Frühlingsrollen und die Gesetze der Schwerkraft

30.09.2012 um 23:00 Uhr

Schattierungen von Grau

Dieses Buch ist in aller Munde. Meine Freundin vom Kap schleppte direkt alle drei Bände an, war einen Urlaub lang ziemlich begeistert (ihr Freund dann abends sicher auch) und reichte sie anschließend an mich weiter.

Das erste Buch habe ich begeistert gelesen. Beim zweiten tauchte ein fettes Fragezeichen in meinen Augen auf. Das dritte habe ich bisher nicht beendet. Weiß auch noch nicht, ob ich es werde.

Nicht wegen des Schreibstils der Autorin, sondern wegen der völlig abstrusen Story. Das ist kein Roman über extreme Arten der Liebe ... sondern ein Lore-Roman im Bondage-Tape! Blaubarts achte Frau mit Doris Day und Rock Hudson ... diesmal mit einer unschuldigen Studentin und einem Wirtschafts-Tycoon, der unglaublicherweise erst Mitte 20 ist und saaaagenhaft reich! Zu den ach-so-skandalösen Schilderungen im Buch sage ich nichts ... das überlasse ich denen, die sich besser auskennen (aber auch für mich, die ich nicht in dieser Szene zuhause bin, ist das NICHT das, was "draufsteht") 

Ich sollte Groschenromane schreiben ...

30.09.2012 um 18:21 Uhr

'lleine oder Leine?

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Immer wieder höre ich oder lese ich im Netz von Männern, die "Freiraum" brauchen. Eine Partnerin soll sie bitte nicht einengen, ihnen Luft für Job, Kinder, Hobbies lassen. Sie bloss nicht an die "Leine" legen.

Völlig d'accord, Jungs ... denn Easy Rider oder Lonely Wolf in Partnerlook-Pulli domestiziert ist kein schöner Anblick. D'accord auch aus anderen Gründen. Ebenso wie E.R. oder L.W. brauche nämlich auch ich meinen "Freiraum". Für Job, Kinder und Hobbies, in meinem Fall das Wandern, das mir sehr wichtig geworden ist. 

Vielen meiner Freundinnen geht es ebenso. Und damit wäre die Sache doch grundsätzlich ausgewogen, meine ich. Ist sie aber nicht. Denn diese eigentlich "pflegeleichten" Frauen, die alles andere tun würden, als einen Mann an die Leine zu legen, die Frauen, die auch schwierige Aufgaben in ihrem Leben locker "lleine" (siehe Eintrag vor ein paar Monaten) wuppen ... diese Frauen treffen auf Easy Rider und Lonely Wolf 2.0.

Die Jungs wollen Freiraum, haben sich aber auf die Convenience-Variante spezialisiert. Ist doch viel praktischer, mit der Frau zusammenzuziehen ... und wehe, sie will dabei ihre Freiräume halten ... dann wird's schwierig ... 

Das Münchner Kindl zum Beispiel würde nie mehr zusammenziehen wollen. Und wenn ein Mann ihr ihre Freiräume nicht lässt, ist er zeitnah wieder frei. So extrem sehe ich es zwar nicht, aber im Kern hat sie recht.

Das einzig blöde daran ist, dass Easy Rider und Lonely Wolf in Version 1.0 und 2.0 kaum voneinander zu unterscheiden sind ...

 

Kopf schüttelt die

Rolle

 

25.09.2012 um 22:06 Uhr

Noch ein bisschen Spannung ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Wahlfamilie

Die Spannung bleibt. Denn die Freundinnen sind nicht hier gewesen heute abend. Eine überraschende Dienstreise eines Freundinnengattens und der damit verbundene Betreuungsnotstand beim Nachwuchs machten eine Verschiebung notwendig.

So geniesse ich einen ruhigen Abend ... zumal die letzten Tage eher anstrengend und turbulent waren. Mehr dazu vielleicht am Wochenende. Eventuell sogar in einer ganz eigenen Kategorie. Die dann sogar eine eigene Musik bekommt.

Und nun lasse ich eine wohlige Schwere über mich kommen ... generiert aus 10 km Walken, überbackenen Zucchini (Spende von Frau Marschallin aka Mama) und dem Spontankauf des Tages: einer Flasche Federweißem, für mich um 19 Uhr frisch abgefüllt vom Winzer nebenan.

Bevor ich Euch angähne ... gute Nacht!

23.09.2012 um 08:16 Uhr

Von der Ruhe in der Bedeutungslosigkeit

Ich stelle fest, dass in meinem Leben nichts Wesentliches geschieht.

Es ist nicht langweilig, das Leben. Es passiert eine Menge. Nur eben nichts, was sich heraushebt, was besonders ist, eine Geschichte rechtfertigt. Es ist ein temporeiches Leben, aber eines, das trotz Geschwindigkeit kontrolliert verläuft. Der Rahmen ist gesteckt. Ich arbeite, kümmere mich um meine Röllchen, ignoriere anklagend knitternde Bügelwäsche und marodierende Staubflocken, bringe Nahrungsmittelbeschaffung, Sport und Arbeitswege unter einen Hut ... und verbringe am Wochenende Zeit mit Freunden und beim Wandern. 

Der Dschungel (wird kurz, also keine Chips-Notwendigkeit) ist irgendwo da hinten. Ab und an ein Probeschwung an der Liane und die Erkenntnis, dass der Ausblick vom nächsten Baum aus auch nicht interessanter wird. Ich gehöre zu einem kleinen Grüppchen amüsierter Beobachter, die sich gegenseitig die Bröckchen gefundenen unfreiwilligen Humors zuwerfen. Aber spektakuläre Ereignisse gibt es nicht zu berichten. 

Unsere Lieblingsdesignerin brachte es auf den Punkt "if you want your life to take a different direction, you have to act differently". Also ... selbst schuld. Solange ich nach einer anstrengenden Wanderung damit zufrieden bin, mit einer Tasse Tee zu chillen, werde ich niemandem "draussen" begegnen. Und solange ich die Rolle "von der Seite" mag, passiert auch im Dschungel nichts. Eigene Entscheidung.

Und damit erklärt sich, warum es hier keine "Geschichten aus dem Dschungel" mehr gibt momentan.

 

 

20.09.2012 um 07:28 Uhr

Geheimnisse werfen ihre Schatten voraus ...

SMS BesteFreundin: Rolle, halt dir das 3. Adventswochenende frei.

BesteFreundin auf dem Gesichtsbuch: Was machst du am 2. Adventswochenende?
Antwort: Wandern

BesteFreundin am Telefon: Du musst dir etwas freihalten, aber wir sagen dir nicht wofür.
Ich konterte mit "November".

Vorhin SMS: Es wird der ... November, mittags ... bis Sonntagsnachmittags.

Nur ... WAS?

Langzeit-EKG, Babysitting bei ihrem Jüngsten? Ein Party-Marathon oder ein Esotherik-Seminar? Shoppingtrip oder Kunst-Happening?

Am Dienstagabend kommen sie zu mir ... die Freundinnen. Bis dahin bleibt es spannend ... mein für den November terminiertes, geheimnisvolles Geburtstagsgeschenk!

Ich werde berichten ... (und habe natürlich längst eine Vermutung!)

19.09.2012 um 15:09 Uhr

Vergangenheit

 

Ich wusste, welche Lieder der Clip enthält, bevor ich ihn öffnete. Musik, die deine ist und unsere war, eine Zeitlang. Am Anfang konnte ich sie nicht hören, diese Musik. Weil sie sofort wieder Bilder auf mich herabregnen ließ. Jetzt war es anders. Ich habe beide Lieder gehört. Ohne Erinnerungsflash. Und das ist gut so. Irgendwann einfach wieder Normalität. Losgelassen. Endlich.

Danke für die Geburtstagswünsche ... nur hier. Mehr geht nicht.

18.09.2012 um 07:51 Uhr

Ein langer ruhiger Fluss?

Musik: Keine

Ich stelle fest: Musik ist es nicht, was mein Leben ausmacht.

Immer noch arbeite ich die Dienstreise nach. Anstrengend, aber nicht zu ändern. Draußen werden die Tage kürzer und kühler. Letzteres ist mir angenehm. Jedenfalls, so lange die Sonne und der blaue Himmel mir gute Laune machen. Ersteres zwingt mich dazu, bald meinen Rhythmus auf Winter umzustellen. Denn während ich im letzten Jahr morgens mit Frau Laufpartnerin und Lampen in den Wald aufbrach, ist die Gute immer noch nicht von ihrem Knie genesen und ich verlustiere mich seit Jahresbeginn alleine sportlich. Im Sommer hat das gut geklappt mit meinem System aus Radfahrten und Walkingstrecken/Läufen. Jetzt aber wird es bald dunkel sein, wenn ich loslaufe, oder die Zeit reicht nicht mehr, um im Hellen anzukommen. Ich denke, bis zur Zeitumstellung versuche ich es noch und hoffe, es kommt nicht zu viel Regen. Danach heisst es dann wieder Fitnessstudio morgens um halb 8. Viel, viel Selbstmotivation ist dazu nötig. Vielleicht schaffe ich es trotzdem, ein bis zwei Mal pro Woche morgens zu walken ... vielleicht einfach ein bisschen später ins Büro und abends anhängen. Das Pensum des Sommers jedoch ist dann erstmal gestrichen. Dabei tat es mir so gut!

Wandern ist nach wie vor ein ganz großer Aktivposten in meinem Leben. Nach einem Wander-Sonntag fühle ich mich wie nach einem kleinen Urlaub. Und die Weggefährten sind angenehm. Gemeinhin bin ich ja nicht wirklich ein Gruppenmensch. Doch zum ersten Mal im Leben mache ich die Erfahrung, dass da Menschen mit ähnlich komplexem Denkmuster und jeder Menge Ecken und Kanten zusammenkommen. In loser Formation, ohne Präsenzverpflichtung und ohne die Erwartung, tiefere Beziehungen einzugehen.

Paradoxerweise führt aber gerade das zu einem sehr unkomplizierten Näherkommen. Wenn Gehen den Kopf frei macht, entstehen teilweise wunderbare Gespräche mit Menschen, die sich "drinnen" nie kennengelernt hätten. Wie mit der Wüstentaucherin und dem Wandervogel, dem feinen Menschen, der Hellenin, Frau Lehrerin und ihrem Pharmariesen und vorgestern mit einer traurigen Erbsenzählerin, die am Ende der Wanderung wieder lachen konnte. Es war aber auch herrlich, wandern durch die sonnigen Weinberge, Rast auf einer mittelalterlichen Burg und Einkehren in einer Straußwirtschaft am Flussufer!

Ein kleiner Kreis begegnet sich in wechselnder Konstellation immer wieder. Und dieser Kreis lässt sich auch auf "mehr" ein als auf die sonntägliche Freizeitrunde - auf gemeinsame Wanderwochenenden und sogar mehrtägige Reisen. Ich habe es nicht forciert ... aber ich wurde eingeladen und freue mich jetzt sehr auf das erste Wanderwochenende. Und wenn alles klappt, auf ein zweites im Winter und sogar auf einen Wanderurlaub im nächsten Jahr. Cornwall, da wollte ich schon immer mal hin.

Schön, jeden Sonntag Urlaub zu machen!

 

 

 

 

09.09.2012 um 15:09 Uhr

Meilensteine ...

So lange wie eine Schwangerschaft hat es gedauert, Vergangenes abzuschließen. Neun Monate.

Das alte Kapitel ist beendet, ein neues darf jetzt beginnen. Mein Urlaub auf der Stadtinsel markierte die Wende. Ich konnte abschließen und auch verzeihen. Schlussstrich. Endgültig.

Ich lebe wieder ... und bin offen für die Zukunft. Auch für einen neuen Menschen, den ich irgendwann kennenlernen werde. Es gibt ihn, diesen Menschen, da bin ich sicher.

Mein neues Lebensjahr begann ich alleine in einem Hotelzimmer in einer fremden Stadt. Ich hatte mir vorgenommen, mit mir selbst anzustoßen und zu diesem Zweck eine Mini-Flasche im Dutyfree besorgt. Nach zwei Schlückchen stieg ich auf Tee um. Ich schaute aus dem Fenster, beobachtete eine Chinesin beim Wäscheaufhängen und den Raucher im Fenster des Eckhauses ... und war mit mir selbst im Reinen. Auch am nächsten Morgen auf der Konferenz, die der Grund meiner Reise war. Es war gut, diesen Tag ohne emotionale Altlast zu begehen, ohne Hypothek und Erwartungen, die ich nicht erfüllen kann und will.

Zukunft ist jetzt ...