Stimmung: echt beschissen
Musik: lieber nicht
Nachdem mein Rechner monatelang mit einem Virus belegt war und ich nicht auf mein Weblog zugreifen konnte, habe ich das Problem endlich gelöst und nun - bin ich wieder hier.
Und es hat sich eine ganze Menge getan
Mittlerweile bin ich bei Deutschland größtem Arbeitgeber beschäftigt, der Agentur für Arbeit.
Nicht, dass es mir finanzielle schlecht gehen würde, im Gegenteil, mit meinem Arbeitslosengeld bin ich besser dran, als mit dem Einkommen aus meiner vorhergehenden Selbständigkeit.
Die Selbständigkeit, auch so eine Sache.
Ich war selbständiger Versicherungsvertreter für die V.-Versicherung. Als mir im Januar offenbart wurde, dass man nach 1 1/2 Jahren daran interessiert ist, meinen Vertrag zu kündigen, wurde mir versichert, dass es einen reibungslosen Ablauf geben würde.
Der lief im Endeffekt so, dass man enorme (meiner Meinung nach unberechtigte Geldforderungen an mich stellte und mir rechtliche Maßnahmen androhte.
Nach einem 2-monatigen Schriftwechsel mir der Darstellung der Sachverhalte aus meiner Sicht und Androhung rechtlicher Schritte meinerseits machte man mir klar, dass die V.-Versicherung mit Sitz in Düsseldorf "nicht an meinem wirtschaftlichen Ruin interessiert ist und auf Grund der niedrigen Forderung in Höhe von 1.500 € auf eine Rückzahlung verzichtet." Bis zu diesem Zeitpunkt hatte man aber schon 1.500 € von mir kassiert.
Die Arbeitslosigkeit, noch viel schlimmer.
Der Witz bei dem Ganzen liegt ja in meiner Ausbildung. Als Versicherungskaufmann, mit einem Abschluss, der sich eigentlich sehen lassen kann, ist es garnicht so leicht, eine Stelle zu finden.
Die Selbständigkeit in dieser Branche lehne ich auf Grund schlechter Erfahrungen kategorisch ab, bin eher an einer angestellten Tätigkeit interessiert.
Also bewerbe ich mich auch auf solche ausgeschriebenen Stellen, fahre zig Kilometer zu Vorstellungsgesprächen, in deren Vorfeld ich mich mehrfach telefonisch versichert habe, dass eine versicherungspflichtige Tätigkeit angeboten wird, und jedesmal bekomme ich zu hören:
"Sie sind doch aus der Branche und wissen, wie das läuft. Wenn wir Selbständige suchen meldet sich keiner, also schreiben wir Stellen für das Angestelltenverhältnis aus und schon kommen die Bewerber. Wir suchen natürlich nur Selbständige nach §84 HGB!"
Meist wird mir dies erst im zweiten Gespräch mitgeteilt, wenn ich schon 150 km gefahren bin.
Und dann weigert sich natürlich die Agentur für Arbeit sich bei meinen Eigenbemühungen an den Fahrtkosten zu beteiligen, da ich mich ja nicht auf eine versicherungspflichtige Tätigkeit beworben habe.
Ich habe den Sachverhalt aufgeschrieben und den Ablehnungen widersprochen, und was kam als Antwort?
"Es ist völlig unerheblich, ob Sie von der angebotenen Selbständigkeit wissen oder nicht. Auch spielt die vorherige telefonische Versicherung keine Rolle. Vielmehr fahren Sie auf eigenes Risiko zu Ihren Vorstellungsgesprächen"
Und der nette Hinweis, dass ich ja gegen diesen Beschluss klagen könnte.
Merkt Ihr es eigentlich noch? Ich bin arbeitslos, von welchem Geld soll ich denn gegen Euch klagen?
Ich habe mir überlegt, wenn ich im Monat 100 € Fahrtkosten auf eigenes Risiko zu tragen habe, werde ich in Zukunft dieses Risiko minimieren und mich eben nicht mehr bewerben.
Oder ich warte, bis ich ein Angebot von der Agentur für Arbeit bekomme (wovon ich in den letzten 4 Monaten keines hatte)
Achja, und die V.-Versicherung aus Düsseldorf hat mir wieder ein nettes Schreiben geschickt.
Ich habe dort vor 1 1/2 Jahren eine sogenannte Unfallversicherung mit garantierter Beitragsrückgewähr abgeschlossen, mir einer garantierten Rückzahlungssumme von insgesamt 1.100 € pro Beitragsjahr (es sind ja zwei Verträge)
Bisher haben wir 2.000 € eingezahlt, wegen der Arbeitslosigkeit habe ich die Sache zum 01.07.2005 gekündigt.
Man ist mir sogar entgegengekommen, eigentlich hätte ich wohl erst zum 01.12. kündigen können, allerdings zu welchem Preis?
"Ihre Versicherung ist zum 01.07.2005 erloschen. Ein Anspruch auf einen Rückkaufswert besteht nicht"
Ich dachte mich trifft der Schlag.
Aber das wird wohl eine Sache für die Verbraucherzentrale.
Den Anwalt werde ich mir sparen, die Rechtsschutzversicherung (welche mich 35 € im Monat kostet), die als Partnerunternehmen der V.-Versicherung aus Düsseldorf fungiert, hat mir schon klar gemacht, dass die Kosten für eine Klage nicht übernommen werden.
Na Mahlzeit!