Endlich gesehen. Viel hat man in den letzten Tagen von diesem Film gehört und ich habe sehr versucht meine Ohren zu verschließen. Zwei Worte drangen aber dennoch immer wieder an mein Ohr: Christoph Waltz. Nachdem ich den Film gesehen habe, muss ich sagen, der Name fällt zurecht. Ist der Mann darin gut!
Überhaupt muss ich sagen, ist die deutsche Besetzung ist fast durchweg fantastisch. Die kaufen Brad Pitt als Nazi-Jäger Aldo Raine glatt den Scheid ab.
Gleich dem klassischen antiken Drama, erzählt Tarantino seinen Film in 5 Akten:
1. Es war einmal...im von Nazis besetztn Deutschland
Ein Beginn wie im Märchen. Offenbart sich dann als pervertierte Version einer grimmschen Volksweise. Allein diese unglaubliche lange Eröffnungsszene gehört zum besten, was
ich im Kino seit langer Zeit gesehen habe. Diese schleichende
Bedrohung, die wächst und wächst und sich in Gemetzel entlädt und Waltz
als Hans Landa als charismatischen Psychopathenmanifestiert ist
großartig. Stark geschrieben von Tarantino und superb von Waltz
umgesetzt.
2. Inglorous Basterds
Brad Pitt alias Also Raine erscheint und fordert seine Nazi-Skalps. Da wir hier bei Tarantino sind, bekommt er sie auch und wie, das dürfen wir uns ansehen.
3. Eine Deutsche Nacht in Paris
Landa meuchelt eine jüdische Familie, die Tochter Shoshanna kann allerdings entkommen. Unter falschem Namen leitet sie in Paris ein Kino. Der ruhmreiche Soldat Frederick Zoller (Daniel Brühl) verliebt sich in sie. Zoller hat im Kriegseinsatz Heldentaten vollbracht, die Goebbels (Sylvster Groth) hat verfilmen lassen. Die Premiere soll nun in Shoshannas Kino stattfinden.
4. Operation Kino
In diesem Kino finden sich dann auch die anderen Geschichtsströnge des Filmes zusammen. Die Nazijäger um Aldo Raine planen ein Attentat auf die deutsche Führungsriege. Zur Premiere ist nämlich auch Adolf Hitler (Martin Wuttke) himself vor Ort. Mit der deutschen Schauspieldiva Bridget von Hammersmarck (Gott, ist die schlecht: Diane Krüger) will mit Raines Schregen (Gedeon Burkhardt oder, auch schlecht: Til Schweiger)ein Komplott ausarbeiten. Zu ihnen gesellt sich noch Lt. Archie Hicox (für mich eine Entdeckung: Michael Fassbender), gesandt von Winston Chruchill (Rod Steiger).Das Komplott fliegt allerdings auf, die Gruppe wird von SS-Sturmbrandführer Hellstrom (toll: August Diehl) enttarnt und eliminiert. Nur Bridget von Hammersmarck kann entkommen.
5. Die Rache des Riesengesichtes
Unabhängig von den Inglorious Basterds plant Shoshanna mit ihrem Freund Marcel das Kino in Brand zu stecken, um sich zu rächen und dem krieg ein Ende zu setzen. Es schlägt hier erneut eine große Stunde für Hans Landa. Er entdeckt die Basterds und nimmt Also Raine fest, um pber ihn im Falle des Kriegsendes für sich und seine Zukunft zu verhandeln. Shoshannas Plan geht auf und auch einige Basterds können ihre Aufgabe ausführen. Heißt: großes Gemetzel.
Trotz einer Länge von 154 Minuten ist der Film keine Sekunde zu lang. Ich fand es schön, wie die einzelnen Stränge immer wieder zusammengefühtr werden. Das muss man Tarantino echt lassen. Das kann der. Der Humor kam auch nicht zu kurz. Brad Pitts Italienisch-Kenntnisse...*muahahaha* Überhaupt hat er wohl ziemlichen Spaß bei der Sache gehabt, was der für einen tumben Gesichtsausdruck die ganze Zeit hat. Spitze. Dennoch muss ich die deutsche Crew einfach mehr loben. August Diehl war so böse, da lief es mir kalt den Rücken hinunter. Daniel Brühl darf den sensiblen selbstzweifelnden Held geben, sodass ich erst gähnen wollte. Aber netterweise gab es auch für ihn einen netten Twist im Drehbuch. Ha! Fand ich klasse.
Tarantinos Filmleidenschaft ist auch hier wieder ansteckend.
Seine Namensfindungen haben mir auch gefallen. Bridget von Hammermarck = Florian von Donnersmarck. Aldo Raine = Aldo Ray.
Ble B. in einer Cameo-Rolle hatte einen ulkigen Aha-Effekt. Das Göring und Borman kurz auftauchen und Pfeile, wie in einem Comic auf sie zeigen, hat mich amüsiert. So enthebt Tarantino seinen Film vor der Versuchung auch nur vo irgendjemandem als Geschichtsstunde wahrgenommen zu werden. Es ist Kino. Und zwar sehr gutes