Es ist dunkel. Kein Licht, keine Wärme, alles schwarz. Verlorenheit. Trauer. Verzweiflung. Schmerz. Umarme das. Denke an keine Zukunft. Sei nur ganz in dem, was jetzt ist. Sei bereit, nichts anderes mehr zu erleben. Nie mehr, in alle Ewigkeit. Bejahe es voll und ganz. Es gibt die Auferstehung. Es gibt das Licht. Aber denke jetzt nicht daran. Sei bereit, vollkommen allein zu sein und zu bleiben, für immer. Vollkommen in der Dunkelheit, für immer. Im selben Moment kommt die Dämmerung. Unerwartet und doch mit größter Gewissheit.
Ich bin bereits allein, ich weiß es. Selbst wenn da Menschen sind und Dinge, Tiere und alles. Nichts bleibt. Was bisher blieb, war etwas in mir selbst. Alles andere kam und ging. Dieses Etwas ist es. Kein Ich. Und ich kenne es nicht mehr. Nur das Ich ist so bekannt und vertraut, als wäre es das. Aber ist es nicht. Ich habe DAS verloren in der Verwirrung der Welt. Die Welt hat mich sehr verwirrt. Jedoch kann DAS nicht wirklich verloren sein. Es kann gar niemals verloren sein. Aber mein Bewusstsein ist darüber in Verwirrung. Ich denke, meine Existenz hängt an dem, was gerade da ist, ohne zu erinnern, dass auch das, was jetzt ist, einmal nicht da war. Und dass es irgendwann nicht mehr da sein wird.
Ich denke, wie alle, ich bräuchte dies und das. Und ich wäre allein, wenn Menschen sich abwenden von mir. Ich denke, ich sollte mich vielleicht so oder so verhalten - obwohl es für mich falsch erscheint - damit sie mir wohlgesonnen sind und ich sie weiterhin als Trostspender in meinem Leben verwenden kann. Ich verstehe, dass dies ein übles Geschäft ist und nichts mit Liebe zu tun hat. Etwas lieblicher gesagt, entsteht es aus der Hilflosigkeit des verängstigten Ich. Ungute Beziehungen. Geschäftsbeziehungen auch im Privaten. Da ist die Unfähigkeit, mit sich wirklich all-eins zu sein.
Wie ist das, wenn sich keiner um mich kümmert? Eigentlich doch gut, eigentlich gibt es mir doch den Raum, mein DAS in mir zu finden. Das Kind wusste das. Wohin hat mich mein Ego geführt? Aber nein, das ist eine falsche Frage. Das Ego ist nur für sich da. Es führt mich nirgendwo hin, das kann es nicht. ICH bzw. DAS kann das Ego führen. Wenn ICH oder DAS genau das nicht tut, dann scheint es, als ob geschieht, was das Ego möchte. Ego = missbrauchter Verstand plus Person mit allen Konventionen und Masken, die gerade üblich sind.
Missbrauchter Verstand. In der Tat. Es ist Missbrauch, Kindern die Arbeiten und Lasten von Erwachsenen aufzubürden, sowohl physisch wie emotional. Ebenso ist es Missbrauch, den Verstand dazu zu verwenden, das Leben vollkommen zu gestalten und der Herr des Menschen zu sein. Er kann das nicht. Und wenn man ihn fragte, würde er vielleicht sagen, dass er das auch gar nicht will. Dass er gerne dienen will... und sich in dieser unpassenden Machtstellung gar nicht wohl fühlt... deswegen von Zeit zu Zeit auch austickt... und Amok läuft... sich zurückzieht und gar nicht mehr zur Verfügung stehen will.
Ohne die unbenötigte Arbeit des Verstandes im Begreifen meines Seins weiß ich, dass ich Teil von allem bin. Weiß ich, dass ich in jeder Situation meines Seins - im Erdenleben oder davor oder danach und wo auch immer - ganz und gar zu hundert Prozent aufgehoben und unverletzlich bin. Ich weiß das in diesem DAS in mir. Der Verstand zweifelt natürlich daran, denn Zweifeln ist sein Job. Doch zu diesen Fragen soll man ihn nicht befragen, denn diese kann er nicht beantworten. Niemals.