***Serenas Augenblicke***

02.09.2009 um 21:24 Uhr

Das Haus wird leer...

von: Seren_a   Kategorie: Episoden

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Das Haus wird nach und nach geräumt. Ich habe seit ungefähr zwei Jahren keinen Fuß mehr hinein gesetzt. Auch jetzt nicht. Mein bester Freund, mit dem ich rein zufällig auch verheiratet bin, hat mir die Sachen herausgeholt, die relevant sind... sehr wenige Sachen. Hauptsächlich Fotos von unserer Feuer-Hochzeit, von meiner Kindheit, und alte Fotos, hauptsächlich von meinem Großvater, siehe unten. Die Fotos von ihm sind mir das Wichtigste aus diesem Haus. Eins von meinem Urgroßvater ist auch dabei. Beeindruckend, wie der Mann schaut, auf dem Foto. Aber sie haben damals immer so ernst und "hehr" geschaut auf Fotos... es war was sehr besonderes, abgelichtet zu werden.

Bekannte sind gekommen, eine Frau, die in einem Seniorenheim arbeitet... Sie kann viele Sachen für die alten Leute gebrauchen, auch Kleidung. Sie freut sich über so viele Dinge so sehr und ist so dankbar, während ich froh bin, dass all das weg kommt und auch noch einen Nutzen hat. Der Rest wird dann von einer Firma entsorgt. Es neigt sich etwas dem Ende zu, was niemals besonders "schön" war... Ob ich nicht noch einmal in dieses Haus gehen muss, bevor es verkauft wird? Innerlich? Brauche ich das? Ich habe sinniert, gefühlt, gespürt. Die Antwort ist Nein. Selbst meine Kindheitsfotos... ich hätte sie mit entsorgen lassen können... naja, jetzt sind sie hier... und ich schau das kleine Mädchen da an und hab es in mich hineingenommen... da braucht man keine Fotos mehr. Aber mein Psych Mr. Train, als ich dem vom Ausräumen und Wegwerfen erzählte, hat er ganz aufgeregt gesagt, ich solle doch nicht zu schnell die Sachen wegwerfen, aus meiner Kindheit die Fotos, die könnten wir noch brauchen in der Therapie... Naja, wenn er meint...

Künstlersachen kann ich nicht wegwerfen, das geht nicht, auch nicht weggeben, auch wenn sie aus dem Haus kommen. Die sind in zwei Kisten verstaut jetzt hier. Farben, Pinsel, ein Schneidegerät... Bücher über Maltechniken. Vielleicht schau ich mal rein. Vielleicht mal ich bunte Psycho-Bilder mit den Farben. Mehr als das wird nicht gehen, ich kann ja gar nicht mit Farbe malen. Bilde mir ein, für einen Augenblick eines Gesichts ist Kohle besser... da ist keine Ablenkung, kein "Schöntun"... entweder der Ausdruck ist da oder nicht... Trotzdem... vielleicht muss ich bei Mr. Train ja was malen mit den ollen Farben... zuzutrauen ist ihm alles... :)

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02.09.2009 um 19:22 Uhr

Ohne Musik konnte er nicht sein...

von: Seren_a   Kategorie: Fotos unsortiert

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02.09.2009 um 11:18 Uhr

Udo...

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Es war Sommer in Paris und Udo war mit seiner Familie gerade mitten im Umzug. In der neuen Wohnung standen kreuz und quer schon kleinere Möbelstücke und Kisten. Udo stellte im Wohnzimmer eine Leiter auf, um eine Glühbirne in die Fassung zu drehen. Hohe Decken, mit Stuck waren es. Schön. Aus irgendeinem Grund schwankte die Leiter als er oben stand, er stürzte. Und damit war sein noch nicht einmal begonnenes Leben in Paris vorbei. Mit Ende 30, mit einer Frau, die er liebte, und zwei Kindern.

Nachtschwester Maria bat mich, zweimal in der Nacht zu ihr nach oben zu kommen, um ihr bei einigen "schwierigeren Fällen" zu helfen. Im Gegenzug half sie auch mir, wenn es nötig war. Ich kam zur verabredeten Zeit nach oben und sie sagte: "Schön, dass du da bist! Wir gehen zuerst zu Udo. Du wirst Dich wundern, er ist mit Abstand der Jüngste hier... aber man hat wohl nirgendwo sonst einen Platz für ihn gefunden, deshalb ist er jetzt hier im Seniorenheim." Als wir die endlosen Gänge entlang gingen, in denen ich mich immer noch manchmal verirrte, erzählte sie mir in kurzen Zügen seine Geschichte. Er hatte nach dem Sturz im Koma gelegen. Er war bis auf die linke Hand fast vollständig bewegungsunfähig. Und das jetzt seit acht Jahren.

Als wir sein Zimmer betraten und ich ihn sah fiel mir als erstes sein Lächeln auf. Ich war immer noch ganz benommen von seiner schlimmen Geschichte, die mir Maria erzählt hatte... und da lag er und grinste Maria an, warf kurz einen Blick auf mich und fragte sie dann: "Wen hast du mir denn da hübsches mitgebracht heute nacht?" Sie erwiderte: "Das ist eine neue Schwester und du lässt die Finger von ihr, verstanden?!" "Aber natürlich!" kam es von ihm. Man merkte, sie kannten sich lange und die ganze Schrecklichkeit der Realität war ganz sicher nicht anders als mit Humor auszuhalten. Darin lag alle Lebendigkeit, die Udo noch hatte. Allerdings auch in seiner linken Hand...

Maria wies mich an, Udos Hand festzuhalten, während sie ihm die Einlage öffnete... weil er sonst unweigerlich wieder an sein Geschlecht greifen würde... Sie sagte laut, ohne sich vor ihm zu genieren, dass er das immer wieder machte, und dass er sogar in die geschlossene Einlage griff und dann manchmal das ganze Bett versaute, wenn denn darin schon etwas gewesen ist (was er nicht spüren konnte). Es war mir unangenehm. Nicht das Thema an sich und dass sie so offen damit umging, sondern die Erkenntnis, dass es nicht ins Konzepte passte, dass er sich da berührte, wo er noch Leben verspürte und vielleicht ein klitzekleines bisschen Genuss... falls man das so sagen kann... Es passte nicht und es wurde unterbunden. Was hatte Udo sonst noch? Er lag da seit acht Jahren und ließ sich Tag für Tag von verschiedenen Schwestern und Pflegern hin- und herwälzen, um Einlagen zu wechseln... ließ sich füttern, da das mit der einen Hand auch nicht sehr gut ging... ließ sich täglich waschen und einmal die Woche auf einer Spezialliege baden. Seine Frau kam seit einigen Jahren nicht mehr. Sie lebte nach wie vor in Paris. Ihre Bilder und die seiner Kinder hingen an der Wand neben seinem Bett. Alles was er sich bewahrt hatte waren ein paar sexuelle Gefühle und sein Humor. Von seiner Trauer oder Wut sprach er nicht. Nie.

Maria machte sich an den Schränken zu schaffen, suchte die richtigen Einlagen, musste das Zimmer verlassen und neue holen weil die vorhandenen nur die für den Tag waren. Die dicken für die Nacht fehlten. Bevor sie den Raum verließ sagte sie noch einmal: "Udo, ich bin gleich wieder da, lass die Finger von der neuen Schwester!" Da lag seine Hand schon an meiner Brust, wie zufällig. Er machte nichts, ließ sie einfach nur da liegen, während ich sein Schlafanzugoberteil zuknöpfte... es war eines mit diesen winzigen Knöpfen und den Öffnungen, die man vor lauter Naht kaum finden kann... ich hatte damit zu kämpfen. Ich tat so als wäre nichts, blickte nur kurz mit gespielt strenger Miene in sein bubenfrech lachendes Gesicht und knöpfte angestrengt weiter. Als Marias Schritte auf dem Gang zu hören waren nahm er seine Hand schnell weg und lachte. "Na, war er brav?! fragte sie mich, kaum dass sie im Zimmer war. "Mustergültig!" erwiderte ich und Udo und ich grinsten uns an. 

Das ist nun schon einige Jahre her. Ich wohne nicht mehr in der kleinen Stadt und arbeite nicht mehr in diesem Seniorenheim. Heute als ich aufwachte dachte ich an Udo, ich weiß nicht wieso. Und mir fiel ein, wieviele Menschen ich im Laufe des Lebens kennengelernt hatte, die in ähnlichen schlimmer Lage waren, physisch betrachtet. Im Heim natürlich sowieso, aber auch außerhalb - ich lernte noch zwei andere relativ junge Männer kennen, die vollständig gelähmt waren, vom Hals abwärts. Trotz großer Verbitterung entwickelten sie auch große Kraft. Der eine als Mundmaler, der andere als politischer Aktivist, denn seine vollständige Lähmung kam durch einen rassistischen Angriff... Ich sinniere... über die Kraft von Menschen... Weil ich nicht wüsste, ob ich nicht nur ein Häufchen Elend wäre in so einer Situation. Könnte ich noch lachen und flirten wie Udo? Könnte ich mein Talent nach meinen Möglichkeiten ausbauen und Erfolg haben wie Thomas? Könnte ich mich wie Noel mit selbst organisierten Demos und Konzerten gegen Neonazis und für Toleranz oder überhaupt für irgendetwas einsetzen? ... Und was mache ich JETZT, mit einem funktionierenden Körper? Tue ich soviel wie sie? Soviel ich kann?

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02.09.2009 um 02:18 Uhr

Im Wald...

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01.09.2009 um 19:05 Uhr

Fluss-Genuss...

von: Seren_a   Kategorie: Episoden

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Ich parke ja immer am Schwimmbad und laufe von da aus in die zumindest unter der Woche selten gestörte Einsamkeit am Fluss entlang. Die Parkplätze am Schwimmbad waren gestopft voll... Das eingezäunte Gelände des Schwimmbads derartig voll von Menschen, unglaublich... ich frage mich da immer, wie man so etwas genießen kann... aber sie tun es offenbar. Ich suchte mir wieder ein verstecktes Stück Ufer und hatte ein riesiges natürliches Schwimmbecken ganz für mich alleine... und für Felix natürlich. Ein durch einen Streifen mit Gebüsch, auf dem Enten wohnen, vom Fluss abgetrenntes Stück ist das... wunderschön...

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01.09.2009 um 19:00 Uhr

Die letzten Flüge...

von: Seren_a   Kategorie: Fotos Tiere/Insekten Alt

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01.09.2009 um 11:50 Uhr

Sich-Gegenüber-Sein...

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Tantra ist ein Sich-Gegenüber-Sein. Nur bei Kerzenlicht sitzen sich Mann und Frau gegenüber... im Lotussitz oder einfach nur mit verschränkten Beinen und nackt. Sie halten sich an den Händen. Der Raum ist nur von Kerzenlicht links und rechts neben ihnen schwach erhellt. Sie blicken sich ununterbrochen in die Augen. Und sie atmen miteinander. Nichts weiter. Zuerst werden sie Bilder sehen vom anderen, die sie selbst gemacht haben. Und sie werden ihre eigenen Reaktionen auf diese Bilder erleben. Sie werden lächeln, lachen, sie werden sich etwas genieren, weil das, was sie tun, so seltsam neu ist, sie werden ihren Wertvorstellungen begegnen, sie werden erregt sein und denken, sie müssten es unterbrechen, sie werden mit der Zeit Ehrfurcht empfinden, vielleicht werden sie weinen, alles das immer auf Ich und Du bezogen... und sie werden spüren wie all dies in die Erde fließt und verschwindet, nachdem sie es einfach zugelassen haben. Und sie bleiben sitzen und sehen sich weiter in die Augen. Bis die Augen des anderen wie leuchtende Seen sind, in die sie gegenseitig versinken. Bis das Ich zurücktritt und sie nur ein Wir sind... und selbst dieses Wir nicht mehr denken und definieren können, weil sie es so ganz und gar sind.

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01.09.2009 um 11:28 Uhr

Das Weibliche und das Männliche...

von: Seren_a   Kategorie: Visionen, Gedanken

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Prakriti ist die Natur des Universums, das ist das Weibliche. Purusha ist das Handelnde, das ist das Männliche. Purusha nimmt zuerst die Kreativität von Prakriti als Geschenk an um damit danach alles aus Prakriti zu formen. Purusha ehrt Prakriti durch seine tatkräftige Aufmerksamkeit, durch seine Fähigkeit, die Schönheit in ihr wahrzunehmen und alle Möglichkeiten, die nicht enden wollend in ihr sind, nach einander so auf Händen zu tragen, dass sie sichtbar werden. Prakriti soll nicht versteckt sondern entdeckt werden. Purusha soll nicht herrschen sondern dienen, indem er Prakriti handelnd verehrt. Prakriti liebt Purusha, wenn er er selbst ist und handelt. Purusha liebt Prakriti, weil er nicht andes kann, weil er sie bewundert und nicht aufhört zu staunen über ihre ungeheure Vielfalt und die Kraft ihres Seins. In Vollmondnächten werden sie zu lebendigen Formen und tanzen. Zuerst tanzt Purusha, und er wird zu Shiva... und er tanzt so lange, bis Prakriti zu Shakti wird. Und sie, die niemals getrennt sein können, tun so als wären sie es, nur um sich wieder zu vereinen. Das ist die höchste Glückseligkeit.

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