Frühlingsrollen und die Gesetze der Schwerkraft

29.06.2011 um 17:59 Uhr

Wenn der Postmann zweimal klingelt ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Schwerkraft

Musik: Hungry Eyes (aus Dirty Dancing?)

Hmm ... ist es krankhaft, bei "Hungry Eyes" ein Loch im Magen zu fühlen? Oder sollten da nicht viel eher tiefere Regionen angesprochen werden? Zudick und Kumpane können sich wohl sicher fühlen bei mir. Fest im Griff haben sie mich. Widerlich, das.

In anderen Blogs scheint Herr Zudick sich auch herumzutreiben. Bei Frau Häsin las ich, dass sie zunächst kein schönes Teil an ihrem Körper fand. Wobei mich die Aufgabe interessieren würde, zu deren Lösung sie dies brauchte? OK ... Körperteile einzeln für sich schön zu finden, fällt mir auch schwer. Problemzonen zu identifizieren ist viiiiel einfacher! Ich mag mein Gesicht. Meine Schultern finde ich gut. Meine Proportionen sind recht harmonisch, trotz zudick. Aber trotzdem würde die Liste der iiiiiiihs wesentlich länger als die der aaaaaahs. Recht ha'm Sie, Frau Häsin ... und schön, dass Sie mit Ihren Händen zufrieden sind :-)

Bei Frau Häsin blieb ich ein bisschen hängen. Zuletzt schrieb sie über Papier-Briefe und bestellte Briefe. Gute Frage. Bestellte Briefe finde ich schrecklich. Sie haben was von Kindheit. Kindheit ist nicht meine liebste Lebenszeit - jedenfalls nicht meine eigene. Nicht, das irgendetwas Schreckliches passiert wäre. Ich hatte ganz normale Eltern, ein ganz normales Geschwister und ein ganz normales zuhause. Kindheit heißt für mich einfach ein Mangel an Selbstbestimmtheit. Die Revoluzzerin in mir mochte nicht Kind sein, mochte nicht Schülerin sein.

Ich denke darüber nach, wie ich mit Briefen umging und umgehe. Dabei fiel mir auf, dass ich außer Glückwunschkarten, Schul-Entschuldigungen im Post-Buch der Röllchen und Urlaubskarten (und die auch mit sehr gebremstem Enthusiasmus) eigentlich so gut wie gar nichts mehr per Hand schreibe! Und einen Brief per Post verschickt habe ich zuletzt wohl vor ein paar Jahren. OK, ich könnte zur Entschuldigung anführen, dass die meisten meiner Verwandten und Freunde so nah leben, dass Briefe sich erübrigen. Ich könnte anführen, dass die anderen lieber telefonieren oder emailen. Ich könnte auch anführen, dass bei mir in der Nähe kein Briefkasten ist und die Schneckenpost furchtbar dauert. Nun ja ... eigentlich bin ich einfach nur zu faul geworden für "richtige" Briefe. Seit ich mit zehn Fingern tippe, dabei eine nicht unerhebliche Geschwindigkeit erreiche und mein Getipptes Dank moderner Informationstechnologie beliebig aufbewahren, ändern, ausdrucken oder vermailen kann, ist mir Handschrift und händisches Auf-den-Weg-Bringen einfach zu lästig. Vor email-Zeiten schrieb ich viel - besonders in Zeiten, in denen ich in WeitWeitWeg lebte und angesichts für mich zu teurer Telefongebühren dann lieber Kuli, Papier und Post bemühte.

Briefe schreibe ich immer noch. Aber andere. Nicht mehr die "Lebenszeichen" an nahe Menschen, sondern eher Klärungs-Briefe. Immer dann, wenn mir etwas besonders zu Herzen geht. So sehr, dass ich Schwierigkeiten damit habe, es mit dem Menschen, den es angeht, im Gespräch zu sagen. Ich nutze dann den Brief, um mich selbst zu klären, bevor ich das tue (oder sogar, um zu entscheiden, ob ich es tue). Meist schicke ich ihn nicht ab bzw. gebe ihn nicht weiter. Aber ich gewinne Einsichten und Klarheit beim Schreiben. Ich habe solche Briefe geschrieben in Umbruchsituationen in meinem Leben und sie haben mir immer geholfen. Zwei oder dreimal handschriftlich, das ist sehr lange her. Im letzten Jahrzehnt immer digital ... und ich schätze die technischen Möglichkeiten, die mir helfen, Dinge immer klarer zu machen, auch mir selbst. Manchmal möchte ich auch jemandem etwas Schönes und Wichtiges sagen und möchte mit der Schriftform dem Gesagten noch mehr Gewicht geben.

Nein ... ich glaube nicht, dass Handschrift oder Post entscheidend ist für das Kriterium "Brief". Ich finde, auch eine Mail ist ein echter Brief, wenn sie im Sinne eines solchen geschrieben wird. Natürlich ist ein Zweizeiler ohne Anrede und Verabschiedung kein Brief. Aber die lange Mail einer guten Freundin aus WeitWeitWeg, die mir über ihre Hochzeitsvorbereitungen erzählt, ihre Aufregung und das neue, aufregende Leben mit Partner in einem fremden Land - das ist für mich ein echter Brief. Und wenn Herr Spring_Roll mir manchmal tagsüber von Schreibtisch zu Schreibtisch ein paar Gedanken schildert, die ihn gerade bewegen ... dann ist das auch ein Brief für mich. Und irgendwie raschelt dann gefühltes Seidenpapier, wenn ich das Umschlagsymbol anklicke ... Sie haben Post!

 

 

29.06.2011 um 06:38 Uhr

Sommer near the City

von: Spring_Roll   Kategorie: Morgenstund

Musik: Der Tag als der Regen kam ...

Er kam noch nicht, der Regen ... auch wenn Wolken sich am Himmel zusammenballen und ihre Farbe langsam von watteweiß zu schwerem Grau wird. Unwetter sind angekündigt am Zellophanfluss. Es scheint, dass wir in diesem Jahr nur entweder-oder-Wetter bekommen. Sengende Hitze oder Gewitter mit so viel Wasser, dass Kanäle überfließen und meine Terrasse statt Töpfen lauter Mini-Pools hat. Heute werde ich den Regen austricksen ... schräg gestellte Blumenkästen.
Mal sehen, ob es nützt Beschäftigt

Nach den Hungeranfällen des Wochenanfangs habe ich mir heute den Wecker eine halbe Stunde früher gestellt und mir Zeit für Salatschnippeln und diesen Blogeintrag genommen. Und gleich treibe ich die Töle auf die Laufstrecke ... Kater hat sich seit gestern morgen zum Glück eine Auszeit genommen. Oder er arbeitet nach meinem gestrigen Blogeintrag gemeinsam mit Zudick an einem Notfallplan mit Evakuierungskonzept ... ?

In dieser Woche schmeckt das Leben nicht würzig, sondern ... überreif. Draußen legt sich die Hitze wie eine pelzige Schicht um die Haut und auf die Geschmacksknospen. Ich bin ruhelos und gleichzeitig träge. Ertrage kaum das Gefühl meines eigenen Körpers. Beim Laufen gestern morgen kam es mir so vor, als ob der runde Ausschnitt meines Laufshirts und zwei dünne Halsketten mich strangulieren. Und Bahn fahren ist eine Qual - wegen der Enge mit vielen schwitzenden Menschen ebenso wie wegen der schwitzigen Kunstledersitze. Aushalten kann ich es draußen eigentlich nur noch frühmorgens und spätabends. Von Juni bis August ist mein Lieblingsplatz unter der Eisdusche im Sportclub ...

Draußen liefern sich gerade die Vögel ein frühmorgendliches Gesangsduell in der Kastanie und auf den Stromleitungen. Mein diesjähriger Superstar steht bereits fest ... die Amsel, die immer auf dem Dachfirst gegenüber sitzt und aus voller Brust schmettert. Fröhlich

Gott- und Chefseidank habe ich wenigstens inzwischen ein tagsüber kühl bleibendes Büro. Im letzten Jahr war das leider anders ... da saß ich mit Füßen im Wasserkübel am Schreibtisch und beobachtete, wie mein geschmolzenes Hirn langsam aus den Ohren lief. In diesem Jahr geniesse ich meine kühle Oase und merke, wie mein Körper atmen und mein Kopf besser denken kann ... übrigens erfreut auch hier die Vogelpopulation mit täglich neuen Kompositionen. Schön, das!

Worüber wollte ich noch schreiben? Egal eigentlich ... denn heute geht es mir richtig gut! Und jetzt muss ich nur noch dieses Gefühl mitnehmen in den Arbeitstag und kopfüber abtauchen in mein Projekt des Monats ... Geht doch!

 

28.06.2011 um 07:10 Uhr

Hunger ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Schwerkraft

Musik: Spice of Life (Earth, Wind and Fire)

Manchmal frage ich mich, ob dieser Hunger in mir jemals gestillt werden kann. Oder genauer: womit er zu stillen wäre. An einem typischen Morgen sitze ich in meinem Büro, das Frühstück ist drei Stunden, einen zehnminütigen Fußmarsch, eine Bahnfahrt und fast zwei Stunden Recherche am PC her … und in meinem Bauch ist ein riesengroßes Hunger-Loch. Ich trinke heißen Tee und spüre beim Trinken das Loch dreidimensional in Kehle und Magen. Und ich weiß nicht, ob irgendetwas, was ich jetzt essen könnte, das Loch füllen kann. Kohlehydrate helfen manchmal. Und danach rollt sich der fette Kater in meinem Schoss zusammen und sorgt dafür, dass ich zwar keine Zufriedenheit, dafür aber Völle und Sodbrennen spüre. 

 

Allmählich glaube ich auch, dass es gar nicht nur das Essen ist, nach dem ich hungere. Mein Körper hat nur keine andere Sprache. Wenn ich ein paar Jahre zurückdenke, gibt es da eine Phase, in der ich Hunger anders spürte. Ich hatte fast 25 Kilo abgenommen, lief jeden Tag und hatte mich selbst als sinnliches Wesen wiederentdeckt. Sinnlich nicht im Sinne von sexuell, sondern im Sinne von Wahrnehmung des eigenen Selbst und der Schwingungen um mich herum. Ich war verliebt in den Sommer, neue Menschen und neue Eindrücke. Es ging nicht um Männer dabei. Eine der schönsten Erinnerungen ist eine laue Sommernacht in einem wunderschönen Garten. Wir feierten den runden Geburtstag einer Freundin und saßen bis spät in die Nacht in einer Frauenrunde mit Wein unter einem unglaublichen Sternenhimmel. Ich war glücklich in dieser Nacht … satt. In diesem heißen Sommer brauchte ich keine Kalorien, um mich zu füllen, sondern Anregung. Ich aß mit Wahl, Bedacht und Genuss, wurde satt und wuchs … so sehr, dass ich meinen Rahmen wechseln musste. Ich änderte mich und deshalb auch mein Leben. Fröhlich

Irgendwann merkte ich wieder, dass ich nicht mehr satt wurde. Der Betriebsstoff reichte nicht, um die gewünschte Leistung zu erzielen. Die Flamme meiner Energie-Lampe wurde vom Wind schneller verzehrt als ich nachfüllen konnte ... auch, weil andere kräftig in die Flamme bliesen. Ich goss und goss … und wenn es keine Anregung und keine guten Gefühle mehr gab, aß ich gegen den Energieverlust an und sportelte gegen die Kalorien. Traurig

 

Am Anfang war das recht erfolgreich. Ich fühlte mich zufrieden mit mir selbst und meinem Körper und strahlte das auch aus. Auch die Energie-Sauger waren aus meinem Leben verschwunden. Aber ich schaffte es trotzdem nicht lange, das Gleichgewicht zu halten - das böse W gewann Gramm für Gramm Terrain, begleitet von seinen Kumpanen Töle und Kater und dem allgegenwärtigen Hunger.

Der Tee füllt meinen Bauch. Zufrieden macht er mich nicht. Traurig

Es gibt Menschen, die so übersättigt sind, dass sie das Schmecken in Seminaren neu erlernen.

Ich möchte lernen, mein Leben neu zu schmecken ... denn Würze hat es eigentlich genug.

Vielleicht stillt das ja sogar meinen bohrenden Hunger?

Die Töle und der Kater schauen auf meinen Bildschirm mit aufgestellten Nackenhaaren. Keine Angst, ihr beiden ... es wird dauern, bis ich dorthin gelange. Aber vielleicht sollte ihr beide euch ja doch nach einem lauschigen Plätzchen umschauen ... so in gefühlten fünf Lichtjahren Entfernung etwa ... nur vorsichtshalber, natürlich Wütend

24.06.2011 um 08:23 Uhr

Thanks God it's Friday

von: Spring_Roll   Kategorie: Morgenstund

Musik: High Energy

Frau Laufpartnerin ist wieder da ... wie schön!

Aber auch ohne sie ist die Woche sportlich gesehen im Positiv-Bereich. Montags Laufen morgens UND Sportclub abends, Mittwoch eine sportliche Mittagspause und gestern (bei uns am Zellophanfluss Feiertag) eine Stunde von dem Un-Sport, der Muskeln schmerzen lässt, deren Vorhandensein frau vorher nicht einmal ahnte ... YOGA. Heute dann die Wiedersehens-Extrarunde mit Frau Laufpartnerin und gute Vorsätze für's Wochenende.

Gutes für die Seele gab's gestern abend ... ein Spontantreffen mit Frau Beste Freundin. Jede Menge Röllchen (ihre und meine) gut beschäftigt und wir beide mit Flasche Wein auf Balkonien ... wunderbar!

Tja, und nun heißt es erst einmal schaffen ... denn der beliebte "Brückentag" ist für Frau Spring_Roll ein ganz normaler Arbeitstag. Zwar hat Röllchen 1 frei, doch die Schule von Röllchen 2 hat prompt Bundesjugendspiele angesetzt. So hieß es heute früh, ein widerspenstiges Röllchen beim Packen der Sporttasche zu unterstützen (Regenjacke rein, Plastik-"Wumme" raus, Ersatz-T-Shirt diskutieren ...grrrr). Allerdings durfte ich heute auch noch eine zweite Tasche packen ... die Röllchen gehen nämlich nachher campen.

Und Frau Spring_Roll? Die startet jetzt an den Schreibtisch und freut sich nach erfolgreicher "Arbeits-Brücke" auf einen gemütlichen Abend mit dem Liebsten ...

 

 

 

 

22.06.2011 um 07:29 Uhr

Back to normal?

von: Spring_Roll   Kategorie: Morgenstund

Musik: Back to my roots (Odyssey)

Moin, Gemeinde ...

Back to normal ... wenn alles wieder seinen gewohnten Gang geht. Unser Wetter jedenfalls scheint eine normal-Phase anzustreben. Am Zellophanfluss sinkt langsam der Wasserstand und auch meine Blumentöpfe trocknen peu à peu wieder. Dummerweise hat's die Margarite nicht geschafft. Erst brennende Sonne, dann feuchter Überfluss ... und nu isse braun und will nicht wieder - armes Ding! Himmel derzeit mal wieder grau und fieselträchtig ... wie so oft im Juni, wenn eigentlich alle nach Sonne und Aufenthalt im Freien hungern.

Back to normal ist Frau Spring_Roll auch im örtlichen Sinne. Nach einem kurzen Intermezzo mit salzigerem Wasser und Sand ist Frau Spring_Roll seit vorgestern wieder im normalen Trott von Arbeit, Röllchen und Sport. Jedenfalls fast, denn Frau Laufpartnerin urlaubt und so fehlt eine wichtige Motivation zu morgentlichen Waldläufen (oder hättet ihr gedacht, dass ich Töle und Kater im Halbschlaf allein gewachsen bin???? Bin ich gelegentlich und darauf bin ich stolz ... aber meistens hilft es ungemein, dass Frau Laufpartnerin in aller Früh klingelt ). Aber Freitag ist sie ja wieder da Fröhlich!

Fast back to normal auch in Sachen Ernährung. Zwar schaffe ich in dieser Woche noch nicht meine zwei täglichen Salate, aber insgesamt lebe ich etwas gesünder und etwas weniger. Am Montag habe ich es zum ersten Mal mit Dinner-Cancelling nach dem Sport versucht. Toller denglischer Ausdruck für abendliches Darben. Fiel mir an diesem Montag leicht, mal sehen, wie es nächste Woche klappt? Die EHEC-Entwarnung für Tomaten, Salat und Gurke liess mich jedenfalls aufatmen ... am Wochenende danach habe ich sogar Salat GEFRÜHSTÜCKT!!!! Und das böse W hat mir auch eine Freude gemacht ... die Zahl, die ich nie mehr sehen wollte, rückt langsam, aber sicher vom Zeiger weg! Fröhlich

Definitiv back to normal ist die Arbeit. Und das nicht im schlechtesten Sinne. Ein kurzfristiges Projekt mit spannendem Chaos-Faktor und ein paar Herausforderungen ... und vielen interessanten Menschen!

Frau Spring_Roll is back ... normal oder nicht!

08.06.2011 um 07:34 Uhr

Sintflut - Sinnflut?

Stimmung: zerfasert
Musik: Heut ist Konzert bei den Fröschen am See ...

Wasser sticht Erde und Blumenkübel. Es regnet, regnet, regnet. Hier ein Bach, der statt klar zu plätschern nun lehmfarben reissend daherstürzt. Dort ein Spontan-Wasserfall an einer Böschung und über den Weg schlängelt sich ein Bachlauf, wo früher keiner war. Was ich gestern für komische braune Grashüpfer hielt, entpuppte sich heute als Unmengen winzigkleiner Frösche. Und auch alte Bekannte scheinen Probleme mit der Wetterlage zu haben: der Habicht, der sonst auf einem Baumstumpf thront oder elegant über die Felder gleitet, konnte heute nur ungeschickt flattern, um seines nassen Gefieders Herr (oder Weibchen?) zu werden. Aber ... der Wald riecht einzigartig, wenn es regnet!

Warum ich über das Wetter schreibe? Vielleicht, weil ich anderes zurzeit nicht schreiben kann/mag. Ich muss über vieles nachdenken in diesen Tagen. Da fällt es schwer, über Tölen und Kater leicht daherzuplaudern. Und noch schwerer, Konsequenz walten zu lassen.

Trotzdem eine kleine Bilanz: Stolz bin ich darauf, dass ich meine Sport-Termine weitestgehend einhalte. Dreimal Laufen schaffe ich immer, oft viermal. Und meistens gelingt mir auch mindestens ein Sportkurs pro Woche. Das ist immerhin schon einmal ein Anfang. Im Büro liegt jetzt immer Obst und ein kleines Messer - statt dem Gang zum Kohlehydratdealer versuche ich es bei Heißhunger ausserhalb der Mahlzeiten jetzt erst einmal mit einem Apfel oder einer Birne. Der Salat fehlt mir. Noch mehr, als ich dachte. Eine warme Mahlzeit am Abend gibt mir nicht dieses zufriedene Gefühl von Vielfalt in Beschaffenheit und Geschmack. Ich sehne mich nach Rucola, nach Frisee, nach Tomaten, Gurken, Lauchzwiebeln und Paprika. Und ich denke, so wie mir geht es Einigen.

Ob ich abgenommen habe, weiss ich nicht. Das böse W bleibt derzeit tief unter dem Badschrank. Ich mache einfach weiter. Versuche, mir bewusst zu machen, was ich esse und warum. Ich möchte es lernen, zwischen wirklichem Hunger und Kompensation zu unterscheiden und entsprechend zu handeln. Selbstbestimmt.

Meine Pflastersteine für diese Woche:

1. mehr trinken - vor allem Wasser.

2. abends bei Süßhunger die alte Methode anwenden: erst eine Riesentasse Tee, dann ein Mini-Stück Schokolade. Ich hoffe, es klappt ...

 

06.06.2011 um 07:40 Uhr

Himmelsschleusen ...

Stimmung: nachdenklich
Musik: Here comes the rain again (Eurythmics)

Ein Lied mit Regen? Als erstes fiel mir natürlich Singing in the rain ein. Aber nein, zum Singen war den Menschen hier am Zellophanfluss gestern wirklich nicht zumute. Eher zum Heulen. Es gewitterte. Heftig. Und eigentlich sehnlichst erwartet von wegen drückend schwerer Luft und vertrocknenden Gärten und Feldern. Doch was nach einer halben Stunde genug gewesen wäre, geriet in die Endlosschleife. Offenbar hat Petrus den Schliessmechanismus der Himmelsschleusen nicht rechtzeitig in die Inspektion gegeben - und so haben sie erst wochenlang geklemmt und dann den ganzen Segen auf einmal ausgegossen. Als die Spring_Roll aus dem tageslichtlosen Raum wieder auftauchte, in dem sie gestern arbeitete, waren die Himmelsschleusen gerade wieder verschlossen. Überall auf den Straßen Menschen mit Schaufeln und Eimern, Pumpen in jedem zweiten Keller. Feuerwehrautos in Massen und überall Wasser und Schlamm.

Zuhause warteten die Röllchen schon mit den Neuigkeiten: Keller nass. Doch ... Gottseidank ... es war dann gar nicht so schlimm. Wir sind richtig glimpflich davon gekommen! Der nasse Keller war nur ein Fleck an der Außenwand und ein kleiner auf dem Boden (Stein, trocknet einfach). Und dank unserer cleveren Plastikkistenlagerung ist unseren Sachen gar nichts passiert. Regelrecht abgesoffen war dagegen meine grüne Oase auf dem Balkon. Töpfe und Pflanzschalen wurden zu Teichen, der Mini-Teich selbst war voll bis zum Rand. Aber das bisschen Abschöpfen war zum Glück schnell gemacht ...

Richtig schlimm fand ich allerdings die Nachrichten in der Zeitung. Denn das Unwetter hat ein Leben beendet. Ein ganz junges Mädchen, jünger als mein ältestes Röllchen, wurde bei dem Versuch, ein Kellerfenster abzudichten, vor den Augen seiner Eltern von einer abrutschenden Betonbefestigung getötet - schrecklich.

Und so bin ich heute sehr, sehr nachdenklich ...