***Serenas Augenblicke***

25.06.2011 um 18:42 Uhr

Der Baum...

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Das Auto kam von der Straße ab und stieß mit einem Rumms gegen den Baum. Der Fahrer saß benommen da. Irgendwer kam herbeigelaufen. Etwas später kam die Ambulanz und brachte den Mann, der zum Glück nur leicht verletzt zu sein schien, ins Krankenhaus. Das Auto stand eine Weile alleine da und wurde dann von einem Abschleppwagen aufgeladen und in die Werkstatt gebracht. Wie es ihm genau ging, war ihm nicht anzusehen. Das Mädchen hatte alles beobachtet und nun, da alle weg waren, saß sie immer noch da. Sie blickte auf den Baum. Sie lief zu ihm und sah die Schramme, die er von dem Aufprall davongetragen hatte. Das Mädchen legte die Hände links und rechts von der Schramme auf seine Rinde und pustete dreimal kräftig darauf. Dann gab sie ihm noch einen Kuss und ging nach Hause.

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20.12.2010 um 13:40 Uhr

Die Frauen im Schloss...

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Beim Stöbern in meiner Geschichtenkiste habe ich diesen Traum wiedergefunden, in dem ich den Namen Amvita erhielt, den ich für meinen Foto- und Bilderblog verwende. Ich liebe diesen Traum, er ist mir heute noch so nah wie kurz nach dem Aufwachen damals, vor vielen Jahren.

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Ich lief den Schlossberg hinunter. Das Schloss lag originalgetreu wie in Wirklichkeit (in meinem Heimatort) da, und ich fühlte mich sehr wohl. Doch plötzlich tauchte vor mir wie auf einem unsichtbaren Schild der Begriff „Angina pectoris“ auf. Ich erschrak sehr. Ich wusste, dass das eine Krankheit war, die mich töten könnte. Ich hatte es geahnt, doch jetzt, wo ich den Begriff vor mir sah, stand die Gefahr ganz klar vor mir und ich war entsetzt. Es traf mich wie ein scharfer Schlag mit einem Schwert. Ich hatte Angst.

Ich ging die Straße wieder nach oben zum Eingang des Schlosses... Freundliche Menschen begegneten mir, die mir zulächelten. Ich trat durch das große Schlosstor. Dahinter war nicht, wie in physischer Realität ein großer Hof, sondern gleich ein großzügiger hoher Raum, dunkel zwar, aber nicht düster, überall mit einem diffusen Goldschein ausgestattet, von dem man nicht wusste, woher er kam. Es führten einige Stufen nach unten in den Raum, und gegenüber führten wiederum Stufen nach oben. Ich ging die Stufen hinab und auf der anderen Seite traten plötzlich mehrere ganz in weiß gekleidete Frauen aus einer Türe heraus und stiegen die Stufen auf ihrer Seite hinab. Wir trafen uns in der Mitte des Raumes. Ich freute mich tiefinnerlich, als ich die Frauen in ihren weißen, leuchtenden Gewändern sah. Um sie herum war ein heller Schein und sie strahlten unendliche Güte aus. Vertrauensvoll ging ich auf sie zu. Die Frau in der Mitte begrüßte mich wortlos, aber voller Liebe, und überreichte mir einen kleinen Zettel. Darauf stand ein Wort. Es lautete: AMVITA. Ich wusste genau, was das zu bedeuten hatte. Es war mein neuer Name! Ohne dass die Frauen das sagten, war es klar.

Ich war glücklich. Plötzlich stellte ich fest, dass das unsichtbare Schild mit dem Wort „Angina pectoris“, das die ganze Zeit noch in meiner Nähe geschwebt hatte, verschwunden war. Es hatte sich vollständig aufgelöst und war auf keiner Ebene mehr vorhanden. Die Angst und alle unwohlen Gefühle waren verschwunden. Ich verließ glücklich das Schloss mit dem sicheren Wissen, dass ich wieder hier hin kommen würde... irgendwann später. – Ich wachte ganz glücklich mit dem Namen Amvita im Sinn auf.

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25.09.2010 um 11:23 Uhr

Die letzten Seiten...

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Habe gestern im Bett die letzten paar Seiten von C. Schlingensiefs Buch gelesen. Ich hab fürchterlich heulen müssen, als das Gelesene vom Kopf in den restlichen Körper übergegangen ist. Ich habe festgestellt, dass es sowas wie Mitgefühl im Kopf gibt und welches im ganzen Körper. Das erstere ist leicht... da fühlt man zwar auch was, aber da ist immer noch ne klare Trennung da und man ist gefasst. Wenn es in den ganzen Körper geht, dann ist es egal, ob das ein Du oder ein Ich ist. Dann ist man einfach eins mit dem, was es eben ist. In dem Fall eben mit diesem Schmerz, gehen zu müssen, obwohl man doch so gerne noch bleiben wollte... den Schmerz, alles hinter sich lassen zu müssen. Da gibts dann keine Ratschläge mehr, keine helfenden Gedanken, nichts... da ist nur der Schmerz und sind die Tränen, mehr gibt es nicht. 

Ich habe einmal einen Ort verlassen, der nicht der Beste war, aber er war meiner. Die Vernunft sagte, ich müsste gehen, und wo ich hinging, waren die äußeren Bedingungen besser. Es war eindeutig richtig, zu gehen. Aber der neue Ort war eben nicht meiner. Ich hätte froh sein müssen, den alten, nicht so guten Ort, verlassen zu können, aber ich war unendlich traurig. Ich schaute mich um, und jede Unzulänglichkeit des Ortes - und deren gab es viele - ging mir zu Herzen, als ob sie schön gewesen wäre. Es war auch wie ein Tod, ein kleiner. Es gibt ja viele Tode im Leben, bevor der "große" kommt. Was ich sagen will... alles, was nicht so gut war, schien trotzdem wertvoll zu sein, in dem Moment, als ich gehen musste.

C.S. sagt ein paarmal in dem Buch, wie wundervoll diese Erde ist, wie einzigartig. Ach ja, ich hab grade die eine Stelle gefunden, ich zitiere ihn mal (aus "So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein!"):

"Und ich habe ja auch schon versucht, mir zu sagen, dass ich jetzt eben genug Geschenke bekommen habe. Trotzdem würde ich so gerne noch weiter herumfahren und gucken und sammeln. Auf der Erde kann man so viel machen, das ist doch ein sensationeller Ort. Man kann Frieden schließen, man kann die Natur achten, man kann Menschen lieben, man kann Menschen helfen, man kann einfach alles tun. Dass wir es nicht geregelt bekommen, dafür kann doch die Erde nichts. Da muss man sich doch trotzdem immer wieder sagen: Wir haben die Freiheiten, wir könnten alles so gestalten, dass es gut wird, wir könnten es wirklich. Und ich könnte es auch. ..."

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22.09.2010 um 19:27 Uhr

Das letzte Blatt am Baum...

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Ich erinnere mich - vielleicht wegen des Buches von C.S. - an einen Film, den ich vor langer Zeit mal gesehen habe. Er handelte von einem kleinen Mädchen, das krebskrank war und es war klar, dass sie es nicht schaffen würde. Sie lag in ihrem Zimmer und draußen im Hof stand ein Baum, den sie von ihrem Bett aus gut sehen konnte. Es war Herbst, und so langsam fielen die Blätter, der Baum wurde immer nackter. Das Mädchen hatte einen Freund, ein Mann - ich weiß nicht mehr, ob es ein Onkel war, oder ein Nachbar - der sie regelmäßig besuchte. Es gelang ihm immer sie aufzumuntern, und sie führten gute Gespräche... kann mich nur leider nicht mehr an viel vom Inhalt erinnern. Jedenfalls ging es dann darum, dass das Mädchen Angst davor hatte, dass auch noch das allerletzte Blatt vom Baum fallen würde... sie verknüpfte das mit ihrem eigenen Tod. Sie wünschte sich, dass es nicht auch noch fallen möge. An dem Tag als sie starb, war das Blatt immer noch da. Dann sah man, wie sich die Zweige im Wind bewegten, aber das Blatt nicht. Der Mann hatte genau so ein Blatt an die Mauer hinter dem Baum gemalt...

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07.09.2010 um 20:34 Uhr

Der Regisseur im Heim...

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Schön war's wieder im Heim heute. Felix scheint von mal zu mal lieber dort zu sein. Er liebt die Menschen da inzwischen, man sieht es ihm so sehr an... die drei jedenfalls, mit denen wir intensiven Kontakt haben. Am Anfang war es nur aufregend und lustig für ihn, glaube ich, aber jetzt ist da viel viel mehr. Eine Frau vom Sozialen Dienst, die dafür da ist, sich mit den Menschen zu beschäftigen, mit ihnen in den Rosengarten zu gehen, wo große Volieren mit Papageien sind oder mit ihnen zu singen und so... diese Frau hat die Fotografierfunktion ihres Handys jetzt für die Alten entdeckt... Sie hat ein Filmchen von den Papageien gemacht... und macht immer spontan Fotos von dem, was sie mit ihnen gemeinsam erlebt, und lässt dann das eine oder andere abziehen, wenn es den Alten gefällt. Sie haben große Freude daran. Sie kam also heute mit ihrem Handy herbeigeschneit und wollte ein Foto von Felix und Herrn L. machen. Doch dieser nahm ihr das Ding sofort aus der Hand und reichte es mir, und sagte, ich solle ein Foto von IHR und Felix machen..."Ja, aber warum denn von mir??" fragte sie, aber er lachte nur und wiederholte es und fuchtelte mit dem Handy herum. Also machte ich zwei Fotos von den beiden... Felix guckte so wunderschön in die Kamera, und sie auch, es war perfekt, sehr süß. Und dann sagte Herr L., sie solle eins der beiden Fotos ihren Kollegen von der Heimzeitung geben, und die sollen es in der Heimzeitung abdrucken. Hihi. Er weiß genau was er will und er liebt es, Regie zu führen und irgend etwas zwischen Leuten in Gang zu setzen... Sowas hat er schon öfters gemacht. Sie sagte, sie traut sich das nicht, das Foto zur Heimzeitung zu geben, ein Foto, auf dem SIE selbst ist, und nicht jemand von den alten Leuten. Ich sagte: "Sagen Sie denen halt einfach wie es ist, dass Herr L. das gerne möchte." Mal sehen ob sie's macht. ...

06.09.2010 um 22:22 Uhr

Magisch... Teil 2

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Ich näherte mich dieser wunderschönen Szenerie, in der mein Hund sich bereits sehr wohl fühlte und sah, woher der Duft rührte, den ich wahrgenommen hatte. In den Schüsseln befanden sich die verschiedensten in Öl und Kräutern eingelegten Gemüsesorten und nun war der Duft sehr intensiv und wundervoll. Auf einer Porzellanplatte lagen die feinsten Sorten von Rohmilchkäse... Gläser für Wein und Wasser standen da... und auf einem Holzbrett lagen mehrere Stangen von frischem Weißbrot, eines davon angeschnitten. Die Menschen strömten eine so freundschaftliche Atmosphäre aus, dass ich mich sofort willkommen und wohl fühlte. Ein junges Mädchen reichte mir einen Teller. "Nimm dir einfach, was du möchtest. Soll ich dir Wasser von der Quelle bringen oder möchtest du lieber Wein?" "Sehr gerne hätte ich von dem Quellwasser." Sie nickte lächelnd, nahm ein Glas und kaum dass sie bei der Quelle war war sie auch schon wieder zurück und reichte mir das frische Wasser. Alles war so eigenartig. Diese Menschen waren so anders. Die Quelle kannte ich nicht, sie konnte da eigentlich gar nicht sein, wo sie war. Ich lachte über diesen Gedanken, denn ich sah sie ja. Ein Mann näherte sich mir und fragte: "Soll ich dir deine Fragen beantworten?" Es wunderte mich nicht, dass er, wie sich herausstellte, meine Fragen nicht nur erahnt hatte, sondern alles wusste, was in mir vorging, jede Einzelheit. "Was du hier siehst ist genauso real wie alles andere, was du kennst. Es ist gerade jetzt deine Wahl, obwohl du nichts davon weißt, irgendetwas gewählt zu haben. Du warst auf dies hier eingestellt. Du hast in dir selbst diesen Ort gefunden und deshalb bist du nun hier." Er lächelte, nachdem er mir nur ins Gesicht gesehen und die nächste Frage schon gesehen hatte. "Wer wir sind? Wir sind Menschen, die denselben Weg gegangen sind wie du jetzt. Wir sind genau wie du, du genau wie wir. Deinen Hund kennen wir schon länger, so wie auch viele andere Hunde von Menschen, die hier vorüberkommen. Sie sehen uns nicht, doch die Hunde sind immer offen. Sie haben ein so offenes Herz, weißt du..." Er lächelte warm und ich spürte die große Liebe speziell für die Hunde, die da aus ihm strömte. Während er erzählte, saß mein Hund bei ihm und drückte sich an seine Beine. "Hast du die Vögel bemerkt?" Er deutete zu einigen Jungs und Mädchen, die weiter hinten im Wald standen und die Vögel fütterten. Die sonst so scheuen Sperlinge, Meisen und Tauben, und sogar einige Elstern, saßen auf ihren Schultern und Armen und um sie herum am Boden und ließen sich mit frischem Brot verwöhnen. "Ja, wie im Märchen ist es hier", sagte der Mann und fing an, mit meinem Hund zu spielen.

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06.09.2010 um 20:01 Uhr

Magisch... Teil 1

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Ich hörte ein angenehmes Gemurmel, dazwischen hin und wieder ein Lachen... Normalerweise hätte es mich abgehalten in diese Richtung weiterzugehen, denn ich wollte im Wald alleine sein... Doch etwas war hier ganz anders. Die Geräusche, die sich so harmonisch in die des Waldes einfügten und der Duft, der mir plötzlich in die Nase stieg, waren so heimelig, so frisch und so anziehend, dass ich automatisch weiterlief. Da war ein Duft von feinen Speisen... ich wusste nicht genau welche, doch sie verströmten den frischen, würzigen Geruch von Kräutern. Und wenn ich mich nicht irrte, roch es auch nach Wein. Ich ging weiter, und als mein Hund nach einigen Biegungen des Weges wedelnd auf die Menschen zuging, die da plötzlich vor uns auftauchten, sah ich einen langen Tisch, auf dessen weißer Tischdecke viele kleine und größere Schüsseln standen. Dazwischen Karaffen mit rotem Wein. Alles das nahm sich mitten im Wald einigermaßen seltsam aus, und doch passte es. Es sah so aus, als gehörte es da hin und wäre immer schon da gewesen. Aus einer mir bis dahin völlig unbekannten Quelle - obwohl ich die Gegend doch gut kannte und wusste, dass da keine Quelle war - plätscherte frisches Wasser, von dem sich jemand ein Glas füllte. Die Menschen nahmen meinen Hund herzlich in Empfang, und lächelten mir freundlich entgegen....

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06.09.2010 um 11:49 Uhr

Michael...

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Ich weiß nicht genau, warum mich gerade dieses Bild an meinen Cousin erinnert. Das Schiff heißt wie er. Und da ist dieses starke Tau. Ich weiß nicht, ich bringe das nicht zusammen. Aber muss ja nicht. Er war so schön, wirklich schön... hatte so ein schönes Gesicht, so schöne Augen, mit langen Wimpern... und seine Seele war so zart. Das Leben fand er zu hart... es war so grob wie das Tau... viel zu grob für ihn... Seine Familie war zu grob. Als seine Mutter starb und er nur noch mit seinem Vater und seinen Brüdern zusammen war, war das wie wenn ein Häschen zwischen Wölfe oder Löwen gesetzt wird. Er wurde krank und kränker, wurde süchtig, ging nicht mehr unter Menschen... und so verließ er diese Welt wieder... und ließ etwas Zartes zurück...

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01.09.2010 um 22:20 Uhr

Tiefe Liebe...

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Heute morgen habe ich zum ersten Mal eine ganz tiefe, persönliche, intime Liebe für ihn gespürt... etwas das weit über alle Arten von Beziehungen hinausgeht. Eine Seelenliebe zu Samarpan. Vielleicht konnte ich zum ersten Mal seine tiefe Liebe erwidern. Das ist wunderschön. Es hat sich was verändert... Überhaupt verändert sich grade vieles. Auch beim Wassermann...

...der ist grade dabei, Frieden mit seiner Familie zu machen... mit diesen Leuten, die ihn so missachtet haben... ihn als Prügelknaben benutzten. Wir gingen in den Weinbergen, des nachts, und er erzählte mir seine Gefühle, und ich spürte die alte Wut von ihm, die er nun überwunden hat, in MIR. Es war ein Spiel, wie Ping-Pong. Er sagte was über seine Transformation zum Frieden, und ich schleuderte die alten Wut-Pfeile ab. Ich fühlte mich dabei in dieser Funktion wie eine Schauspielerin. Und währenddessen spürte ich vor allem...

...den kleinen Jungen, der er damals war, ganz allein, auf verlorenem Posten.

Das Spiel half ihm. Ich zeigte ihm noch einmal seine Wut, die er lange gehegt hatte, durch meine Reaktion. Aber nicht, dass ich das absichtlich gespielt hätte... für mich waren die Gefühle real da. Und er konnte darauf den Frieden setzen. Um Vergebung ging es nicht. Auch nicht, plötzlich zu sagen, sein Bruder sein ein netter Zeitgenosse... was er einfach nicht ist. Er ist ein Arsch und bleibt eins. Aber er löst sich einfach davon. Er ist großartig! 

Ja, da ist enorme Liebe, die unglaublich kraftvoll ist. In viele Richtungen und an jedem Ort. Nicht immer ist sie süß oder gar rosarot... sie umfasst auch alles Spitzige, alles Wütende, alles Harte, alles Alte, alles Tote, alles alles alles... unglaublich, dieser Fluss...

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01.09.2010 um 20:24 Uhr

Er wollte der Wind werden...

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Gerade höre ich die tapes mit der C&E-Music und Ramthas Führung durch die Meditation. R. hat mir die tapes besorgt, natürlich. Eine davon "endless"... :) Es war stark... die Musik, Ramthas Stimme... die Aufgabe... die Ermutigung, einfach über die allgemein akzeptierten Grenzen hinauszugehen... "ihr könnt alles erschaffen, was ihr wollt"... "ihr seid mehr als nur der Körper"... "konzentriert euch auf das, was ihr erschaffen wollt"... "jetzt lasst euren Körper zu Wasser werden, so dass er umsetzen kann, was ihr in eurem Geist erschaffen habt"... "ja, schön"... 

Wir verneigten uns voreinander und ließen uns immer wieder da hindurchführen. Wir waren in Berlin bei Ramtha-Leuten und sahen einen Film über das, was die Ramtha-Schüler umgesetzt hatten... welche Fähigkeiten sie erworben hatten.... was sie auf dem Gelände in Washington da trieben. Es war eine tolle Zeit. Nein, das, was wir da zum Thema machten, was wir an Realität in unserem Leben erschaffen wollten, trat nicht ein. Aber das war eigentlich egal. Einfach all das zu erleben, zu teilen, war cool. Es trug auf jeden Fall zu ziemlich guter Laune bei. Was haben wir gelacht... Wir lagen am Boden, außer Atem, mit roten Gesichtern...  Und irgendwie pflanzte es in uns ein Bewusstsein von Freisein ein... unabhängig von körperlichen und sonstigen Grenzen. Mag es widersprüchlich sein, aber so war es. 

Mit der Musik kommt dieses Gefühl wieder... eine Ahnung, wie groß der Geist ist. Und wie Ramtha sich wünschte, Leben für Leben lang, der Wind zu sein... wie er wie ein lächerlicher Depp auf dem Berg stand und der Wind, zu dem er werden wollte, ihm wie zum Spott den Umhang über den Kopf blies, so dass er nichts mehr sah - ziemlich uncool... :)... Doch er wollte nichts anderes. Und eines Tages war er wirklich der Wind. Manchmal, wenn ich eine Blume oder ein Insekt auf einem Grashalm fotografieren will und eine Böe nach der anderen kommt, schimpfe ich mit ihm: "Ramtha, halt jetzt mal kurz still, Mann!"... Und ich beobachte genau wie er sich bewegt. Zwischen der Bewegung ist sehr oft, wirklich sehr oft, für einen winzigen Moment ABSOLUTE STILLE... Diese Momente sind reinstes Gold... in diese Momente kann man komplett hineinfallen und darin Gott finden. ...

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29.08.2010 um 13:12 Uhr

Rosarote Sätze...

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Alles was ich von meinem Traum heute morgen noch weiß ist, dass da Sätze waren, die rosarot waren. Ich wunderte mich und überlegte, was das zu bedeuten habe. Und dann sagte irgendjemand, das habe nichts zu bedeuten, das sei eben einfach so.

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28.08.2010 um 10:58 Uhr

Ein Ohr für Schmetterlinge...

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"Erlöst von solcherlei Radau, in der wiedereingetretenen Stille, kann ich die Schmetterlinge hören, die in meinem Kopf umherfliegen. Dazu ist viel Aufmerksamkeit und sogar Sammlung nötig, denn ihre Flügelschläge sind fast unhörbar. Etwas lautes Atmen genügt, um sie zu übertönen. Es ist übrigens erstaunlich, mein Hörvermögen bessert sich nicht, und doch höre ich sie immer deutlicher. Ich muss ein Ohr für Schmetterlinge haben."

("Schmetterling und Taucherglocke", Jean-Dominique Bauby)

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25.08.2010 um 20:06 Uhr

Strahlendes Stück Literatur...

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"Ein strahlendes Stück Literatur, von dem die Kraft der Erschütterung ausgeht. Der Film gehört zum Schönsten, was das Kino bewerkstelligen kann." - Süddeutsche Zeitung

 

...steht hinten auf dem Buch "Schmetterling und Taucherglocke" von Jean-Dominique Bauby. Ich habe es mir neu bestellt, will es unbedingt nochmal lesen, und heute kam es schon an. Amazon ist wirklich schnell. Es stimmt, dass der Film einfach genial und wunderschön gemacht ist... von einem einfühlsamen Regisseur und wundervollen Schauspielern. Und das Buch... ich kann mich nicht mehr erinnern, wie es genau war, weiß aber wie tief ich beeindruckt war. Muss es wohl mal verliehen und nicht mehr zurückbekommen haben. Es sah damals anders aus, es war eine Sonnenblume vorne drauf. Von dem Film war noch nicht die Rede... der war wohl erst im Entstehen. Ich freu mich drauf... Und hier soll doch noch eine Sonnenblume für den Autor sein:

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24.08.2010 um 13:26 Uhr

Zeig mal deine Wunde...

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"Zeig mal deine Wunde. Wer seine Wunde zeigt, wird geheilt. Wer sie verbirgt, wird nicht geheilt."

(aus dem Stück "Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir" von Christoph Schlingensief)

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24.08.2010 um 10:59 Uhr

Das mit den Tieren, wenn sie alt sind...

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Letzte Woche am Freitag ist die Katze eines Freundes gestorben. Das heißt, sie wurde eingeschläfert, nachdem noch ein CT gemacht wurde, das zeigte, dass ihre ganze Wirbelsäule verkrebst war. Sie war 15 Jahre alt und war plötzlich halbseitig lahm, konnte so gut wie nicht mehr laufen. Es wurden alle möglichen Untersuchungen gemacht und dann eben noch das CT, obwohl schon so wenig Aussichten auf Besserung waren. Immerhin war sie 15. Es geht mir ganz nahe. Auch dass sie all das gemacht haben, obwohl es nicht mein Weg gewesen wäre. Zuerst mäkelte ich daran herum, auch mit dem Wassermann zusammen. Sie war doch 15. Sollte man dann so etwas nicht einfach als Zeichen nehmen, dass das Tier bereit ist zu sterben? Wie lange soll man das Leben in diesem Alter verlängern und mit welchem Aufwand? Wir dachten beide an Tim. Wir haben ihn begleitet bis er von sich aus gestorben ist, und ich kann mir kein schöneres Erlebnis am Ende des Lebens des Tieres vorstellen. Er hat uns soviel gezeigt bis dahin. Er hat so gestrahlt. Er war so ruhig, so wissend, so wunderschön. Und dann als er zu mir kam, um zu sterben... Es war etwas sehr Wunderbares. ... Aber dann war ich still in Bezug auf die Katze und den Freund und seine Frau. Man kann nicht sagen, was richtig und was falsch ist. Sie haben ihre Katze genauso geliebt wie wir Tim und haben das gemacht, was für sie in dem Moment richtig war... obwohl sie wussten oder ahnten, dass das nichts mehr wird. Und ich dachte mir, das Leben macht was es will. Von uns kann keiner sagen, wie er an des anderen Stelle handeln würde. Ich kann nicht sagen, ich werde es immer so machen wie bei Tim, ich werde niemals ein Tier einschläfern lassen. Bisher habe ich es nie getan, aber wenn das Leben so spielt, dann tut es das. Alles ist immer offen. Es gibt keine Routinen, es sei denn man hört auf zu leben bevor man gestorben ist.

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23.08.2010 um 11:04 Uhr

Für dich...

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23.08.2010 um 10:31 Uhr

Wir brechen das Gespräch ab...

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"Ich kann mit dem Märchenpark im Moment gar nicht mehr umgehen, also mir das vorstellen, in den Himmel zu kommen und da sitzt dann Gott. Und der fragt dann: Hast du wieder getrunken? Und wieder schweinische Gedanken gehabt? Wenn der so anfängt, da sage ich: Wir brechen das Gespräch ab. Also ganz einfach." Der Mut und der Humor, mit dem er seinem Tod begegnete, waren womöglich Christoph Schlingensiefs größte Lebensleistung. Der Himmel jedenfalls kann sich auf einen unbequemen Neuzugang gefasst machen.

(Christoph Schlingensief, gestorben im Alter von 49 Jahren an Lungenkrebs - Nachruf in ttt gestern)

"Ich vermisse euch schon jetzt"

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21.08.2010 um 20:10 Uhr

Sein Gesicht...

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Kürzlich erst, letzte Woche, habe ich die drei Youtube-Videos angeschaut, auf denen das Interview mit Christoph Schlingensief bei Beckmann zu sehen und zu hören ist... in dem er sehr offen über seine Krankheit spricht und über das, was es für ihn bedeutet. Das war vor etwa zwei Jahren glaube ich. Heute ist er daran gestorben... gerade kam die Meldung. Ich weiß nicht viel zu sagen, nur dass er mich sehr berührt hat.... und mir sein Gesicht so sehr gefallen hat, als er schon krank war... Es war als ob in seinem Gesicht das Schönste zum Vorschein gekommen war, das in ihm war... Ja, er war schöner als je zuvor.

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20.08.2010 um 10:25 Uhr

Intim...

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Der Vorhang bewegt sich leicht im Wind.

Er ist blau und durchscheinend. Manche 

Sonnenstrahlen verfangen sich in ihm und werden 

von den Kunststofffäden woanders hin gelenkt.

Wind und Sonnenstrahlen kreieren ein eigenartiges

sich bewegendes und ständig wechselndes Muster

in den blauen Stoff...

"Psychedelisch" kommt mir dazu in den Sinn obwohl

ich das Wort ncht genau kenne.

Das Ich erzählt das jetzt... es war dabei und hat es sich gemerkt.

Doch in dem Moment war es unsichtbar und still im Hintergrund.

In dem Moment war da das Leben, das mit sich selbst intim war.

Zutiefst intim, so dass das ich sich gar nicht traute sich zu rühren.

Irgendwie von Ehrfurcht gepackt.

Das ist die Hochzeit des Lebens mit sich selbst.

Die tiefste Einheit von etwas, was geteilt scheint und doch eins ist.

 

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16.08.2010 um 21:20 Uhr

Sie war Liebe...

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Jean-Dom hatte seine Frau und seine drei Kinder wegen einer anderen Frau verlassen. Er hatte weiterhin Kontakt zu ihnen, besuchte die Kinder regelmäßig. Sein über 90jähriger Vater, mit dem Jean-Dom wundervoll zart und liebevoll umging, rügte ihn... Er selber habe auch Geliebte gehabt. Aber für eine Geliebte verlässt man doch nicht seine Ehefrau! Dann traf Jean-Dom der Schlag... auf einer Autofahrt mit seinem Sohn. Er hielt rechtzeitig an. Der Sohn holte Hilfe. Er lag im Koma. Und "erwachte" ins "Locked-in-Syndrom". Eingeschlossen im Körper. Seine Frau besuchte ihn wöchentlich mit den Kindern. Eines Tages, als sie bei ihm war, rief die Geliebte an. Die Ehefrau nahm den Anruf an... es fiel ihr so schwer, aber sie akzeptierte es... verließ sogar den Raum für einige Minuten, als Jean-Dom sie blinzelnd darum bat. Kam zurück und dolmetschte Jean-Doms Antwort an seine Geliebte. Sie war einfach nur Liebe. ...

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