Solo zu zweit

13.12.2009 um 15:12 Uhr

Überwintern durch abhaken

Jaja, Weihnachten ist das Fest der Liebe. Ich weiß. An kalten Winterabenden macht man es sich zuhause gemütlich - ganz besinnlich - und lässt das Jahr noch mal in aller Ruhe Revue passieren. Als hätte man sonst nichts zu tun. Als würde man das Jahr nicht sowieso ständig Revue passieren. Aber vor Weihnachten macht sich plötzlich dieser Druck breit, dieses Gefühl, man müsse jetzt all das, was in den letzten Monaten schief gelaufen ist, schnell noch wieder gut machen. Die Dinge erledigen, damit man frei von Sorgen ins neue Jahr starten kann. Als bliebe nach Weihnachten nicht noch genügend Zeit. Meine vorweihnachtliche To-Do-Liste hat exakt 53 Punkte. Neben Misteln aufhängen (bereits abgehakt), Geschenke kaufen, Nussecken backen und all dem üblichen Krimskrams, habe ich unter Punkt 17 notiert: Soll ich ihm frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr wünschen? Unter Punkt 23: Wenn ja, auf welchem Weg? Punkt 26: Davon hängt doch gar nichts ab. Punkt 27: Ich kann mich auch im nächsten Jahr noch melden. Punkt 42: Ich könnte mich auch nie wieder melden. Zur Erinnerung (um das nochmal Revue passieren zu lassen) er hat mich an einer Autobahnraststätte abserviert. Allerdings gab es inzwischen kleine Annäherungsversuche. Und die Vorweihnachtszeit stimmt mich so milde ...