Ich weiß, Ihr brennt schon darauf zu erfahren, wie die Geschichte um die trinkfreudigen Bauern und dem Weihn-ächt-mann weitergeht. Darum will ich Euch nicht länger auf die Folter spannen und mit der Erzählung fortfahren.
Das Jahr 1555 hatte begonnen und die Bauern arbeiteten brav auf ihren Feldern. Wie es schien, hatte Weihn-ächt-Mann Rubrecht gute Arbeit geleistet und konnte im Zuge dessen bei seinem Fürsten einen günstigeren Arbeitsvertrag durchsetzen, in dem seine Arbeitszeit auf die ersten 24 Tage im Dezember verkürzt wurde. Was er einmal in 24 Tagen geschafft hat, würde er auch in den kommenden Jahren in 24 Tagen schaffen, da war sich Fürst Nikolaus sicher.
Währendessen überlegten die Bauern, wie sie im nächsten Dezember wieder zu ihrem Alkoholgenuß kommen könnten, doch sämtliche Konzepte, dieses Ziel durchzusetzen, waren auf Grund der mangelnden Schulbildung der Bauern unbrauchbar. Sie benötigten dringend Hilfe. Dann, im April, kam ein eigentlich fauler Bauer namens Jakob auf die rettende Idee. Angeblich hatten Franzosen im letzten Dezember ein Dorf mit Wein beliefert. Würde man das auf das gesamte Land ausweiten können, wären die deutschen Bauern gerettet. Also machte sich Jakob auf nach Frankreich und verbrüderte sich dort innerhalb kurzer Zeit mit den französischen Bauern, die ihm sogar ein Lied widmeten und einwilligten, ihre Brüder im Dezember mit Alkohol zu beliefern. Einziges Problem dabei war die Menge des benötigten Weins, denn ihre wertvollen Trauben wollten die Franzosen an die barbarischen Deutschen doch nicht verschwenden. Also kreierte man ein neues Getränk, den sogenannten "ad vin" (ad = abk. adapter; angepasst, vin = Wein), der im Grunde gar kein Wein war, sondern ein starker Wermut mit diversen Zusätzen. Dieser mußte natürlich noch stark rationiert werden, und so erfand man einen Holzkasten mit 24 nummerierten, verschließbaren Öffnungen, in die der "ad vin" hineingefüllt wurde. Da der Weihn-ächt-Mann ja nur noch 24 Tage arbeitete, mußte man auch nur 24 Tage überbrücken, und die Idee hinter dem Holzkasten war einfach, daß der Besitzer so täglich seine Ration "ad vin" herauslassen konnte und der Vorrat genau bis zum Ende der Prohibitionszeit reichen würde.
Diese Holzkästen wurden nun in riesigen Mengen produziert und an die deutschen Bauern verteilt. Die hingen sich dann im Dezember diese Kästen einfach an die Wand und sagten, wenn sie gefragt wurden, was das denn sei, daß es sich um einen Kalender handelt. Und weil die Bauern kein Französisch konnten, wurde aus den "ad vin Kalender" der Adventskalender, der die Bauern ab da jedes Jahr über den Dezember rettete und auch bei Nichtbauern nach und nach großen Anklang fand, die in die Öffnungen anstatt des "ad vin" dann einfach kleine Geschenke oder Schokolade hineinlegten. Außerdem feierten die Bauern jedes Jahr den letzten Arbeitstag des Weihn-ächt-Manns; ein Brauch, der ebenfalls mit den Jahren von den Nichtbauern übernommen wurde. Außerdem war noch ein weiterer Brauch entstanden. Weil einige den Kot des Weihn-ächt-Manns in ihren Schuhen irrtümlich für Schokolade gehalten und die gegessen hatten, steckten ihnen Spaßvögel in den folgenden Jahren an einem jeden 6.Dezember echte Schokolade in die Schuhe und verspotteten sie mit "Schau mal, was Dir auf Befehl von Fürst Nikolaus gebracht wurde."
All diese Bräuche wurden irgendwann unter dem Begriff "Weihnächten", später dann "Weihnachten" zusammengefasst und waren inzwischen ein fester Bestandteil der deutschen Kultur. Dies änderte sich erst gegen Ende des 18.Jahrhunderts, als Frankreich unter Napoleon beschloss, Deutschland zu anzugreifen und zu hassen. Jegliche freundschaftliche Beziehung zu Deutschland wurde geleugnet und sogar die Existenz des "Advent", wie der "ad vin" inzwischen überall hieß, wurde aus den Geschichtsbüchern gestrichen. Interessanterweise wurde nur kurze Zeit später ein Getränk namens Absinth erfunden - ebenfall ein starker, wermuthaltiger Alkohol wie der "Advent"...
Mit dem Verschwinden des Advents und dem Krieg mit Frankreich hatten die Deutschen ihr Weihnachten schon bald vergessen. Erst Anfang des letzten Jahrhunderts führten Kapitalisten das Fest in verfremderter Form wieder ein. Anstatt um Wein sollt es zu Weihnachten nun um teure Geschenke gehen, die man sich unbedingt gegenseitig schenken sollte. Und so ist es auch heute noch.
Somit sollte nun jedem klar sein, wie Weihnachten entstanden ist. Weihnachten ist natürlich keine Erfindung der Kapitalisten, sondern ein reales Fest unserer Vorfahren, daß von den Kapitalisten reinitiert wurde und seitdem mißbraucht wird. Eben wie Halloween, Valentienstag, oder was es da noch so alles gibt...