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Heute gings bei Mr. Train über Schüchternheit, über nicht existierende Sicherheit, über den Tod. Ich erzählte ihm auch von Samarpan, und er war ganz angetan. Zum Beispiel von Samarpans Übersetzung von "Dein Wille geschehe, nicht meiner"... was für ihn bedeutet, dass man sich dem Jetzt hingibt (Dein Wille) und eben nicht dem urteilenden, jammernden, nörgelnden, verzweifelten (etc.) Verstand (mein Wille). Samarpan ist ein Mensch, der schon vor 10 Jahren und jetzt genauso, ganz bei sich ist und etwas ausstrahlt, dass man Vertrauen fasst - vielleicht zuerst zu ihm... aber dann - und das ist das Wichtigste - zu sich selbst. Was ihn und mich - und auch Mr. Train - noch verbindet, ist das Christentum.
Samarpan, dessen protokollarischer Name Sam Golden ist (was für ein cooler Name), wuchs in einer katholischen Familie auf und wollte ursprünglich Priester werden. Er besuchte drei Jahre lang das Priesterseminar und stellte dann fest, dass das nicht der richtige Weg für ihn war... dann studierte er Psychologie. Und schließlich orientierte sich spirituell gen Osten, wurde Schüler von Osho und arbeitete nach dessen Heimgang mit anderen Satsang-Meister/innen. Er tauschte all diese Dinge nicht einfach aus, sondern integrierte sie. Und jetzt sitzt jemand vor einem, der aus einem großen Reichtum schöpfen kann...
Ich spüre das sehr deutlich. Und es kam sogar auch nur durchs Erzählen, und das ohne ausufernd zu sein, bei Mr. Train an. Ich erzählte Mr. Train von der 16jährigen Katze und was Samarpan auf die Frage der Frau, ob sie sie einschläfern lassen solle, geantwortet hatte. Und was ich über das Miterleben des Sterbens von Tim dazu geschrieben hatte. Er sagte daraufhin, dass er einer der ganz wenigen Ärzte gewesen sei, der nicht wie besessen das Leben bis zum Allerletzten verlängern wollte und damit oft mal aneckte. Seine Mutter habe Krebs gehabt und wollte nach Hause. Die Ärzte protestierten, sie müsse bleiben und sich operieren lassen. "Können Sie mich heilen?", fragte sie einen von ihnen. "Nein, das nicht. Aber an einem Darmverschluss - den Sie wahrscheinlich bekommen werden - darf niemand sterben!" Und sie sagte, dass sie das sehr wohl dürfe. Und ging nach Hause. Zum Glück hatte sie die Unterstützung von Mr. Train und der restlichen Familie. Wie großartig. Einfach toll. Sie ist dann sehr friedlich zuhause gestorben. "Cool", höre ich Samarpan leise und herzlich lächelnd sagen.
Satsang bei Samarpan und eine Sitzung mit "brain-spotting" bei Mr. Train können dasselbe sein. Eigentlich geht es wirklich immer um ein- und dasselbe. Mr. Train erzählte das auch von Anselm Grün, der es ebenfalls immer wieder sagte: Es geht darum, zu schauen, was JETZT HIER * IST *. Es zuzulassen, es anzuschauen, es zu spüren. Frieden zu schließen mit dem, was jetzt gerade ist. Friedwill... auch er lehrte nichts anderes als das. Was für tolle Menschen um mich rum.
Ach ja, Schüchternheit... das erzählte ich Mr. Train auch. Samarpan hatte in einem Satsang, als eine sich selbst als schüchtern beschreibende Frau bei ihm saß, von sich erzählt, dass er früher sehr schüchtern gewesen sei und dass er geglaubt habe, dass diese Schüchternheit ihn daran hindern würde, hinaus zu gehen, Leute zu treffen und so weiter. Bis er irgendwann merkte, dass er das gar nicht wollte. Wundersamerweise trifft er heute erst recht Menschen, unzählige sogar. Aber er trifft sie von Herz zu Herz. Und genau das will ich auch. Die belanglosen Begegnungen brauche ich nicht, will ich nicht... auch wenn sie mir mittlerweile auch nicht mehr so viel ausmachen, wenn sie sich doch ergeben. Schüchtern? Ja, aber das ist nebensächlich. Ich bin nicht schüchtern, wenn ich jemanden im Herzen begegnen kann. Und das kann man sehr viel häufiger, als man denkt.
Thema Sicherheit... Sehr sehr viele Menschen kommen völlig unsicher zu Samarpan... und leiden unter ihrer Unsicherheit... wünschen sich Sicherheit. Samarpan lachte in einem der Satsangs: "Sicherheit? Wenn alles völlig sicher wäre, wäre das dann nicht völlig langweilig? Wir leben mit sehr verletzlichen Körpern in dieser Welt und sterben irgendwann, wann wissen wir nicht. Dazwischen kann alles passieren. Es ist ein Abenteuer! Ist das nicht wunderbar?" Die Frau, die da bei ihm saß, lächelte süß-sauer... :) ... das Süß-Saure konnte ich sehr gut verstehen. Ich erzählte Mr. Train davon, und der nickte heftig und sagte, dass die meisten Geschichten sich auf dieses Sicherheitsbedürfnis herunterbrechen lassen... und dass es Sicherheit einfach in dieser Welt nicht gibt. Es ginge nicht darum, Sicherheit zu erlangen - was nicht möglich ist -, sondern darum, Vertrauen zu fassen.
Sind sie nicht alle großartig??!!! :)
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