Das geheimnisvolle Blog ins zauberhafte Nichts

31.12.2005 um 03:00 Uhr

Achtung ! Heute großes Experiment ! Alle mitmachen !

von: Solus

Musik: Alexander Veljanov - Das Lied vom einsamen Mädchen

Ursprünglich war das Feuerwerk ja dafür gedacht, böse Geister zu vertreiben. Heute können wir Deutschen ein Experiment durchführen, um herauszufinden, ob das nun stimmt oder nicht.

Dazu müssen wir alle um 20 Uhr ARD einschalten, dann zum Fenster gehen und fünf Minuten lang Raketen in den Himmel schießen. Wenn dann im Fernsehen Angela Merkel keine Neujahrsansprache hält, funktioniert das tatsächlich...

31.12.2005 um 02:49 Uhr

Warum wir (kein) Neujahr feiern (sollten) Teil 2

von: Solus

Musik: Peterlicht - Mutter aller Parties

Als kleiner, pfiffiger Schelm, der ich ja bin, hatte ich mich bis jetzt nur auf den ursprünglichen Sinn von Silvester bezogen, aber das ist natürlich etwas albern, weil wahrscheinlich selbst der gläubigste Christ zu Silvester aus dem selben Grund feiert, wie jeder andere auch. Und das ist natürlich...nun, was feiern wir eigentlich am 31. Dezember ? Das Ende des alten Jahres oder der Beginn des Neuen ? Laut Wikipedia dient das Feuerwerk zum Ausdruck der Vorfreude auf das neue Jahr, was auch Sinn macht, denn obwohl es schon vor 0 Uhr knallt und kracht, steigt das richtige Feuerwerk ja immer mit Beginn des neuen Jahres. Zu diesem Zeitpunkt wird dann auch mit Sekt oder billigem Champagner angestoßen, sowie vorher ganz euphorisch die letzten Sekunden des alten Jahres heruntergezählt. Und das bereits erwähnte Bleigießen soll ja auch etwas über das neue Jahr aussagen. Wir feiern also zu Silvester das neue Jahr - und das ist ziemlich unsinnig !

Im Grunde sollte man doch eher voller Sorge auf die nächsten 365 Tage blicken, denn jeder einzelne davon bietet die Möglichkeit, daß alles ein bißchen schlimmer wird. So kann man zum Beispiel unerwartet einen lieben Menschen verlieren, oder den Job. Vielleicht steht man auch plötzlich vor einem völlig neuem Problem, oder Dinge, die einem bisher Freude bereiteten, tun dies aus irgendwelchen Grünen nicht mehr. Dazu kommt das ständige Altern und das langsame Verschleißen des eigenen Körpers, und damit der eventuelle Weg ins Siechtum. Selbst wenn also keine größeren Katastrophen passieren, geht es so ganz nebenbei doch immer weiter bergab. Aber gut, man kann ja den körperlichen Zerfall als natürlichen, biologischen Vorgang bewerten und außen vorlassen, sodaß das Jahr durchaus so positiv verlaufen kann, daß in diesem Zeitraum nichts Schlimmes passiert. - nur das ist ja nun wirklich nichts, was man vorher feiern sollte. Man feiert doch auch nicht vor dem Zahnarztbesuch, wenn man noch gar nicht weiß, ob der Arzt vielleicht bohren muß. Hinterher kann man feiern - und das ist der springene Punkt.
Anstatt das neue Jahr, sollten wir am 31.Dezember in Zukunft lieber das alte Jahr feiern; natürlich nur, wenn es uns auch wirklich wenig Kummer bereitet hat. Dann aber auch richtig, mit Feuerwerk, das man vor Mitternacht komplett abgebrannt hat, und mit Sekt-Anstoßen um 23:59 Uhr. Anstatt irgendwelchen Orakelspielchen kann man sich ja dann auf das zurückbesinnen, was das Jahr wirklich gebracht hat - zum Beispiel in Form eines mündlichen Vortrags. Und wenn der Rest der westlichen Menschheit fröhlich die Sekunden herunterzählt, reißt man schnell die Girlanden von der Decke, staubsaugt das Konfetti vom Boden und läßt ab Punkt 0 Uhr vollständige Normalität einkehren. Am besten geht man dann sofort ins Bett und versucht zu schlafen, damit man sich frisch und konzentriert den großen und kleinen Problemen stellen kann, die das neue Jahr mit sich bringt.

Also seid schlau und feiert nicht Neujahr, sondern Altjahr !

30.12.2005 um 18:47 Uhr

Frau heiratet Delfin

von: Solus

Musik: Leftfield - Melt

Im Pro7-Videotext steht auf Seite 134, daß die britische Millionärin Sharon Tendler in Israel einen Delfin geheiratet hat.

Achtung, jetzt kommt's: Zur Zeit befinden sie sich in den FLIPPERWOCHEN !

30.12.2005 um 08:08 Uhr

Warum wir (kein) Silvester feiern (sollten) Teil 1

von: Solus

Musik: Jimi Tenor - Year Of Apocalypse

Habt Ihr Euch schon einmal gefragt, warum wir uns eigentlich jedes Jahr am 31.Dezember Raketen um die Ohren schießen, teuren Sekt auf den ebenfalls teuren Teppich kotzen und uns darüber ärgern, daß in der Packungsbeilage des Bleigießsets nicht die Bedeutung eines "undefinierbaren Haufens" steht ? Mir zumindest ist das schon ein Rätsel, denn mit dem Erwachsenwerden läßt die Faszination an bunten Leuchtkugeln und dem Lange-Aufbleiben doch rapide nach, und Saufen kann man schließlich auch an den anderen 364 Tagen, wenn man das denn unbedingt tun will. Noch rätselhafter ist da die Reaktion, die ausgelöst wird, wenn man so ein blasphemisches Verhalten an den Tag legt und für Silvester gar nicht Feuer und Flamme ist. "Und, was machst Du zu Silvester ?" - "Weiß nicht, ist nichts geplant." und kaum ausgesprochen, wird man von seinem Gegenüber ungläubig, aber auch bemitleidend angeschaut. Man kann dann fast den kleinen Engel sehen, der da beim Gegenüber auf der linken Schulderseite sitzt und "Na lade ihn doch schnell zu Deiner Party ein !" bettelt, aber auch den kleinen Teufel, der auf der anderen Seite sitzt und "Die Trantüte verdirbt Dir dann nur die gute Laune. Der soll bleiben, wo der Pfeffer wächst !" schimpft. Dabei hat man ja gar nichts gegen das Feiern ansich, nur sollte das eben in Würde geschehen. - doch das ist zu Silvester nahezu unmöglich. Ist man so verrückt und feiert mit der Familie zusammen, darf man so tollen Highlights beiwohnen, wie "Tante Erna lacht herzlich über Dinner for one", "Tante Erna tanzt laut singend um den Tisch", oder unter Umständen auch "Tante Erna fällt beim Böllerwerfen vom Balkon". Das assoziiert man natürlich nicht wirklich mit dem Begriff "Würde", aber es bleiben ja noch die guten Freunde, mit denen man richtig gut feiern kann...oder auch nicht, denn irgendwie sind Festlichkeiten mit Freunden in der Regel doch ziemlich enttäuschend. Wenn vier Typen in einem kleinen Kinderzimmer sitzen und beratschlagen, ob sie nun lieber Scooter oder East17 in den CD-Spieler werfen, weil das Musikarchiv des Gastgebers erschreckend unaktuell ist, kann natürlich auch keine Stimmung aufkommen. Und in darauffolgenden Jahren bei jemand anderes die Zeit mit einer Playstation und einem Backofen samt Pizzas totzuschlagen, hat zwar einen Hauch von Würde, aber geht eigentlich gar nicht mehr so richtig als Silvesterfeier durch. Vorallem sind dann da wieder diese ungläubigen, bemitleidenswerten Blicke, wenn man später gefragt wird, was man denn nun zu Silvester gemacht hat und ehrlich antwortet. Im Grunde kann man es dann ja auch gleich ganz sein lassen, und das bringt uns wieder zu der Frage, warum wir überhaupt Silvester feiern.
Wir können das doch eigentlich alles sein lassen, denn auch wenn im Gegensatz zu manch anderem Feiertag zu Silvester etwas gefeiert wird, was wirklich passiert ist, nämlich Papst Silvesters spontane Einstellung jeglicher Lebensfunktionen, ist das noch lange kein Grund, ein derartiges Brimborium zu veranstalten. Soll toll war dieser Papst sicherlich nicht, als daß er ein jährliches Feuerwerk verdient hätte. Und so schlimm war er wahrscheinlich auch nicht, als daß die Leute ihm zum Spott jedes Jahr Sodom und Gomorrha neu aufleben lassen müssen. Also schließt Euch mir an und feiert am 31.Dezember kein Silvester mehr !

Und weil es doch ein paar vereinzelte Leutchen gibt, die zu Silvester gar nicht den Tod von Papst Silvester feiern, sondern den Beginn des neuen Jahres, werde ich im zweiten Teil erklären, warum man auch das nicht tun sollte.

30.12.2005 um 05:25 Uhr

Eine wichtige Information

von: Solus

Musik: Radiohead - Lucky

Folgende Zahlen habe ich für diesen Sonnabend im Lotto gespielt: 4,13,22,31,37,44

29.12.2005 um 05:35 Uhr

Don't believe the hype

von: Solus

Musik: Eisregen - 13

Weil ich gerade in Schreiberlaune bin, dachte ich daran, mich einem Thema hinzuwenden, das im Grunde jedem schon zum Hals heraushängt. Aber jetzt so retrospektiv-daesnichtsneuesgibtlassunsüberaltekamellenreden-jahresrückblickmäßig ist das eigentlich ein tolles Thema. Und das heißt "Tokio Hotel".

Man kann ja hinkommen, wo man will, wenn jemand "Tokio Hotel" sagt, stehen gleich einhundert andere bereit, um "...ist scheiße !" zu rufen. Unter ernsthafter Betrachtung sieht das aber ganz anders aus, und so kann ich ohne Augenzwingern, Sarkasmus oder ähnlichem verkünden: Tokio Hotel ist toll.

Warum ? Ganz einfach, Tokio Hotel funktioniert. Was muß denn ein Produkt in der kommerziellen Musikszene bieten, um für die Musikindustrie ein Erfolg zu sein ? Natürlich muß es möglichst viele Konsumenten ansprechen, die dann auch bereit sind, das Produkt möglichst stark zu konsumieren, dies also nicht nur übermäßig gut über den primären Weg, also durch den Kauf von Singles, dem Album und diversen Fanartikeln, sondern auch über den Sekundären, also daß Unterproduzenten (in dem Fall die Medien und die Konzertveranstalter) das Produkt ebenfalls konsumieren, um dann wiederum mit ihren Produkten mehr Konsumenten anzusprechen. Und das hat bei Tokio Hotel wunderbar funktioniert. Die CDs und Fanartikel haben sich wie geschnitten Brot verkauft und die Gazetten und Fernsehsendungen berichteten übermäßig frequentiert über Tokio Hotel, bzw. war die Band persönlich sehr oft anwesend. Für die Musikindustrie bedeutete das alles natürlich einen hohen Profit, und da diese wiederum auf wirtschaftlicher Ebene von Tag zu Tag, bzw. Quartal zu Quartal lebt, ist es auch vollkommen egal, wenn Tokio Hotel in wenigen Monaten vielleicht wieder komplett von der Bildfläche verschwunden sind.

Daneben gilt es auch zu beachten, daß dieser große Erfolg kein Zufall ist. Das Produkt "Tokio Hotel" wurde perfekt designt, um den derzeitigen Trend zu entsprechen und genau die Zielgruppe anzusprechen, die für die Musikindustrie die gewinnbringensten Konsumenten stellt. Außerdem darf man auch den Produzenten zu der Hitsingle "Durch den Monsun" gratulieren, einem gekonnt designten Popsong, der sich in Sachen Trendanspruch und Ohrwurm-Charakter auch noch einmal von den meisten anderen Kunstprodukten abhebt, die uns DSDS, GZSZ und Co. in den letzten Jahren beschert hat.

Blendet man das Risiko aus, daß das eine oder andere Mitglied von Tokio Hotel das Ende des Erfolgs vielleicht nicht verkraften wird, wenn es denn mal soweit ist, kommt man zu einer durchweg positiven Billanz. Tokio Hotel ist ein wohldurchdachtes Produkt, das der nationalen Industrie einen immensen Umsatz eingebracht hat. Wer das als scheiße bezeichnet, hat den Kapitalismus schlichtweg nicht verstanden.

28.12.2005 um 23:29 Uhr

KiKa, ich komme

von: Solus

Musik: This Mortal Coil - Help Me Lift You Up

Ich habe ein Idee für eine Kinderserie, die ich dem KiKa für teuer Geld verkaufen sollte.

Eine gute Kinderserie muß, wenn sie erfolgreich sein will, mehrere Eigenschaften in sich vereinen. Sie muß abenteuerlich sein, aber auch lehrreich, und sie muß zeitgemäß und trendy sein, dabei aber auf traditionelle Weise Geschichten erzählen. Natürlich sollte sie auch ethische Werte vermitteln, und wenn das dann sogar im Vordergrund steht, ohne daß der Spaß zu kurz kommt, hat man schon eine brilliante Kinderserie.

Ich habe mir natürlich Gedanken gemacht, welche ethischen Werte in meiner Serie bevorzugt behandelt werden sollten, und da bin ich auf ein Thema gestoßen, das immernoch sehr wenig Aufmerksamkeit im Kinderfernsehen bekommt: Der Umgang mit Kindern im Rollstuhl. Aber das könnte nun bald ein Ende haben, sollte meine Serie tatsächlich realisiert werden. Meine Damen und Herren, ich präsentiere: "Die Rollstuhl-Kidz"

Zur Geschichte: Peter hatte mit seinem Vater zusammen einen Autounfall. Der Vater starb, während Peter überlebte, aber seitdem querschnittsgelähmt ist. Zu allem Überfluß mußte er nun auch noch mit seiner Mutter in eine andere Stadt ziehen, weil es nur dort eine behindertengerechte Schule gibt. Die Serie beginnt mit Peters erstem Schultag in der neuen Schule. Gleich in der ersten Pause wird er vom Klassenbösewicht Kai wegen seines Rollstuhls gehänselt, bekommt aber Unterstützung von seinem nichtbehinderten Banknachbar Jonas. Die beiden werden natürlich recht schnell die besten Freunde. Auf dem Schulhof entdeckt Peter dann, daß in der Parallelklasse zwei Jungs sind, Thomas und Ali, die ebenfalls in Rollstühlen leben müssen. Thomas hat einen elektrischen Rollstuhl mit einem integriertem Computer, sodaß er immer nützliche Tipps aus dem Internet heraussuchen kann. Ali hingegen ist der sportliche Typ, der sogar schon Pokale gewonnen hat. Sein Vater ist übrigens Türke, seine Mutter aber Deutsche. Sie jedenfalls laden Peter zu einem geheimnisvollen Treffen nach der Schule einladen. Dort erfährt er, daß diese beiden Jungs zusammen mit der ebenfalls im Rollstuhl sitzenden Susanne eine Bande begündet haben, die "Rollstuhl-Kidz". Die nehmen Peter natürlich in ihre Bande auf. Aber schon bald gibt es Streit, denn Peter möchte auch Jonas mitmachen lassen, der ja aber gar nicht im Rollstuhl sitzt. Natürlich einigen sich die Kinder am Ende, daß Jonas doch mitmachen darf, denn, und das ist die Moral der erste Folge, man darf andere Menschen nicht auschließen, weil sie anders sind.

In den weiteren Folgen wird natürlich noch auf Peters Situation eingegangen, keinen Vater mehr zu haben, und natürlich wird auch Rassismus in Zusammenhang mit Ali thematisiert. Aber selbstverständlich erleben die Rollstuhlkidz auch viele spannende Abenteuer, z.B. eine Schatzsuche oder den Bau eines behindertengerechten Baumhauses. Als Cliffhanger für die erste Staffel ist vorgesehen, daß es plötzlich Hoffnung für Thomas gibt, mit Hilfe einer Operation den Rollstuhl endlich verlassen zu können, woraufhin die anderen Kinder befürchten, daß Thomas dann nicht mehr ihr Freund ist.

"Die Rollstuhlkidz" - eine spannende, lehrreiche Kinderserie über Tolleranz und falsche Vorurteile. Demnächst auf KiKa...sollte das hier jemand von denen zufällig lesen und mir dann die Idee klauen.

28.12.2005 um 07:21 Uhr

Vincent Schiavelli ist tot

von: Solus

Schade. Er war vom selben Schlage wie Udo Kier; sich im Grunde für nichts zu schade, aber durch Auftritte in bekannten Filmen eine hohe Credibility erlangend, schauspielerte er sich durch Serien wie AkteX, Buffy und Sabrina, durch ein erfolgloses Computerspiel namens "Emporer", aber auch durch "Ghost" oder "Einer flog übers Kuckucksnest". Nun ist er tot. Lungenkrebs, mit 57. Das ist doch kein Alter. Wirklich schade.

28.12.2005 um 07:05 Uhr

Deutung: "King Kong", 2005 Peter Jackson

von: Solus

Musik: Björk - Human Behaviour

"King Kong" erzählt vom Kapitalismus während des Kalten Krieges und übt gleichzeitig Kritik an der heutigen amerikanischen Außenpolitik. Es ist die Geschichte eines Kapitalisten, dargestellt in Form des Regisseurs Carl Denham, der in einer kapitalismusfreien Welt lebt. Er möchte viel Geld verdienen und die Industrie unterstützen, wird aber von der Oberheit daran gehindert und sogar deswegen kriminalisiert. Doch er wiedersetzt sich und beschließt, seiner Welt die Schönheit des Kapitalismus in Form eines Films näherzubringen und macht sich auf die Suche nach Europa, der Wiege des Kapitalismus.
Seine Suche führt Denham ins geteilte Deutschland während der Zeit des Kalten Krieges, symbolisiert durch die Insel, die von einer großen Mauer geteilt wird. Auf der einen Seite haben wir die kommunistische DDR mit ihren Ruinen und wilden, barbarischen Menschen, die eine seltsame Sprache sprechen. Auf der anderen Seite der Mauer dann die kapitalistische BRD, ein wildes Terrain voller feindseeliger Kreaturen, die sich gegenseitig selbst der größte Feind sind. In dieser freien Wildnis, die mit ihrer Artenvielfalt ein klarer Kontrast zur monotonen Planwirtschaft darstellt, kann man sich nirgendwo ausruhen, der Kapitalismus fordert ständig Bewegung. Doch man braucht keine Angst zu haben, wenn man abstürzt, denn die Lianen, das Symbol für die Sozialhilfe, bremsen den Fall und helfen einem auch wieder aus dem Tal heraus.
Kong, der Avatar für Kapitalismus in diesem Film, verliebt sich in die unschuldige Schauspielerin Ann Driscoll, die wiederum das generelle Symbol für Kapitalismuslosigkeit ist. Damit wird die Erklärung geliefert, warum kapitalistische Staaten immer darauf drängen, ihr System in nicht-kapitalistischen Staaten zu etablieren. Sie möchten damit nur den Menschen helfen. Aber der Film zeigt auch, daß man mit diesem systemexpansiven Verhalten viel Kummer und Leid erzeugen kann, wenn der entsprechende Staat noch nicht bereit für den Kapitalismus ist. Denn im weiteren Verlauf wittert Carl Denham die große Chance, Kong, also den Kapitalismus ansich, gleich selbst in seine Heimat einzuführen und vollzieht diesen Akt sogar. Und tatsächlich haben sich wenige Monate später die Menschen verändert. Diejenigen, die Denham einst bekämpften, sind inzwischen selbst glückliche Kapitalisten geworden. Wie es scheint, kann Denhams Welt nun endlich aufblühen und ihre eigene Wildheit entwickeln. Doch dann kommt es zur Katastrophe. Weil das Land, und Denham selbst, der Kong als "König" mißerkennt, noch nicht bereit sind, kommt es zu Tod und Zerstörung und letztendlich wird der Kapitalismus mit Gewalt wieder abgeschafft. Damit möchte der Film ganz klar zum Ausdruck bringen, daß wenn man unter Zwang einem Staat eine andere Gesellschaft aufdrängen will, ja selbst wenn es gut meint ist, dieser Vorgang in einem Desaster enden kann, ohne daß am Ende irgendetwas erreicht wurde.
"King Kong", ein mutiges Statement, das sich natürlich auch gegen den Irakkrieg positioniert und daher in der USA nicht der ganz große Erfolg ist. In Europa weht natürlich ein anderer Wind; also unbedingt ansehen !

27.12.2005 um 01:40 Uhr

Happy Eastern

von: Solus

Musik: Adem - These are your friends

Da gibt es diesen einen Typen, mit dem hatte ich damals in der Sekundarstufe 2 ein paar Fächer zusammen. Wir waren uns freundlich gesinnt, aber Kontakt gab es nach der Schulzeit keinen mehr. Aus irgendeinem Grund hat er aber meine Mailadresse in seinem Outlook Express Adressbuch stehen, und so bekomme ich jedes Jahr zweimal Post von ihm. Einmal zu Ostern, dann schickt er eine "lustige" ECard und wünscht "Happy Eastern" oder "Frohe Ostern", und dann zu Weihnachten nochmal, in Form einer "lustigen" ECard und "Merry Christmas" oder "Frohe Weihnachts"-Wünsche. Das eigentlich Interessante dabei ist aber, daß er diese Mails nicht nur an mich, sondern an 36 weitere Menschen verschickt, wie man das ja so schön angezeigt bekommt. Da war ich ein bißchen neidisch, als ich das laß. 36 Freunde...boah ist der beliebt. Da ist immer was los, den ganzen Tag Spaß mit irgendwelchen Freunden. Und sogar Mädchen sind da dabei, was für ein fantastischer Freundeskreis !

Aber da stellt sich natürlich die Frage, wieviele Freunde davon auch wirklich Freunde sind. Ich stehe ja auch mit in dieser Liste und bekomme immer Post, obwohl ich ihn vor fast genau fünf Jahren das letzte Mal gesehen habe. Und ein anderer aus dieser Liste hat, soweit ich weiß, auch keinen Kontakt mehr zu ihm. Vielleicht sind das ja am Ende alles nur Leute, an deren Mailadresse er irgendwann mal gekommen ist, die aber sonst gar nichts mehr mit ihm zu tun haben. Dann hätte er eigentlich gar nicht so einen großen Freundeskreis. Nichts mit tagtäglichem Spaß, und auch keine Mädchen. Alles nur Illusion. Fauler Zauber. Von Beliebtheit keine Spur. Da bräuchte ich dann auch gar nicht mehr neidisch sein.

Ich glaube, ich schreibe diese ganzen Leute mal an und frage, in wie weit die noch Kontakt zu dem Typen haben. Sonst macht mich das bis Ostern fertig.

25.12.2005 um 02:28 Uhr

Wer schläft, kann nichts Falsches denken

von: Solus

Musik: Blumfeld - Eintragung ins Nichts

Mal bei Redhead vorbeigeschaut. Machen die coolen Blogger ja so untereinander. Erster Blick fällt auf "Merry Christmas". hihi, Redhead arbeitet bei Pro7. Runtergescrollt und hui, da geht's ja um mich. Text gelesen. Gestaunt. Gelacht. Noch weiter runtergescrollt. Mit sorgvoller Mine auf dem Bildschirm gestarrt und gedacht "Was habe ich denn da nur angerichtet..."

Ich meine, irgendwie ist das ja schon mal etwas Tolles, wenn ich eine Person nur durch zwei kleine Textchen dazu bringen kann, sich tagelang mit mir zu beschäftigen, lange Texte zu schreiben, sogar andere Personen zu mobilisieren und darüberhinaus dann auch noch weiter meinen lieblichen Blog zu besuchen und manchmal gar einen Kommentar abzugeben, nur um mich (zumindest offiziell) foppen zu wollen. Ich stelle mir das so richtig schön vor, wie Du, meine liebe Redhead (Bist Du eigentlich weiblich ? Egal, ich leg das jetzt hier mal so fest !), also wie Du jedenfalls da so dasitzt, an Deinen roten Haaren drehst und Dich stundenlang fragst, was ich denn nun für ein Typ bin. Vielleicht bin ich ja einer dieser traurigen Gestalten, die niemand mag und die ihre ganze Energie dafür einsetzen, sich das immer wieder auf's Neue zu beweisen. Wahrscheinlich bin ich aber auch nur ein armes Würstchen mit einem Aufmerksamkeitsdefizit, der einfach mit einer billigen Masche haufenweise Besucher zu sich locken will. In dem Fall hättest Du mir ja wunderbar geholfen, also bin ich dann doch lieber der Herumheul-Typ...oder doch nicht ? Tja...aber auf jeden Fall kannst Du Dir schon mal 100% sicher sein, daß meine Aussage in meinem ersten Schreiben vollkommener Blödsinn ist. Wenn ich hier jetzt verkünde, daß Opa Herbert tot ist, und keiner liest es, dann hat die Information über Opaleins Ableben weiterhin keinerlei Wert. Warum auch... Im Gegenteil, wenn jeder auf der Welt wüßte, daß Opa Herbert ins Gras gebissen hat, würden wahrscheinlich viele Leute plötzlich total traurig wegen Opa Herbert sein und Blumen schicken.

Und wenn ich nun anstatt Opa Herberts Tod hier die Lottozahlen für die nächste Woche verkünde ? Wenn nur Du sie liest und spielst, dann käme natürlich ein ordentlicher Gewinn für Dich heraus. Wenn aber mehrere Leute die Zahlen lesen und spielen, dann hättest Du am Ende nicht viel von dem Lottogewinn, denn das Geld wird ja an die Gewinner aufgeteilt. In dem Fall hat die Information mit jeder Person, die sie konsumiert hat, an Wert verloren...aber das ist natürlich alles wieder Blödsinn, weil niemand die nächsten Lottozahlen wissen kann. Und das Beispiel ist ja sowieso falsch, weil die Information der nächsten Lottozahlen ansich schon einen Wert hätte, während ich ja hier sowieso nur wertlose Informationen preisgeben will - wurde zumindest von mir behauptet, aber vielleicht war das ja auch nur Taktik, damit keiner diesen Blog liest. Vielleicht verstecke ich in all dem Müll, den ich hier reinschreiben werde, irgendwann mal die nächsten Lottozahlen...

Aber das werde/kann ich natürlich nicht tun, weil ich nur ein armes Würstchen bin, oder ein Trauriges...um das zu beantworten, mußt Du wahrscheinlich noch ein bißchen dasitzen und an Deinen roten Haaren drehen. Aber das machst Du ja gar nicht; war natürlich nur so eine Vorstellung von mir, die überhaupt nichts mit der Realität zu tun hat. Du drehst schließlich gar nicht an Deinen Haaren. Aber davon jetzt mal abgesehen, warum erwähnte ich weiter oben eigentlich extra so kritisch, daß Du lange Texte über mich verfasst, wenn ich hier nun selbst einen langen Text über Dich verfasse. Ganz klar, das ist doch hier wirklich alles nur Mist und komplette Zeitverschwendung, und weder Du noch jemand anderes sollte das hier lesen oder gar noch darüber nachdenken. Oder ? Ja ? Siehst Du, als hatte ich doch recht.

25.12.2005 um 00:05 Uhr

Pflichteintrag zum Vierundzwanzigsten

von: Solus

Musik: Element of Crime - Bring den Vorschlaghammer mit

Das ist schon eine schöne Sauerei. Da freue ich mich seit zwei Wochen auf den GeschenkeTag2005, also Heiligabend, weil mir meine Mutter erzählte, daß meine Tante für Väterchen, Cousin und dessen Lebensgefährtin als Hauptgeschenk je ein Schmuck- und Uhrenkästchen gekauft hat, obwohl die das alle nicht mal Ansatzweise gebrauchen können und es so dann bei der Bescherung wunderschön lange Gesichter geben würde, und dann tun die alle so, als finden sie den Kasten total gut. Heuchlerisches Pack ! Der Kommentar meines Vater, ein leidenschaftlicher Bastler, in das Kästchen seine alten Transitoren und Schaltkreise rein zu tun, könnte man vielleicht gerade so noch als Kritik interpretieren, aber sonst eben kein "Was soll ich denn mit so einem blöden Kasten ?!". Schade, so verlief das nahezu-gegenseitige Beschenken (nahezu, weil ich niemanden etwas schenke) recht unspektakulär ab. Davor und danach kleine, gegenseitige Sticheleien, weil Mutter und Tante die Lebensgefährtin meines Cousins nicht mögen und andersherum genauso, da werden eben schon mal Aggressionen für den nächsten Familiengroßstreit angesammelt. Aber das dauert noch - bestimmt bis Juli, wenn Tante, Cousin und Vater Geburtstag haben. Da knallt es fast jedes Jahr aus irgendeinem Grund. Aber wie das mit Familien eben so ist; Pakt schlägt sich, Pakt verträgt sich.

Gibt es sonst noch etwas zu erzählen ? Im Grunde nein. Ist ja sowieso alles nur belangloser Mist, den ich hier im Zusammenhang mit den gestrigen Festlichkeiten erzählen könnte. Da kann man auch in tausend andere Blogs schauen und dort lesen, was sich die Leute am Weihnächtsabend in die Mägen gestopft haben, oder wie sich der Autor seine doofen Geschenke schönredet. Brauchen wir nicht, daher bleibt nur noch eins zu tun, nämlich Euch allen "Merry Christmas" zu wünschen, wie man bei Pro7 so schön sagt, oder um es mit der Sprache der Weihnachtserfinder auszudrücken:

Frohe Weihnachten Euch allen,

auch Dir Redhead.

24.12.2005 um 06:30 Uhr

Der Vorhang ist gefallen

von: Solus

Musik: David Bowie - Ashes to Ashes

Ha ! Keiner hätte es erwartet: Ein stinknormaler Blogeintrag...

Ich war heute zum letzten Mal im Voxxx-Kino, zumindest vorerst, denn nach jahrelangem hin und her, und "daraus wird nichts mehr", stand dann neulich im Videotext vom Chemnitzfernsehen, daß wohl doch eine Immobilie gefunden wurde, wo sich der kleine Club samt dem kleinen, gemütlichen Kino niederlassen können. Aber ob das nun wirklich stimmt, weiß man nicht. Zumindest hatten sie heute gleich mal die Preise um 1€ teurer gemacht (obwohl es ein scheiß Film war), woraus sich zwei Möglichkeiten ergeben: 1. Die machen in den letzten Tagen nochmal ordentlich Kohle, um damit dann auf die nächste Südseeinsel zu türmen, oder 2. die brauchen das Geld, um etwas Neues aufzubauen.

So oder so bedeutet das für die nächsten Monate erstmal eine Reduzierung möglicher Freizeitaktivitäten für städtische Cineasten. Wenn man jetzt mal einen nicht-mainstreamigen Film sehen will, kann man nur noch ins Clubkino gehen, die aber sehr viel Mist im Programm haben, das sich höchstens rothaarige Kunsterziehungslehrerinnen antun würden, und dann gibts da noch das AJZ, dessen Kino aber im Grunde eigentlich nur eine Kneipe mit einer handtellergroßen Leinwand ist. Außerdem sind die dort immer so furchtbar freundlich und das im Filmangebot ist im übrigen auch äußerst bescheiden. Ist eben alles kein Voxxx-Ersatz.

Ach ja, mein kleines, knuddeliges Voxxx. Ich weiß noch, wie ich damals Anfang 2001 zum ersten Mal in Dir drin war. "The Virgin Suicides" schaute ich mir an. Danach kam ich immer öfter zu Dir. Erinnerst Du Dich noch, wie Du mich mit dem Film "Audition" überrascht hast und wir zusammen lachten, als die anderen Zuschauer gegen Ende des Films panisch den Raum verließen, weil auf der Leinwand gerade ein Mensch verstümmelt wurde. Oder dann diese laue Sommernacht, in der wir draußen waren und ich zum ersten Mal ein Glühwürmchen sah und gar nicht mehr auf dem Film achtete, sodaß ich jetzt nicht mehr weiß, was da lief. Und auch wenn es mal drunter und drüber ging, weil "Lost Highway" zweimal riß und während der Pause sich die Rasta-Fraktion komplett zukiffte und dann herumlärmte, oder weil es aus Deinem seltsamen Rohr stank und hinter mir ein blödes Weibsbild ständig laut lachte, obwohl der Film, "Suck my dick", mit jeder Minute hassenswerter wurde, oder selbst wenn Du einfach mal unausstehlich langweilig warst und uns "Der schlafende Mann" näherbringen wolltest, selbst dann habe ich Dich geliebt. Oh Du mein liebes Voxxx, möge das heute nur ein Abschied, aber kein Lebewohl gewesen sein.

22.12.2005 um 07:21 Uhr

Warum wir Weihnachten feiern - Teil III

von: Solus

Ich weiß, Ihr brennt schon darauf zu erfahren, wie die Geschichte um die trinkfreudigen Bauern und dem Weihn-ächt-mann weitergeht. Darum will ich Euch nicht länger auf die Folter spannen und mit der Erzählung fortfahren.

Das Jahr 1555 hatte begonnen und die Bauern arbeiteten brav auf ihren Feldern. Wie es schien, hatte Weihn-ächt-Mann Rubrecht gute Arbeit geleistet und konnte im Zuge dessen bei seinem Fürsten einen günstigeren Arbeitsvertrag durchsetzen, in dem seine Arbeitszeit auf die ersten 24 Tage im Dezember verkürzt wurde. Was er einmal in 24 Tagen geschafft hat, würde er auch in den kommenden Jahren in 24 Tagen schaffen, da war sich Fürst Nikolaus sicher.

Währendessen überlegten die Bauern, wie sie im nächsten Dezember wieder zu ihrem Alkoholgenuß kommen könnten, doch sämtliche Konzepte, dieses Ziel durchzusetzen, waren auf Grund der mangelnden Schulbildung der Bauern unbrauchbar. Sie benötigten dringend Hilfe. Dann, im April, kam ein eigentlich fauler Bauer namens Jakob auf die rettende Idee. Angeblich hatten Franzosen im letzten Dezember ein Dorf mit Wein beliefert. Würde man das auf das gesamte Land ausweiten können, wären die deutschen Bauern gerettet. Also machte sich Jakob auf nach Frankreich und verbrüderte sich dort innerhalb kurzer Zeit mit den französischen Bauern, die ihm sogar ein Lied widmeten und einwilligten, ihre Brüder im Dezember mit Alkohol zu beliefern. Einziges Problem dabei war die Menge des benötigten Weins, denn ihre wertvollen Trauben wollten die Franzosen an die barbarischen Deutschen doch nicht verschwenden. Also kreierte man ein neues Getränk, den sogenannten "ad vin" (ad = abk. adapter; angepasst, vin = Wein), der im Grunde gar kein Wein war, sondern ein starker Wermut mit diversen Zusätzen. Dieser mußte natürlich noch stark rationiert werden, und so erfand man einen Holzkasten mit 24 nummerierten, verschließbaren Öffnungen, in die der "ad vin" hineingefüllt wurde. Da der Weihn-ächt-Mann ja nur noch 24 Tage arbeitete, mußte man auch nur 24 Tage überbrücken, und die Idee hinter dem Holzkasten war einfach, daß der Besitzer so täglich seine Ration "ad vin" herauslassen konnte und der Vorrat genau bis zum Ende der Prohibitionszeit reichen würde.

Diese Holzkästen wurden nun in riesigen Mengen produziert und an die deutschen Bauern verteilt. Die hingen sich dann im Dezember diese Kästen einfach an die Wand und sagten, wenn sie gefragt wurden, was das denn sei, daß es sich um einen Kalender handelt. Und weil die Bauern kein Französisch konnten, wurde aus den "ad vin Kalender" der Adventskalender, der die Bauern ab da jedes Jahr über den Dezember rettete und auch bei Nichtbauern nach und nach großen Anklang fand, die in die Öffnungen anstatt des "ad vin" dann einfach kleine Geschenke oder Schokolade hineinlegten. Außerdem feierten die Bauern jedes Jahr den letzten Arbeitstag des Weihn-ächt-Manns; ein Brauch, der ebenfalls mit den Jahren von den Nichtbauern übernommen wurde. Außerdem war noch ein weiterer Brauch entstanden. Weil einige den Kot des Weihn-ächt-Manns in ihren Schuhen irrtümlich für Schokolade gehalten und die gegessen hatten, steckten ihnen Spaßvögel in den folgenden Jahren an einem jeden 6.Dezember echte Schokolade in die Schuhe und verspotteten sie mit "Schau mal, was Dir auf Befehl von Fürst Nikolaus gebracht wurde."

All diese Bräuche wurden irgendwann unter dem Begriff "Weihnächten", später dann "Weihnachten" zusammengefasst und waren inzwischen ein fester Bestandteil der deutschen Kultur. Dies änderte sich erst gegen Ende des 18.Jahrhunderts, als Frankreich unter Napoleon beschloss, Deutschland zu anzugreifen und zu hassen. Jegliche freundschaftliche Beziehung zu Deutschland wurde geleugnet und sogar die Existenz des "Advent", wie der "ad vin" inzwischen überall hieß, wurde aus den Geschichtsbüchern gestrichen. Interessanterweise wurde nur kurze Zeit später ein Getränk namens Absinth erfunden - ebenfall ein starker, wermuthaltiger Alkohol wie der "Advent"...

Mit dem Verschwinden des Advents und dem Krieg mit Frankreich hatten die Deutschen ihr Weihnachten schon bald vergessen. Erst Anfang des letzten Jahrhunderts führten Kapitalisten das Fest in verfremderter Form wieder ein. Anstatt um Wein sollt es zu Weihnachten nun um teure Geschenke gehen, die man sich unbedingt gegenseitig schenken sollte. Und so ist es auch heute noch.

Somit sollte nun jedem klar sein, wie Weihnachten entstanden ist. Weihnachten ist natürlich keine Erfindung der Kapitalisten, sondern ein reales Fest unserer Vorfahren, daß von den Kapitalisten reinitiert wurde und seitdem mißbraucht wird. Eben wie Halloween, Valentienstag, oder was es da noch so alles gibt...

21.12.2005 um 19:53 Uhr

Warum wir Weihnachten feiern - Teil II

von: Solus

Bevor wir zum zweiten Teil der beliebten Dokureihe "Warum wir Weihnachten feiern" kommen, möchte ich kurz auf einen Leserbrief eingehen, den ich bekommen habe. Melanie F. aus München schreibt: "Lieber Solus, ich habe Deine Ausführungen mit großem Interesse gelesen, nur hat sich da eine durchaus wichtige Frage ergeben. Wenn die Bauern alle Arm waren, woher hatten sie denn dann das Geld, um sich soviel Wein zu kaufen ?"
Nun, Liebe Melanie, diese Frage kann ich Dir leider auch nicht beanworten. Eventuell hilft es Dir aber weiter, wenn Du mal auf der Straße nach so ungepflegten Arbeitslosen Ausschau hälst, die den ganzen Tag auf einer Bank sitzen und Bier trinken. Frage diese dann, wie sie es sich überhaupt leisten können, Tag für Tag von früh bis spät Bier zu trinken. Die Anwort darauf sollte auch des Rätsels Lösung Deiner Frage an mich sein.
Kommen wir jetzt aber zurück zu unserer Geschichte über die Entstehung von Weihnachten. Um die Bauern vor vollendeten Tatsachen zu setzen, verkündeten die Fürsten erst am 30.11.1554, daß sämtlicher Wein für den gesamten Dezember verboten ist. Wer trotzdem Wein besäße, würde geächtet. Fürst Nikolaus setzte als Exekutive seinen gefürchteten Knecht ein, genannt Rubrecht der Gefürchtete, der als sogenannter "Weihn-ächt-Mann" jeden bestrafen sollte, der sich nicht an dieses Verbot halten würde. Und so streifte dieser grausame Knecht durch die Lande und hielt strengen Blickes Ausschau nach betrunkenen Bauern und Weinfässern. Wurde er fündig, konfiszierte er den Wein und tötete seinen Besitzer.
Man kann sich natürlich vorstellen, daß sich die wenigsten Bauern an die Prohibition hielten und so hatte Knecht Rubrecht innerhalb der ersten fünf Dezembertage etwa 30% aller Bauern hingerichtet. Schon bald würde es kaum noch Bauern geben und die nächste Ernte wäre äußerst dürftig. Dazu kam, daß die Leute, wie es damals so Brauch war, den Toten die Schuhe abnahmen, denn Schuhe waren damals sehr wertvoll. Und da es massig Tote gab, besaß jeder Bürger plötzlich so viele Schuhe, daß sie einige davon vor die Tür stellen mußten, weil im Haus kein Platz mehr war. So standen vor allen Türen mehrere Schuhe herum, über die andere Leute dann stolperten und sich das Genick brachen. So kamen noch mehr Schuhe im Umlauf - ein Teufelskreis. Die Fürsten waren also gezwungen, so schnell wie möglich zu handeln. Also wurde in aller Eile beschlossen, daß der Weihn-ächt-Mann ab sofort keine Bauern mehr umbringen durfte und war außerdem angehalten, zumindest am 6. Dezember, in alle draußenliegenden Schuhe hinein zu kacken (man war damals teilweise sehr vulgär). Anstatt mit dem Tod wurden Bauern, die gegen das Weinverbot verstoßen hatten, nun sehr viel gemäßigter bestraft. Die Weinfässer wurden geleert und dann bekam der Besitzer von Knecht Rubrecht die Rute - die Wünschelrute um genau zu sein, mit der er Wasser suchen konnte, damit er weiterhin etwas zu trinken hatte und so nicht auf die Idee kam, sich wieder irgendwo her Wein zu besorgen.
Am 25.Dezember hatte Weihn-ächt-Mann Rubrecht den zumindest offiziell letzten noch vorhandenen Weinbesitzer enteignet und konnte in den verdienten Feierabend gehen. Die Fürsten freuten sich über diesen Erfolg. Sie wußten aber auch, daß sich die Bauern im nächsten Jahr neue Tricks einfallen lassen würden, um der Prohibition zu trotzen. Besorgniserregend waren auch die Gerüchte, daß es zwei Franzosen zusammen mit ihrem Hund angeblich geglückt war, ein Fass Wein in ein deutsches Dorf zu schmuckeln. Der Kampf war also noch nicht gewonnen...

Im dritten Teil werde ich dann die Ereignisse im Jahre 1555 beleuchten und unter anderem klären, wie der Adventskalender erfunden wurde. Na wenn das mal nicht interessant ist.

21.12.2005 um 06:21 Uhr

Warum wir Weihnachten feiern - Teil I

von: Solus

"Der Einzelhandel ist bis jetzt zufrieden mit Weihnachten.", heißt es, und wenn ich so etwas höre, bin ich ganz und gar nicht zufrieden. Hat dieses wunderschöne Fest "Weihnachten" tatsächlich alles von seiner ursprünglichen Bedeutung verloren ? Wahrscheinlich ja, denn laut den neusten Umfragen des UMZZ halten tatsächlich 51% der Deutschen inzwischen Weihnachten für eine Erfindung der Kapitalisten, um dem Einzelhandel höhere Gewinne zu ermöglichen.

Es liegt natürlich jeder, der es besser weiß, und somit auch ich, in der Pflicht, den Unwissenden zu erklären, warum wir Weihnachten wirklich feiern. Darum möchte ich diesen Eintrag hier nutzen, um Euch zu erzählen, wie Weihnachten wirklich entstanden ist. Seit bitte aufmerksam, damit ihre das Wissen für andere reproduzieren könnt !

Die Geschichte von Weihnachten. Dafür müssen wir zurück auf die Jahre 1524/25 blicken, die Zeit der Deutschen Bauernkriege. Die Bauern, und das waren zu der Zeit eine ganze Menge, hatten es urplötzlich satt, arm zu sein, und zettelten einen Aufstand an. Viele Adlige mußten ihr Leben lassen, bis der schlaue Fürst Karl eine Lösung fand: Um die Bauern freudig zu stimmen, führte er für den 11.11. eines jeden Jahres einen Feiertag ein, an dem die Bauern von Früh bis Abends Wein saufen konnten. Dieser Tag hieß nach seinem Erfinder erst Karlneval, später aber nur noch Karneval, weil andere Fürsten auch nach ihnen benannte Feiertage wollten und Fürst Karl daraufhin den Namen seines Feiertages leicht verfremdeten mußte.

Die Wirkung dieses Tages war jedoch äußerst effektiv. Die Bauern tranken sich in die Bewußtlosigkeit und waren danach monatelang glücklich. Diese Lösung hatte jedoch eine kleine Schwäche: Die Bauern gewöhnten sich an den Alkohol, und um richtig betrunken zu werden, brauchten sie schon bald zwei Tage, im nächsten Jahr schon vier, irgendwann einen ganzen Monat, und letztendlich feierten die Bauern, inzwischen alle Alkoholiker, im Jahre 1553 bis zum 31.12. Die Fürsten bekamen es mit der Angst zu tun, denn schon ein Jahr später wäre die magische Grenze des Jahresübergangs gebrochen und die Bauern würden auch noch im Januar saufen und immer weiter, sodaß die Ernte ernsthaft gefährdet wäre. So fassten sie den Entschluß, im nächsten Jahr die Dauer des Saufgelages auf den November zu reduzieren und für den Dezember den Wein einfach zu verbieten. Jeder, der in diesem Zeitraum Wein besäße, würde geächtet. Genannt wurde die Zeit "Weihn ächten" (Anmerkung: Weihn = altdt. für Wein) und später, um die Tinte für die zwei Punkte über dem "a" zu sparen, hieß es dann einfach "Weihnachten".

Damit wäre schon erst einmal die Entstehung des Namens und des Zeitraums dieses wunderschönen Festes erklärt. Aber hier hört die Geschichte natürlich nicht auf. Das heißt, jetzt erstmal schon, denn wie es weiterging, was es mit dem Weihn-ächt-Mann auf sich hat und warum der keine Franzosen mag, werde ich im nächsten Eintrag erläutern.

 

20.12.2005 um 06:39 Uhr

Ersteintrag aftermath

von: Solus

Musik: Radiohead - Optimistic

"Na das war wohl nix." haben sich die Besucher, deren Zahl man zumindest noch an zwei Händen abzählen kann, gedacht, als sie meine Vision vom wertvollen Blog bestaunten. Aber das war mir natürlich klar, daß sich ein paar neugierige Leser und Leserinnen einfinden würden, nachdem der Verein hier doch auf seiner augenkrebserzeugenden Hauptseite unbedingt verkünden muß, daß dieser Blog existiert und hineingeschrieben wurde. Die eigentliche Strategie, den Wert des Blogs zu steigern, liegt jedoch in dessen Inhalt. Die meisten werden wahrscheinlich mit dem, was ich hier schreibe, kurz- oder langfristig nichts anfangen können. Und der kleine Rest, der übrig bleibt, wird nach und nach von meinen Äußerungen weggeekelt werden. Das hat ein Leben lang so funktioniert, warum also nicht auch hier. - natürlich geschieht das Ganze völlig unspektakulär, also lohnt es sich nicht mal deswegen hier mitzulesen.

Zum Schluß noch ein kleiner Hinweis: Wenn ich da bei "Musik" etwas reinschreibe, dann höre ich das nicht gerade, sondern finde einfach nur, daß es inhaltlich oder zumindest vom Titel her zu meinem Eintrag passt. Nichtsdestotrotz sind das natürlich alles Lieder, die ich normalerweise anhöre, nur eben gerade jetzt nicht. Alles klar ?!

20.12.2005 um 02:48 Uhr

Und so beginnt es...

von: Solus

Es begab sich im Jahre 2001, da geschah etwas furchtbar Erschreckendes. Richtig, da begann ich im Internet ein Tagebuch zu führen. Ein halbes Jahr ging das gut, mehr oder weniger, dann hatte ich schlichtweg keine Lust mehr, was vorallem daran lag, daß mein Leben fürchterlich eintönig ist und es doch sehr ermüdet, täglich immer dasselbe schreiben zu müssen. Aber nun gibt es ja dieses Blog-Dingens. Da muß man weder täglich schreiben, noch über das, was man so den ganzen Tag getrieben hat, sondern kann über so furchtbar interessante Dinge wie "Boah ist das Leben scheiße !" oder "Der eine da, was der getan hat, das finde ich nicht gut." schreiben. Sowas allein ist schon richtig toll, aber es wird noch besser, den dieser Blog hier soll der wertvollste Blog der Welt sein. Wie das geht ? Nun, wir leben doch in einer Informationsgesellschaft. Und der Wert einer Information ergibt sich ja nicht nur aus deren Qualität, sondern auch, wie wenig Konsumenten die Information schon konsumiert haben. Wen man eine Information besitzt, über die niemand anderes verfügt, hat diese Information einen hohen Wert, selbst wenn sie in Sachen Qualität nahezu wertlos ist. Mit qualitativen Informationen kann nahezu kein Blog überzeugen, meiner auch nicht, also konzentriere ich mich vollkommen darauf, daß möglichst niemand diesen Blog hier liest. Ich schreibe hier einfach meinen Müll herein, sage aber niemanden bescheid, und schon habe ich hier einen wertvollen Blog. Großartige Idee, oder ? SIe könnte nur daran scheitern, daß sich vielleicht mal jemand hier her verirrt und dann meine Einträge liest. Das würde natürlich sofort den Wert des Blogs vermindern. Daher bitte ich jeden, der irgendwie hier her gefunden hat, a) sofort wieder zu gehen und b) niemanden über diesen Blog zu informieren. Vielen Dank dafür.