Das geheimnisvolle Blog ins zauberhafte Nichts

20.05.2007 um 04:12 Uhr

En Taro Adun

von: Solus

Zur Feier des Tages eine kleine Scherzfrage, die mir vor Jahren in einer langweiligen Mathematik-Vorlesung einfiel:

Welche Gute-Nacht-Geschichte liest Bill Roper Abends seinen Kindern vor ?

Antwort: Schneewittchen und die sieben Zerge

Ha, ich sehe jetzt gerade dutzende Leser vor mir, die ratlos mit den Schultern zucken. In Südkorea würde mir diese kleine Schelmerei sofort Unmengen an Ruhm und Ehre verschaffen, aber hier bin ich mal wieder nur der Unverstandene. Ärgerlich.

14.05.2007 um 06:05 Uhr

Eine Frage der Perspektive

von: Solus

Musik: The Flaming Lips - The Sound of Failure...

Ich habe einen neuen Lieblingspolitiker - Thomas Röwekamp, Spitzenkandidat der Bremer CDU.
Bei der Wahl gestern mußten die Christdemokraten mehr als 4% Verluste hinnehmen, erreichten nicht einmal 30% und werden höchst wahrscheinlich nicht mehr in der Regierung sein. Röwekamps Reaktion darauf im ARD-Interview war folgende: "Ich glaube, daß es ein Fehler war, daß die Sozialdemokraten sich trotz der gemeinsamen Erfolge der letzten Jahre nicht festgelegt haben, auf die Fortsetzung dieser Regierung. [...] Daß die SPD sich nicht festgelegt hat, hat viele Wählerinnen und Wähler verunsichert, die ansich glauben, daß Bremen einen guten Weg gegangen ist."
Das ist doch mal eine Antwort ! Der Fehler lag nicht bei uns, nein, der lag beim Gegner. Wenn die SPD eine andere Strategie gewählt hätte, wären wir jetzt viel stärker, und die viel schwächer. Aber so kann ich auch nichts dafür, wenn die so einen Mist machen...
Einfach aber genial, diese Strategie. Wir sollten uns Thomas Röwekamp alle zum Vorbild nehmen und bei der nächsten Niederlage einfach mal die Persektive wechseln und von diesem neuen Standpunkt heraus die Welt umdefinieren. Da heißt es nicht mehr "Ich wurde gefeuert, weil ich faul war.", nein, ab sofort heißt es "Ich wurde gefeuert, weil mein Chef den Fehler gemacht hat, von mir Enthusiasmus für die Arbeit zu erwarten.". Funktioniert natürlich auch für Schüler. Auf die Frage des zornigen Vaters, wieso man eine 6 in der Geschichtsarbeit hat, antwortet man einfach "Der Lehrer hat leider den Fehler gemacht, Fragen zu stellen, auf die ich keine Antwort wußte.". Sogar "Also Herr Richter, was kann ich denn auch dafür, daß das Opfer einfach gestorben ist, als ich das Messer in seine Brust gerammt habe !" funktioniert. Dieser kleine Trick macht das Leben so viel schöner und erspart einem jegliche Fehleranalyse, wenn mal wieder etwas schief gegangen ist. Also, ab sofort...

10.05.2007 um 08:46 Uhr

Die letzte Reise

von: Solus

Musik: David Bowie - Ashes to Ashes

Sicherlich haben die Meisten schon davon gehört: James Doohan wurde verbrannt und dann ins All geschossen. Davor ist er natürlich noch ganz normal gestorben, nur weil der Gute vor unzähligen Jahren im amerikanischen Fernsehspiel "Star Trek: Raumschiff Enterprise" als "Scotty" den Maschinenraum eines Plastik-Raumschiffs unsicher machte und diese Rolle ein Leben lang an ihn hängenblieb, hatte sich seine Familie für ihn eine Weltraum-Bestattung ausgesucht.
Das klingt natürlich erst einmal nach einer originellen und wirklich schönen Idee, nur in der Praxis sieht es für den Weltraumbestatteten schlichtweg so aus, daß nur ein Teil seiner Asche in ein winziges Gefäß gefüllt wird, der Rest kommt nämlich brav unter die konventionelle Erde, und dieses Gefäß wird dann zusammen mit 200 anderen winzigen Asche-Kapseln per Rakete ins All geschossen, nur um nach ein paar Minuten am Fallschirm hängend wieder auf die Erde zurückzukehren. Die Transportfirma sammelt die Ladung ein und übergibt die Asche samt einem Video vom Raketenstart an die Verwandten - Transaktion beendet.
Von der romantischen Vorstellung, die Asche würde ins unendliche All hinaustreiben, ist das alles also Lichtjahre entfernt, wobei zumindest ursprünglich ja mal geplant war, daß die Kapsel mit der Asche beim Rückstürz verglühen würde. Das war 2005 - in diesem Jahr ist James Doohan nämlich schon gestorben. Nur mußte der Raketenstart damals auf Grund technischer Probleme mehrfach verschoben werden, oder die Witwe wollte nicht an den zu weit entfernten Raketenstartplatz reisen, was sich aber als gute Entscheidung herausstellte, nachdem diese Rakete nach einer halben Minute abgestürzt war.
Nach knapp zwei Jahren fand aber nun endlich die Beerdigung statt. Am 28.April wurde Scotty, also ein Teil seiner verbrannten Überreste, erfolgreich ins All geschossen und landete...ja, irgendwo wird die Kapsel wohl schon gelandet sein. Nur wo dieses Himmelsfahrtkommando sein Ende fand, läßt sich, wie vor zwei Tagen ans Licht kam, dummerweise nicht mehr feststellen. Im Gebiet der sogenannten "White Sands Missile Range" soll der Fallschirm heruntergekommen sein, soviel kann man noch sagen, nur auf Grund des bergigen Geländes werden jegliche Radiowellen reflektiert, wodurch eine Ortung der Kapsel unmöglich wird. Hätte man natürlich auch früher mal daran denken können, aber die Veranstalter der "Weltraum"-"Bestattung" hatten ihren Fokus auf Grund der Pannenserie wohl mehr auf das Hinaufschießen gerichtet, als auf das Wieder-Herunterkommen.

Es ist natürlich davon auszugehen, daß unzählige Trekkies in das Absturzgebiet reisen werden, um die verlorene Kapsel zu suchen. So ein prunkvoller Altar mit echter Scotty-Asche möchte ohne Frage jeder pickelige, übergewichtige Vierzigjährige in seinem abgedunkelten Kinderzimmer stehen haben, und wenn nicht, dann kann man die Mini-Urne auch noch bei EBay versteigern. Ist zwar nicht die Asche von Captain Kirk, aber ein paar Dollar sollte es dafür schon geben.
Und apropos Kirk, vielleicht können wir ja aber auch bald auf youtube ein selbstgedrehtes Video von William Shatner bestaunen, wie er sich mit Walter Koenig und Co. in das bergige Gebiet aufmacht, um nach Scottys Überresten zu suchen, jedoch verblüffenderweise auf einen jugendlichen James Doohan trifft, der innerhalb weniger Stunden um Jahre altert...