Frühlingsrollen und die Gesetze der Schwerkraft

30.07.2012 um 12:33 Uhr

Schreibhemmung

Die selbst auferlegte Zensur fällt schwer. So sehr hatte ich mich daran gewöhnt, blogigo als Ventil zu nutzen, Gefühle direkt in die Tasten zu sortieren.

Zwei, drei Ansätze für "nette" Geschichtchen, jedes Mal wieder verworfen. Keinen Bock auf "nett". Und so spule ich zu Fuß oder per Rad meine Kilometer ab, während mein Hirn überdreht. Am liebsten würde ich auf und davon rennen, immer weiter. Stattdessen zirkle ich den kleinen mir erlaubten Radius ab. Und zähle die Stunden, bis ich wenigstens mal ein paar Hundert Kilometer zwischen mich und den Alltag und alles andere legen darf.

 

28.07.2012 um 09:36 Uhr

Duck Story

Mein Leben - ein Disney-Film. Erinnert ihr euch noch an die vier Bulldoggen beim Wandern, die glatt für ein hündisches Standbyme durchgegangen wären?

Heute morgen, schlaftrunken in die Küche taumelnd und mit mechanischen Bewegungen den Wasserkocher befüllend. Der übliche Blick aus dem Fenster auf die Hauptstraße von Dorf. Und da ist sie ... zielstrebig, verantwortungsbewußt, todesmutig. Die Ente. Und sie ist nicht allein. Ihr folgen fünf andere, wahrscheinlich ihr Nachwuchs. Und die marschieren jetzt im "Entenmarsch" an der Straße entlang. Als ich mir bewusst werde, was ich da gerade sehe, sind sie längst verschwunden. Der kleine Kamikaze-Trupp, weibliche Entenpower (ein Erpel war nicht dabei). 

Und ich hoffe, dass die Ententruppe auf ihrem Weg zum Zellophanfluss ein wenig Hilfe findet ... eine Kreuzung, ein Bahnübergang und noch eine gefährliche Straßenquerung warten. 

 

22.07.2012 um 09:02 Uhr

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Musik: while you're talking in your sleep ... (aus den 80ern)

Eine Mail aus der "Vergangenheit".

Und der Entschluss, meinen Weg durch Single-Dschungel und herzliche Verwicklungen momentan lieber hinter der Bühne zu gehen. Ich rufe die Clowns ... Töle und Kater unterhalten den geneigten Leser, während Frau Rolle sich mit ihrem inneren Club in Klausurtagung begeben wird.

Ich habe die Mail beantwortet. Und gehe jetzt mit dem um, was sie mit mir macht ...

 

 

20.07.2012 um 22:26 Uhr

Professionelle Vergrämung

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: Heul doch (La Fée)

Vergrämen nennt man es, wenn ein Ort für Schädlinge so unattraktiv gemacht wird, dass sie von allein den Lebensraum wechseln. Macht man so bei Tauben. Es muss unbequem werden, dann wechseln sie den Stammplatz.

Ich erwerbe gerade mein Diplom im Männer vergrämen. Bravo, Frau Rolle!

Was wäre eigentlich schlimm daran, wieder jemandem nahe zu kommen? Richtig: gar nichts! Aber die Vergangenheit blockiert, legt sich wie ein Pelz um meine Empfindungen. Dabei will ich doch so gerne wieder fühlen ... so richtig mit Körper und Seele. Was funktioniert, ist nicht das Gefühl, sondern nur die verdammte Phantasie. Und in dem Moment, in dem sie ruht, rudere ich zurück. Et voilà ... Männer vergrämen für Fortgeschrittene. Und mich selbst vergräme ich bei der Gelegenheit gleich mit ...

Blöde Rolle!

 

20.07.2012 um 15:22 Uhr

Was nützt die Liebe in Gedanken?

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Ich hätte auch schreiben können: Begegnung mit der Vergangenheit.

Irgendetwas will, dass ich noch einmal zurückschaue. Mich auseinandersetze. Es sind viele kleine Puzzlestücke. Die Rückansicht eines Mannes, der "jemandem" von hinten so sehr ähnelt, dass ich, mein Rad von einem Termin zurückschiebend, in der Unterhaltung mit meiner Kollegin stocke und Panik hochsteigen fühle. Die Jeansjacke eines Flirts, die mir die Erinnerungsflashs ins Hirn schiesst. Eine Begegnung in einer Fussgängerzone mit jemandem, der zu "seinem" Leben gehört. Nicht nur einmal, gleich zweimal traf ich sie innerhalb einer Stunde. Die Fussgängerzone ist klein ...

Ich habe sie gegrüsst. Ein Lächeln, ein oberflächliches "wie geht's dir" "gut" von beiden Seiten. Ich habe nichts gesagt und sie hat nicht gefragt. Die unausgesprochenen Fragen standen im Raum. Ich weiss, wie wenig sie weiss ... und ging aufgewühlt weiter. Zum Glück Richtung Nestwärme ... in das kleine gemütliche Bistro, in dem meine Freundinnen warteten.

Und nun zur Überschrift, wie sie da steht ... übrigens beim Titel eines anderen Blogs "ausgeliehen".

Denn ich habe festgestellt, dass Männer in den letzten Monaten zwar meine Gedanken bevölkern ... es dabei aber auch dann bleibt. Jedes Mal, wenn mehr Intensität "droht", rudere ich zurück. Ich kann flirten, sogar zweideutig werden ... aber wehe, jemand kommt mir näher als auf die intellektuelle Ebene. Die Liebe in Gedanken ... sehr sicher, aber auch sehr einsam ...

(und NEIN, sie nützt gar nix ...)

 

18.07.2012 um 10:45 Uhr

Wer will ich sein?

Musik: Que sera? (Doris Day mal wieder)

Cape Girl (Freundin) hat einen Coach. Weil sie in ihrer neuen Führungsposition lernen will, ihr Team auch wirklich zu führen. Das Münchner Kindl auch. Aus demselben Grund. Beide sind hoch kompetent in ihrem Beritt.  Beide mögen es, wenn die Menschen, mit denen sie zu tun haben, sie mögen (wer nicht?). Und beide tun sich furchtbar schwer damit, die Sacharbeit zu delegieren und sich mit Führungsentscheidungen auch mal unbeliebt zu machen.

Während des Kindls Coach der "Hausaufgaben"-Methode anhängt und damit bei ihr auch erfolgreich ist, wird Cape Girl mit ihrer Persönlichkeit konfrontiert ... und auch mit ihrer Geschichte. Ihre erste Übung war es, sich ein Foto herauszusuchen, das darstellt, wie sie gerne wäre. Sie wählte eine Frau auf einer italienischen Piazza, elegant, souverän und Aufmerksamkeit erregend ... eine, der die Menschen hinterherschauen. Gefragt, wo sie jetzt ist, wählte sie eine nachdenkliche Marilyn Monroe. Schön, erfolgreich und tief traurig, letztlich am Leben scheiternd. Cape Girl kommt von ganz unten ... und will nach oben durch eigene Kraft. Der Hauch von Glamour, den sie so liebt, ist nur ein äußeres Zeichen dafür. Cape Girl ist wahrscheinlich die einzige Frau in ihrer eher von Gesundheitsschuhen geprägten Branche, die im Satinkleid und 10-cm-Lackschuhen einen fundierten Vortrag über Nachhaltigkeitsfragen halten kann ... und ich liebe sie auch dafür. Und ihre Zerrissenheit kann ich nachfühlen ...

Wer bin ich und wer will ich sein?

Die Zuhörerin hat mir gestern etwas gesagt, dass ich nicht hören wollte. Und ich habe mir etwas eingestanden, das ich nicht haben wollte und für das ich mich schäme. Ich schiebe etwas unter den Teppich. Seit Monaten. Verstecke es unter Optimismus und Aktivismus. Es bricht hervor als Lethargie und Ambivalenz, als Störfeuer gegen alles Neue. Ich werde mich der Frage stellen müssen, warum ich so sehr liebte und warum mir das Loslassen trotz allem so schwer fällt. Denn immer noch sind da zu viele "Trigger", zu viele Ängste und zu viele "Meßlatten", die dieser Mann setzte. Ich muss noch einmal hineinsteigen in die graue, ölige Brühe. Diesmal allein.

Wer ich bin? Julia Roberts in "Der Feind in meinem Bett" ... verängstigt in einer Ecke kauernd und auf Rettung wartend ... aber der Deus ex Machina hat gerade Urlaub ... muss die Prinzessin sich selbst retten.

Wer ich sein möchte? Eine coole souveräne Frau mit weichem Kern ... wie die "Frenzy" in "Abgeschminkt", gespielt von Katja Riemann (die danach schlechtere Filme machte) die irgendwann mit ihrem Flirt Dominique Horowitz mit den abstehenden Ohren auf der Spielplatzschaukel sitzt und laut "Wo die großen Elefanten spazieren gehn" singt. Genialer Film von Katja von Garnier übrigens aus den frühen 90ern ... unbedingt gucken!

Also eigentlich schon so, wie ich bin ... und so, wie mich meine nahen Menschen empfinden. Äusserlich wäre ich gern ein bisschen schlanker. Vielleicht schaffe ich das irgendwann, vielleicht auch nicht.

Nochmal ... wer will ich sein?

Ich will die Frau sein, die Hand in Hand und voller Leichtigkeit mit einem Mann auf der Spielplatzschaukel sitzt. In diesem einen Moment frei von Verantwortung und Zukunftssorge.

Die will ich sein ...

 

 

 

 

17.07.2012 um 11:16 Uhr

Raus!

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: I will survive (Gloria Gaynor)

Es gibt Menschen, die gehen nicht.

Die gehen körperlich. Verschwinden aus dem Alltag. Aber es bedarf oft nur einer winzigen Kleinigkeit von Ereignis, eines federleichten Gedankens ... und schon überlagern sie alles, was dazwischen war, mit den Gefühlen, die ich für sie habe.

Wer sind diese Menschen? Es sind Menschen, die besonders tief berührten. Der Mann, den ich während meines Auslandsjahres nur einen Abend küsste und der mir nie aus dem Kopf ging. Wichtiger als der, der mein "Erster" war. An diesen Mann denke ich heute noch manchmal. Dann ist da der, der direkt nach meiner Ehe kam. Extrem in allem. Ich ging nach einem knappen Jahr, bevor ich kaputt ging. Er arbeitete für ein großes Filialunternehmen im Lebensmittelbereich ... noch heute kann ich nicht ohne einen "Stich" dort einkaufen. Und mache einen Bogen um seinen Wohnort. Selbst wenn ich auf der Autobahn an der Ausfahrt vorbeifahre, hüpft mein Magen ... auch noch nach neun Jahren.

Oder der, den ich drei Monate lang liebte und der mich einen Abend vor einem "runden" Geburtstag einfach telefonisch "entsorgte". Noch heute kann ich diesen Vornamen nicht lesen, ohne innerlich zu zittern.

Und nun ist da wieder eine "Schablone". Der Mann, den ich liebte bis zur Selbstzerstörung. Es endete gerade rechtzeitig. Und es war gut, dass es zu Ende ist. Ich habe losgelassen mit aller Kraft. Und trotzdem ist er immer noch da. Mit seinen Maßstäben. Mit der Anziehung, die er auf mich ausübte. Mit seinem gefühlten Urteil über alles, was ich tue und sage. Er ist nicht mehr da, aber er kontrolliert mich noch. Denn ich bin immer noch nicht frei von ihm. Ich treffe andere Männer. Ich flirte sogar. Aber am Ende des Tages bin ich allein und ziehe Bilanz. Maßstab nicht erreicht. Er steht dazwischen. Immer noch.  

Den Maßstab Körpergröße setzten die drei übrigens zusammen ... und das körperliche Wohlgefühl auch. Alle drei waren genau so groß, dass meine Schulter unter ihren Arm passte, wenn ich normale (d.h. ca. 7 cm hohe) Schuhe trug. Himmlisches Gefühl ... Und alle drei rochen gut ... ich verliebte mich auch in ihren Geruch. Alle drei kleideten sich im Job sehr klassisch ... ich schmelze dahin bei Männern im Anzug, die diesen souverän tragen. Alle drei waren eher blond. Zwei von dreien waren Macht-Menschen, Alpha-Tierchen.

Was muss ich tun, um von euch frei zu werden, Schatten-Männer?

 

 

16.07.2012 um 09:53 Uhr

Eintrag weg ...

Mein langer Eintrag von Samstagnacht ist weg. Irgendwie der Blogigo-Panne von gestern zum Opfer gefallen. Leider Eure Kommentare auch ... wbidi und nicci.

Beim Eintrag bin ich mir allerdings nicht sicher, ob es nicht sogar gut ist, dass er weg ist ... schliesslich liess ich mich über Vergangenheit aus und darüber, wie das Bild von Menschen, die nicht mehr in meinem Leben sind, sich über jetzige Situationen schiebt ... quasi als Schablone. Deshalb ... Schluss mit der Vergangenheit. Leben im jetzt ...

Und die ideale Umarmung ... wird es irgendwann wieder geben. In anderer Besetzung, und sie wird sich anders anfühlen ... aber mindestens ebenso gut. Wahrscheinlich sogar besser, weil ich diesmal vielleicht das Glück haben werde, dass das Miteinander besser für mich ist als die Vergangenheit.

Tschüss, alte Muster ...

 

P.S. Um noch mal auf den verschwundenen Eintrag zurückzukommen: Hochgewachsene Männer zu bevorzugen, mag mancher (kleiner gewachsene Mann) als oberflächlich abtun ... und natürlich ist es nicht nur das, was an einem Mann anzieht. Aber AUCH das. Und wenn mein eigenes Körpergefühl sich im Club der Napoleons nicht entspannen mag, dann hat es nun mal keinen Sinn. Es geht um Anziehung und Gefühl ... und beides funktioniert nicht nach den Regeln von politisch korrekt. Klar ist ein "langer Idiot" auch indiskutabel ... aber ein brillianter Napoleon mag mich geistig reizen, ich fühle mich neben ihm aber nicht auf diese gewisse Art weiblich.

 

13.07.2012 um 23:34 Uhr

Dschungelfunk

von: Spring_Roll   Kategorie: In the Jungle

Musik: Mal wieder der Löwe ...

Vor 11 Tagen schrieb ich über Desinteresse und Disaster.  Über Dschungel-Männer und ihre "Offenherzigkeit" mit Daten. Alle drei, das Disaster, Mr. Incognito als auch der Datentürsteher sind Geschichte. Das Disaster aus den erwähnten Gründen. Die anderen beiden waren sympathisch, aber das gegenseitige Interesse reichte nicht aus für ein Treffen. 

In dieser Woche war ich dafür im Süden. Auf einer Dachterrasse in einer weit entfernten Stadt trank ich Wein und flirtete mit einem klugen Mann, der für mich Gedichte schrieb. Ich war nicht wirklich dort ... aber es fühlte sich ein paar Momente lang so an ... gut an.

Der Fernpoet ist inzwischen zurück in Deutschland. Sein Büro und meins sind nur 20 Fahrradminuten voneinander entfernt. Unsere Leben leider etwas entfernter ... aus vielen Gründen. Er ist ein besonderer ... der Fernpoet. Wir werden sehen ... uns auch.

 

 

11.07.2012 um 12:49 Uhr

Es tut sich was ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Seelische Gärung

Gärung. Schon seit Monaten. Gedankenwerkstadt. Gefühlslaboratorium. Bewegungstherapie. Hört sich schwierig und kompliziert an. Ist aber ... anders. Fühlt sich an wie das Aufwallen einer Erkältung nach Einnahme der homöopathischen Globuli. Das letzte notwendige Aufbäumen, das den Heilungsprozess in Gang setzt. Es schüttelt mich, es geht an die Grenzen ... aber ich merke jetzt schon, wie gut das ist, was dabei herauskommen wird.

So intensiv wie jetzt habe ich noch nie mich selbst und mein Leben auf den Prüfstand gestellt, hinterfragt, neu bewertet. So intensiv wie jetzt habe ich mir noch nie erlaubt, um mich selbst zu kreiseln. Und ich bin meinen "nahen Menschen" dankbar, dass sie mir den Raum dafür geben - und den Rückhalt ihrer Freundschaft, wenn ich sie brauche.

Mein neues Hobby Wandern bringt mir überraschenderweise nicht nur Bewegung, sondern auch kleine Glücksmomente zwischenmenschlicher Natur. Zeit meines Lebens war ich eine, die Menschen wunderbar zusammenbringen konnte, aber in Gruppenstrukturen und -hierarchien oft aneckte. In diesem losen Zusammenschluss von Individuen mit gleichem Hobby werde ich plötzlich in Gruppen eingeladen. "Man" möchte mich dabei haben ... zum Beispiel bei einer Wochenendtour, die der "feine Mensch" organisiert. Oder bei der England-Tour der Vogelschwester. So etwas tut einfach nur gut.

Im Nachdenken weiter kreisle um mich selbst, aber langsam schlägt der Brummkreisel aus, gerät aus der Rotation in eine weitere Bahn ... nicht mehr lange, und ich werde die Welt um mich herum anders wahrnehmen. Schon jetzt werden die Umrisse klarer, die Farben kräftiger ...

Ein paar Rotationen brauche ich noch ... und jede einzelne ist wichtig. Ich steig mal wieder auf den Kreisel ...

 

10.07.2012 um 07:52 Uhr

Ambivalenzia Frühlings-Rolle

von: Spring_Roll   Kategorie: Seelische Gärung

Musik: Summertime (Gershwin)

Die Kategorien in Blogigo verwirren mich. Eigentlich würde ich viele Einträge mehreren Kategorien zuordnen wollen, geht aber nicht. Also entscheide ich mich für eine, die nie wirklich passt.

Guten Morgen, Frau Ambivalenzia Frühlings-Rolle. So kompliziert, wie ich momentan fühle und denke, ist der Doppelname so was von angebracht!

Vergangenheit überlagert immer noch Vieles. Sehnsucht und Angst treffen sich, sobald Nähe droht. Also bleibe ich im "Ungefährlichen". In meiner Seifenblase, meinem Kokon aus Selbstschutz. Beneide die Sommer-Paare um mich herum und kann doch keinen Schritt auf jemanden zugehen. Verstecke mich im theoretischen. Kann große Gefühle nur in Texte fassen, nicht in Leben umsetzen. 

Gut, dass es gerade den großen Schwarzen von oben gibt, der mein Schmusebedürfnis erwidert. "Seine" Frauen sind verreist. "Seine" Hunde auch. Und so maunzt er mich glücklich an, sobald sich der Schlüssel dreht. Einsam fühlt er sich ... wie ich auch. Und so sitzen wir beide auf Nachbarinnens Sofa, ich kraule, er schnurrt ... und uns beiden geht es ein Stückchen besser ...

 

 

08.07.2012 um 23:10 Uhr

Worauf bin ich stolz?

von: Spring_Roll   Kategorie: Schwerkraft

Musik: Pride (U2)

Worauf ich stolz sei, fragst du in deinem Blog, indalo.

Eigentlich nicht ich, sondern du ... allgemein ... also alle BlogianerInnen.

Aber ich ... ich habe darüber nachgedacht. Eine von so vielen Nachdenklichkeiten der letzten Monate. Und ich glaube, dass die Absenz von Selbstwertgefühl auch die Absenz von Stolz bedingt. 

Denn ich finde, Stolz ist etwas sehr, sehr persönliches. Nichts kollektives. Das klassische Beispiel ist Sport (bei mir eher zweckfrei, da ich mit Passivsport so gar nichts anfangen kann). Aber ... bleiben wir beim klassischen Beispiel ... würde ich Sport schauen, käme es mir trotzdem nicht in den Sinn, von "wir" zu sprechen. Ich würde mich freuen, dass eine Mannschaft gewinnt, dass gute Leistungen erbracht wurden. Aber es wäre nicht mein Stolz. 

Ich bin nicht stolz auf mein Leben. Denn das, was ich geschafft habe, ist für mich selbst nicht genug. Ich habe gelernt, mich nur auf mich selbst zu verlassen. Und mich zu biegen wie eine Birke, um den Erwartungen anderer gerecht zu werden. Im letzten Jahr ist der Stamm der Birke fast gebrochen. Und gerade setze ich mein Leben und meine Seele aus Bruchstücken wieder zusammen. Ich bin nicht stolz darauf. Denn schließlich habe ich es so weit kommen lassen, dass meine Seele zersplitterte.

Und nun frage ich mich: worauf in meinem Leben könnte ich stolz sein?

Es gibt einiges, für das ich dankbar bin. Freunde zum Beispiel.

Vieles, vor dem ich Angst habe und nach dessen Bewältigung ich Erleichterung verspüre.

Aber Stolz? Den spüre ich nicht ... im Gegenteil. Vielleicht bin ich ja gar nicht dazu fähig?

 

08.07.2012 um 09:53 Uhr

Müllers Lust und der gedoppelte Kater

von: Spring_Roll   Kategorie: Kater

Musik: lieber Ruhe ...

Draussen regnet es. Nicht ungewöhnlich in diesem Sommer, der keiner ist und in dem Sandalen schon Anfang Juli in den Geschäften verramscht werden. Heute hatte der Wetterbericht recht. Gestern nicht. Glücklicherweise. Denn Frau Rolle hatte großspurig ein paar ortsunkundigen Menschen versprochen, sie auf Wanderpfaden durch die grünen Hügel über dem Zellophanfluss zu führen und dabei auch ein paar historisch interessante Punkte wie unser Mini-Stone*henge, den Ex-Vulkan und eine Ruine zu streifen. Als wir uns mittags trafen, schwitzte ich Blut und Wasser. Da standen 12 Leute aus vier Kontinenten und über ihnen ... dunkelgraue Wolken. Über mir die dunkelgraue Wetterberichtswolke: Gewitter am Nachmittag. Da die Strecke sich in Kurven und Dorf herum schlängelt, habe ich mich dann angesichts der Möglichkeit, notfalls abzukürzen, "getraut". Und was soll ich sagen? Sechs Stunden fantastisches Wetter ... und den ganzen Abend auch noch. Was dazu führte, dass ich den größten Teil "meiner" Gruppe dann noch auf ein kleines Weinfest mitnahm. Was gut war und gefiel. Gestern abend jedenfalls.

Der Müller aus dem Volkslied hatte Lust. Auf Wandern natürlich. Auf gute Gespräche. Darauf, dass die gestrigen Mitwanderer sich jetzt kennen, mögen und wieder gemeinsam losziehen werden.

Der Regen aus dem Wetterportal kam dann heute. Mit Persistenz, Donner und Blitz. Und das - in Kombination mit der vernunftbedingten Absage einer Wanderung über recht unwegbare Strecken - gibt mir jetzt Zeit, meine beiden Kater zu pflegen.

Auf den verschmusten Schwarzen in der Wohnung über mir (Nachbarinnens sind im Urlaub) freue ich mich allerdings weit mehr als auf das Hätscheln meines altbekannten Viechs. Denn der inzwischen zum Muskelkater mutierte Fresskater hat heute infolge Weinfest (siehe gestern!) seine Krallen tief in meinen Schädel geschlagen ... blödes Viech, hätte ich dich doch nicht trainiert!!!!

Wenn wundert's bei so viel Action, dass an der Dschungelfront derzeit Stille herrscht?

 

 

 

03.07.2012 um 07:03 Uhr

Katastrophe?

von: Spring_Roll   Kategorie: Error (m)

Musik: Kinderlied ...."Da waren's nur noch neun ..."

Das Disaster ist abgehakt. Ich liess michin einer entspannten Feierabendsekunde breitschlagen, ihn auf seiner Behördennummer anzurufen. Mir begegnete eine stark vom lokalen Idiom geprägte Stimme. Nicht unsympathisch, aber ein bisschen "quäkig". Die Ansichten sehr bodenständig. Er bezeichnete mich als "Alpha-Frau" ... nun ... ich sehe es ein wenig anders ... aber ich kenne ja auch ein paar wirkliche Alpha-Menschen (im positiven Sinne). Der junge Mann jedenfalls (paar Jahre jünger als ich) betonte dann sehr schnell seine "weiche Seite".

Wir plauderten noch ein wenig. Es passte so gar nichts ... er verstand nicht wirklich, dass ich nicht daran interessiert bin, Freundschaften zu schließen. Nein, will ich wirklich nicht. Freundschaften "laufen mir zu". Seit ich keine mehr suche, mehr als je zuvor.Und wenn einer dieser "besonderen" Menschen in mein Leben tritt, sage ich auch nicht nein. Aber jemand, der "gucken will, ob sich eine Freundschaft entwickelt", hat so gar kein Potenzial, ein Freund zu werden.

Ein Partner allerdings auch nicht. Weil die Einstellung nicht passt.

Kommen wir zurück zum Disaster des Abends: Am Schluss des Telefonats habe ich es offen ausgesprochen ... "amüsant, aber wir werden kein Paar". Der Mann wäre mir nicht gewachsen und seine Bodenständigkeit (Häuschen in einem unattraktiven Vorort, Reisen nur in Deutschland) würde mich wahnsinnig machen - meine so ganz andere Ausrichtung ihn aber sicher auch. Jemand, der schon Lampenfieber hat, wenn er in einer stinknormalen Sitzung kurz zu seinem Fachthema Bericht erstattet ... auweia. . Sorry, ich bin nicht politisch korrekt ...zu klein ist er, leider geistig wie physisch. Aber das spielte dann nachgerade schon keine Rolle mehr!

 

Frühsommer ... die Zeit der Brunft ... wo sind die Zwölfender geblieben???

 

02.07.2012 um 07:27 Uhr

Mit Desinteresse ganz weit vorn?

von: Spring_Roll   Kategorie: In the Jungle

Musik: Da Da Da ... (NDW-Kenner wissen, was ich meine)

Je desinteressierter ich bin, desto Bagger. Eigentlich brauche ich nur an einem Samstag den Rechner anzulassen und währenddessen das zu tun, was mich eigentlich interessiert ... und schon kleben wieder ein paar virtuelle Fliegen am quietschbunt-schwarzen Klebepapierstreifen. Und je restriktiver ich mit meinen eigenen Daten umgehe, um so offenherziger legen sie die Karten auf den Tisch. Ich hatte ja nie eine Neigung zum St*al*king, aber es macht mich schon nachdenklich, wenn ein Mann mir nach zehn Minuten nicht nur eine Festnetz-Nummer gibt, sondern diese auch (für mich) erkennbar einer öffentlichen Einrichtung zuzuordnen ist, d.h. es ist seine Job-Nummer. Und wenn derselbe Mann, nachdem ich mich nicht prompt an den Hörer hänge, auch noch die berufliche Mailadresse "nachlegt". Denn das tut er ja vielleicht nicht nur bei mir. Ich nenne ihn hier mal das Disaster, denn als solches erwies sich jeder Chatversuch.

Auch Mr. Incognito war arg offenherzig mit seinen beruflichen Daten, nachdem er einmal beschlossen hatte, dass das Bild eines verlebten Kerls auf seiner Seite nicht seines war (und klar: aus BERUFLICHEN Gründen dort so eingestellt!).

Jungs ... auch Frauen frönen dem o.g. "Hobby". Das haben mir gute Freunde aus eigener Erfahrung bestätigt. Und sie können ganz schön fies werden dabei.

Da muss ich den Datentürsteher wirklich loben. Ich habe seinen Vornamen, seine Nummer, eine Freimehl-Adresse ... und das isses. Nichts, was sich ergugeln liesse. Offen, aber nicht leichtsinnig.

 

Und was fang ich jetzt an mit den Dschungel-Männern und ihren Daten?

Keine Ahnung. Denn eigentlich bin ich mit meinem eigenen Leben gerade beschäftigt genug.

Die "Abi-Feier" war ein wunderschöner Abend. Und witzigerweise hatte ich mit einer fast 30 Jahre jüngeren Frau mehr Gesprächsthemen als z.B. mit einer Anfangdreissigerin, die gerade mit Ehe, Aufzucht und Hege voll in Anspruch genommen ist. Kann es sein, dass der Paradigmenwechsel in unserer Gesellschaft uns Mitt-Vierziger wieder vor die Zwanzig katapultiert, was Beziehungen anbelangt? Unsere Eltern und nochmehr Großeltern wurden emotional mit Mitte Zwanzig "sesshaft". Wir werden es etwas später, bleiben es aber nicht. Und plötzlich, nur noch einen Katzensprung von der Fünfzig entfernt, sind wir wieder auf einem Level mit der Generation unserer Kinder. Die selbe Suche nach der Liebe. Die selbe Unsicherheit. Die selben Enttäuschungen. Nur, dass unsere Fehlschläge noch schwerer wiegen, weil sie oft auch unser Umfeld und unsere Kinder betreffen. Nur, dass wir nicht mehr das Unwissen der Jugend haben und deshalb weniger und weniger vertrauen können.

Ein Abend über 30 Jahre ... Lachen, gutes Gespräch ... und trotzdem bleibt die Nachdenklichkeit.

Gestern dann das übliche Sonntagsprogramm. Wandern. Diesmal nur in kleiner Gruppe. Organisiert vom Wandervogel. Seine Schwester und ihr Partner waren dabei und die Wüstentaucherin (Nachbarin vom Wandervogel und bewährte Wanderkumpeline der letzten Wochen). War schön, tat gut. Und die Schwärmerei ist längst einer freundschaftlichen Vertrautheit gewichen. Die Vogelschwester hat gestern eine Idee ausgesetzt. Und die gefiel uns allen. Wenn die Idee weiter wächst, könnte es sein, dass ich in zwei Jahren England durchwandere, von Küste zu Küste. Drei Wochen würde das dauern. Eine echte Herausforderung sicher. Menschlich könnte es klappen mit "uns" ... wie gut, werden wir mal drei, vier Tage ausprobieren im nächsten Jahr. Einen Mitwanderer mehr würden wir noch mitnehmen wollen ... wir wissen auch schon, wen, den "feinen Menschen" ... einen stillen, feinsinnigen und sehr herzlichen Wanderfreund. Und den Tourenrucksack hab ich ja glücklicherweise auch schon :-)

 

Und was mach ich jetzt mit den Dschungel-Männern? 

Abwarten und Tee trinken, glaube ich ...