1. Der Krösus unter allen Promi-Studienabbrechern: Bill Gates (geb. 1955).
Als er im zweiten Harvard-Studienjahr den PC Altair 8800 kennenlernte,
schmiss er das Mathe-Studium ("Auf der Uni ist Angeben angesagt, und
dass man cool war, konnte man besonders dadurch beweisen, dass man das
Studium nachlässig betrieb"), gründete Microsoft, wurde Milliardär.
2007 bekam er dennoch einen Harvard-Titel - ehrenhalber, 32 Jahre nach dem Uni-Abschied. mehr...
2. Barbara Schöneberger (geboren 1974): Die Moderatorin schleppte sich
durch stolze zehn Semester Soziologie in Augsburg, bevor sie Max Weber
gegen Wimbledon tauschte und 1999 beim Sportsender DSF anheuerte.
3. Anke Engelke (geboren 1965), Comedian, versuchte sich in Anglistik,
Romanistik und Pädagogik in Köln. Das Experiment endete wie ihre "Late
Night"-Show: Exmatrikulation.
4. Günther Jauch (geb. 1956) versuchte es mit Jura in Berlin und brach das
Studium ab, als ihn die Münchner Journalistenschule aufnahm. Als
Sportredakteur nutzte er seine ungewöhnlichen Arbeitszeiten
("vorzugsweise nachts und am Wochenende") zum Politik- und
Geschichtsstudium. Ein Jobwechsel im Bayerischen Rundfunk brachte das
Ende: "Ich musste die Doppelbelastung beenden. Im Nachhinein bin ich froh, mich für den Beruf entschieden zu haben." Mehr...
5. Eva Briegel (geb. 1978), Juli-Sängerin, absolvierte eine kleine
Uni-Rundreise und hat allerlei ausprobiert: Kunstgeschichte, klassische
Archäologie und Pädagogik, Psychologie, Germanistik und psychosoziale
Medizin. Sieben Jahre dauerte ihre "echt verunglückte Studienkarriere".
Trotzdem hat sie gern studiert und kann sich vorstellen, später wieder
an die Uni zu gehen: "Ich werde nicht mein Leben lang das machen, was ich gerade mache." Mehr...
6. Judith Holofernes (geb. 1976), Heldin, gründete nach einem Popkurs in
Hamburg ihre Band Wir sind Helden. Im Studium der Gesellschafts- und
Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste lernte sie, was
sie nicht wollte - "Markenkult, Strategien der Manipulation". Also
brach sie ab. Wäre
sie als Sängerin gescheitert, hätte sie sich "eine andere brotlose
Kunst ausgesucht, zum Beispiel Schriftstellerin oder Nonne". Mehr...
7. Mick Jagger (geb. 1943), Rocksänger mit Donnerhüfte, flog wegen
Schwänzens vom Dartford Technial College, das er ab 1956 besucht hatte.
Er begann ein Bachelorstudium an der London School of Economics, ließ
es aber zugunsten der Rolling Stones sausen. Vor einigen Jahren wählten
die Londoner Wirtschaftsstudenten ihn zum Ehrenpräsidenten.
8. René Obermann (geboren 1963), neuer Vorstandsvorsitzender der Telekom,
hat nach einer Blitzkarriere einen Schleudersitz übernommen - den
Chefsessel des rosa Giganten. Nach einer Lehre als Industriekaufmann
verkaufte er Telefone und andere Geräte und gründete die Firma ABC
Telekom. Weil es so gut lief, brach er sein Volkswirtschaftsstudium
nach dem Vordiplom ab und stieg später bei der Telekom schnell auf.
Obermanns Spitzname lautet "Bulldozer".
9. Sabrina Setlur (geb. 1973): Die Rapperin begann auf Wunsch ihrer Eltern mit BWL, nahm aber bald einen Job als Sekretärin an.
10. Peter Handke (geb. 1942): Nachdem der Suhrkamp-Verlag 1965 seinen Roman
"Die Hornissen" angenommen hatte, war es mit dem Jura-Studium des
österreichischen Dichters vorbei. "Nie habe ich von der Sache so
unbeseelte Menschen erlebt wie jene Professoren und Dozenten der
Universität", schrieb er in "Versuch über die Müdigkeit".
11. Schriftsteller Feridun Zaimoglu (geb. 1964) brach gleich zwei
Studiengänge ab - erst Medizin ("Die Professoren haben uns aufgemuntert
mit Bemerkungen wie: Nur die wenigsten von euch werden es schaffen"),
dann Malerei ("An der Kunst hat mir die Schleimerei nicht gefallen,
Leute überreden zu müssen, dass sie meine Bilder gut finden, man hat
doch seinen Stolz"). Die Wut, die in ihm wohnt, machte Zaimoglu zum Bestsellerautor. Und zum Gastprofessor. Mehr...
12. Anni Friesinger (Baujahr 1976), Kraftpaket, Kurvenqueen und Kufenzicke:
Nach dem Abitur studierte die Eisschnelläuferin Innenarchitektur an
einer Fernuniversität - aber nicht lange: "Ich habe es sogar geschafft,
zwischen Training und Wettkämpfen Seminararbeiten zu schreiben. Aber
leider nicht immer", so die Turbo-Blondine aus Inzell, "obwohl es mit
viel Spaß gemacht hat, musste ich nach einem Semester aufhören. Mir
fehlte einfach die Zeit." Beruflich kann sie sich eine Zukunft als
Designerin oder Innenarchitektin vorstellen.
13. Faris Al Sultan (geboren 1978), eiserner Triathlet: 2005 gewann der
Münchner den legendären "Ironman" auf Hawai, 2006 wurde er Dritter.
Nebenher studierte er Orientalistik, denn beim Triathlon "besteht halt
akute Verblödungsgefahr", wie er dem Magazin "Zenith" sagte. Al-Sultan
brach das Studium aber ab, "es war einfach zeitlich nicht mehr mit dem
Triathlon zu vereinbaren. Ich hoffe, dass ich die Magisterprüfung
irgendwann absolvieren kann."
14. Hans Meiser (geb. 1946), RTL-Moderator und Talker der ersten Stunde,
studierte in Stuttgart Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte -
ohne Abschluss.
15. Sönke Wortmann (geb. 1959), Regisseur ("Das Wunder von Bern", "Kleine
Haie") war nach dem Abitur zunächst Fußballprofi beim damaligen
Zweitligisten Westfalia Herne. Beim Soziologiestudium hielt er nur ein
Semester durch und absolvierte später eine Regie-Ausbildung in München
und London.
16. Julio Iglesias (geb. 1943), spanischer Schnulzengott, wollte in
Cambridge seinen Master in Jura machen und Diplomat werden. Als er 1968
ein Schlagerfestival in Benidorm gewann, sagte er Adios zum Studium -
obwohl ihm nur ein einziger Schein im Internationalen Recht fehlte. Die
letzte Prüfung holte er 2001 in Madrid nach - nur seinem Vater zuliebe,
wie Iglesias sagte. Nun darf er sich Jurist nennen: "Die Professoren
haben es gut mit mir gemeint."
17. Blödel-Barde Otto Waalkes (geb. 1948) erkannte 1970, dass sein
Pädagogikstudium nicht fruchtet, und besuchte das Audimax fortan nur
noch für Gitarren-Auftritte.
18. Vincent van Gogh (Selbstporträt), holländischer Maler (1853-1890),
studierte Theologie in Amsterdam, gab aber 1878 nach nur 15 Monaten auf
und sprach später "von der schrecklichsten Zeit meines Lebens".
Anschließend wurde van Gogh Wanderprediger.
19. Heike Makatsch (geb. 1971): Die Schauspielerin trug es nach vier
Semestern Medienwissenschaften, Politik und Soziologie ("Ich erinnere
mich nur noch an langweilige Empiriekurse") aus der Uni-Kurve. Die
anschließende Schneiderlehre brach sie ebenfalls ab.
20. Michael Dell (geb. 1964), US-Unternehmer, ließ sich von seinen Eltern
zum Medizinstudium drängen, kehrte der University in Austin aber bald
den Rücken und gründete noch auf dem Campus seine eigene Firma, aus der
die Mega-Firma Dell wurde. Heute gilt er mit einem geschätzten Vermögen
von 13 Milliarden Dollar als reichster Mann im reichen Texas.
21. Steve Jobs (geboren 1955), Apfelmann und eines der Gesichter der
Computerindustrie: Nach dem Highschool-Abschluss hielt er es 1972 nur
ein Semester lang am Reed College in Portland aus. Zunächst arbeitete
er bei Atari als Spieledesigner und gründete 1976 zusammen mit Steve
Wozniak die Firma Apple. 1985 verließ er sie, kehrte zehn Jahre später
zurück und ist heute Geschäftsführer.
22. Gwyneth Paltrow (geb. 1972), US-Schauspielerin, glänzte in der Schule
nicht durch brillante Noten. Dennoch erhielt sie einen Studienplatz an
der University of California; als Fürsprecher half Familienfreund
Michael Douglas. Nach einem Jahr hatte sie von Kunstgeschichte genug.
23. Stefan Raab (geb. 1965), Moderator, studierte neben seiner Metzgerlehre
fünf Semester Jura. Die Ausbildung schloss er als bester Lehrling ab,
das Studium ließ er sausen.
24. Surprise, surprise: Thomas Anders (geb. 1962) hat Musikwissenschaften
studiert. Und Germanistik und Publizistik obendrein, fünf Semester
lang, Anfang der achtziger Jahre in Mainz. 1983 begannen dann die
Auftritte mit Dieter Bohlen als Modern Talking, 1984 schoss "You're My
Heart, You're My Soul" an die Spitze der Charts. Anders sagte seinen
Eltern: "Ich möchte mich nur noch auf die Musik konzentrieren. Und wenn
ich bis 25 nicht davon leben kann, steht die Uni immer noch offen." An
die Uni ging er nie zurück.
25. Brad Pitt (geb. 1963), Schauspieler ("Troja"), studierte zwei Jahre
lang Journalismus an der Universität von Missouri - "in der
Design-Abteilung: Magazin-Layout und so". Kurz vor der Abschlussprüfung
ging er an die Westküste und hatte seine ersten Auftritte in Hollywood
als Werbe-Hähnchen vor dem Schnellimbiss El Pollo Loco.
26. Kurt Masur (geb. 1927) wurde auch ohne Abschluss Weltklassedirigent.
Sein Studium an der Leipziger Hochschule für Musik habe er Ende der
vierziger Jahre geschmissen, erzählte er der Zeitschrift "Super-Illu":
"Ich habe während des Studiums nachts Tanzmusik machen müssen, damit
wir genügend zu essen hatten. Dann kam ich früh oftmals zum Unterricht
und war müde und kaputt." Als Masur durch den "enormen Stress"
Herzschmerzen bekam, nahm er ein Angebot aus Halle an und arbeitete als
Korrepetitor für Sänger und Solisten.
27. Alexa Hennig von Lange (geb. 1972), rotwuschelige Schriftstellerin, hat
es probiert. "Um meinen Eltern einen Gefallen zu tun", schrieb sie sich
für Philosophie und Pädagogik ein. Aber nur ganz kurz; schon den Morgen
der Einführungsveranstaltung hat sie sie "schrecklich" in Erinnerung.
Sie fuhr dennoch hin - und direkt wieder zurück, weil sie den Raum
nicht fand: "Das war für mich ein Zeichen und das Thema erledigt", sagt sie heute. Mehr...
28. Heute studiert die Musikwissenschaft ihn, früher war es umgekehrt, tief
im We-he-he-sten: Herbert Grönemeyer (geb. 1956), Sänger und
Schauspieler, war Mitte der siebziger Jahre in Bochum "ungefähr 5
Semester" eingeschrieben für Jura und Musikwissenschaften - "weil ich
nicht wusste, was ich werden wollte". Auch an der Kölner
Musikhochschule fühlte er sich unwohl, weil die Professoren immer an
seinen Kompositionen herumstrichen: "Da bin ich gegangen."
29. Sven Regener (geb. 1961), Musiker und Schriftsteller, stand vor einer
schierigen Entscheidung: Musikwissenschaften studieren oder lieber
konsequent Musik machen? Beides halb, beides schlecht war für ihn keine
Lösung: "Jetzt machst du mal eine Sache richtig" - das verstanden sogar
seine Eltern. Regener entschied sich für seine Band Element of Crime, und nach einigen Jahren kam der Erfolg. Mehr...
30. Bernhard Hoëcker (geb. 1969), der Kleine mit der großen Klappe in
Comedyshows ("Switch", "Genial daneben"), turnte lange mit "Hoëcker,
Sie sind raus! – Comedy vom Kleinsten" über Kleinkunstbühnen. Aus dem
Bonner VWL-Studium war er nach dem Vordiplom raus, holte es nie ab.
Hoëcker weiß, dass er kaum ins Bildungssystem passt: "Ich tue Dinge, solange sie mir Spaß machen. Und irgendwann schneidet die Kurve des Lernaufwands die des Spaßes." Mehr...
31. Richard Gere (geb. 1949), Schaupieler ("Ein Offizier und Gentleman",
"Pretty Woman"), studierte mit einem Sportstipendium Philosophie an der
Universität von Massachusetts. Nach zwei Jahren hatte er 1969 genug.
32. Wolfgang Joop (geb. 1944): Der Designer folgte Vatis Rat und studierte
Werbepsychologie in Braunschweig, wechselte später zur Kunsterziehung,
vermied aber stets den Stress einer Abschlussprüfung.
33. Niels Annen (geb. 1973), SPD-Bundestagsabgeordneter, hielt es 14 Jahre
lang an der Uni Hamburg aus - und entschied sich im Juni 2008 zum
Abbruch. Zunächst hatte er gehofft, trotz Mandat den Abschluss in
Geschichte, Geografie und Lateinamerikastudien zu schaffen. Doch das
Latinum durchkreuzte den Plan - Annen scheiterte trotz
Intensivsprachkurs und sagte der Uni Lebewohl. Mehr...
34. Siegfried Lenz (geb. 1925), Schriftsteller ("Deutschstunde"), studierte
nach dem Zweiten Weltkrieg in Hamburg Philosophie, Anglistik und
Literaturwissenschaft. Drei Jahre später entschied er sich gegen die
Uni und für den Journalismus. Lenz ging als Volontär zur Zeitung "Die
Welt", für die er bereits während des Studiums gearbeitet hatte.
35. Der Entertainer, Satiriker und Schauspieler Herbert Feuerstein (geb.
1937) studierte bis 1958 Musik am Salzburger Mozarteum. Als er sich mit
dem Hochschulpräsidenten anlegte, legte der ihm nahe, seinen "Hass auf
die Musik lieber als Journalist auszutoben als vor unschuldigen
Zuhörern im Konzertsaal". Das nahm Feuerstein sich zu Herzen, arbeitete
erst bei einer New Yorker Zeitung und wurde später Chefredakteur von
"Mad".
36. Ferdinand Alexander Porsche (Baujahr 1934) ist der älteste Sohn des
Firmengründers und Designer des 911er-Porsches, einer
Sportflitzer-Legende. Nach einem Praktikum bei Bosch wollte er Mitte
der fünfziger Jahre eigentlich sein Diplom an der Ulmer Hochschule für
Gestaltung machen. An der damaligen Designer-Kaderschmiede gab er aber
nur ein Gastspiel - nach einem Semester flog "Butzi", so sein
Spitzname, raus ("Man hat mir nie gesagt, warum").
37. Linda de Mol (geb. 1964), niederländische Showmasterin und käseblonde
Kuppelmutter ("Traumhochzeit"), studierte von 1981 bis 1984 in
Amsterdam Jura. Kurz vor dem Abschluss heuerte der Sender Sky Channel
sie als Moderatorin an, de Mol brach das Studium ab und gründete mit
ihrem Bruder eine Produktionsfirma.
38. Wim Wenders (geb. 1945), Regisseur ("Der Himmel über Berlin"),
studierte Mitte der sechziger Jahre in München, Freiburg und Düsseldorf
Medizin und Philosophie. Nach vier Semestern hatte er genug ("Meine
Mutter hat das sehr bedauert") und wollte in Paris Malerei studieren.
An der Kunstschule wurde er allerdings nicht angenommen, "weil die
Warteliste so lang war und weil ich beim Aktzeichnen durchgefallen bin".
39. Eric Clapton (geb. 1945), britischer Sänger und Gitarrist (Spitzname
"Slowhand"), schrieb sich nach der Schule 1961 am "Kingston College Of
Art" ein. Aber bereits ein Jahr später wurde er wegen mangelnder
Leistungen exmatrikuliert.
40. Studienabbrecher unter sich: Bastian Pastewka zu Gast bei Anke Engelke.
Pastewka, Jahrgang 1972, Komödiant ("Brisko Schneider"), studierte in
Bonn Germanistik, Pädagogik und Soziologie, hörte aber nach dem
Grundstudium auf, "weil ich gemerkt habe, dass ich das gar nicht will.
Comedy konnte ich und wollte ich."
41. Barbara Eligmann, Jahrgang 1963, Moderatorin ("Explosiv", "Clever")
hielt sich nicht lange an der Uni auf. Nach drei Wochen schmiss sie das
Wirtschaftsstuium in Osnabrück: "Zuviel Statistik und EDV".
Wahrscheinlich sei sie "das letzte Mäuschen, das ohne Studium so einen
Job gekriegt hat", erzählte sie der "Süddeutschen Zeitung" - und sie
selbst stelle grundsätzlich niemanden mehr ohne Studium ein.
42. Christoph Schlingensief (geb. 1960), Regisseur, Aktionskünstler und
immer für ein Skandälchen gut, fiel nach dem Abitur zweimal bei der
Aufnahmeprüfung an der Münchner Filmhochschule durch. Ab 1981 versuchte
er's mit Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte in München, gab
aber nach sieben Semestern auf.
43. Johannes B. Kerner (geb. 1964), Moderator und Talkmaster, begann 1984
in Berlin BWL zu studieren und jobbte parallel dazu in der
Sportabteilung des Senders SFB. 1988 verabschiedete er sich ohne
Abschluss vom Studium.
44. Moderator Jörg Pilawa (geb. 1965), hängte sein Medzinstudium in Hamburg
nach sechs Semestern an den Nagel. Zu verschult und praxisfern, lautete
seine Diagnose: "Ich fand es grottenlangweilig und habe mich wirklich
gequält." Später betrieb er ein Studium der Geschichte mit Schwerpunkt
Judaistik sowie der Soziologie und Politikwissenschaft bis zur
Examensarbeit.
45. Roland Emmerich, Jahrgang 1955: Der Regisseur ("The Day after
Tomorrow") studierte an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film,
ging aber vor dem Examen nach Hollywood und reüssierte dort als
"Spielbergle".
46. Til Schweiger (geb. 1963): Der Schauspieler spekulierte drei Semester
lang auf den Dr. med., wechselte dann aber auf die Schauspielschule.
47. Autoverleiher Erich Sixt (geb. 1944): Fand Betriebswirtschaftslehre in München irrelevant - nach vier Semestern war Schluss.
48. Steven Spielberg, Jahrgang 1947, Regisseur, schmiss 1968 sein
Filmstudium, ist aber mehr ein Studienunterbrecher als -abbrecher. Denn
34 Jahre später holte der fünffache Ehrendoktor seinen
Bachelor-Abschluss nach.
49. Friedrich Küppersbusch (geb. 1961), TV-Produzent, besuchte zwischen
1981 und 1989 immer mal wieder Journalistik-Vorlesungen in Dortmund.
Als Kriegsdienstverweigerer hatte er reichlich Ärger mit dem
Kreiswehrersatzamt und wollte nicht den deutschen Rekord im
Dauerzivildienstleisten brechen. Dabei
half das Journalistikstudium, das Küppersbusch allerdings ohne Diplom
beendete - die Arbeit beim WDR war attraktiver. Mehr...
50. Kai Pflaume (geb. 1967), Show-Moderator, setzte sich kurz vor dem
Mauerfall in den Westen ab und pfiff auf sein Informatikdiplom in
Magdeburg.
Er
hat einen Zickzack-Kurs hinter sich: Musterschüler, Wehrdienst,
Mannequin, abgebrochenes Studium, abgebrochene Banklehre,
Aktienhändler, "Herzblatt"-Kandidat, Moderator von Karaoke-Shows,
Allzweckmoderator im Privatfernsehen... Mehr...
51. Dirk Manthey (geb. 1954), Verleger und Zeitschriftenerfinder ("TV
Spielfilm", "Fit for Fun"), brach 1975 sein BWL-Studium in Hamburg ab.
Motiv: "Langeweile"
52. Oliver Kalkofe, Jahrgang 1965, Satiriker und Moderator ("Kalkofes
Mattscheibe"), studierte Anglistik, Germanistik und Publizistik in
Münster. Nach acht Semestern nahm er Reißaus: "Ich wollte eigentlich
immer mit geringsmöglichem Aufwand meine Scheine machen. Der ganze
Theoriekram hat mich nie sonderlich interessiert."
53. Ottfried Fischer (geb. 1952), pfundiger Schauspieler ("Der Bulle von
Tölz"), machte Abitur im Internat in Fürstenzell bei Passau und begann
danach in München ein Jurastudium, das er abbrach. 1977 fand er nach
"kurzem, unvollständigem Studium der Rechte" rasch zum Kabarett.
54. Jürgen Drews, Jahrgang 1945, Sänger ("Ein Bett im Kornfeld") und
selbsternannter "König von Mallorca" ist Arztsohn und versuchte es mit
einem Medizinstudium an der Universität Kiel, hielt aber nur vier
Semester durch.
55. Bertolt Brecht (1898-1956), Schriftsteller, machte 1917 das "Notabitur"
und immatrikulierte sich in München für Medizin und
Naturwissenschaften. Das Studium, unterbrochen durch Kriegsdienst im
Seuchenlazarett, nahm er allerdings kaum ernst und beendete es bald,
weil er in erster Linie literarisch arbeiten wollte.
56. Ulrich Meyer (geb. 1955), Moderator ("Akte"), studierte nach Abitur und
Wehrdienst Medizin in Köln, ließ das Studium aber sausen. 1979 begann
er sein Volontariat bei der "Kölnischen Rundschau".
57. Reinhold Messner (geb. 1944), Extremsportler, studierte nach dem Abitur
1966 in Bozen Hoch- und Tiefbau in Padua, um Architekt zu werden. Ohne
Abschluss unterrichtete er zunächst als Mathematiklehrer an einer
Mittelschule. 1971 gab Messner den Lehrerberuf endgültig auf und nannte
sich fortan "Abenteurer und Schriftsteller".
58. Jurek Becker (1937-1997), Schriftsteller ("Jacob der Lügner"),
verbrachte einige Jahre seiner Kindheit im Ghetto von Lodz und in den
KZs von Ravensbrück und Sachsenhausen. Nach dem Abitur in Ostberlin
studierte er Philosophie, musste die Humboldt-Uni aber aus politischen
Gründen verlassen. Nach dem Rausschmiss begann Becker ein kurzes
Studium am DDR-Filmzentrum Babelsberg, schrieb Kabaretttexte und
Drehbücher.
59. Martin Luther, Reformator (1483-1546), fing im Jahr 1501 mit dem
Jurastudium an der Universität Erfurt an und brach es 1505 ab, um Mönch
zu werden. Später begann er ein Studium der Theologie und promovierte
sich 1512, unterstützt durch ein kurfürstliches Stipendium in Höhe von
50 Gulden, an der Wittenberger Universität zum Doktor der Theologie,
wurde Professor an der Theologischen Fakultät - und Thesennagler.
60. Yoko Ono, Jahrgang 1932, Sängerin, Künstlerin und Witwe von John
Lennon, studierte am Sarah Lawrence College in New York Philosophie,
der Kunst und der Komposition. 1955 ließ sie das Studium sausen, um
sich in die Kunstszene zu stürzen.
61. Wie die Mutter, so der Sohn: Sean Lennon (geb. 1975) entschied sich
erst nach einem abgebrochenen Anthropologiestudium ("Viel zu
anstrengend: Fürs Lernen bin ich doch viel zu jung") und einem kurzen
Ausflug als Chef einer Videoproduktionsfirma für die Laufbahn des
Musikers.
62. Charles Darwin (1809-1882), evolutionärer Naturforscher, studierte von
1825 bis 1827 auf Geheiß seines Vaters an der Universität Edinburgh.
Doch weil die Medizin ihn "anwiderte" und er die Vorlesungen langweilig
fand, wechselte er zur Theologie in Cambridge.
63. Gustave Flaubert (1821-1880), französischer Schriftsteller "Madame
Bovary"), begann auf Drängen seines Vaters mit dem Jurastudium in
Paris, brach es aber 1844 wegen eines Nervenleidens ab. "Die
Rechtswissenschaften bringen mich um und verblöden mich", schrieb er
1842, "ich scheiße auf die Rechtswissenschaften. Das ist mein 'Delenda
Carthago'."
64. Jacob Grimm, rechts, Märchensammler (1785-1863), studierte ab 1802 Jura
in Marburg und folgte 1805 ohne akademischen Abschluss seinem Professor
Friedich Carl von Savigny als Assistent nach Paris. Sein Bruder Wilhelm
studierte ebenfalls Jura und bestand 1806 sein Examen. Beide wurden
später Gemanistikprofessoren in Göttingen und wurden 1837 wegen des
Protestes der "Göttinger Sieben" ihrer Ämter enthoben.
65. Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Schriftsteller ("Krieg und
Frieden"), versuchte es 1844 zunächst mit dem Studium orientalischer
Sprachen in Kasan, dann mit Jura. 1847 ging er von der Uni und kehrte
auf das Stammgut der Familie zurück. Dort versuchte er, die Lage der
350 Leibeigenen durch Landreformen zu verbessern.
66. Friedrich Nietzsche (1844-1900), Philosoph, hielt sein 1864 begonnenes
Studium der Theologie in Bonn nur ein Jahr durch. "Noch dies: meine
Wendung zur Philologie ist entschieden. Beides zu studieren ist etwas
Halbes"", schrieb er im Februar 1865 an seine Mutter und seine
Schwester. In Leipzig studierte er Philologie und wurde mit 24 Jahren
noch vor der Promotion und Habilitation als Professor nach Basel
berufen. Die Doktorarbeit wurde ihm erlassen, die Promotion erhielt er
allein wegen der zuvor veröffentlichten Arbeiten.
67. Alice Schwarzer, Jahrgang 1942, Schlüsselfigur der deutschen
Frauenbewegung, besuchte zunächst die Volks- und die Handelsschule und
brach dann eine kaufmännische Lehre ab. Ab 1963 lernte sie Französisch
in Paris; 1966 fiel sie bei der Aufnahmeprüfung zur Journalistenschule
durch. Ab 1970 studierte sie an der Reform-Uni Vincennes ("Rote
Fakultät"), die auch ohne Abitur zugänglich war, Psychologie und
Soziologie - ohne Abschluss. Zugleich arbeitete Schwarzer als
politische Korrespondentin.
68. Rainer Langhans (links), Jahrgang 1940, Struwwelpeter der APO, war nach
seinem Wehrdienst von 1962 bis 1969 an der FU Berlin eingschrieben,
brachte sein Psychologiestudium aber nicht zu Ende. 1968 gründete er
mit anderen Uni-Rebellen, darunter Fritz Teufel, die legendäre Kommune
1. Später arbeitete er unter anderem als Autor und Filmemacher. 2003
sorgte er mit dem TV-Projekt "Kommune - Fünf Frauen und ein Mann", eine
Art Big-Brother-Harem, für Aufsehen.
Von: http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-7527.html