Sol Exodus

30.03.2016 um 14:49 Uhr

Die Murmel macht die Musik

von: SolExodus   Kategorie: Fundstücke





Eine großartige Idee und tolle Arbeit!

10.03.2016 um 09:10 Uhr

Lass laufen

von: SolExodus   Stichwörter: Gedanken, Innenleben

Stimmung: so neutral, neutraler gehts nicht

Wenn du lange genug am Fluß sitzt, siehst du irgendwann die Leiche deines Feindes vorbeischwimmen.

Aus China



Nur dass es im Moment nicht die Leichen meiner Feinde sind, sondern eher die Leichen und Reste der vergangenen paar Jahre.

Aber um den vorbeitreibenden Dreck gings mir bei dem Zitat gar nicht, sondern um den, der da rumhockt und einfach nur wartet. Das bin ich. Nur, dass ich nicht warte. Ich hocke einfach nur rum und tue nichts. Nicht, weil ich geduldig sein müsste oder hoffe, dass sich dann etwas tut, nö. Ich tue einfach nichts, weil ich nichts tun will. Ich will nicht. Ende.

Ich sitze nur da und sehe mir an, was denn von all dem, von dem ich dachte, dass es einen Wert hat, so übrig bleibt, wenn ich mich NICHT mit Zähnen und Klauen an den Hals der Veränderung werfe und versuche zu retten, was zu retten ist oder Zustände zu erhalten, die ich unbedingt erhalten will. Ich will nichts mehr erhalten. Ich will im Moment nicht mal was wollen. Ich bin einfach nur da und beobachte, ohne den Wunsch einzugreifen, wenn es nicht so läuft, wie ich es mir mal vorgestellt hatte. Und es ist nicht beängstigend. Es ist nicht niederschmetternd, wenn ich jetzt sehen muss, dass an sovielen Bekanntschaften nichts dran ist, dass an sovielen Vorstellungen nichts dran ist, dass meine Wünsche nicht in Erfüllung gehen... drauf gehustet. Es ist einfach nur so, wie es ist. Und im Moment ist es gut so.

In Heavens Blog las ich kürzlich was von: "Alles ist im Fluss." Joa, doch... genau so könnte man das ausdrücken. Alles fließt so dahin und ich sehe nur zu, ohne aktiv zu sein. Ich kämpfe nicht gegen Veränderungen und ich gräme mich nicht über zerbrechende Träume. Und es verändert sich sehr viel, ganz von alleine und ohne, dass ich mich einmische. Im Augenblick ist es, als wenn Menschen, Zustände, Strukturen, etc. einfach abbröckeln wie alter Lack.
Es ist, als würde ich einen Film sehen. Da kann man ja auch nicht in die Handlung eingreifen. Man bezahlt seine 14 Euronen, setzt sich still auf seinen Platz und frisst das, was da über die Leinwand läuft und wenn man wieder geht, muss man das, was gelaufen ist, so hinnehmen. Und wie nach nem Film hadert man auch nicht ewig darüber, dass man die Handlung doch lieber anders gehabt hätte. Man ist im ersten Moment vielleicht betrübt über den hohen Preis (die 14 Euronen bekommst du ja nicht wieder, ob der Film nun ne Offenbarung oder eine Beleidigung war) aber nicht verzweifelt.

Ich vergesse oft, dass ich nur das Drehbuch für meine eigenen Handlungen schreiben kann, nicht mehr und nicht weniger. Und selbst die sind oft genug von äußeren Umständen abhängig. Andere Menschen sind nicht steuerbar und ihre Entwicklungen und Gefühle schon gar nicht. Ich muss sie fließen lassen... und vielleicht bleiben sie in meiner Spur oder in meiner Richtung, vielleicht auch nicht. Spielt aber im Endeffekt keine Rolle, weil sie nicht verlässlich sind und demnach kann ein Mensch niemals ein Ziel sein, sondern nur ein Teil des Weges.

Ich investiere nichts im Augenblick, in niemanden und (woohoo Überraschung) es ändert sich überhaupt nichts Fröhlich Ist das nicht verrückt? Es spielt also überhaupt keine Rolle, ob ich mich um diese bisherigen Beziehungen in meinem Leben bemühe oder nicht: es ändert sich nichts! Was ich mir alles hätte ersparen können, welche Energie ich hätte sparen können, welche Momente voller Ungewissheit und Heulerei ich mir hätte sparen können, wenn ich das alles vorher gewusst hätte. Es ist so lachhaft! Nichts von alldem, was jemals gewesen ist, hatte eine Bedeutung auf der anderen Seite... und ich blöde Kuh buttere und buttere rein, was reingeht. Hach ja. Aber die Butter ist aus. Hier gibts nichts mehr zu holen.

*hrhr* Wie locker sich das runterschreibt aus dieser unbeteiligten Position (so muss es sich anfühlen, wenn man sich im Zustand bekiffter Glückseligkeit befindet). Es ist wahrscheinlich nur wieder eine Frage von Stunden oder Tagen, bis ich wieder in den Modus "sorgenvoll" eintauche... aber macht nichts. Im Augenblick sitze ich echt gut hier, so allein am Fluss.

23.02.2016 um 23:33 Uhr

Verarbeiten

Musik: Disclosure - Magnets

Oh Mann, ich glaube das war´s! Ich denke diese Beziehung kann ich mir abschminken. Ich als Person, die sich krankhaft an Bekanntem und Vertrautem festklammert, wie der Egel am Oberschenkel, erfasse das natürlich wieder nicht im kompletten Ausmaß. Bis der Groschen, besonders der aus dem Gefühlsklingelbeutel gefallen ist, dauert´s wieder. Und dieser Brunnen ist tief. Sehr, sehr tief.


*seufz*


Vor einer Woche hab ich was gehört von ihm, aber da war´s für mich eigentlich schon zu spät (ich hätte ihn früher gebraucht) und ich war dementsprechend stinkig, weil nicht ein Ton der Nachfrage kam, die ganze Zeit, als es mir wirklich nicht gut ging. Und ich wollte einfach mal abwarten, wie weit er das treibt, wenn ich mich nicht melde, nicht nachhake. Das Ende vom Lied? Stress, Unmut, Streiterei. Und zurückhalten kann ich mich ja auch überhaupt nicht. Jedes Mal, wenn sich der Rauch verzogen hat und ich rekapituliere und nachlese, was ich so geantwortet habe, dann denke ich mir so oft: "Was bin ich für ein Ekel." So bitterböse, wutverzerrte Kommentare, die ich da vom Stapel lasse... aber ich denke, das ist es auch, was mir bisher alles in meinem Leben versaut hat und immer und immer wieder zu diesen Brüchen führt: diese schnelle und tiefe Enttäuschung von Menschen und die daraus resultierende, brennende Wut, die mich blind für jede gütliche Einigung macht. Da wird nicht nachgegeben, da wird nicht verstanden, da wird nichts eingesehen, nein. Die Axt wird rausgeholt und dann wird nur noch gekämpft und die eigene Position verteidigt... oh und natürlich blutige Wunden geschlagen, ganz wichtig! Wenn ich schon leiden muss, dann nehm ich dich mit!
Das "Witzige" daran ist, dass mir manchmal mitten im Gefecht schon entgleitet, worum wir hier eigentlich streiten, aber das spielt ja keine Rolle, wenn sich vom Magen abwärts ein wahres Höllenfeuer ausbreitet. Das will gefüttert werden, da muss immer ordentlich nachgelegt werden, dass es noch weiter brennt... und am Ende hat man den Garten Eden abgefackelt und fragt sich, wieso es so ungemütlich geworden ist. Ha, bleiben wir gleich bei dem Thema: ausgebrannt ist man am Ende selber auch noch. Bei der Gegenseite ist schon etwas länger der Ofen aus. Aber er hat sich weiter mit mir rumgeschlagen, immer weiter. Das muss ich ihm lassen.
Wenn ich nur wüsste, woher diese Wut kommt...

Aber ich denke, das ist der Knackpunkt. Wenn´s an die Gefühle geht, bin ich in permanenter Verteidigungsposition und alles wird genau beobachtet und registriert, was der andere tut oder nicht tut und wie sich das anfühlt. Das wird seinen Teil dazu beigetragen haben, dass bei ihm selbst immer weiter die Mauer hochging. Wer will schon mit jemandem zusammen sein, der einen ständig als potentiellen Feind betrachtet? Der Umgänglichste war er zwar auch so nie, aber ich werde das Ganze noch verstärkt haben.

Mir fallen gerade die Träume ein, die ich oft habe mit diesem Thema, dass, glaube ich, bei vielen Menschen schon mal im Traum aufgetaucht ist: man ist in Gefahr oder irgendetwas Ungeheuerliches passiert gerade und man quillt förmlich über vor Gefühlen (seien es Angst oder Aufregung, etc.) und will um Hilfe rufen oder sich mitteilen oder andere warnen - und es kommt kein einziger, verdammter Laut aus meinem Mund. Ich brülle mir still die Seele aus dem Leib. Das Resultat ist Wut. Ich werde nicht gehört, dabei ist das, was ich zu sagen habe von verflucht großer Bedeutung. Zumindest für mich (und im Falle von menschenfressenden Ungeheuern auch für die anderen). Aber ich kann mich nicht verständlich machen. Und was da kommt, kommt und kommt und ich kann nichts tun, weil man mich einfach nicht versteht. Und dann bin ich verzweifelt, frustriert und so wütend, dass es für fünf ausgewachsene Kerle reicht.
Ich glaube das wird es sein. Dieses ständige Gefühl, dass meine Gefühle, Gedanken und was ich sage, einfach nicht ernstgenommen werden und/oder verstanden werden. Dass sie für niemanden Bedeutung haben und dass nicht auf sie und damit ja auch auf mich nicht eingegangen wird.

Puh... das blubberte hier gerade so aus mir raus... *durchatme* Wahrscheinlich war auch genau das nötig. Ich muss überlegen, reflektieren, nachdenken, sacken lassen, verarbeiten. Alles fünfmal drehen, bis ich genug habe und es wieder gut ist für eine Weile.


Mal sehen, ob ich nochmal was von ihm höre oder ob da jetzt der kalte Entzug folgt. Nach meiner letzten Nachricht werd ich mich aber sicherlich auf zweiteres einstellen dürfen. Wäre nicht der Erste in meinem Leben, aber scharf bin ich trotzdem nicht drauf und das klingt hier auch alles flockiger, als es in Wirklichkeit ist. Eigentlich ist mir zum Heulen.

20.02.2016 um 13:09 Uhr

Warum schreibt ihr?

von: SolExodus   Kategorie: Fragen an die Welt

Ich frage das Jeden, der sich hierher verirrt und selbst ein Weblog führt.

Warum habt ihr euch ein Weblog zugelegt?
Worüber schreibt ihr am liebsten?
Wobei habt ihr Hemmungen es aufzuschreiben?
Wie schreibt ihr? Frei von der Leber weg oder wird gründlich ausformuliert?
Wie geht´s euch so, nachdem ihr einen Beitrag veröffentlicht habt?
Was habt ihr erwartet, als ihr euch ein Weblog angelegt habt und wurden diese Erwartungen erfüllt oder nicht?


Liebe Grüße :)

15.02.2016 um 12:43 Uhr

Kopf oder Knoten?

Musik: Umse - Kopfsache

Der Stumpfsinn hüllt mich ein, wie eine Wolke und ich tue nichts um ihn zurückzudrängen - ich habe schlichtweg keine Lust.

Trotzdem ist der Zustand nicht angenehm, sondern quälend. Ich möchte was tun, habe aber gleichzeitig gar keine Lust darauf. Die Stunden vergehen und ich sitze hier, glotze auf den Bildschirm und warte...
Darauf, dass irgendwas passiert, was mir für die nächsten 5 Minuten Ablenkung verschafft. Keine Menschen um mich herum, seit Tagen. Ich nehme niemanden wahr und werde nicht wahrgenommen. Eigentlich bin ich gar nicht da... und doch bin ich da. Mein Gehirn ist ein dicker, unbeweglicher Klumpen, der sich nicht mal dazu herablassen möchte die Motivation für die nötigen Einkäufe aufzubringen.

Morgen fahre ich nach Hause, zu meinen Eltern. Ich brauche Gesellschaft, Menschen, die mich kennen und mögen und auf mich reagieren und bei denen ich das Gefühl habe, dass ich am Leben bin.

10.02.2016 um 21:33 Uhr

Nicht-Tage

Stimmung: nachdenklich

Es sind komische Tage hier momentan, solche Tage, die einfach nur so vor sich hin vergehen und an denen nichts passiert. Und außer dem üblichen Haushaltskram passiert auch von meiner Seite nichts. Meine Haut erholt sich langsam, aber doch nicht so schnell, wie ich gedacht und gehofft hatte. Ich sehe immer noch schlimm aus und habe mittlerweile auch für die nächsten zwei Wochen ne Krankschreibung vom Arzt bekommen. Da ich morgen sowieso zum Arbeitsamt muss, kann ich die gleich mit abgeben. Ein bisschen Luft wird mir gut tun. Ich habe immer noch keine Ahnung, warum dieser Ausbruch jetzt kam, auch wenn ich das ein oder andere vermute.

An solchen Tagen merke ich erstmal, wie wenig man das eigentlich kennt auch mal gar nicht beschäftigt zu sein, nicht ständig die nie enden wollende Liste im Kopf abzuarbeiten, sondern wirklich nur mal in diesem Moment zu sein. Das ist gar nicht so einfach, nur mit sich selbst zu sein, die Gedanken zu ertragen, weil ja niemand anders da ist, der mit einem redet oder dem man zuhören kann. Zwischendurch höre ich mal ein Hörbuch oder mache den Fernseher an, aber dann ist wieder Stille. Man geht allein ins Bett, steht allein auf und verbringt den Tag allein. Ich höre jetzt alle gestressten Arbeitnehmer und Eltern stöhnen: "Oh, wie traumhaft muss das sein." Ja, für eine gewisse Zeit schon... nach vier Wochen vielleicht nicht mehr. Allerdings bin ich kein Mensch, der überhaupt nicht mit sich allein sein kann, im Gegenteil. Nur alles muss man in Maßen genießen.

Mit einer Person habe ich aber heute sogar gesprochen. Es rief nämlich jemand von meiner ehemaligen Arbeitsstelle an und meinte, sie könnten vielleicht noch Geld für ein paar Monate zusammenkratzen. Besser als nichts. Ein paar Monate Gehalt und Beschäftigung... nebenher kann ich weiter Bewerbungen schreiben. Ich habe gesagt, wenn sie mehr wissen, sollen sie sich melden, ich stünde bereit.


Von meinem Freund habe ich jetzt seit fast zwei Wochen nichts mehr gehört, außer zu seinem Geburtstag, als ich ihm gratulierte und er sich bedankte, ansonsten Funkstille. Keine Fragen danach, wie es mir geht: was meine Haut macht oder wie es mir mit der Arbeitslosigkeit geht, nichts. Das ist die bizarrste Beziehung, die ich mir je hätte denken können. Falls es überhaupt noch eine ist. Ich weiß es überhaupt nicht. Ich kann sein Verhalten nicht deuten und ich kann es nicht verstehen. Er sperrt alle und jeden aus seinem Leben aus, selbst mich. Wieso beendet er dann die Geschichte nicht? Wieso sagen einem diese Menschen nicht: "Hey, ich möchte lieber allein sein, geh doch einfach." ? Warum lässt man das alles vor sich hin sterben? Andersrum könnte man auch mich fragen, warum ich das mitmache? Ich weiß nicht. Vielleicht, weil ich diesmal auch stur bin. Sonst war ich immer diejenige, die auf ihn zukam, immer. Jetzt sitze ich das aus. Innerlich habe ich mich wahrscheinlich eh schon verabschiedet oder tue es gerade, aber ich werde ihm diesen "offiziellen" Schritt nicht abnehmen.

Man soll ja alles positiv sehen. Am Ende meines Lebens kann ich auf ein Kuriositätenkabinett an Menschen zurückblicken, die ich getroffen habe und denen ich näher gekommen bin. Ich ziehe solche Menschen magisch an.

02.02.2016 um 14:16 Uhr

Hau(p)tsache abwärts

von: SolExodus   Stichwörter: Gesundheit, Allgemeines, Beziehung

Stimmung: unterirdisch aber nicht hoffnungslos :D

Meine Fresse, ist das ´ne Scheiße!

Das ist die letzten Tage so DER Satz, den ich immer höre, wenn ich mal so in mich reinhöre. Ich bin ein bisschen fassungslos wie es sein kann, dass es auch immer wieder passiert, dass alles auf einmal passiert. Und meistens sind es die blöden Dinge, oder sehr oft zumindest.

Dass der Job bald weg sein wird, ohne, dass ich diesmal eine Chance auf eine Vertragsverlängerung habe, darauf konnte ich mich ja innerlich schon ein Weilchen vorbereiten... Aber dass meine Haut sich gerade jetzt dazu entschließt total verrückt zu spielen und meine Beziehung sich so langsam aber sicher aufzulösen beginnt, das hätte es nicht auch noch gebraucht.

Ich habe momentan den schlimmsten Neurodermitis-Schub, den ich je in meinem Leben hatte, aber sowas von. Es war als Kleinkind ja schon teilweise schlimm (zu diesen Zeiten, in denen ich jede Nacht mit Verbänden schlafen musste und mich nachts blutig gekratzt habe), aber da war es wenigstens nur auf Hände und Arm-sowie Kniebeugen beschränkt. Jetzt habe ich es überall, AM GANZEN KÖRPER. Ich sehe aus wie ein Fallout-Ghul (falls jemand die PC-Spiele kennt).
Kortison hilft mir zwar, aber dummerweise habe ich jetzt, nachdem eine Charge an Salbe alle ist überhaupt keine Ruhe mehr bis es wieder ausbricht. Sonst lagen meistens mehrere Monate bis zu einem Jahr dazwischen. Und Kortison ist leider nicht für den Dauereinsatz gedacht. Ich wusste nicht, wie beschissen man sich fühlen kann, wie krank und buchstäblich dünnhäutig, wenn man solche Hautprobleme hat. Ich fühle mich tatsächlich richtig krank. Es geht einem, im wahrsten Sinne des Wortes, unter die Haut. Dementsprechend verzweifelt war ich heute auch, als ich zur Notfallversorgung zur Hautärztin ging, die mal wieder ne Vertretungsärztin war. Jedes Mal, wenn ich dringend einen Arzt brauche, haben grundsätzlich alle meine üblichen Ärzte Urlaub. Die hat mir jetzt zum letzten Versuch einen Kortison-Hammer in Tablettenform verschrieben und Zeug zum Baden, Eincremen, etc. etc. Normales Zeug, was man in Drogerien zum Eincremen kaufen kann, hilft bei mir gar nicht mehr, macht es zum Teil sogar noch schlimmer.
Ich werde also heute mit den Tabletten starten, ein Bad nehmen und hoffen, dass sich etwas (Gutes) tut. Sonst weiß ich wirklich nicht mehr weiter.


Tja und diese Beziehungskiste... ich weiß auch nicht... es ist nichts Halbes und nichts Ganzes und wahrscheinlich sind wir einfach zu verschieden und die Entfernung zu groß um es hinzukriegen. Ich fühle mich diesbezüglich ausgelaugt und müde. Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir schon total weit voneinander entfernt sind, dass wir nichts mehr wirklich teilen, dass ich irgendwie den Draht zu ihm verliere. Er ist so in sich gekehrt, igelt sich ein, will aber nicht drüber reden, will mir nichts erzählen... und ich bin es leid, leid mir Gedanken zu machen, leid ihm alles aus der Nase zu ziehen. Diese Sturheit macht mich fertig und diese völlige Abwesenheit der Bereitschaft mal etwas anders zu machen im Leben, was anderes auszuprobieren, einen anderen Weg zu gehen. Er macht dicht und damit hat es sich.
Was bleibt mir da noch? Ich kann ihn nur machen lassen und mein Ding machen. Auch wenn es schade ist.

20.01.2016 um 00:10 Uhr

Wegnehmen, was man sich vormacht

von: SolExodus   Stichwörter: Innenleben

Manchmal habe ich Momente, wie aus einem dieser Filme, in denen die Charaktere nicht mehr wissen, was Realität und was Fiktion ist. Inception ist z.B. so ein Film. Und dann frage ich mich: wie sieht die Welt wohl aus, wenn man all die Illusionen, die man sich immer so macht, einfach wegnehmen würde? Illusionen über Zukunft, Menschen, sich selbst oder einfach alles? Sieht man dann überhaupt noch seine Umwelt, wie man sie kennt oder sähe alles gänzlich anders aus? Würden alle Menschen, die man kennt, komplett anders sein? Ich hab oft den Eindruck, man sieht GAR NICHTS OHNE Illusionen, alles ist mit Vorstellungen, Erwartungen, eigenen Erfahrung übertüncht oder behaftet. Würde das nicht bedeuten, dass die Welt für jeden Menschen anders aussieht? Was wiederum bedeutet, dass jeder von uns im Endeffekt ganz allein ist, denn es gibt keine zweite Person, die so sieht, wie man selbst und die einen komplett verstehen würde, oder?

Sind diese Illusionen okay oder machen sie nicht das Leben zu einer großen Lüge? Kann man überhaupt je klar sehen und frei von Illusionen sein? Gibt es Menschen, die alles nur so sehen und erfahren können, wie es sich nach außen gibt, ohne ihren eigenen Vorstellungen und Gedanken beizumengen?

Und diese Illusionen betreffen ja nicht nur die Umwelt und andere Menschen, sondern auch besonders einen selbst. Woher und wann weiß ich denn, wer ich wirklich bin und wann ich nur wieder eine Vorstellung davon herumschleppe, wer ich denn sein könnte?

Ja, ich weiß... das ist wieder ein hochtrabendes Geschwurbel hier. Geht mir nicht anders. Ich frage mich auch sehr oft, wieso mir sowas ständig im Kopf rumspukt. Gekommen bin ich diesmal darauf, weil ich über ein paar Menschen nachgedacht habe, Menschen, von denen ich eine bestimmte Vorstellung hatte, die aber überhaupt gar nichts mit der Realität zu tun hat. Ich habe mir was vorgemacht und zwar richtig naiv. Und irgendwann macht es "Plopp" und man sieht auf einmal, wie es wirklich ist. Oder ist auch das nur wieder eine Illusion?


Achso ja, etwas verspätet: Frohes Neues in die Blogwelt :)

15.12.2015 um 23:07 Uhr

(Menschen)müde

von: SolExodus   Stichwörter: Innenleben

Ich möchte eigentlich schon seit Tagen hier schreiben, aber ich komme nicht dazu. Im Grunde ist nichts anders als sonst, ich bin bisher auch noch nicht Opfer des Weihnachtsstresses geworden, aber innerlich ist soviel los. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie intensiv man mit seinem Innenleben beschäftigt sein kann, sodass alles andere draußen am Fenster vorbeizieht, obwohl das da draußen ja sogar meist Auslöser dieser inneren Prozesse ist. Das Tragikomische daran ist, dass ich aus diesem Rückzug ins Innenleben selbst nicht rauskomme bzw. es gar nicht merke, wenn es mal wieder soweit ist. Totale Introversion. Und obwohl das schon immer so war, so offensichtlich, ist mir erst vor einiger Zeit klar geworden, dass ich ein extrem introvertierter Mensch bin, nicht mehr und nicht weniger. Es stimmt tatsächlich, dass es irgendwann unheimlich anstrengend ist unter Menschen zu sein, auch wenn ich das gerne möchte. Ich kann einfach nicht so lange, ohne irgendwann das Gefühl zu haben in meinem Kopf ist alles zu einem harten Klumpen Knete geworden und jeder Gedanke ist anstrengend. Auch körperlich befällt mich dann Erschöpfung und ich brauche den Rückzug, obwohl da gleichzeitig die Sehnsucht ist, mitten im Geschehen zu sein. Faszinierend, aber oft auch nervig für mich selbst.

Interessant finde ich allerdings, dass sich das auch auf Bereiche auszuweiten scheint, in denen Menschen gar nicht unmittelbar anzutreffen sind, zumindest nicht physisch, sondern nur verbal - wie im Internet. Ständig Meinungen, Tweets oder Facebook-Einträge zu lesen, ist irgendwann nicht minder anstrengend, wobei ich mir vorstellen kann, dass das nicht unbedingt etwas mit Introversion zu tun hat, sondern mit dem Dauerfeuer-Charakter, den diese Medien haben.

Trotzdem brauche ich immer wieder längere Pausen von Menschen, Häufigkeit und Länge wahrscheinlich abhängig vom Allgemeinbefinden, Stress und beruflicher Eingebundenheit. Und dann frage ich mich immer: was ist in meinem Gehirn und dem anderer introvertierter Menschen anders, als bei extravertierten oder denen, auf die eine Mischung aus beidem zutrifft? Was ist da wo und wie verkabelt und gepolt? Warum ist man wie man ist und kann auch, obwohl einem bewusst ist, wie man ist, oft nichts daran ändern?

Denn einfach ist es nicht, weder für Mitmenschen noch für einen selbst. Wenn die Phasen anfangen, in denen man jede Einladung und jede Veranstaltung absagen möchte, weil man einfach nur allein sein möchte. Und dann ist man allein und es ist auch nicht richtig, weil man sich irgendwann einsam fühlt. Wenn es schwierig ist Bekanntschaften und Freundschaften aufzubauen, weil man sich wenig meldet, obwohl man den Menschen unheimlich gern hat, aber einfach nicht in der Lage ist, jedes Ereignis (mit)zuteilen oder sich über jedes Ereignis der anderen Seite (mit)freuen kann oder adäquat antworten kann.
Ich bin aber mittlerweile auch schon in der Lage trotz der inneren Ablehnung, Einladungen einfach anzunehmen und trrotzdem hinzugehen. Ich habe schon oft festgestellt, dass es hinterher doch ein schöner Abend oder ein schöner Ausflug war und es gut war, dass ich mich mal nicht eingeigelt habe. Aber Überwindung kostet es immer wieder und es ist auch nicht immer einfach nahestehenden Menschen klarzumachen, dass Rückzüge rein gar nichts mit ihnen persönlich zu tun haben, sondern einfach damit, dass man diese Rückzüge braucht um Energie zu tanken.

Wahrscheinlich muss ich momentan besonders viel auftanken, weil Ende der Woche Besuch kommt und mich das innerlich schon wieder unter Druck setzt. Oder einfach, weil es mal wieder Zeit ist :D

Für den Fall, dass diese Phase länger anhält, wünsche ich der gesamten blogigo-Gemeinde schon mal ein Besinnliches Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr! ;)

08.12.2015 um 21:27 Uhr

Es schuftet für Sie... das Arbeitsvieh

von: SolExodus   Stichwörter: Arbeit

Stimmung: erschöpft

Was für ein Tag!

Jo, ich weiß: so fangen immer die Einträge an, in denen dann ne Abfolge von unheimlich anstrengenden oder anspruchsvollen Aufgaben folgt. Hier nich :D

Nee, das war kein Tag geistiger oder körperlicher Über- oder Unterforderung, sondern ein Tag der zwischenmenschlichen Ernüchterung. Ich hatte noch nie im Leben das Gefühl solcher... hm... Hilflosigkeit? Wut im Bauch, ohne die Möglichkeit zu haben sie rauszulassen? Ein ohnmächtiges Gefühl des "sowieso-nicht-dagegen-ankommens"? Ja, so kann man es vielleicht beschreiben.
Ich möchte jetzt hier nicht ins Detail gehen, einfach weil ich noch zu schüchtern bin bei dieser Blog-Geschichte und eben auch allgemein kein Freund davon bin allzu viele private Einzelheiten preiszugeben, aber es geht im Prinzip um eine neue Chefin, die wir vor ein paar Jahren bekommen haben (seit 2 Jahren ist sie jetzt offiziell Chefin) und wir sind immer noch im Umbauprozess der Arbeitsgruppe und beim Eingewöhnen in die neuen Projekte und natürlich beim Gewöhnen an die Eigenheiten einer Person. Und wie es im Leben nun mal so ist, auch hier entpuppen sich die Menschen irgendwann.

Ich bin zwar jung, aber dahingehend feinfühlig und Menschen gegenüber prinzipiell skeptisch. Und als alle noch euphorisch darüber waren, dass wir endlich jemanden an der Spitze haben, den auch mal die Belange der Belegschaft zu interessieren scheinen, dachte ich mir nur so: "Wartet mal ab. Erstmal gucken, wie das wird, wenn sie dann wirklich selbst am Ruder steht." Und in der Beziehung hatte ich Recht. Es gibt zwar mehr Kommunikation zwischen Chefetage und Fußvolk, aber eigentlich ist das auch mehr Schein als Sein. Die Unterstützung und das Verständnis, welches wir uns eigentlich gewünscht hatten, fehlen auch hier wieder an den entscheidenden Stellen. Außen hui, innen pfui, wie immer.
Wofür wir jahrelang gearbeitet haben, wird plötzlich mit einem: "Interessiert mich nicht" abgetan. Strukturen, die dazu dienen sich gegenseitig noch irgendwie bei der Arbeit stützen zu können (wir werden ja auch immer weniger und neue Leute werden nicht eingestellt) interessieren nicht. Null Qualität, Hauptsache Quantität. Dann die Zwischen-Chefs, die seit weniger als einem Jahrzehnt mal den Hauch einer Verantwortung abbekommen haben, spielen sich auf, wie die Einpeitscher und man kann nur dastehen und wenigstens im Geiste Ohrfeigen verteilen.

Es ist so frustrierend. Der ganze Umgang ist auch irgendwie unbefriedigend. Einerseits soll alles offen besprochen werden, andererseits werden dann Termine über den eigenen Kopf hinweg gemacht, zu denen man es dann aber bitte trotzdem irgendwie einrichten soll. Aufgaben, die eines Event-Managers würdig wären, aber null mit unserem Berufsbild zu tun haben, kommen dann noch als Goodie oben drauf. Und von der Menschlichkeit, der unserer neuen Frontfrau ja immer zugedichtet wurde, ist auch nicht viel zu spüren, wenn Kollegen, die sich mit 40 Fieber noch eben zur Arbeit schleppen um die Praktika durchzuziehen, damit nicht alles zusammenbricht, jegliche Hilfe durch andere Kollegen verwehrt wird.

Das tragikomische daran sind wiederum einige andere Kollegen, die sich jetzt wunder was drauf einbilden, dass sie die Weihnachtsfeier jetzt organisieren dürfen und dafür von der Chefin mit nem Blumenstrauß und drei warmen Worten vor versammelter Mannschaft bedacht werden. Der anschließende Höhenflug bei jenen Kollegen sorgt dann wieder dafür, dass unsereins jetzt auch noch nach deren Pfeife tanzen soll und/oder sich belehren lassen darf, weil Weihnachtsfeiern und andere Festlichkeiten organisieren offenbar auch mit einem Anstieg der Kompetenzen in allen Arbeitsbereich einherzugehen scheint. Ein Irrenhaus!

Zum Glück gibt es noch ein, zwei Kollegen, die sich ebenfalls wundern, was hier plötzlich abgeht und die man getrost zu den Verbündeten zählen kann. Anders wäre das teilweise nicht zu ertragen. Eigentlich kann es mir egal sein, weil ich eh nicht mehr lange da sein werde (falls sich nicht noch kurzfristig was anderes ergibt), aber um meine paar netten Kollegen tut es mir sehr leid.