***Serenas Augenblicke***

07.10.2010 um 00:43 Uhr

Status...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Status... Staaaaatus... Wir brauchen einen Status! Jetzt muss endlich mal einer her.

Alles so ein inneres Herumgeblöke, das immer wieder mal hörbar wird. Soll ja auch gehört werden, wenn es da ist, es nützt ja nichts, wegzuhören. Aber es ist witzig, richtig witzig. Denn Statusse gibt es nicht. Es sei denn man ist so klug und setzt einfach das Leben als Status. Ein hübsches Paradoxon. Was Fließendes, das fest sein soll, weil uns das Fließen zu schnell und zu gefährlich und zu unwägbar ist.

Ja, aber... Man muss doch... Und vor allem, wo man doch älter wird... Wo soll denn das noch hinführen...

Tja, wo hat es denn hingeführt, wo bin ich jetzt? Ganz ohne Status. Ohne Sicherheit. Mit nichts, worauf man sich verlassen kann. Man schaut in Abgründe, die einen in gewissen Momenten wirklich das Grauen beibringen. Und die dann wieder - wenn man die Hysterie und den Krampf loslassen kann - einfach eine Ebene mit herrlicher Landschaft sind. Eine neue, die man gestalten kann... 

Es gibt einen Blick zurück, aber auch da findet sich kein Status. Niemals war einer da. Immer bin ich geflossen, habe mich verändert, mich bewegt... selbst wenn sich alles wie Stillstand anfühlte.

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19.09.2010 um 22:51 Uhr

Potemkinsche Dörfer...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Eben ist ein Heer grauer gruseliger Krabbeldinger quer über mich drüber gekrabbelt. Naja, das ist das Bild zu dem Gefühl, das durch einen blöden Gedanken kam. Spinnen wärn auch schon blöd gewesen, wären aber eher gegangen. Dass es so komische Dinger waren, die man gar nicht kennt, das war das Blöde. Das ist auch ein Bild... denn es bedeutet, dass diese Dinger nicht real sind und nur irgendwelche Gedanken widerspiegeln. Naja, real oder nicht, das Gefühl selbst ist eben da gewesen... Ich habe die Dinger dann einfach mal krabbeln lassen. Is nichts weiter passiert. Es stellte sich raus, dass es eigentlich um nichts geht. Sowohl bei dem Gedanken als auch bei dem Gefühl. Einfach Pappmaché oder Potemkinche Dörfer... da fällt mir der Hai ein, von dem ich mal träumte, der mich angriff. Ich hatte erst Angst vor ihm, bis ich merkte, dass er aus Pappe war. Nichts dahinter.

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16.09.2010 um 11:50 Uhr

Ich kann alles...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Ich kann alles,

wenn ich mich dem Leben überlasse...

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Manchmal kommt eine Art Trotz hoch, und der Wunsch den alten starken Weg des Willens und der Macht zu gehen. Ich spüre es manchmal noch in mir. Ich spürte es deutlich als kleines Kind als ich über die Felder und Wiesen ging und es sich anfühlte, als wären sie mein Königreich, nicht im übertragenen Sinne sondern ganz konkret... und doch ahnte ich da auch schon, dass das vorbei ist, dass das nichts mehr wird und dass was Neues da ist. Ich spürte und spüre deutlich, dass ich auf diesem Weg gegangen war, aber er ging wohl bereits in einem vergangenen Leben zu Ende. Und manchmal kommt das eben noch hoch. Meine Zeit mit Ramtha zeigt es. Ich liebte Ramtha so, weil er den alten Weg symbolisiert. Und diese Zeit zeigte auch ganz klar, dass es vorbei ist. Dass ich den Weg gewechselt habe, meine Energien sich anders ausgerichtet haben. Es ist gut so, auch wenn es sich manchmal echt schofel anfühlt. Da ist dann Trauer und Widerstand, Aufbegehren... so nach dem Motto: "Hey, ich hatte doch mal Macht... und WOFÜR hab ich das jetzt aufgegeben?!". Aber die Entscheidung für den neuen Weg ist klar und kommt aus dem Herzen. Da gibt's nichts dran zu rütteln oder zu deuteln... wer da noch ein wenig rüttelt und deutelt ist halt das Ego, aber es weiß auch, dass es da nicht mehr weitergeht...

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13.09.2010 um 12:14 Uhr

Keine Lust...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Nun war Mr. Train ja in den Sommerferien nicht da, d.h. er nahm sich diese Zeit frei, um sich um seine Kinder zu kümmern. Und das war für mich auch gut. Morgen ist wieder Termin. Ich habe keine Lust dazu. Ich hab es irgendwie satt, stundenlang zu quatschen und zu quatschen. Wozu überhaupt... Um immer wieder festzustellen, was ich eh schon weiß... dass der allgemeine schöne breite ausgelatschte Weg, den viele wählen, um in der Welt klarzukommen, nicht meiner ist und es auch nie sein wird. Ja, so ist das. ... Samarpan ist derjenige, von dem ich lerne... derjenige, der weiß, wer ich bin... derjenige, der mir auch hilft, zu meiner Kraft zu finden, meinen Weg endlich ungeteilt zu gehen... ohne irgendwelche Hintertürchen, doppelte Böden, Netze... einfach gefährlich.

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12.09.2010 um 14:10 Uhr

Aufmerksamkeit...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Und wieder wurde Vergewaltigung zugelassen, vom ich, durch andere, an sich. Wobei die anderen keine Rolle spielen oder nur die von Instrumenten. Anstatt sich selbst zu leben wurde sich auf fremde Spiele eingelassen... das ist Kleinmachen und Vergewaltigung  an sich selbst. Eine physische Vergewaltigung scheint mehr zu sein, ist es aber nicht. Viel übler, dass man das fortsetzt, auf verschiedenste Weisen... und es oft nicht einmal bemerkt. Der Blick auf Vergangenes zeigt, dass da vieles einfach gar nicht wahrgenommen wurde. Immer wieder Chancen, bewusst zu werden... doch es war nicht so weit. Jetzt spüre ich es genauer. Jetzt sehe ich das Spiel klar vor mir. Und DENNOCH passierte es wieder. Es war ein Film, der im Jetzt ablief, sehr deutlich, sehr plastisch... Da war zu sehen, wie das Ich schnurstracks in die Ohnmacht ging, bevor das Selbst in seine Kraft fand... Alt und hässlich, aber vertraut ist das Ohnmachtsspiel. Gut. Es wurde gesehen, bewusst wahrgenommen. Das Ich wird sich nie ändern, es wird alles immer wieder wiederholen. Jedoch kann man die Aufmerksamkeit dem Selbst zuwenden... Hierin - in der Aufmerksamkeit - liegt entweder Himmel oder Hölle... oder die Serenität jenseits davon...

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01.09.2010 um 11:08 Uhr

Eine echte Freundschaft...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Jetzt mit R. in Korfu zu sein, wär bestimmt total super... denk ich mir so. Aber wir sind äußerlich noch nicht wieder zusammen. Ich weiß nicht, wo sie ist und was sie macht, aber ich spüre sie. Sie liebt Griechenland... und ich wette sie würde Samarpan mögen. Naja, vielleicht würde sie auch an ihm rummäkeln... aber das würde mir nichts mehr ausmachen. Früher hätt's mich gestört. Als sie bei uns in Werder war, hat sie ganz begeistert festgestellt, dass eine Straße dort, die zum Bahnhof führt, total "griechisch" aussehe... Sie hat Freunde in Griechenland. Nette Leute... die aber so gar kein Gespür für Hunde haben... Haben einen Kettenhund... sie erzählte mit blutendem Herzen davon. Aber sie hatten da einfach kein Bewusstsein dafür... Es war für sie so völlig in Ordnung. Ja... und mit R. in Berlin... wie sie weinte, als wir von dem Wochenende mit Self zurückkamen, und sich die Anspannung von drei Tagen intensiver Arbeit an sich selbst löste, während ich mich völlig frei und leicht fühlte... und ich sie in den Arm nahm... Und dann Bremen, Ramtha!... wie sich die Hausherrin aufregte, weil wir so laut atmeteten... sie dachte wunder was wir da machen... dabei machten wir doch bloß C&E - Consciousness and Energy. Wir wollten die Realität ändern, beeinflussen, "erschaffen"... :) Ja, und sie gab mir die Gelegenheit festzustellen wie unfähig ich bin, länger als drei Tage mit anderen Menschen als dem Wassermann zusammen zu sein. Das hat, wie ich inzwischen weiß, nichts mit ihnen zu tun, sondern nur damit, dass mir - wenn man so viel in kurzer Zeit zusammen macht, und das tut man eben, wenn jemand extra anreist - dass mir dann einfach die Zeit fehlt, wieder zu mir zu kommen. Dann dreh ich irgendwie durch. Wenn ich diese Zeit habe - und der Wassermann gibt sie mir obwohl wir immer zusammen sind - dann ist alles igO. Diese Erkenntnis hat lange gedauert, und nur mit ihrer Hilfe konnte ich sie machen. Sie war so geduldig, wenn ich unausstehlich war. Sie nahm es auch als eine Aufgabe für sich selbst. Irgendwie hatte sie auch die Lösung erkannt... sagte, wir müssten ja nicht ständig zusammenhängen... Aber irgendwie kam ich auch nicht raus aus dem Verhaltensmuster, den Gast unterhalten zu sollen... Wir hatten intensive Zeiten, nicht nur so doofe, sondern auch total schöne, spannende... Ich bin gespannt wann wir uns wiedersehen, und wo... ob noch in diesem Leben oder irgendwann anders... Schön auch, dass es mit ihr möglich ist, sich ohne Drama äußerlich zu trennen, weil es sich so richtig anfühlt... Keine Fassadenfreundschaft aufrechtzuerhalten, sondern die innere Freundschaft zu hüten... zum Beispiel auch indem man sich eben äußerlich eine Weile, vielleicht auch Jahre, nicht mehr sieht. Sie ist was Besonderes. WIR sind was Besonderes... :)

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26.08.2010 um 11:33 Uhr

Unsichtbare Wunden...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Ich bin umgeben von Geschichten, die unglaublich sind. Erschütternd. Was lösen sie aus? Wieso interessiert mich Jean-Dominique Baubys Geschichte... wieso die von Noel Martin... wieso die von Thomas Kahlau.... und die von Christoph Maria Schlingensief... Dramen, und wie diese Menschen damit umgehen/umgingen. Einmal waren wir am Heuchelhof oben beim Arbeiten... wir hatten dort einen freien Blick auf das Tal, in dem die südliche Stadt liegt, und einen weiten Horizont, viel Himmel. Und es gab ein Gewitter, das unglaublich war. Es krachte und blitzte, als wollte die Welt untergehen. Erwachsenen Männern wurde mulmig. Einige Frauen gingen in hintere Räume, wo nicht die große Fensterfront war mit direktem Blick auf alles. D. sagte mir, dass sie Angst hat, man sah es ihr auch an. "Oh Gott, als ob die Welt untergeht", murmelte sie und war ganz blass. Ich fühlte mich zum ersten Mal wohl in diesen Räumen und hätte am liebsten die Fenster geöffnet. (Ich muss an âme denken :).)  In meinem Kopf entstehen Geschichten, die dramatisch sind, die extrem sind. Ich sollte das alles nicht zu wichtig nehmen, sagt eine Stimme. Is eben so. Den Grund muss man nicht wissen. Und doch sucht man doch immer wieder nach Gründen. Wenn man sie dann hat, ist deswegen nichts anders. Es ist nur eine Befriedigung für den Verstand, für den Sinnlosigkeit und Grundlosigkeit das Schlimmste ist.

Flashback von gestern nacht...

Es gab Momente, in denen sehnte ich mich nachdrücklich, sehnsüchtig sogar, danach, geschlagen zu werden. Zumindest einen harten Schlag ins Gesicht zu bekommen. Am liebsten, ausgepeitscht zu werden. Ich wollte spüren, am Körper spüren und SEHEN, was für mich zwar real aber nicht greifbar und nicht sichtbar war. Meine Wunden waren und sind unsichtbar, und das machte mich manchmal wahnsinnig. Ich wollte sie sehen. Nicht unbedingt, dass jemand anderer sie dann auch sieht, aber ICH wollte sie sehen. Ich wollte es spüren, das Brennen, die Hitze, das Zusammenziehen. Ich wollte, dass die Moleküle wie rasend umherwirbeln würden auf meiner Haut, um dem gerecht zu werden, was mir an psychischem Schmerz andauernd zugefügt wurde. Ich fand es erbarmungslos, so unsichtbar verletzt zu werden. Wirbelnde Moleküle... es blieb in meinen Gedanken hängen, als der Physik-Lehrer erklärte, eine Ohrfeige täte weh, weil die Moleküle sich sehr schnell hin- und herbewegen würden. Eine faszinierende Vorstellung. Ich hole meine Wunden hervor, denn versteckt und ungeheilt wiegen sie so schwer. Aber wie zeigt man unsichtbare Wunden? Man muss sie erst erklären. Sie sind nicht selbsterklärend. Sie sind für die anderen nicht vorhanden, solange man stumm ist. Und was, wenn man lange keine Worte hat? Oder nie? 

Irgendwann werden die Wellen sich glätten. Irgendwann werde ich ruhig sein können, von ganz alleine. Irgendwann brauche ich keine Dramen mehr. Irgendwann bin ich heil. Aber jetzt noch nicht. Und jetzt bin ich noch nicht bereit, getröstet zu werden, denn ich habe noch nicht zu Ende gefühlt. Irgendwann wird das Fühlen beendet sein, dann ist Platz für mehr... 

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24.08.2010 um 19:36 Uhr

Da kam was hoch...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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...und zwar gewaltig. Ich spürte eine enorme Energie in mir hochsteigen. Ich weiß nicht, wie ich sie nennen soll, es wäre zu wenig sie einfach mit Wörtern wie Wut oder so abzutun. Es wäre zu wenig, wirklich. Sie fühlte sich auch sehr schön an, sehr potent, sehr klar, und unglaublich kraftvoll.

Sie wurde durch etwas ausgelöst. Durch etwas, das mir der Wassermann erzählt hat, etwas, das sich in seinem Club zugetragen hat. X. (männlich) gaffte Y. (weiblich) an, d.h. er sah ihr unverwandt ins Gesicht, während die Veranstaltung vonstatten ging... (die zwei sind nicht etwa ein Paar). Y. reagierte in der Pause mit großem Ärger darauf und wies X. scharf zurecht, was die anderen nicht verstanden. Das sei doch nicht so schlimm gewesen. Sie solle ihn halt ignorieren.

Nicht schlimm? Hätte er ihr eine Ohrfeige gegeben, wären alle entrüstet und empört gewesen. Dieses Anstarren aber, das darf sein, weil es nicht körperlich ist. Aber es ist genauso unverschämt und genauso verletzend... Grenzen verletzend. Und genau das weiß X. auch, er ist kein Dummer. Er wusste auch, dass man ihm nichts anhaben kann, weil er sie ja nicht anrührte. Als ich nach meiner Meinung dazu gefragt wurde, sagte ich genau das, und redete mich in Rage und merkte es erst, als mir die Luft fast ausging und ich ganz in dieser oben beschriebenen Energie war... Plötzlich war ich bei meinem Vater angelangt, der uns niemals körperlich geschlagen hat. Ich hatte keine blauen Flecken, keine Striemen, ich konnte nirgendwo hingehen und sagen: "Das hat der gemacht! Ich will da raus! Helft mir!" Meine blauen Flecken und Striemen waren unsichtbar und wären nicht geglaubt worden. Und sogar heutzutage noch zählt hauptsächlich, was man körperlich sieht?? Ja? Is das so? Was man nicht mit den Augen sieht, das IST auch nicht? Da soll man sich nicht so haben? Oh ich könnte schreien. Ich schreie!!

Die Energie war berauschend schön, unabhängig von der Geschichte, mit der sie verknüpft war... oder vielleicht auch gar nicht verknüpft... aber durch die sie ausgelöst worden war. Ich bin noch am Spüren, am Fühlen... Ich weiß nicht, wo mich das hinführen soll oder wird... Ich schaue einfach mal...

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21.08.2010 um 11:04 Uhr

Verlorene Frage...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Irgendwie ging vorgestern meine online-Frage an Samarpan verloren. Sie kam nicht bei Ulli an und wurde nicht weitergeleitet. Ich dachte mir, das soll vielleicht heißen, dass ich nicht so blöd fragen soll sondern die Antwort vielleicht schon selber weiß. In der Frage beschrieb ich, dass ich oft sehr heftig mitfühle wenn ich vom Leid anderer Menschen (oder Tiere) höre, und dann sehr weine, wenn ich alleine bin und es so stark fühle, fast als ob es um mich ginge, obwohl immer noch ein Abstand da ist. Es ist als wäre ich in Sicherheit, weil ich nicht direkt betroffen bin, und könnte jetzt "in aller Ruhe" weinen. Ja, so ähnlich wie bei Jeanny (der Eintrag weiter unten). Ich wollte eigentlich von Samarpan wissen, ob er meint, dass das ein Trick des Verstandes ist, um sich vor dem Fühlen der eigenen Gefühlen zu drücken und vor ihnen auszuweichen oder ob das Leid der anderen letztlich auch meines ist. Ich hatte bezüglich der Antwort ein deutliches Gefühl, nämlich dass es letzteres ist. Samarpan sagt ja, dass alle äußeren Begebenheiten einfach dazu da sind, Gefühle hochzuschwemmen, die schon lange in uns sind und gefühlt und erkannt werden wollen... oft sind es tief vergrabene. Also habe ich zwar vielleicht mit einer bestimmten Begebenheiten, die mich zum Weinen bringt, nichts zu tun, aber mit dem Gefühl, dass sie auslöst sehr wohl. Das ist meines. - Ich habe das Gefühl, dass in mir noch ein ganzes Meer an Tränen ist. Jedes Weinen befreit mich ein bisschen mehr... Und so hilft mir das Leid anderer mich zu befreien... abartiger Gedanke. Aber wenn das so ist, dann ist es ja auch umgekehrt so... 

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20.08.2010 um 13:43 Uhr

Manchmal ist es so...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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...dass da nur die Erwartung einer Katastrophe spürbar ist. Einer großen, schrecklichen. Als ob das Leben nur auf eine Katastrophe hinauslaufen könnte. Egal was man bis dahin tut. Das ist auch so... jedenfalls für das Denken alleine. Zyniker und krankhaft Ängstliche sprechen die Sprache des reinen Denkens ohne jedes Erkennen von dem... für das mir jetzt kein Wort einfällt.

 

Habe wieder mal einige Vorträge von Jiddu Krishnamurti auf Youtube angesehen. Er ist mir so vertraut, es ist lange her, dass ich eins seiner Bücher gelesen habe "Einbruch in die Freiheit"... und so begeistert war, dass ich einen ganzen Stapel kaufte und sie verschenkte. Er sagt, ohne das Denken gäbe es kein Leid. Er ist sehr analytisch, sehr nüchtern, aber auch sehr weich, finde ich inzwischen. Wenn ich ihn nicht nur lese sondern auch siehe, wenn er spricht... spüre ich seine Wärme, die nur durch die Worte nicht immer herüberkommt.

Er sagt, dass wir durch das Denken nicht weiterkommen. Eigentlich wiederholt er das in allen Variationen und auf der Basis aller Themen. Und dann hört er auf. Mir fehlte immer, wie es weitergeht. Bei Samarpan habe ich es gefunden. Das Denken hat aufgehört und er führt einen in das hinein, was da ohne es ist. Wunderbar.

 

Rückfälle ins Denken sind schrecklich... Schlimmer als in den Alkohol. Aber wenn man es dann wieder loslässt, ist man vielleicht doch noch etwas stärker, sicherer, vertrauensvoller... Also ist alles gut, was ist. Wie Samarpan sagt.

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17.08.2010 um 14:18 Uhr

Ausgequetscht...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Ich quassle zuviel...

Alles muss immer ausgedrückt werden. Wie eine Sucht ist das.

Entweder schriftlich oder mündlich oder tätlich.

Nix is mit "bei sich" oder "für sich" sein.

Man verliert sich in der endlosen Ausdrückerei.

Am Schluss ist man ausgedrückt, ausgequetscht, ausgepresst wie ne Zitrone.

Ach ja, und... "to act" heißt "schauspielern"... haha...

man kommt sich auf die Schliche...

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17.08.2010 um 12:06 Uhr

Worum es geht...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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...ist immer dasselbe. Wir werden auf uns selbst zurückgeworfen, immer wieder... durch andere Menschen, durch Situationen, durch Krankheiten... durch alles mögliche. Aber man kann das überdecken, man kann anderes tun und denken, um genau davon abzulenken. Man kann anderen oder dem Schicksal Schuld zuweisen. Man kann sich in Süchte flüchten. Denn es ist das schwierigste überhaupt, mit sich selbst konfrontiert zu sein, solange das Ego noch da ist. Denn es ist grausam, es kritisiert, zensiert und liquittiert. Und es ist völlig unfähig zu lieben.

Wir erfahren das gerade... jeder auf seine Weise. Wir entdecken, wo wir ausweichen wollen. Und lassen es dann, oder tun es doch, bewusst... oder auch manchmal wieder unbewusst. So ist der Mensch eben, solange er nicht DAS in sich entdeckt hat... und nur dem vertraut. Eigentlich einfach. Aber doch schwierig, weil wir so stark programmiert sind. ... 

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16.08.2010 um 19:16 Uhr

Behindert...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Irgendwie kommt immer so vieles auf einmal hoch... wie große Flutwellen. Nun bin ich auf diese zwei Männer gestoßen, die schwerst behindert waren - Jean-Dominique Bauby und Ramon Sampedro... und die Parallelen zu den zwei Menschen, die ich kenne, sind sehr deutlich. Und dann wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass ich ja zwei Menschen mit demselben krassen Schicksal, was die Behinderung betrifft, kenne. Ihnen beiden zu bestimmten Zeiten sehr nahe war. Und selbst den Kontakt zu ihnen gesucht hatte. Ich hatte keine Probleme, mit ihnen umzugehen... ich fühlte mich wohl, speziell bei T, den ich ja viel öfter sah. Ich übersetzte die Lebensgeschichte von T. ins Englische, dafür malte er mir ein wunderschönes Bild. Mit Noel Martin telefonierte ich einmal, als er wieder in England war. Ich war so doof, ihn zu fragen, wie es ihm ginge - ich meinte das einfach ausgehend vom Istzustand... ich stellte mir vor, dass es einem da auch mal gut und mal schlecht geht, das kannte ich jedenfalls von T.... aber er sah das anders, für ihn gab es einfach kein "Gutgehen" mehr. Trotzdem nahm er es recht locker, war mir nicht böse, und sagte einfach: "schlecht".

Jetzt kommen Augenblicke meiner Kindheit hoch, als ich mir wünschte behindert zu sein. Das ist ungeheuerlich und völlig unverständlich, nicht?!! Es klingt fast verhöhnend angesichts dieser Menschen, die tatsächlich schwerbehindert leben müssen. Ich verstand es auch nicht, ich fühlte es nur. Ich versuchte auch gar nicht, es zu verstehen, die Frage des Verstehens stellte sich mir nicht. Ich fühlte einfach, dass das eine Erleichterung der Psyche wäre, die bis zur Oberkante gestresst war (ich machte mir das allerdings damals natürlich gedanklich nicht so klar, wie es mir heute klar ist). Ich fühlte, dass es die Krankheit meiner Familie ZEIGEN würde. Das verborgene und zugedeckte Leid würde dadurch sichtbar werden. Aber es geschah nicht so. Es geschahen dafür andere Dinge. Das Leben macht, was es will... es fragt nicht immer - oder nie -, ob wir mitkommen...

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15.08.2010 um 21:09 Uhr

"Ein Segen"... :(

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Es hat nur mit mir zu tun und nichts mit diesem Typen. Als ich Samarpan schrieb wusste ich im selben Moment, was er antworten würde. Und wie dumm es ist, sich auch nur einen Moment den Kopf über den betrunkenen Macho zu zerbrechen. Und dass ein Umzug was das betrifft überhaupt nichts verändert. Der Kerl hat mit seinem an sich sinnlosen Verhalten etwas aufgebrochen in mir, und darum geht es. Es sei ein Segen (bäähhh). Um ihn selbst geht es natürlich nicht die Bohne. Und diese aufgebrochene Wunde braucht Zeit zu heilen. Sich diese Gefühle der Hilflosigkeit und Angst - all das, was auch früher war - zugestehen, es zulassen, darum geht es. Und das nicht Hopplahopp abfertigen wollen. Vielleicht hab ich dazu auch keine Lust. Es ist anstrengend, schwer, langwierig. Es fühlt sich derartig Scheiße an. Als ob ich davon nicht genug gehabt hätte...:( Aber dass er recht hat, weiß ich auch.

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15.08.2010 um 18:52 Uhr

Verdammt...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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...ich glaube dieser Scheißkerl hat da mehr hochgeschwemmt, als ich dachte. Als ich heute unterwegs war dachte ich automatisch an Wildwasser. Das ist auch für Frauen, die früher Gewalt erlebt haben. Und auf einmal kamen mir Tränen. Verdammt, ich dachte es geht so... mit der Therapie bei Mr. Train. Aber ganz ehrlich, er kann damit nicht umgehen. Er hat Angst davor, ich habe das von Anfang an gespürt. Er war immer froh wenn wir dann auf ein anderes Thema kamen und hat das Gespräch nicht mehr von sich aus darauf gelenkt. Naja, kann ich ihm nicht verübeln. Was mir wieder aufgefallen ist, ich habe keine Gefühle hinsichtlich der Sache damals. Ich kann es nüchtern erzählen, als ob ich ein Roboter wäre, dass mir das geschehen ist. Das einzige Gefühl ist höchstens das, welches sagt: selber schuld, hast ja nicht auf deine innere Stimme gehört. Starke Gefühle kommen nur gegen die Anwälte... hab ich schon geschrieben, noch nicht lange her. Und diese Gefühllosigkeit der eigentlichen Sache gegenüber fühlt sich doch langsam immer unangenehmer an. Aber ich glaube mir selber immer noch nicht. Jemand in mir sagt: Was soll das, über 30 Jahre später, so zu tun, als sei das noch aktuell. Derjenige/diejenige putzt mich innerlich richtig runter und sagt dass ich das doch in Frieden ruhen lassen soll. Man könne sich viel einbilden, aber man könne es auch lassen. Und so weiter... So is das. Und dann kam das Schiffsorakel... und lenkte meine Aufmerksamkeit auf das kleine Mädchen und (!) den kleinen Jungen (der ich immer lieber sein wollte als ein Mädchen)... Das Mädchen war vorne, der Junge gab von hinten die Kraft.

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14.08.2010 um 12:04 Uhr

Missbrauchter Verstand und verlorenes DAS...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Es ist dunkel. Kein Licht, keine Wärme, alles schwarz. Verlorenheit. Trauer. Verzweiflung. Schmerz. Umarme das. Denke an keine Zukunft. Sei nur ganz in dem, was jetzt ist. Sei bereit, nichts anderes mehr zu erleben. Nie mehr, in alle Ewigkeit. Bejahe es voll und ganz. Es gibt die Auferstehung. Es gibt das Licht. Aber denke jetzt nicht daran. Sei bereit, vollkommen allein zu sein und zu bleiben, für immer. Vollkommen in der Dunkelheit, für immer. Im selben Moment kommt die Dämmerung. Unerwartet und doch mit größter Gewissheit.

Ich bin bereits allein, ich weiß es. Selbst wenn da Menschen sind und Dinge, Tiere und alles. Nichts bleibt. Was bisher blieb, war etwas in mir selbst. Alles andere kam und ging. Dieses Etwas ist es. Kein Ich. Und ich kenne es nicht mehr. Nur das Ich ist so bekannt und vertraut, als wäre es das. Aber ist es nicht. Ich habe DAS verloren in der Verwirrung der Welt. Die Welt hat mich sehr verwirrt. Jedoch kann DAS nicht wirklich verloren sein. Es kann gar niemals verloren sein. Aber mein Bewusstsein ist darüber in Verwirrung. Ich denke, meine Existenz hängt an dem, was gerade da ist, ohne zu erinnern, dass auch das, was jetzt ist, einmal nicht da war. Und dass es irgendwann nicht mehr da sein wird. 

Ich denke, wie alle, ich bräuchte dies und das. Und ich wäre allein, wenn Menschen sich abwenden von mir. Ich denke, ich sollte mich vielleicht so oder so verhalten - obwohl es für mich falsch erscheint - damit sie mir wohlgesonnen sind und ich sie weiterhin als Trostspender in meinem Leben verwenden kann. Ich verstehe, dass dies ein übles Geschäft ist und nichts mit Liebe zu tun hat. Etwas lieblicher gesagt, entsteht es aus der Hilflosigkeit des verängstigten Ich. Ungute Beziehungen. Geschäftsbeziehungen auch im Privaten. Da ist die Unfähigkeit, mit sich wirklich all-eins zu sein.

Wie ist das, wenn sich keiner um mich kümmert? Eigentlich doch gut, eigentlich gibt es mir doch den Raum, mein DAS in mir zu finden. Das Kind wusste das. Wohin hat mich mein Ego geführt? Aber nein, das ist eine falsche Frage. Das Ego ist nur für sich da. Es führt mich nirgendwo hin, das kann es nicht. ICH bzw. DAS kann das Ego führen. Wenn ICH oder DAS genau das nicht tut, dann scheint es, als ob geschieht, was das Ego möchte. Ego = missbrauchter Verstand plus Person mit allen Konventionen und Masken, die gerade üblich sind. 

Missbrauchter Verstand. In der Tat. Es ist Missbrauch, Kindern die Arbeiten und Lasten von Erwachsenen aufzubürden, sowohl physisch wie emotional. Ebenso ist es Missbrauch, den Verstand dazu zu verwenden, das Leben vollkommen zu gestalten und der Herr des Menschen zu sein. Er kann das nicht. Und wenn man ihn fragte, würde er vielleicht sagen, dass er das auch gar nicht will. Dass er gerne dienen will... und sich in dieser unpassenden Machtstellung gar nicht wohl fühlt... deswegen von Zeit zu Zeit auch austickt... und Amok läuft... sich zurückzieht und gar nicht mehr zur Verfügung stehen will.

Ohne die unbenötigte Arbeit des Verstandes im Begreifen meines Seins weiß ich, dass ich Teil von allem bin. Weiß ich, dass ich in jeder Situation meines Seins - im Erdenleben oder davor oder danach und wo auch immer - ganz und gar zu hundert Prozent aufgehoben und unverletzlich bin. Ich weiß das in diesem DAS in mir. Der Verstand zweifelt natürlich daran, denn Zweifeln ist sein Job. Doch zu diesen Fragen soll man ihn nicht befragen, denn diese kann er nicht beantworten. Niemals.

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11.08.2010 um 19:23 Uhr

Gemischte Gefühle...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Jemand hat sich nach langer Zeit wieder gemeldet. Und jetzt ist mir schlecht. Ich weiß nicht warum. Wir verstehen und mögen uns. Wir waren einmal zusammen, ganz lange her. Also damit hat es nichts zu tun. Vielleicht ist es, weil ich durch ihn wieder darauf geworfen werde, wie unkonventionell und seltsam und irregulär mein Leben ist, unordentlich und zum Teil aus gesellschaftlicher Sicht krankhaft. Jedenfalls nicht den Regeln der Gesellschaft entsprechend. Ich komme damit normalerweise klar. Ich weiß, dass es nicht anders geht, alle Anpassungsversuche waren immer umsonst. Er war früher ganz unangepasst. Aber jetzt ... hat er ne Bulthaup-Küche und so (hätte er sie mir nicht eines Tages gezeigt wüsste ich nicht, was das heißt)... Nicht, dass ich ihn deswegen nicht mehr mag. Ich mag ihn. Und habe nichts gegen solche Küchen. Aber vielleicht mag ich ihn so wie er war. Weiß nicht wirklich wie er jetzt ist.. 

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07.08.2010 um 11:49 Uhr

Stress...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Wenn ich Bestellungen kriege, stresst mich das. Blöd, das. Ich freue mich und habe gleichzeitig Stress. Wenn eine Bestellbestätigung per Mail aussteht, denke ich: hoffentlich kommt sie noch nicht. Ist doch abartig. Was die Arbeit betrifft, denke ich jedesmal, dass ich doch gar nichts kann. Dass ich - krass ausgedrückt - eine Schwindlerin oder Hochstaplerin bin, die nur vorgibt, was zu können. Wenn ich vor dem Papier hocke denke ich auch, es geht niemals. Dass ich schon so viele Bilder gemacht habe, die gut geworden sind und gefallen haben, auch mir selber, zählt dann irgendwie nicht. Auch nicht, dass die Leute vor dem Bestellen ja erst Bilder von mir sehen, also nicht einfach ins Blaue hinein bestellen, is ja logisch. Es ist als wär ich neu geboren und müsste was tun, was ich nicht kann. Jedesmal ist das irgendwie quälerisch. Solange bis ich endlich angefangen habe, dann vergesse ich all den Unsinn und mich selber. Ich würde mir den Quatsch gerne sparen, aber es ist jedesmal wieder so... :/

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06.08.2010 um 23:41 Uhr

Der Tropfen Verrücktheit...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Und dann war da dieser Tropfen Verrücktheit, fiebriger Erregtheit, wahnsinniger Hysterie und namenlosen Grauens. Nur ein Tropfen. Und der freie Raum war der Ozean. Und jemand warnte den Ozean: "Da schwirrt dieser Tropfen Verrücktheit herum, vielleicht will er in dich fallen, hüte dich! Vielleicht vergiftet er dich mit seinem kranken Wahnsinn!" Der Ozean lächelte... "Er ist willkommen... er wird in mir geborgen sein. Egal wie wahnsinnig er ist, ich kann ihn aufnehmen. Er ist ein Tropfen, er gehört zu mir!" Und der Tropfen fiel in den Ozean. Er wurde nicht negiert sondern begrüßt als das was er war. Er fiel in den Frieden.

So ist das manchmal, wenn da in mir Hysterie ist. Plötzlich falle ich in den Frieden. Bin ich im Ozean. Geborgen. Aller Wahnsinn verteilt sich so weit, dass er selbst auch in Frieden sein kann. 

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04.08.2010 um 11:06 Uhr

Schnelligkeit...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Wieder dieses Thema, es kommt oft, und ich merke, dass es klarer wird, vor allem vom Empfinden her. Tigerschnute sagte Einleuchtendes darüber, was sie in einem Workshop oder so erfahren hatte. Das erfahre ich immer wieder. Ich spürte gestern so deutlich den Zusammenhang zwischen Schnelligkeit und Distanz bzw. verlorener Verbindung. Ich meine mit Schnelligkeit nicht nur die schnellere Fortbewegung, sondern auch die Schnelligkeit im Kopf. Da sind schnellere Gedanken mit weniger Zwischenräumen. Das Autofahren auf der Schnellstraße in die Stadt leitet das ein. Dann halten wir kurz vor der Stadt, bevor wir ins Heim gehen, an, gehen eine kleine Runde am Wäldchen in der Nähe des Flugplatzes, also wieder Natur. Da habe ich nicht dasselbe Spüren wie wenn ich sonst in der Natur bin. Weil ich bereits schnell bin, schneller als die Natur tickt. Ich sehe alles, aber ich bin in diesem Zustand nicht damit verbunden... es ist fast als wäre eine Glasscheibe dazwischen. Es liegt an mir, an meinem Kopf. Kann ich aber ohne Schnelligkeit im Kopf in die Stadt fahren? Und kann ich ohne Härte Autofahren? Ich empfinde eine gewisse Härte, was die Natur betrifft, wenn ich in die Stadt gehe bzw. fahre. Eine gewisse Erbarmungslosigkeit und/oder Gleichgültigkeit ihr gegenüber. Ich stelle sie fest, im Zusammenhang mit dem Schnellen, weiß aber, dass das nicht zu mir gehört, sondern mit den schnelleren Gedanken einhergeht. Im Grunde bin ich mit dieser Schnelligkeit auch gegen mich selbst, gegen das Natürliche in mir. Als wir zurückfuhren und wir wieder am Wäldchen ein Stück liefen, wurde es mir besonders bewusst, diese Trennung. Und dann tauchte ich wieder ein, mit Bewusstheit und Absicht machte ich einen entscheidenden Schritt in die Natur-Welt und zu mir selbst, und war wieder mitten darin. Ich merke es auch daran, dass ich in der Schnelligkeit nicht fotografieren kann. Obwohl Zeit da wäre, geht das nicht. Wenn ich innerlich nicht verbunden bin, geht das nicht. Die Schnelligkeit macht kalt und tötet, das spüre ich sehr deutlich.

Mir fällt noch ein, als ich das erste mal auf Sylt war, da war ich voll im Lauftraining. Ich lief jeden Tag fünf bis zehn Kilometer, und das war mir sehr wichtig. Ich wollte damit auf keinen Fall pausieren, und natürlich ist Sylt doch eine wunderbare Gegend, auch um zu laufen. Aber als ich es am Morgen nach der ersten Nacht versuchte, ging es nicht. Ich konnte nicht laufen. Es war als würde mich die Insel, der Wind, das Meer, der Sand, der Strandhafer, die Vögel... sie alle... als würden sie mich aufhalten. Mich sachte an der Schulter aufhalten und sagen: Halt. Mach langsam. Lerne uns erst kennen. Ich gab nach, lief langsamer, und hörte dann auf zu laufen, ging nur... ganz langsam. Atmete alles um mich herum tief ein, mit den Augen und den Ohren und allen Poren. Drei oder vier Tage lang ging ich so durch die Gegend, und dann fühlte ich imch so vertraut mit allem, so auf Du und Du, und mit Liebe und Zuneigung verbunden, dass ich laufen konnte. Dann machte es nichts mehr aus, dann war es in Ordnung. Jetzt war ich keine Fremde mehr. Und obwohl ich lief, waren meine Gedanken stille... die wundervolle Natur, besonders das Meer mit seinen schönen Geräuschen, hatte sie ganz ruhig und langsam gemacht... 

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