Vom "Reden in Zungen"
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Ein Freund erzählte mir, dass er gelernt habe, in Zungen zu reden und das dann auch zu interpretieren, also in unsere Sprache zu übersetzen. Damit hatte er etwas angezettelt! Ich bin immer offen für neue Dinge - wenn das Sprechen in Zungen auch uralt ist, ist es doch für mich neu -, und ich gebe allen Dingen die Chance, mich zu überzeugen. Aber mit diesem Sprechen in Zungen hatte ich irgendwie meine Mühe. Ich fragte meinen Freund, was es damit auf sich habe, warum man das denn tun solle, denn Heilungen geschehen doch auch ohne dies. Ich löcherte ihn, was denn der Zweck sei... doch er antwortete nur immer, dass es total segensreich wäre und ich solle es einfach ausprobieren.
Ich wurde ein bisschen ungeduldig, weil er mir keine Erklärung gab, die meinen Verstand befriedigte, und fragte mehr oder weniger trotzig: „Warum soll ich das tun, wenn ich nicht mal weiß, wozu?" Aber er gab keine andere Antwort, nur dass ich es einfach probieren solle. Ich gab auf, es war einfach nichts aus ihm herauszubekommen... und sagte ihm, ich würde das jetzt mal beiseite lassen und mein Geschirr endlich abwaschen. Er meinte, das sei eine sehr gute Idee.
Es ist wirklich ganz gut, etwas ganz anderes, am besten etwas Mechanisches, zu machen, wenn man sich gedanklich irgendwo festgebissen hat. Als ich dann mit den Hunden draußen war, kamen mir unwillkürlich Silben in den Kopf... ich brabbelte sie vor mich hin... „uadeaschiradenga" (oder so) und nicht nur das, gleich darauf kam die Erklärung: „Die Göttin ist gegenwärtig." Ich staunte. War es das? Oder bildete ich mir nur etwas ein? Und was sollte ich jetzt damit anfangen? Als ich meinem Freund mailte, was mir „passiert" war, sagte er: Ja, das ist es. Aber wieder keine weitere Erklärung. Meine Frage nach dem Zweck war noch immer unbeantwortet.
Am nächsten Abend schaute ich wieder bei God TV das Healing Revival. Todd Bentley stand auf der Bühne und fing an, von den „Zeichen" zu sprechen, die „jedem, der glaubt" folgen... darunter eben nicht nur das Heilen, sondern auch das Reden in Zungen. Er hatte bisher nie vom Reden in Zungen gesprochen, jedenfalls nicht, wenn ich eingeschaltet hatte. Es war als hätte er meine Frage gehört und würde direkt darauf Antwort geben, ich war bass erstaunt. Er sagte: „Menschen, die in Zungen reden, werden gebraucht, weil damit geistige Räume frei werden, um Visionen zu empfangen!" Und er hatte Visionen gehabt, die sich an diesem Abend erfüllten. Das war die Antwort, und ich konnte sie verstehen. Sie machte einfach Sinn.
Und nun löste sich noch mehr... mir war klar, dass das Reden in Zungen dasselbe war, wie die Schwitzhütte bei den Indianern oder wie die „Journeys" der Schamanen oder die Tänze der Derwische oder wie das, was die russische Schamanin Anastasìa tut, wenn sie sich voll und ganz mit Mutter Erde verbindet und dann alle möglichen Visionen erhält und alles Wissen, das sie begehrt. Und sie alle können damit eine Verschiebung der Ebenen erreichen... schlecht ausgedrückt, ich weiß... aber Worte sind eben immer nur Symbole und nicht das Ding selbst... ein sehr komplizierter Weg, sich klar auszudrücken.
Ich war tief im Herzen berührt davon, wieder einmal zu erfahren, wie stark wir alle miteinander verbunden sind. Wenn wir Fragen stellen, müssen wir uns nicht darum kümmern und nicht festlegen, wer sie beantworten soll und wann wir die Antwort erhalten sollen... sie werden auf die eine oder andere Weise beantwortet, sicherlich immer zum rechten Zeitpunkt, und zwar dann, wenn wir Raum lassen und nicht selber uns permanent den Kopf darüber zermartern (wie ich es anfangs getan hatte, als mein Freund aber einfach keine Antwort gab). Ich war und bin sehr dankbar für diese Erfahrung, sie macht meinen Geist wieder ein Stück stärker - mein Vertrauen und meine Entschlossenheit -, meine Ideale niemals aufzugeben, egal was geschieht, sondern sie im Gegenteil noch wachsen zu lassen.
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