***Serenas Augenblicke***

27.04.2010 um 10:57 Uhr

Wahnsinn...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Bedrohungsgefühle... Als ob... mich Dinge erschlagen. Angst vor menschengeschaffenen Dingen... Strukturen... Wusstest du nicht, dass du Verantwortung für alles menschengeschaffene zu tragen hast? Einfach nur weil du Mensch bist. Erbsünde. Du bist niemals außen vor. Niemals nicht verantwortlich. Du hast mitgemacht, du steckst mittendrin und willst jetzt nichts damit zu tun haben? Mitgehangen, mitgefangen. Du bist umgeben von all dem, all diesen Dingen und Strukturen und sie fordern deine Aufmerksamkeit, deine Mühe, deinen Schweiß, deine Tränen. Alles aufgebaut auf eigensinnigem Trotz, auf Besserwisserei... ein wahnsinniger Amoklauf. Fugen zwischen Fliesen können Wahnsinn auslösen. Träume vom Eingesperrtsein kommen, von Ausgeliefertsein und Hoffnungslosigkeit. Ich werde abgeführt, werde eingesperrt. Meine "Zelle" im Gefängnis befindet sich unter dem Dach. Dort ist kein Boden, nur Balken. Auf denen kann ich balancieren oder sitzen. Liegen und schlafen ist unmöglich, dann werde ich fallen... tief... Ich muss wach bleiben, sonst sterbe ich. Der Weg zurück ist vielleicht aber das Fallenlassen. Das Sterben des Wahnsinns.

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27.04.2010 um 09:34 Uhr

Zorn...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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...heulender Zorn... Was für ein schönes Gefühl, wenn es einfach da gelassen wird, wo es grade auftaucht... Alle wütenden Aktionen... Angriffe, verbale oder auch physische Kämpfe... sind leider nur der Versuch, den Zorn loszuwerden, ihn nicht fühlen zu müssen. Was man da tut hat nichts mit Zorn erleben zu tun sondern bedeutet: Ich muss unbedingt etwas tun, um dieses Gefühl loszuwerden. Die Wut (die Aktion) stiehlt dem Zorn dann die Schau, und es ist nur ein Abreagieren... und ein Weglaufen vor der Intensität des Zorns. Als ob man es nicht aushalten könnte... denn es ist pure Lebendigkeit, Kraft, Bewegung, Leidenschaft. Angstmachend wird das nur, wenn es unterdrückt wird... Wir dürfen ZORN fühlen. Ihn zulassen, erleben... nicht in einem Amoklauf vor ihm fliehen...

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25.04.2010 um 10:24 Uhr

Tief sinken...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Wie weit hat man sein eigenes Zentrum in einen anderen verlegt? Besonders macht man das mit dem Partner, aber auch mit den Kindern, wenn diese dem Alter nach längst keine mehr sind. Ich habe auch mein Zentrum zeitweise in meinen Partner verlegt. Mich alleine gab es dann nicht mehr. Ich hatte das Glück, einen Partner zu haben, der keine Rücksicht darauf nahm, dass ich das tat... und somit funktionierte es eigentlich nie. Ich konnte mir dessen immer bewusster werden und es fallen lassen. Was noch nicht heißt, dass ich dann automatisch in meinem eigenen Zentrum war. Ich bin auf dem Weg, da hineinzusinken... in Augenblicken bin ich auch ganz da... Aber wie leicht wird man herauskatapultiert... durch Gedanken, durch kreierte Dramen. Aber ich befinde mich im Sinken, und das ist schon mal gut... Die Sätze "Das zieht mich herunter" und der Ausdruck "tief gesunken sein" haben nun eine ganz umgekehrte, sehr serene Bedeutung... :)

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23.04.2010 um 11:09 Uhr

In die Geschichte gehen bedeutet Krieg...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Über etwas die Wahrheit sagen und nicht in die Geschichte gehen. Ein Ärger zwischen Menschen, zum Beispiel. Was läuft dann ab? Man geht in die Geschichte. Man erklärt weshalb man sich ärgert, man erklärt, was der andere getan hat und was er eigentlich tun müsste. Der andere tut das auch. Das ist "in die Geschichte gehen". Die Wahrheit sagen würde bedeuten: nur den Ärger sehen. Die Geschichte davon loslösen. Die Geschichte hat mit dem Ärger nichts zu tun. Wie oft kommt es vor, dass man vergessen hat, weswegen man eigentlich gestritten hat.  Das zeigt deutlich, dass die Geschichten gar nicht relevant sind. Sie sind nur Auslöser für Gefühle. Die Wahrheit sind die Gefühle, die aufeinander treffen. Die Wahrheit ist der Unfrieden, den man in sich fühlt. Die Wahrheit ist vielleicht, dass man den anderen gerade nicht ertragen kann, und trotzdem bleibt... dann kommt ein Streit, denn die Energie ist so. Es kann gar nicht anders sein. Die Wahrheit sagen würde heißen: Ich gehe jetzt mal, ich muss alleine sein. Oder mit jemand anderem sein. Wenn der Ärger entstanden ist, würde die Wahrheit sagen heißen: Ich bin gar nicht ärgerlich, weil Du xy getan hast, sondern weil ich gerade meine Ruhe brauche und sie mir nicht genommen habe. Oder weil ich mir Sorgen um etwas ganz anderes mache, das mit dir gar nichts zu tun hat. ... Aber wir lieben es, in die Geschichten zu gehen und dort - völlig außerhalb jeder Wahrheit und Wahrhaftigkeit - Krieg zu führen. 

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20.04.2010 um 16:01 Uhr

Geschichtslos...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Dazusitzen, ganz ohne meine Geschichte. Geschichtslos und gesichtslos. Nur das Sein zu spüren. Gedankenlos im Nicht-Verstand. Irgendwann kehre ich zurück in die Geschichte oder die Geschichte taucht wieder auf. Dann agiere ich darin, schreibe sie weiter. Und das "lose" ist immer noch da. Also der/die/das Geschichtslose ist mit dabei, eindeutig. Beobachtet die Geschichte einfach. Wie ich mich beim Einkaufen in verschiedenen Geschäften beeile, obwohl ich Zeit habe. Wie meine Finger fahrig werden, wenn ich mich selbst hetze, weil die Kassiererin schnell macht. Es beobachtet, nimmt es wahr. Wie ich mich über etwas beraten lasse und währenddessen auch schon wieder Eile verspüre, obwohl Zeit genug da ist. So dass ich nochmal zurückgehen muss, um noch eine Information einzuholen, die ich in meiner inneren Hetze vergessen habe. Ich nehme die Pole Ruhe und Hetze überdeutlich wahr. Personifiziere keines davon mit mir. Es geht nur darum, eine Ganzheit in ihrer unmöglichen Geteiltheit zu erkennen. Dann kann der Blick wieder größer werden, so dass er das Ganze umfasst. Mal sehen ob es so ist...

17.04.2010 um 22:17 Uhr

Alles easy im Universum...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Die Gefühle fühlen, die da sind... jetzt gerade. Wie oft wiederholt Samarpan das. Und doch passiert es immer noch manchmal, dass ich da vorher etwas korrigieren will. Stress mit den Nachbarn, die sich unmöglich benehmen und Ärger deswegen? Nein, nicht sich ein dickeres Fell zulegen. Nicht weghören und wegsehen und wegfühlen. Nicht gut sein wollen. Nicht die negativen Gefühle bewerten und wegdrücken wollen. Was jetzt da ist, das soll auch da sein, will wahrgenommen werden. Es bietet jedenfalls die Gelegenheit dazu. Immer wieder im Leben. Nicht sich Frieden wünschen wenn da offensichtlich Krieg ist, sondern den Krieg fühlen. Wie fühlt es sich an, in Unfrieden zu sein? Es genau fühlen. Ohne Bewertung. Es ist in Ordnung, es darf sein. Woher es kommt, warum es da ist... ist egal. Die Gedanken, die immer wieder Gründe haben wollen und Erklärungen geben sind nur Mindfuck. Lenken natürlich ab von dem, was da ist. Führen raus aus den Gefühlen, die sich durch den Körper bemerkbar machen und gesehen und angenommen werden wollen. Ist es so schwer? Und so schwer, das Gutmenschentum abzulegen? Ich kann eine bitch sein und bin es, und es ist sogar was sehr Kraftvolles, Schönes, kann sich ziemlich gut anfühlen. Wenn es sich Scheiße anfühlt, hat sicherlich Mr. Mind gerade ein Urteil darüber abgegeben: So darfst du aber nicht sein. Wohl darf ich... :) Wieviele Lügen dürfen es denn sein, bevor man mal zum Punkt kommt? Und in wievielen Leben hat man bis zum Ende allen und sich selber was vorgelogen? Vielleicht könnte man das beenden. Vielleicht diesmal. Aber es gibt weder einen Zeitplan noch Zeitdruck. Alles easy im Universum. :)

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27.03.2010 um 11:28 Uhr

Nicky zeigte meine Wut...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Sitzen, mit sich alleine sein, und einfach fühlen, was da ist. Ich tue das regelmäßig. Gestern kam Überraschendes zum Vorschein, eine neue Erkenntnis... Neue Erkenntnisse über sich selbst, selbst wenn man sie noch nicht völlig versteht... lösen viel, machen entspannter. Es fühlte sich gut an, obwohl da Trauer war und Schmerz. Diese beiden kamen jetzt ins Fließen, und das ist wohl das Gute.

Ich dachte an meinen ersten Hund, den ich mit 9 Jahren bekam und der so wichtig für mich war. Er war ein halbes Jahr alt, als er zu uns kam. Die Familie, wo er bis dahin lebte, konnte ihn angeblich nicht mehr halten, weil der Mann Nachtschicht arbeitete und am Tag schlafen musste und der Hund dann durch Bellen störte. Das war gelogen, wie sich später herausstellte. Nicky bellte sehr wenig. Nicky war aber krank, psychisch krank. Er hatte eine Krankheit, die ihn sekunden- bis minutenweise austicken ließ. Er war dann in einem Zustand, wo er nicht mehr er selber war, und in diesem Zustand empfand er offenbar jede Berührung als einen Angriff und biss zu. Es kam immer öfter zu solchen Zwischenfällen. Mich biss er nie, weil ich ihm ansah, wann er diese Momente hatte und ihn dann nicht anfasste. Die anderen checkten es nicht. Und ich klärte sie auch nicht darüber auf...

Als ich über früher nachdachte fiel mir ins Auge, dass dieser Hund die tiefen Aggressionen innerhalb dieser Familie demonstrierte. Die Erkenntnis, die ich gestern hatte, zeigte mir, dass Nicky ganz speziell *meine* Aggressionen zeigte, die ich in mir versteckt hatte. Und die später, schon längst erwachsen, immer wieder gegen meine Eltern zum Vorschein kamen. Wenn ich längere Zeit mit ihnen zusammen war (z.B. wenn sie uns einige Tage besuchten, wir wohnten mehrere hundert Kilometer von ihnen entfernt), dann bekam ich genau solche Momente wie Nicky... wo ich scheinbar grundlos wütend wurde und sie kaum noch ertragen konnte und sie am liebsten weggebissen hätte. Und ich bekam diese Momente auch, wenn ich mit einer Freundin zusammen war, ihr gegenüber, wenn sie mich mit ihrer mütterlichen Fürsorglichkeit (für äußere Dinge, z.B. dass ich im Regen nicht nass wurde oder so) an meine Mutter erinnerte. Es hatte ansonsten nichts mit ihr zu tun. Ich lief wütend, fast platzend, neben ihr im Regen her und ließ mich nass regnen... und verstand nicht, was mit mir los war.

Dabei ist es gar nicht schwer zu verstehen... Ich wurde früher äußerlich bestens versorgt... aber mein Herz wurde alleine gelassen und missachtet. Das machte mich wütend ohne dass mir das bewusst wurde. Als Kind konnte ich diese Wut nicht richtig spüren und auch nicht zeigen. Der Hund schon. Aber dann wurde er umgebracht, weil er das tat. Eingeschläfert, wie man das nennt. Die Wut wurde eingeschläfert... Die Botschaft war eindeutig. Aber sie erwachte wieder. Bis sie irgendwann voll ausbrach und ich mich erschrocken zurückzog... weil ich dachte, das zerreißt mich, das bringt mich um. Endlich hielt ich den Abstand, der nötig war!! Und es tat mir gut.

Samarpan sagt, es ist nicht nötig, die Wut voll auszuleben und äußerlich den Menschen zu zeigen. Wenn es geschieht, ist das okay, aber man muss es nicht absichtlich tun um sich etwas zu beweisen. Sich gar unter Druck setzen, es zu tun, um sich zu befreien. Man kann sich auch ganz alleine befreien. Man kann die Wut für sich alleine bearbeiten, indem man sie fühlt und annimmt und nicht zurückweist und nicht verurteilt. Und man darf auch die Konsequenzen ziehen, sich zurückzuziehen von den Menschen, die früher damit zu tun hatten... das sollte man sich ebenfalls erlauben, ohne es zu verurteilen.

Sorge gut für dich selbst. Sei sanft mit dir selbst. Sei sanft mit deinen Gefühlen, denn sie gehören zu dir und helfen dir.... sagte er zu mir...

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26.03.2010 um 10:28 Uhr

Für sich alleine stehen...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Ich habe mir früher oft Gedanken darum gemacht, dass es offenbar so ist, dass man sich, wenn es einem schlecht geht, freut, sich wohler fühlt, wenn es anderen ebenfalls so geht. Ich dachte, das kann doch nicht sein... das ist doch sehr traurig... irgendwie sehr egoistisch. Wenn es mir nicht gut geht, soll's den anderen auch nicht gut gehn... oder wie? Nein, so bösartig ist das nicht gemeint. Es hat mehr mit Angst zu tun... man fühlt sich, wenn es einem schlecht geht, "anders" als die anderen... man fühlt sich dadurch alleine. Das eigentliche Problem ist das Gefühl des Alleinseins, des Herausgefallenseins. Und dass man sich dafür auch noch die Schuld gibt. Wenn man merkt, da sind noch andere, denen es genauso geht, fühlt man sich nicht mehr allein und ist erleichtert. Blöd finde ich das immer noch. Unerlöst... unfrei... krückenhaft... hilflos... immer noch sehr traurig. Ich lerne, für mich allein zu stehen, so wie ich bin.... das will ich und werde ich. Ich hatte früher als Kind einmal in meinem hilflosen Schmerz gemeint, ich könnte mich hinter jemand anderem verstecken und so durchs Leben kommen, ungesehen bis zum Ende, "davongekommen". Und wusste damals schon im selben Moment, dass es nicht möglich ist. Und auch nicht schön. Jeder ist einzigartig, sowieso. Und man darf das voll und ganz sein, auch in den Eigenschaften, die andere vielleicht nicht gut finden. Period.

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21.03.2010 um 23:40 Uhr

Die Angst spüren...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Es war später Abend, kurz vor Mitternacht, also die übliche Zeit, als ich aus den Weinbergen auf den Ort zuging. Ich hatte ihn fast erreicht, sah die Häuser bereits - der Weg macht dort eine leichte Linkskurve um dann zu einer Straße zu werden -, da stand plötzlich genau dort ein riesiges Tier. Es sah wie ein Wolf aus, von vielleicht dem Zehnfachen der normalen Größe. Er war schwarz und in seinen Augen loderte Feuer. Er stand wie eine Statue da, doch ich sah seinen Körper atmen, und aus seinen Nasenlöchern dampfte es.

Ich blieb wie angewurzelt stehen. Ich hatte den Impuls mich umzudrehen und zu laufen, doch dieser war im selben Moment zerschmettert, angesichts der mächtigen physischen Überlegenheit des riesigen Tieres. Mit einem Satz hätte es mich eingeholt. Meine Gedanken schlugen Purzelbäume, doch ohne jeden Wert, ich konnte keinen von ihnen fassen. Kein vernünftiger Handlungsvorschlag kam vor. Ich war verloren.

Doch dann tauchte Samarpans Bild vor meinem inneren Auge auf. Und ich hörte seine Worte wieder, die ich so oft schon gehört hatte, dutzende Male hatte er allen immer wieder dasselbe gesagt: "Lass das Gefühl, das jetzt da ist, zu. Spüre es voll und ganz. Kümmere dich nicht um die Geschichte, aus der heraus es scheinbar entstanden ist." Das war meine einzige Chance. Sollte mich der Wolf dann doch mit Haut und Haaren verschlingen, dann sollte es eben so sein.

Ich schloss die Augen und spürte die Angst. Sie fühlte sich an wie eine eiserne Klammer um meine Körperhülle herum. Ich wollte schon wieder weg, führte mich aber sanft zurück. Die Klammer schien von der Körperoberfläche nach innen zu drücken, schien mich zusammenzuquetschen, immer weiter und weiter... ich spürte spürte spürte es... intensiv... ich blieb standhaft in diesem Gefühl und war bereit, es total zu fühlen, und wenn es sein müsste darin zu sterben. Ich war ja eh verloren. Die Klammer drückte noch weiter, mein Herz schlug noch wilder als vorher schon... Ich blieb da. Ich suchte keine Ausflucht. Und da... - urplötzlich -fühlte sich das völlig grotesk an, und die Umklammerung fiel von mir ab, ich spürte eine unglaubliche Leichtheit und ich dehnte mich in sie hinein fließend wieder aus.

Ich spürte, was geschehen war... und was sonst geschieht, wenn man nicht bei dem Gefühl bleibt. Das Gefühl MUSS aufhören, wenn man die Aufmerksamkeit ungeteilt in ihm belässt, denn es - sprich: Angst - ist keine Wahrheit. Sie ist eine Illusion des Verstandes. Wie ein Spuk oder ein fauler Zauber. Oder wie die verwirrenden Kunststücke der Magier aus dem Osten, die sogar Zitronenbäume aus dem Nichts in Sekundenschnelle hochwachsen lassen können... und wenn man die Früchte anfassen will, greift man ins Leere.  Dasselbe ist es mit der Angst: wenn man das Fühlen ihrer Natur abbricht, wenn man ein anderes, angenehmeres Gefühl darüberstülpt, dann wird man nie erfahren, dass sie unecht ist und dass man in Wahrheit frei ist.

Ich öffnete die Augen wieder. Der Weg war frei.

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21.03.2010 um 11:35 Uhr

Das mit den Eltern...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Bis man selber schon fast alt ist, plagt man sich (also diejenigen eben, bei denen es nicht hübsch und friedvoll verlaufen ist) mit dieser Beziehung herum. Ich kenne mehr Leute, die Probleme mit ihren Eltern haben, als nicht. Das andere soll's wohl auch geben, taucht aber in meiner Welt kaum auf. Leute in meinem Alter, also Mitte 40, und noch älter klagen darüber, hängen fest, haben starke Gefühle wie Wut... haben teilweise seit Jahren keinen Kontakt, sind im Streit auseinandergegangen, machen Therapie, in der das Verhältnis zu den Eltern eine enorm große Rolle spielt oder haben deswegen sogar gesoffen wie die Löcher. Und weswegen das alles? Wegen unendlicher gegenseitiger Erwartungen, nur weil man "Familie" ist. Weil man sich nicht loslassen und in Ruhe lassen kann. Entweder die Eltern wollen bis in alle Ewigkeit Eltern spielen und kontrollieren (ein Elternpaar hat unseren potentiellen Mietern tatsächlich die Wohnung, die sie unbedingt haben wollten, versaut) oder man selber kommt von früheren Verletzungen nicht weg und will Wiedergutmachung... Ist kaum je möglich, weil die Eltern das meistens völlig anders sehen. Einige erwarten von ihren Eltern "bedingungslose Liebe" und haben davon eine ganz bestimmte Vorstellung, die die Eltern nicht erfüllen (können).

Viele indische Lehrer, viele indische Schriften sagen, dass man sich von der Familie lösen soll, sobald man erwachsen ist. Das muss nicht unbedingt äußerlich sein, aber äußerlich ist es hilfreich. Jesus fragte einmal rhetorisch, wer seine Mutter, wer seine Familie sei, als sie ihm sagten: Deine Mutter ist da. Samarpan sprach von den Tieren, und diesen Gedanken hatte ich sehr oft, bei denen es so etwas nicht gibt. Mir kam es immer, auch früher schon, unnatürlich vor, so eine fast schon "ewige" Verbindung, irgendwie zwanghaft. Vielleicht auch deswegen, weil es bei uns nicht so schön verlaufen ist, weil viel Leid da war. Trotzdem habe ich immer noch Kontakt gehalten. Es war absolut widersprüchlich. Muttertag und Vatertag fand ich verlogene Tage, die mich unter Stress setzten. Ich wollte mich nicht melden, nur weil irgend ein Idiot diese Tage eingeführt hatte (WER war das, zum Teufel?!!), aber das alte Programm setzte ein und machte ein schlechtes Gewissen. Das zu überwinden und *nicht* anzurufen, war nicht so einfach, machte ich manchmal, manchmal nicht.

Jetzt fühle ich mich frei von meinen Eltern, jetzt, wo sie gestorben sind. Ist das nicht verdammt Scheiße. Man sollte das vorher schaffen. Sollte. Naja. Es ist wie's ist.

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16.03.2010 um 11:36 Uhr

Gefühle sanft einladen...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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War heute bei Mr. Train. Erst erzählte ich ihm von Samarpan, was ich ja schon das letzte Mal gemacht hatte. Er findet ihn auch gut. Eigentlich ist das brain-spotting und das was Samarpan macht, sehr ähnlich. Der einzige Unterschied liegt darin, dass Samarpan immer mit den jeweiligen Gefühlen umgeht, mit denen die Leute zu ihm kommen, während man beim brain-spotting Gefühle wachruft, die man früher einmal hatte bzw. immer wieder hat, die aber jetzt gerade nicht da sind. Ich hatte Samarpan das brain-spotting ja beschrieben und ihn gefragt, ob er das okay fände, die Gefühle, die grade nicht da sind, willentlich hervorzuholen. Er meinte, man könnte sie schon "einladen", das fände er auch gut... wichtig sei, dass man das sanft tut. Der Begriff "einladen" gefiel Mr. Train auch. Und er stellte auch klar, dass es sanft sein soll und wenn sie dann dennoch gar nicht kämen oder vielleicht ganz andere, wäre das auch in Ordnung.

Dann machten wir brain-spotting, und ich begann es mit dem Gefühl des Abgelehntseins von meiner Mutter... die am Morgen immer froh war, wenn ich endlich weg war, in der Schule... die Schule, die für mich eine Tortur und großer Stress war. Es kam irrational und unausgesprochen - nicht einmal gedacht, sondern nur gefühlt - so bei mir an: Sie stößt mich weg in etwas hinein, das für mich schrecklich ist. Und sie sieht nicht oder will nicht sehen, wie schlecht es mir mit der Schule geht. Zuerst war da dieses Leiden wieder... und dann kam Wut hoch, und wie schon kürzlich stellte ich fest, was für eine großartige Kraft darin eigentlich steckt. Vorher war das Gefühl des Zusammengekauertseins, und dann auf einmal das Aufrechtdastehen, mit freiem Atem und den Armen frei, nicht irgendwie verschränkt oder verknotet. Zwischendurch kam immer wieder der Verstand, der eigentlich gar nicht eingeladen war, und fragte nach dem Wieso und Warum, wollte verstehen, bot Interpretationen an... Aber auch das war sehr gut so, denn dadurch wurde die Unterscheidung zwischen Verstand und Bauch/Herz/Gefühl ganz klar und eindeutig, die früher oft undeutlich und verschwommen war...

Ich spürte es und Mr. Train sprach es aus, dass sich zur Zeit wirklich viel tut, recht konkret und deutlich wahrnehmbar. Ich habe das Gefühl, dass das - zufällig oder nicht - so ist, seitdem ich wieder mit Samarpan Kontakt habe. Es ist als ob vorher ganz viel im Unterbewussten abgelaufen ist und seit einigen Wochen kommt es nach und nach hervor. Vielleicht ist es auch umgekehrt, und durch das Hervorkommen kam mir auch der Impuls, Samarpan nach so vielen Jahren wieder aufzusuchen. Es ist so ermutigend, so gehalten zu sein, durch diese Güte, die er hat und dieses ständige Ermutigen alles, was jetzt ist, zuzulassen, nichts abzuurteilen. Und Mr. Train ist ebenfalls eine große Hilfe. Ich bin dankbar.

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15.03.2010 um 17:42 Uhr

Rucksack...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Gestern nach dem Satsang, schon im Auto auf der Rückfahrt und dann immer stärker werdend bis heute morgen, hatte ich das Gefühl, ich würde einen fürchterlich schweren Rucksack tragen, so fühlten sich meine Schultern an. Ich ließ mir Zeit das genau zu fühlen und ließ auch alle Gedanken, die da waren, die sich vorwiegend um den Inhalt des Satsangs drehten, nochmal vorüberziehen. Dann arbeitete ich an meinen Fotos und machte die Wäsche und vergaß mich irgendwie ganz. Als ich mit Felix loszog spürte ich dann plötzlich eine Leichtigkeit, die mich ganz irritierte. Mein Körper fühlte sich extrem leicht an, der Druck auf den Schultern war weg, und ganz irrational hatte ich den Eindruck, irgendetwas vergessen zu haben, das ich hätte mitnehmen müssen... was natürlich nicht so war. Irgendetwas total Schweres war plötzlich weg. Ich habe keine Ahnung, was es ist... vielleicht bekomme ich das noch heraus.

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13.03.2010 um 10:23 Uhr

Kraft...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Durch Samarpan und was er über die die schönen Leute - die Hunde - sagte, wurde mehr in mir ausgelöst, als ich dachte. Ich fühlte mich bei seinen Worten so wohl, freute mich so sehr über die Liebe darin... und erinnerte mich natürlich wieder daran, dass die Hunde es waren, denen ich mich als Kind anvertraute, mein Herz anvertraute, weil da sonst niemand war, der ernsthaft Interesse daran hatte... Aber wie es überhaupt dazu kam, dass Hunde bei mir waren, als Kind... das ist es, was mir jetzt deutlich wurde. Ich dachte von mir immer eher als jemand, der nicht gerade kraftvoll oder machtvoll ist... sondern eher ohnmächtig. Aber das ist gar nicht so. Ich war nicht das Kind, das herumquengelt, bis es bekommt, was es möchte. Gar nicht. Und meine Eltern waren auch nicht die Eltern, die sich weichklopfen ließen. Wenn sie "nein" sagten, meinten sie das, und basta. "Period." Ich wollte einen Hund haben, da war ich höchstens 5 Jahre alt. Ich bekam ein Nein. Quengeln tat ich wirklich nicht, und schmeicheln auch nicht. Aber ich wiederholte meinen Wunsch. In Abständen. Immer wieder. Als ich 9 Jahre alt war, durfte ich einen Hund haben. Ich habe tatsächlich vier Jahre lang nicht aufgegeben, nicht aufgehört, diese Frage zu stellen, obwohl die Neins meiner Eltern immer ernst waren. Wie cool find ich das eigentlich... Mir war das noch nie so bewusst wie jetzt. Was für ein starkes Mädchen das war. Als mein Hund dann da war... bezahlt von meinem eigenen Geld, das ich gespart hatte... war ich das glücklichste Wesen in allen Universen. Und nicht ein einziges Mal musste meine Mutter für mich den Hund füttern oder ihn ausführen, wie sie seltsamerweise befürchtet hatte. Wieso hatte sie das denn befürchtet? Kannte sie mich denn nicht? Nein, sie kannte mich nicht.

Danke, Samarpan... :)

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10.03.2010 um 19:07 Uhr

Angst verwandelt sich in Zorn...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Heute, wieder draußen - die Natur hilft mir, zu heilen, sie hält mich und trägt mich, während etwas mit mir geschieht - also draußen, am Fluss... da fühlte ich plötzlich, dass diese Angst in mir, die sich zuweilen auf etwas bestimmtes richtet, und sonst mal mehr mal weniger mal gar nicht von mir bemerkt vor sich hinschwelte... nicht mehr da war... weg, komplett weg... und stattdessen war da...

...

...

ZORN...

...

...

Und eine unglaubliche Kraft.

...

...

Die fühlte sich ein bisschen unheimlich an... aber auch unglaublich gut...

sie ließ mich lächeln... 

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10.03.2010 um 10:55 Uhr

Ist das wirklich wahr? - The Work

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Heute morgen im Wald dachte ich an zwei Personen, über die ich mich geärgert hatte und die ab und zu in meinem Geist auftauchten. Die eine war jemand, die sich an mich hängte, mir Komplimente machte, die mir zunehmend unangenehm wurden, die mich immer mehr bedrängte, so dass ich schließlich anfing mich abzugrenzen, weil mir das zuviel war. Von dem Moment an zog sie sich ganz zurück und ich merkte, wie unwahrhaftig alles zuvor Gesagte gewesen war. Ich wusste, dass ich auch darüber stehen könnte. Doch irgendwie fühlte ich mich "benutzt" und ärgerte mich darüber. Die andere Person zog sich ebenfalls zurück, nachdem ich sie in dem, was sie mir vehement erzählte, nicht unterstützte, weil es in meinen Augen falsch war. Ich sagte ihr, dass ich den Menschen, über den sie sich beschwerte, vollkommen anders wahrnahm. Das wollte sie nicht hören und zog sich vollständig zurück. Zuvor hatten wir eine nette Bekanntschaft mit Option zu Freundschaft gehabt. Ich fand es eitel und egozentrisch, was sie über den anderen Menschen sagte bzw. von diesem verlangte (aber nicht bekam), ihre Wut darüber fand ich kindisch. Worüber aber ärgerte ICH mich eigentlich? Dass sie meine Wahrheit nicht gelten ließ und mich gleich fallenließ wie eine heiße Kartoffel? Womöglich. Ich weiß es nicht genau. Als ich das im Wald laufend so an mir vorüberziehen ließ, sah ich nicht wirklich ein Problem, weder in der einen Person noch in der anderen. Aber irgendetwas hatte mich diese beiden Vorkommnisse ja doch bisher nicht ganz vergessen lassen. Weshalb? "Sich ungerecht behandelt fühlen" "Sich ausgenutzt vorkommen"... das waren so die Sätze, die dann auftauchten. Wobei ich das im selben Moment schon wieder kindisch fand. Aber kindisch oder nicht, es war da.

Dann fiel mir wieder "The Work" von Byron Katie ein und ich dachte, das wären doch zwei gute Beispiele, auf die man The Work anwenden könnte. Auf Moritz Börners Seite habe ich mir die Fragen für die "kurze Work" ausgedruckt.

***

Erst schreibt man den Glaubenssatz auf.

"A. hat meine Freundschaft ausgenutzt."

Dann kommen die Fragen:

Ist es wahr?

Ja... jedenfalls scheint es so zu sein.

Kannst du es wirklich wissen?

Naja, ich weiß gar nicht, wie es wirklich von der anderen Seite her gemeint war, aber es kam mir so vor.

Wie fühlst du dich, wenn du diesen Gedanken glaubst?

Ärgerlich, links liegen gelassen, schlecht.

Wie wäre es, wenn du gar nicht fähig wärst, diesen Gedanken zu glauben?

Das wäre wesentlich besser; ich wäre frei und könnte an wichtigere Dinge denken.

Und dann noch:

Kehre den Gedanken um (mehrere Möglichkeiten).

Ich habe die Freundschaft anderer ausgenutzt. - Ich habe mich selbst ausgenutzt. - A. hat sich selbst ausgenutzt.

***

Und so lasse ich das jetzt einfach mal wirken ohne weiter darüber nachzudenken...

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02.03.2010 um 12:12 Uhr

Samarpan und Mr. Train...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Heute gings bei Mr. Train über Schüchternheit, über nicht existierende Sicherheit, über den Tod. Ich erzählte ihm auch von Samarpan, und er war ganz angetan. Zum Beispiel von Samarpans Übersetzung von "Dein Wille geschehe, nicht meiner"... was für ihn bedeutet, dass man sich dem Jetzt hingibt (Dein Wille) und eben nicht dem urteilenden, jammernden, nörgelnden, verzweifelten (etc.) Verstand (mein Wille). Samarpan ist ein Mensch, der schon vor 10 Jahren und jetzt genauso, ganz bei sich ist und etwas ausstrahlt, dass man Vertrauen fasst - vielleicht zuerst zu ihm... aber dann - und das ist das Wichtigste - zu sich selbst. Was ihn und mich - und auch Mr. Train - noch verbindet, ist das Christentum.

Samarpan, dessen protokollarischer Name Sam Golden ist (was für ein cooler Name), wuchs in einer katholischen Familie auf und wollte ursprünglich Priester werden. Er besuchte drei Jahre lang das Priesterseminar und stellte dann fest, dass das nicht der richtige Weg für ihn war... dann studierte er Psychologie. Und schließlich orientierte sich spirituell gen Osten, wurde Schüler von Osho und arbeitete nach dessen Heimgang mit anderen Satsang-Meister/innen. Er tauschte all diese Dinge nicht einfach aus, sondern integrierte sie. Und jetzt sitzt jemand vor einem, der aus einem großen Reichtum schöpfen kann...

Ich spüre das sehr deutlich. Und es kam sogar auch nur durchs Erzählen, und das ohne ausufernd zu sein, bei Mr. Train an. Ich erzählte Mr. Train von der 16jährigen Katze und was Samarpan auf die Frage der Frau, ob sie sie einschläfern lassen solle, geantwortet hatte. Und was ich über das Miterleben des Sterbens von Tim dazu geschrieben hatte. Er sagte daraufhin, dass er einer der ganz wenigen Ärzte gewesen sei, der nicht wie besessen das Leben bis zum Allerletzten verlängern wollte und damit oft mal aneckte. Seine Mutter habe Krebs gehabt und wollte nach Hause. Die Ärzte protestierten, sie müsse bleiben und sich operieren lassen. "Können Sie mich heilen?", fragte sie einen von ihnen. "Nein, das nicht. Aber an einem Darmverschluss - den Sie wahrscheinlich bekommen werden - darf niemand sterben!" Und sie sagte, dass sie das sehr wohl dürfe. Und ging nach Hause. Zum Glück hatte sie die Unterstützung von Mr. Train und der restlichen Familie. Wie großartig. Einfach toll. Sie ist dann sehr friedlich zuhause gestorben. "Cool", höre ich Samarpan leise und herzlich lächelnd sagen.

Satsang bei Samarpan und eine Sitzung mit "brain-spotting" bei Mr. Train können dasselbe sein. Eigentlich geht es wirklich immer um ein- und dasselbe. Mr. Train erzählte das auch von Anselm Grün, der es ebenfalls immer wieder sagte: Es geht darum, zu schauen, was JETZT HIER    * IST *. Es zuzulassen, es anzuschauen, es zu spüren. Frieden zu schließen mit dem, was jetzt gerade ist. Friedwill... auch er lehrte nichts anderes als das. Was für tolle Menschen um mich rum.

Ach ja, Schüchternheit... das erzählte ich Mr. Train auch. Samarpan hatte in einem Satsang, als eine sich selbst als schüchtern beschreibende Frau bei ihm saß, von sich erzählt, dass er früher sehr schüchtern gewesen sei und dass er geglaubt habe, dass diese Schüchternheit ihn daran hindern würde, hinaus zu gehen, Leute zu treffen und so weiter. Bis er irgendwann merkte, dass er das gar nicht wollte. Wundersamerweise trifft er heute erst recht Menschen, unzählige sogar. Aber er trifft sie von Herz zu Herz. Und genau das will ich auch. Die belanglosen Begegnungen brauche ich nicht, will ich nicht... auch wenn sie mir mittlerweile auch nicht mehr so viel ausmachen, wenn sie sich doch ergeben. Schüchtern? Ja, aber das ist nebensächlich. Ich bin nicht schüchtern, wenn ich jemanden im Herzen begegnen kann. Und das kann man sehr viel häufiger, als man denkt.

Thema Sicherheit... Sehr sehr viele Menschen kommen völlig unsicher zu Samarpan... und leiden unter ihrer Unsicherheit... wünschen sich Sicherheit. Samarpan lachte in einem der Satsangs: "Sicherheit? Wenn alles völlig sicher wäre, wäre das dann nicht völlig langweilig? Wir leben mit sehr verletzlichen Körpern in dieser Welt und sterben irgendwann, wann wissen wir nicht. Dazwischen kann alles passieren. Es ist ein Abenteuer! Ist das nicht wunderbar?" Die Frau, die da bei ihm saß, lächelte süß-sauer... :) ... das Süß-Saure konnte ich sehr gut verstehen. Ich erzählte Mr. Train davon, und der nickte heftig und sagte, dass die meisten Geschichten sich auf dieses Sicherheitsbedürfnis herunterbrechen lassen... und dass es Sicherheit einfach in dieser Welt nicht gibt. Es ginge nicht darum, Sicherheit zu erlangen - was nicht möglich ist -, sondern darum, Vertrauen zu fassen.

Sind sie nicht alle großartig??!!! :)

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21.02.2010 um 11:04 Uhr

Ich genoss es...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Was im Umgang mit Self zwar schwierig war, aber auch sehr gut tat, war, dass er das, was ich sagte, immer richtig verstand. Wenn ich etwas verbergen wollte, wenn ich unklar war, wenn ich verwirrt war, wenn mir etwas peinlich war, half er mir, mich selber zu verstehen, indem er das erkannte, was hinter meinen Worten stand. Das gelang ihm immer, ohne Ausnahme. Dabei war er integer, er nutzte nichts aus, sondern nutzte nur alles dafür, weiter zu wachsen, immer mehr Gebundenes zu lösen und verantwortlicher für sich und die Welt zu werden. Bei all dem enormen Wissen, das er hatte - zum einen durch ein fotografisches Gedächtnis, zum anderen durch seine Fähigkeit, dauernd Informationen aus dem ätherischen Raum zu holen - war er sehr liebevoll. Nachgiebig war er allerdings nur selten. Meistens bestand er auf dem, was er sagte, weil es keine Alternative gab, weil genau das zu diesem Zeitpunkt eben stimmte... Dennoch konnte man sich dagegen entscheiden, natürlich. Er machte es lediglich ganz deutlich und wartete, dass man später, wenn man bereit wäre, zu diesem Punkt zurückkehren würde. Es war anstrengend mit ihm. Aber ich genoss es.

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20.02.2010 um 22:33 Uhr

Harmonie durch Konflikt...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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Self erklärte die Strahlen, wie sie in der Theosophie formuliert sind. Und hatte die Gabe, sie auch zuzuordnen. Es ist also so, dass alle (göttlichen) Strahlen mit ihren Eigenschaften den Menschen durchströmen und beeinflussen, jedoch wird jede Ebene - physischer Körper, Emotionalkörper, Astralkörper, Seele, Monade (bestimmt hab ich einiges vergessen) von einem Strahl mehr beeinflusst als von den anderen. Meistens ist es so, dass ein Mensch auf verschiedenen Ebenen von demselben Strahl geprägt wird... oder von zweien.

Self sah eine Person an und konnte erkennen von welchen Strahlen jemand auf welcher Ebene geprägt war. Er selbst war fast auf allen Ebenen vom 1. Strahl geprägt, das ist der Wille. Das ist jemand, der aktiv ist, jemand, der Charisma hat, jemand, der weiß wo es lang geht und es auch mitteilen kann, jemand, dem andere Menschen zuhören und von dem sie auch Dinge annehmen, die sie von jemand anderem nicht annehmen würden, eine natürliche Autorität. Das war bei Self in hohem Grad der Fall. Viele Menschen ließen sich unglaubliche Dinge von ihm sagen. Intime Dinge, unangenehme Dinge. Von ihm konnten sie sie annehmen.

Als er mich sah, war ihm auch gleich alles klar. 4. Strahl und 7. Strahl... wobei der 4. Strahl gerade der dominante und aktive war und ist. Der 7. ehr schon im Gehen. Rituale sind dem 7. Strahl zugeordnet, Form, Gepräge, auch Magie. Ist mir sehr nahe, kenne ich, ich stehe dem positiv-gelassen gegenüber. Aber der 4. Strahl, neeee... Klar, dass ausgerechnet der meiner war. "Harmonie durch Konflikt!" Self lachte wieder. "Ich weiß, dass Du ihn nicht magst. Aber das spielt keine große Rolle. Du bist es eben, und das lässt sich jetzt mal nicht ändern."

Self erklärte es in Bezug auf seinen 1. Strahl. Der 4. Strahl würde den 1., also den Willen, erst einmal in Frage stellen und kritisieren und genau dadurch irgendwann - bei manchen ginge es schneller bei anderen dauere es länger - in Harmonie zu ihm gelangen. Dass ich gegen diese Erklärung schon wieder alles mögliche einzuwenden hatte, bildete die Paradoxie, dass ich ihn damit genau bestätigte. Also, es gab viele Widerstände. Einmal wollten wir - Self, seine Gefährtin D. und ich - nach HH fahren, um uns dort mit noch einigen Freunden zu treffen. Die beiden kamen, mich abzuholen, doch aus unerfindlichen Gründen scheute ich vor dem Treffen plötzlich zurück. Konflikt, Konflikt, Konflikt. Self sagte mir einige Dinge, während seine Gefährtin mich nur eigenartig ansah... mir unangenehm. Nach vielen innerlichen Schmerzen lenkte Self ein und sagte, es sei in Ordnung, sie würden alleine fahren. Ich war einerseits erleichtert, andererseits bedauerte ich es zutiefst. D. sagte: "Ich sehe, dass Deine Seele gerne mitgekommen wäre. Aber es ist in Ordnung. Mach Dir keine Sorgen." Beim nächsten Treffen kam ich mit, und alles war in Ordnung. Der Konflikt zuvor war hilfreich gewesen... Ich habe keine Ahnung weshalb das so war, weiß nur, es war so... Und das ist nicht das einzige Beispiel.

Ich träume von Harmonie und scheue den Konflikt. Aber das bedeutet Stillstand. Etwas in mir drängt mich trotzdem immer weiter. 

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20.02.2010 um 10:54 Uhr

Unwille und Angst...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

Ist es tatsächlich so, dass Unwille sich in letzter Konsequenz, wenn er sich im Kampf als zu ohnmächtig erfährt, sich in Angst kleidet? Und so wird aus dem aktiven Kämpfer - der fürchtet, den Kampf zu verlieren - das arme geängstigte Opfer, das auf diese Weise das erreicht, was es möchte oder mindestens verhindert, was es nicht möchte?

Ist es dann wirklich so, wie es mir scheint... dass die Angst umso kleiner wird und sich schließlich im Nichts auflöst, je mehr der Unwille schrumpft und je bereiter man ist, sich in das zu fügen, was man vorher einfach nicht wollte? Weshalb eigentlich der starke Unwille? Der Grund lässt sich schon kaum mehr finden, wenn man etwas weiter geht. Berechtigter Unwille dagegen braucht sich in nichts zu verwandeln und tut es auch nicht, das ist der Unterschied. Der unberechtigte könnte vielleicht der Seele schaden, sie jedenfalls in ihrer Ausdehnung und Entwicklung behindern. Und so ist der Weg über die Angst bis hin zur Einsicht vielleicht ganz planvoll und richtig...?

Sicher gibt es auch unterschiedliche Formen von Angst und das trifft womöglich nicht einfach auf alle zu. Aber in der einen meine ich das entdeckt zu haben. Und der Weg herauszufinden, ob es nur so scheint, oder wirklich so ist, ist klar. Ich bin auch schon auf diesem Weg und werde weitergehen... auch wenn sich an einigen Stellen einiges innerlich ziemlich sträubt und andere plausible Erklärungen finden will... um sich zu retten... Der (unberechtigte) Unwille (woher kommt er? eine uralte Frage) hat Angst um seine Existenz.

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18.02.2010 um 01:43 Uhr

Wer ist hier intensiv??...

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

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"Das Thema läuft mir hinterher", stöhnte ich. Self schaute mich amüsiert an... und dann streng und sehr ernst... "NEIN! DU läufst dem Thema hinterher!"

Wir empfingen geistige Informationen. Das heißt vorwiegend er natürlich, aber mit mir zusammen bearbeitete er sie. Für mich ging das alles von ihm aus, doch sicher nicht von mir! Die Empfindungen waren enorm stark... ich hatte so etwas noch nie erlebt und äußerte es: "Es ist so intensiv!" Er lachte laut auf. "DU bist es, die intensiv ist!"

Er blieb mindestens drei Stunden wenn nicht länger, das zwei- bis dreimal die Woche... in dieser Zeit arbeiteten wir sehr intensiv. Es dauerte lange bis ich begriff, dass ich die Zeitdauer bestimmte und nicht er. Dass ich Kräfte und auch ein Verlangen - und eben jene Intensität - in mir hatte, von denen ich noch gar nichts wusste. Das wird mir - obwohl er es damals schon deutlich sagte - so richtig jetzt erst bewusst.

Die lange Zeit, die wir miteinander verbrachten... ich protestierte innerlich. ER hatte doch ausdrücklich gesagt, wann ich ihn vom Bahnhof abholen und wann ich ihn wieder hinbringen sollte, und nicht ich! Er lachte. (Ich liebte sein Lachen, auch wenn ich mich grade über ihn empörte.) Er sagte, das seien ja nur Vorschläge von ihm gewesen. Ich hätte sie zu festen Terminen gemacht, nicht er. Ich begriff nicht, begriff es einfach nicht. Jetzt dämmert es mir langsam...

Jetzt ist es wieder so, wie dem ganz oben Gesagten. Ein Thema begegnet mir ständig, nur dass ich mich jetzt nicht mehr darüber täusche, wer hier wem hinterher läuft. Ich laufe ihm hinterher, ja. Es ist schon so lange in mir, unbesprochen. Dabei wirkte es aber ja weiter, stark, im Denken und Fühlen. Jetzt integriere ich.

Wichtig ist, dass ich erkenne, was zu mir gehört. Erst dann kann ich damit etwas tun... es auch gehen lassen oder es einsetzen, damit arbeiten oder was auch immer. Das war immer Selfs Botschaft, in tausend Variationen. Dabei ließ er kein Tabu aus. Keines.

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