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Osho hat mich erwischt. Es geht um Einfachheit. Kürzlich hatten wir ja davon gesprochen. M. berichtete von Asien, wo er in verschiedenen Länder unterwegs war, und er sprach davon, mit wie wenig man auskommen kann. Und ich reagierte gleich wieder begeistert... jaaaaa, mit so wenig. Und wir meinten Äußerlichkeiten. Eine mechanische Dusche oder was auch immer. Wasser, das man von Fluss holt. Und so weiter. Mein indisches Bewusstsein war wieder hellwach. Doch Osho ist weise und Osho lebte in Indien und Osho erwischt einen immer dort, wo man blind ist oder wo das Ego sich eingenistet hat. Er sagt Einfachheit hat damit nichts zu tun. Ein Mensch kann in Luxus vollkommen einfach leben. Ein Mensch, der in Armut lebt, kann einfach leben oder auch einfach nur völlig kompliziert mit einem dicken Ego, das ihm vorgaukelt, dass er durch seine arme Lebensweise besonders spirituell ist. Und die Leute in Indien pflichten bei. Indien war technologisch weit entwickelt, als der Westen noch im Sumpf lag. Doch dann erkannten sie etwas, was durchaus richtig ist: All das äußere bringt uns nicht weiter, macht uns nicht glücklich. Dann wendeten sie sich radikal dem Inneren zu und verteufelten das Äußere. Dann versank Indien in Armut. Nun, in moderner Zeit, wendet sich Indien wieder der Technologie zu. Inzwischen war der Westen aus seinen Sümpfen gekrochen, hatte ein wenig Kultopfer dargebracht, war zur Religion vorgedrungen, doch landete dann verhältnismäßig schnell bei Technologie und Wissenschaft, fand das das Allergrößte und vergaß darüber jegliche innere Entwicklung. Leugnete sogar alles, was äußerlich nicht sichtbar war. Nun sind wir soweit, langsam zu begreifen, dass das sinnlos ist. Es gibt Psychologen wie Sand am Meer, und alle sind ausgebucht, weil wir in unserer Lebensweise immer weniger Sinn sehen, weil sie zu extrem auf das Äußere fixiert ist. Nun gehen seit einigen Jahrzehnten die Leute nach Indien, weil sie dort finden wollen, was hier fehlt. Osho sagt eines: Die beiden Sachen gehören zusammen, wie die zwei Ufer eines Flusses. Du magst ein Ufer ablehnen, aber es ist da und wird gebraucht, weil sonst der Fluss nicht fließt. Er ist sarkastisch, wenn er Vinobha kritisiert, der keine Klimaanlage und auch keinen Ventilator und nicht einmal einen Fächer benutzen wollte, obwohl er in einem der heißesten Teile Indiens lebte, und stattdessen sieben Stunden lang damit beschäftigt war, feuchte Tücher auf seinen Kopf zu legen. Osho meint, da verschwendet er sieben Stunden seines Tages, seiner Energie, mit diesen feuchten Tüchern, und wieviel kostet denn ein Fächer oder ein Ventilator? :) Natürlich sagt er es wieder extrem, um es deutlich zu machen. Ein Vinobha kann machen was er will. Und Osho sagt ja selbst, das Einfache liegt nicht daran, wie man äußerlich lebt. Es geht nicht um Vinobha selbst sondern um die Leute, die ihn als spirituell bezeichnen, weil er keine Technologien benutzt, und die ihm Spiritualität absprechen würden, würde er es tun. Und das ist das Ego, dass so etwas tut. Das Gegenteiliges, Unvereinbares erschafft. In Wirklichkeit ist alles Spirituelle ein Ausdruck des Materiellen und alles Materielle ein Ausdruck des Spirituellen, sagt Osho. Sagte mir auch Self einmal. Wollte ich nicht wirklich hören. Die Sprache schafft Gegensätze und das Ego lebt in Sprache, denkt in Sprache, existiert also rein nur in Gegensätzen. Das reine Sein dagegen, das im Körper spürbar ist, das lebt ganzheitlich. Ich nehme mein Denken wahr, das über diesen Gegensatz nicht hinwegkommen will... das gewisse Dinge ablehnt, das in Unfrieden ist. Während die Zellen meines Körpers, mein Bauch, mein Sein, überhaupt keine Schwierigkeiten mit allem, wie es ist, hat. Das Ego ist einzeln, das Sein ist ganzheitlich. Ich muss kein Auto entwickelt und eigenhändig gebaut haben, mein Ego muss sich das nicht auf seine Fahne schreiben, um es zu benutzen und damit in Frieden zu sein. Osho wurde gefragt, ob Aussicht darauf besteht, dass wir die Gegensätze vereinen können und wirklich ein gutes Leben haben können. Er sagt ja. Wir müssen aber begreifen, dass unsere Sprache gegensätzlich ist, dass sie immer eines ausschließt. Und wir müssen diesen Gegensatz überwinden, uns nicht davon täuschen lassen. Dann können wir gut leben. In Harmonie mit innen und außen. Als Fluss mit zwei Ufern.
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