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29.04.2009 um 08:34 Uhr

SAP schrumpft

von: SourceTec   Stichwörter: SAP

Handelsblatt.com
SAP schrumpft von handelsblatt.com
Mittwoch 29. April 2009, 07:31 Uhr

 

Europas größter Softwarekonzern SAP hat im ersten Quartal einen Umsatz- und Gewinneinbruch verzeichnet. Empfindliche Einbußen musste das erfolgsverwöhnte Unternehmen aus Walldorf bei Heidelberg vor allem im Neulizenz-Geschäft hinnehmen. Die Erwartungen der Analysten verfehlte SAP klar.

HB WALLDORF. Der Softwarehersteller hat im Auftaktquartal ein Drittel weniger Softwarelizenzen verkauft als vor Jahresfrist. SAP (Xetra: 716460 - Nachrichten) teilte am Mittwoch mit, die Erlöse aus diesem Geschäft seien in den Monaten Januar bis März um 33 Prozent auf 418 Millionen Euro geschrumpft.

Einschließlich der vor einem Jahr übernommen Tochter Business Objects schrumpfte der Umsatz insgesamt von 2,460 auf 2,065 Milliarden Euro, wie das im Dax (Xetra: Nachrichten) notierte Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 2,540 Milliarden Euro gerechnet.

Beim wichtigen Indikator für die Geschäftsentwicklung, dem Umsatz mit Software (Frankfurt: A0XFVC - Nachrichten) und softwarebezogenen Dienstleistungen (SSPS) verbesserte sich SAP von 1,736 auf 1,741 Milliarden Euro. Analysten hatten jedoch 1,880 Milliarden Euro erwartet. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sackte um acht Prozent auf 332 Millionen Euro ab. Unterm Strich sank der Gewinn von 242 auf 204 Millionen Euro. Statt mit dem Minus von 16 Prozent hatten Analysten eine Steigerung auf 280 Millionen Euro vorhergesagt. Dennoch bekräftigte SAP die Jahresprognose einer Ebit-Marge vor Sonderposten zwischen 24,5 bis 25,5 Prozent in Aussicht.

Die Quartalszahlen zum ersten Quartal seien "auf allen Ebenen schlechter als erwartet" ausgefallen, sagte ein Händler in einer ersten Einschätzung am Morgen. Vor allem die Gewinnentwicklung sei enttäuschend und zudem sei der unkonkrete Ausblick verwirrend.

SAP hat sich wegen der Wirtschaftskrise und der Investitionszurückhaltung seiner Kunden auf das schwierigste Jahr seiner Firmengeschichte eingestellt. Der Weltmarktführer für Unternehmens-Software hofft, dass die Erlöse aus dem Verkauf von Software-Lizenzen und Software-Wartung 2009 um maximal ein Prozent schrumpfen.

Im Januar hatte SAP-Co-Chef Leo Apotheker den ersten Stellenabbau in der Geschichte des Konzerns ausgerufen. SAP will durch verschiedene Kostensenkungen ab 2010 jährlich 300 bis 350 Millionen Euro einsparen.


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