Das geheimnisvolle Blog ins zauberhafte Nichts

31.12.2006 um 08:06 Uhr

Weitsicht

von: Solus

Musik: Patrick Wolf - The Stars

Letzte Nacht hatte ich eine Vision. Ich war ein Lichtstrahl, flog durch Raum und Zeit, und sah Dinge, die noch nicht geschehen sind. Vielleicht hat sich mein Geist ja so weit entwickelt, daß dies ein Vorbote war für meine Transformation in ein transzendentes Sein. Eventuell hat mir meine Mutter aber auch nur heimlich Alkohol in den Kinderpunsch gemischt. Jedenfalls habe ich gesehen, was nächstes Jahr alles so geschehen wird. Und auch, wenn ich mir die riesige Flut an Informationen nicht vollständig einprägen konnte, weiß ich nun ziemlich genau, was uns im Jahr 2007 erwarten wird, und dieses Wissen möchte ich mit Euch teilen. Natürlich sind alle Angaben ohne Gewähr - denn die Zeit ist bekannterweise im ständigen Fluss.

Januar, 2007

Angela Merkel übernimmt die EU-Ratspräsidentschaft und beginnt sofort sich voller Eifer dem Projekt "EU-Verfassung" zu witmen. Jedoch nur kurz, denn als die Massenmedien in Deutschland und Polen auf dieses Video aufmerksam werden, kommt es zur außenpolitischen Krise. Polen erkennt den deutschen EU-Vorsitz nicht mehr an und fordert einen sofortigen Rücktritt Merkels von ihrem EU-Amt. Schäuble tritt als Innenminister zurück und die Bundeskanzlerin einigt sich mit den restlichen Staaten, den deutschen Vorsitz auf 2008 zu verschieben - in der Hoffnung, "daß sich die intensiven, mir auch durchaus verständlichen Emotionen dann wieder beruhigt haben.", so Merkel.

Der russische Gasprom-Konzern stoppt die Gaslieferungen an Weißrussland, weil diese den höheren Preis plötzlich doch nicht zahlen und die erst kürzlich unterzeichneten Verträge ändern wollen. Daraufhin blockiert Weißrussland sämtliche Pipelines, sodaß nur noch eine begrenzte Menge Gas an Deutschland geliefert werden kann. Dank vorher angelegten Vorräten kommt es in Deutschland jedoch vorerst nicht zu Engpässen.

Februar

Eben noch in den youtube-Charts auf Nummer 1, wird das Schäuble-Video von einem spaßigen Zusammenschnitt der Saddam-Hinrichtung verdrängt. Musikalisch unterlegt ist dieses Filmchen mit dem Lied "Hanging around" von den Cardigans, die davon erst gar nicht begeistert sind, bis nach und nach plötzlich sämtliche Radios den Song spielen und Amazon.com überrascht viele Restbestände der Single an den Mann bringen kann.

Präsident Putin mischt sich in den wieder aufgeflammten Gasprom-Konflikt ein, stationiert einen Teil des russischen Heeres an der Grenze zu Weißrussland und droht indirekt mit einer Invasion, sollte Weißrussland nicht einer sofortigen, unbefristeten Imunität der Pipelines zustimmen. Außenminister Steinmeier reist nach Minsk und kann erfolgreich zwischen den Streitparteien vermitteln, bevor er auf Grund neuer belastender Beweise in der Geheimdienst-Affäre von seinem Ministeramt zurücktreten muß.

März

Eine ganze Nation ist bestürzt, als sie live mit ansehen müssen, wie der beliebte Moderator und Musiker Stefan Raab bei seiner Wok-WM während des ersten Durchlaufs aus der Bahn geschleudert wird und dabei unglücklich auf einer aus dem Boden herausragenden, ungesicherten Eisenstange landet, die seinen Oberkörper durchbohrt. Der junge Entertainer verstirbt noch am Unfallort.
Und der Schock hält an, als nur wenige Tage später Henry Maske bei seinem Comebackversuch in der 6. Runde von Virgil Hill K.O. geschlagen wird und nicht wieder aufsteht. Eine halbe Stunde später wird der Tod des 43jährigen verkündet, hervorgerufen wahrscheinlich durch ein gelöstes Blutgerinsel im Kopf.

Horst Seehofer legt sein Amt als Verbraucherschutz- u. Landwirtschaftsminister nieder, um den Posten des bayrischen Ministerpräsidenten zu übernehmen, nachdem Edmund Stoiber auf Grund der CSU-Spitzel-Affäre und der daraus resultierenden, für ihn katastrophalen Urabstimmung Anfang März zurückgetreten ist.

The Cardigans bringen überraschend ein neues Album namens "Still hanging around" heraus, auf dem neben fünf neuen Songs auch das zu neuer Popularität gefundene "Hanging Around", sowieso drei dazugehörige Remixe enthalten sind. Das Album steigt in den Charts auf Platz 83 ein und ist in der darauffolgenden Woche nicht mehr gelistet.

April

Als RTL ankündigt, die Beerdigung von Henry Maske live zu übertragen, zieht Pro7 nach und sendet zur gleichen Zeit die Beisetzung Stefan Raabs. RTL kann jedoch das Quotenduell mit 6,3 Millionen Zuschauern für sich gewinnen, wenngleich Pro7 mit 2,1 Mio Zuschauern immerhin in der Zielgruppe die Nase vorn hat.

Die deutsche Wirtschaft beklagt die ersten Opfer der Mehrwertsteuererhöhung. Über 3000 Kleinbetriebe, die allesamt vergessen hatten, schon im vorigen Jahr heimlich die Preise zu erhöhen, müssen den Bankrott erklären. Fast 50000 Menschen verlieren ihren Job. Der SPD-Parteivorsitzende Kurt Beck mahnt alle neuen Arbeitslosen, nicht die Körperpflege schleifen zu lassen, und fordert außerdem den Rücktritt von Wirtschaftsminister Michael Glos. Bundeskanzlerin Merkel bittet ihn aber zu bleiben, weil sie ja noch nicht einmal Nachfolger für die anderen drei zurückgetretenen Minister gefunden hat.

Mai

Die Deutschen können sich über das beste, jemals gemessene Mai-Wetter freuen. Mit bis zu 35 Grad im Schatten freuen sich Jung und Alt über den vorgezogenen Hochsommer. Rekordumsätze in allen Badeanstalten und Eisläden. Große Sorge hingegen bei den Bauern, deren Ernte am verdürren ist. In der Polit-Talkshow von Günther Jauch macht der neue Landwirtschaftsminister Josef Miller das Ozonloch für die Hitzewelle verantwortlich und bezeichnet es als "Himmelsgeschwür", was der allgemeinen, guten Sommer-Laune aber nicht schadet.

Ein starkes Erdbeben verwüstet einen Großteil der Stadt Latakia in Syrien. Dabei sterben schätzungsweise 40000 Menschen, mehr als 80000 werden verletzt und verlieren ihr Heim und ihren Besitz. Einige Nachrichtensendungen in Deutschland berichten darüber beiläufig, die überraschende Hitze bleibt jedoch weiterhin das Top-Thema.

Juni

In Schwerin kommt es zu einem Amoklauf in der örtlichen Arbeitsagentur. Der  23jährige Ulf H. schießt mit einer Vorderschaftrepetierflinte einer Angestellten in den Unterleib und zwei Weiteren in den Kopf, bevor er von einem zufällig anwesenden Polizisten niedergeschossen wird. Die Polizei gibt später auf einer Pressekonferenz überraschend bekannt, daß der Täter keinen PC und damit keine Computerspiele besaß. Warum Ulf H. trotzdessen zu so einer Tat fähig war, bleibt ein Rätsel.

Hartz4-Schnuddel Henrico Frank bekommt auf 9Live eine eigene Sendung, die sich an Langzeitarbeitslose richten soll. Anstatt Fragen zu beantworten sollen die Anrufer Tipps zum Geldsparen geben - zur Belohnung gibt es ein oder mehrere Geldpakete. Mit gespaltenen Reaktionen wird ebenfalls seine Ankündigung aufgenommen, im Dezember eine Autobiografie zu veröffentlichen.

Juli

Der Ätna, Europas aktivster Vulkan, bricht nicht ganz unerwartet aus und verwüstet mit seiner Lava das sizilianische Dorf Zafferana Etnea. Dabei kommen mehr als 900 Menschen ums Leben, viele andere verlieren all ihr Hab und Gut. Die Bilder des zerstören, vormals idyllischen Dörfchens dominieren alle Medien. Ganz Deutschland ist betroffen, sodaß dank diverser Spendengalas mehr als 300 Millionen Euro zusammenkommen, um Zafferana Etnea wieder aufzubauen. Außenminister Kajo Wasserhövel sichert Sizilien außerdem weitere 200 Millionen Euro zu, "...damit auch wirklich jeder Stein wieder an dem Platz steht, an dem er vor dem Ausbruch gestanden hat."

Katastrophe für Microsoft. Ein Virus namens "Astalavista" macht weltweit einen erheblichen Teil aller installierten "Windows Vista"-Systeme unbrauchbar. Während zumindest fortgeschrittene Anwender das System neu installieren und ihre Daten wiederherstellen können, bringen unzählige Gelegenheits-PC-Benutzer die Microsoft-Hotlines zum glühen. Der Ursprung des Virus wird nach Irland zurückverfolgt; der verantwortliche Programmierer bleibt jedoch unentdeckt.

August

Die Kuhkrankheit BSE findet in Deutschland ein Revival. Als mit Hilfe eines neuen Testverfahrens für Lebend-Rind, enwickelt an der Universität von Göttingen, eine Großuntersuchung durchgeführt wird, werden mehr als 10000 erkrankte Rinder entdeckt. Die Nachricht, daß somit wahrscheinlich jeder in Deutschland schon einmal BSE-verseuchtes Fleisch gegessen hat, führt zu einer Massenpanik. Unzählige Deutsche suchen ihren Arzt auf und verlangen Bluttests, niemand kauft mehr Rinderfleisch. Tierärzte bieten teure BSE-Tests für Hunde und Katzen an, da deren Futter ebenfalls Rind enthält.

Johannes Heesters stirbt überraschend bei einem Autounfall. Sein schwerverletzter Fahrer kann sich hinterher nicht mehr erinnern, warum das Auto die Fahrbahn verließ und gegen einen Baum fuhr. Möglicherweise hatte Heesters im Wagen gesungen und damit den Fahrer abgelenkt.

September

Großer Schock für allen Eltern von Kleinkindern. Ein öffentlicher Kindergarten in Weimar wurde heimlich von Scientology unterwandert. Mehr als zwei Jahre lang konnten die Erzieherinnen den Kindern das Gedankengut der Sekte vermitteln, bevor eine aufmerksame Mutter die Sache aufdeckte. Eine der Erzieherinnen berichtet im Gespräch mit dem Focus-Magazin von vielen, weiteren Scientology-Erzieherinnen, die deutschlandweit heimlich in Kindergärten arbeiten. Innenminister Erwin Teufel verspricht eine umfassende Untersuchung der Angelegenheit, sowie die Prüfung, ob man Scientology verbieten könnte.

Die USA beklagt den 5000. im Irak gefallenen Soldaten. Das Land ist weiterhin im bürgerkriegsähnlichen Zustand, und der Anfang des Jahres präsentierte Plan, der den Irak aus der Krise führen sollte, kann als gescheitert betrachtet werden. Das Angebot Mahmud Ahmadinedschads, den Irak mit Hilfe des iranischen Militärs unter Kontrolle zu bringen und es zu einem Vasallenstaat Irans umzufunktionieren, wird vom amerikanischen Verteidigungsminister Robert Gates jedoch vorerst nicht in Betracht gezogen.

Unbeliebtester Mensch des Monats ist Verkehrsminister Tiefensee, nachdem er beschlossen hat, die PKW-Maut einzuführen.

Oktober

Ulla Schmidt präsentiert die neue, zum dritten Mal überarbeitete Gesundsheitsreform, mit der nun auch die bisher rebellischen Ministerpräsidenten zufrieden sein sollten. Erneut hagelt es von allen Seiten Kritik, aber wichtig ist natürlich nur, daß die Volksvertreter mit dem nur noch 42seitigen Entwurf einverstanden sind, sodaß die Reform nun beschlossen und vom Bundesrat bestätigt werden kann.

Eine Meldung der BILD-Zeitung sorgt für kollektive Sorge. Wie die Zeitung exklusiv aufdeckt, führten die Maya einen Kalender, der genau am 22. Dezember 2012 aufhört. Geht dann die Welt unter ? Oder nur die Menschheit ? Immerhin halten 48% aller Deutschen es für möglich, daß die Maya vom Ende der Welt wissen konnten und mehr als 60% haben sich sogar vorgenommen, die nächsten fünf Jahre intensiv zu leben.

Henrico Frank kündigt bei 9Live, um sich ganz seinem Buch zu widmen.

November

Die Gesundsheitsreform scheitert überraschend schon an der Abstimmung im Bundestag. Die Opposition wirft Angela Merkel Führungsschwäche vor, während sich SPD und CDU gegenseitig die Schuld zuweisen. Bekannte Vertreter beider Parteien bezeugen dem jeweils anderen Inkompentenz. Als der Bundestag auch noch die PKW-Maut kippt, erklärt Angela Merkel die Große Koalition für gescheitert und setzt für Anfang März Neuwahlen an.

Zum 100.Geburtstag von Astrid Lindgren behaupten mehrere Boulevardmagazine, daß rote Haare und Zöpfe total angesagt wären. Bis auf Charlotte Engelhardt, die mit dieser Frisur in der "Großen Astrid Lindgren Show" auf RTL auftritt, sieht man jedoch niemanden, der dieser Modeempfehlung nachgeht.

Wissenschaftler finden heraus, daß der Emulgator "Soja-Lecithine", häufig in Lebkuchen enthalten, hochgradig krebserregend ist. 96% der Deutschen wollen laut Umfragen jedoch trotzdem nicht auf das weihnachtliche Gebäck verzichten.

Dezember

Kurt Beck erleitet einen leichten Herzinfarkt und scheidet daraufhin als Kanzlerkandidat aus. Innerhalb der SPD entbrennt ein Streit, welcher Spitzenpolitiker nun dem bevorstehenden Wahlkampf ein Gesicht geben soll. Neben Müntefering hätten einige lieber Klaus Wowereit als Kandidaten, der mit seinem schröderesken Auftritt beim Berliner-Rededuell im Jahr zuvor für Aufsehen sorgte. Letztendlich bekommt jedoch Franz Müntefering den Vortritt.

Das Wort "Himmelsgeschwür" wird zum Unwort des Jahres gekürt.

Meteorologen bestätigten die höchsten Temperaturen, die jemals im Dezember gemessen worden. Dank der eingesparten Heizungskosten geben die Deutschen beim Kauf der Geschenke den einen oder anderen Euro mehr aus, sodaß zumindest das Weihnachtsgeschäft auf dem Niveau vom Jahr zuvor bleibt. Das Buch "Mir geht es gut" von H. Frank liegt laut Statistik von Amazon.de am häufigsten unter dem Weihnachtsbaum.

22.12.2006 um 09:21 Uhr

Gewinnertyp

von: Solus

Musik: Radiohead - Lucky

Nachdem ich ja schon letzten Monat sagenhafte fünf LiebesDVDs gewonnen habe (Ich berichtete), durfte ich nun noch ein weiteres Gewinnpaket öffnen. Diesmal unter dem Motto "EA Fußballmanager Fanpaket". Das ist natürlich etwas unglücklich, weil ich ja eigentlich keinerlei Interesse an Fußball habe, aber was ich nicht gebrauchen kann, wird halt weiterverschenkt. Der große Kalender mit sämtlichen Bundesligaterminen fand schon seinen Weg zu einem fußballverrückten Kollegen meines Vaters. Das T-Shirt mit der Aufschrift "Fußball Manager", Größe M und damit für mich einen Tick zu klein, hat sich meine Mutter unter den Nagel gerissen. Ich vermute mal, daß sie das dem Freund der Tochter unserer ärmlichen Ex-Nachbarin schenken wird. Sie war so ungewöhnlich still, als ich fragte, was sie denn damit anfangen will, weil sie wohl befürchtete, daß ich sonst mit den Worten  "Was ? Dieser Drecksnazi kriegt mein Hemd nicht !" ihr das Shirt wieder aus den Händen gerissen hätte. Aber in dem Fall ist mir das eigentlich egal. Außerdem ist Weihnachten.

Außerdem befand sich in dem Paket noch ein aufblasbarer Reifen, ein Terminkalender und ein Werbeklappwürfel, sowie ein EA-Gamepad - was wohl auch der Grund war, warum ich da mitgemacht habe, und natürlich das Spiel selbst. Auf dessen Verpackung sind übrigens mehrere Unterschriften draufgekritzelt, nur weiß ich leider nicht, ob sie nun von den Programmierern stammen, von der Nationalmannschaft, oder von den Mitarbeitern der EA-Versandabteilung. Vielleicht bringe ich das noch irgendwie in Erfahrung - muß doch wissen, welchen Preis ich bei EBay verlangen kann, sollte mir das Verwalten eines Fußballspielers keinen Spaß machen. Habe ich noch nicht ausprobiert; spiele zur Zeit mal wieder Vampire: Bloodlines. Das tue ich gern im Dezember.

Na jedenfalls hat mit diesem Paket meine Glückssträhne noch kein Ende gefunden, denn nun habe ich auch noch einen Adventskalender samt aktueller Erdmöbel-Single gewonnen. Meine Lieblingsband-National hat doch "Last Christmas" gecovert (Ich berichtete ebenfalls), was ich, und das ist natürlich etwas unglücklich, eigentlich ziemlich doof finde, weil Coverversionen von derartig populären Liedern generell überflüssig und verwerflich sind. Aber als Fan macht man da natürlich trotzdem fleißig mit, denn auch wenn ich kein Geld dafür ausgeben würde, geschenkt stelle ich mir diese Schillerscheibe doch gern ins Regal. Und zur Einstimmung auf das nächste Weihnachten werde ich sie mir bestimmt auch anhören. Mit Glück allein hatte dieser Gewinn übrigens nichts zu tun, denn bis zum 24.Dezember - wer will, kann es also selbst noch versuchen, wird auf erdmoebel.de täglich eine CD und Kalender für den originellsten Weihnachtswunsch verschickt. Meinen "einen Erdmöbel Kalender und die CD"-Wunsch mochten sie z.B. nicht, "Heugabeln zum Heustabeln" auch nicht, aber meine Anspielung auf ihren Weihnachts-Videovierteiler fanden sie dann doch toll. Waren wahrscheinlich froh, daß sich überhaupt jemand diesen Quark anschaut.

Nun gilt es gespannt darauf zu warten, ob ich nicht noch einen weiteren Preis gewonnen habe. Seit Anfang Dezember bestritt ich doch einige Gewinnspiele, und teilweise wurde da noch nicht veröffentlicht, wer gewonnen hat. Besonders gute Chancen rechne ich mir übrigens für ein Gewinnspiel aus, daß ich heute mitgemacht habe. Um daran teilzunehmen, mußte man nämlich ein simples, aber kaputtes Sudoku lösen. Ich als großes Genie habe natürlich schnell erkannt, welche voreingetragenen Zahlen falsch sind und anhand dessen das Rätsel so vervollständigt, wie es ursprünglich gedacht war. Hat mir auch ein Popupfenster bestätigt, und nun gewinne ich ja vielleicht ein...eine...also von der Beschreibung her konnte man den Preis nicht so richtig definieren. Es könnte ein Warengutschein sein, oder aber auch ein Gutschein für ein Wellness-Wochenende, was im Falle eines Gewinns natürlich etwas unglücklich für mich wäre. Mir geht es doch auch so schon gut.

20.12.2006 um 22:51 Uhr

Kaelte

von: Solus

Eigentlich sollte die Premiere genau um 2:48 Uhr starten, also genau zum einjährigen Blogbestehen, aber unser geliebtes Blogigo wollte ja leider nicht. Aber gut, darf ich eben nun jetzt mein großartiges, neues Lied präsentieren:

Kaelte

Ich muß aber die interessierten Zuhörer warnen, denn das Lied hat zwei Schwachpunkte:
Zum einen ist es mainstreamiger geworden, als es mir lieb ist. Aber da bin ich machtlos, denn man kann sich nun mal nicht aussuchen, was aus seinen Kindern wird. Ich war natürlich auch nicht begeistert, als es plötzlich so zu mir meinte "Du, Papi, ich...ich bin Mainstream-Pop !", aber ich habe natürlich mit "Ich bin stolz auf Dich, egal was Du bist oder wirst." geantwortet. Bin ja ein toleranter Vater, und es hätte ja auch noch schlimmer kommen können - "Ich bin Kirmestechno !" oder so...

Ja, und der andere Schwachpunkt ist natürlich mal wieder meine Stimme. Ich klinge diesmal noch schlimmer, als bei meinem letzten Hit . Aber da muß man aus der Not eben eine Tugend machen. Dazu folgende Überlegung: Ein schlechter Sänger, der zu Popmusik peinliche Depri-Texte singt - das kennt man doch schon von Lacrimosa & Co. Nur bei mir klingt die Musik nicht so, als hätte man den Keyboarder per Zeitmaschine aus dem Jahr 1980 einfliegen lassen. Deshalb möchte ich ab sofort als Begründer des NeoGothPop gefeiert werden. Düstere Texte im modernen Popgewand - damit revolutioniere ich die gesamte Gothic-Musikszene. Und Ihr seid von Anfang an mit dabei. Großartig, nicht wahr ?

18.12.2006 um 20:36 Uhr

Alles, alles Gute zum Geburtstag.

von: Solus

Musik: The Album Leaf - Writings on the wall

Noch einmal schlafen, dann ist es soweit - "Das geheimnisvolle Blog ins zauberhafte Nichts" wird 1 !
Wer hätte schon gedacht, daß es dieses banale Machwerk überhaupt so lange geben würde, habe ich doch eigentlich überhaupt nichts zu erzählen und meistens auch keine Lust zu schreiben. Und doch schafft es dieses Blog nach einem Jahr immerhin noch auf 4 bis 5 Einträgen pro Monat.

Zugegeben, es könnten mehr sein, aber dieses Problem löst sich ja jetzt sozusagen von selbst, denn die meisten Mitleser werden ja vor einem Jahr mein Blog noch nicht gekannt haben, sodaß ich nun damit anfangen kann, einfach die alten Einträge noch einmal hier hereinzustellen. Könnte eigentlich gleich anfangen, mit meinem legendären Dreiteiler "Warum wir Weihnachten feiern", und nächste Woche dann wieder den Aufruf, mit Feuerwerk Angela Merkel zu vertreiben. Die Fernsehsender machen das doch auch so, und das obwohl sich deren Publikum innerhalb eines Jahres kaum verändert. Natürlich muß ich auch weiterhin neue Einträge verfassen, bis ich irgendwann 365 zusammen habe + einem Eintrag, der das Schaltjahr thematisiert und entsprechend nur aller vier Jahre wiederholt wird. Dazu dann noch ein kleines Programm, welches die Texte automatisch bloggt, und schon kann ich mich zur Ruhe setzen. Im Hinblick dessen, daß ich aber gerade mal erst 148 Einträge verfasst habe, könnte das wohl noch ein bißchen dauern. Also freuen wir uns gemeinsam auf ein weiteres Jahr voller großartiger Artikel, spannenden Alltagsgeschichten und all dem anderen hochkarätigen, kreativen Output, den ich veröffentlichen werde. Das wird soooo toll !

14.12.2006 um 06:15 Uhr

Hansdampf in allen Gassen

von: Solus

Musik: Radiohead - Fog

Wenn ich so des Morgens früh aus dem Fenster schaue, wünsche ich mir in letzter Zeit, daß die Regierung anstatt an ihrem Rauchverbot auf Bahnhöfen, lieber an einem Rauchverbot in Chemnitz arbeiten sollte.

Ausblick von meinem Fenster 

10.12.2006 um 10:14 Uhr

Honeckers Helfer - Folge 40: Die Handpuppen

von: Solus

Sie waren im Land bekannter als der Staatsratsvorsitzender selbst, denn nicht nur kannte sie jeder Erwachsene, sondern auch jedes Kind. Die Rede ist von den beliebten Puppenstars des DDR-Kinderfernsehens. Pittiplatsch, Schnatterinchen, Herr Fuchs und Frau Elster, und all die anderen liebevoll gestalteten Figuren waren ein fester Bestandteil der ostdeutschen Kultur. Sie traten im täglichen "Abendgruß" des Sandmanns und diversen Nachmittagskindersendungen auf, und ihre Abbilder zierten unzählige Briefmarken, Postkarten und allerlei Kinderartikel.
Der riesige Erfolg dieser Figuren begründete sich nicht nur darauf, daß ihre Erfinder sie mit sehr viel Liebe und Geschick kreiert hatten, und daß die Menschen, die ihnen eine Stimme gaben und sie durch die schönen Geschichten führten, ebenfalls hochklassig arbeiteten, nein, die Zuschauer sahen sie vorallem sehr gern, weil mit ihnen das Fernsehen für ein paar Minuten vollkommen unpolitisch wurde. Außer dem russischen Mischkabären, der nur in "Zu Besuch im Märchenland" auftrat, erinnerte rein gar nichts an die politische und gesellschaftliche Lage des Landes. Keine Themen rund um Volksarmee, Pioniere und Co., stattdessen harmlose Alttagsgeschichten.

Doch der Schein trügt, denn so unpolitisch die Geschichten auch waren, die im "Abendgruß" aufgeführt wurden, scheinen retrospektiv betrachtet hinter den Figuren selbst doch bisher unentdeckte Propaganda-Funktionen zu stecken. An dieser Stelle möchte ich hier nun exklusiv Theorien aufzeigen, was hinter den Fernsehstars aus Stoff und Pastik wirklich stecken könnte, ja daß diese fröhlichen Gesellen möglichweise im wahrsten Sinne des Wortes Marionetten des DDR-Terror-Regimes waren.

Pittiplatsch, Schnatterinchen und Moppi

Der schwarze Kobold Pittiplatsch war der größte Star des gesamten Kinderfernsehens. Zusammen mit der gelben Ente Schnatterinchen und dem hellfarbenen Hund Moppi zeigten sie den Kindern vorallem, daß jeder Mensch einmal Fehler machen kann, man sich aber deshalb niemals streiten, sondern immer in Freundschaft leben sollte. Auffällig sind hier die unterschiedlichen Farben der Figuren: Schwarz, Gelb, Weiß. - könnte das vielleicht eine Anspielung auf die damals aktuelle Großrassen-Theorie sein, die die Menschheit in Europide (weiß), Negride(schwarz) und Mongolide (gelb) einteilte ? Sollten all die Abenteuer dieser drei Figuren den Kindern vorallem vermitteln, daß sich die Menschen, egal welche Hautfarbe sie haben, friedlich und freundschaftlich miteinerander umgehen sollen ?
Diese Thematik lag dem DDR-Regime durchaus am Herzen. So wurden z.B. die Kinder in den Kindergärten dazu animiert, alte Kleidung an arme Länder zu schicken, bzw. gab es auch Kinderlieder wie "Schwarze Kinder, Weiße, Rote, Gelbe - allen wünschen wir dasselbe.". Die Machthabenden hofften natürlich, ihre Ideologien irgendwann auf der ganzen Welt zu etablieren, und dafür mußten die kommenden Generationen vorbereitet werden. Auch wenn dieser fade Beigeschmack bleibt, sollte dieser Versuch der Zuschauererziehung natürlich nicht allzu kritisch betrachtet werden, denn gegen die Botschaft ansich ist natürlich nichts einzuwenden. Leider hat es wenig gebracht, denn die Pittiplatschfans von gestern, sind die NPD-Wähler von heute.


Afrikaner, Peking-Ente und Deutscher Schäferhund können beste Freunde sein  !

Buddelflink und Gertrud

In einer anderen, nicht so populären Abendgruß-Serie drehte sich alles um die Abenteuer des Maulwurfs Buddelflink und der Maus Gertrud, beide noch im schulpflichtigen Alter. Und hier wird die ganze Sache schon ernster, denn wahrscheinlich wollte man gerade diese Tiere bei dem jungen Publikum beliebt machen, um unterschwellig die Kinder auf eine spätere Karriere in der Staatssicherheit vorzubereiten. Nicht umsonst wählte man wohl als Hauptakteure eine Maus, die ja perfekt dazu geeignet ist, in jede Wohnung zu schleichen und dort mit ihren großen Ohren alles mitzuhören, und einen Maulwurf, der sich beim Klassenfeind einschleicht und auch dessen tiefer verborgenen Geheimnisse an die Oberfläche bringt. So hätte es dann einmal später heißen können "Hey, Du, komm doch zur Staatssicherheit ! Wir bilden Dich zum Maulwurf aus..." - "Auja, Maulwürfe mochte ich schon als Kind !"
Daß Buddelflink und Getrud von einem ebenfalls sehr hellhörigen Tier, nämlich dem Hasen "Lehrer Langohr" unterrichtet wurden, verstärkt die Vermutung im übrigen nur noch mehr.


Da nach Drüben geschickte Spione gern für immer dort blieben, war man stets an Nachwuchs interessiert.

Herr Fuchs und Frau Elster

Dieses kauzige Zweierpaar war ebenfalls sehr beliebt bei Jung und Alt. Aber um ihre Funktion zu verstehen, müssen wir erst einen Blick auf den Ort der Handlung werfen. Pittiplatsch, Schnatterinchen und Moppi lebten im Mächenland, Buddelflink und Gertrud hingegen im Märchenwald. Und auch, wenn Herr Fuchs und Frau Elster ebenfalls im Märchenwald leben, gibt es laut der Fanseite einen interessanten Unterschied: Während bei Buddelflink und Gertrud nur Laubbäume zu sehen sind, spielen die Abenteuer von Fuchs und Elster, sowie den anderen Tieren, auf die ich noch zu sprechen kommen werde, in einem Nadelwald. Es sind die selben Macher und es soll der gleiche Wald sein, und doch sind es verschiedene Waldarten. Daraus läßt sich schließen, daß man hier Ost- und Westdeutschland darstellt. Während im schönen Laubbaum-Osten die Spione ausgebildet werden, zeigen die ständig streitenden Herr Fuchs und Frau Elster, wie die Menschen im kapitalistischen Nadelwald miteinander umgehen.
Tatsächlich herrschte in keiner Folge wirklich Frieden zwischen den beiden. Sie waren zwar trotzdem irgendwie befreundet, doch handelten ihre Geschichten immer von Zank, Eitelkeit und anderen destruktiven Eigenschaften. Natürlich wurden die Konflikte immer gelöst, aber man schien wohl doch schon den Kindern zeigen zu wollen, wie die Menschen so sind, in der BRD. Verstärkt wurde der Eindruck einer feindseeligen Umwelt auch durch die immer wieder von Herrn Fuchs aufgesagte Fluchformel "Kreuzspinne und Kreuzschnabel !" - eindeutig Symbole des Todes, und Frau Elster als Klatschtante sollte wohl eine scheinheilige Kritik an den westdeutschen Boulevardjournalismus darstellen, der das Privatleben einzelner Bürger preisgibt, um sich selbst zu profilieren.


Raubtiere und diebische Vögel - so stellte man sich als Kind die Menschen in Westdeutschland vor

Mauz & Hoppel, Borstel

Ebenfalls Bewohner des kapitalistischen Nadelwaldes waren die Katze Mauz und der Hase Hoppel, sowie der Igel Borstel. Auch hier finden wir wieder antikapitalistische Seitenhiebe; wer in der BRD überleben will, muß entweder Schwächere fressen, wie es die Katze tut, ständig auf der Flucht sein, wie der Hase, oder sich vor all den anderen Feinden gut schützen, wie es der Igel mit seinen Stacheln kann.


Im Westen gibt es zwar solche tollen Dinge wie rote Bälle und Laternen, aber dafür ist es dort auch sehr gefährlich.

Onkel Uhu, Meister Schwarzrock

Der Vogel, das Symbol der Freiheit, und nur im Nadelwald tauchten Vögel auf, die theoretisch überall hinfliegen konnten. Wirklich geflogen ist aber nur die bereits erwähnte Frau Elster, eine Negativfigur, während die anderen beiden Vögel, der weise Onkel Uhu und der ebenfalls schlaue Meister Schwarzrock immer zu hause waren. Scheinbar hat man mit diesen Figuren versucht, ein positives Beispiel aufzuzeigen. Als Westbürger hätten sie die Möglichkeit gehabt, an jeden Ort der Erde zu fliegen, aber stattdessen blieben sie in ihrer Heimat und standen den Tierkindern mit guten Ratschlägen und als Lehrer zur Verfügung. Die Nachricht ist also klar; selbst, wenn man das Land verlassen könnte - wer wirklich klug ist, bleibt zu hause und unterstützt den Staat.


Diesen beiden schlauen Vögeln wäre zu den Bildern bestimmt eine witzige Unterschrift eingefallen.

Der Sandmann

Bleibt noch der Sandmann selbst, der täglich zu Fuß oder gar motorisiert eine Familie besuchte, dort den Fernseher einschaltete, um sich mit den Kindern eine Serie, wie z.B. "Herr Fuchs und Frau Elster", oder "Pittiplatsch und seine Freunde" anzuschauen, und hinterher den Kindern Sand in die Augen zu streuen, sodaß diese Kinder, ob sie nun wollten oder nicht, auf der Stelle müde wurden und ins Bett gingen. Hierfür habe ich zwei Theorien: Einmal könnte man den Sandmann als Verkörperung des Staates ansehen, der sich um seine Bürger, durch die Kinder dargestellt, kümmert, ihnen eine sichere, ruhige Existenz garantiert - und zwar auch denen, die sich dagegen wehren, denn der Sand fliegt in jedes Auge.
Vielleicht könnte man auch den Sandmann als Religion deuten, der den Bürgern zwar Sicherheit gibt, sie aber dafür auch betäubt. Möglicherweise wollte man tatsächlich auf das Karl Marxsche Zitat "Die Religion ist das Opium des Volkes." anspielen, um die Kinder so zu beeinflussen, daß sie später einmal kein Interesse am Glauben haben, denn daß Ziel jedes Kindes war damals natürlich, irgendwann nicht mehr nach dem Sandmann ins Bett zu müssen, sich dem bärtigen Anästhesisten zu widersetzen und eigenständig zu bestimmen, wann man denn Schlafen geht. So würden spätere Angebote, sich einer Religion hinzuwenden, dem inzwischen Erwachsenen wie ein Rückschritt vorkommen, bzw. ihm den Glauben wie etwas erscheinen lassen, das er ja gar nicht mehr nötig hat.

 
Vielleicht sollte der Sandmann auch Walter Ulbricht sein, den man bei den Kindern beliebt machen wollte.

Nun, ob die Erschaffer dieser ganzen Figuren tatsächlich bestimmten Intensionen verfolgten, oder ob sie einfach nur gutes Kinderfernsehen machen wollten, werden wir wahrscheinlich nie erfahren. Die Möglichkeit besteht, genauso wie es auch möglich ist, daß die Macher des heutigen Kinderfernsehens größere Ziele verfolgen, als es vielleicht den Anschein hat. Die Gefahr ist auf jeden Fall vorhanden, denn Kinder sind leicht zu manipulieren - fast so leicht, wie die Erwachsenen.

Quellen der Bilder: http://mitglied.lycos.de/nabalus/

06.12.2006 um 07:31 Uhr

Ich sehe nichts mehr !

von: Solus

Musik: Radiohead - I Want None of This

Alt und müde sind sie geworden, meine armen Augen. Nach all den vielen Jahren des unaufhörlichen Betrachtens künstlicher Lichtquellen, vom flackrigen Bild des ATARIs auf dem nur 50cm entfernen Großfernsehers, über die ebenfalls nicht sonderlich gesunden Bilder des Amiga-Monitors mit seiner 31 kHz Bildwiederholfrequenz, bis hin zum nun zumindest halbwegs verträglichen PC-Monitor. Meine Augen haben viel gesehen, aber der Preis war hoch, denn die schleichende Kurzsichtigkeit hat inzwischen eine Qualität erreicht, die mich dazu zwingt, nun wohl oder übel ganztägig von einer Sehhilfe Gebrauch zu machen.

Das Problem kam natürlich nicht über Nacht; nein, schon in den letzten beiden Schuljahren hatte ich erste Probleme, von der hintersten Bank aus die vom Polylux (Tageslichtprojektor) an die schmutzige Wand projizierten, zumeist nutzlosen Tafelbilder des diensthabenden Lehrers zu erkennen. Im Zuge des Führerscheinerhalts stellte ein Augentest dann die Fehlsichtigkeit offiziell fest, sodaß ich mir eine 1dpt-starke Brille zulegte, die ich fortan fast nie aufsetzte. Ansich war diese leichte Kurzsichtigkeit ja auch nicht schlecht, vorallem wenn ich außer Haus ging, denn so mußte ich meine Mitmenschen nicht sehen. Köpfhörer auf, die Deckhaare über die Augen gelegt, und dann verschwommenen Blickes durch die Stadt - funktioniert prima, weil man gerade soviel erkennt, daß man nicht gegen den nächsten Laternenpfahl läuft.
Aber nun ist die Myopie so stark, daß ich ohne meine, inzwischen sicherlich etwas zu schwache Brille ziemlich nah am Monitor hänge und mit der Zeit Augenschmerzen bekomme. Und ob ich draußen ohne Brille noch Laternenpfähle erkennen kann, bezweifle ich auch. Wahrscheinlich würde ich inzwischen sogar gegen Litfaßsäulen laufen. Muß ich mal austesten, wenn ich demnächst das Haus verlasse, um mich an den Optiker meines Mißtrauens zu wenden. Und das ist nun eben die Frage - was soll ich Herrn Fielmann denn abkaufen, eine neue Brille, oder Kontaktlinsen ?

Ich sage ja immer "Brillen machen häßlich !", nur wenn sich das Tragen von Kontaktlinsen für mich als unangenehm herausstellen sollte, müßte ich abwegen, ob es das wert ist, oder ob ich doch eine Brille aufsetze. Ich muß mir also überlegen, wie viel häßlicher ich mit Brille aussehe, und ob ich dieses ästhetische Manko hinnehme, oder eben doch die Kontaktlinsen (er)trage, sollten sie denn mehr als nur gewöhnungsbedürftig sein. Das ist natürlich eine Entscheidung für die Zukunft, denn wie man an jedem langjährigen Brillenträger sieht, hat dieser ein völlig leeres Gesicht, sobald er seine Sehhilfe ablegt. Scheinbar deformieren Brillen mit der Zeit den Kopf, also kann ich in ein paar Jahren nicht einfach auf Kontaktlinsen wechseln, weil ich dann inzwischen ohne Brille noch schlimmer aussehe, als wenn ich sie aufhabe.

Ihr lieben Leser könnt ja selbst mal schauen, wie groß der Schaden ist, den eine Brille in meinem Gesicht anrichtet. Kann ich mich denn so auf die Straße trauen ? 

  

04.12.2006 um 10:33 Uhr

Adventskalender v2.0

von: Solus

Ich habe dieses Jahr wieder von meinem Cousin einen Adventskalender geschenkt bekommen. Das tut er nun schon seit drei oder vier Jahren, ich glaube seit er mit seiner Freundin zusammengezogen ist. Was seine genauen Beweggründe sind, weiß ich auch nicht, zumindest dieses Jahr war wohl die Idee dahinter, weiterhin den familiären Status zu mir aufrecht zu erhalten, nachdem zwischen ihm und meinen Eltern seit fast einem Jahr Funkstille herrscht. Meine Mutter mag nämlich seine Lebensgefährtin nicht, während er logischerweise immer darauf bestand, sie zu Familienfesten mitzubringen. Außerdem suchte er immer seltener den Kontakt zu seiner Mutter, was ihr und meiner Mutter gar nicht gefiel. Daß, nachdem er 30 Jahre lang mit seiner Erzeugerin unter einem Dach gelebt hat, er seine bisherige Familie vielleicht schlichtweg satt hat und sich stattdessen nun lieber seiner Eigenen widmen will, verstehen sie nicht. Nunja, das soll hier aber eigentlich jetzt auch gar nicht das Thema sein, also wieder zurück zum Adventskalender.

Meiner ist, wie jedes Jahr von Milka, und wahrscheinlich stellt er die Krone der Adventskalender-Evolution dar. Ich weiß nicht, ob das nur in Ostdeutschland so war, aber als ganz kleines Kind waren meine Adventskalender noch zu 100% aus Papier. Da versteckte sich hinter jedem Türchen nur ein kleines, gemaltes Bildchen und dazu wahrscheinlich ein Spruch, dem man dann vom anwesenden Elternteil vorgelesen bekam. Alles in allem also ziemlich lahm, selbst für ein Kind, was ja zur Weihnachtszeit im Grunde alles total toll und aufregend findet. Irgendwann, wahrscheinlich war ich 4 oder 5 Jahre alt, bekam ich dann meinen ersten Adventskalender mit Schokoladeninhalt. Ob er aus dem Interjob oder aus heimischen Produktionsstätten kam, weiß ich nicht mehr, aber auf jeden Fall war dieser Kalender etwas ganz Großartiges für mich, zumindest solange, bis ich nach zwei, drei Wochen das erste Türchen öffnete, hinter dem sich nichts befand, weil sich inzwischen die Schokolade aus der Plasteform gelöst hatte und ganz nach unten gerutscht war. Da ist man als Kind natürlich richtig enttäuscht, warscheinlich sogar noch enttäuschter, als man es beim Verspeisen des ersten Schokoladen-Hohlkörpers ist, wenn man denkt, in ein riesiges Stück Schokolade reinzubeißen und sich dann unter der dünnen, braunen Schicht nur Luft befindet. Aber das mit dem Türchen ist schlimmer, denn auf diese Schokolade hat man sich  23 Stunden und 59 Minuten gefreut. Trotz alledem, nachdem ich zum ersten Mal einen Adventskalender mit Schokolade bekomme hatte, durfte es nie wieder etwas anderes sein. Jegliche Papierkalender, die ich im darauffolgenden Jahr geschenkt bekam, wurden von mir mit purer Verachtung bestraft.

Dieses Problem, daß sich die Schokolade aus der Form löst, tritt bei diesen normalen Schokoladenkalendern wahrscheinlich auch noch heute auf, weshalb der Milka-Kalender auch etwas Besonderes ist. Erst einmal, weil sich hinter jedem Türchen neben einem Gedicht kein kleines Stück Schokolade, sondern eine beachtlich große, sogar gefüllte Schokoladenfigur verbirgt, und weil der Kalender so gebaut ist, daß die Figuren nicht rausfallen können. Keine enttäuschten Kinder mehr ! Großartig ! Und hintendrauf ist außerdem noch ein kleines Brettspiel ! Ebenfalls großartig !

Ich übertreibe also wirklich nicht, wenn ich bei diesem Kalender von der Krone der Adventskalender-Evolution spreche - und ich übertreibe ebenfalls nicht, wenn ich hier nun verkünden kann, daß ich mit meiner herausragenden Intelligenz einen Idee-Diamanten erdacht habe, den man auf die Spitze dieser Krone nun noch befestigen kann.

Worum geht es: So ein Adventskalender mit seinen 24 Türchen ist ja im Grunde eine prima Möglichkeit, dem Kind die Zahlen 1-24 beizubringen, denn nur, wer diese Zahlen beherrscht, kann das richtige Fenster öffnen. Natürlich wird das Kind im darauffolgenden Jahr die Zahlen dann können und lernt von seinem Adventskalender gar nichts mehr. Hier setzt meine Idee ein: Der altersspezifische Adventskalender. Auf dem speziellen Kalender für den Dreijährigen wären weiterhin die Türchen mit 1-24 beschriftet, während die Tore des Kalenders für den Vierjährigen mit Buchstaben beschriftet sind. A für den 1.Dezember,B für den Zweiten,C,D,...,V,W und XYZ - als Tür für den 24. Dezember. So muß das Kind innerhalb eines Monats das gesamte Alphabet lernen. Der fünfjährige bekommt wieder Zahlen spendiert, muß nun aber Addieren und Subtrahieren können, weil es anstatt "Tür Nr. 5" plötzlich "Tür Nr. 13-8" heißt, oder eben "Tür Nr. 13+11" für Weihnachten. Der Kalender für die Sechsjährigen sollte die Lektionen der anderen drei Kalender aufgreifen und vertiefen. Wieder wird Gerechnet, aber auch das Wissen um die Buchstaben findet nun seine Anwendung, denn die Zahlen und Zeichen sind nun ausgeschrieben. "VIERZEHN PLUS FÜNF" muß das Kind dann z.B. lesen und ausrechnen, um am 19.Dezember seine Schokolade zu bekommen. Und wie gerade dieses Beispiel zeigt, fördert dieser Kalender auch den Dialog mit den Eltern, denn das Kind kennt vom Buchstaben-Kalender nur 26 Buchstaben, jedoch noch nicht die Umlaute. Die müssen von den Eltern erklärt werden. So fördert mein altersspezifischer Adventskalender nicht nur die geistigen Fähigkeiten des Kindes, sondern auch die familiäre Kommunikation.
Im übrigen steht für Adventskalender ab 7 Jahren natürlich kein Konzept fest, da die Kinder ja zu dem Zeitpunkt zur Schule gehen und die Kalender auf die einzelnen Lehrpläne der Bundesländer abgestimmt werden müssen, um auch wirklich eine zum Unterricht bekleidende Funktion übernehmen zu können. Für die Kinder jenseits des ABC-Schützen-Alters könnten die Kalender Multiplikations- und Divisionsaufgaben bieten, aber z.B. auch Fragestellungen aus Geschichte, Geographie oder Biologie. So könnten die Türchen mit Tieren beschriftet sein, die nach deren Chromosomanzahl aufsteigend geöffnet werden müssen. Oder Türchen mit Namen von Ländern, die man nach deren Armut der Reihe nach öffnen muß. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt.

Und, großartige Idee, oder ? Ich nehme an, daß die mich ziemlich reich machen wird. Interessierte Adventskalenderhersteller können natürlich ab sofort mit mir in Kontakt treten, um mir diese fantastische Idee abzukaufen. Und das ist erst der Anfang. Ich habe noch viel mehr Ideen - Stichwort "Adventskalender mit Musik" !

01.12.2006 um 09:10 Uhr

superbia

von: Solus

Musik: Emilie Simon - Never fall in love

Nachdem mir etwas gesagt wurde, was ich zwar selbst schon wusste, es sich damit jedoch bestätigte und in mir weitere Schlußfolgerungen anregte, kann ich mir nun eigentlich endgültig sicher sein: Es gibt für mich keine passende Partnerin !

Heute, also eigentlich gestern, aber ich bin ja so egozentrisch und lasse den nächsten Tag erst beginnen, wenn ich im Bett liege und eingeschlafen bin, jedenfalls war mal wieder einer meiner beiden guten Freunde zu Gast, und als wir so beim Thema "nichtvorhandene Freundin" waren, meinte er, daß wir, zumindest was die mentalen Eigenschaften angeht, unterschiedliche Traumfrauen haben. Als ich ihn darum bat, dies zu erläutern, erklärte er mir, daß seine optimale Partnerin nicht klüger als er selbst wäre, während meine perfekte Lebensgefährtin auf jeden Fall schlauer als ich sein muß, damit sie mich immer wieder überraschen kann. Das hat er in der Tat exzellent beobachtet. Eine Partnerschaft hätte in meinem Fall nur Sinn, wenn ich meine Partnerin auch respektiere, was wiederum nur der Fall ist, wenn sie meine Gedankengänge versteht und selbst auf Ideen kommt, zu denen mein Geist nur schwer fähig wäre. Es sollte natürlich keine dieser besserwisserischen Streberinnen sein, die ihren Kopf den ganzen Tag mit Bücherwissen zumüllen. Nein, es geht mir nicht um Wissen, sondern wirklich um die reine Intelligenz.

Und genau da liegt das Problem, denn Ich halte mich nämlich für den intelligentesten Menschen auf der ganzen Welt. Zumindest zur Zeit; da ich wahrscheinlich nur so eine Art Prototyp des nächsten Evolutions-Stüfchens bin. Von jeglicher, geistiger Barriere befreit, analytisch in einer noch nie da gewesenen Qualität, und sich von Natur aus in einem emotionalen Gleichgewicht befindend, wie es sonst nur buddhistischen Mönchen nach jahrelangem Training gelingt - wobei ich auch selbstkritisch zugeben muß, daß zumindest Letzteres für ein paar Sekunden pro Tag gern mal zusammenbricht, vorallem wenn ich frustriert bin, weil der Rest der Menschheit noch nicht so großartig ist, wie ich. Auf dem Prototyp folgt natürlich die Serienproduktion, nur bis das soweit ist, bin ich wahrscheinlich schon tot.

Wenn ich also jedenfalls der intelligenteste Mensch auf der gesamten Welt bin, gibt es logischerweise keinen Mann und, was in meinem Fall viel wichtiger ist, keine Frau, die schlauer oder geschweige denn mir zumindest ebenbürtig wäre. Demnach gibt es keine passende Partnerin für mich. Ich bin von der Natur dazu verdammt, für immer allein zu sein, für immer eine einsame, elitäre Existenz zu fristen, ohne geliebt zu werden und ohne selbst jemanden lieben zu können. So müßte sich auch Gott fühlen, würde er existieren.