Vom Warten und Beben...
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Das Warten ist süßer Schmerz.
Es lässt sie manchmal hysterisch lachen und ein andermal zitternd und traurig zusammensinken.
Es führt sie in ein andauerndes intensives Beben, das ihr manchmal den Atem verschlägt und sie wacher sein lässt, als sie es jemals in dieser Gestalt war.
Sie begreift, wie sehr sie das Ende, den Tod dessen herbeisehnt, was sie so sehr genießt, da sie den Genuss kaum ertragen kann. Er scheint sie zu verschlingen.
Sie begreift, dass sie nur den Tod kennt, doch nicht das, was über den Tod hinausgeht.
Sie fragt sich, was mit ihr geschieht, wenn sie immer noch wartet, erträgt, bebend... wohin es sie führt... was jenseits des Todes liegt...
Kann man bebend leben?
Sie versteht, dass ihre ganze Existenz damit verbunden ist, ob sie wartet oder nicht.
Und er? Er dient ihr, indem er ihr befiehlt zu warten. Denn in ihrem Zustand könnte sie sich unmöglich selbst befehlen.
Sein Befehl ist Ermutigung und Bestärkung.
Je länger sie wartet, umso mehr versteht sie.
Warten bedeutet sittsam sein. Sittsam sein bedeutet Unerhörtes. Man muss neu verstehen, was etwas bedeutet.
Sie versteht mit seiner Hilfe, die sie selbst initiiert hat, dass plumpe Befriedigung der einfachen Sinne nur alles tötet und in Trauer endet.
Sie versteht, wie der Verzicht auf diese die Erfüllung befreit und ihr - der Erfüllung - erlaubt, sich so zu zeigen, wie sie ist. Sie - die Erfüllung - steigt jetzt, befreit, höher und höher, ewig transzendierend, die Wartende liebevoll umfangend und mit sich tragend.
Hier trifft sich das, was die bebend Wartende erfährt, mit der Erinnerung an das Große, Wahre. Die Zeit löst sich auf. Es gibt keine Fragen mehr.
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