Das geheimnisvolle Blog ins zauberhafte Nichts

29.04.2007 um 19:01 Uhr

Damals

von: Solus

Es ist mal wieder soweit. Hier und jetzt dürft Ihr, meine lieben, elitären Blogbesucher, die Weltpremiere meines neuen musikalischen Meisterwerkes miterleben...

Und da jetzt wahrscheinlich nur noch diejenigen mitlesen, die noch nie etwas von mir hören durften, denn alle anderen haben nach dem ersten Satz verständlicherweise sofort die Seite geschlossen und den Computer ausgeschaltet, noch ein einmal kurz der Hinweis "Ja, ich weiß, daß ich nicht singen kann." - Gut, ansonsten hat mein wunderbares Lied im Testlauf mit einem guten Freund schon viel Lob bekommen. "ziemlich schlageresk" hieß es da, "ab der dritten Minute versteht man nichts mehr !" und auch "Das andere Lied von Dir ist besser - da hast Du Deine stimmlichen Grenzen nicht so hemmungslos ignoriert.". Kurz gesagt, "Damals" ist einfach ganz wunderbar, und Ihr alle dürft Euch jetzt selbst davon überzeugen. Bitteschön...

Damals

26.04.2007 um 06:56 Uhr

Insidergag

von: Solus

Musik: Toto - The Floating Fat Man

Ich befürchte kein Mensch schmeißt sich da weg, denn entweder man kennt es nicht, oder man erkennt es nicht.Dune

19.04.2007 um 17:09 Uhr

Der alte Mann

von: Solus

Der alte Mann saß zufrieden in seinem Schaukelstuhl und blickte starr auf die ruhige See. Sein langer, weißer Bart floss langsam, aber stetig an seinem hellgrauen Wollpullover entlang, bis hinunter zu den abgetragenen Filzpantoffeln, die er auf die Oberseite der gebogenen Kufen des Holzstuhls gestellt hatte, um nicht die Kälte an seinen Füßen spüren zu müssen, die noch nicht von der morgentlichen Sonne aus dem Steinboden vertrieben worden war. Entspannt zog er an seiner hölzernen Meerschaumpfeife und blies grauen Rauch in die Luft, der trotz der vorherrschenden Windstille recht schnell verflog und so nur kurz den Blick auf das Meer, die Wellen und die Möwen versperrte.
Plötzlich erschien ein weißer Schmetterling, wahrscheinlich ein Kleiner Kohlweißling, und flatterte fröhlich vor den Augen des alten Mannes herum, der daraufhin dem Falter ganz behutsam seine rechte Hand entgegenstreckte. Und tatsächlich setzte sich der Schmetterling auf die zittrige Hand des Alten, sodaß er das zutrauliche Tier näher an seine müden Augen halten konnte, um es besser betrachten zu können. "Viel zu wenig dran, als daß ich davon satt werden könnte." murmelte der alte Mann in seinen Bart hinein, zog mit der linken Hand die Pfeife aus seinem Mund und blies dem Schmetterling eine beachtliche Menge Rauch ins Gesicht. Dieser hustete sogleich und übergab sich auf die knöchrige Hand des Mannes, der jetzt schon etwas lauter "Scheiß Vieh !" fauchte, das Faltertier von seiner Hand schüttelte und Selbige dann an seinem Pullover abwischte. Nur anstatt sich damit vom Erbrochenen des Schmetterlings zu befreien, blieben mehrere kleine, graue Fusseln des Pullovers an der Hand kleben, was den alten Mann noch mehr ärgerte.

In dem Moment erschienen drei fremde Personen, die soeben die Terrasse betreten hatten und nun direkt vor dem Schaukelstuhl stehen blieben. "Das hier ist Herr Eberhardt," sagte einer der drei Fremden, ein noch recht junger Mann, der einen weißen Kittel trug und sich einem zweiten, etwas älteren Herrn zugewandt hatte. "Sie kennen ihn ja schon aus meiner Präsentation. Der Patient ist 82 Jahre alt, vor fünf Jahren wurde die Demenz festgestellt und seit drei Jahren ist er in unserer Klinik zu Gast. Vor einem halben Jahr haben wir mit der Schaukelstuhl-Therapie begonnen und konnten seitdem die tägliche Dosis an Antidepressiva um mehr als 40 Prozent reduzieren." Der andere Mann beugte sich zum Alten hinunter, sagte laut und deutlich "Guten Tag, Herr Eberhardt." und fragte auch noch "Geht es Ihnen gut ? Ja ?" Der Alte streckte dem Mann aber nur behutsam seine rechte Hand entgegen, der dem Alten daraufhin ins Gesicht lächelte, nach der Hand griff, sie schüttelte, und nach dem Loslassen feststellen mußte, daß nun plötzlich ein paar Fusseln an seiner Hand klebten.
"Ach, das tut Herr Eberhardt sehr oft." erklärte die dritte Person, eine etwas dickliche Frau, ebenfalls weiß gekleidet. "Er spuckt sich auf die Hand, reibt damit an seinem Pullover, bis er ganz viele Fusseln drankleben hat und behauptet dann, das hätte ein Schmetterling getan." - "Aha, interessant." entgegnete der Mann und blickte mit einem leicht säuerlichen Blick auf seine klebrige Hand. "Dahinten können Sie sich die Hände waschen." erklärte der junge Mann leicht nervös und führte den Fremden von der Terrasse, dabei noch schnell der Frau einen bösen Blick zuwerfend, die den beiden mit einem Schritt Abstand folgte.

Der alte Mann war nun wieder allein, blickte starr auf die ruhige See und wippte dabei zufrieden mit seinem Schaukelstuhl. Entspannt zog er an seiner hölzernen Meerschaumpfeife und blies grauen Rauch in die Luft, der trotz der vorherrschenden Windstille recht schnell verflog und so nur kurz den Blick auf das Meer, die Wellen und die Möwen versperrte. Ein weißer Schmetterling, wahrscheinlich ein Kleiner Kohlweißling, saß etwas abseits auf dem Terrassengeländer und kicherte leise vor sich hin.

13.04.2007 um 23:14 Uhr

Briefverkehr

von: Solus

Musik: Final Fantasy - None of you will ever see a penny

Werte Deutsche Filmförderung,

Mit diesem Schreiben möchten wir, die Solusinema GmbH, von Ihnen eine beträchtliche Summe Geld beantragen, um damit unser Filmprojekt "Husch Husch, ab in den Busch !!!" produzieren zu können.
Dabei handelt es sich um einen sogenannten 3D-Animationsfilm, wie sie zu Dutzenden pro Jahr in den USA hergestellt werden. Deutschland hat in der Beziehung leider den Trend verpasst, aber noch ist nicht alles verloren, denn mit unserem Projekt wird auch endlich das deutsche Kino in das lukrative Geschäft des modernen Kindertrickfilms einsteigen. Neben der schon jetzt sicheren, hohen Einspielsumme, denn die Kinder von heute lieben 3D-Animationsfilme, bietet dieses Vorhaben außerdem den Vorteil, daß wir im Gegensatz zu den amerikanischen Produkten auf Qualität setzen und einen pädagogisch wertvollen Film produzieren können. An dieser Stelle möchte ich Ihnen auch gleich die Story vorstellen:
"Husch Husch, ab in den Busch !!!" handelt von Bruno dem Braunbären, einer Ameise namens Chat, sowie Loretta der Ameisenbärin. Bruno, der gemütlich im Wald sein Dasein fristet, sieht sich plötzlich mit dem hektischen Chat konfrontiert, der in Brunos Fell Schutz vor Loretta sucht. Plötzlich taucht ein kleines Menschenbaby auf und den Dreien wird klar - es wurde im Wald vergessen. Chat drängt den grummeligen, aber herzensguten Bären dazu, das Kind in die Stadt zurückzubringen, und Loretta schließt sich den beiden an, um in einem günstigen Moment vielleicht doch noch Chat fressen zu können. So erleben die drei Tiere eine abenteuerliche Reise, treffen auf viele schräge Nebencharaktere und meistern die verschiedensten Probleme, wie z.B eine turbolente Rutschpartie in einer Höhle oder auch das Zusammentreffen mit einem Rudel Eichhörchen. Damit verbunden ist übrigens die Schlüsselszene des Films, eine vierminütige Tanzeinlage unterlegt mit einem modernen Technoremix des 2Unlimited-Klassikers "Tribal Dance", der natürlich mit Erscheinen des Films als Klingelton vermarktet werden wird.
In einer Nebenhandlung erfährt der Zuschauer außerdem, daß Bruno währendessen von einem Jäger verfolgt wird, der im Finale des Films von unseren drei tierischen Helden in die Flucht geschlagen wird - hier setzt die pädagogische Funktion des Films ein. Einmal sind aus den drei unterschiedlichen Tieren inzwischen Freunde geworden, und zum anderen wird den Zuschauern auch vermittelt, daß Töten nicht gut ist, und daß man sich lieber gegenseitig helfen soll.
HuschBusch
2D-Skizze der Hauptcharaktere: Bruno, Chat, Loretta und das Baby

Die Präsentation von "Husch Husch, ab in den Busch !!!" wird natürlich keine Wünsche offenlassen. Ganz bewußt werden wir den Film nach den modernsten Methoden des internationalen Film-Makings erstellen, uns also am amerikanischen Kino orientieren. Das heißt in der Praxis z.B. schnelle Schnitte - keine Einstellung wird länger als zwei Sekunden dauern, sowie generell hauptsächlich geschwindigkeitsbetonte, aktionreiche Szenen. Positiv hervorzuheben ist auch der moderne Humor des Films, denn neben klassischem Slapstick bietet der Film auch gelungene Parodien auf zeitgenössige Filme, wie z.B. "Matrix" oder "Titanic", sodaß auch die Eltern, die ihre Kinder in die Lichtspielhäuser bekleiden, gut unterhalten werden.
Damit der Humor auch wirklich funktioniert, haben wir für "Husch Husch, ab in den Busch !!!" auch schon eine Liste mit Wunschkandidaten für die Synchronisation erstellt. Deren Realisierung hängt natürlich davon ab, wieviel Fördergeld Sie uns zur Verfügung stellen. So würden wir z.B. gern Armin Rohde als Bruno engagieren, sowie Synchronprofi Ben als Chat und, damit auch die Jugendlichen den Film anschauen, LaFee als Loretta. Außerdem hätten wir für weitere Nebenrollen gern Erkan und Stefan (als zwei kiffende Hirsche), Johann König (als verrückter Hase), Gülcan (als riesige, fleischfressende Pflanze), sowie Verona Feldbusch (als hysterische Feldmaus).

HuschBusch2
2D-Skizze eines Szenenbildes. Schauspielerin Gülcan könnte der Pflanze die Stimme leihen.

Der Hauptanteil Ihres Fördergeldes wird aber natürlich für die technische Umsetzung des Films benötigt. Wir sind bereits im Besitz eines modernen Personalcomputers (Amiga500+), sowie der 3D-Software "Maxon Cinema 4D" (Shareware-Version, aber freigeschaltet). Damit sollten wir vorrausichtlich in der Lage sein, mit modernen amerikanischen Produktionen mithalten zu können. Die Zuschauer werden begeistert von der Tatsache sein, daß Filme in der Qualität von "Toy Story" auch in Deutschland möglich sind. Für die Realisierung benötigen wir jedoch noch einen sogenannten "3D-Grafiker", und da haben wir auch schon Einen gefunden, der jedoch 1.000.000€ pro Monat verlangt. Die Produktionsdauer schätzt er übrigens auf 3 Jahre, sodaß wir folgenden Kostenschlüssel errechnet haben:

Grafiker: 36 Monate x 1.000.000€ = 36.000.000 €
Synchronisation: 500.000 €
Produktionsmanagement, Drehbuch, Verpflegung, Strom für den Personalcomputer: 500.000 €
Gesamtkosten: 37.000.000 €

Bitte überweisen Sie diese Summe umgehend, damit die Erfolgsgeschichte "Husch Husch, ab in den Busch !!!" ihren Lauf nehmen kann.

Mit freundlichen Grüßen,
Solusinema GmbH. Chemnitz



Antwortschreiben:

Sehr geehrte Solusinema GmbH,

Das Komitee für die Vergabe von Fördergeldern ist äußerst begeistert von Ihrem Vorhaben.
Leider haben wir aber schon das gesamte Jahresbudget in eine italienische Adaption der Erfolgskomödie "Die nackte Kanone" investiert, damit dort Till Schweiger eine Leiche spielen darf und so sein Status als internationaler Filmstar ausgebaut wird. Das Geld für die nächsten 3 Jahre ist im übrigen ebenfalls schon für Till Schweiger, sowie den dritten Teil der "Wixxer"-Reihe verplant. Man möchte zwar denken, daß die sich nach den hohen Einspielergebnissen von Teil 1 und 2 selbst finanzieren könnten, aber...das ist irgendwie nicht der Fall. Na egal, wir haben Sie und Ihr ambitioniertes Projekt jedenfalls für 2011 vorgemerkt, und sofern wir kein noch vielversprechenderes Projekt vorgestellt bekommen, werden Sie dann die nötige Summe erhalten.

Mit freundlichen Grüßen,
Die Deutsche Filmförderung

05.04.2007 um 15:05 Uhr

Eine Beobachtung

von: Solus

Musik: Beck - The Information

Eine Nachricht, vier Schlagzeilen.

ZDF,MDR: Iran: Britische Soldaten frei
ARD,RTL: Iran läßt Briten frei
SAT.1: Iran-Geiseln bald in Heimat
Pro7: Iran läßt britische Matrosen frei / Kabel1: Teheran: Matrosen wieder frei

Entnommen aus dem jeweiligen Videotext des Senders.

Daß ARD und RTL den Soldaten ihren Beruf aberkennen, sollte man wahrscheinlich nicht überinterpretieren; das wird nicht absichtlich geschehen sein. Aber die Formulierungen in den VTs der Pro7Sat1-MedienAG-Sender sind doch schon ziemlich auffällig, zumal der Begriff "Matrose" dort vor ein paar Tagen schon einmal zum Einsatz kam und in Sat.1 zumindest auch jetzt noch von Geiseln die Rede ist. Gab es hier einen Befehl von "Oben", den militärischen Zwischenfall in eine zivile Geiselnahme umzudichten, oder versucht sich da nur Chefredakteur Jens Teschke an der Beeinflussung der öffentlichen Meinung ?