Green Hell Blog Tour, the second
Stimmung: irgendwie halt
Musik: Phantom of the Opera
Das Thema ist diesmal ein allgemeines: das Reisen. Schreibt über euer schönstes, schaurigstes, grässlichstes oder lustigstes Reiseerlebnis, oder von Orten, wo Ihr gerne mal hinreisen möchtet, oder über etwas ganz anderes, was Ihr mit dem Reisen verbindet.
Vor mir hat AnaDunari zu diesem Thema einen Bericht geschrieben.
Zweite Green Hell Blog Tour und ich bin dabei...zu dem wundervollen Thema „Reisen“.
Ich musste nicht lange überlegen worüber ich schreiben werde, denn ein Urlaub werde ich nie vergessen. Natürlich gibt es (eigentlich) in jedem Urlaub etwas worüber man sagt: das bleibt für die Ewigkeit, aber was ich und eine Freundin vor 3 Jahren erlebt haben, kommt mir heute manchmal wieder so unwirklich vor.
1 Woche London, mein erster London-Besuch überhaupt, im Sommer 2003 und dann gleich eine ganze Woche. Super, ok mit der Freundin, nennen wir sie mal Frau M. :) doch etwas anstrengend, aber ich mag sie trotzdem.
Wer kann schon von sich behaupten, dass man am ersten London-Urlaubstag in die Stadt geht und sich plötzlich vor den Augen die „POTC“ Premiere abspielt. Man könnte sagen, der Urlaub war einfach unglaublich toll, doch leider irgendwann zu Ende und so fuhren wir zurück zum Flughafen Heathrow. Beide etwas traurig das der Urlaub schon vorbei war und trotzdem voller Vorfreude, da wir in Köln dann noch eine Nacht bei einem Freund von Frau M. übernachten wollten.
Am Flughafen angekommen sahen wir erstmal 1.000 von Leuten, viele Jugendliche, die auf dem Boden lagen und sehr relaxt aussahen. Meine Gedanken: „Schulklassen, die lümmeln sich immer so hin und breiten sich aus.“ Innerlich musste ich lachen...doch irgendwann verging mir das. Wir auf der Suche nach dem Check-In von British Airways, aber wir konnten zwar super viele Leute sehen, aber sämtliche Check-In waren zu. Hilfe...völlige Verzweiflung. Irgendwann, es kam uns vor wie Stunden, erfuhren wir von anderen Passagieren, British Airways streikt - was nun? In die lange Schlange anstellen, um das Ticket umzubuchen. Warten, warten, warten, zwei kleine Schritte weiter nach vorne und erneut warten. Frau M. war mittlerweile ein einziges Nervenbündel und mich hat ihre Art mehr genervt als alles andere :) Ich glaube nach ca. drei Stunden gab es auf einmal endlich was zu trinken, denn wir hatten ja absolut nichts dabei, wer rechnet schon mit sowas und wir waren dementsprechen durstig. Und was gab es? Solch kleine Becherchen, es ging vielleicht 0,01 l rein, mit Wasser. Wow, meine Kehle, die eh super trocken war, freute sich zwar total, aber nach einer kurzen Zeit der Freude, war mein Durst noch größer. Ich glaube wir mussten erneut 2 Stunden warten, bis es Flaschen stilles Wasser (bäh, ich liebe Wasser, aber stilles, damit kann man mich jagen) und Flughafenfr...äh, essen gab. Irgendwann, zum Glück bevor der Schalter irgendwann geschlossen war, waren wir an der Reihe und konnten unser Ticket für den nächsten Tag umbuchen (das war eine Erleichterung, nachdem es erst unter den Passagieren hieß: vor 3 Tagen gibt's keinen Flug auf den umgebucht werden kann). In der Reihe vor uns waren drei weitere Deutsche und denen schlossen wir uns an. Bis Mitternacht saßen wir vor den Flughafengebäude und hörten Musik, quatschen...wir versuchten wirgendwie die Zeit zu überbrücken.
Dann sind wir wieder ins Gebäude, um unser Nachtlager direkt am Check-In Schalter aufzuschlagen (man will ja morgens gleich der erste sein – zu blöd nur, wenn genau der Äusserste der dreien, an dem man steht, nicht öffnet). Koffertrolley dienten als Absperrung unsere Taschen teils als Kopfkissen und so saßen und lagen wir zu fünft am Check-In Schalter.
Mit schlafen war nicht viel...aber wer wollte das schon, wenn er die Nacht mit 1.000 von fremden Leuten verbringen konnte.
Ich muss nicht sagen wie gerne ich die Toilette dort benutzt habe und das eine Cafe, dass die Nacht über geöffnet hatte, hat DEN Umsatz des Lebens gemacht. Frau M. und T., einer unserer Lagergefährten, wollten etwas Stimmung in das Gebäude bringen und malten ein Bild mit „Enjoy your flight with Biritish Airways“ und sausten damit auf einem Trolley quer durch den Flughafen. Die beiden hatten Spaß, aber wurden dann höflich, aber bestimmten, gebeten, dies zu unterlassen. Es wäre nicht wirklich passend – wie spießig sind denn bitte alle, als wäre die Situation so schlimm ;) Gegen 3 Uhr nachts wurden wir alle geweckt, bzw. aufgefordert die Check-In Schalter zu räumen und jedem war die Vorfreude ins Gesicht geschrieben: es ging los, der Streik war beendet. Pustekuchen...wir durften, zusammengequetscht, denn es kamen jetzt ja immer mehr Passagiere, die für den heutigen Tag, noch ca. 2 Stunden stehen, bis sich das erste Bodenpersonal zeigen ließ und mit Beifall begrüßt wurde (ob sie wirklich gemerkt haben, wie ironisch wir das alle gemeint haben?). Die ersten Flüge wurden wieder gestrichen...großes Bangen bei uns allen. T. konnte dann zu seinem Flug und ein kurzes „Bye“ und er war weg. Was beneideten wir ihn. C. und H.P.'s Flug wurde erneut gestrichen und große Ernüchterung bei den beiden. Frau M. war jetzt ein VÖLLIGES Nervenbündel und ich hätte sie am Liebsten mit dem Gepäck aufgegeben. C. und H.P. waren plötzlich weg (wie wir später erfahren haben, sind die beiden dann irgendwie mit dem Zug zurück nach Deutschland, aber haben 90% des Fahrpreises erstattet bekommen). Tja, wir beide standen also da...unser Flug weder gestrichen, aber auch nicht freigegeben – das Personal war noch nicht komplett anwesend. Eigentlich sollten wir dort vorne am Check-In Schalter weg, damit erstmal die Platz haben, die wirklich einchecken können. Frau M. muss aber solch einen verzweifelten Eindruck gemacht haben, so dass wir dort stehen bleiben konnten. Dann plötzlich: unser Flug war freigegeben und wir konnten einchecken. Nichts wir raus aus diesem völlig überfüllten Gebäude und zu unserem Flugzeug gehen. Mit ca. 2 Stunden verspätung starteten wir also in Richtung Heimat. In Köln/Bonn gelandet, sind wir mit dem Bus zum Bahnhof gefahren und am Liebsten wäre ich sofort in den nächsten Zug Richtung Hessen gestiegen. Ging aber nicht, wir hatten ja abgesprochen das wir bei einem Freund von Frau M. übernachten, was sich auch als das Beste, was uns nach solch einer Nacht passieren konnte, rausstellte. Wir kamen dort an, klingelten und er öffnete uns die Tür – er kam gerade vom duschen, Oberkörperfrei ;) Er zeigte uns das Zimmer, in dem wir schlafen konnten und auf dem Bett lagen Handtücher mit kleinen Blümchen drauf. Wir beide waren hin und weg und kamen uns wie im 5 Sterne Hotel vor. Nach einer Dusche fühlte ich mich wieder wie ein Mensch und nachdem wir gemeinsam gegessen und dann DVD geschaut haben, ging ein aufregender Tag vorbei.
Die 20 Stunden, die wir dort verbrachten, werde ich nie vergessen, denn in dem Moment war es wirklich schlimm und ich kam mir total hilflos und völig überfordert vor. Mit Abstand war es aber eine sehr lustige Erfahrung und wir alle können mittlerweile drüber lachen. Aber nochmal muss ich das auch nicht erleben :)
So, und jetzt darf sich Nyria kreativ entfalten :) Viel Spaß dabei.

Bei dem ganzen Stress könnt ihr eigentlich noch froh sein, dass euch das nicht beim Hinflug passiert ist. Wäre ja auch nichts gewesen, wenn ihr total gestresst in London angekommen wärt.
Dicker Bussi