***Serenas Augenblicke***

26.08.2009 um 00:51 Uhr

Ich küsse die Narben...

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Ich küsse mit heißen Lippen die alten Narben auf meinem Arm und weine... sehr... und spüre, das sind eine Menge alter Tränen, die ich früher nicht weinte. Ich bin so schnell darüber hinweg gegangen, um die Falschheit nicht zu spüren, die ich da aus Angst begangen hatte, und lebte plötzlich ein ganz anderes Leben, in dem es ihn nie gegeben zu haben schien. Und veleugnete diese Liebe, erzählte nicht einmal davon, wenn mich jemand fragte, welche früheren Beziehungen ich hatte. Als hätte er nie existiert. - Ich werde die Geschichte weiterschreiben. Von einer jungen Frau, die den Mut hat, dem Mann zu folgen, den sie über alles liebt...  

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25.08.2009 um 21:54 Uhr

Das Herz belogen und verraten...

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Ich sollte also nach sechs Monaten nachkommen. Seinen Cousin, der in Aachen wohnte, hatte er damit beauftragt, sich um alles zu kümmern, und mich wenn es soweit wäre auf dem Flug zu begleiten. Der Termin stand schon fest. Und kann man sich ausdenken, was in mir passierte, da man mich inzwischen ein bisschen kennt? Je näher der Termin rückte, desto größere Angst bekam ich. Angst vor einer eingebildeten Endgültigkeit, Angst vor Unfreiheit, vor dem eventuellen Nicht-mehr-Weggehen-Können, wenn ich einmal dort war, viele tausend Kilometer von Deutschland entfernt. Mehr oder weniger „zu Hilfe" kam mir ein vermeintlicher Freund von A. Der hatte nach A.s Abreise nichts besseres zu tun, als zu versuchen, mich für sich zu gewinnen. Auch ohne A.s Existenz hätte er nicht die geringste Chance gehabt. Aber darum ging es auch gar nicht. Es ging darum, mit welcher Information er mich von A. wegbringen wollten. „Du weißt schon, dass A. drüben schon eine Frau hat?" Nein, das hatte ich nicht gewusst, aber ich erwiderte nur: „Und?" und ließ ihn stehen. Mein erster Gedanke war: Wie widerlich, mir das jetzt zu sagen, wo A. weg ist. Ich ließ diese Information sacken. Warum hatte er es mir nicht gesagt? Das war das einzige, was mich wirklich daran störte. Die Tatsache selbst... war es nicht klar? Er war immerhin 28 Jahre alt. Aber genau diese Information benutzte ich als Schutzschild meiner Angst... machte dahinter einen Rückzieher, behauptete, unter diesen Umständen könnte ich unmöglich seine Frau sein und in sein Land reisen. Dass diese Reaktion für eine deutsche Frau normal ist, sprach natürlich für mich. Ich erfuhr von allen Seiten Verständnis. Nur ich selber verstand mich nicht. Ich selber wusste ganz genau, dass ich unaufrichtig war. Ich hatte diesen Mann gewählt, ich liebte ihn, und in meinem Herzen war diese Liebe bedingungslos. Daran konnte auch die Tatsache, dass er schon eine Frau hatte, nichts ändern. Ich hatte mich die ganze Zeit mit seiner Kultur beschäftigt, hatte seine Sprache gelernt, wusste mehr als er selbst über seine Religion... und hatte im Innersten auch alles akzeptiert, auch die Tatsache, dass Männer dort mehr als eine Frau haben dürfen. A.s Cousin redete mir ins Gewissen. Er übernahm die Stimme meines Herzens... aber ich mauerte dagegen. Nein, nein, nein... er hätte es sagen müssen und ich habe kein Vertrauen mehr und Blablabla... GELOGEN, alles gelogen. Mich selber belogen, mein Herz belogen und verraten. -

Nach einigen Wochen erhielt ich einen vierseitigen Brief, die Seiten ganz klein beschrieben... von einem mir unbekannten deutschen Mann, der in A.s Heimat länger unterwegs war und ihn kennen gelernt hatte. Er entschuldigte sich erst tausendmal für diesen Brief und dass er sich einmische, aber er habe A. kennen gelernt und sie seien gute Freunde geworden... A. habe ihm von mir erzählt, vielleicht nicht alles, aber sehr sehr viel und er sei fasziniert gewesen von dieser Geschichte... und er sei traurig, wie sie nun zu Ende gehen sollte. Mit aller gebührender Zurückhaltung, schrieb er, wolle er mich bitten, meine Entscheidung noch einmal zu überdenken, denn die Liebe von A. zu mir sei derartig groß und tief, dass es ihn sehr beeindruckt und sein Herz berührt hätte. Die äußeren Umstände hier - also dort - seien viel besser, als jemand aus Deutschland sich das vorstellen würde... auch für eine Frau. Ich bräuchte keine Angst zu haben, ich sei nicht nur von A. sondern von seiner ganzen Familie von Herzen nicht nur willkommen sondern freundlich erwartet. - Ich weinte sehr. Aber trotzdem blieb ich hier. Gibt es Fehler im Leben? Oder hat wirklich alles seinen Sinn? Wenn nicht, dann war es ein Fehler, und ich wünschte manchmal sehr, ich hätte ihn nicht begangen und wäre meinem Herzen gefolgt. Niemals hörte ich auf ihn zu lieben.

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25.08.2009 um 18:23 Uhr

Sein Name auf meinem Arm...

Er musste gehen. Er war ein politischer Flüchtling gewesen und obwohl Gefahr für ihn bestand in seiner Heimat wegen seiner Einstellung zur Regierung und seiner früheren Aktionen wurde diese Gefahr als nicht hoch genug eingestuft, dass er bleiben konnte. Er sagte mir, dass er gehen musste, in einigen Wochen, nannte den Termin. Ich war geschockt, ich fühlte, wie mir der Boden unter den Füßen weggezogen wurde, mir wurde schwindelig. Er sagte, er wünschte sich, dass ich mitkomme, ob ich das wollte? JA! Aber ich war noch keine 18 Jahre alt. Ein Einverständnis der Eltern undenkbar. Also musste ich warten. Sechs Monate lang. Ich dachte, ich könnte das nicht überleben. Es waren noch einige Wochen und ich schob es erst weg von mir. Doch als es nur noch Tage waren und er seine Sachen packte, glaubte ich, mein Herz würde mir herausgerissen. Ich spürte eine wahnsinnige Spannung in mir, die Entladung brauchte. Im Nachhinein besehen war es wohl so, dass ich den psychischen Schmerz nicht aushalten konnte und stattdessen lieber physische Schmerzen haben wollte. Ich schloss mich im Bad ein, nahm eine Rasierklinge und fing an, heulend, unter Tränen, seinen Namen in meinen Unterarm zu ritzen. Er klopfte, er rief, er bat, er befahl, er schrie laut, die Tür zu öffnen, doch ich hörte gar nichts. Als er irgendwie die Tür aufbrachte, saß ich mit meinem blutigen Unterarm, tränenüberströmt da und war gerade beim letzten Buchstaben angekommen. Er nahm mich in den Arm, er wusch mit Wasser den Arm ab, er verband ihn mir, er streichelte mich, er fragte leise: "Warum hast du das gemacht?" Ich sagte schluchzend: "Das weißt du doch." Er drückte mich fest. Im Nachhinein frage ich mich: Konnte ich die Bindung zu ihm so sehr wollen, weil ich wusste, dass sie (vorerst) nicht möglich war? Damals durchschaute ich mich nicht, das tue ich jetzt erst so langsam. Was bis heute sichtbar blieb, sind die Narben auf meinem rechten Unterarm... drei Buchstaben der fünf seines Namens kann man noch entziffern... und manchmal freue ich mich darüber... Ich kann alles - ALLES - noch nachfühlen. Ich sollte nachkommen, in sein Land, nach meinem 18. Geburtstag... doch es kam anders.

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22.08.2009 um 22:53 Uhr

Bedingungslos...

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Er bat mich mit ihm zu fahren, mit dem Zug... in eine Stadt, etwa 40 km entfernt. Dort wohnte er. Es war später Nachmittag, fast schon Abend. Ich wurde zuhause erwartet. Ich hatte nichts bei mir, gar nichts außer eine Umhängetasche mit ein bisschen gewöhnlichem Kram eben, ich war ja nur im Kino gewesen. Wenn ich jetzt mit ihm fahren würde, käme ich nicht mehr zurück, das wusste ich. Nicht heute Nacht und auch nicht morgen Nacht... und wer weiß wie lange nicht mehr. "Wenn ich jetzt mit ihm fahren WÜRDE" ?? Aber es gab gar kein "würde". Ich stieg mit ihm in den Zug, es gab gar keine andere Möglichkeit für mich und ich hatte keinen anderen Wunsch... und ich blieb fast ein Jahr lang... bis uns höhere Gewalt trennte.

Zum ersten Mal in meinem Leben fühlte ich, dass ich am richtigen Ort war und dass mein Leben "richtig" verlief. A. gab mir ein Gefühl von Sicherheit, das ich nie zuvor erlebt hatte. Da er aus einem anderen Kulturkreis kam hatte er ein spezielles Bild von Frauen und ihrer Stellung Männern gegenüber. Ich kann gar nicht sagen, dass er Erwartungen an mich hatte bzw. äußerte... es ergab sich einfach alles von selbst, es war so normal. Wir verstanden uns blind. Wir fühlten uns ständig intensiv, egal ob wir beieinander waren oder nicht. Was ihm wichtig war, respektierte ich, und umgekehrt. Ich erlebte wie dieser Mann, der auf mich und alle eine sehr beeindruckende, starke Ausstrahlung hatte, mich verehrte und fast anbetete ohne dabei im mindestens schwach zu sein, im Gegenteil. Ich andererseits gab mich ihm völlig hin und folgte ihm in allem, machte mich eigentlich zum Gegenteil einer emanzipierten jungen Frau, d.h. dem westlichen Ideal davon... und fühlte mich gerade dadurch so stark wie niemals zuvor und auch wie lange später nicht mehr. Mit dieser Stärke holte ich meine Sachen von dem, was ich vorher "zuhause" genannt hatte. Ich sagte meinen Eltern, mit wem ich zusammen war und wo ich zu finden war, dass sie aber nicht versuchen sollten, mich zurückzuholen, es würde ihnen nicht gelingen. Ich war absolut entschieden, klar und kraftvoll bei jedem Wort, das ich sagte. Es blieb ihnen nichts übrig, als es zu akzeptieren.

Ich war GLÜCKLICH.

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22.08.2009 um 13:58 Uhr

Seine letzten Worte...

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Die Angeklagten hatten das letzte Wort. A. stand auf und sagte laut und deutlich: "Ich liebe diese Frau von ganzem Herzen." Und zu mir gewandt sagte er ganz ruhig: "Ich möchte dich heiraten." Ich hörte ein Raunen durch die Reihen des Gerichtssaals gehen, empörtes Gemurmel... obwohl ich nur auf den Boden vor mir sah konnte ich das Kopfschütteln geradezu hören und spüren. Aber noch mehr konnte ich seinen Blick spüren, der wie Feuer auf mir brannte. Ich sah nicht auf, aber ich wusste, dass er meinen Blick, der ihm galt, ebenfalls spürte. Die empörten Menschen um uns herum stellten sich die Frage, wie jemand, der einem anderen Menschen Gewalt angetan hatte, so etwas sagen könne, wie unverschämt das sei... als ob er sein Opfer noch verhöhnen wollte. Ich hörte viele ähnliche Kommentare. Über mich und ihn. Aber was wussten sie über mich und ihn? Nichts. Ich sagte nichts dazu. Ich wusste, dass er einfach die Wahrheit gesprochen hatte, ebenso wie ich. Ich hatte in aller Öffentlichkeit gesagt, dass er mich zwar in dieses Haus gebracht, jedoch nie angerührt hatte und selbst bedroht worden war, und dass ich ihn geliebt HATTE (das war unwahr, den ich liebte ihn immer noch). Mehr als einmal würde ich das nicht sagen. Sollten sie sich ihre Wahrheit selbst zurechtbasteln. Und seine Antwort waren diese letzten Worte gewesen.

Wir waren vom ersten Augenblick an, als wir uns sahen, verbunden gewesen... Und nichts konnte daran etwas ändern. Weder, was in dem Haus geschehen war, noch was hier im Gerichtssaal geschah, wo sich ehrenwerte Bürger als die erbärmlichsten Lügner entpuppten. Und wir blieben die folgenden eineinhalb Jahre ebenfalls verbunden, die er im Gefängnis verbrachte. Nicht, dass ich an ihn gedacht hätte... kaum je. Es war eine Verbundenheit, die derart selbstverständlich war, dass man nichts zu denken und nichts zu fantasieren brauchte. Und derart selbstverständlich, dass er mir nach etwas weniger als eineinhalb Jahren direkt aus dem Gefängnis in die Arme lief, als könnte es nicht anders sein, magnetisch. Ich wartete gerade auf den Bus. Da sah ich ihn schon von weitem auf mich zukommen. Einen Mann mit schwarzen Haaren. Mit einer schwarzen Hose, einem blauen Hemd. Der zielstrebig, eilig, als könnte er es kaum abwarten, auf mich zukam. Ich wusste, dass er es war. Ich wollte erst ausweichen. Aber da stand er schon vor mir, mit diesem brennenden Blick, und sagte: "Du bist..." und nannte meinen Vornamen. Ausrufezeichen. Ich sagte spontan und etwas hilflos: "Nein!" Ich wusste nicht, weshalb ich log, es rutschte mir wie ungewollt heraus und ich wunderte mich. Doch er schien dieses Nein gar nicht zu hören, sondern umarmte mich einfach, hielt mich fest an sich angedrückt. Was ich in seiner ebenso festen wie zärtlichen Umarmung spürte, was in mir alles vor sich ging, ist kaum zu beschreiben... Wir waren ZUSAMMEN... nachdem wir nie getrennt gewesen waren.

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22.08.2009 um 11:22 Uhr

Missbraucht, geschlagen und geliebt...

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Ich war sehr weit weg als Kind... in einer ganz anderen Welt. Doch ich spürte, dass ich darin nicht bleiben konnte. Wieder ist das treffende Beispiel der weiße Gürtel des Anfängers in den Kampfkünsten... und der ebenso weiße Gürtel des Meisters. Beide sind sie weiß, doch es liegt ein Ozean der Erfahrung und der Hingabe dazwischen. Und der weiße Gürtel des Meisters, der ursprünglich schwarz war und vom vielen auf- und zubinden weiß geworden ist, war durchdrängt damit, während der des Anfängers wie unberührter Schnee war... sehr schön anzuschauen, glitzernd, aber ohne Leidenschaft, ohne Wissen, ohne Erfahrung.

Es zog mich also doch immer wieder hinaus aus meiner sicheren Welt, aus der ich kam. Ich wurde konfrontiert mit meiner Umgebung und stellte fest, wie wenig diese sich um mich scherte. In meiner Welt hätte mir das egal sein können... aber nicht in dieser, in die ich nun einmal gehen musste. Ich spürte mich nicht, weil ich kaum wahrgenommen wurde. Ich war ehr wie ein Gegenstand in dieser Familie als ein lebendiges Wesen. Sie sprachen mich nicht an, forderten nichts von mir, wollten nichts als dass ich eben dieser Gegenstand sei. Schläge wären besser gewesen als das. Harte Schläge. Ab und zu zitterten die Wände, so laut wurde gebrüllt in diesem Haus. Doch nicht einmal damit war ich gemeint.

Dann, nach 15 Jahren, überschritt ich die Schwelle zu jenem Haus und wusste genau, was darin geschehen würde. Meine innere Stimme sagte es mir. Und dies wissend überschritt ich sie. Und es ist verlogen, wenn ich früher manchmal sagte: "Hätte ich doch bloß auf meine innere Stimme gehört und wäre nicht hineingegangen." Denn sie hatte ja gar nicht gesagt: "Geh nicht hinein." Sie hatte mir lediglich gesagt, was darin geschehen würde! Ich wollte hinein. Ich ging hinein. Und es geschah, was dort eben geschehen musste. Ich wurde geschlagen und missbraucht. Ich wurde beachtet. Ich wurde geliebt. Es war wie eine Initiation. Wie ein erstes, zaghaftes Ankommen in dieser Welt. Ich konnte es akzeptieren. Ich verstand es intuitiv. Wirklich angekommen war ich aber noch lange nicht.

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21.08.2009 um 23:32 Uhr

Den Atem geraubt...

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Traum oder Wirklichkeit, ich kann es nicht benennen. Für den Traum klingt es normal und nicht der Rede wert. Für die Wirklichkeit klingt es völlig ausgespaced... völlig außerhalb der Normalität.


Ich spürte, wie jemand meinen Brustkorb eng umfasste und mir auf diese Weise fast den Atem nahm... ich konnte kaum normal atmen... Dann ließ er locker, ich atmetete durch... und gleich darauf wieder die Umklammerung. Ich war allein. Niemand war bei mir. Niemand mit einem physischen Körper berührte mich. Es fühlte sich unsagbar schwer an und gleichzeitig ... "schön"... ich weiß kein besseres Wort. Und ich wusste, dass es *Gott* war, der dies machte. Gott. Ich hatte deshalb vom ersten Moment an grenzenloses Vertrauen und wusste, dass dies nicht gefährlich war, sondern dass es etwas Gutes bewirkte. Was, wusste ich nicht. Aber ich war mir darüber absolut sicher. Ich wusste auch, dass dies drei Tage lang anhalten würde und dann vorbei sein würde. Und genauso war es. Nach den drei Tagen merkte ich plötzlich, dass die Umklammerung weg war, ich atmete tiefer als je zuvor und spürte, dass ich irgendwo in mir, tief in mir, eine Grenze überschritten hatte und in einen neuen, sehr großen Raum gelangt war. Hier stehe ich nun, in diesem Raum... und fühle mich ekstatisch. Auch wenn ich noch nicht wirklich weiß, wo ich mich befinde. Es bleibt spannend...

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18.08.2009 um 20:18 Uhr

Dienerin der Gopis...

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Als ich am heiligen Feuer im Tempel des Löwen eingeweiht wurde, erhielt ich den Namen Vrajasundari devi dasi. Das ist ein Name für die göttliche Dienerin der Gopis, der wunderschönen Kuhhirtenmädchen, die Krishna mit seinem Flötenspiel und seinem Tanz geradezu verrückt macht und an deren Spitze Radharani steht. Vrajasundari devi dasi würde die Gopis baden, ihnen beim Ankleiden der prächtigen Saris helfen, sie mit goldenem Schmuck am ganzen Körper schmücken, sie schminken und mit Henna ihre Hände, Wangen und Stirnen kunstvoll bemalen, damit diese dann Krishna treffen und mit ihm die transzendentale Liebe zu genießen. Eine "devi dasi" ist eine göttliche Dienerin, die ihre Erfüllung darin findet, dem Göttlichen in der Form zu dienen, die der Name ausdrückt, der davor steht. - Alle Gopis waren - nein, sind - vollkommen verrückt nach Krishna, es sind ihrer 16.000 in Vraja, dem Ort, wo er selber als Kind ein Kuhhirtenjunge ist, einer von ihnen. In der Stadt Dvaraka varsa hat Krishna 16.000 Ehefrauen... von denen jede glaubt, sie sei die einzige, während die Gopis voneinander wissen - und dennoch hat jede einzelne das Gefühl, als tanze er in den Vollmondnächten nur mit ihr alleine. Warum so viele Frauen und nur ein Mann? Weil die Weiblichkeit so vielfältig ist, so komplex, so tausendfach schön und verehrenswert, so viele Facetten hat... während Krishna nur der Punkt ist, auf den sie sich beziehen, so dass man sie in ihrer ganzen Schönheit, um diesen Punkt herum tanzend, bewundern kann. Die Gopis und Krishna sind der Ausdruck größten Angezogenseins und größter Hingabe, prickelnder Liebe und reizenden Spielen, in denen Krishna die Gopis ärgert, ihnen zum Beispiel die Kleider stiehlt, als sie im Fluss baden, und diese - gespielt und doch echt - aus Freude an diesem Spiel - wirklich sehr ärgerlich reagieren und ihn empört beschimpfen... nur um sich dann nach ihm zu verzehren, wenn er lächelnd so tut, als würde er sie verlassen... alles das ein Liebesspiel, das sie nur immer stärker an Krishna bindet. Krishnas Herz gehört seinen Ehefrauen und auch den Gopis, die Form der Liebe zu den einen und den anderen ist verschieden, hat einen jeweils anderen Geschmack, und doch ist es dieselbe Liebe. Prickelnd und wild die Liebe zu den Gopis, warm und verehrend die zu den Ehefrauen. Ohne all diese Frauen ist er, wie er selber sagt, nur ein Tropfen... mit ihnen der Ozean.

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18.08.2009 um 17:40 Uhr

Meri del... mein Herz...

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...ist hier und wird immer hier sein...

...in tiefster Hingabe und süßester Liebe...

...Dankbarkeit und Freude...

Herzensheimat

 

18.08.2009 um 14:22 Uhr

Jeder Alltag ist ein Festtag...

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Flash... sehr starkes Gefühl mit sinnlichen Eindrücken, weniger mit optischen. Ich spüre die Körper anderer Menschen ganz nahe... wir sitzen eng beieinander, auf Tuchfühlung, auf dem Boden und sehen gemeinsam einen Film im Fernsehen an. Es gibt nur diesen einen Fernseher in der Straße, und so versammeln sich hier alle... Ich rieche den angenehmen Geruch von mit Milch gekochtem Tee und gewürztem Reis... Ich rieche das Tilak auf meiner Nase und Stirn und auf den Gesichtern der anderen, das sie zur Kennzeichnung und auch einfach zur Kühlung vor der Hitze aufgetragen haben. Es riecht frisch und heilig, cremig, wohlig, so bekannt, so tief vertraut... Es weht ein würziger Geruch herein, durchmischt von Kuhdung... Alles fühlt sich heimelig an... geborgen... richtig...

Jeden Tag ist ein Festtag. Ein Alltag auch. Aber immer auch ein Festtag. Jeder Alltag ist ein Festtag. Das schönste Fest in dem Leben, das ich jetzt und hier bewusst erlebe, war für mich immer Weihnachten und darin die liebste Zeremonie die Christmette, wenn sie wirklich nachts stattfand und nicht früher. Als ich im Tempel jeden morgen um 4:15 Uhr zur ersten Zeremonie erschien war es ein ähnliches, aber noch feierlicheres und noch schöneres Gefühl, und das jeden Tag. Ich sagte zu Ana, die auch oft teilnahm, aber oft auch verschlief: "Das ist wie Weihnachten. Ich liebe es." Sie schüttelte den Kopf: "Jeden Tag um 3:45 Uhr aufstehen und sie sagt, das sei wie Weihnachten..." Sie zog mich öfter damit auf und ich sie mit ihrer Trägheit... und dann lachten wir beide über uns selbst.

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17.08.2009 um 02:20 Uhr

Engel wünschen sich mehr Arbeit!

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Angel Times

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Engel-Arbeitslosigkeit gesunken

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 Los Angeles (aps - angel press service) 

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Die galaxis-weite Engels-Vereinigung Anemas (Angel Employment Association) stellt zum Abschluss es galaktischen Millenniums folgendes fest: Die Arbeitslosigkeit der Engel ist galaxisweit gesunken, ist jedoch immer noch Anlass für einige Traurigkeit unter den Engeln. Besonders auf der Erde ist die Zunahme der Beschäftigung und damit die Senkung der Arbeitslosenzahlen immer noch sehr gering. Sie sank von 99,9 Prozent auf 98,2 Prozent. Es soll aber nicht verschwiegen werden, dass schon diese Steigerung der Beschäftigung bei den Engeln große Freude ausgelöst hat.

 

Amrita Heaven, die Sprecherin von Anemas, ist trotz der immer noch viel zu hohen Engels-Arbeitslosenzahl zuversichtlich, da es offensichtlich ist, dass immer mehr Menschen auf ihre Engel und deren Lage aufmerksam werden und ihnen die so sehr ersehnte Arbeit ermöglichen. Da es jedoch immer noch viele Menschen gibt, die sich der Situation der Engel wenig bewusst sind, erklärt Amrita Heaven speziell für die Erdenbewohner, worum es hier geht (siehe eigener Artikel unten).

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Botschaft an die Erdenbewohner:

 

Engel wünschen sich mehr Arbeit!

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Von Amrita Heaven 

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Liebe Erdenbürger! Vielen von Euch ist es vielleicht auch heute noch nicht bewusst, doch tatsächlich steht für jeden von Euch mindestens ein Engel zur Verfügung. Dieser eine Engel ist extra für einen bestimmten Erdenbürger zuständig und bekommt hin und wieder nach Bedarf noch Beistand von einigen Engels-Helfern. Da Ihr, liebe Erdenbürger, von Gott mit einem freien Willen ausgestattet wurdet, was auch alle Engel sehr begrüßen, verhält es sich so, dass Euer Engel Euch nur dann helfen darf, wenn Ihr ausdrücklich darum bittet.

 

Wir haben auf galaktischer Ebene einen großen Raum, in dem sich alle Engel aufhalten, und von dem aus sie Eure Aktivitäten auf der Erde beobachten können. Dort warten sie auf Eure Anfragen, Bitten und Aufträge. Doch leider wendet Ihr Euch nur sehr selten an Eure Engel, manche von Euch überhaupt nicht, weil Ihr entweder nicht glaubt, dass Ihr überhaupt einen Engel habt, oder weil Ihr denkt, Ihr würdet seine Hilfe gar nicht verdienen oder was Ihr Euch sonst noch ausdenken mögt.

 

Lasst Euch sagen: All diese Einflüsterungen sind unwahr! Eure Engel sind absolut real, äußerst kompetent und höchst zuverlässig und vor allem: Sie lieben Euch über alles! Sie springen vor Freude in die Luft, wenn Ihr Euch an sie wendet und stehen dann unmittelbar hinter Euch. Nichts, was Euch schwer fällt, müsst Ihr alleine tun, immer habt Ihr mindestens Euren persönlichen Engel zur Seite. Sobald Ihr einen Herzenswunsch habt und in Eurem Herzen wisst, dass Ihr dies unbedingt tun solltet, lasst Euch nicht von scheinbaren irdischen Hindernissen bremsen. Ruft Euren Engel und spürt die Kraft, die er Euch verleiht. Er wird Euch Flügel verleihen! Und das ist nicht übertrieben.

 

Liebe Erdenbürger, sorgt dafür, dass das neue galaktische Millennium zur Vollbeschäftigung für alle Engel führt!

 

Seid herzlich gegrüßt von allen Engeln der Galaxis,

vertreten durch Eure

Amrita Heaven.

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13.08.2009 um 01:56 Uhr

Gehorsam...

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Self warf mir, bevor er mit dem Zug wieder mal zurückfuhr, das Wort "Gehorsam" hin... aus dem heiteren Himmel. Wir hatten ganz andere Themen gehabt, dachte ich jedenfalls. Ja und??!! Nein, das sagte ich nicht. Er war viel zu freundlich, als dass ich so ein genervtes "Ja und?" (das innerlich allerdings da war - und sicher wusste er das) ins Gesicht gesagt hätte. Es wäre unpassend, so mit ihm zu sprechen. Er sagte: "Befasse Dich die nächsten Tage mit Gehorsam. Schau, was es bedeutet. Wenn Du es weißt, kannst Du mir ja darüber mailen." Er lächelte, drückte mich fest und stieg in den Zug. Ich war ganz verdattert, weil ich wieder mal nichts begriff. Und die Zeit, wo ich ihm wie einem Antwortautomaten Fragen stellen konnte war jetzt definitiv vorbei. Also, was sollte das jetzt wieder? Dauernd ging es mir mit ihm so, dass er mich unerwartet mit etwas überfiel. "Gehorsam" - ich dehnte und betonte das Wort innerlich ein bisschen abfällig (wie ungerecht!)... was sollte das schon bedeuten? Ich dachte nach und merkte, dass ich eigentlich nicht wirklich wusste, was es wirklich bedeutete... die Bedeutung DAHINTER... um die ging es. Die war es, die bei uns immer gefragt war. Und WOHINTER? Nicht mal die vordergründige Bedeutung war mir richtig klar. Sicher war, dass mir das Wort nicht so ganz geheuer und nicht sehr angenehm war.

Ich habe ihm über das Thema nichts gemailt, weil mir nichts Gescheites einfiel. Und er nahm das Thema dann erst ein paar Wochen später wieder auf. "Mit Gehorsam ist ganz einfach der Gehorsam, das Horchen auf die Seele gemeint. Das ist essentiell. Wenn Du nicht auf Deine Seele hörst, horchst, ihr gehorchst - und das ist der einzige GEHORSAM den es gibt! - dann bist Du verloren... dann verlierst Du Dich in der Welt. Denn wonach sollst Du Dich dann richten?! Du musst einsehen, dass Du ohne Deine Seele nichts bist und mit ihr alles." Es klang so leicht und einfach, so selbstverständlich. Als ob es schon übertrieben wäre, überhaupt darüber zu sprechen, so selbstverständlich fühlte es sich jetzt an. "Gehorsam, der sich auf andere Menschen richtet muss immer verbunden sein mit dem Gehorsam gegenüber der eigenen Seele, sonst geht es nicht", fügte er noch hinzu.

(Ich gebe hier zwar direkten Zitate, es sind jedoch Selfs Worte aus meiner Erinnerung. Wortwörtlich hatte ich sie nie aufgeschrieben... sonst wäre ich nur schreibend dagehockt... das auch noch... :)

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11.08.2009 um 13:43 Uhr

Wer Self ist... Teil 1

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Irgendwie scheint es so zu sein, dass viele Menschen mehr Gefallen daran haben, sich abhängig zu machen als unabhängig zu sein. Jemanden haben, der alles weiß und Antworten gibt und auf ihn die Verantwortung und das Denken abwälzen, ist doch ganz praktisch. Ich hatte Self in diesem Sinne quasi ausgenutzt, so sehe ich es heute. Vielleicht ist es zu hart ausgedrückt, denn ich war mir der Vorgänge ja gar nicht bewusst gewesen... das kam erst später.

Ich lernte Self in einem Forum kennen, wo man sich über spirituelle Dinge austauschte, und er stach aus allen sofort heraus. Was er sagte war tief, hatte mehr Substanz, war direkt, war ehrlich... er war kompromisslos in dem, was er ausdrückte, und er sagte einem Dinge auf den Kopf zu, die einfach hundertprozentig stimmten. Er sagte die Dinge frei heraus, mochten sie den anderen nun gefallen oder nicht. Er war nicht da, um zu gefallen. Vielen gefiel es nicht und sie empörten sich über ihn - meiner Meinung nach ohne viel zu verstehen von dem, was er sagte. Oder zu begreifen, besser gesagt. Ich selbst begriff auch nicht viel, aber ich spürte, dass da jemand war, der nicht spielte und sehr tief ging. Als er einmal sehr angegriffen wurde, schaltete ich mich ein und sagte ihm öffentlich genau das auch. Ich hatte gezögert, das zu schreiben, weil ich etwas Angst hatte, in näheren Kontakt mit ihm zu treten... eben weil er so war wie er war und weil ich lieber nicht auffallen und die Aufmerksamkeit - seine Aufmerksamkeit - auf mich ziehen wollte. Er bedankte sich freundlich für meine Zeilen, war dabei durchaus zurückhaltend, was mich erleichterte. Ich wollte ihn eigentlich lieber von ferne lesen und nicht direkt mit ihm Austausch haben... Ich spürte eine so starke Kraft in ihm, dass mir das zuviel war... dachte ich jedenfalls. Dass ich aber diese Zuspruchsmail, auch noch vor allen Leuten im Form, verfasste, strafte mich ja schon Lügen.

Kurz darauf erhielt ich eine private Mail von einer Frau, die eine enge Vertraute von Self war. Sie sagte, wie sehr sie sich über meine Mail im Forum gefreut habe, weil Self so oft missverstanden und attackiert würde. Es entwickelte sich ein intensiver Kontakt zwischen ihr und mir und mir war es sehr angenehm, durch sie mit Self Kontakt haben zu können... also indirekt, so war es ganz gut auszuhalten. Sie schrieb ihm, was ich ihr schrieb, das wusste ich, nicht nur meine direkten Fragen an ihn, sondern alles. Es wurde nie darüber gesprochen, aber es war klar. Ich wusste bei allem, was ich sagte, dass er es erfahren würde. Ich hätte sagen können: sag ihm dieses bitte nicht, und sie hätte es sicherlich respektiert, aber das tat ich nie. Da er so klar war und so integer, musste ich da nichts zurückhalten, und sehr oft machte es ja Sinn. Ich konnte alles sagen, alle Gedanken, alle Zweifel, keine Frage war zu dumm und nichts zu intim. Ich stellte viele Fragen, und er beantwortete alle. Ließ mich aber auch wissen, dass ich damit aufhören müsse, immer Fragen zu stellen. Derjenige, der die Antwort auf meine Fragen hätte, sei er nur indirekt, eigentlich fände ich sie direkt in mir. Ich schaute öfter nach, aber ich entdeckte in mir eben keine Antworten!... :-( Ich wollte weiterhin von ihm mit Antworten versorgt werden. Ich traute mir selber das nicht zu, und so war es ja auch viel einfacher für mich. 

Nach einigen Wochen des intensiven Kontakts zu seiner Vertrauten eröffnete sie mir, dass Self mich sehen wollte. Das erschreckte mich sehr und ich wusste nicht wirklich weshalb eigentlich. Zu starke Energie? Ja ja, sie war stark, aber deshalb kann man sich doch treffen? Jedenfalls scheute ich zurück und erfand eine Ausrede, womit ich das Treffen hinauszögerte. Ich hoffte, er würde nicht mehr davon anfangen. Aber er war darauf konzentriert und vergaß es nicht. Wieder schlug sie einen Termin vor... nicht ich sollte zu ihm kommen, wie zuvor ausgemacht, sondern er würde zu mir kommen... und zwar am nächsten Vormittag. Ich versuchte am Morgen noch zu sagen, dass ich ihn nicht empfangen könnten weil ich schlecht geschlafen hätte und es mir nicht gut ginge, doch sie sagte, er sei nun schon unterwegs und ich solle ihn doch bitte am Bahnhof abholen, beschrieb kurz seine Kleidung. Wenn es wirklich nicht ginge, würde er mit dem nächsten Zug wieder zurückfahren. Hm. Da war also nichts mehr zu ändern, ohne unhöflich zu sein und einfach wegzubleiben... was ich natürlich nicht tat.

Ich war fürchterlich aufgeregt und es nervte mich unheimlich, dass ich gar nicht wusste warum, ich fand das völlig überzogen. Dann sah ich ihn. Er lächelte mich an und ich merkte, wie liebevoll dieser Mensch war und dass all die Eigenschaften, die ich im Forum bei ihm festgestellt hatte, auch in der direkten Begegnung mit ihm deutlich spürbar waren. Er war sehr freundlich, aber er war nicht höflich in dem Sinne, dass er irgend jemandem nach dem Mund redete. Und nicht nur das, er sprach auch immer genau die Dinge an, die gerade wichtig waren, mit denen man Probleme hatte... brach Tabus oder kratzte sie zumindest an. Er stellte die Welt auf den Kopf... aber komischerweise fühlte es sich hinterher so an, als ob sie vorher auf dem Kopf gestanden hätte und er sie nur einfach wieder richtig rum rückte. Wenn er irgendein Thema ansprach spürte er es sofort, wenn in seinem Gegenüber ein Widerstand da war, eine Verleugnung oder etwas ähnliches. Er löste sehr viel indem er es einfach ansprach und es somit ganz klar und bewusst machte. Ich glaube ich habe nie zuvor soviel über mich selbst erfahren als mit seiner Hilfe. Die, wie er sagte, nur ein Anstoß sein sollte. Self sei in mir selbst.

Fortsetzung folgt.

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11.08.2009 um 12:04 Uhr

Keine Macht akzeptieren außer der eigenen...

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Aus einem Traum erwachend, an den ich mich nicht erinnere, aufgeschrieben:

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Um frei zu sein, musst Du Dich auch von Deinen Gedanken und Fantasien befreit haben. Da sollte nichts mehr sein, was Dich ablenkt oder gar gefangen nimmt... denn das ist es, was Dich in der Welt hält. Oder: Du hältst Dich dadurch in der Welt. Schau nach, was Du willst, sei ehrlich dabei. Liste es auf und schaue, was Dich noch aufregt. Wenn Du es festgestellt hast, kannst Du Dich befreien. Akzeptiere keine Macht über Dir außer Deiner eigenen. Gib sie niemals an jemand anderen oder etwas anderes ab. Bleibe Du selbst - oder werde es, das trifft es wohl besser. Halte Dich nicht mit Machtspielen auf. Gehe der Freiheit entgegen, denn sie gehört Dir!

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10.08.2009 um 13:06 Uhr

Tough... - die eigene Natur annehmen...

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Self lachte wieder mal dieses Lachen. "Mich wundert ein bisschen, wie freundlich du bist", sagte er. "Freundlich?" Ich sah ihn wie so oft ratlos an. "Die Energie, die ich bei Dir wahrnehme, ist unglaublich tough. Diejenigen, bei denen ich eine ähnliche Energie wahrnehme, sind meistens auch recht toughe Leute, nach außen hin." Aha. Ich wusste nicht so recht, was ich damit anfangen sollte. Aber das stimmte wiederum gar nicht, ich wusste es sehr wohl. Oft genug stellte ich selber fest, dass ich anstatt graderaus zu sein einfach freundlich war. Trotzdem nehmen die Menschen unterbewusst immer die Energie wahr, die jemand in sich trägt... ziemlich genau... und reagieren auf diese oftmals mehr als auf die äußere Form. Was Erstaunen und Irritation auslöst. Self schloss die Augen und ich merkte, dass er wieder irgendwelche Informationen auffing, wie das fast immer automatisch war, wenn er die Augen schloss. "Es ist wohl so, dass Du die Leute mit diesen Energien auch wirklich konfrontierst und sie damit auf Dinge aufmerksam machst, die ihnen vielleicht nicht so angenehm sind", sagte er schließlich. Mir war das eher unangenehm, was er da sagte. "Aber es geht doch sicher nicht darum, dass ich das Unangenehme direkt anspreche!" Ich erwartete ein Nein und dass sich dies alles nur rein innerlich abspielt, was mich definitiv erleichtert hätte. Er schloss die Augen wieder. Als er sie wieder öffnete, lächelte er und sagte etwas amüsiert: "Ich fürchte doch!" "Ach komm, nee!" stöhnte ich. Er lachte: "Doch!" Und fügte etwas ernsthafter hinzu: "Aber das muss ja nicht immer unangenehm sein. In jedem Fall wird es oft nützlich sein. Der Punkt ist, dass Du Dich nicht gegen das wehren solltest, was offensichtlich in Dir ist!" - Er sagte oft Dinge, die sich erst viele Jahre später dann so herausstellten. Diese Sache habe ich bis heute wohl erfolgreich unterdrückt. Lieber wollte ich gar nichts mit Leuten zu tun haben, als ihnen Sachen sagen, die sie auf sich selber stießen - was ja meistens unbeliebt ist. Aber oft genug habe ich dran gedacht... Tacheles zu reden und mich davor nicht zu fürchten. Es ist bestimmt nicht das Schlechteste, wenn die Leute die Energie sowieso spüren können und es sie bloß irritiert, wenn ich dann ganz andere Dinge rede. Ich spüre, dass ich an einer Grenze stehe...

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10.08.2009 um 00:29 Uhr

Er ignorierte den Krieg und kam darin um...

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Er befand sich mitten in diesem Krieg und ignorierte ihn. Er lebte ihn tagtäglich, er widersetzte sich nicht. Und doch blendete er ihn aus. Dachte er nur an seine Musik, an seine Frau, ans Essen, ans Trinken, an alles, was so offensichtlich NICHTS mit Krieg zu tun hatte... dachte daran, dass seine Frau - wider Willen - ihm die Zigaretten schickte, die ihr zustanden, dachte an die Natur, daran wie die Pflanzen wuchsen wo er gerade war im Vergleich zu Zuhause und an das Sonntagskonzert, das sich die Soldaten anhören konnten. Er war nicht für diesen Krieg, doch genauso wenig gegen ihn. Wäre er gegen ihn gewesen, hätte er sich irgendwie dazu gestellt, wäre er gar geflohen, desertiert oder hätte gegen ihn angekämpft, so hätte er ihm damit eine Realität verliehen, die er ihm einfach nicht zugestand. Und das nicht einmal bewusst. Es war so. Er ignorierte den Krieg... und kam doch darin um. Weil man ihn nicht ignorieren KANN... --- ? !

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07.08.2009 um 21:09 Uhr

Im Wasser verbrannt...

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In Funken versunken

Steh ich in Flammen

Im Wasser verbrannt

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aus "Feuer und Wasser" von Rammstein

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07.08.2009 um 14:20 Uhr

Ich tret aus meinem Traum - nun bin ich ohne Ich

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Bin gerade zufällig bei einem Eintrag

von letztem Jahr gelandet, ein Gedicht

bzw. Lied von Gustaf Gründgens...

Das passt wunderbar und darf hier nochmal rein.

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aus dem "Chanson vom Großen Glück" von Gustaf Gründgens:

 

"Stop!
Ich tret heraus, Ihr glaubt es kaum,
Ich tret heraus aus meinem Traum,
Ich tret aus ihm heraus.
Ich tret aus meinem Traum heraus
Und stell mich leise neben mich
Und sehe wie das Leben sich
Von hier aus präsentiert.
Ich seh mir selber ins Gesicht.
Ich merke, ich gefall mir nicht.
Was ist denn das mit mir?
Stop!
Stop!
Stop!
Stop!
Stop!
Nein!
Ich gefall mir nicht."


"Verschwunden ist auch jener Geist,
der ausgerechnet Gustaf heißt!"


"Mein wahres Ich versank!
Mein wahres Ich gefiel mir nicht,
Ich sah ihm lange ins Gesicht,
Dann habe ich es umgedacht,
Hier von der Bühne weggebracht,
Nun bin ich ohne Ich!"

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07.08.2009 um 12:02 Uhr

Starke Frauen...

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Vier Uhr morgens, es ist schon hell, die Sonne klettert langsam hinter den bewaldeten Hügeln empor, bald hat es der erste Strahl geschafft und füllt den Raum zwischen mir und dem Horizont. Die Luft ist frisch, wundervoll göttlich frisch. Das Zwitschern der Vögel ist wie ein riesiges Orchester, dessen Dirigent das Tageslicht ist. Die nächtliche Feuchtigkeit hängt in Tröpfchen am schmiedeeisernen geöffneten Tor des Hofes... Ich stehe auf dem Kopfsteinpflaster... Billy - ich weiß leider nicht ob es Billy I oder Billy II ist - kommt mit zusammengekniffenen, schlaftrunkenen Augen und geschürztem Schnäuzchen zu mir und presst seinen vom Schnurren bebenden Körper an meine Beine. Sein Fell ist grau-weiß getigert und er fordert vehement, gestreichelt zu werden. Ich staune, denn das Haus, in dessen prächtigen alten Innenhof ich stehe, ist nicht, wie ich erwartet hätte, eine alte Villa, vielleicht vor 100 Jahren erbaut, sondern viel älter... fast eine kleine Trutzburg, mit dicken Mauern und angedeuten eckigen Türmen an jeder Seite. Ich erwarte Jane, die eben eine Kleinigkeit gefrühstückt hat und vom Zwitschern der Vögel in den Innenhof gelockt wird... Doch ehe sie kommt erfasst mich der Wind und ich werde nach oben getragen. Ich kann die ganze Gegend überblicken, die wunderschön ist... Da ist lichter Wald, durchsetzt von dichteren Waldstücken und offener Landschaft... weit und breit ist kein weiteres Haus zu sehen. Eine kleine Straße führt zu dem Haus, die sich im Auf und Ab der Landschaft verliert. Ich blicke auf die kleine Trutzburg hinab und sehe am geöffneten Tor des Innenhofes nun zwei Frauen stehen... Jane und Hélène... Billy schnurrt nun an Hélènes Beinen empor und vor dem Haus sitzt ein weißer Polarwolf. Die beiden Frauen haben eine unglaubliche Aura... ich spüre ihre Kraft und kann sie sogar sehen... es ist ein vielfarbig schillerndes, wogendes Licht, das bis zum Horizont reicht. Es sind Frauen, die die Welt verändern ohne einen Krieg zu beginnen. Frauen, die ihren kreativen Impulsen folgen und sich selbst vertrauen. Stark.

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06.08.2009 um 12:36 Uhr

Wozu braucht man die Zeit? Teil 2

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Plötzlich brach das Bild weg und es erschienen wieder abwechselnd die unterschiedlichsten Szenerien... seine Konzentration war weg... und er war unzufrieden. Sollte er sich denn ständig auf ein Bild konzentrieren damit es blieb solange er wollte? Und wie sollte er darin dann auch noch handeln? Sein Höheres Selbst gab ihm zu verstehen, dass ihm nichts unmöglich war und es für jede offenkundige Notwendigkeit auch eine entsprechende Lösung gab. Im selben Moment begriff er auf einmal in vollem Umfang, was ZEIT bedeutete. Und als er es begriff, blieb die gerade gewählte Szenerie in aller Vollständigkeit vor ihm bestehen, ohne dass er sie sich ständig in allen Einzelheiten hochkonzentriert vorstellen musste. Es war wie wenn man etwas im Computer entwirft und programmiert... was man dann solange und so oft zur Verfügung hat, wie man möchte... man muss es nicht jedes mal neu entwerfen.


Die Zeit also. Sie erlaubte quasi das Einfrieren, oder besser gesagt eine enorme Drosselung der natürlicherweise sich ständig in Bewegung befindlichen Gedanken. Sie ordnete die Gedanken in einer zeitlichen Folge, programmierte die Schauplätze und Ereignisse zeitlich nach dem Wunsch des Programmierers, etwa so wie es im Fernsehen mit den Sendungen gemacht wird und wie es die Fernsehzeitschrift wiedergibt. Um eine Sendung wirklich verstehen zu können, muss man sie alleine ansehen können, ohne dass alle anderen parallel dazu laufen. Die Zeit dient also dem Zweck, sinnvoll handeln zu können und alle Handlungen in ihren maximalen Ausmaßen erfahren zu können. Und die Zeit sind wir selbst!


"Und wozu dies alles??", fragte sie etwas gelangweilt mit hochgezogener rechter Augenbraue...

"Es ist ein kosmisches Spiel!!" antwortete er und seine Augen glitzerten vor Begeisterung.

"Männer!", dachte sie... "Sie sind doch wie die Kinder - wollen immer nur spielen"... Und sie streckte sich in ihrer Hängematte zwischen Venus und Neptun aus und lächelte nachsichtig.

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