die Weltenbühne...
Es gibt das Prinzip der Erschaffung und Erhaltung,
man nennt es in Indien Vishnu,
und es gibt das Prinzip der Zerstörung,
in Indien ist das Shiva.
In jedem Menschen ist beides vorhanden,
ebenso wie jeder Mensch sowohl männlich wie weiblich ist.
Das höchste Prinzip ist Alles, und wir sind ein Spiegelbild davon.
Alles ist in uns. Doch ganz offensichtlich
müssen oder sollen wir uns entscheiden,
was wir „spielen"...
für eine gewisse Zeit auf dieser Weltenbühne...
männlich oder weiblich, Erschaffender oder Zerstörender,
was davon das Übergewicht bekommt und zur Geltung kommt.
Vielleicht ist manche Entscheidung nicht so glücklich getroffen...
Jedenfalls in den Augen eines * ich * , das es hübsch gemütlich haben möchte.
Es gibt welche, die behaupten, Gott wolle sich in der Welt in allen
denkbaren Aspekten selbst erfahren...
in allen denkbaren Aspekten,
also auch als ein Zerstörer in einer Phase des Aufbaus
und als ein Erschaffender in einer Phase des Zusammenfalls...
beides tragische Figuren, die sich nicht helfen können,
denn sie sind ja einfach das, was sie entschieden zu sein...
und genau das wird jetzt ganz einfach nicht gebraucht.
Sie können sich neu erdenken, sich selbst neu gestalten... für ein andermal.
Doch für dieses eine Leben ist es eben, wie es ist.
Das kann man nicht so einfach umwerfen und ändern... und soll es auch nicht.
Da gibt es einen Zerstörer, der sein halbes Leben lang sein
vollstes Potential ausschöpfen konnte,
denn die Zeiten waren wie geschaffen für seine Zerstörerkraft...
die Zeiten, die er verfluchte - denn auch das gehört zum Spiel -
waren für ihn der reinste Segen... in ihnen konnte seine Kraft sich voll entfalten.
Die Zeiten waren unter der Oberfläche dunkel, morbide, höllisch geradezu...
und er leistete Großes, er war umgeben von jenen, denen er Beschützer war,
die seine Stärke und seinen Mut bewunderten und dankbar waren,
denn er fürchtete das Dunkle und Böse nicht...
ohne ihn wären sie untergegangen.
Doch egal wie lange etwas auch dauert in der Welt... sicher ist, es wird sich ändern.
Eines Tages ist die Dunkelheit wieder einmal überwunden,
nun kommt eine neue Phase des Aufbaus, des harmonischen Strebens nach dem Licht,...
und nun hat der Zerstörergeist ausgedient,
er passt nicht mehr in die Welt... er läuft herum und wundert sich,
weil er nicht begreift, was geschehen ist,
er merkt nur: Hier gibt es nichts mehr zu tun.
So er glücklich ist,
fällt der Vorhang
schnell.Zum Gedenken an Gustaf Gründgens, gestorben am 7. Oktober 1963 in Manila/Philippinen, weit weg von allen, denen er furchtloser, zuverlässiger, väterlicher Beschützer und Helfer in schlimmen Zeiten war.
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