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Brihadbhanu Prabhu besuchte uns des öfteren, wenn er auf Reisen durch die Republik wieder mal in unserer Nähe vorbeikam. Er verteilte Krishna-Bücher auf den Straßen der Städte und tat das mit einer Überzeugung, einer Hingabe, gleichzeitig einer Fröhlichkeit und Achtung vor den Menschen, die außergewöhnlich waren. Er tat das, was er tat, nicht weil er meinte es zu müssen oder zu sollen, sondern weil er es liebte und gar nichts anderes tun konnte. Solche Menschen findet man überall, in allen Bereichen des Lebens, und ich finde es immer faszinierend und als eine große Wohltat, solchen Menschen zu begegnen, denn ihr Herz ist weit offen, und das spürt man gleich.
Es gibt wohl nur wenige, die mehr in den vedischen Schriften gelesen hatten als Brihadbhanu und mehr daraus zitieren konnten. Doch er ging damit sehr bescheiden um. In unser Gästebuch, in welchem sich alle möglichen Verse aus den Schriften fanden, die die jeweiligen Gäste auswendig konnten, schrieb er nur: "Dieser Platz ist sehr schön, hier wird man nur verwöhnt. Ich hoffe, dass der Herr Caitanya wird Euch segnen, dafür werde ich beten." Er konnte mit seinem Bauchansatz nicht verhehlen, wie sehr er Prashadam liebte - geweihtes Essen -, von dem er bei uns natürlich immer reichlich bekam.
Ich liebte es, wenn er seine Geschichten erzählte und forderte ihn dazu auf. Einmal erzählte er uns, wie er in einer Stadt von zwei jungen Kerlen verfolgt wurden, die sich über ihn lustig machten. Als Anlass dafür nahmen sie u.a. seinen Shika, das ist der kleine Haarschopf, den die in Entsagung lebenden Vaishnavas am ansonsten geschorenen Kopf hinten stehen lassen... - Brihadbhanu hatte seine eigene Version, wofür dieser Haarschopf da war: er sagte, er sei dazu da, damit Krishna ihn packen und aus dem Schlamassel ziehen könnte, wenn er sich wieder mal in Schwierigkeiten befände ... :) -
Diese jungen Kerle liefen also hinter ihm her, während er mit einem Stapel Bücher auf dem Arm durch die Innenstadt lief. Er ignorierte sie, doch sie hörten nicht auf. Dann drehte er sich zu ihnen um und bat sie in seiner netten Art, das doch bitte zu lassen. Sie lachten nur und machten weiter... liefen hinter ihm her und machten Faxen. Als sie nach noch mehrmaligem Bitten nicht davon abließen beschloss Brihadbhanu für sich, dass Krishna wohl mehr von ihm erwartete. Und da sein Herz so offen war, war es nicht schwer für ihn, es einfach in die Hände zu nehmen und etwas zu tun, womit die jungen Kerle nicht rechneten. Er drehte sich zu ihnen um, ging vor ihnen auf die Knie, berührte mit der Stirn die Erde, ganz so wie man sich vor Krishna oder vor einem spirituellen Meister verbeugt, umfasste dabei ihre Füße und segnete sie. Dann bat er sie, ihn jetzt in Ruhe gehen zu lassen.
Die Jungen standen stocksteif, wichen dann zurück... es war ihnen sichtlich unangenehm. Als Brihadbhanu sich wieder erhoben hatte, seine Bücher wieder auf den Arm genommen hatte und ihnen nochmal zulächelte, waren sie ganz verlegen, murmelten eine Entschuldigung und verschwanden.
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