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Ich liebe diese Plätze, die wir täglich besuchen, von ganzem Herzen. Es ist wunderschön hier. Es ist schön, weil ich hier bin, und es ist schön, weil es hier ist. Es ist schön, weil es und ich uns treffen, weil wir beisammen sind. Der Raum und alles darin ist lebendig und ich bin es auch. Es ist ein *Raum der Liebe*. Wir sprechen miteinander. Wir tauschen Liebe aus, Bewunderung, Freude, Fröhlichkeit, Berührung. Ich streichle die Hagebutten und bedanke mich für ihren wunderbaren Geschmack zu Ende des Winters. Ich streichle das Gras und das unglaublich dicke, weiche, hellgrün leuchtende Moos, die frischen Knospen des Pfirsichbäumchens, die dunklen weiblichen und die silbern leuchtenden männlichen Palmkätzchen, die Steine mit ihren vielen Gesichtern, den Walnussbaum... ich spüre keinen Unterschied zwischen der Hand, meiner Hand, auf seiner Haut, seiner Rinde... kein Unterschied ist da... Mit den Augen streichle ich die Reben, während mein Blick über sie schweift und ich freue mich wenn ich daran denke wie wundervoll sie sich entwickeln werden und welche herrlichen Früchte sie im Herbst tragen werden. Und während dessen höre ich zu, wie das kleine Meisenmännchen ein Lied singt. Was für ein Wunder, alles das. Alles ist schön, um mich herum, alles ist freundlich, alles ist göttlich, lebendig, jetzt gerade neu erwachend aus dem Schlaf des Winters, und all das IST ganz einfach, ohne Anstrengung, ohne Nachfragen, ohne Probleme, ohne Sorgen, natürlich. Alles ist einfach, was es ist. Vollkommen.
Dann gehe ich zurück und die Qual hat mich wieder. Ich zittere in unglücklich erbauten Wänden und spüre ein Beben in mir, eine Unruhe, Unsicherheit... ich spüre ungute Macht, unnatürlichen Tod, ich spüre die Last der Künstlichkeit, erstickend, Gewalt und Gleichgültigkeit, Hilflosigkeit... und in aller Verzweiflung etwas wie Kunst, die mich ein bisschen rettet, mein Herz ein bisschen wärmt und hell macht... doch nie so sehr und so ganz wie draußen, in der Natur. Dort braucht man nichts, keinen Ersatz, keine Kunst, dort ist man schon *ganz*. Hier, in diesen Mauern, ist ein Gefühl wie: Wollen und nicht Können. Sich gefesselt fühlen. Tränen, Trauer, Angst, ein flaues Gefühl im Magen. Ein Gefühl als ob man in der Todeszelle sitzt und auf die Hinrichtung wartet. Ohne zu wissen, wann sie stattfindet. Kann ich mich retten? Will ich mich alleine retten? Und die anderen zurücklassen? Ich kann sie nicht zurücklassen. Ohne zu wissen, ob meine stetige Rückkehr je einen Nutzen haben wird, ob ich sie vielleicht für viel zu hoch einschätze, vielleicht das vermeintliche Opfer nur Feigheit ist... kehre ich dennoch zurück, jeden Tag, von meinem Platz der Freude in diese Dunkelheit, die ängstigt.
Ahnend, dass wir die Hölle wandeln können, auch wenn ich nicht weiß, wie das gehen soll. Ahnend, dass ich Teil der Wandlung bin und mein Platz deshalb auch hier ist. Und meine Qual der Antrieb ist. Wertvoll, wichtig, unvermeidlich, ein Symptom, ohne das man nichts erkennen und nichts heilen kann. Sehend, dass auch hier Vögel nisten und Pflanzen sprießen und Menschen lächeln. Entweder - falls ich mich irre - sterbe ich für immer... oder ich lebe neu. Und mit mir die Welt, die ich erkenne.
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