***Serenas Augenblicke***

06.12.2009 um 18:06 Uhr

Schicke alte Wörter...

von: Seren_a   Kategorie: Aufgeschnappt Alt

*

...gefunden im Forum der bedrohten Wörter:

*

Adamsfeige = Banane

Haremskonfekt = Marzipan

*

*

03.12.2009 um 11:19 Uhr

Wörter reisen durch Zeit und Raum...

von: Seren_a   Kategorie: Aufgeschnappt Alt

*

Ich habe wieder ein Wort nachgesehen, nämlich "Glaube". Und es ist sehr spannend, wie weit es in Zeit und in Raum trägt, nämlich bis nach Indien und zu den Veden, die vor vielen tausend Jahren verfasst wurden.

Das Wort Glaube ist abgeleitet von dem indogermanischen Wort "leubh" im Sinne von "begehren, liebhaben, loben".

Das Wort wird im Deutschen im Sinne der griechischen Übersetzung von "pistis" verwendet, was "Treue, Vertrauen" bedeutet. Glaube wird nicht verwendet im Sinne von "nicht wissen" (dies wäre ein anderes Wort im Griechischen, nämlich "doxa")..., sondern im Sinne von "ich verlasse mich auf" - "ich binde meine Existenz an" - "ich bin treu zu".

Das italienische Wort für "glauben", nämlich "credere", heißt direkt übersetzt "sein Herz geben" ... cor = Herz, dare = geben. Und dieses Wort wiederum kommt von dem indogermanischen bzw. alt-vedischen (Sanskrit-) Ausdruck "sraddha".

Dieses Wort ist mir sehr geläufig aus den vedischen Schriften. Es wird von den neun Vorgängen, die man ausüben soll, um Gott näher zu kommen, als erstes genannt. Es bedeutet Vertrauen, und, stärker: "sichere Gewissheit des Herzens". Dies ist die Voraussetzung für alle anderen Tätigkeiten, die folgen.

*

01.12.2009 um 21:34 Uhr

Urlaub...

von: Seren_a   Kategorie: Aufgeschnappt Alt

*

Ich will immer gerne wissen, woher Wörter kommen... ich will wissen, woraus sie sich ableiten, wie sie entstanden sind und wie sie sich entwickelt haben. Und deshalb schaue ich oft ganz simple Wörter nach. Jetzt gerade "Urlaub". Wieso das so heißt... Es kommt von "Erlauben". Im Mittelalter baten die Ritter die Burgherren um "Urlaub", das heißt, um die Erlaubnis, sich zu entfernen und in den Kampf zu ziehen. Nicht gerade, was man sich heute unter Urlaub vorstellt. Aber das hieß ja, dass diese Ritter in der Zeit nicht zur Bewachung der Burg zur Verfügung standen.

Wie ich gelesen habe, ist man in der Schweiz dieser ursprünglichen Bedeutung auch heute noch etwas näher auf der Spur. Dort sagt man zum unserem regulären "Urlaub" nicht Urlaub sondern "Ferien"; man fährt nicht in Urlaub, sondern geht in die Ferien. Nur das, was bei uns Sonderurlaub genannt wird, ist dort auch Urlaub... also ein außerordentliches Fernbleiben von der Arbeit.

 *

01.12.2009 um 11:13 Uhr

Kreiswehrersatzamt...

von: Seren_a   Kategorie: Aufgeschnappt Alt

*

Im Lexikon der bedrohten Wörter kann man so einiges Interessantes und Amüsantes zu lesen finden. Und man kann dort vom Aussterben bedrohte Wörter melden und auf die "Rote Liste" setzen lassen. Eins der aussterbenden Wörter ist "Kreiswehrersatzamt". Die Erklärung hierzu auf der genannten Seite:

*

Kreiswehrersatzamt


"Stellen Sie sich vor, Sie gehen mit Ihrer Frau und Ihren zehn Kindern in einer schwach beleuchteten mitteldeutschen Grünanlage spazieren, als plötzlich zehn kambodschanische Freischärler aus dem Unterholz brechen und mit Zerstückelung und Sodomie drohen. Sie haben zufällig ein paar Mörsergranaten in der Jackentasche. Was tun Sie?" Das waren noch Zeiten, als die korrekte Antwort lautete: "Ich zitiere aus der Bergpredigt und bekehre die Aggressoren mit sachlichen Argumenten zu Vernunft und Humanismus." Derlei schöne Rituale sind leider abgeschafft, und auch die Wehrpflicht geht demnächst in den Orkus - eine der schönsten deutschen Wortschöpfungen dann leider auch.

*

27.11.2009 um 22:29 Uhr

Liebst du mich?

von: Seren_a   Kategorie: Aufgeschnappt Alt

*

"Natur, meine Mutter, liebst du mich?"

"Natürlich lieb ich dich.

Doch vergiss nicht,

du selbstsüchtiges, grausames Menschenkind,

ein Grashalm

ist mir ebenso lieb

wie ein großer Baum.

Nicht mehr und nicht weniger.

Nicht mehr und nicht weniger als du."

*

(aus: "Das Fest der Geburt" von F. Leboyer)

*

27.11.2009 um 18:00 Uhr

...dass ihre Art zu leben für immer verboten ist...

von: Seren_a   Kategorie: Aufgeschnappt Alt

*

Nach vielem Hin und Her kam man Mitte des 16. Jahrhunderts beim Konzil von Vienne bezüglich der gefürchteten Beginen zu folgendem Entschluss:

*

"Es ist uns berichtet worden, daß bestimmte Frauen, gemeinhin Beginen genannt, von einer Art Wahnsinn befallen, die Heilige Trinität disputieren und das göttliche Wesen, und Meinungen über Dinge des Glaubens und die Sakramente vertreten. ...Da diese Frauen niemanden irgendeinen Gehorsam versprechen und nicht auf ihren Besitz verzichten oder sich zu einer genehmigten (Ordens-)Regel verpflichten, ...haben wir beschlossen und mit der Zustimmung des Konzils erklärt, daß ihre Art zu leben für immer verboten ist, und daß sie alle zusammen aus der Kirche Gottes aufgeschlossen sind."

*

27.11.2009 um 00:57 Uhr

Du sollst blühen...

von: Seren_a   Kategorie: Aufgeschnappt Alt

*

 Da wo Gott dich hingesät hat,

da sollst du blüh'n.

*

(gefunden auf Lhataras Seite "Sternenstark")

*

*

26.11.2009 um 18:58 Uhr

Keine Wunder...

von: Seren_a   Kategorie: Aufgeschnappt Alt

*

*

Wunder gibt es überhaupt keine,

es ist nur ein Wundern.

*

(Bruno Gröning)

*

*

23.11.2009 um 20:10 Uhr

Maria...

von: Seren_a   Kategorie: Aufgeschnappt Alt

*

*

 „Ich sehe dich in tausend Bildern,
Maria, lieblich ausgedrückt,
doch keins von allen kann dich schildern,
wie meine Seele dich erblickt."

(Novalis)

*

23.11.2009 um 11:51 Uhr

Stört nicht die Liebe...

von: Seren_a   Kategorie: Aufgeschnappt Alt

*

*

Weckt nicht auf und stört nicht die Liebe

bis dass es ihr selber gefällt.

*

Hoheslied, 2.7

*

*

21.11.2009 um 14:04 Uhr

Gott, wie er ist oder wie man ihn versteht...

von: Seren_a   Kategorie: Aufgeschnappt Alt

*

Was mir bei AA immer gefallen hat, war die Formulierung in den 12 Schritten: "Gott, wie wir ihn verstehen". Das wird manchmal missverstanden. Kürzlich erst dachte jemand, AA sei eine Sekte und habe eine bestimmte Gottesvorstellung, eben "wie wir ihn verstehen". Gemeint ist aber genau das Gegenteil, nämlich Gott, wie jeder einzelne ihn versteht... so unterschiedlich das dann auch ist, das spielt keine Rolle. Jeder soll Zugang zu AA haben und hat ihn, ganz egal was er glaubt oder nicht glaubt. Wenn jemand an die Natur als oberste Kraft glaubt, dann ist das eben Gott, wie er ihn versteht.

Genau das habe ich nun überraschenderweise (oder auch nicht überraschenderweise) bei Mechthild von Magdeburg gefunden. Sie schreibt in ihrem "Fließenden Licht der Gottheit" folgendes:


Sankt Johannes sagt: "Wir sollen Gott sehen, wie er ist." Das ist wahr. Aber der Sonnenschein ist vom Wetter abhängig. Vielerlei Wetter gibt es unter der Sonne auf Erden, ebenso gibt es vielerlei Wohnungen im Himmelreich. Also: Wie ich ihn zu ertragen und zu sehen vermag, so ist er für mich.


Für das Christentum finde ich das eine bemerkenswerte Aussage. Aber sie war eh bemerkenswert.

*

17.11.2009 um 12:43 Uhr

Wiederholung...

von: Seren_a   Kategorie: Aufgeschnappt Alt

*

Wiederholung ist notwendig,

damit wir ein Thema tiefgreifend und fehlerfrei

verstehen können.

*

(Shrila Bhaktivedanta Prabhupada)

*

16.11.2009 um 12:14 Uhr

Das Halsband...

von: Seren_a   Kategorie: Aufgeschnappt Alt

*

Je edler der Hund,

desto fester das Halsband.

*

(Mechthild v. Magdeburg)

*

12.11.2009 um 11:43 Uhr

"Minne" ist die Liebe...

von: Seren_a   Kategorie: Aufgeschnappt Alt

*

Ich habe gerade das Buch über Mechthild von Magdeburg begonnen "Mechthild von Magdeburg - Poetin - Begine - Mystikerin". Sie wurde 1207 geboren. Das Buch beschreibt natürlich diese Zeit ein wenig, und das ist sehr spannend. Mechthild war eine adelige Burgfrau und somit privilegiert was Bildung betrifft. Auf den Burgen verkehrten reisende Troubadoure (beiderlei Geschlechts und meist auch von adeliger Herkunft), die den Minnesang ausübten und verbreiteten. Bis zum 15. Jahrhundert war immer nur von "Minne" die Rede, erst ab dann verwendete man das Wort "Liebe". Minne ist also die Liebe, und Minnesang der Gesang der Liebe. Er hatte eine große literarische Bedeutung und formte die Sprache mit. Reine Instrumentalmusik gab es bis zum 15. Jahrhundert überhaupt nicht. Die auf Laute, Zither, Fidel, Viola, Psalter und Harfe gespielte Musik war immer nur die Begleitung und Untermalung für den Minnesang. Die Minnesängerinnen und -sänger komponierten ihre Lieder selbst und dichteten aus dem Stegreif. Diejenigen, die das besonders gut beherrschten, wurden zu so etwas wie "Stars", denen ihr Ruf überall vorauseilte. Die russische Schamanin Anastasía (es gibt mehrere Bände über sie, verfasst von Wladímir Megre) spricht voller Verehrung von den "Barden" oder Minnesängern, deren Worte in ihrem Gesang voller Kraft waren und die die Worte auch richtig auszusprechen wussten, da sie sie vom Herzen her und mit großer konzentrierter Intensität aussprachen. Ein- und dasselbe Wort kann unendlich mächtig wie auch völlig machtlos sein, je nachdem, wie es ausgesprochen wird... Literatur wurde zu Mechthilds Zeit übrigens nicht leise gelesen sondern in einem Sprechgesang intoniert... so wie es heute nur noch in diversen Religionen wie dem Hinduismus oder auch dem Christentum geschieht. Die Verse der Gita werden seit alters her und auch heute noch als Sprechgesang rezitiert; das Wort "Gita" bedeutet ja auch "Gesang". Lautes Lesen bringt eine andere, tiefere Qualität des Gelesenen ins Bewusstsein, das habe ich schon oft gespürt.

Sehr spannend das alles... Ich lese weiter... :)

*

09.11.2009 um 12:15 Uhr

Unmodern...

von: Seren_a   Kategorie: Aufgeschnappt Alt

*

Wer liebt, muss alles Harte und Bittere

um des Geliebten willen gerne auf sich nehmen.

Er darf sich niemals von ihm wenden,

wenn er auf Widrigkeiten stößt.

*

Thomas von Kempen in "Nachfolge Christi"

*

09.11.2009 um 12:00 Uhr

Teil des Ganzen... II

von: Seren_a   Kategorie: Aufgeschnappt Alt

*

Der Mensch ist ein Teil des Ganzen, das wir Universum nennen, ein Teil der in Raum und Zeit begrenzt ist. Er erfährt sich selbst, seine Gedanken und Gefühle in einer Art optischer Illusion, als ob er vom Rest getrennt wäre. Diese Illusion ist unser Gefängnis und beschränkt unser Menschsein auf unsere persönlichen Begierden; sie verdammt uns dazu, unsere Zuneigung nur denen zu schenken, die uns am nächsten stehen. Es muß unsere Aufgabe sein, uns aus diesem Gefängnis zu befreien, indem wir den Kreis unseres Mitgefühls ausdehnen, bis er alle Lebewesen und die gesamte Natur umfasst.

*

Albert Einstein

*

08.11.2009 um 23:41 Uhr

Frauenpower unerwünscht - die Beginen

von: Seren_a   Kategorie: Aufgeschnappt Alt

*

Im 12. Jahrhundert wurden die Beginen erstmals erwähnt. Das waren Frauen, die sich zusammenschlossen, um ein spirituelles Leben zu führen und spirituelle Erfahrungen zu machen. Sie lebten in Hausgemeinschaften zusammen und legten das Gelübde der Armut und Keuschheit ab, jedoch nur auf Zeit. Meistens wurde es jeweils nach einem Jahr verlängert oder eben nicht, und man trat wieder aus. Viele begüterte Frauen gehörten den Beginen an, die ihr Vermögen dem Laienorden überließen, auch wenn sie dann wieder austraten. Diese Frauen leisteten soziale Dienste, engagierten sich in der Krankenpflege, in der Erziehung und in der Betreuung von Armen und Verlassenen. Viele bedeutende Mystikerinnen gingen aus dieser Bewegung hervor, zum Beispiel Mechthild von Magdeburg. Diese Frauen hatten enorme spirituelle Erfahrungen, die Mechthild von Magdeburg z.B. in ihren Büchern "Das fließende Licht der Gottheit" beschrieb.

Der Institution Kirche waren die Beginen ein Dorn im Auge, da sie wie Nonnen lebten, aber kein lebenslanges Gelübde ablegten... Und weil sie so tiefe Erfahrungen machten, über die sie auch sprachen. Viele von ihnen fielen der Inquisition zum Opfer. Den Beginen wurden gängelnde Vorschriften gemacht, z.B. dass eine unverheiratete Frau erst im Alter von 40 Jahren eintreten durfte. Irgendwann wurden die Beginenhöfe verboten bzw. mussten sich anerkannten Orden wie den Franziskanerinnen und den Dominikanerinnen anschließen. Unter deren Schutz gab es sie weiterhin, aber sicherlich nicht mehr so frei und so stark wie zuvor. Nach und nach starben sie aus. In Belgien und Holland gab es noch bis in unsere Zeit hinein einige Beginenhöfe. Die Kraft dieser Frauen hat die Welt zum Guten beeinflusst und tut es auch weiterhin, auch wenn es sie äußerlich nicht mehr gibt.

*

08.11.2009 um 22:45 Uhr

Wirklichkeit...

von: Seren_a   Kategorie: Aufgeschnappt Alt

*

"Ein verbreiteter Irrtum ist, zu denken, dass eine Wirklichkeit die Wirklichkeit sei. Man muss immer vorbereitet sein, eine Wirklichkeit für eine größere aufzugeben."

*

Mutter Meera

*

Ich stand am Abgrund des Irrsinns, weil ich spürte, es gibt keine eine, feste Wirklichkeit, sondern mir ist jede Möglichkeit gegeben, alles für wirklich zu halten. Alle Realitäten sind gleichberechtigt und wechseln sich ab, je nach meinen Sehnsüchten und tiefsten Wünschen. Ich bin dann sicher vor dem Irrsinn, wenn ich die Idee einer absoluten Wirklichkeit aufgegeben habe und ich das sich ständig verändernde Leben als solche akzeptiere.

*

03.11.2009 um 00:19 Uhr

Die Flügel der anderen...

von: Seren_a   Kategorie: Aufgeschnappt Alt

*

*

"Man kann üben, die Flügel der anderen zu sehen.

Man ist fertig, wenn man sie an allen sieht."

 *

(aus dem Film "Wie im Himmel")

*

*

01.11.2009 um 13:28 Uhr

Sexuelles Begehren...

von: Seren_a   Kategorie: Aufgeschnappt Alt

*

...ist im Tiefsten die Sehnsucht nach Einheit.

Es beginnt mit der Sehnsucht nach Einssein mit einer einzigen Person

und ihrer Erfüllung...

und reift - wenn man es lässt - zu dem Sehnen

nach Einheit mit allem Leben

und seiner Erfüllung.

 *

(Eknath Easwaran, sinngemäß, in "Mit den Augen der LIebe", S. 167) 


Der Tantrika lässt das erste Stadium in das zweite übergehen

und transzendiert die körperliche Ebene, in dem er sie einbezieht.

Der Asket tut dasselbe ohne die körperliche Ebene einzubeziehen.

Der Weise erkennt, dass beide dasselbe tun.

*