alles ständig von Geboten und Verboten überlagert und unterdrückt wird. Die EINS muß aufhören, Urteile zu fällen, vor allem moralische Urteile. EINSer sind besessen von moralischen Urteilen. Alles muß gut oder böse sein, verdienstlich oder sündig. Wenn sie es lernen, Dinge einfach sein zu lassen, wie sie sind, wenn sie lernen, zu sehen, bevor sie urteilen - dann gelangen sie zu einer wunderbaren heiteren Gelassenheit.


Harmonie - Wenn es gut geht, gelingt es ihnen am Ende besser als allen anderen, Zorn zu überwinden und zu verwandeln. Irgendwann sind sie von ihrer Wut und ihrem angestrengten Ernst derart müde, daß ihr innerer Friede ihre größte Gabe werden kann. Die erlöste EINS hat einen ausgesprochenen Sinn für Harmonie und Ausgewogenheit.
Wahrheit - Normalerweise hält man EINSer für sehr vernünftige Leute. Denn ihre Urteile erlauben ihnen, jeweils beide Seiten zu sehen. Aber sie müssen aufhören, ständig zu urteilen. Sie müssen aufhören, der eigenen Wut zu glauben. Sie müssen aufhören zu meinen, daß ihre Urteile wirklich auf die Wahrheit zielen. Anstelle von "alles oder nichts" müssen sie "sowohl als auch" zulassen. Das ist erlösend für eine EINS.   

25.06.2007 um 17:24 Uhr

Gespräche mit Gott

Wir verzichten hier auf die kindlichen Fragen und konzentrieren uns ausschließlich auf die Antworten des Höheren Selbst. (Diese Antworten und Informationen kommen, so oft danach gefragt wird, dies seit Mai 2007.)

 

Du hast heute erfahren, wie Ärger wirkt, wenn er ignoriert wird.

Unbereinigt setzt er sich fort wie ein Fehler in einer Rechnung.

Du kannst nicht "Zeit sparen", indem du den Ärger wegschiebst um

erst das "Wichtigere" zu erledigen. Das "Wichtigere" ist jetzt der Ärger!

Er wird dich nicht loslassen, solange du ihn nicht akzeptierst.

Akzeptieren heißt, sich darum zu kümmern. 

Die Energie zerstreut sich wie Sterne in alle Richtungen.

Entspannung kommt und hiermit Heilung.

Ich nehme viele Wege der Kommunikation. Gerade jetzt sollst du viel

schreiben, doch vergiss nicht, auf andere Botschaften zu hören.

Jetzt hast du die Fähigkeit, inmitten der Woge dich tatsächlich an Mich

zu erinnern und Frieden zu erlangen, egal was um dich her geschieht.

Du fühlst Unfreiheit nur deshalb, weil du dich zusammenziehst anstatt

dich in Mich hinein auszudehnen. Du kannst es, hast es schon oft getan.

Alle Dinge fügen sich, wenn du dich in Mich ausdehnst und Wir Eins sind.

Du bist hier, um dies zu tun. Tue es. Immer. In der Stille und bei allen

Tätigkeiten.

Ich schicke Dir die richtigen Dinge, die du mit Leichtigkeit und Freude

meistern kannst. Vertraue!

Lächle! Lächle! Lächle! In Mir ist keine Angst! Und du bist in Mir!

Verstehst du? Sei ruhig.

Segne deinen momentanen Widerstand. Du bist in Ordnung, genauso

wie du Jetzt gerade bist, Kind Gottes.

Vollständiges Sich-Einlassen

Tägliches Training

Unterstützung durch andere

Selbstbeobachtung

Selbst-Disziplin

Entschiedenheit

Gnade.

aus: „Vom Ego zur Essenz", S. 106

Ich Bin seren,

fließend, frei, blau, endlos, klar, rein

ich dehne mich aus in meine Größe hinein,

nehme sie wahr, spüre sie, greife Raum

trete mein Erbe an, frei, trete ins Leben

ins Licht, scheine, bin durchflutet.

Entspannung ist da, Kontraktion aufgelöst.

Ich reise per santete durch das Licht,

bin verbunden und ganz, in völliger Sicherheit

und Wärme durchflute ich alles.

Ich Bin Das. Bin überall. Ich.

Gehe geradeaus. Lasse los. Jegliche Erwartung, jegliches Verstehenwollen.

Lasse es Sein. Verbeiße dich nicht in Details einer Sache, die nur dazu dient,

euch zu verbinden und vieles aufzulösen. Ängste, Dunkelheit und Misstrauen.

Denke nicht, dass es sinnlos sei, etwas ans Licht gebracht zu haben, was

danach scheinbar wieder in die Dunkelheit versinkt. Einmal am Licht ist es

nicht mehr dasselbe. Erwarte nichts. Gebe alles. Sage wenig. Sei Du Selbst.

Agiere aus Mir heraus. Nimm den Duft dieser Rose auf dem inneren Altar

und sei sicher, in Mir und aus Mir heraus zu handeln. Bringe in Gang. Initiiere.

Du hast bereits begonnen. Gehe weiter.

Sei, was Ich will, dass du bist, dann bist du, was du willst, dass du bist.

Höre immer, jeden Tag, den Wir werden lassen, auf unsere innere Melodie

und nimm den Duft der Rose in dich auf. Du wirst dadurch in jeder Situation

das Richtige sprechen und tun. Kurzes Innehalten, atmen, riechen, hören...

dann sprich, dann handle. Und es ist gut. Selbst dann, wenn andere jaulen

oder wenn dein kleines ich jault, weil es nicht begreift, was vor sich geht.

Sei wer Du bist! Sieh Deine Größe und Schönheit! Sieh Dein Vermögen!

Sowie Deine Verantwortung!

Höre auf die Melodie in deinem Inneren. Höre auf sie. Sie ist ein Fluss,

bewegt sich, verändert sich, sie ist, was sie ist. Da ist Leichtigkeit und

Unbeschwertheit. Nur Angst scheint sie unterbrechen zu können, verzerrt

sie bis zur Unkenntlichkeit. Dies nennt man dann Lärm. Lärm ist die von

Angst zerstörte Melodie des Lebens. Und Angst ist Spannung.

Höre die Melodie wenn du Spannung spürst, seien es Sorgen oder

körperlicher Schmerz. Höre sie. Und rieche den Duft der Rose. DAS

Ist das Leben.

Finde heraus, wer Seren ist.

Du bist nach oben gekommen mit deinen Gefühlen der Angst und vergräbst

sie nicht mehr. Nun spürst du, dass Wir fähig sind, dass Wir jeder Anforderung

genügen. Dies ist kein Glaube, keine Überzeugung, sondern zweifelsfreies

Wissen. Es beglückt dich, und es beglückt Mich, dich beglückt zu sehen.

Du hast begonnen zu spüren, wo Angst und Zorn hinführen, nachdem du

sie liebevoll angenommen hast. Sie führen zu Klarheit, zu Entschiedenheit,

zu großer Kraft, zu Freiheit. Die Luft ist klar, nachdem „dicke Luft" herrschte.

Nicht das Auslassen dieser Gefühle an deiner physischen Umwelt führt dich

dahin, sondern das vollständige Zulassen dieses Gefühls in dir. Wutanfälle

im Außen zeigen deutlich, dass die Wut nicht angenommen und verwandelt

wurde. Sie wurde abgelehnt und daher muss sie nun „explodieren".

Gehe weiter diesen Empfindungen furchtlos nach. Lasse nichts „auflaufen".

Mache täglich Inventur.

Ich Bin bereit, Verantwortung und Führung zu übernehmen sowie

Schutz zu gewähren. Ich bin bereit, meine innere Autorität zu akzeptieren.

Wir waren Zwei, wurden zu Drei, und sind nun Eins.

Langeweile ist Nicht-Verbunden-Sein. Gib sie Mir. Und spüre, was dann da ist.

Da ist immer irgendein Geschenk. Du brauchst es nur zu entdecken und

entgegenzunehmen. Langeweile hast du gemacht, um damit das Jetzt zu

verhüllen. Um dich auf Distanz zum Leben zu halten. Schaue genau, was

da ist, nachdem du sie Mir übergeben hast. Du bist im Jetzt, mitten im Leben,

es pulsiert, DU pulsierst. Hinter der Langeweile steckt die höchste Bereitschaft,

das Jetzt voll und ganz zu umarmen und dich Selbst dem Leben zu schenken,

als ein Ganzer Mensch.

Physische Schmerzen. - Danke, dass du es nach oben reichst, so kann

auch dies endlich bereinigt werden. Es hat in diesem Fall mit Weiblichkeit und

falschen Gedanken und Ideen über sie zu tun. Jetzt sind all diese falschen

Gedanken frei und können gehen. Sie brauchen nicht mehr in Form von

Schmerzen in diesem physischen Körper auf sich aufmerksam zu machen.

Wir sehen nun gemeinsam hin. Dein Wunsch nach Ausgleich zwischen

Weiblichkeit und Männlichkeit und nach vollständiger Überwindung der Pole

ist da. Jedoch musst du zuvor erfahren haben, was du verschmelzen möchtest.

Lass deine Weiblichkeit frei. Und lass ebenfalls deine Männlichkeit frei. Habe

Vertrauen. Du wirst später mehr darüber erfahren. Für jetzt reicht es, die

falschen Gedanken freigegeben zu haben und männlich und weiblich einfach

Sein zu lassen. Jedes in dem Bereich, wo es sich automatisch hervortut. Doch

du wirst sehen, dass keines alleine agiert. Du zeigst Jetzt die Verschmelzung,

nach der du dich sehnst, im Außen. Menschen können sie in dir wahrnehmen.

Können wir wachsen ohne Schmerz und Leid und Angst? Ja, es ist möglich.

Ihr wünscht es euch, und ihr seid Schöpfer. Also wird es so sein. Achten wir

auf unsere Wünsche. Lasst uns erst dann etwas wünschen, wenn wir bei

klarem Geist sind. Wir können an dem wachsen, was andere erfahren haben,

ohne selbst äußerlich hindurch gegangen zu sein. Jedoch ist dafür eine

Investition der Liebe und der Demut nötig. Tut es. Verbindet euch in Liebe

und urteilt nicht.

Es fällt weg jede Art von Mangel und Dunkelheit im Denken.

Es taucht neu auf eine ständig präsente verlässliche Serenität.

Es taucht auf die Verwirklichung der Vision eines Staates der Liebe und der Großmut.

Es taucht auf ein neues Verbundenheitsgefühl mit allen Menschen,

eine neue liebende Offenheit, Freude an reiner Kommunikation,

Nähe, Kontakt.

Es taucht auf das sichere Bewusstsein all unserer Fähigkeiten als Mitschöpfer.

Es taucht auf ein neues Selbst-Bewusstsein.

Es fällt weg, dass wir uns als klein, hilflos und machtlos wahrnehmen.

Es fallen Grenzen weg, die Schmerzen verursachen.

Es taucht auf, dass wir uns nicht mehr bekämpfen, sondern uns als

„Kollegen" betrachten, die gemeinsam an einem großen Projekt arbeiten

mit dem Arbeitstitel: „Vom Verständnis GOTTES zur Mitschöpfung".

Halte dich an Mich, wenn andere durch ihren eigenen Reinigungsprozess gehen.

Du verstehst es. Verstehen ist Liebe und Liebe ist verstehen.

Wenn du sagst, du verstehst nicht, dann hast du dir nur nicht die Mühe gemacht,

dich mit deinem Höheren Selbst zu verbinden. Bleibe verbunden und lasse nicht zu,

dass deine kleine Persönlichkeit mit Dingen belastet wird, die sie nicht verarbeiten kann.

Das ist nicht ihr Job! Hole sie sofort nach oben und kümmere dich um sie,

wenn sie in Verwirrung geraten ist, weil Du nicht gleich zur Stelle warst.

Sei zur Stelle, immer. DU BIST VERANTWORTLICH!

Gib Schicht um Schicht alle falschen Bilder nach oben. Tue es.

Es ist deine Pflicht! Nichts anderes kann wichtig sein, bevor dies

nicht erledigt ist.

Gehe verschwenderisch um mit deinen Gaben!

Wenn du vorwiegend im Jetzt lebst, vergeht keine Zeit, es gibt sie gar nicht. Jedoch wird dir von den Abläufen der Welt her immer noch eine Zeitlinie gegeben, mit der du ebenfalls lebst, in deiner Persönlichkeit. Diese Zeit ist ein reines Konstrukt des Geistes und dient lediglich der Ordnung von Aufgaben. Sie hat ansonsten keine Realität und wenn du dein Sein im Jetzt mit dieser Zeitlinie in Zusammenhang bringst, so ist es klar, dass du denkst, die Zeit sei schnell vergangen. Tatsächlich ist gar keine Zeit vergangen. Du hast einfach gelebt, voll und ganz. Dies ist der wahre Zustand. Die Zeit hat durchaus einen Sinn, aber auch sie wird - wie so vieles - missverstanden und missbraucht. Und ihr missbraucht euch selbst, um der Zeit, die ihr erfunden habt, gerecht zu werden. In der Tat ist sie eure Dienerin, die euch dazu verhilft, euch besser zu strukturieren, solange ihr mit dem reinen Sein noch überfordert seid. Die Zeit hilft euch, euch mit einem bestimmten Thema zu befassen, und auf es konzentriert zu bleiben. Die Zeit ist eine Lehreinrichtung, wie es im Kurs in Wundern heißt. Ihr habt so viel davon, wie ihr braucht, bis ihr die Sache, um die es geht, verstanden habt. Nachdem 100prozentiges Verständnis da ist, ist somit LIEBE da, und die Zeit verschwindet, da sie nun überflüssig geworden ist.

Solltest du auf eine bestimmte Frage keine Antwort bekommen, so prüfe die Frage nach ihrer Richtigkeit, und dann warte ab.

Du lernst die Kraft kennen, die man einmal als Wut erlebt

und ein andermal als starken Tatendrang. Denke an das Pferd

und lasse es laufen. Lasse es seine volle Kraft entfalten und

halte es nicht zu fest am Zügel.

Spüre diese Kraft, die die Schöpferkraft ist. Sie ist dein.

Nimm sie an. Sei bereit, sie anzunehmen, im vollsten Vertrauen

darauf, dass du mit ihr umgehen kannst. Wir sind Eins. Verstehe dies.

Du hast von Glauben und Vertrauen geschrieben und hast gesagt,

du hast ihnen einen Platz in deinem Herzen eingeräumt. Und HIER

sind sie! Du hast sie letztlich auch angenommen, wenn auch noch etwas

zaghaft. SEI ENTSCHLOSSEN UND FEST IM GLAUBEN, Kind Gottes.

Du wirst dringend gebraucht, also halte dich an den Plan! Was er

besagt, das weißt du ja: GLAUBE und VERTRAUEN in JEGLICHER

Situation, und wenn die Welt zusammenzubrechen scheint!

Als ob du das nicht könntest! Gott lacht.

Heiße auch diese Müdigkeit willkommen, sie führt dich direkt zu Mir.

Sie wird verschwinden, wenn du ständig mit Mir verbunden bleibst.

Dann wird alles mühelos gehen. Bis dahin lasse sie zu in GLAUBEN

und VERTRAUEN und umarme sie. Du wirst bald erstaunt die Arme

wieder öffnen und sehen: sie ist verschwunden.

Du bist nicht souverän? Das brauchst du auch nicht, mein liebes Kind,

denn Ich bin es, und du bist in Mir. Du wirst Menschen kennenlernen, die

auf demselben Weg sind wie du. Du wirst nicht alleine sein. Bald hast

du die Phase der Ängste überstanden und dann geht es weiter mit

konstruktiver schöpferischer Arbeit! Mache dich bereit!

Jedes Verlangen der Persönlichkeit nach Ersatz für Liebe

reinige Ich und führe es zurück zum Eigentlichen.

Gelassen sein heißt nicht, unentschieden oder schwach oder übermäßig

nachgiebig zu sein, oder gar gleichgültig. Es heißt vielmehr, klar und sicher

zu sein, und sich auch so auszudrücken.

Übe dein Vertrauen. Sage STOPP. Lasse Sorgen, Ängste, Bedenken,

nicht in dir arbeiten und sich ausbreiten. Übe dein Vertrauen immer wieder,

in allen scheinbar noch so kleinen Dingen. Jedes einzelne ist ein Baustein

für 100prozentige Genesung in GOTT. In GOTT sind ALLE Dinge möglich!

Gib weiter, was du lernst und erfährst, denn indem du lehrst, lernst du.

Du musst nichts tun, sondern etwas SEIN LASSEN. Nämlich Mich!

Lasse Mich/Uns Sein und Wirken.

Frage nicht so viel. Lasse dich im Augenblick leiten und habe keine Angst,

Fehler zu machen. Sei einfach wahrhaftig und makellos, dann mögen da

Fehler sein oder nicht, das spielt gar keine Rolle.

Die Höhere Macht ist mit Dir.

Deine Ausbrüche gehören dazu, das ist richtig so. Es ist wie eine

Entgiftung. Fahre fort mit der Inventur, gib mir alle falschen Bilder,

Gefühle und Vorstellungen. „Falsch" ist für den Moment all das,

was dich nicht glücklich macht, sondern dich bedrückt und begrenzt.

Sei sicher, selbst in Angst und Zorn, niemals kannst du herausfallen

aus dem, was Du Bist. Aus GOTT.

Verbinde dich, Kind Gottes, mit denen, die wie du suchen.

Ihr habt die Kraft und die Macht ALLES zu verändern.

Gehe nach vorne und zögere nicht.

Hier sitzt Du in Unserem Licht, vereint mit Mir. Wunder sowie Heilung

werden Dir unvermittelt gewährt, und bedingungslos. Es war ein Irrtum,

anzunehmen, du müssest sie „verdienen". Dies sind irdische Vorstellungen.

Du musst sie einfach nur anerkennen. Anerkennen bedeutet:

ansehen und verstehen, dies wiederum bedeutet: lieben. Und es gibt

nichts als Liebe. Sie ist die einzig existierende und überall wirkende

Wahrheit. Mache weiter.

Wegen ihm habe keine Angst. Du hast ihn erkannt. Habe äußeren

Kontakt oder auch nicht. Erinnere dich: Du Bist ALLES WAS IST.

Umarme ihn liebevoll und alle Angst verschwindet. Baue keine

Widerstände mehr auf gegen ihn und das, was er sagt. Du hast

inzwischen gesehen, wie lächerlich diese sind. Deine Argumente,

die dir so teuer waren, sind in Vergessenheit versunken, geblieben

ist nur die Erinnerung an etwas wie Trotz. Aus dem Trotz der

Kindertage bist du herausgewachsen. Doch auch dies ist von Nutzen

gewesen. Der Zeitraum war wichtig. Nun gehe in aller Harmlosigkeit

und Wahrheit und vollstem Vertrauen weiter, Schritt um Schritt

und verstehe wer IHR SEID!

24.06.2007 um 16:48 Uhr

wiedergefunden

von: Seren_a

Wieder gefunden... weggedrückt... Augen geschlossen... geschüttelt... Erinnerung an B., die sagte: "Diese Worte? Nein, ohne mich!"... Frage an mich selbst: "Warum kämpfe ich damit herum und kann nicht einfach dasselbe sagen?"... innerer Protest... Abwarten... zarte Anfrage: "Wirklich?"... Vergessen gelingt nicht...  Lächeln: "Du kleines Kind, Du bist mitten drin. Es gibt kein Zurück!"... ein erneuter Versuch... Hingabe... HIER BIN ICH... LIEBE.

FREUDE

KLINGENDE FREUDE

Ich tue meine Pflicht mit fester Entschlossenheit und mit ernstem Streben.
Ich schaue nach oben, ich helfe nach unten;
ich träume nicht und raste nicht.
Ich mühe mich ab; ich diene; ich ernte; ich bete.
Ich bin das Kreuz, ich bin der Weg.
Ich achte mein Werk für nichts;
ich erhebe mich über mein überwundenes, niederes Selbst.
Ich töte meine Wünsche, ich kämpfe und ringe
und suche keinen Lohn.
Ich verzichte auf Frieden.
Ich entsage der Ruhe und unter der Wucht von
Schmerz und Leid verliere ich mich und finde
mein Selbst und gehe ein in den Frieden.
All das gelobe ich feierlich unter Anrufung meines Höheren Selbstes.
     IST.

*
Gefunden in dem Buch “Eine Abhandlung über die sieben Strahlen”

von Alice A.Bailey, Seite 156

wiedergefunden auf Lhataras Seite: http://www.lhatara.de

24.06.2007 um 00:38 Uhr

Alles Was Ist

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

Ein Paukenschlag. Und er landet wieder genau in der Magengrube.

Und bringt die mühsam wieder aufgebaute Welt schon wieder ins Wanken.

Panik steigt hoch... und der alte Glaubenssatz: Ich bin alleingelassen.

Der Ego-Wunsch, da möge jemand sein, der sich kümmert um mich.

Doch die Botschaft ist eine andere. Sie lautet: ICH BIN ALLES WAS IST!

Ich lasse mich alleine oder nicht. Ich kümmere mich um mich oder nicht.

Und nun will ich mich kümmern!

Nicht mehr vermeintlich hilflos an mir selber vorübergehen,

mit der Lüge auf den Lippen, ich könne nichts tun.

Ich habe gewählt, was mir nicht mehr entspricht. Nun wähle ich neu.

Und genau jetzt, inmitten meiner Panik, JETZT verschwinde ich nicht!

Ich bleibe und sage JETZT: Was geschieht ist gut, ich sage Dank.

Und ich sage Dank für meine neue Wahl.

Ich bin draußen im Freien, auf einem Berg sitze ich,

der Himmel ist nah, das Licht bricht durch die Wolken,

und die Wolken in meinem Geist lösen sich auf.

Jetzt bin ich klar. Ich sehe klar.

Ich lege meine heilen, heilenden, heiligen Hände

auf die Wunde des Irrtums... und sie heilt unverzüglich.

Ich habe mich nicht alleingelassen, sondern mich um mich gekümmert.

Ich komme heim, und meine Welt ist wiederauferstanden.

ICH BIN ALLES WAS IST und nehme liebevoll in meine Arme ALLES WAS IST.

16.06.2007 um 21:35 Uhr

Wunder

von: Seren_a   Kategorie: Sternengeschichten Alt

Sei bereit für Wunder.

Erwarte sie,

ersehne sie,

doch ohne sie erzwingen zu wollen.

Sei offen und mache dein Herz

zu einem wunderwillkommenden Ort.

Erwarte die Wärme

wenn du frierst,

ohne die Kälte zu verfluchen.

Erwarte Licht,

wenn du im Dunkeln tappst,

ohne das Dunkel zu verfluchen.

Es hilft dir ja nur zu sehen,

wie wunderbar das Licht ist.

Inmitten von Ärger und Zorn

erwarte den Frieden,

inmitten des Hasses

die Liebe.

Sei sicher,

dein Leben ist alle Zeit

ein Segen,

und Wunder

sind üblich.

15.06.2007 um 16:01 Uhr

Sucht

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

Sucht -

Das Böse
übt keine Faszination
mehr aus.

Ich unterliege nicht mehr der Vorstellung,
Dunkel wäre tief
Hell wäre seicht...
ein Totenkopf auf dem Tankdeckel sei cool
und der Fahrer interessanter
als der mit dem Aufkleber "Jesus liebt dich".

Ich erkenne dich,
Ego,
wenn du die Nase rümpfst
über Arglosigkeit und Unschuld
und Anstand...
und dich toll fühlst in deinem Wahn
und deiner Sucht,
einzigartig zu sein.
(Du bist es doch, du kleines Kind!)

Mit deiner Sucht,
die dich kaputt macht.
Und du tust so,
als würdest du es noch genießen,
in deiner Verzweiflung.

Denn das steckt in Dir:
Verzweiflung und Angst.
Die Angst vor der Bedeutungslosigkeit,
die du nicht anschauen kannst,
weil du befürchtest,
sie sei WAHR
in alle Ewigkeit.

Die Verzweiflung,
weil du meinst,
du könnest dem Tod eh nicht entrinnen,
und dass es keine Liebe für dich gibt.
Weil du meinst,
du seist nicht wert,
geliebt zu SEIN.
Und so holst du ihn dir lieber gleich selbst
in dich hinein,
den Tod.

Warte doch,
wage einen Blick
in dein Herz!
Dort IST Liebe.
Dort ist ALLES,
was du verschmäht hast
und worüber du gespottet hast,
weil Du Angst hattest,
es sei NICHT dort.

DOCH, ES IST DA!

11.06.2007 um 17:47 Uhr

Angst - Wut - Mut

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

Endlich hörte ich auf, die Angst zu verleugnen, da veränderte sie ihre Form unverzüglich: Sie wurde zu Wut.

Wut, die sich umschaute und suchte, worauf sie ihr Auge richten könne.

Wut, die keine Angst mehr kannte, vor nichts, und kein Halten.

Es reichte eine winzige Kleinigkeit, sie zu entfachen und lodern zu lassen, höher als Vishnus Opferfeuer.

Und wenn da nichts zu finden war, dann war sie besonders kraftvoll und schön. Wut ist Feuer und Feuer verlöscht irgendwann.

Und nun geht diese machtvolle Energie weiter in eine andere Form...

Einen anderen Tag ist da Angst, die den Hals zuschnürt, die Brust scheint zu zerspringen, die Schläfen pochen, es ist als sei der Körper für alles, was da ist, viel zu klein und müsse zerbersten.

Dann Schmerzen, gefolgt von unfassbarer Traurigkeit.

Traurigkeit ist introvertierte Wut.

Sie willkommen zu heißen, heißt, sie zu verwandeln. Wir wissen das, und doch bleibt es schwer, ein weiter Sprung über einen langen Schatten...

Und was folgt nun?

Da ist eine zarte Knospe, die beginnt sich zu öffnen... ein warmes Gefühl entspannt den Körper wieder und macht ihn frisch,

bereit zu neuen Taten,

bereit die Vergangenheit hinter sich zu lassen und sich mit der Zukunft nicht zu belasten,

einfach Jetzt zu Sein was es Ist:

MUT.

11.06.2007 um 06:21 Uhr

Namenlos

von: Seren_a

Und wenn man etwas „namenlos“ nennt, ist es besonders groß und gewaltig.

Und etwas, das einen Namen hat, ist nicht groß und gewaltig.

Es hat Grenzen, die durch den Namen definiert sind.

Und das, was in der Packung des Namens ist, das hält sich in der Regel an die Aufschrift.

Wie traurig.

Und wenn nicht, dann empfinden das andere als Verrat und sind empört.

„Namenlose Wut“ ist „grenzenlose Wut“.

Mir, diesem Menschen, wurde ein Name gegeben.

Ich habe nicht darum gebeten, aber sie haben es getan.

Und sie haben mich damit eingegrenzt.

ICH allerdings finde es empörend, wenn sie sich empören, weil ich die Grenzen sprenge.

Ich habe sie nicht um den Namen gebeten und die Grenzen in ihren Köpfen sind nicht meine.

Mein Name ist für mich ein Fremdwort.

Ich dachte, ich müsste einen anderen finden, den ich verstehe.

Ich habe mir im Laufe der Zeit viele Namen gegeben.

Keiner hatte mein volles inneres Einverständnis.

Bis jetzt nicht.

Denn ICH BIN namenlos und ohne Grenzen!

ES IST.

11.06.2007 um 05:51 Uhr

Ich, wenn ich leide...

von: Seren_a

Nachdem die Wut verraucht ist und ich kaum noch Kraft habe für irgendetwas, nun dies:

So, nun, ich, wenn ich leide, bin die personifizierte Trennung. Und ich, wenn ich leide, bin nicht real, nicht wirklich. Ich, wenn ich leide, stelle mich damit gegen das, was ich wirklich bin, gegen Gott. Ich, wenn ich leide, lästere Gott, greife ihn an und fühle mich von ihm angegriffen. Ich, wenn ich leide, erfahre Angst. Und Schuldigsein. Diejenige, die jammert und leidet, gibt es gar nicht. Wenn ich mich mit ihr identifiziere, dann gibt es diejenige, die das tut, ebenfalls nicht. Man sagte mir das. Ist das nicht zum Verrücktwerden??

Es ist meine Verantwortung, zu sehen, wann ich wirklich bin und wann nicht. Oder mindestens wäre es hilfreich. Gott kann es nicht kratzen, ob sich das Unwirkliche erfährt oder nicht. Oder ist es doch wichtig? Ist dieses Leid wichtig, das Unwirklichkeit darstellt, so dass klar und deutlich zu erkennen ist, was WIRKLICH ist, was GOTT ist? Ist das nötig? Ich weiß es immer noch nicht. Immer noch ist da Widerstand, Unwille, Protest gegen die Erfahrung im Physischen, weil die Erinnerung so stark ist an die Leichtigkeit des Seins im Geist. Was ist die Erfahrung, die ich ohne das Physische nicht machen kann, falls dem so ist? Und weswegen sollte sie so dringend notwendig sein? Weswegen in dieser Form, in dieser Schwere? Weswegen reicht nicht die wunderbare Leichtigkeit des Seins?

Es gibt mich nur, wenn ich glücklich bin, voller Freude, aufgeregt, strahlend. Dann bin ich wahr. Dann bin ich das, was ich wirklich bin, Gott. So, und war ich das etwa nicht im reinen Geist ohne das Physische? Ich kann das nicht glauben und breche immer und immer wieder zusammen, und falle, wie andere mir sagten, in die Unwirklichkeit, die verdammt wirklich erscheint. Und fühle mich immer wieder unfähig, vollkommen unfähig und am Ende. Stark fühle ich mich im Geist, unsterblich und frei. 

Dann denke ich, ich müsste wenigstens wieder einmal ans Meer fahren, damit die Luft um mich herum nicht von allen Seiten geschwängert ist von Gefühlen und Gedanken anderer Menschen. Das ist kaum zum Aushalten. Es sind nicht die Autoabgase, die krank machen, sondern die Emissionen des Verstandes und der Emotionen. Wir brauchen nicht Jod, wenn wir ans Meer gehen, sondern eine Atmosphäre, die nicht so entsetzlich schwer ist von so vielen vielen gedachten Gedanken und gefühlten Gefühlen. Diese machen einen Kropf, nicht das fehlende Jod. Einen Kropf, eine übermäßige Ansammlung von Gewebe, unnütz und belastend.

Wie lange muss man durch was alles gehen, um endlich zu sein, was man ist??

Was ich sage, sage ich nicht, weil ich meine, es sei wahr, sondern weil es in mir ist und nach draußen muss. Das muss es, egal ob es wahr ist oder nicht. Sonst verfault es in mir. Und in mir brauche ich Raum für anderes, so lange, bis alles gedacht und gefühlt und erfahren ist, bis nichts mehr kommt, falls es je ein solches Ende geben sollte... ich fürchte, nicht. Ich kann mich darüber nicht freuen, weil ich (noch?) nicht die Wahrheit in mir habe. Vielleicht irgendwann. Wenn ich den Traum aufgegeben habe, nicht irgendetwas und irgendwo zu sein, sondern einfach nur zu SEIN, ohne Zusatz.

Muss ich diesen Traum wirklich aufgeben?

05.06.2007 um 12:15 Uhr

Sehnsucht

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

Sehnsucht

 

Sehnen nach Verstehen und Liebe,

Sehnen nach Frieden und Ganzheit.

Und danach zu begreifen was das bedeutet

was man Tod nennt und fürchtet,

wenn auch der Zimmermann aus Nazareth

ALLES getan hat, damit man verstehe und begreife.

Sehnen danach mehr zu sehen und Grenzen auszudehnen,

hinein in diese andere Welt, die von Träumen bekannt ist

und die dem Herzen niemals fremd war,

die es auch niemals fürchtete.

Sehnen, WIEDER DORT zu sein

und nicht mehr zu wissen

dass das Hiersein einen Sinn haben muss...?

Denn das Herz weiß dass Tod nicht Nichts ist,

es wusste es immer.

Ohne nicht leben zu wollen

hieß das junge Herz den Tod willkommen,

wissend, dass er nicht das sei, was mensch glaubt.

Wenn man die Grenze niederreißen kann,

dann gibt es kein Hier und Dort mehr

dann gibt es nur noch HIER und JETZT.

Das ist das große Sehnen.

Hat das junge Herz die Chance zu erklären

und verstanden zu werden

dass in ihm keine Todessehnsucht ist

sondern

LEBENSHUNGER??

UNBÄNDIGER LEBENSHUNGER,

DER SICH IN DIESER WELT,

IM HIER OHNE DORT

NICHT STILLEN LÄSST!!!

Die Arme ausgestreckt fühlt es sich so nah.

Den Körper zu zerstören ist nicht der Weg

das Sehnen zu stillen.

Doch was der Weg ist, das weiß es nicht...

...und doch geht es ihn bereits... und Gott lächelt.

Immer wieder weiß es, dass es „DA“ ist...

doch scheint es jedes Mal zurückkehren zu müssen

oder zu sollen...?

Es weiß nicht den Grund und versteht noch nicht.

Es will nicht so leben als würde der Körper ihm diktieren

wie es zu sein und wie es zu leben und was es zu glauben hätte.

Es weiß, es ist nicht er.

Es weiß, es ist selbst das Leben

Und belebt ihn nur.

Doch es hat noch nicht den Mut gefasst, zu sagen:

ICH BIN DER WEG

DIE WAHRHEIT

UND DAS LEBEN.

Es liegt an ihm, am jungen Herzen, selbst zu führen

und kein Sklave mehr zu sein! Oh wie sehr Es sich sehnt,

Mein Herz. 

  

04.06.2007 um 17:28 Uhr

Fegefeuer

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

Wir sind gerade im Fegefeuer und schauen hinaus, bewegen uns in  der Welt, jedoch ist es so, als sei zwischen uns und ihr eine dicke Glasscheibe, Panzerglas.

 

Man sieht alles, hört alles, wird auch gehört, aber man gehört einfach nicht dazu. Die hinter dem Panzerglas sprechen verhalten mit uns, man spürt deutlich eine gewisse Beklommenheit, die Angst, sich bei uns anzustecken; das Taschentuch ist fast schon gezückt, um es 

vor den Mund zu halten; sie stehen leicht abgewendet, um, sobald es die Höflichkeit erlaubt, schnell weiterzugehen.

 

Sie sind erfolgreich und souverän, wissen alles, scheinen immer Recht zu haben und schütteln alles aus dem Ärmel, ohne auch nur ein bisschen spirituell zu sein. Und genau das dachten wir immer sei unser Pluspunkt ihnen gegenüber. Aber jetzt bruzzelt auch dieser Hochmut restlos im Feuer weg. Nichts bleibt übrig. Zugegeben, es  tut eine Weile lang richtig weh, jedenfalls ist da irgendetwas in  einem, das darüber Schmerz empfindet.

 

Nach dem Ermessen dieser Welt ist man ganz einfach einer, der "es nicht geschafft" hat, man hat die weltlichen Spiele verloren, das Ego ist platt. Die Seele hat noch nicht die Regie übernommen; wir sind irgendwo "dazwischen" und es ist dunkle Nacht, absolute Finsternis.  Wir wissen, das Licht wird kommen, es muß kommen; zwar zweifeln wir manchmal daran, schenken unseren Zweifeln aber keinen Glauben. In uns ist ein wenn auch vorerst nebelhaftes so dennoch unumstößliches Wissen, das uns überrascht, denn es kommt nicht aus  dem, was wir bisher kannten. Ohne zu wissen, wohin es geht, geben wir unsere Zustimmung.

 

Nach all den Neins endlich das erlösende JA. 

 

Jetzt erheben wir uns langsam, sind jedoch noch auf das Gewicht vorbereitet, das wir immer mit uns herumtrugen und das wir gewohnt sind, doch es ist weg, alle Schalen sind abgefallen, federleicht schweben wir plötzlich über dem Erdboden. Alle Dinge, die immer so  wichtig waren und die uns so fürchterlich aufregten, sind einfach nur Kinkerlitzchen, völlig bedeutungslos.

04.06.2007 um 17:11 Uhr

Ich Bin

von: Seren_a   Kategorie: Sternengeschichten Alt

 
  • im wasser unbegrenzte möglichkeiten
  • ideen entstehen und vergehen
  • in keiner zeit
  • der Geist bewegt sich wie er will
  • erschafft – zerstört - baut neues auf -
  • frei und gänzlich ohne grenzen
  • ein schmetterling in rot
  • ein vogel gelb - ein Vogel grün
  • ein mensch mit bärtigem gesicht
  • rotkäppchen henker hund und katzenkopf
  • knochen schattenhaftes katzentier
  • silber rot und blau - rosa wolken
  • noch ungedachtes sucht nach form und harmonie
  • der Geist er spielt und fliegt
  • von einem ding zum nächsten
  • tanzt immer weiter
  • in ungebremster schaffenskraft und freude
  • inmitten seines wunderbaren tanzes aber
  • verliebt er sich in eine seiner formen
  • er hält sie fest - erstarrt darin und -
  • fließt nicht mehr
  • und so beginnen zeit und raum und feste form
  • ihn zu beherrschen
  • aus spielerei wird ernst
  • aus freiheit werden grenzen
  • die gefahr bleibt unerkannt
  • aus dem wasser kommt der Geist hervor
  • in einer festgefügten form gefangen
  • und im vergessen über seine wirkliche natur
  • begrenzt er sich und sagt:
  • Ich bin ein Mensch  - und dies ist meine Welt
  • tiere : pflanzen : berge : täler
  • farben : formen : engel : teufel
  • phantasie und wirklichkeit : gehirn und bauch
  • trauer freude : hass und liebe : ich und du
  • echtes falsches : schuld und sühne
  • was geboren wird muss sterben
  • so ist das gesetz - Gott will es so
  • vorbei ist alle leichtigkeit
  • vorbei der schöne tanz der freude
  • der Geist in seiner menschlichen gestalt
  • sucht weiterhin danach
  • denn er erinnert sich
  • doch kann er es nicht finden
  • zu schwer und hart und nicht zu überwinden
  • so meint er
  • lastet diese selbst gemachte welt auf ihm
  • die sehnsucht nach der wahrheit aber
  • kann nicht sterben
  • in einem Geist, der göttlich ist!
  • und nach äonen hoffnungsloser kreise
  • rückt die erinnrung näher
  • er greift danach - verlangt danach – versagt
  • und tut es wieder
  • und endlich ist gewiß wonach er sucht
  • er fordert das zurück
  • was ihm gehört in aller Ewigkeit
  • indem er endlich sagt:
 
  • ICH BIN

04.06.2007 um 16:43 Uhr

Dialog

von: Seren_a

Warum beherrschen die, die am meisten vom reinen und freien Geist sprechen, der alleinig Macht über den Körper ausüben kann, dann immer noch ihren Körper so wenig?

Wie kann man etwas beherrschen, was nicht das ist, wofür man es hält? Es geht um Erkennen, nicht um beherrschen.

Was heißt "Success"?

Erfolg im Sinne von Erkennen des Irrtums und entsprechend agieren.

Du wandelst endlich reinen Geistes und im Bewusstsein der eigentlichen Körperlosigkeit (weil: er ist ja eine Illusion) wie ein Zombie in einer Welt, die von Körpern bevölkert ist? Das ist also Erfolg für dich? Nun ja, wenn du meinst.

Erfolg ist, zu erfahren, dass weder ich noch der andere gebunden ist und dass wir dasselbe sind. Wer willens ist, das zu erfahren, erfährt es.

Hier wird ja immer viel vom "Kind-Sein" gesprochen: Eine Puppe ist noch viel mehr eine Illusion, aber für das Kind ist diese Puppe ihr Freund, ihr Kind, ihr Zuhörer, wenn es nachts im Bett liegt, dem es all seine Sorgen und Freuden erzählt ... wollt ihr dem Kind die Illusion absprechen, seine Puppe dennoch zu lieben zu dürfen, eben weil sie Illusion ist? Ist es die Puppe nicht wert, Freund eines Kindes zu sein?

Wer oder was ist ein Kind? Wer oder was ist eine Puppe? Schau genau... hin.

Wer/was eigentlich ist Sati?

Ein Name. Wie butterfly. Namen kommen und gehen wie Schmetterlinge.

Was sind "fehlgeleitete Wünsche"?

Wünsche, die man lange und vehement gehegt hat und von denen man, als sie endlich erfüllt waren, merkte, dass es nicht die wahren Wünsche waren.

Wer braucht schon Ventilatoren ...

Niemand.

...Ich werde mich nicht dafür entschuldigen, weil ich mir des (wenn auch vorübergehenden) Besitzes eines phys. Körpers bewusst bin und ihn auch fühlen WILL.

Niemand braucht sich für das zu entschuldigen, was er erfahren will.

Geistert hier nur weiter herum - von Geist zu Geist im Geiste.
Jeder, wie er es gewählt hat eben.

Jeder hat absolut freie Wahl.

Laßt hin und wieder eure klagenden Kommentare ab und von anderen trösten: Wenn euer allmächtiger Geist mal wieder die Kontrolle über den schwachen illusionären Körper verloren hat.

Ich finde es auch schwierig, mit Jammernden angemessen umzugehen.

Ich find's ja eher langweilig und würde dann an DIESER Stelle eher sagen: "Und täglich grüßt das Murmeltier."

Ja, das trifft ziemlich genau die Bedeutung des Titels.

Try & Error ist übrigens gut. Aber das geht eben auch MIT Körper und IM Körper (eigentlich NUR im Körper).

Exakt.

Liebe Grüße,

Sati

01.06.2007 um 06:32 Uhr

Begegnungen im Seniorenheim

von: Seren_a   Kategorie: Sternengeschichten Alt

Leid erweckt den Geist zum Leben

Die alte Frau, die ich oft im Heim besuche, hat bisher immer nur geweint, gejammert und geschimpft. Nur mein Hund konnte ihr manches Mal ein Lächeln und eine gewisse Sanftheit entlocken. An Gott glaubt sie nicht, sagte sie schon einmal. Und wenn es ihn gäbe, würde er sich gewiss nicht um sie kümmern, weil sie ja keine "Kirchgängerin" sei. Sie fühle sich eingesperrt und wolle sich am liebsten "aufhängen", sagte sie fast jedes Mal, wenn wir uns trafen. Nun kamen körperliche Schmerzen hinzu. Sie war am Ende, sogar in Panik. "Ich" kramte in seinem Repertoire, fand aber nichts. Da sagte ES: "Ich werde für Sie beten." "Ich" fand das schlecht: Sie glaubte ja nicht an Gott und würde darüber womöglich lachen oder gar schimpfen. Doch ES wusste ES besser. Ein Ruck ging durch die Frau, wie elektrisiert wandte sie sich mir zu, voll höchster Aufmerksamkeit. - Aufmerksamkeit ist die höchste Quelle der Energie. - Sie schaute mich offen und direkt an und es war als sähen wir uns zum ersten Mal wirklich an. Ein Strahlen, das von weit aus dem Innern zu kommen schien, überwand alle Tränen, allen Nebel in ihren Augen. "Wirklich?", fragte sie. "Ja!" Sie lehnte sich zurück, Ruhe breitete sich aus. So saßen wir schweigend, und alles war gut. Es war wie eine Begegnung mit mir selbst.

Schiffe, Häuser und Bäume

Guerrino, der alte Mann aus Fiume spricht fünf Sprachen, am liebsten italienisch, seine Muttersprache. Er sitzt im Rollstuhl, kann nicht gehen. Seine Augen sehen schlecht. Auf einem Foto von 10x20 Zentimetern, das ich ihm unter die Nase halte, kann er nichts erkennen. Es ist eine Aufnahme von ihm, vom Faschingsabend. Das war vor zwei Wochen. Es ist Äonen her und hat keine Bedeutung. Auf seinen Reisen erkennt er sich und sieht alles in vollkommener Klarheit. Er erzählt, dass er manchmal seinen Körper verlässt. Es geschieht plötzlich, unerwartet, manchmal verwirrt es ihn. Er sieht helles Licht, spürt Wärme, sieht "Ihn". Dann verschwindet alles wieder, "Er" verschwindet, und er findet sich in seinem Rollstuhl wieder, verwirrt und schwindelig. - Denke an Gott. - Er lächelt. Die Verwirrung ist verschwunden. Der Schwindel auch. Guerrino blickt mit seinen tränenden, entzündeten Augen, die nichts sehen, aus dem Fenster. Er sagt: "Vedi quella nave?" Ich frage: "Du siehst dort draußen ein Schiff?" Er sagt: "Ja, Du nicht?" Ich sage: "No." Er fragt: "Was siehst Du denn?" Ich sage: "Vedo case e alberi." Er antwortet belustigt: "Ah, Du siehst Häuser und Bäume." Wir schauen uns an und lachen laut. Ich muss gehen, wir verabschieden uns. "Ciao, bis nächste Woche. Vediamo un po cosa vediamo poi." ("Schaun wir mal, was wir dann sehen.") Herzenswärme fließt, ungestört von Schiffen, Häusern und Bäumen, deren Existenz bezweifelt werden darf.

Von oben

"Man muss sich das von oben anschauen", sagt der Mann mit den 90jährigen Händen, die zwar ein paar Schrammen haben aber sonst noch ganz gut taugen. Er dreht sie in alle Richtungen, um das zu demonstrieren. Dimitrij hat sich über die Schrammen lustig gemacht... „Der soll seinen frechen Mund halten", sagt er schmunzelnd, „der ist außerdem erst 87!" "Ja, man muss sich das von oben anschauen... da sitzen wir, hatten alle unterschiedliche Berufe, haben unterschiedliche Ansichten, und nun sind wir hier alle beisammen. - Es fehlen die Jungen! Wir waren doch auch mal jung! Kommt rein und unterhaltet euch mit uns! Uns ist langweilig!"
Laura, 19, unterhält sich in der Zeit mit Dimitrij aus Weißrussland. Er und der 90jährige sind gute Freunde. Dimitrij und Laura sprechen viel und laut und ihr Lachen erfüllt den Raum. Dimitrij ist erst seit 2 Wochen hier und seitdem geht es hier viel lustiger zu. Das gefällt nicht allen. Die verbitterte Frau, die sich eingesperrt fühlt, ist wütend auf Dimitrij. Sie sagt, sie möchte ihm am liebsten "in die Fresse schlagen", so wütend ist sie auf ihn. Sie kann sein Lachen und Fröhlichsein nicht ertragen. "Man muss sich das wirklich mal von oben anschauen!" Und das tut Guerrino. Während all dessen schwebt er im obersten Stockwerk in anderen Sphären. Seine Augen sind geschlossen, er lächelt. Wir wollen seine Reise nicht unterbrechen und gehen für heute wieder.

Wir lerrrnen alle immer weiter

Der neue Heimbewohner aus Polen sitzt in sich versunken mit gesenktem Kopf da. "Dschjen dobri. Jak sche nasewasch?" Das ist polnisch und heißt: "Guten Tag, wie heißt du?" Er schaut überrascht auf, seine hellblauen Augen leuchten freudig auf und lächelnd antwortet er: "Bolek. Und du?" "Jestem Ute." Dann fängt er an, wie ein Wasserfall auf polnisch zu sprechen. "Halt, Stopp, das war fast schon alles! Ich muss erst noch weiterlernen!" sage ich lachend. Er lächelt weiter mit seinen unglaublich hellblauen Augen, die einen starken Kontrast zu seinen pechschwarzen Haaren bilden, und sagt freundlich mit scharfem polnischem Akzent: "Das ist keine Schande. Du lerrrnst schon. Wir lerrrnen alle immer weiter." Die anderen Heimbewohner, die in der Nähe sitzen, sind aus ihrem Dämmerzustand aufgewacht und hören zu, und auch sie fangen an zu lächeln. Es tut sich was. Man hört ein lustiges Gespräch, nicht sehr bedeutungsvoll vielleicht, aber lustig. Das ist interessant. Von Fernseher und Radio ist man genug berieselt worden, das erregt kein Interesse mehr.

Alte Leute und Schildkröten

Die Situation im 1. Stock eskaliert. Während Dimitrij und Laura sich lachend unterhalten tigert die verbitterte Frau hin und her wie ein Raubtier im Käfig und schimpft mit giftigen Seitenblicken auf die beiden vor sich hin. Schließlich hält sie es nicht mehr aus. Sie nähert sich Laura und ihrem kleinen Hund, streichelt zuerst den Hund, und als niemand sie beachtet, faucht sie Dimitrij an: "Hören Sie endlich mal auf! Hier sind noch andere Leute, die sich unterhalten wollen, nicht nur Sie alleine!" Allseits erstarrtes Schweigen für einige Sekunden. Kurzzeitig befriedigt dreht sie sich um und geht wieder. Laura grinst etwas verlegen. Dimitrij macht ein gleichmütiges Gesicht und sagt leise zu ihr: "Wir haben ein russisches Sprichwort, das heißt: Es gibt alte Leute und Schildkröten." Laura, die eh am Boden neben Dimitrijs Stuhl sitzt, weil zu wenige Stühle da sind, kugelt sich fast am Boden vor Lachen. Die Schildkröte hat es nicht gehört. Als ich zu ihr hingehe und sie beruhigen will, weint sie wieder und sagt, dass sie endlich alleine sein will. Immer war sie alleine gewesen, und jetzt all diese Leute, sie hält es nicht aus. Arm in Arm gehen wir ein Stück, sie wird ruhiger. Hildegard, eine Mitbewohnerin, hat sich uns angeschlossen. Sie fragt: "Haben Sie sich denn noch nicht eingefügt? Man muss sich eben einfügen!"

„Bandita Russka"

"Ja, ja, im Leben geht so mancher Schuss daneben", singt Bolek und seine hellblauen Augen lachen fröhlich. Er erzählt von dem polnischen Dorf, wo er aufwuchs. Mit 16 Jahren musste er Soldat sein, wurde verraten und von den Russen verschleppt. Er spricht auf polnisch weiter, das einzige, was ich noch verstehe ist: "bandita russka". Seine Miene ist gleichbleibend hell, er erzählt einfach, was war, investiert keine großen Gefühle in die Vergangenheit. Sonst war es schön in Polen. Polen ist ein schönes Land. Die Natur atmet dort. Der Pfarrer in seinem Dorf war ein sehr lieber Mensch. "Und beten muss man doch", sagt er, und schaut mich an. Mit seiner Frau ist er in der Stadt manchmal spazieren gegangen; er hat vergessen, in welcher. Er hat vier Kinder, sie sind alle in Polen. Er zuckt mit den Schultern: "Jetzt bin ich hier und kann nicht mehr zurück." Egal, was er erzählt, immer strahlt er diese tiefe Fröhlichkeit und Unverletzlichkeit aus. "Jetzt ist das Leben ganz anders", sagt er. Und ist es schön? Er nickt lächelnd. - Er ist überzeugt davon, dass ich alles verstehe, was er sagt, auch wenn er zwischendurch immer wieder polnisch spricht. Was er einmal auf polnisch gesagt hat, wiederholt er nicht mehr auf deutsch, sondern lächelt mich nur an, wenn ich ihn darum bitte. Er hat ja Recht, ich muss kein Polnisch verstehen, um ihn zu verstehen. Zum Abschied gibt er mir einen Kuss auf die Hand und wünscht "gute Reise".

Ein guter Schuss

Oberstes Stockwerk, Guerrino erwartet mich schon: "Wo warst du denn so lange?" "Ich war krank, hatte Durchfall, wie Wasser kam zwei Tage lang alles rausgeschossen. Jetzt geht's mir gut, fühl mich ganz sauber." Er lacht: "Dann ist es gut." Er bestellt Wein, als ob wir im Restaurant säßen. Doch die Bedienung kommt nicht. „Immer stellen sie mir Sachen hin, um die ich nicht gebeten habe", sagt er, und schaut leicht angeekelt auf das kleine Glas mit abgestandenem Saft vor sich. Ich verspreche, das nächste Mal Wein mitzubringen. Ja, vino rosso, sagt er. „Und, was hast du gemacht, als du krank warst", fragt er. "Ich hab ein Buch über Jesus von Nazareth gelesen. Ein sehr schönes Buch. Es ist schwer, so ein Leben zu leben, wie er", sage ich. Guerrino erwidert: "Nein, es ist nicht schwer. Dinge sind nur dann schwer, wenn man sie nicht will!" Das war ein guter Schuss, 1:0 für ihn.

Engel

Die dünne alte Frau mit ihren 93 Jahren ist geistig klar, hört allerdings schwer und kann nicht mehr laufen. Sie liegt den ganzen Tag im Bett. Doch auch in dieser Situation will sie das ihr maximal mögliche selber machen. Morgens beim Waschen - nachdem ihr Gesicht und ihr Oberkörper gewaschen wurden - rubbelt sie sich selber trocken, und das mit solcher Vehemenz und solcher Entschlossenheit, dass es das Herz berührt, wenn man ihr zuschaut. Ihr Hände sind zu zittrig, um selber zu essen, also wird sie gefüttert. Sie isst mit gutem Appetit und zügig, und als der Teller Dreiviertels leer ist, sagt sie plötzlich: "Na, das schmeckt aber mal miserabel." Ich muss lachen, denn nachdem sie mit so großem Appetit gegessen hat, hätte ich eher vermutet, dass es ihr gut schmeckte. Sie schaut mich leicht tadelnd an und sagt: "Das ist aber nicht zum Lachen!" Während sie weiter isst schaut sie zum Fenster und auf einmal sagt sie: "Da steht wieder einer und schaut zu mir herüber." Ich frage: "Wer ist es denn?" Sie sagt: "Ich weiß es nicht. Weißt du es nicht?" Ich sage: "Nein. Vielleicht ist es ein Engel?" Sie schaut genauer hin. Dann sagt sie: "Nein, ein Engel ist es nicht. Der hat ja keine Flügel." Ich frage: "War schon mal ein Engel hier?" Erst sagt sie: "Nein." Dann, nachdem sie kurz überlegt hat: "Ach doch, es war mal einer da. Aber das ist schon lange her."

Abschied?

Die Sonne ist hinter dicken Wolken verhüllt, doch dafür strahlt Guerrino heute. Ich hatte nicht gesagt, dass ich heute zu ihm komme, da ich es vorher selber noch nicht wusste, doch er wusste es. Im Aufenthaltsraum läuft der Fernseher, einen Tag nach der Beerdigung des Papstes wird nun Hochzeit auf der Insel gefeiert. Weder das eine noch das andere interessiert ihn. Er erzählt mir, dass er die vergangenen zwei Nächte das Gefühl gehabt hatte, dass es soweit wäre, dass er sterben würde. "Aber ich bin noch da", sagt er lachend und ein bisschen verwundert. Sein Blick schweift weit weit weg, während er mehr zu sich selbst sagt: "Wie es wohl sein wird?" Und dann schaut er mich wieder fest an und sagt, als hätte ich diese Frage gestellt: "Das weiß niemand, solange er noch hier ist. Es sind zwei Welten. Zwei Welten. Und diese Welt ist solange nicht zu Ende, wie es noch Wünsche gibt. Ich habe keine Wünsche mehr." Da er noch hier ist, muss er, wenn er recht hat, wohl doch noch einen haben... vielleicht den, zu gehen? Und auch der muss überwunden sein? "Glaubst du, dass wir immer wieder geboren werden? Oder meinst du, wir haben nur dieses eine Leben?" frage ich Guerrino. "Ich glaube nicht an Reinkarnation", antwortet er, "aber Gott kann machen, was er will. Meine Meinung hat keine Bedeutung. Wir wissen gar nichts. Wenn einer etwas sagt, und ein anderer sagt das Gegenteil, hat keiner von beiden die Wahrheit. Der Wahrheit kann man nicht widersprechen. Wenn wir uns nicht mehr widersprechen, sind wir DA." Nach fast einer Stunde mit Guerrino sage ich: "Ich muss jetzt gehen." Er antwortet: "Was, wir haben doch eben erst angefangen zu reden!" Er lacht und sagt: "Aber, das ist richtig, wenn du sagst, du musst gehen. Siehst du, es ist Gottes Wille, der geschieht. Du musst gehen, auch wenn du vielleicht nicht willst. Du musst deine Pflicht tun. Dann geh, mein Mädchen, und tu immer mit Freude, was du tun musst." Ein Kuss auf die Wange, ein Lächeln aus tiefstem Herzen. "Ciao, Guerrino. Ich danke Dir. Ich denk an dich." "Ciao, mia bambina, ich danke dir auch." - Ich weiß nicht, wann er seinen letzten Wunsch überwindet und ob ich ihn hier wiedersehen werde. Obwohl unser Abschiednehmen wie immer ist, fühlt es sich heute anders an. Was ich jetzt ganz deutlich spüre ist jedoch, dass der Tod uns nicht trennen kann.

Per santete durch das Licht

Die Frau Dr. ist seit einigen jahren im Seniroenheim. Anfangs mit ihrem Mann, der dann starb. Sie ist dement, wie viele andere auch... jedenfalls wurde das diagnostiziert. Es hieß, sie spreche niemals, antworte nur, wenn sie etwas gefragt werde, und nur auf allereinfachste Dinge. "Haben Sie Hunger?" "Sind Sie satt?" "Möchten Sie in den Garten gefahren werden?" Mehr gehe da nicht mehr. So war es auch - äußerlich betrachtet - die ersten drei Monate lang, seit ich sie kannte. Unsere Unterhaltungen bestanden meist aus einem liebevollen, sehr intensiven Augenkontakt. Sie hat ein unglaubliches Lächeln in den Augen. Und ein unglaubliches Wissen. Ich fühlte mich oft von ihr durchschaut.Heute nun fing sie an, mit mir zu sprechen. Sie sagte: "Ich muss auf die Limbe!" Ich: "Ich verstehe nicht, was ist Limbe?" "Dann kann ich es Ihnen ja erklären." "Ja, gerne, bitte erklären Sie es mir." "Also die Limbe ist, wie soll ich sagen...", sie überlegte, ihr Blick ging in die Weite. Nach einer Minute schaute sie mich an und sagte: "Das ist wie Mazir." Ich: "Ich habe das noch nie gehört. Was ist Mazir?" Sie überlegte wieder, suchte angestrengt nach einem Wort, das ich verstehen würde, man sah es ihr an, schließlich sagte sie: "Geist!" Ich war glücklich, etwas verstanden zu haben: "Oh, sie meinen Geist! Mazir klingt so ähnlich wie Mazura Mazda, meinen Sie das, den Großen Geist?" Sie, zögernd: "Neiiin.... Es ist mehr wie.... Barbara-Füllung." Sie deutete zur Lampe. "Sie meinen Licht!" Sie: "Ja!" Dann blickte sie mich sehr intensiv an und sagte: "Ich will nach Hause. Sie können mich hinbringen. Lassen Sie uns gehen!" Ich antwortete: "Wohin soll ich Sie bringen?" Sie: "Nach ....... " Langes Nachsinnen. Dann, wieder mit diesem tiefen, intensiven Blick, ihre Augen, sonst dunkelbraun, waren tiefschwarz: "Sie müssen einfach die Straße finden!" Ich: "Wie kann ich die Straße denn finden?" Sie, mit Nachdruck: "SIE MÜSSEN PER SANTETE DURCH DAS LICHT FAHREN." Ich sagte ihr, daß ich mich nach der Straße erkundigen würde. Sie war einverstanden.

Frau Dr. (Radiologin) hat den Mut, alles hinter sich zu lassen. Sie strahlt Liebe aus, und entschlossene Geduld, und sie ist bereit für alles. Sie nimmt alles an, was man ihr anbietet, schlägt niemals etwas aus, und sie strahlt große Souveränität und Ruhe aus. Fast den ganzen Tag lang, wenn sie draußen im Rollstuhl sitzt, hat sie die Augen geschlossen. Manchmal vergisst sie dann zu essen. Die Pflegerinnen stöhnen, dass sie immer einschlafe. Aber sie schläft nicht. Weder tags noch nachts. Spricht man sie an, ist sie sofort da. Und in der Nacht sind ihre Augen weit offen. Einmal fragte ich sie, ob sie nicht schlafen könne, als sie um 4 Uhr nachts immer noch mit offenen Augen im Bett saß, da sagte sie mit einem Lächeln, sehr langsam und jede Silbe betonend: "Das kommt schon noch." Vorerst hat sie wichtigeres zu tun als zu schlafen.

Ich habe auf einmal das eigenartige Gefühl, nur ich bin es, die sie noch aufhält. Sie ist überzeugt davon, dass ich sie nach Hause bringen kann und hat mich dazu aufgefordert. Nicht emotional. Es war kein Flehen oder Bitten, wie es bei anderen Menschen im Heim schon vorkam, nicht ein Hauch von Jammern oder Klagen, Ärger oder Ungeduld ist bei ihr zu hören oder zu spüren; es war lediglich eine ruhige, jedoch sehr eindringliche Aufforderung, als wisse sie ohne jeden Zweifel, dass ich die Aufgabe, sie nach Hause zu bringen, erfüllen könnte. Aber eigentlich ist es noch anders: Es ist mehr so, als könne sie sehr wohl alleine gehen, wolle mir jedoch zeigen, dass auch ich es kann. Wie man einem Schüler die Möglichkeit gibt, sich selbst zu erfahren, indem man ihm eine Aufgabe stellt, die man selbst als Lehrer schon gemeistert hat, den Schüler jedoch dahin führen will, sie zu lösen, indem man ihn um Hilfe bittet. Doch nun, nach diesen zauberhaften Momenten mit ihr, habe ich begonnen zu überlegen, mein Gehirn schaltete sich ein, meine Person, die hier verhaftet ist, und aus ist der Zauber. Nichts verstehe ich mehr. Weiß nicht, was ich überwinden muss, um sie zu verstehen, ohne noch dumme Fragen zu stellen. Wie kann man hier und dort sein? Wie kann man Übersetzer sein? Ich war lange Zeit Übersetzerin für zwei Sprachen, und angeblich machte ich meine Sache gut. Aber jetzt weiß ich erst, was wirkliches Übersetzen eigentlich bedeutet. Es ist die schwerste Aufgabe, die es gibt. Man muss die Brücke sein, man muss hier wie dort gleichzeitig sein und in der Mitte beides, alles. In der Mitte ist man der Sinn.

Vorsehung

Neues von Frau Dr. Beim nächtlichen Rundgang fand ich sie quer im Bett liegend, die Beine über das Bettgitter hängend. Das bedeutet bei ihr: Sie ist bereit zu sprechen. Wenn sie "ordentlich" im Bett liegt, tut sie es fast nie. Sie begann: "Da sind diese Lumpen, das war Vorsehung." "Vorsehung?" fragte ich. "Ja, ich wusste das vorher, dass das so sein würde. Ich habe die Lumpen alle in so einen... Sack getan und dann konnte ich sie anziehen." "Fanden Sie es nicht schlimm, Lumpen anzuziehen?" "Nein, das war gar nicht schlimm!" Pause. Sie schien weit weg zu sein, dann: "Da waren noch die Reisenden, sie gingen dort hinein, wo die Lumpen waren. Und die Lumpen waren sehr geglückt!" Ich fragte: "Und was taten die Reisenden dann? Reisten sie weiter?" "Ja." "Und wohin?" Sie schaute mich mit ihrem allerdurchdringendsten Blick aus tiefschwarzen Augen an und antwortete: "Sie wissen das! Das spürt man doch!"

Bunte Augen

Frau D. hält mich fest am Arm, damit ich nicht wieder gehe. Sie will sprechen. Es ist am besten, man schweigt einfach, dann erzählt sie alles, was sie gerade sieht oder erlebt hat. Dieses mal sagt sie: "Jetzt haben sie mir neue Augen reingemacht. So bunte. Ich hab's gesehen wie sie das gemacht haben. Ich weiß gar nicht, warum das so ist, aber sie machen solche Sachen. Und dann ziehen sie an mir herum. Die Beine tun mir weh davon. Und ich denke, alles läuft mir davon. Ich weiß auch gar nicht, warum ich noch hier bin." Sie nennt den Ort, wo wir uns befinden, betont ihn wie eine Frage und sagt: "Das kann doch gar nicht sein. Die Schwestern sagen immer, ich bin in G. Aber das stimmt doch nicht!"

Man lebt einfach

Frau Dr. liegt wieder quer im Bett. Wir sprechen über Leben und Tod. "Wie kann man richtig leben?", frage ich sie, denn sie ist für mich eine Meisterin, ich spüre, sie ist so nahe an Dingen, denen ich bei weitem nicht so oft so nahe komme. "Man lebt einfach.", sagt sie "Viele sind unzufrieden mit dem Leben." - "Ja", sagt sie, "ich bin unzufrieden". "Weshalb?", frage ich. "Wegen der Krähenfüße." Ich frage sie ob sie die Frau kennt, die vor einigen Tagen im Heim gestorben ist. "Nein." "Und wissen Sie," sage ich, "am selben Tag hat sich ein junger Mann in W., ganz in der Nähe, umgebracht. Niemand versteht das und alle fragen sich, warum." Sie antwortet: "Das sagt man nicht!" Ich: "Was sagt man nicht?" Sie: "Man sagt nicht: ,warum'." "Sie meinen, man soll nicht fragen, warum er das getan hat?" "Ja!" "Wie ist das mit Selbstmord", frage ich, "glauben Sie, dass man dafür bestraft wird?" "Nein!" Nach längerem Schweigen sagt sie: "Ich ziehe bald um." "Wohin?" "In die Peine." Ich: "Peine?" Sie: "Ja, Peine. Sie kennen das!" Ich muss gehen und sage, dass ich später wieder vorbeischaue. Sie lächelt sehr herzlich und nickt.