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Habe gestern im Bett die letzten paar Seiten von C. Schlingensiefs Buch gelesen. Ich hab fürchterlich heulen müssen, als das Gelesene vom Kopf in den restlichen Körper übergegangen ist. Ich habe festgestellt, dass es sowas wie Mitgefühl im Kopf gibt und welches im ganzen Körper. Das erstere ist leicht... da fühlt man zwar auch was, aber da ist immer noch ne klare Trennung da und man ist gefasst. Wenn es in den ganzen Körper geht, dann ist es egal, ob das ein Du oder ein Ich ist. Dann ist man einfach eins mit dem, was es eben ist. In dem Fall eben mit diesem Schmerz, gehen zu müssen, obwohl man doch so gerne noch bleiben wollte... den Schmerz, alles hinter sich lassen zu müssen. Da gibts dann keine Ratschläge mehr, keine helfenden Gedanken, nichts... da ist nur der Schmerz und sind die Tränen, mehr gibt es nicht.
Ich habe einmal einen Ort verlassen, der nicht der Beste war, aber er war meiner. Die Vernunft sagte, ich müsste gehen, und wo ich hinging, waren die äußeren Bedingungen besser. Es war eindeutig richtig, zu gehen. Aber der neue Ort war eben nicht meiner. Ich hätte froh sein müssen, den alten, nicht so guten Ort, verlassen zu können, aber ich war unendlich traurig. Ich schaute mich um, und jede Unzulänglichkeit des Ortes - und deren gab es viele - ging mir zu Herzen, als ob sie schön gewesen wäre. Es war auch wie ein Tod, ein kleiner. Es gibt ja viele Tode im Leben, bevor der "große" kommt. Was ich sagen will... alles, was nicht so gut war, schien trotzdem wertvoll zu sein, in dem Moment, als ich gehen musste.
C.S. sagt ein paarmal in dem Buch, wie wundervoll diese Erde ist, wie einzigartig. Ach ja, ich hab grade die eine Stelle gefunden, ich zitiere ihn mal (aus "So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein!"):
"Und ich habe ja auch schon versucht, mir zu sagen, dass ich jetzt eben genug Geschenke bekommen habe. Trotzdem würde ich so gerne noch weiter herumfahren und gucken und sammeln. Auf der Erde kann man so viel machen, das ist doch ein sensationeller Ort. Man kann Frieden schließen, man kann die Natur achten, man kann Menschen lieben, man kann Menschen helfen, man kann einfach alles tun. Dass wir es nicht geregelt bekommen, dafür kann doch die Erde nichts. Da muss man sich doch trotzdem immer wieder sagen: Wir haben die Freiheiten, wir könnten alles so gestalten, dass es gut wird, wir könnten es wirklich. Und ich könnte es auch. ..."
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