Musik: David Bowie - Ashes to Ashes
Sicherlich haben die Meisten schon davon gehört: James Doohan wurde verbrannt und dann ins All geschossen. Davor ist er natürlich noch ganz normal gestorben, nur weil der Gute vor unzähligen Jahren im amerikanischen Fernsehspiel "Star Trek: Raumschiff Enterprise" als "Scotty" den Maschinenraum eines Plastik-Raumschiffs unsicher machte und diese Rolle ein Leben lang an ihn hängenblieb, hatte sich seine Familie für ihn eine Weltraum-Bestattung ausgesucht.
Das klingt natürlich erst einmal nach einer originellen und wirklich schönen Idee, nur in der Praxis sieht es für den Weltraumbestatteten schlichtweg so aus, daß nur ein Teil seiner Asche in ein winziges Gefäß gefüllt wird, der Rest kommt nämlich brav unter die konventionelle Erde, und dieses Gefäß wird dann zusammen mit 200 anderen winzigen Asche-Kapseln per Rakete ins All geschossen, nur um nach ein paar Minuten am Fallschirm hängend wieder auf die Erde zurückzukehren. Die Transportfirma sammelt die Ladung ein und übergibt die Asche samt einem Video vom Raketenstart an die Verwandten - Transaktion beendet.
Von der romantischen Vorstellung, die Asche würde ins unendliche All hinaustreiben, ist das alles also Lichtjahre entfernt, wobei zumindest ursprünglich ja mal geplant war, daß die Kapsel mit der Asche beim Rückstürz verglühen würde. Das war 2005 - in diesem Jahr ist James Doohan nämlich schon gestorben. Nur mußte der Raketenstart damals auf Grund technischer Probleme mehrfach verschoben werden, oder die Witwe wollte nicht an den zu weit entfernten Raketenstartplatz reisen, was sich aber als gute Entscheidung herausstellte, nachdem diese Rakete nach einer halben Minute abgestürzt war.
Nach knapp zwei Jahren fand aber nun endlich die Beerdigung statt. Am 28.April wurde Scotty, also ein Teil seiner verbrannten Überreste, erfolgreich ins All geschossen und landete...ja, irgendwo wird die Kapsel wohl schon gelandet sein. Nur wo dieses Himmelsfahrtkommando sein Ende fand, läßt sich, wie vor zwei Tagen ans Licht kam, dummerweise nicht mehr feststellen. Im Gebiet der sogenannten "White Sands Missile Range" soll der Fallschirm heruntergekommen sein, soviel kann man noch sagen, nur auf Grund des bergigen Geländes werden jegliche Radiowellen reflektiert, wodurch eine Ortung der Kapsel unmöglich wird. Hätte man natürlich auch früher mal daran denken können, aber die Veranstalter der "Weltraum"-"Bestattung" hatten ihren Fokus auf Grund der Pannenserie wohl mehr auf das Hinaufschießen gerichtet, als auf das Wieder-Herunterkommen.
Es ist natürlich davon auszugehen, daß unzählige Trekkies in das Absturzgebiet reisen werden, um die verlorene Kapsel zu suchen. So ein prunkvoller Altar mit echter Scotty-Asche möchte ohne Frage jeder pickelige, übergewichtige Vierzigjährige in seinem abgedunkelten Kinderzimmer stehen haben, und wenn nicht, dann kann man die Mini-Urne auch noch bei EBay versteigern. Ist zwar nicht die Asche von Captain Kirk, aber ein paar Dollar sollte es dafür schon geben.
Und apropos Kirk, vielleicht können wir ja aber auch bald auf youtube ein selbstgedrehtes Video von William Shatner bestaunen,
wie er sich mit Walter Koenig und Co. in das bergige Gebiet aufmacht, um nach Scottys Überresten zu suchen, jedoch verblüffenderweise auf einen jugendlichen James Doohan trifft, der innerhalb weniger Stunden um Jahre altert...