Someone elses paradise

30.10.2006 um 21:54 Uhr

Green Hell Blog Tour, zum dritten

Stimmung: gut drauf
Musik: Piero Mazzocchetti&Lyn Liechty - L'eternita

Regeln hier.

Das Thema ist diesmal wieder ein allgemeines: Jahreszeiten. Die einen mögen es sengendheiß und liegen am liebsten im Sommer am Strand, die anderen verlieben sich jedes Jahr neu in den Frühling oder genießen das herbstliche Wetter bei einem Spaziergang. Oder ist gar der Winter eure liebste Jahreszeit? Und warum? Schreibt über alles, was euch zu dem Thema einfällt.

 

Januar, Februar, März, April,
die Jahresuhr steht niemals still.
Januar, Februar, März, April,
die Jahresuhr steht niemals still.

Mai, Juni, Juli, August
weckt in uns allen die Lebenslust.
Mai, Juni, Juli, August
weckt in uns allen die Lebenslust.

September, Oktober, November, Dezember,
und dann, und dann 
fängt das Ganze schon wieder von vorne an. 

("Die Jahresuhr" von Rolf Zuckowski)

 

In diesem Lied von dem bekannten Sänger Rolf Zuckowski geht es zwar nicht um die Jahreszeiten, aber was wären die ohne die Monate? *grins*

Mir, als Erzieherin, ist dieses Lied sofort in den Sinn gekommen, als ich an das Thema der dritten Blogtour gedacht habe und es sollte als Einstieg dienen, denn ich habe bisher noch keine wirkliche Ahnung was ich schreiben soll.

Ich kann jeder Jahreszeit etwas abgewinnen, finde bei jeder Vor- und Nachteile, aber eigentlich mag ich den Frühlich schon am Liebsten (der wäre perfekt, wenn ich keinen Heuschnupfen hätte!). Alles blüht wieder auf, es wird wärmer draussen, die Tage sind länger hell...was will man mehr?  Das ist für mich nach dem kalten und düsteren Winter immer besonders wichtig, da ich gegen Ende des Winters schon fast in Depressionen verfalle. Ich merke dann richtig, wie sehr mir die Sonne und deren Wärme fehlt. Es ist im Frühlich nicht zu heiß und nicht zu kalt, zumindest sollte es das nicht sein und die Leute kriechen aus ihren Löchern, sind mehr draussen und wirken oftmals freundlicher.

Der Sommer ist mir, ehrlich gesagt, zu heiß...mein Kreislauf mag so eine extreme Hitze nicht und macht dann schlapp. Alles was über 28° liegt finde ich abartig und unzumutbar. Als wir einen Sommer in den Niederlanden Urlaub gemacht haben, hat es mir richtig gut gefallen. Wir hatten uns ein Boot gemietet und dann vorne am Bug liegen, den Fahrtwind um die Nase spüren und die Sonne aufs Gesicht scheinen lassen. So lässt sich der Sommer ertragen! 

Herbststimmung kommt bei mir immer auf, wenn ich den bunten Blätterwald sehe und mich an den vielen verschiedenen Farben erfreue. Auch der Herbst hat noch viele schöne Sonnentage und die Temperaturen sind meisten in Ordnung.

Der Winter...das ist so eine Sache. Einerseits natürlich die tollste Jahreszeit, denn dann habe ich ja Geburtstag ;), aber für mich als Frostbeule meistens zu kalt. Wobei, wenn ich mit einem heißen Tee in eine Decke gehüllt auf dem Sofa sitze und der Kamin an ist und  ich dabei noch eine tolle DVD schaue *schwärm* - das ist auch etwas, was ich sehr liebe. Trotzallem fehlt mir der Schnee. Hier bleibt der Schnee, wenn ich Glück habe, mal ein, zwei Tage liegen und dann ist es nur noch eine braune Matschbrühe. Mit einer weißen Schneedecke vor der Tür könnte ich diese kalten Tage auch besser überstehen, denn, was sagen "wir" Erzieherinnen immer: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung! *lach*

Und mit dieser Weisheit, die sich jetzt jeder zu Herzen nehmen kann, der will, werde ich noch auf meine Vorgängerin Nyria hinweisen und auch den Link zu Missy setzen, die nach mir an der Reihe ist! 

Euch allen einen schönen Winter, hoffentlich mit viel, viel Schnee :)

 

30.10.2006 um 15:19 Uhr

Nur mal wieder ein Lebenszeichen

Stimmung: müde, aber ich fühle mich ganz gut
Musik: Beatles - Let it be

Ich habe mich lange nicht gemeldet wollte einfach mal wieder einen kurzen Blogeintrag schreiben.

Unglaublich, aber wahr: ich darf wieder normale Schuhe tragen *freu* Meine Freude wurde jedoch getrübt, da mir alle meine Schuhe nicht passen, immerhin ist der rechte Fuß immer noch sehr angeschwollen. Was zur Konsequenz hatte, dass ich mir neue Schuhe kaufen musste und das sehr schnell. Ich hatte ja letzten Mittwoch nochmals einen Kontrolltermin in der Klinik und am Tag drauf sollte ich schon zu meiner neuen Arbeitsstelle. Es mussten also schnell neue Schuhe her, eine Nummer größer. Ich und Schuhe, das ist so ein Thema. Ich hasse es Schuhe einkaufen zu gehen, denn ich finde nie welche, die mir gefallen. Alle Schuhe, die ich gerne und bis zum bitteren Ende getragen habe, waren Spontaneinkäufe oder aus dem Katalog. Aber, ich kann es immer noch nicht glauben, ich habe auf Anhieb welche gefunden, die mir gefallen und bequem sind (rechts passen sie relativ gut und links ist der Schuh nicht allzu groß). Aber sie waren teuer, so viel Geld wollte ich nicht ausgeben, hatte nur diemal keine andere Wahl.
Das Laufen fällt jetzt natürlich wieder schwer, ist plötzlich wieder ein ganz anderes Gefühl, aber jetzt kann es nur noch aufwärts gehen!

Der Konzeptionstag am Donnerstag in der Kita war soweit ganz gut. Ich konnte nicht viel sagen, da ich mit den ganzen Infos ein wenig überfordert war, immerhin habe ich noch keinen Tag dort gearbeitet. Ich denke aber, dessen waren sich alle Kollegen bewusst. Die Kollegen sind alle sehr nett, das Haus ist schön und bin ich sehr gespannt wie es am Mittwoch, bei meinem ersten offiziellen Arbeitstag wird. Pech hatte ich nur mal wieder, dass ich Freitag nicht zum zweiten Konzeptionstag gehen konnte, weil mich eine Magen-Darm-Grippe erwischt hat. Ich hing den Morgen über der Kloschüssel und fand diesen Eindruck, den ich ansonsten gemacht hätte, nicht so passend für den zweiten Arbeitstag.

Da ich heute eh wieder einen Termin bei Lori, meiner Heilpraktikerin, hatte, hat sie extra deswegen etwas gemacht - Akupunktur. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass man so toll entspannen kann, wenn man so viele kleine Nadeln im Körper hat. Immerhin hasse ich Spritzen und Nadeln und alles was piekst. Aber ich spüre bei jeder Akupunktursitzung wie super das ist, Entspannung pur. Kann ich jedem nur empfehlen *grins*

Anonsten haben wir für Gigolo eine neue Mitbewohnerin geholt, bei "Meerscheinchen in Not" und die beiden vertragen sich gar nicht. Gigolo hat Angst vor ihr und die beiden gehen nichtmal einen Schritt aufeinander zu. Pünktchen wagt sich immer mal etwas in seine Richtung, aber sofort fängt er an zu knottern und mit den Zähnen zu klappen und dann kehrt sie sofort um. Dabei ist sie echt lieb und in der kurzen Zeit schon richtig zutraulich geworden. Ich würde sie nur ungern wieder zurückbringen (zumal ich weiß, sie hat nicht so große Chancen vermittelt zu werden, weil sie ein Albino  ist), aber wenn die beiden absolut nicht miteinander auskommen, bzw. Gigolo sie nicht leiden kann, wird man nicht mehr viel ändern können. Tja, und da erfahre ich gerade, dass die Frau vom Verein meint, wir sollen sie zurückbringen :( Wie ich ja gesagt habe, es hat einfach keinen Sinn. Es ist weder für Gigolo gut, der dann ständig unter einem enormen Streß steht, noch für Pünktchen, die sich jetzt ja immer mehr an uns gewöhnt. Schade, sie ist wirklich so eine Liebe! Hätten wir mehr Platz, würden wir sie behalten und für jeden einen weiteren Mitbewohner kaufen, aber das geht leider nicht

Soviel zu den Besonderheiten während der letzten Tage :)

22.10.2006 um 23:23 Uhr

In Gedenken an Krümel

von: JuanitaLaetitia   Stichwörter: traurig

Nur ein kurzer Eintrag für mein Krümel, die wir heute einschläfern lassen mussten.
Sie war noch nichtmal ein Jahr alt und auch kein Jahr bei uns. Am 02. Januar diesen Jahres haben wir sie als Mitbewohnerin für Gigolo geholt, weil wir mein vorheriges Meerschweinchen Finchen einschläfern lassen mussten.
Nun ging es Krümel die letzten Tage schon nicht gut, sie hat sich in ihrem Verhalten sehr geändert, hat sich mit Gigolo nicht mehr so gut vertragen und hat immer weniger gefressen. Heute gegen mittag habe ich sie aus dem Käfig genommen, um ihr Medikamente zu geben und in meinem Arm hat sie plötzlich Zuckungen bekommen, ganz schlimm. Ich habe sie in die Transportbox gelegt, denn mir war klar, wir müssen sofort zum Tierarzt, und dort hat sie sich nicht mehr bewegt und nur ganz schwach geatmet. Der Tierärztin blieb natürlich nichts anderes übrig, als sie einzuschläfern, damit sie nicht noch mehr leiden musste :(

Krümel war eine kleine Hexe, hatte keine Ruhe in ihrem Hintern und schmusen war ein Fremdwort für sie. Trotz das sie so frech war, konnte sie sehr schüchtern sein (besonders wenn wir zum Tierarzt gefahren sind) und hat sich dann immer unter Gigolos tollem Fell versteckt. Die beiden konnten teilweise nicht so gut miteinander, aber auch nicht ohne einander.

Auch wenn sie nicht so lange bei uns und so frech war, wird Krümel immer in Gedanken bei uns sein, denn sie hat uns viel Freude gemacht. Jetzt passen Pünktchen und Finchen sicher auf sie auf.

Eine so süße Maus, die leider nicht alt werden durfte:

  

11.10.2006 um 16:41 Uhr

Green Hell Blog Tour, the second

Stimmung: irgendwie halt
Musik: Phantom of the Opera

Das Thema ist diesmal ein allgemeines: das Reisen. Schreibt über euer schönstes, schaurigstes, grässlichstes oder lustigstes Reiseerlebnis, oder von Orten, wo Ihr gerne mal hinreisen möchtet, oder über etwas ganz anderes, was Ihr mit dem Reisen verbindet.

Vor mir hat AnaDunari zu diesem Thema einen Bericht geschrieben.

 

Zweite Green Hell Blog Tour und ich bin dabei...zu dem wundervollen Thema „Reisen“.

Ich musste nicht lange überlegen worüber ich schreiben werde, denn ein Urlaub werde ich nie vergessen. Natürlich gibt es (eigentlich) in jedem Urlaub etwas worüber man sagt: das bleibt für die Ewigkeit, aber was ich und eine Freundin vor 3 Jahren erlebt haben, kommt mir heute manchmal wieder so unwirklich vor.

1 Woche London, mein erster London-Besuch überhaupt, im Sommer 2003 und dann gleich eine ganze Woche. Super, ok mit der Freundin, nennen wir sie mal Frau M. :) doch etwas anstrengend, aber ich mag sie trotzdem.

Wer kann schon von sich behaupten, dass man am ersten London-Urlaubstag in die Stadt geht und sich plötzlich vor den Augen die „POTC“ Premiere abspielt. Man könnte sagen, der Urlaub war einfach unglaublich toll, doch leider irgendwann zu Ende und so fuhren wir zurück zum Flughafen Heathrow. Beide etwas traurig das der Urlaub schon vorbei war und trotzdem voller Vorfreude, da wir in Köln dann noch eine Nacht bei einem Freund von Frau M. übernachten wollten.

Am Flughafen angekommen sahen wir erstmal 1.000 von Leuten, viele Jugendliche, die auf dem Boden lagen und sehr relaxt aussahen. Meine Gedanken: „Schulklassen, die lümmeln sich immer so hin und breiten sich aus.“ Innerlich musste ich lachen...doch irgendwann verging mir das. Wir auf der Suche nach dem Check-In von British Airways, aber wir konnten zwar super viele Leute sehen, aber sämtliche Check-In waren zu. Hilfe...völlige Verzweiflung. Irgendwann, es kam uns vor wie Stunden, erfuhren wir von anderen Passagieren, British Airways streikt - was nun? In die lange Schlange anstellen, um das Ticket umzubuchen. Warten, warten, warten, zwei kleine Schritte weiter nach vorne und erneut warten. Frau M. war mittlerweile ein einziges Nervenbündel und mich hat ihre Art mehr genervt als alles andere :) Ich glaube nach ca. drei Stunden gab es auf einmal endlich was zu trinken, denn wir hatten ja absolut nichts dabei, wer rechnet schon mit sowas und wir waren dementsprechen durstig. Und was gab es? Solch kleine Becherchen, es ging vielleicht 0,01 l rein, mit Wasser. Wow, meine Kehle, die eh super trocken war, freute sich zwar total, aber nach einer kurzen Zeit der Freude, war mein Durst noch größer. Ich glaube wir mussten erneut 2 Stunden warten, bis es Flaschen stilles Wasser (bäh, ich liebe Wasser, aber stilles, damit kann man mich jagen) und Flughafenfr...äh, essen gab. Irgendwann, zum Glück bevor der Schalter irgendwann geschlossen war, waren wir an der Reihe und konnten unser Ticket für den nächsten Tag umbuchen (das war eine Erleichterung, nachdem es erst unter den Passagieren hieß: vor 3 Tagen gibt's keinen Flug auf den umgebucht werden kann). In der Reihe vor uns waren drei weitere Deutsche und denen schlossen wir uns an. Bis Mitternacht saßen wir vor den Flughafengebäude und hörten Musik, quatschen...wir versuchten wirgendwie die Zeit zu überbrücken.


Dann sind wir wieder ins Gebäude, um unser Nachtlager direkt am Check-In Schalter aufzuschlagen (man will ja morgens gleich der erste sein – zu blöd nur, wenn genau der Äusserste der dreien, an dem man steht, nicht öffnet). Koffertrolley dienten als Absperrung unsere Taschen teils als Kopfkissen und so saßen und lagen wir zu fünft am Check-In Schalter.


Mit schlafen war nicht viel...aber wer wollte das schon, wenn er die Nacht mit 1.000 von fremden Leuten verbringen konnte.


Ich muss nicht sagen wie gerne ich die Toilette dort benutzt habe und das eine Cafe, dass die Nacht über geöffnet hatte, hat DEN Umsatz des Lebens gemacht. Frau M. und T., einer unserer Lagergefährten, wollten etwas Stimmung in das Gebäude bringen und malten ein Bild mit „Enjoy your flight with Biritish Airways“ und sausten damit auf einem Trolley quer durch den Flughafen. Die beiden hatten Spaß, aber wurden dann höflich, aber bestimmten, gebeten, dies zu unterlassen. Es wäre nicht wirklich passend – wie spießig sind denn bitte alle, als wäre die Situation so schlimm ;) Gegen 3 Uhr nachts wurden wir alle geweckt, bzw. aufgefordert die Check-In Schalter zu räumen und jedem war die Vorfreude ins Gesicht geschrieben: es ging los, der Streik war beendet. Pustekuchen...wir durften, zusammengequetscht, denn es kamen jetzt ja immer mehr Passagiere, die für den heutigen Tag, noch ca. 2 Stunden stehen, bis sich das erste Bodenpersonal zeigen ließ und mit Beifall begrüßt wurde (ob sie wirklich gemerkt haben, wie ironisch wir das alle gemeint haben?). Die ersten Flüge wurden wieder gestrichen...großes Bangen bei uns allen. T. konnte dann zu seinem Flug und ein kurzes „Bye“ und er war weg. Was beneideten wir ihn. C. und H.P.'s Flug wurde erneut gestrichen und große Ernüchterung bei den beiden. Frau M. war jetzt ein VÖLLIGES Nervenbündel und ich hätte sie am Liebsten mit dem Gepäck aufgegeben. C. und H.P. waren plötzlich weg (wie wir später erfahren haben, sind die beiden dann irgendwie mit dem Zug zurück nach Deutschland, aber haben 90% des Fahrpreises erstattet bekommen). Tja, wir beide standen also da...unser Flug weder gestrichen, aber auch nicht freigegeben – das Personal war noch nicht komplett anwesend. Eigentlich sollten wir dort vorne am Check-In Schalter weg, damit erstmal die Platz haben, die wirklich einchecken können. Frau M. muss aber solch einen verzweifelten Eindruck gemacht haben, so dass wir dort stehen bleiben konnten. Dann plötzlich: unser Flug war freigegeben und wir konnten einchecken. Nichts wir raus aus diesem völlig überfüllten Gebäude und zu unserem Flugzeug gehen. Mit ca. 2 Stunden verspätung starteten wir also in Richtung Heimat. In Köln/Bonn gelandet, sind wir mit dem Bus zum Bahnhof gefahren und am Liebsten wäre ich sofort in den nächsten Zug Richtung Hessen gestiegen. Ging aber nicht, wir hatten ja abgesprochen das wir bei einem Freund von Frau M. übernachten, was sich auch als das Beste, was uns nach solch einer Nacht passieren konnte, rausstellte. Wir kamen dort an, klingelten und er öffnete uns die Tür – er kam gerade vom duschen, Oberkörperfrei ;) Er zeigte uns das Zimmer, in dem wir schlafen konnten und auf dem Bett lagen Handtücher mit kleinen Blümchen drauf. Wir beide waren hin und weg und kamen uns wie im 5 Sterne Hotel vor. Nach einer Dusche fühlte ich mich wieder wie ein Mensch und nachdem wir gemeinsam gegessen und dann DVD geschaut haben, ging ein aufregender Tag vorbei.

Die 20 Stunden, die wir dort verbrachten, werde ich nie vergessen, denn in dem Moment war es wirklich schlimm und ich kam mir total hilflos und völig überfordert vor. Mit Abstand war es aber eine sehr lustige Erfahrung und wir alle können mittlerweile drüber lachen. Aber nochmal muss ich das auch nicht erleben :)

 

So, und jetzt darf sich Nyria kreativ entfalten :) Viel Spaß dabei.

11.10.2006 um 12:31 Uhr

OP-Nachwirkungen

Stimmung: etwas enttäuscht
Musik: keine

Nun gut, heute war also der Kontrolltermin. Ich mag Ärzte nicht, ich gebe es zu und trotzallem muss ich sagen, diese Praxis (und alles was dazu gehört) ist spitze. Ich hatte um 10.20 Uhr einen Termin und war gegen 11.00 Uhr schon wieder auf dem Heimweg. Mein Fuß wurde geröngt und der Arzt, der mich operiert hat, hat mit mir gesprochen und sich den Patienten angeschaut *smirk* In der Praxis geht es wirklich ruhig zu und man hat keine lange Wartezeiten...das hat wirklich Seltenheitswert.

Trotzdem eine Enttäuschung. Auch wenn der Fuß gut aussieht und das Röntgenbild ebenso, ich muss noch ca. 10 bis 14 Tage den Schuh tragen, weil eine Stelle noch nicht wirklich verheilt, zusammengewachsen (wie genau nennt man das eigentlich?) ist. Super...dabei hatte ich so gehofft Ende des Monats irgendwie nochmal Freunde besuchen zu können, einen kleinen Mini-Kurzurlaub machen, bevor es im November mit der neuen Arbeit losgeht. Aber...nichts ist. Ich wollte doch unbedingt in den Duisburger Zoo, Zwergotter anschmschten, Koalas beim faulenzen zusehen, Gorillas bewundern,...

Die Aussicht auf die Con ist ein kleines Licht am Ende des Tunnels gerade ;) und vorallem die Aussicht viele liebe Leute wieder zu treffen. Jetzt muss das mit dem Urlaub am Con-Freitag noch klappen und der Arzt muss mir beim nächsten Besuch (ich soll nochmals hin bevor ich wieder arbeiten gehe, da wird dann nochmals geröngt, zur Sicherheit) das Ok für Bella's Tanzworkshop geben und dann kann ich die Con gar nicht mehr abwarten!

 

10.10.2006 um 18:30 Uhr

Das Leben

Stimmung: durcheinander
Musik: Senait Mehari - Mit Dir

Durch die OP und meiner damit verbunden "ans Haus gefesselt" Situation, hatte ich mal wieder viel Zeit und vorallem Lust zu lesen. Durch bestimmte Bücher und der derzeitigen Situation hier zu Hause, habe ich unheimlich viel nachgedacht.

Folgende Bücher waren der Grund, die ich im übrigen an dieser Stelle auch jedem empfehlen möchte:

  • Senait Mehari - Feuerherz
  • Sabine Kuegler - Dschungelkind
  • Sabine Kuegler - Ruf des Dschungel 

Ich lese sowieso unheimlich gerne autobiographische Bücher und die meisten in meinem Bücherschrank sind dort einzuordnen. Ich habe viel über den Nationalsozialismus gelesen, vorallem über Anne Frank, und auch einige Bücher über Krebspatienten, da dies ja ein Bereich ist, in dem ich gerne als Erzieherin arbeiten würde.

Senait Mehari schreibt in ihrem Buch über die Zeit, die sie in Eritrea als Kindersoldatin gelebt hat und die Zeit danach, als sie wieder zu ihrem Vater ziehen musste. Ich bewundere ihre Offenheit und vorallem ihre Einstellung zum Leben. Sie hat viel durchgemacht und das, was iht Vater ihr angetan hat, hätte ich wohl nie verzeihen können. Was sie allerdings darüber schreibt bewundere ich aus tiefstem Herzen und wäre froh, ich könnte so reagieren und fühlen. Außerdem hat sie eine unglaublich tolle Einstellung was den Glauben angeht. Jeder der mich kennt weiß, ich bin nicht gläubig, zumindest nicht so wie der Glaube angesehen wird. Ich bin nicht mehr in der Kirche, gehe nie dorthin und glaube auch in dem Sinn nicht an Gott (wobei ich denke, es ist egal wie man "das" nennt). Und genau das sieht Senait Mehari genauso. Warum Kirchensteuer bezahlen, um mit anderen in einer Kirche beten zu können? Zu Hause kann man das genauso tun. Aber ich kann hier nicht all meine Gedanken aufschreiben, das würde zu ausführlich werden. Aber jeder, der das Buch gelesen hat und Fragen hat, was genau ich meine, der kann sich gerne per Mail an mich wenden :) 

Sabine Kuegler hat ihre Kindheit in West-Papua verbracht, bei einem Eingeborenenstamm, der vorher nicht bekannt war. Ihre Eltern sind Missionare und mit ihren Kindern dorthin gegangen, um mit dem Stamm zu leben. In ihrem zweiten Buch beschreibt sie das Wiedersehen nach 15 Jahren und erzählt von der unglaublichen Situation von West-Papua, dass für seine Unabhängigkeit kämpft. Auch hier kann ich kaum auf alle Details eingehen, aber was mich hier am meisten beeindruckt ist das Leben der Fayu, wo Sabine ihre Kindheit verbracht hat.

Sie selbst schreibt, dass natürlich, auch wenn sie von diesem Leben schwärmt und dieses Land und diesen Stamm als Heimat, bzw. Familie ansieht, nicht alles so toll ist, wie es sich oft liest. Als Sabine mit ihrer Familie dorthin gegangen ist, gab es unter dem Volk noch Blutrache und dieses Volk war auf dem besten Weg sich selbst damit auszurotten. Inzwischen hat sich dort auch einiges verändert, aber natürlich ist es ein Eingeborenenstamm. Wir, in der westlichen Welt, sehen uns immer als zivilisiert an und schauen abwertend über solche Völker und ihre Kultur. Natürlich gibt es auch Dinge, die ich ziemlich ekelerregend finde, gerade ich als Vegetarier, wenn ich lese, wie lebende Käfer gegessen werden und ähnliches. Ich glaube jedoch, wir sind nur moderner und haben den Luxus mit all seinen Vor- und vorallem auch Nachteilen kennengelernt (was ich nicht als völlig negativ bewerten möchte, denn ich weiß selbst, ich könnte ohne einen gewissen Luxus auch nicht mehr leben, wobei jeder Luxus anders interpretiert). Im Herzen, das glaube ich, sind vieler solcher Natürvölker aber noch zivilisierter wie wir.

Ich kann das derzeit sehr gut vergleichen, aufgrund der Situation hier zu Hause (worauf ich allerdings nicht näher eingehen möchte). Wer denkt denn in unserer heutigen Gesellschaft noch wirklich an andere Menschen? Wenn ich mal darüber nachdenke, dann kenne ich so viele Leute, die am Liebsten über sich selbst nachdenken und wenn sie erzählen eigentlich nur von sich selbst. Zuhören kann eh kaum noch jemand und wenn man sich doch die Geschichte eines anderen anhört, dann kann man diese natürlich sofort übertreffen, egal ob es etwas negatives oder positives ist. Sehr schade und völlig überflüssig, vorallem wenn man merkt, dass man damit nicht signalisieren will "ich verstehe Dich, denn ich habe sowas ähnliches auch schonmal durchgemacht", sondern "ich kenne das, bei mir war es allerdings viel schlimmer". Außerdem kann ich nicht verstehen mit welchen Klinigkeiten wir uns das Leben gegenseitig schwer machen müssen. Hat nicht jeder so schon genug Probleme (Arbeitslosigkeit, Naturkatastrophen, Krankenheiten etc.)? Nein, wegen Kleinigkeiten gibt es Streit, der sich zu einem regelrechten Krieg entwickelt. Und warum das alles? Weil es zu viele egoistische Leute gibt, die sich selbst nicht eingestehen können, dass auch sie Fehler haben und nicht perfekt sind.

Ich musste demletzt selbst erfahren wie wichtig Karriere ist und das der soziale Stand scheinbar den Menschen ausmacht. Völlig überrascht hat jemand aus unserem Bekanntenkreis aufgenommen, dass ich gar kein Abitur habe. Ich hatte das Gefühl innerhalb von einer Sekunde in ihrem Ansehen gesunken zu sein. Wie gut, dass es mir nichts ausmacht. Aber es macht mich traurig, weil es oft vorkommt und scheinbar der Charakter eines Menschen nicht wichtig erscheint, solange er nur einen Wisch vorlegen kann, der zeigt wie gut er doch ist. Scheinheilig, meiner Meinung nach.

Manchmal würde ich gerne meine Gedanken abstellen, weil es so anstrengend ist, sich ständig mit sowas auseinander zu setzen. Ich gestehe, es ist sogar schon ein paar mal vorgekommen, dass ich mir gewünscht habe, ich wäre solch eine "In-Tussi" und mich würde sowas absolut kalt lassen, ich würde shoppen gehen, mich über Kosmetik unterhalten und mit meinen Freundinnen über den neuesten Handyklingelton sprechen. Aber dann muss ich an Anne Dies denken, meine Klassenlehrerin während meiner Ausbildung zur Sozialassistentin (eine tolle Frau!). Bei einem Ausflug, ich weiß noch als wäre es erst gestern gewesen :), zur Gedenkstätte Hadamar, habe ich ihr genau dies gesagt und sie meinte (ok, so genau erinnere ich mich nicht mehr, also es ist nicht 100%ig der Wortlaut *grins*) sowas wie: Petra, das darfst Du auch und es ist gut, aber am wichtigsten ist doch, dass Du dann wieder daran denkst wie Du bist und das Du genau so richtig bist und eigentlich auch weiß, Du willst nicht wie diese anderen Leute sein. 

Diese Ausbildung war zwar lang und sehr hart, gerade weil es in Klassen, in der fast nur Mädels sind echt schlimm ist, aber dank einiger sehr toller Lehrer, hat mir die Ausbildung gerade menschlich sehr viel gegeben und dafür bin ich unendlich dankbar!  

04.10.2006 um 12:56 Uhr

Fäden ziehen, die zweite

Stimmung: genervt
Musik: gerade keine Lust dazu

Ich hatte mich wohl eindeutig zu früh gefreut, als ich den Faden gesehen hatte und der Arzt (meine Hausärztin war nicht da, aber sie arbeitet in einer Gemeinschaftspraxis) den Faden ohne Probleme und Schmerzen gezogen hat. Langsam stelle sich doch ein "manchmal kann das Leben ja selbst zu mir fair sein" Gefühl ein...schönes Gefühl.

Nun ja, leider hat es nur bis heute gehalten...blöder Mist. So langsam häutet sich mein Fuß, also die ganze Kruste geht ab...sowas ekliges eben und was sehe ich da eben?! Hm, Kruste kann es nicht sein, vielleicht ein Stückchen Papier was eben beim Salbe schmieren hängen geblieben ist?! Ich schaue nach und das komisch blau-schimmernde Ding löst sich nicht. Meine Mutter sagt ganz trocken: "Vielleicht ist es ja noch ein Stückchen Faden", was ich natürlich sofort verneine. Ich will das nicht, also ist es das auch nicht. Tja, nur, um mal wieder darauf aufmerksam zu machen, das Leben ist nicht so fair zu mir. Es ist ein Stückchen Faden. Ich habe mal dran gezogen, mit einer vorher desinfizierten Pinzette natürlich. Es geht nicht ab, aber man sieht, dass es ein Stück Faden ist.


Was bedeutet das nun also für mich?! Heute nochmal zum Arzt fahren, denn noch fester will ich nicht dran ziehen, dazu bin ich zu ängstlich...zumal direkt nebendran eine kleine entzündete Stelle ist und ich nichts riskieren will. Ahhhhhhh, ich könnte schreien.

Ich melde mich dann noch mit einer dritten Ausgabe "Fänden ziehen leicht gemacht"...

04.10.2006 um 11:17 Uhr

Green Hell Blog Tour 1st edition

von: JuanitaLaetitia   Stichwörter: Green, Hell, Blog, Tour

Stimmung: realtiv gut drauf
Musik: Miriam Makeba - Pata Pata

Da ich nun also auch ein Blog habe, habe ich mich einfach frech auf der Liste der "Green Hell Blog Tour" gesetzt - zu finden in meiner virtuellen Heimat.

 

Die zweite Runde steht bevor, aber irgendwie hatte ich es nicht geschafft, vergessen oder wie auch immer, mich für die erste Runde auf die Liste zu setzen. Ranwen, meine Vorgängerin, hat sich einfach noch ans Ende der ersten Tour gesetzt und dies werde ich jetzt auch noch nachholen. Und nach mir hat noch AnaDunari einen weiteren Beitrag zur ersten Tour geschrieben.

 

Stellt euch vor, ihr könntet in der Zeit zehn Jahre zurück reisen und euer damaliges Ich treffen. Was würdet ihr ihm sagen wollen? Vor was wollt ihr es warnen? Welche Ratschläge gebt ihr ihm mit auf den Weg?

Mein damaliges Ich ist 14 Jahre alt und um das schüchterne Mädchen nicht völlig vor den Kopf zu stoßen, würde ich den Weg des Briefes wählen, wohl auch, weil mir dies jetzt am einfachsten fällt. Wie immer würde ich spotan schreiben und sicher oft etwas verändern :)

 

Liebe Petra!

Du wirst es wohl nicht glauben, aber ich schreibe wirklich zu Dir. Heute ist der 04.Oktober 2006 und eigentlich soll ich Dir Ratschläge geben oder Dich warnen, aber ich habe mich dazu entschlossen, Dir etwas ganz anderes mit auf den Weg zu geben. Ich kann mir bildlich vorstellen, wie Du an Deinem Schreibtisch sitzt und das alles nicht glauben kannst :)
Ich will Dir weder Tipps geben, was Du im Laufe der nächsten 10 Jahre besser machen kannst, noch erzählen was passieren wird. Alles was ich sagen kann ist, es wird nicht leicht werden, Du wirst Zeiten haben, in denen es Dir nicht gut geht und Du die Zähne zusammen beißen musst, um das durchstehen zu können. Aber es wird auch die Zeiten geben, die Dir die Kraft spenden, alles andere zu überstehen. Was ich Dir mit auf den Weg geben will: akzeptiere Dich so wie Du bist, denn genauso bist Du gut! Lass Dir von niemandem etwas anderes einreden, die Leute, die Du später zu Deinen Freunden zählen wirst, mögen Dich genauso wie Du bist, mit Deinen Stärken und Schwächen. Mehr will ich Dir eigentlich nicht sagen, auch wenn ich Dich vor so mancher Enttäuschung schützen könnte, aber, auch wenn man oft den Sinn nicht erkennt, scheinbar hat alles irgendwo einen Sinn. Und am wichtigsten ist, genau diese Enttäuschungen haben Dich zu dem gemacht, was Du heute, im Jahr 2006, bist! Du wirst nicht perfekt sein, aber das willst Du nicht, auch wenn Du jetzt vielleicht anders darüber denkst. Du wirst tolle und weniger tolle Menschen kennenlernen, aber jeder wird Dich auf irgendeine Weise prägen.

Ich habe nur eine kleine Bitte an Dich. Hebe diese Brief auf, stecke ihn in einen Umschlag und schreibe das Datum 04.Oktober 2006 drauf. Du sollst ihn Dir genau 10 Jahre später, nachdem Du ihn zum ersten Mal gelesen hast, nochmals durchlesen und glaube mir, Du wirst mit einem Lächeln auf Deinem Gesicht vor Deinem Eckschreibtisch sitzen und jede Zeile des Briefes nachfühlen können. Denn genauso ist es gekommen und wenn Dir dann jemand diese Aufgabe stellen wird, würdest Du genau diesen Brief wieder schreiben, weil er das, was Dich ausmacht, in sich trägt.

Vergiss nie, dass Du ein toller Mensch bist, auch wenn andere Dir das nicht zeigen oder der Meinung sind, sie müssten Dich fertig machen. Irgendwann wirst Du über ihnen stehen und stolz auf Dich sein. Ich kann auf jeden Fall nur sagen: ich bin stolz auf Dich und Du wirst es auch irgendwann sein.