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Es geht um Ekstase, ja. Ich nannte es kürzlich in Gedanken einfach Erregung. Je mehr ich fallenlasse (Dinge, die gedanklich auf mir lasten), desto deutlicher spüre ich, dass das Eigentliche, das pure Leben genau das ist, Ekstase - Erregung. Es ist immer da, allesdurchdringend, und doch kann man sich dem entziehen, wenn man möchte. Und man tut es sehr oft. Meistens sogar. Ich spüre, dass ich für diese Erregung nichts mehr brauche, das mich stimuliert, nichts mehr Äußerliches, was nicht heißt, dass man das Äußerliche deswegen abzulehnen braucht. Aber es geht dann einfach darüber hinaus. Es ist nicht die Verfügbarkeit dieses Äußerlichen nötig. Man muss nicht darben, nicht verzichten, wenn man es nicht hat. Es ist überhaupt keine Frage von etwas "haben". Ich spüre all das immer stärker je mehr ich einfach draußen sitze und mich spüre und alles um mich herum, und alles was in mir ist, meiner eigenen Göttlichkeit zu Füßen lege und mich mehr und mehr einfach dem hingebe, was da ist.
Das Buch über Tantra, das ich schon vor keine Ahnung wievielen Jahren mal gelesen habe, fiel mir gerade jetzt wieder in die Hände. Es ist wie eine Beschreibung und Bestätigung davon. Was die trantrische Yogini Devi dem Autoren des Buches Daniel Odier darin erklärt berührt mich im Innersten. Besonders froh macht mich, darin zu finden, was ich immer im Herzen hatte - denn immer schon habe ich insgeheim ja Shiva verehrt *lach* (was man in der Krishna-Tradition natürlich nicht "darf") - dass nichts ausgeschlossen wird, nichts "Bäh" ist, ALLES Teil der Kraft ist. Ein Ausschluss von irgendetwas ist immer gleichbedeutend mit dem Aufgeben eines Teiles der Kraft. Ich bin mir sehr bewusst über all das, was ich noch ausschließe oder noch zurückhalte. Bewusster denn je.
Devi sagt zu Daniel:
"Unser stärkster Widerstand ist der gegen die Ekstase, weil wir das Empfinden haben, dass wir, um diesen Zustand zu erreichen, unsere Sicherheiten aufgeben müssen, alles das, was wir uns in so vielen Jahren aufgebaut haben. Wir müssen unsere Lebensphilosophie aufgeben, unseren Glauben, unsere Überzeugungen, unsere Begriffe, selbst unseren Begriff von der Leere, selbst unseren Begriff vom Absoluten oder von Shiva. Das alles hemmt die Ekstase, wirkt sich wie eine Bremse auf sie aus."
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