Das geheimnisvolle Blog ins zauberhafte Nichts

13.03.2007 um 22:43 Uhr

Hütet Euch, Ihr Frauen !

von: Solus

Musik: Radiohead - How I Made My Millions

Ich habe neulich gelesen, daß Frauen vorallem deshalb gern und damit auch viel Schuhe kaufen, weil sich die Schuhgröße mit der Volljährigkeit nicht mehr ändert. Bei der Kleidung ist da jedes Mal die Angst da - bin ich dicker geworden, sodaß ich eine Nummer größer nehmen muß, und sollte ich demnächst zunehmen, dann passt mir das Kleid ja nicht mehr... Schuhe sind da viel besser. Da kann selbst die achtzigjährige Oma zum selben Schuhregal gehen, wie ihr achtzehnjähriges Pendant; vorausgesetzt natürlich, daß sie mit Achtzig Lenzen noch trendy Thigh High Boots im crazy Pink-Neondesign tragen möchte. Und auch, wenn es dann doch nur ein paar braune Olle-Oma-Stampfer werden, kann sich das Mütterlein dennoch über ihre konstante Schuhgröße freuen.

Als findiger Geschäftsmann und lebender Think-Tank, der ich ja bin (mein "Rollstuhlkids"-Konzept habe ich übrigens schon fast an den KIKA verkauft; zumindest wurde mir vor einem halben Jahr am Telefon von Bernd das Brot versichert, daß sie die Serie produzieren werden, sobald die nächste GEZ-Gebührenerhöhung durch ist), habe ich nun eine Idee entwickelt, mit der ich den bisherigen Modemarkt revolutionieren werde, und die mir natürlich auch viel Geld bringt.

Die Basis dieser Idee ist eine einfache Frage: Was, neben der Schuhgröße, verändert sich bei einer Frau ebenfalls nie ? Und meines erachtens heißt die Antwort darauf: Die Hut-Größe !
Nun gibt es zwar schon Frauenhüte, aber die werden hauptsächlich von alten Omas getragen (meinst in einer Farbe, die nicht zu ihren braunen Stampfern passt), oder von gelangweilten Aristokratinnen, wenn sie des Morgens die Pferderennbahn besuchen, um sich am Geruch von Pferdedung und Übergebenen zu ergötzen - verursacht von betrunkenen Männern, die am Abend zuvor ihren gesamten Monatslohn auf das falsche Pferd gesetzt und sich danach ihren Frust und die Angst vor der wütenden Ehefrau im Biere ertränkt hatten.
Im ganz alltäglichen Geschehen jedenfalls, vorallem bei den zahlwilligen, jüngeren Frauen sieht man hingegen kaum einmal einen Hut. Unserer Gesellschaft fehlt schlichtweg ein Hut-Kult, und solange die Hut-Industrie von ihrem bisherigen Kurs nicht abweicht, also weiterhin nur verrückte Kopfbedeckungen für Adlige und biedere Alte-Oma-Hüte produziert, wird sich da auch nichts ändern.

Und hier komme ich nun ins Spiel, denn ich möchte den Hut neu designen, ihm eine neue Form geben, die Frau einfach lieben wird. Die Grundidee dieses neuen Hut-Typs ist, daß er präsent, aber nicht überpräsent ist. Er soll das Frauenhaar nicht erdrücken, sondern es zieren. Der Hut2007 ist also eher eine Kappe, wie wir sie schon von den Rabbinern kennen; nur noch etwas dezenter. Dabei variert dieses Grundgerüst natürlich je nachdem, für welche Jahreszeit er geeignet ist. Der Sommerhut07 ist eher netzartig, damit der Kopf darunter nicht schwitzt, während der Winterhut07 luftundurchlässig ist und vor Kälte schützt. Und der Herbsthut07, dessen Konsistenz zwischen Sommer- und Winterhut07 liegt, besitzt an den Seiten zwei Stoffschnüre, um ihn zum Schutz vor Wind am Kopf festbinden zu können.
Das wirklich innovative Element ist aber die Hutspitze, die wie der Absatz eines Schuhs mehrere Zentimeter in die Höhe ragen kann und in ihrer Form ebenfalls variabel ist. Oben breit, oben schmal, unten breit, unten schmal - der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Und wie diese Fotomontage, in der ich Christina Ricci als mein Hutmodel mißbrauche, deutlich zeigt, kann der Hut07 auch ein schlankes Gesicht machen.

OBUB-Sommerhut07
Selbstbewußt, edel und einfach schön - Frau Ricci mit ihrem kaminroten OBUB-Sommerhut07.

Mit diesem Hutdesign werde ich, da bin ich mir sicher, alle Frauen auf der Welt motivieren, ihre Schränke mit meinen Kopfbedeckungen aufzufüllen, zumal im Gegensatz zum Schuh es sofort auffällt, wenn man einen Hut mehrmals trägt - ein modisches No-Go, das die Frauen dazu zwingen wird, unzählige Hüte zu kaufen. Drei bis vier Stück pro Woche mindestens, also über 200 im Jahr. Und sie werden bereit sein, dafür jeden Preis zu zahlen. 3.99 €, 5.99€, 6.99€ - der Preisspirale sind da keine Grenzen gesetzt.
Diese Idee wird mich garantiert reich machen, oder aber jeder nennt mich nur noch "Der verrückte Hutmacher", das wird die Zukunft zeigen. Ich bin aber auf jeden Fall zuversichtlich, daß meine Vision von den behüteten Frauen Wirklichkeit wird.

08.03.2007 um 23:22 Uhr

So hübsch, daß ich American Idol gewinnen könnte

von: Solus

Musik: Joanna Newsom - only skin

Auf der Datenautobahn geht es mir wie damals in der Schule - interessante Neuigkeiten erfahre ich immer zuletzt. Darum hoffe ich mal, daß ich mit dem Beitrag nicht einen total alten Internet-Hut aus der Schublade ziehe, den schon jeder kennt. Die Rede ist von der Seite www.myheritage.com, genauer gesagt deren dort angebotene "Face Recognition"-Funktion. Einfach ein Foto von sich hochladen, sich auf der Seite kurz registrieren (muß scheinbar nicht mal eine echte EMail-Adresse sein), und schon verrät einem die Seite, welchen prominenten Menschen man ähnlich sieht. Die Ergebnisse sind kurios, amüsant, aber durchaus auch interessant, scheint hinter den Vergleichen doch tatsächlich ein System zu stecken, obwohl man das wahrscheinlich kaum glauben möchte.
Ging mir zumindest anfangs so, als ich sah, welchen Prominenten ich ähnlich sehen soll - Dakota Fanning zum Beispiel, oder Alice Cooper. Ein kleines Mädchen und ein Rock-Zombie, wenn man nicht gerade selbst ein kleines Mädchen oder ein Rock-Zombie ist, möchte man mit solchen Leuten eigentlich ja lieber nicht verglichen werden. Desweiteren soll ich auch Kelly Clarkson und Nick Carter ähnlich sehen. Mein Gesicht ist boygroup-tauglich, das ist immerhin etwas. Mit 68% auf Platz 1 sehe ich aber angeblich John Edwards sehr ähnlich, ein amerikanischer Senator, der nächstes Jahr Präsident werden will, aber wohl schon beim Vorentscheid an Frau Clinton scheitern wird. Vom Foto her finde ich das eher nicht, und auch die restlichen Vergleiche wirken doch sehr wahlos. Daß aber doch irgendwas dahinterstecken könnte, offenbarte der nächste Durchlauf mit dem Foto meines Vaters, dem ich sehr ähnlich sehen soll. Behauptet zumindest immer meine Mutter, und zwar verdächtig oft. Als Ergebnis wählte das Programm zwar völlig andere Prominente aus, darunter Christopher Walken und Puff Daddy, aber auch Keith Moon, und das hat mich erstaunt, denn letztes Jahr zu Silvester meinte der Vater eines guten Freundes zu mir, daß ich genau wie eben dieser inzwischen verstorbene TheWho-Drummer aussehen würde. Zufall oder Zufall ?

Ganz hart hat es übrigens meine Mutter getroffen. Erst einmal wurden nur prominente Männer vorgeschlagen, was für eine nicht mehr ganz so junge Frau nur bedingt schmeichelhaft ist, und darunter waren dann Leute wie Ariel Sharon und Erwin Rommel...

04.03.2007 um 10:10 Uhr

Das ICQ-Problem

von: Solus

Musik: The Notwist - Pick up the Phone

Wie funktioniert eigentlich Chatten mit fremden Leuten ? Das frage ich mich nun schon seit ein einhalb Jahren.
Solange habe ich sie schon in meiner ICQ-Liste stehen. Eine zufällige Internet-Bekanntschaft, die mich nach meiner Nummer fragte, weil sie meinte, ich könnte ja ein netter Gesprächspartner sein. Bin ich auch, aber zu einem netten Gespräch zwischen uns ist es nie gekommen, denn was soll man mit jemanden bereden, den man überhaupt nicht kennt ? Das erste Gespräch lief in etwa so ab: "Hallo" - "Hallo. Wie gehts ?" - "Gut. Und selbst ?" - "Geht so. Und was machst Du gerade so ?" - "Mit meinem Atari-Emulator die Zeit totschlagen." - "Sagt mir nichts." - "Tja. Und was machst Du ?" - "Ein Midi-File anhören." - "Aha.". Es kam wohl noch heraus, daß es sich bei dem Midi-File um das Lied handelt, was Lisa Simpson in der Folge mit dem Atomkraftwerk-Streik singt. Dann ging mein Gegenüber auch schon überraschend offline - im Grunde sogar völlig zurecht, denn es gab halt nichts zu erzählen.
Und damit verbunden ist gleich das nächste Problem: Wie will man wissen, wann ein fremder Mensch Zeit dafür hat, ein inhaltsloses Gespräch zu führen ? Ich bin ja in der Beziehung generell sehr passiv, denn im Gegensatz zu mir haben die restlichen Menschen auf der Welt so etwas wie ein Leben; so mit Schule/Beruf, Freunde treffen, Dinge unternehmen, aber auch sich mit daraus resultierenden Problemen herumschlagen. Darum ist die Wahrscheinlichkeit astronomisch hoch, daß wenn ich mit einem wildfremden Menschen ein Gespräch anfangen will, der höchstwahrscheinlich gerade etwas viel Besseres zutun hat. Freunde kann man stören, weil sie sich dann für einen Zeit nehmen, und da man sich kennt, hat man ja sogar etwas zu bereden. Aber so ein fremder Mensch, den man gar nicht kennt, und den man mit all den belanglosen Sätzen, die man sich während des ICQ-Gesprächs dann hin und her schickt, auch niemals besser kennenlernen wird, wann will man denn was mit dem besprechen ? Und warum eigentlich ? Eine komplizierte Sache.

Nach zwei weiteren "Gesprächen" mit der Internet-Bekanntschaft kam es übrigens zu einem Kommunikations-Stop; vielleicht ja, weil sie wollte, daß ich auch mal sie zuerst anschreibe. Aber das ist, wie man sieht, vorerst nicht drin. Wobei es mich schon einmal interessieren würde, warum sie mich nach ein einhalb Jahren gegenseitiges Anschweigen immer noch nicht aus ihrer Liste gelöscht hat. Das wäre ja sogar mal ein Thema für ein Gespräch. Und da sie jetzt wahrscheinlich inzwischen studiert, sollte sie Nachmittags ja doch Zeit haben - ich könnte sie also tatsächlich mal anschreiben. Stellt sich nur noch eine weitere Frage: Was sage ich zuerst zu einem wildfremden Menschen, mit dem ich über so eine lange Zeit hinweg nicht mehr geredet habe ? Über dieses Problem werde ich wohl erst noch ein paar Monate nachdenken müssen.