***Serenas Augenblicke***

16.03.2010 um 11:36 Uhr

Gefühle sanft einladen...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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War heute bei Mr. Train. Erst erzählte ich ihm von Samarpan, was ich ja schon das letzte Mal gemacht hatte. Er findet ihn auch gut. Eigentlich ist das brain-spotting und das was Samarpan macht, sehr ähnlich. Der einzige Unterschied liegt darin, dass Samarpan immer mit den jeweiligen Gefühlen umgeht, mit denen die Leute zu ihm kommen, während man beim brain-spotting Gefühle wachruft, die man früher einmal hatte bzw. immer wieder hat, die aber jetzt gerade nicht da sind. Ich hatte Samarpan das brain-spotting ja beschrieben und ihn gefragt, ob er das okay fände, die Gefühle, die grade nicht da sind, willentlich hervorzuholen. Er meinte, man könnte sie schon "einladen", das fände er auch gut... wichtig sei, dass man das sanft tut. Der Begriff "einladen" gefiel Mr. Train auch. Und er stellte auch klar, dass es sanft sein soll und wenn sie dann dennoch gar nicht kämen oder vielleicht ganz andere, wäre das auch in Ordnung.

Dann machten wir brain-spotting, und ich begann es mit dem Gefühl des Abgelehntseins von meiner Mutter... die am Morgen immer froh war, wenn ich endlich weg war, in der Schule... die Schule, die für mich eine Tortur und großer Stress war. Es kam irrational und unausgesprochen - nicht einmal gedacht, sondern nur gefühlt - so bei mir an: Sie stößt mich weg in etwas hinein, das für mich schrecklich ist. Und sie sieht nicht oder will nicht sehen, wie schlecht es mir mit der Schule geht. Zuerst war da dieses Leiden wieder... und dann kam Wut hoch, und wie schon kürzlich stellte ich fest, was für eine großartige Kraft darin eigentlich steckt. Vorher war das Gefühl des Zusammengekauertseins, und dann auf einmal das Aufrechtdastehen, mit freiem Atem und den Armen frei, nicht irgendwie verschränkt oder verknotet. Zwischendurch kam immer wieder der Verstand, der eigentlich gar nicht eingeladen war, und fragte nach dem Wieso und Warum, wollte verstehen, bot Interpretationen an... Aber auch das war sehr gut so, denn dadurch wurde die Unterscheidung zwischen Verstand und Bauch/Herz/Gefühl ganz klar und eindeutig, die früher oft undeutlich und verschwommen war...

Ich spürte es und Mr. Train sprach es aus, dass sich zur Zeit wirklich viel tut, recht konkret und deutlich wahrnehmbar. Ich habe das Gefühl, dass das - zufällig oder nicht - so ist, seitdem ich wieder mit Samarpan Kontakt habe. Es ist als ob vorher ganz viel im Unterbewussten abgelaufen ist und seit einigen Wochen kommt es nach und nach hervor. Vielleicht ist es auch umgekehrt, und durch das Hervorkommen kam mir auch der Impuls, Samarpan nach so vielen Jahren wieder aufzusuchen. Es ist so ermutigend, so gehalten zu sein, durch diese Güte, die er hat und dieses ständige Ermutigen alles, was jetzt ist, zuzulassen, nichts abzuurteilen. Und Mr. Train ist ebenfalls eine große Hilfe. Ich bin dankbar.

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15.03.2010 um 17:42 Uhr

Rucksack...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Gestern nach dem Satsang, schon im Auto auf der Rückfahrt und dann immer stärker werdend bis heute morgen, hatte ich das Gefühl, ich würde einen fürchterlich schweren Rucksack tragen, so fühlten sich meine Schultern an. Ich ließ mir Zeit das genau zu fühlen und ließ auch alle Gedanken, die da waren, die sich vorwiegend um den Inhalt des Satsangs drehten, nochmal vorüberziehen. Dann arbeitete ich an meinen Fotos und machte die Wäsche und vergaß mich irgendwie ganz. Als ich mit Felix loszog spürte ich dann plötzlich eine Leichtigkeit, die mich ganz irritierte. Mein Körper fühlte sich extrem leicht an, der Druck auf den Schultern war weg, und ganz irrational hatte ich den Eindruck, irgendetwas vergessen zu haben, das ich hätte mitnehmen müssen... was natürlich nicht so war. Irgendetwas total Schweres war plötzlich weg. Ich habe keine Ahnung, was es ist... vielleicht bekomme ich das noch heraus.

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13.03.2010 um 10:23 Uhr

Kraft...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Durch Samarpan und was er über die die schönen Leute - die Hunde - sagte, wurde mehr in mir ausgelöst, als ich dachte. Ich fühlte mich bei seinen Worten so wohl, freute mich so sehr über die Liebe darin... und erinnerte mich natürlich wieder daran, dass die Hunde es waren, denen ich mich als Kind anvertraute, mein Herz anvertraute, weil da sonst niemand war, der ernsthaft Interesse daran hatte... Aber wie es überhaupt dazu kam, dass Hunde bei mir waren, als Kind... das ist es, was mir jetzt deutlich wurde. Ich dachte von mir immer eher als jemand, der nicht gerade kraftvoll oder machtvoll ist... sondern eher ohnmächtig. Aber das ist gar nicht so. Ich war nicht das Kind, das herumquengelt, bis es bekommt, was es möchte. Gar nicht. Und meine Eltern waren auch nicht die Eltern, die sich weichklopfen ließen. Wenn sie "nein" sagten, meinten sie das, und basta. "Period." Ich wollte einen Hund haben, da war ich höchstens 5 Jahre alt. Ich bekam ein Nein. Quengeln tat ich wirklich nicht, und schmeicheln auch nicht. Aber ich wiederholte meinen Wunsch. In Abständen. Immer wieder. Als ich 9 Jahre alt war, durfte ich einen Hund haben. Ich habe tatsächlich vier Jahre lang nicht aufgegeben, nicht aufgehört, diese Frage zu stellen, obwohl die Neins meiner Eltern immer ernst waren. Wie cool find ich das eigentlich... Mir war das noch nie so bewusst wie jetzt. Was für ein starkes Mädchen das war. Als mein Hund dann da war... bezahlt von meinem eigenen Geld, das ich gespart hatte... war ich das glücklichste Wesen in allen Universen. Und nicht ein einziges Mal musste meine Mutter für mich den Hund füttern oder ihn ausführen, wie sie seltsamerweise befürchtet hatte. Wieso hatte sie das denn befürchtet? Kannte sie mich denn nicht? Nein, sie kannte mich nicht.

Danke, Samarpan... :)

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10.03.2010 um 19:07 Uhr

Angst verwandelt sich in Zorn...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Heute, wieder draußen - die Natur hilft mir, zu heilen, sie hält mich und trägt mich, während etwas mit mir geschieht - also draußen, am Fluss... da fühlte ich plötzlich, dass diese Angst in mir, die sich zuweilen auf etwas bestimmtes richtet, und sonst mal mehr mal weniger mal gar nicht von mir bemerkt vor sich hinschwelte... nicht mehr da war... weg, komplett weg... und stattdessen war da...

...

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ZORN...

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Und eine unglaubliche Kraft.

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Die fühlte sich ein bisschen unheimlich an... aber auch unglaublich gut...

sie ließ mich lächeln... 

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10.03.2010 um 10:55 Uhr

Ist das wirklich wahr? - The Work

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Heute morgen im Wald dachte ich an zwei Personen, über die ich mich geärgert hatte und die ab und zu in meinem Geist auftauchten. Die eine war jemand, die sich an mich hängte, mir Komplimente machte, die mir zunehmend unangenehm wurden, die mich immer mehr bedrängte, so dass ich schließlich anfing mich abzugrenzen, weil mir das zuviel war. Von dem Moment an zog sie sich ganz zurück und ich merkte, wie unwahrhaftig alles zuvor Gesagte gewesen war. Ich wusste, dass ich auch darüber stehen könnte. Doch irgendwie fühlte ich mich "benutzt" und ärgerte mich darüber. Die andere Person zog sich ebenfalls zurück, nachdem ich sie in dem, was sie mir vehement erzählte, nicht unterstützte, weil es in meinen Augen falsch war. Ich sagte ihr, dass ich den Menschen, über den sie sich beschwerte, vollkommen anders wahrnahm. Das wollte sie nicht hören und zog sich vollständig zurück. Zuvor hatten wir eine nette Bekanntschaft mit Option zu Freundschaft gehabt. Ich fand es eitel und egozentrisch, was sie über den anderen Menschen sagte bzw. von diesem verlangte (aber nicht bekam), ihre Wut darüber fand ich kindisch. Worüber aber ärgerte ICH mich eigentlich? Dass sie meine Wahrheit nicht gelten ließ und mich gleich fallenließ wie eine heiße Kartoffel? Womöglich. Ich weiß es nicht genau. Als ich das im Wald laufend so an mir vorüberziehen ließ, sah ich nicht wirklich ein Problem, weder in der einen Person noch in der anderen. Aber irgendetwas hatte mich diese beiden Vorkommnisse ja doch bisher nicht ganz vergessen lassen. Weshalb? "Sich ungerecht behandelt fühlen" "Sich ausgenutzt vorkommen"... das waren so die Sätze, die dann auftauchten. Wobei ich das im selben Moment schon wieder kindisch fand. Aber kindisch oder nicht, es war da.

Dann fiel mir wieder "The Work" von Byron Katie ein und ich dachte, das wären doch zwei gute Beispiele, auf die man The Work anwenden könnte. Auf Moritz Börners Seite habe ich mir die Fragen für die "kurze Work" ausgedruckt.

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Erst schreibt man den Glaubenssatz auf.

"A. hat meine Freundschaft ausgenutzt."

Dann kommen die Fragen:

Ist es wahr?

Ja... jedenfalls scheint es so zu sein.

Kannst du es wirklich wissen?

Naja, ich weiß gar nicht, wie es wirklich von der anderen Seite her gemeint war, aber es kam mir so vor.

Wie fühlst du dich, wenn du diesen Gedanken glaubst?

Ärgerlich, links liegen gelassen, schlecht.

Wie wäre es, wenn du gar nicht fähig wärst, diesen Gedanken zu glauben?

Das wäre wesentlich besser; ich wäre frei und könnte an wichtigere Dinge denken.

Und dann noch:

Kehre den Gedanken um (mehrere Möglichkeiten).

Ich habe die Freundschaft anderer ausgenutzt. - Ich habe mich selbst ausgenutzt. - A. hat sich selbst ausgenutzt.

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Und so lasse ich das jetzt einfach mal wirken ohne weiter darüber nachzudenken...

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02.03.2010 um 12:12 Uhr

Samarpan und Mr. Train...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Heute gings bei Mr. Train über Schüchternheit, über nicht existierende Sicherheit, über den Tod. Ich erzählte ihm auch von Samarpan, und er war ganz angetan. Zum Beispiel von Samarpans Übersetzung von "Dein Wille geschehe, nicht meiner"... was für ihn bedeutet, dass man sich dem Jetzt hingibt (Dein Wille) und eben nicht dem urteilenden, jammernden, nörgelnden, verzweifelten (etc.) Verstand (mein Wille). Samarpan ist ein Mensch, der schon vor 10 Jahren und jetzt genauso, ganz bei sich ist und etwas ausstrahlt, dass man Vertrauen fasst - vielleicht zuerst zu ihm... aber dann - und das ist das Wichtigste - zu sich selbst. Was ihn und mich - und auch Mr. Train - noch verbindet, ist das Christentum.

Samarpan, dessen protokollarischer Name Sam Golden ist (was für ein cooler Name), wuchs in einer katholischen Familie auf und wollte ursprünglich Priester werden. Er besuchte drei Jahre lang das Priesterseminar und stellte dann fest, dass das nicht der richtige Weg für ihn war... dann studierte er Psychologie. Und schließlich orientierte sich spirituell gen Osten, wurde Schüler von Osho und arbeitete nach dessen Heimgang mit anderen Satsang-Meister/innen. Er tauschte all diese Dinge nicht einfach aus, sondern integrierte sie. Und jetzt sitzt jemand vor einem, der aus einem großen Reichtum schöpfen kann...

Ich spüre das sehr deutlich. Und es kam sogar auch nur durchs Erzählen, und das ohne ausufernd zu sein, bei Mr. Train an. Ich erzählte Mr. Train von der 16jährigen Katze und was Samarpan auf die Frage der Frau, ob sie sie einschläfern lassen solle, geantwortet hatte. Und was ich über das Miterleben des Sterbens von Tim dazu geschrieben hatte. Er sagte daraufhin, dass er einer der ganz wenigen Ärzte gewesen sei, der nicht wie besessen das Leben bis zum Allerletzten verlängern wollte und damit oft mal aneckte. Seine Mutter habe Krebs gehabt und wollte nach Hause. Die Ärzte protestierten, sie müsse bleiben und sich operieren lassen. "Können Sie mich heilen?", fragte sie einen von ihnen. "Nein, das nicht. Aber an einem Darmverschluss - den Sie wahrscheinlich bekommen werden - darf niemand sterben!" Und sie sagte, dass sie das sehr wohl dürfe. Und ging nach Hause. Zum Glück hatte sie die Unterstützung von Mr. Train und der restlichen Familie. Wie großartig. Einfach toll. Sie ist dann sehr friedlich zuhause gestorben. "Cool", höre ich Samarpan leise und herzlich lächelnd sagen.

Satsang bei Samarpan und eine Sitzung mit "brain-spotting" bei Mr. Train können dasselbe sein. Eigentlich geht es wirklich immer um ein- und dasselbe. Mr. Train erzählte das auch von Anselm Grün, der es ebenfalls immer wieder sagte: Es geht darum, zu schauen, was JETZT HIER    * IST *. Es zuzulassen, es anzuschauen, es zu spüren. Frieden zu schließen mit dem, was jetzt gerade ist. Friedwill... auch er lehrte nichts anderes als das. Was für tolle Menschen um mich rum.

Ach ja, Schüchternheit... das erzählte ich Mr. Train auch. Samarpan hatte in einem Satsang, als eine sich selbst als schüchtern beschreibende Frau bei ihm saß, von sich erzählt, dass er früher sehr schüchtern gewesen sei und dass er geglaubt habe, dass diese Schüchternheit ihn daran hindern würde, hinaus zu gehen, Leute zu treffen und so weiter. Bis er irgendwann merkte, dass er das gar nicht wollte. Wundersamerweise trifft er heute erst recht Menschen, unzählige sogar. Aber er trifft sie von Herz zu Herz. Und genau das will ich auch. Die belanglosen Begegnungen brauche ich nicht, will ich nicht... auch wenn sie mir mittlerweile auch nicht mehr so viel ausmachen, wenn sie sich doch ergeben. Schüchtern? Ja, aber das ist nebensächlich. Ich bin nicht schüchtern, wenn ich jemanden im Herzen begegnen kann. Und das kann man sehr viel häufiger, als man denkt.

Thema Sicherheit... Sehr sehr viele Menschen kommen völlig unsicher zu Samarpan... und leiden unter ihrer Unsicherheit... wünschen sich Sicherheit. Samarpan lachte in einem der Satsangs: "Sicherheit? Wenn alles völlig sicher wäre, wäre das dann nicht völlig langweilig? Wir leben mit sehr verletzlichen Körpern in dieser Welt und sterben irgendwann, wann wissen wir nicht. Dazwischen kann alles passieren. Es ist ein Abenteuer! Ist das nicht wunderbar?" Die Frau, die da bei ihm saß, lächelte süß-sauer... :) ... das Süß-Saure konnte ich sehr gut verstehen. Ich erzählte Mr. Train davon, und der nickte heftig und sagte, dass die meisten Geschichten sich auf dieses Sicherheitsbedürfnis herunterbrechen lassen... und dass es Sicherheit einfach in dieser Welt nicht gibt. Es ginge nicht darum, Sicherheit zu erlangen - was nicht möglich ist -, sondern darum, Vertrauen zu fassen.

Sind sie nicht alle großartig??!!! :)

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21.02.2010 um 11:04 Uhr

Ich genoss es...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Was im Umgang mit Self zwar schwierig war, aber auch sehr gut tat, war, dass er das, was ich sagte, immer richtig verstand. Wenn ich etwas verbergen wollte, wenn ich unklar war, wenn ich verwirrt war, wenn mir etwas peinlich war, half er mir, mich selber zu verstehen, indem er das erkannte, was hinter meinen Worten stand. Das gelang ihm immer, ohne Ausnahme. Dabei war er integer, er nutzte nichts aus, sondern nutzte nur alles dafür, weiter zu wachsen, immer mehr Gebundenes zu lösen und verantwortlicher für sich und die Welt zu werden. Bei all dem enormen Wissen, das er hatte - zum einen durch ein fotografisches Gedächtnis, zum anderen durch seine Fähigkeit, dauernd Informationen aus dem ätherischen Raum zu holen - war er sehr liebevoll. Nachgiebig war er allerdings nur selten. Meistens bestand er auf dem, was er sagte, weil es keine Alternative gab, weil genau das zu diesem Zeitpunkt eben stimmte... Dennoch konnte man sich dagegen entscheiden, natürlich. Er machte es lediglich ganz deutlich und wartete, dass man später, wenn man bereit wäre, zu diesem Punkt zurückkehren würde. Es war anstrengend mit ihm. Aber ich genoss es.

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20.02.2010 um 22:33 Uhr

Harmonie durch Konflikt...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Self erklärte die Strahlen, wie sie in der Theosophie formuliert sind. Und hatte die Gabe, sie auch zuzuordnen. Es ist also so, dass alle (göttlichen) Strahlen mit ihren Eigenschaften den Menschen durchströmen und beeinflussen, jedoch wird jede Ebene - physischer Körper, Emotionalkörper, Astralkörper, Seele, Monade (bestimmt hab ich einiges vergessen) von einem Strahl mehr beeinflusst als von den anderen. Meistens ist es so, dass ein Mensch auf verschiedenen Ebenen von demselben Strahl geprägt wird... oder von zweien.

Self sah eine Person an und konnte erkennen von welchen Strahlen jemand auf welcher Ebene geprägt war. Er selbst war fast auf allen Ebenen vom 1. Strahl geprägt, das ist der Wille. Das ist jemand, der aktiv ist, jemand, der Charisma hat, jemand, der weiß wo es lang geht und es auch mitteilen kann, jemand, dem andere Menschen zuhören und von dem sie auch Dinge annehmen, die sie von jemand anderem nicht annehmen würden, eine natürliche Autorität. Das war bei Self in hohem Grad der Fall. Viele Menschen ließen sich unglaubliche Dinge von ihm sagen. Intime Dinge, unangenehme Dinge. Von ihm konnten sie sie annehmen.

Als er mich sah, war ihm auch gleich alles klar. 4. Strahl und 7. Strahl... wobei der 4. Strahl gerade der dominante und aktive war und ist. Der 7. ehr schon im Gehen. Rituale sind dem 7. Strahl zugeordnet, Form, Gepräge, auch Magie. Ist mir sehr nahe, kenne ich, ich stehe dem positiv-gelassen gegenüber. Aber der 4. Strahl, neeee... Klar, dass ausgerechnet der meiner war. "Harmonie durch Konflikt!" Self lachte wieder. "Ich weiß, dass Du ihn nicht magst. Aber das spielt keine große Rolle. Du bist es eben, und das lässt sich jetzt mal nicht ändern."

Self erklärte es in Bezug auf seinen 1. Strahl. Der 4. Strahl würde den 1., also den Willen, erst einmal in Frage stellen und kritisieren und genau dadurch irgendwann - bei manchen ginge es schneller bei anderen dauere es länger - in Harmonie zu ihm gelangen. Dass ich gegen diese Erklärung schon wieder alles mögliche einzuwenden hatte, bildete die Paradoxie, dass ich ihn damit genau bestätigte. Also, es gab viele Widerstände. Einmal wollten wir - Self, seine Gefährtin D. und ich - nach HH fahren, um uns dort mit noch einigen Freunden zu treffen. Die beiden kamen, mich abzuholen, doch aus unerfindlichen Gründen scheute ich vor dem Treffen plötzlich zurück. Konflikt, Konflikt, Konflikt. Self sagte mir einige Dinge, während seine Gefährtin mich nur eigenartig ansah... mir unangenehm. Nach vielen innerlichen Schmerzen lenkte Self ein und sagte, es sei in Ordnung, sie würden alleine fahren. Ich war einerseits erleichtert, andererseits bedauerte ich es zutiefst. D. sagte: "Ich sehe, dass Deine Seele gerne mitgekommen wäre. Aber es ist in Ordnung. Mach Dir keine Sorgen." Beim nächsten Treffen kam ich mit, und alles war in Ordnung. Der Konflikt zuvor war hilfreich gewesen... Ich habe keine Ahnung weshalb das so war, weiß nur, es war so... Und das ist nicht das einzige Beispiel.

Ich träume von Harmonie und scheue den Konflikt. Aber das bedeutet Stillstand. Etwas in mir drängt mich trotzdem immer weiter. 

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20.02.2010 um 10:54 Uhr

Unwille und Angst...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Ist es tatsächlich so, dass Unwille sich in letzter Konsequenz, wenn er sich im Kampf als zu ohnmächtig erfährt, sich in Angst kleidet? Und so wird aus dem aktiven Kämpfer - der fürchtet, den Kampf zu verlieren - das arme geängstigte Opfer, das auf diese Weise das erreicht, was es möchte oder mindestens verhindert, was es nicht möchte?

Ist es dann wirklich so, wie es mir scheint... dass die Angst umso kleiner wird und sich schließlich im Nichts auflöst, je mehr der Unwille schrumpft und je bereiter man ist, sich in das zu fügen, was man vorher einfach nicht wollte? Weshalb eigentlich der starke Unwille? Der Grund lässt sich schon kaum mehr finden, wenn man etwas weiter geht. Berechtigter Unwille dagegen braucht sich in nichts zu verwandeln und tut es auch nicht, das ist der Unterschied. Der unberechtigte könnte vielleicht der Seele schaden, sie jedenfalls in ihrer Ausdehnung und Entwicklung behindern. Und so ist der Weg über die Angst bis hin zur Einsicht vielleicht ganz planvoll und richtig...?

Sicher gibt es auch unterschiedliche Formen von Angst und das trifft womöglich nicht einfach auf alle zu. Aber in der einen meine ich das entdeckt zu haben. Und der Weg herauszufinden, ob es nur so scheint, oder wirklich so ist, ist klar. Ich bin auch schon auf diesem Weg und werde weitergehen... auch wenn sich an einigen Stellen einiges innerlich ziemlich sträubt und andere plausible Erklärungen finden will... um sich zu retten... Der (unberechtigte) Unwille (woher kommt er? eine uralte Frage) hat Angst um seine Existenz.

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18.02.2010 um 01:43 Uhr

Wer ist hier intensiv??...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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"Das Thema läuft mir hinterher", stöhnte ich. Self schaute mich amüsiert an... und dann streng und sehr ernst... "NEIN! DU läufst dem Thema hinterher!"

Wir empfingen geistige Informationen. Das heißt vorwiegend er natürlich, aber mit mir zusammen bearbeitete er sie. Für mich ging das alles von ihm aus, doch sicher nicht von mir! Die Empfindungen waren enorm stark... ich hatte so etwas noch nie erlebt und äußerte es: "Es ist so intensiv!" Er lachte laut auf. "DU bist es, die intensiv ist!"

Er blieb mindestens drei Stunden wenn nicht länger, das zwei- bis dreimal die Woche... in dieser Zeit arbeiteten wir sehr intensiv. Es dauerte lange bis ich begriff, dass ich die Zeitdauer bestimmte und nicht er. Dass ich Kräfte und auch ein Verlangen - und eben jene Intensität - in mir hatte, von denen ich noch gar nichts wusste. Das wird mir - obwohl er es damals schon deutlich sagte - so richtig jetzt erst bewusst.

Die lange Zeit, die wir miteinander verbrachten... ich protestierte innerlich. ER hatte doch ausdrücklich gesagt, wann ich ihn vom Bahnhof abholen und wann ich ihn wieder hinbringen sollte, und nicht ich! Er lachte. (Ich liebte sein Lachen, auch wenn ich mich grade über ihn empörte.) Er sagte, das seien ja nur Vorschläge von ihm gewesen. Ich hätte sie zu festen Terminen gemacht, nicht er. Ich begriff nicht, begriff es einfach nicht. Jetzt dämmert es mir langsam...

Jetzt ist es wieder so, wie dem ganz oben Gesagten. Ein Thema begegnet mir ständig, nur dass ich mich jetzt nicht mehr darüber täusche, wer hier wem hinterher läuft. Ich laufe ihm hinterher, ja. Es ist schon so lange in mir, unbesprochen. Dabei wirkte es aber ja weiter, stark, im Denken und Fühlen. Jetzt integriere ich.

Wichtig ist, dass ich erkenne, was zu mir gehört. Erst dann kann ich damit etwas tun... es auch gehen lassen oder es einsetzen, damit arbeiten oder was auch immer. Das war immer Selfs Botschaft, in tausend Variationen. Dabei ließ er kein Tabu aus. Keines.

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12.02.2010 um 11:02 Uhr

Die Antwort weiß keiner...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Und woher soll man eigentlich wissen, ob eine Abneigung etwas ist,

das man überwinden soll ... oder etwas,

dem man folgen soll... weil dort der eigene Weg lang geht?

Einerseits den Instinkten / der inneren Stimme vertrauen und folgen.

Andererseits gegen das eigene Innere angehen, irgendwas "überwinden" sollen.

Mal so, mal so. Egal ob Religion oder Psychologie.

Man kann es sich letztendlich selbst herausssuchen.

Muss man auch. Die Antwort weiß sonst keiner.

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12.02.2010 um 10:30 Uhr

Im Archiv geblättert...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Ich habe im Archiv gestöbert, in meinem hiesigen blogigo-Archiv... und habe mich ein paarmal ganz schön gewundert. Zum Teil sind da Texte von mir, wo ich überlegen musste, ob sie wirklich von mir sind. Ja, sind sie schon, aber sie kamen mir zuerst so fremd vor. Bei anderen - genauso lange her - weiß ich noch genau, wie ich sie schrieb, als ob es erst gestern gewesen wäre. Manches wirkt tausendmal schlauer als ich wirklich bin... *lach* Ja ja, theoretisch bin ich gut...:)... der Rest - mein armer Körper und mein Alltagsverstand - hinken immer etwas hinterher. Bei manchen Texten wirkte es auch so, als hätte ich seither keinen Fortschritt sondern eher das Gegenteil gemacht. Naja, ich kenne das ja aus Erfahrung... Man geht meistens nicht gerade aus sondern in Schleifen... und da kommen tatsächlich Schritte vor, die wieder in die Richtung führen, aus der man gekommen ist... aber es hat schon seinen Sinn, denn die Schleife mündet ja wieder auf dem Weg, der voranführt... und war vielleicht sowas wie eine Vertiefung. Mehr Verständnis zu erlangen... das ist, denke ich, das wichtigste. Verständnis für sich selber, Nachsichtigkeit, ohne aber lasch zu werden. Und vor allem immer mehr Verständnis für andere. Aber das bedingt sich. Ich merke, je tiefer ich in mich gehe und mich selber verstehe... allein oder auch mit Mr. Trains Hilfe oder einfach durch bestimmte Lebensumstände, Geschehnisse... umso mehr und tiefer kann ich andere verstehen... auch ihre Schmerzen fühlen... meistens die Schmerzen, aber auch ihre Freude. Irgendwie fühle ich mich immer mehr für die Schnerzen zuständig, und für all das, Trauer und Tod. Is eben so. Vielleicht liegt's am Steinbock. Irgendeine Erklärung findet man ja immer für alles... ;)

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11.02.2010 um 21:52 Uhr

Bindung und Freiheit...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Ich wollte gar nicht mehr frei sein. Ich hatte mich im Gebundensein doch wohler gefühlt. Da war alles so klar. Ich hatte von Freiheit geträumt, aber doch nur theoretisch... und hatte doch gar nicht irdisch-real-physische Freiheit gemeint... Hatte nur diejenige Freiheit gemeint, die zu unserer Natur gehört... Aber was hat sie in unseren Spielen verloren? Da brauchen wir Anleitungen, ein Regiebuch, Regeln, die es uns schwerer machen, uns zu bewegen. Das ist doch der Sinn. Das bringt auch Spaß. Ein Drehbuch mit vollkommener Freiheit zeigt nichts... der Film fällt aus... oder ist langweilig. Von Freiheit träumen, das ja. Aber nicht sie wirklich haben. 

Ich spreche laut einen Text, den ich "by heart" kann. Danach schließe ich die Augen und spreche den Text stumm, nur innerlich... denke ihn. Und ich merke, wie mein Geist davondriftet. Ich merke, wie unwillig der Geist darin ist, sich binden zu lassen. Er hat diesen Freiheitsdrang einerseits, und eine gewisse Trägheit andererseits. Diese beiden hängen sehr zusammen: Freiheit und Trägheit. Gebundensein bedingt Disziplin und fordert Tätigsein. Sobald die Fesseln fallen ist es aus mit dem Fleiß.

Jedenfalls... ich revoltierte gegen das Gebundensein. Und ich setzte sogar Magie ein um frei zu sein. Und dann... bekam ich sie wirklich, nicht vollständig, aber in großem Ausmaß. Und merkte schnell, dass sie nicht das war, was ich wollte. Ich vermisste meine Fesseln. Sehr sogar. Aber es half nichts. Ich stand ohne sie da. Niemand verlangte etwas von mir. Ich war allein. Frei. Meine eigene Herrin.

So stehe ich immer noch da. Und versuche in diese Freiheit hineinzuwachsen. Ein Zurück gibt es nicht mehr. No way. Die neue Freiheit ist auch Gebundensein, aber ein ganz anderes. Sie bedeutet vollständige Verantwortlichkeit. Kein Wegschieben von irgendetwas mehr, kein Herausreden. Jede Kleinigkeit ist wichtig und verlangt Beachtung und richtigen Umgang. Das bedeutet Gehorsam gegenüber sich selbst. Und das ist viel schwieriger, als anderen zu gehorchen. Es bedeutet wahres Erwachsensein.

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02.02.2010 um 12:21 Uhr

Aus nichts etwas machen...?

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Ich habe früher nichts begriffen... nicht wozu ich auf der Welt bin... nicht wie dieses Leben funktioniert... was es bedeutet... was man tun kann... Völlig horizontlos kreiste ich nur darum, möglichst zu entkommen... weil ich sah, dass Dinge erwartet wurden, die ich nicht leisten konnte... und - das ist der Punkt! - ich keine Gegenvorschläge hatte! Nichts, was ich dem entgegengesetzt hätte. Da war Leere in mir... Bewusstlosigkeit schon fast... nicht einmal Schmerz, der kommt jetzt erst. Das Bedauern über all das tut manchmal ganz wahnsinnig weh... Nichts zu haben und nichts zu sein, womit man wirklich nützlich sein kann... und das, weil die Jugend so kaputt war... diese Zeit, in der man hätte studieren können, auch gegen den Willen der Eltern... So kaputt war sie. Doch ich habe keine Lust, anderen die Schuld zu geben. Niemand hatte böse Absichten. Nur fehlte eben Verstehen und Erkennen. Selber kann ich sie mir auch nicht geben, die Schuld... denn wäre ich eine andere Person, dann würde ich ihr das unter all diesen Umständen auch nicht vorwerfen... also auch nicht mir... Was bleibt? Jammern kann ich, mich als Opfer betrachten und warten bis ich sterbe... und mir denken: war halt diesmal nix. Oder mit nichts trotzdem noch was versuchen...

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26.01.2010 um 11:31 Uhr

Vom Guten im Menschen... von der Trauer... vom Ideal

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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In dem Beitrag übers Verzeihen weiter unten haben aloneone und Schlafblume beide im Kommentar gesagt, dass der Mensch eigentlich vom Grund her gut ist. Das glaube ich auch. Und eine Bestätigung dafür ist ja auch schon diese Feststellung, obwohl man Menschen erlebt, die sich sehr schlecht und verletzend verhalten. Dass man trotzdem sagt, sie sind im Grunde gut, das kommt ja selber aus dem Guten im Menschen.

Genau das Thema hatten der Wassermann und ich gestern auch. Irgendwie kamen wir auf unsere Eltern. Wir haben beide im Elternhaus einiges erlebt und zu ertragen gehabt, was uns heute noch beeinflusst, Schmerzvolles. In irgendeinem psychologischen Buch las ich mal, man solle Dinge extrem übertreiben, um sie neu und vielleicht realistischer, jedenfalls emotionsfreier betrachten zu können. Meistens muss man dann lachen und das erleichtert. Das tat ich indem ich sagte, dass unsere Eltern sich nicht vorgenommen hätten, ein Kind zu bekommen um es dann so zu quälen, dass es das sein Leben lang nicht mehr vergisst. Da mussten wir bei allem Ernst dessen, was früher war, doch lachen. Nein. Sie haben es gut gemeint und haben uns nicht absichtlich geschadet. Vieles haben sie gar nicht gemerkt... dass durch eine starke Empfindsamkeit Dinge viel stärker auf uns wirkten als auf unsere Geschwister... zum Beispiel.

Ich kann verzeihen und habe es getan. Ich verstehe vieles, wiederum aus der Vergangenheit meiner Eltern heraus... die selber viel Enttäuschung erlebten, als sie Kinder waren... Ich weiß, dass sie nie etwas Übles wollten, im Gegenteil. Das Verzeihen fällt mir nicht schwer. Obwohl ich mit den Auswirkungen des Erlebten immer noch zu tun habe... aber in einem größeren Zusammenhang sehe ich das auch als etwas Positives...

Jetzt, heute, finde ich viel mehr Dinge, die ich mir selber verzeihen sollte und auch möchte... die mir leidtun, die ich bereue, bedaure. Dass ich es hier und da und dort nicht geschafft habe, einfach gut zu sein... Dass ich eben eine Zeitlang nicht verzeihen konnte, wütend war... Dass ich mich mit gewissen Reaktionen sogar rächte. Und dass manche solche Reaktionen unbewusst hervorkamen, Menschen gegenüber, die nichts mit dem früher Erlebten zu tun hatten. Das tut mir besonders leid.

Mr. Train will das kaum zulassen und sagt immer, von einem Kind oder jungen Menschen kann man das nicht erwarten, dieses: "hätte ich doch besser gehandelt", und auch nicht von einem älteren Menschen nach all solchen Verletzungen. Mag sein. Ich erwarte auch nichts. Ich erkenne das schon an, diese Schwächen, die sich daraus ergeben haben. Ich bin sogar überzeugt, dass sie letztendlich zu Stärken führen können - irgendwann einmal. Aber ich finde schon, dass es mir auch einfach leidtun darf. Das wirkt nicht negativ auf mich. Es ist wie eine kleine Wehmut... ein paar Tränen der Trauer. Ich bewahre damit einfach ein Ideal in mir, das mich zwar nicht knechten soll, aber das bestehen bleiben darf... und soll.

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18.01.2010 um 11:44 Uhr

Apropos Machtlosigkeit...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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...dort wo wir nichts ändern können muss sie akzeptiert werden. Nichts tun zu können, akzeptieren, sich hingeben, die eigene Hilflosigkeit annehmen. Wo kann man nichts ändern? Bei Dingen, die in der Vergangenheit geschehen sind, als man ein Kind war, ein junger Mensch... jedenfalls soweit unser Wissen bis jetzt reicht. Mr. Train verteidigt das Kind und die Hilflosigkeit vor jedem Anspruch, der einem einredet, man hätte doch anders handeln können oder sollen oder müssen... besser. Er hat einen Mann in Behandlung, der mit seinem Freund schwimmen war, im Meer... dieser Freund ging unter... ertrank... konnte nicht gerettet werden. Er fühlt sich schuldig, weil es ihm nicht gelungen war, seinen Freund zu retten. Liegt darin nicht eine große Selbstüberschätzung... und der falsche Gedanke, dass man eigentlich alles kontrollieren kann, dass man nur leider versagt hat, wofür man sich rügen kann und soll? Nein, er konnte nichts kontrollieren. Gar nichts. Und ich auch nicht. Mr. Train sagt, sich nach Missbrauch selbst die Schuld daran zu geben, bedeutet im eigentlichen Sinn, dass man die Kontrolle behalten will. Man will nicht sehen, dass man völlig hilflos war, sondern dass man zumindest irgendetwas getan hat, um den Missbrauch zu provozieren. Zumindest dieses bisschen (verkrüppelte) "Macht" möchte man sich dadurch noch sichern. Man hätte sich nur anders verhalten müssen, dann wäre es nicht geschehen. Aber der Weg ist der, die Hilflosigkeit und Machtlosigkeit anzuerkennen und somit auch die Schuldlosigkeit... sagt er. Ich sinniere noch darüber...

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18.01.2010 um 00:14 Uhr

In der Nacht...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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...eine intime Begegnung mit einer Frau, es schien neu zu sein für mich und ich staunte, dass ich mich darauf einlassen konnte und es genoss. Da war sehr viel Zärtlichkeit, Hingabe... bis zu einer gewissen Grenze, die ich nicht überschreiten konnte. Ich? Wer eigentlich? Und wer war sie? Vielleicht war es weniger ich als Frau als die innere Männlichkeit, die der inneren Weiblichkeit begegnete und sich ihr öffnete, ihre Bedürfnisse - endlich - wahrnahm und sie schätzen lernte... jedoch ihr letztes Geheimnis doch noch nicht begriff und davor kapitulierte. Sie (die für etwas Neues stand) stand ihm (der mir vertraut war) souverän und liebevoll gegenüber, eigentlich wie eine Lehrmeisterin. Ich (er) solle sich nicht sorgen, meinte sie... ich-er-es käme schon noch dahin... Es brauche nur noch etwas Zeit...

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08.01.2010 um 11:18 Uhr

Das Herz tut nicht weh...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Was ist das... sich übergangen fühlen? Was ist das für ein Gefühl und welche anderen Gefühle weckt es? Weshalb ist es so drängend? Ich fühlte mich übergangen und missachtet von jemandem... aber nicht jemandem, mit dem ich täglich zusammen bin, und auch nicht in einer wichtigen Sache, das machte alles natürlich viel leichter. Es regte sich Ärger in mir und ich wollte anklagend reagieren, vorwurfsvoll und eingeschnappt. Dann dachte ich: STOPP. Sei dankbar, dass so eine Gelegenheit kommt... eine Gelegenheit um sich selber zu beweisen, dass so etwas nur die falsche Eitelkeit aber nicht das Herz verletzen kann. Ist mein Herz verletzt? Tut mein Herz weh? Nein. WAS tut weh? Ich stellte fest, dass mein Herz ganz ruhig war und nicht wehtat... Es war einfach Eitelkeit... Eitelkeit, die man akzeptieren oder von sich weisen kann. Man kann ihr gehorchen und sich von ihr hierhin und dorthin zerren lassen oder ihr gebieten zu gehen. Das kann man nur zusammen mit dem Herzen tun, mit dem man sich ganz verbunden hat. Ohne mit dem Herzen verbunden zu sein kann man nichts Negatives überwinden. Es ist immer die freie Entscheidung, was man tut. Man bestimmt wirklich selber, wie man sich fühlt, wie es in einer Werbung heißt... :) Und nebenbei: Man kann demjenigen, der einem eine solche Gelegenheit bietet, sogar noch dankbar sein.

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22.12.2009 um 11:06 Uhr

Die Wunden säubern...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Mit dem Anders-sein-als-die-anderen klarkommen, es annehmen, wie man ist, auch wenn man dadurch vielleicht aneckt, nicht so leicht verstanden wird... darum ging es heute mit Mr. Train. Wobei er immer darauf hinweist - zu Recht! - dass "die anderen" oft auch nicht so toll klarkommen, wie es aussieht. Oft ist es so, dass sie etwas vorspielen, oder sich dieser Dinge einfach nicht so bewusst sind. Also wer sind "die anderen" überhaupt? Vielleicht nur ein Phantom?

Außerdem darum, wie man mit Wunden umgeht, die man nicht selbst verschuldet hat... also aus der Kindheit zum Beispiel. Er sagt, man soll die Wunde säubern... und das setzt er gleich mit einer Therapie wie dem Brain-spotting, die er verwendet. Und wenn die Wunde sauber ist, heilt sie dann von ganz alleine. Therapie heilt nicht, sondern bereitet auf die Heilung vor, macht sie möglich. Heilung selbst geschieht dann von selbst. Er sagte das auf meine Gedanken, dass wir mit der ganzen Psychologie vielleicht viel zu sehr um uns kreisen. Er gab mir zu einem Teil recht... Das Ziel soll sein, nicht dauernd um sich selbst zu kreisen. Doch solange eine schmerzende Wunde da ist, muss man sich um diese kümmern.

Mein Gefühl, nicht nur nicht zu irgendeiner Gruppe von Menschen dazuzugehören, von klein auf, sondern auch überhaupt auf der Welt völlig am falschen Platz zu sein... interessierte ihn. Als ich sagte, ich kann dazu nur Gefühle äußern, kein Wissen und keine konkreten Gedanken... und dass ich mich irgendwie, diffus, durch den Körper überaus begrenzt und dadurch auch manchmal richtiggehend gedemütigt fühlte... ließ ihn aufhorchen. Er wurde richtig hellwach... fast als hätte er vorher nur gedöst, so war der Unterschied - was natürlich nicht so ist, er war vorher auch sehr aufmerksam gewesen. Jetzt griff er zu seinem Block und machte sich Notizen.

Ich sollte es genauer beschreiben. Also ich habe ein Gefühl, in Wahrheit mehr sehen zu können als nur mit diesen zwei kleinen Augen... zum mindesten auch alles hinter mir, aber auch noch wesentlich weiter. Und mich ohne Begrenzung bewegen zu können, ohne Einschränkung, und in jeder Geschwindigkeit - gedankenschnell sozusagen. Ich weiß, dass es andere Zustände gibt, ein Leben von anderer Art als unter diesen irdischen Bedingungen... und darum trauere ich immer wieder.

Er rezitierte ein Lied, das, wie er sagte, seine Mutter ihm oft gesagt und ihm sozusagen "mitgegeben" habe... vielleicht weil sie merkte, dass er ähnliche Gedanken oder Gefühle hatte. Er nannte nur die erste Strophe des Liedes, ich kopiere es im Ganzen. Wobei ich mich weniger als Gast fühle als vielmehr als jemand, der sich verirrt hat.

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Wir sind nur Gast auf Erden
und wandern ohne Ruh
mit mancherlei Beschwerden
der ewigen H e i m a t zu.

Die Wege sind verlassen,
und oft sind wir allein.
In diesen grauen Gassen
will niemand bei uns sein.

Nur einer gibt Geleite,
das ist der liebe Christ;
er wandert treu zur Seite,
wenn alles uns vergisst.

Gar manche Wege führen
aus dieser Welt hinaus.
O, dass wir nicht verlieren,
den Weg zum Vaterhaus.

Und sind wir einmal müde,
dann stell ein Licht uns aus,
o Gott, in deiner Güte,
dann finden wir nach Haus.

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08.12.2009 um 11:19 Uhr

Schon wieder Namen...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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...besser gesagt immer noch und immer wieder. Aber erst am Ende ging es heute bei Mr. Train darum. Zuerst war da wieder dieses Brain-spotting... das empfinde ich wie eine schwere Arbeit... Es wird begonnen mit einer bestimmten belastenden Situation und dann kommt einfach so, wie weiß ich nicht, eins zum anderen... und vieles steht plötzlich in einem Zusammenhang, den man vorher nicht erkannt hat. Und es ist auch eine Übung, Gefühle zu erkennen und stehenzulassen, und nicht gleich wieder wegzuerklären. Es war ein langer, breiter Fluss, der noch lange nicht ins Meer mündet...

Dann kam das mit den Namen. Ich hatte extra für Mr. Train diese Namensdeutung meines Rufnamens, die ich gestern gefunden hatte, mitgebracht. Und erzählte ihm, dass ich diesen Namen nie haben wollte und schon mal erfolglos versucht hatte, meinen zweiten Vornamen als ersten zu verwenden... Irgendwie ging das nicht. Vielleicht auch deswegen, weil ich auch diesen zweiten nicht sonderlich mag. Er sagt mir nichts. Aber, es ist ja mit Namen hier nicht wie bei armen Leuten, ich habe ja noch einen dritten, das ist mein Patenname, und den mag ich sehr gerne. Ich nannte ihn, und er meinte, dann nennen Sie sich doch so. Er fände, er würde sehr gut zu mir passen, auch zusammen mit dem Nachnamen... besser als mein erster. Und ich sollte doch einfach mal im Rathaus fragen, aber er denkt, es wäre möglich, diesen dritten Vornamen vorzuziehen, und dann ganz offiziell so zu heißen. Was natürlich noch etwas anderes ist, als sich einfach nur privat anders zu nennen. Auf diese Idee war ich noch nie gekommen... und ich muss sagen, sie gefällt mir... ich werde mich mal informieren, ob das wirklich geht.

Egal ob ich das dann mache oder nicht, ist mir wichtig, auch an meinen nicht so sehr geliebten ersten Namen heranzukommen und darin das für mich Sinnvolle zu entdecken. Auch wenn Namen letztendlich Schall und Rauch sind, so haben sie in dieser Welt doch eine Weile lang eine Bedeutung, genau wie alle anderen Wörter... und es ist kein Zufall wer welchen Namen trägt... Es ist spannend.

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