Sexismus-Kritik

09.09.2011 um 01:07 Uhr

Vom Dritten Reich zum Titten-Reich. Martin Bormann und der gesteigerte Mutterkult.

Vom Dritten Reich zum Titten-Reich. Martin Bormann und der gesteigerte Mutterkult. 9-9-2011

Breker-Plastik und CDU-Werbeplakat

Bild oben:

Der Dritte-Reich-Bildhauer Arno Breker formte Werke der unverbrauchten männlichen Jugend.

Grotesk: Heute setzen Regierungsparteien auf Altmütterlichkeit !

Es ist längst zur Unsitte geworden, unliebsame Menschen oder Werke mithilfe der "Nazi-Keule" erledigen zu wollen. Hitler, Drittes Reich und Nationalsozialismus sind Begriffe, die belasten und entwerten, meist auch eine geistige Auseinandersetzung verhindern sollen. Ich weiß also, welcher Gefahr ich begegne, wenn ich mit diesen Begriffen operiere.

Doch was den heutigen Feminismus betrifft, so kommt man, wenn man ihn historisch verstehen will, schwerlich um den Nationalsozialismus herum. Dieser hat nicht nur die Auflösung der Geschlechterordnung befördert wie keine Ideologie vor ihm; er hat ingestalt von Adolf Hitler und Martin Bormann auch Befürworter matriarchaler Herrschaft gefunden.

Beginnen wir mit dem ersten, mehr allgemeinen Aspekt. Der des Extremismus nicht gerade verdächtige Sebastian Haffner vermerkt in seinen "Anmerkungen zu Hitler", 11. Aufl., S. 48f.:

Sebastian Haffner
Es gibt drei große gesellschaftliche Veränderungsprozesse, die schon im späten Kaiserreich begannen, sich unter Weimar wie auch unter Hitler fortsetzten und in der Bundesrepublik und DDR immer noch reißend weitergehen. Das sind erstens die Demokratisierung und Egalisierung der Gesellschaft, also die Auflösung der Stände und Auflockerung der Klassen; zweitens die Umwälzung der Sexualmoral, also die zunehmende Abwertung und Ablehnung christlicher Askese und bürgerlicher Dezenz; und drittens die Frauenemanzipation, also die fortschreitende Einebnung des Geschlechtsunterschiedes in Rechtsordnung und Arbeitswelt. [...]

Am deutlichsten ist das bei der Frauenemanzipation, die vom Nationalsozialismus bekanntlich verbal abgelehnt wurde. Tatsächlich aber hat sie, besonders in der zweiten, kriegerischen Sechsjahresspanne des Regimes, große Sprünge gemacht, und zwar mit voller Billigung und oft kräftiger Nachhilfe seitens Partei und Staat. Niemals sind Frauen in so viele Männerberufe und Männerfunktionen eingerückt wie im Zweiten Weltkrieg, und das war nicht mehr rückgängig zu machen - wäre es wahrscheinlich auch nicht gewesen, wenn Hitler den zweiten Weltkrieg überdauert hätte.
[Hervorhebungen durch mich.]

B.-H.Levy wurde deutlicher. In seinem Buch "Das Testament Gottes. Der Mensch im Kampf gegen Gewalt und Ideologie", 1989, lesen wir auf Seite 143:

Die Rassentheorien des Nationalsozialismus, sein Kult von Blut und Boden, der Rasse und dem Vaterland sind nicht erklärbar, ohne immer wieder darauf hinzuweisen, daß es uralte mutterrechtliche Prinzipien waren, die den Führer zu einem Gefolgsmann der Menschheit gemäß der Natur machten.

Es entgeht dem Leser das Wesentliche von 'Mein Kampf', diesem Buch, das eine wirkliche Bibel des Heidentums sein sollte, wenn man nicht den fanatischen Willen erkennt, 3000 Jahre der Rationalität, der Einhaltung des Gesetzes, der vaterrechtlichen Vorherrschaft und schließlich und endlich den Monotheismus abzuschaffen.
[Hervorhebung durch mich.]

Ähnlich äußert sich Alexander Mitscherlich. Siehe "Die vaterlose Gesellschaft", 1993, S.344:

Der versprechende und terroristisch bedrohende Massenführer ersetzt nicht eigentlich den vorhandenen Vater; er ist viel eher - so überraschend das scheinen mag - in der Imago einer primitiven Muttergottheit unterzubringen.
[Hervorhebung durch mich.]

Dieser Massenführer, das ist Adolf Hitler; und tatsächlich hat sich der glasklar für den Primat der Mutter ausgesprochen - sofern die mündliche Überlieferung stimmt, die uns Werner Schubert in seiner Monografie "Das Familien- und Erbrecht unter dem Nationalsozialismus", 1993, Seite 701 f., mitgeteilt hat:

Dabei [so wurde berichtet] "betonte der Führer (Adolf Hitler) mit aller Entschiedenheit, daß nicht die Sorge für das Wohl des Kindes in erster Linie ausschlaggebend sei, sondern das ethische Recht der Mutter auf das Kind."
[Hervorhebung durch mich.]

Joachim Fest bestätigt dies in "Das Gesicht des Dritten Reiches", 1977, S.35, mit folgenden Worten:

[Hitler:] "Wir allein sind befugt, das Volk als solches - den einzelnen Mann, die einzelne Frau - zu führen. Die Lebensbeziehung der Geschlechter regeln wir. Das Kind bilden wir!" bestimmte Adolf Hitler, der bei anderer Gelegenheit dann seinen Totalitarismus für diesen Bereich die Krone aufsetzte mit dem Anspruch, daß die Kinder "den Mütter genauso gehören wie im selben Augenblick auch mir".
[Hervorhebung durch mich.]

Martin Bormann, Stellvertreter Adolf Hilters, fiel es zu, dieses Konzept auszuarbeiten. Er schrieb am 29.01.1944:

Martin Bormann
In der Nacht vom 27./28. Januar unterhielt sich der Führer mit uns über das Problem unserer volklichen Zukunft. Aus dieser und früheren Unterhaltungen und Überlegungen sei folgendes festgehalten:

[...]

Neue Romane, Novellen und Bühnenstücke, die Ehedrama = Ehebruch setzen, sind nicht mehr zuzulassen, ebensowenig irgendwelche Dichtungen, Schriftstellereien, Kinostücke, die das außereheliche Kind als minderwertiges, uneheliches behandeln. Das Wort "unehelich" muß, wie ich schon vor längerer Zeit betonte, gänzlich ausgemerzt werden.

[...]

Die Zahl der Heimschulen (Volksschul-Internate, Hauptschul-Internate mit Vorschule, Oberschul-Internate mit Vorschule) ist gewaltig zu steigern, damit alle Frauen, die irgendwelcher Gründe halber ihre Kinder zeitweise oder dauernd nicht selbst erziehen können, sie ohne Schwierigkeiten auf den Heimschulen erziehen lassen können. Das gilt für Knaben wie Mädchen. Wir müssen - um der Zukunft unseres Volkes willen - geradezu einen Mutterkult treiben, und hierin darf es keinen Unterschied zwischen Frauen, die nach der bisherigen Weise verheiratet sind, und Frauen, die von einem Mann, dem sie in Freundschaft verbunden sind, Kinder bekommen, geben: Alle diese Mütter sind in gleicher Weise zu ehren.
[Hervorhebungen durch mich.]

Mit diesem Konzept aus dem Dritten Reich stehen wir eigentlich schon in der Gegenwart - fast. Denn Martin Bormann machte, sicherlich in Übereinstimmung mit dem Führer, eine Einschränkung:

(Selbstverständlich gilt das nicht z. B. für jene asozialen Elemente, die nicht einmal wissen, wer die Väter ihrer Kinder sein könnten.)

Schon daß er diese Bemerkung in Klammern setzte, zeigt, daß sie eigentlich gar nicht nötig war; m.a.W., daß damals ein höheres Niveau des Anstands herrschte als heute.

Archaische Muttergottheit

Es herrscht also heute ein gesteigerter Mutterkult - quod erat demonstrandum.


Übrigens ergibt sich die Herkunft des gegenwärtigen gesteigerten Mutterkultes aus der "primitiven Muttergottheit" (Mitscherlich, siehe oben) ganz anschaulich in Anbetracht von Figuren, wie man sie in der Erde gefunden hat. Siehe rechts.

So sehen heute nämlich sehr viele Weiber aus, wenn sie sich ausziehen. Man könnte einwenden: Männer auch. Aber das besagt nichts, denn die Götter, die das Patriarchat begründen - Himmelsgötter - wurden niemals dermaßen plump dargestellt. Auch physisch leben wir heute in einer Tittenrepublik.



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