Elfenbein - zwiespältige Gefühle
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Die Wohnung meines Schwiegervaters wird aufgelöst (er wohnt jetzt im Seniorenheim). Er sagte, dass wir alles nehmen können, was wir gebrauchen können oder was uns gefällt. Vor ein paar Tagen brachte mir mein Mann eine Elfenbeinschnitzerei. Einer der Brüder meines Schwiegervaters war Missionar in Afrika und hatte sie von dort mitgebracht und seinem Bruder geschenkt. Besonders hohe Kunst ist es nicht, denke ich... recht einfach gemacht, eher für das schnelle Geschäft mit Touristen, denen es nur auf ein Mitbringsel ankommt. Aber darum geht es mir nicht, sondern um das Elfenbein selber...
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Ich hatte ganz seltsame, zwiespältige Gefühle, als ich dieses Stück Elfenbein in den Händen hielt. Es war einerseits das Gefühl, dass ich nichts besitzen will, was mit Ausbeutung und Gier zulasten eines Lebewesens zu tun hat. Andererseits war da ein Gefühl von Ehrfurcht... und dass es schön sein kann, es zu behalten und damit den Elefanten, zu dem es gehörte, zu ehren... Er könnte, wenn er es wollte, unser Krafttier sein... Auf anderen Ebenen hat sowieso alles, was hier mit Ausbeutung, Schändung und all solchen zu tun hat, eine völlig andere Dimension. Es ist wie wenn all diesen Gemeinheiten von dort her ohne jegliche Bösartigkeit einfach der Wind aus den Segeln genommen wird. Und jetzt kribbelt es auf einmal gewaltig in mir, wenn ich daran denke, diesen Elefanten, der einmal diese Stoßzähne trug, zu spüren...
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