***Serenas Augenblicke***

02.12.2009 um 14:23 Uhr

Das geschwätzige Heer der Gedanken...

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"Die Gedanken sind der Vernunft wie eine Dienerin ihrer Herrin unterworfen. Entfernen sie sich von ihrer Herrin, der Vernunft, erhebt sich unter den Gedanken ein Geschrei, das sich durch das geschwätzige Heer der Gedanken vergrößert."

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aus: "Moralia in Iob" v. Gregorius Magnus

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02.12.2009 um 11:49 Uhr

Ein offenes Herz...

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Brihadbhanu Prabhu besuchte uns des öfteren, wenn er auf Reisen durch die Republik wieder mal in unserer Nähe vorbeikam. Er verteilte Krishna-Bücher auf den Straßen der Städte und tat das mit einer Überzeugung, einer Hingabe, gleichzeitig einer Fröhlichkeit und Achtung vor den Menschen, die außergewöhnlich waren. Er tat das, was er tat, nicht weil er meinte es zu müssen oder zu sollen, sondern weil er es liebte und gar nichts anderes tun konnte. Solche Menschen findet man überall, in allen Bereichen des Lebens, und ich finde es immer faszinierend und als eine große Wohltat, solchen Menschen zu begegnen, denn ihr Herz ist weit offen, und das spürt man gleich.

Es gibt wohl nur wenige, die mehr in den vedischen Schriften gelesen hatten als Brihadbhanu und mehr daraus zitieren konnten. Doch er ging damit sehr bescheiden um. In unser Gästebuch, in welchem sich alle möglichen Verse aus den Schriften fanden, die die jeweiligen Gäste auswendig konnten, schrieb er nur: "Dieser Platz ist sehr schön, hier wird man nur verwöhnt. Ich hoffe, dass der Herr Caitanya wird Euch segnen, dafür werde ich beten." Er konnte mit seinem Bauchansatz nicht verhehlen, wie sehr er Prashadam liebte - geweihtes Essen -, von dem er bei uns natürlich immer reichlich bekam.

Ich liebte es, wenn er seine Geschichten erzählte und forderte ihn dazu auf. Einmal erzählte er uns, wie er in einer Stadt von zwei jungen Kerlen verfolgt wurden, die sich über ihn lustig machten. Als Anlass dafür nahmen sie u.a. seinen Shika, das ist der kleine Haarschopf, den die in Entsagung lebenden Vaishnavas am ansonsten geschorenen Kopf hinten stehen lassen... - Brihadbhanu hatte seine eigene Version, wofür dieser Haarschopf da war: er sagte, er sei dazu da, damit Krishna ihn packen und aus dem Schlamassel ziehen könnte, wenn er sich wieder mal in Schwierigkeiten befände ... :) -

Diese jungen Kerle liefen also hinter ihm her, während er mit einem Stapel Bücher auf dem Arm durch die Innenstadt lief. Er ignorierte sie, doch sie hörten nicht auf. Dann drehte er sich zu ihnen um und bat sie in seiner netten Art, das doch bitte zu lassen. Sie lachten nur und machten weiter... liefen hinter ihm her und machten Faxen. Als sie nach noch mehrmaligem Bitten nicht davon abließen beschloss Brihadbhanu für sich, dass Krishna wohl mehr von ihm erwartete. Und da sein Herz so offen war, war es nicht schwer für ihn, es einfach in die Hände zu nehmen und etwas zu tun, womit die jungen Kerle nicht rechneten. Er drehte sich zu ihnen um, ging vor ihnen auf die Knie, berührte mit der Stirn die Erde, ganz so wie man sich vor Krishna oder vor einem spirituellen Meister verbeugt, umfasste dabei ihre Füße und segnete sie. Dann bat er sie, ihn jetzt in Ruhe gehen zu lassen.

Die Jungen standen stocksteif, wichen dann zurück... es war ihnen sichtlich unangenehm. Als Brihadbhanu sich wieder erhoben hatte, seine Bücher wieder auf den Arm genommen hatte und ihnen nochmal zulächelte, waren sie ganz verlegen, murmelten eine Entschuldigung und verschwanden.

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02.12.2009 um 11:43 Uhr

Am Wegesrand...

von: Seren_a   Kategorie: Fotos Pflanzen

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02.12.2009 um 11:23 Uhr

Sich selber vergessen...

von: Seren_a   Kategorie: Über Gebet und Heilung

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Sich selber ganz vergessen können ist etwas Wunderbares...

man nennt es wohl Liebe... Hingabe...

Man fühlt etwas sehr Wohltuendes und zutiefst Wunderschönes...

die Seele strahlt...

aber das ist nichts "Eigenes"...

nichts zu Verteidigendes und nichts zu Verlierendes...

etwas Geschenktes ist es,

größer als die Menschen, die es erfahren...

Eigenbrötlerische und kleinliche Gedanken,

sonst so furchtbar wichtig, sind plötzlich ganz unwichtig...

gar nicht mehr vorhanden...

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Es ist wie wenn Mechthild in ihrem "Fließenden Licht der Gottheit" sagt:

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"Ich kann nicht mehr an die Erde denken

noch an irgend mein Herzeleid.

Ich dachte, wenn ich dich erschaute,

dir von der Erde viel zu klagen.

Nun hat mich, Herr,  dein Anblick ganz erschlagen,

du hast mich ganz über meinen Adel emporgetragen."

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01.12.2009 um 21:56 Uhr

Es blüht...

von: Seren_a   Kategorie: Fotos bearbeitet

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01.12.2009 um 21:34 Uhr

Urlaub...

von: Seren_a   Kategorie: Aufgeschnappt Alt

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Ich will immer gerne wissen, woher Wörter kommen... ich will wissen, woraus sie sich ableiten, wie sie entstanden sind und wie sie sich entwickelt haben. Und deshalb schaue ich oft ganz simple Wörter nach. Jetzt gerade "Urlaub". Wieso das so heißt... Es kommt von "Erlauben". Im Mittelalter baten die Ritter die Burgherren um "Urlaub", das heißt, um die Erlaubnis, sich zu entfernen und in den Kampf zu ziehen. Nicht gerade, was man sich heute unter Urlaub vorstellt. Aber das hieß ja, dass diese Ritter in der Zeit nicht zur Bewachung der Burg zur Verfügung standen.

Wie ich gelesen habe, ist man in der Schweiz dieser ursprünglichen Bedeutung auch heute noch etwas näher auf der Spur. Dort sagt man zum unserem regulären "Urlaub" nicht Urlaub sondern "Ferien"; man fährt nicht in Urlaub, sondern geht in die Ferien. Nur das, was bei uns Sonderurlaub genannt wird, ist dort auch Urlaub... also ein außerordentliches Fernbleiben von der Arbeit.

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01.12.2009 um 20:19 Uhr

Überwältigende Zartheit...

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Eia, die herrliche Weite und

die süße Ewigkeit und

das scharfe Durchschauen aller Dinge und

die besondere Vertraulichkeit,

die zwischen Gott und jeder Seele

ohne Unterlass hin- und hergeht,

ist von so überwältigender Zartheit;

hätte ich aller Menschen Weisheit

und aller Engel Stimme,

ich könnte sie nicht aussprechen.

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(Mechthild v. Magdeburg)

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01.12.2009 um 20:00 Uhr

Es ist eindeutig ZU WARM !

von: Seren_a   Kategorie: Fotos Pflanzen

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01.12.2009 um 12:05 Uhr

Geizhälse...

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Als "Kripana" - "Geizhälse" werden in der Bhagavad Gita - u.a. im 2. Kapitel - diejenigen Menschen bezeichnet, die ihre menschliche Energie nur für sich selbst benutzen und nicht in den Dienst anderer und somit in den Dienst Gottes stellen. Sie verwenden ihre Energie nur für ihre Sinnenbefriedigung und den Ausbau ihres materiellen Wohlstandes und verstricken sich dadurch immer mehr in das Gesetz des Karmas. Karma ist das Gesetz von Aktion und Reaktion und es wird immer dann aktiv, wenn jemand für sich alleine arbeitet und die erarbeiteten Früchte ganz alleine für sich behalten und genießen will. Jemand, der stattdessen einfach in jedem Moment tut, was getan werden muss, ohne auf die Früchte seiner Tätigkeiten zu schielen, ist frei von Karma.

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01.12.2009 um 11:13 Uhr

Kreiswehrersatzamt...

von: Seren_a   Kategorie: Aufgeschnappt Alt

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Im Lexikon der bedrohten Wörter kann man so einiges Interessantes und Amüsantes zu lesen finden. Und man kann dort vom Aussterben bedrohte Wörter melden und auf die "Rote Liste" setzen lassen. Eins der aussterbenden Wörter ist "Kreiswehrersatzamt". Die Erklärung hierzu auf der genannten Seite:

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Kreiswehrersatzamt


"Stellen Sie sich vor, Sie gehen mit Ihrer Frau und Ihren zehn Kindern in einer schwach beleuchteten mitteldeutschen Grünanlage spazieren, als plötzlich zehn kambodschanische Freischärler aus dem Unterholz brechen und mit Zerstückelung und Sodomie drohen. Sie haben zufällig ein paar Mörsergranaten in der Jackentasche. Was tun Sie?" Das waren noch Zeiten, als die korrekte Antwort lautete: "Ich zitiere aus der Bergpredigt und bekehre die Aggressoren mit sachlichen Argumenten zu Vernunft und Humanismus." Derlei schöne Rituale sind leider abgeschafft, und auch die Wehrpflicht geht demnächst in den Orkus - eine der schönsten deutschen Wortschöpfungen dann leider auch.

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01.12.2009 um 10:44 Uhr

Golden...

von: Seren_a   Kategorie: Fotos bearbeitet

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01.12.2009 um 10:06 Uhr

Noch mehr Sternengeschichten der Alten...

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Auch beim Essenausfahren gab es früher viele interessante Begebenheiten mit den alten Leuten. Ob man ihren Zustand nun krank nennt oder nicht, war mir nicht so wichtig, ich habe das, was sie sagten und was sie taten, genommen wie es war und sah darin oftmals eine Weisheit, über die ich staunte. Immer wieder wurde klar, dass diese Menschen Zugang zu Tiefen haben, zu denen wir "Normale" uns durch das ständige Laufenlassen unseres Verstandes den Zugang verbauen.

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Frau St. öffnet mir die Türe, tritt zur Seite und lässt mich, unsicher lächelnd, herein. Ich stelle die beiden Essensboxen wie immer auf die Anrichte und drehe mich zu ihr um. Da sagt sie: „Heute muss ich wieder selbst bedienen!" Ich frage: „Weshalb denn?" Sie zuckt mit den Schultern und macht eine hilflose Bewegung mit beiden Händen, Empörung liegt in ihrer Stimme als sie sagt: „Das Personal ist halt wieder mal nicht rechtzeitig da! Jetzt muss ich selber bedienen. Ich habe doch einen Gast da." Durch die offene Küchentüre sehe ich Frau St.s Mann am Tisch sitzen, wie immer. Er sitzt mit dem Rücken zu uns. Sie deutet mit dem Zeigefinger wie klopfend auf ihn. Ich sage leise zu ihr: „Aber... ist das nicht Ihr Mann???" Ein vielsagendes Lächeln spielt um ihren Mund, sie zieht die Augenbrauen nach oben und sagt, als wäre es ein Geheimnis gewesen, das jetzt endlich gelüftet wird: „Da irren Sie sich. Das WAR einmal mein Mann!" Ich antworte: „Oh, ach so!" Sie lächelt mich verschmitzt an, als würden wir unter einer Decke stecken und sagt: „Aaah, Sie wissen also, was ich meine!"

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 Frau E. mit ihren 90 Jahren kommt wie in dem Märchen - welches war das noch mal? - sehr langsam die vielen Stufen ihres Treppenhauses herunter, ich muss lange warten. "Es war noch nicht aufgeschlossen, weil Sonntag ist und heute keine Zeitung kommt", sagt sie, nachdem sie geöffnet hat und noch am Türschloss herumnestelt. Ich gehe mit der Essensbox auf dem Arm vor ihr die Treppe hoch... so machen wir das immer, damit es schneller geht... oben öffne ich dann immer noch die Styropor-Box für sie, die sie alleine nicht aufbekommt. - Da sagt sie auf einmal: „Und Entschuldigung, dass Sie warten mussten, Frau H." Ich bleibe stocksteif stehen, drehe mich zu ihr um und frage sie, was sie da eben gesagt habe. Sie wiederholt auf genau dieselbe Art und Weise: „Und Entschuldigung, dass Sie warten mussten, Frau H." Ich sagte: „Mein Nachname ist nicht H. sondern A.... wie kommen Sie denn auf H.?? Das ist mein Mädchenname!!" Sie geht gar nicht auf meine Verwunderung ein, winkt nur ab und meint: „Ach, das ist nur, weil ich so schlecht höre."

Tatsächlich hatte sie mich bei meinem Mädchennamen genannt, den ich mit Sicherheit niemals erwähnt hatte und der jetzt auch kein Allerweltsname ist; auch hieß niemand in ihrer Umgebung, mit dem sie zu tun hatte, so, keine Pflegerin, keine Nachbarn, niemand aus der Verwandtschaft.

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