Frühlingsrollen und die Gesetze der Schwerkraft

30.11.2012 um 14:43 Uhr

Miscellaneous

Musik: ein Potpourri natürlich

Heute bin ich ein bisschen planlos. Denke mal hier ein paar Meter weit, springe quer über ein Thema, hangle mich seitwärts über ein paar Fettnäpfchen und lasse mich dann beherzt zwischen die Stühle fallen. Kopf wirbelt. Ohne bestimmten Anlass. Allerdings könnten die Konzentrationsschwächen durchaus mit Schlaflosigkeit zu tun haben. Novemberendspurt strebt dem Ende zu. Und nächste Woche können wir durchatmen ... endlich ...

29.11.2012 um 07:52 Uhr

Entscheidung, Freiheit, Mission ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Morgenstund

Musik: Respect (Aretha Franklin)

Zum wiederholten Male denke ich nach über persönliche Entscheidungen, Entscheidungsfreiheit und missionierenden Eifer ... ich spreche hier noch nicht von Fanatismus, denn es geht nicht um Religion, sondern um Alltag.

Veganes Leben ist ein Thema, an dem sich die Gemüter entzünden und die Emotionen hochkochen. Die einen sehen jeden Träger von Lederschuhen und Esser einer Scheibe Käse als Mörder, die anderen schimpfen auf die "Körnerfresser" und posten Statements wie "Jedes Korn ist ungeborenes Pflanzenleben". 

Ich kenne ein paar Veganer. Ich mag sie auch. Aber ihre Lebensweise ist nicht meine. Auch wenn einiges sehr überlegenswert ist und ich mich schrittweise daran annähere, meine bisherige "Normalo"-Ernährung an ein paar Stellen zu verändern. Ich werde das mit den Röllchen besprechen. Seltener Fleisch und dann in Bio-Qualität als ersten Schritt. Meine Lederschuhe allerdings behalte ich. Schuhe aus Synthetik mag ich einfach nicht. Genauso wenig wie PU-Jacken oder Kunstfaser statt Merinowolle beim Wandern.

Trotzdem, liebe Veganer: in manchem habt ihr recht und ich werde das aufgreifen. Auch bemühe ich mich, euch entgegenzukommen, wenn ihr meine Gäste seid und euch dann nichts zu servieren, was eurer Philosophie widerspricht - auch wenn das manchmal sehr schwer ist, weil selbst Essig je nach Herkunft als "böse" geoutet wird.

Ich lasse euch eure Philosophie. Aber bitte, lasst mir mein Leben, meine Entscheidung und vor allem mein Tempo, die Dinge langsam zu verändern.

Gerade las ich in einem anderen Blog über eine andere Art von Missionierungseifer ... da ging es um ein Sicherheitsthema. Ich hatte den Kommentar schon geschrieben, zügelte mich aber. Ich lasse diesem User die Überzeugung ... finde aber durchaus, dass andere Menschen, die sich völlig gesetzestreu verhalten in diesem Thema, ein Recht auf eigene Meinung und Entscheidung haben. User kann ja für sich durchsetzen, was User möchte ... aber ich finde es heikel, andere erstmal durch die Bank als verantwortungslos zu bezeichnen. Zumal die von User propagierte Sicherheitsmaßnahme der Fortbewegung gegen die Fahrtrichtung in meinem Fall und auch dem der Röllchen zu Übelkeit führen würde. Da die Röllchen inzwischen zumindest hälftig größer sind als ich, ist diese Entscheidung eh keine mehr, die ich treffen müsste. Ich habe dies nicht in einen Kommentar gepackt, weil es sich nur um eine Auseinandersetzung mit der sehr druckvollen Argumentation handeln sollte ... die mir fast vorkommt wie eine fixe Idee. Ich respektiere die Meinung von User, ich teile sie aber nicht und finde die Art des Umgangs mit dem Thema sehr vehement. Und darüber musste ich halt nachdenken. In einen Dialog einsteigen möchte ich dazu nicht. Eben weil mich das Thema selbst gar nicht mehr betrifft.

Und NEIN ... ich entscheide mich nicht immer für die größte Sicherheit. Zum Beispiel trage ich beim Fahrrad fahren keinen Helm und keine Hosenklammern, beim Laufen keine Neonfarben, liebe rohen Fisch ... und ich dusche gerne kalt. Eiskalt. Aber das ist nur meine Entscheidung. Meine Verantwortung. Mein Risiko.

 

 

 

 

 

27.11.2012 um 11:45 Uhr

Ein Klick sie zu knechten, sie alle zu finden ...

von: Spring_Roll   Kategorie: In the Jungle

Ich bin gerade belustigt. Natürlich über den Dschungel, mal wieder.

Zunächst etwas für die Zynismus-Schublade. Er schrieb "... schade, die "paar Kilos zuviel" , LG, Nickname"

Ich öffnete sein Profil und war ... geplättet. So viel Borniertheit in nur einem einzigen Mann vereint! Und da ich gerade in Watschenlaune war, schrieb ich zurück:

"Zitat aus seinem Profil, in dem er sich über Unhöflichkeit mokierte ... und dann. Schade, dass du deine eigenen Grundsätze so wenig beherzigst und Frauen auf diese herabwürdigende Weise anschreibst. Und übrigens: Schade, die paar Jahre zuviel (er war 12 Jahre älter als ich) und gefühlte 150 km Einfühlungsvermögen zu wenig. Ohne Unterschrift und ohne Wunsch nach Fortsetzung"

Und dann sperrte ich ihn ... vielleicht hat die nächste Frau ja etwas vom Lerneffekt.

Wenig später wieder Post. Jemand, dem ich vor Monaten mal eine Anfrage schickte, der mir aber nie geantwortet hatte. Jetzt ja ... aber wohl aus reiner Langeweile. Denn Monsieur lag im Krankenhaus und hatte nach eigener Aussage viiiiel Zeit zum Chatten oder Telefonieren. Wie könnte ich da nein sagen???? Und so ähnlich schrieb ich es ihm dann auch ... seeeeehr ironisch. Worauf eine sehr zerknirschte Mail zurückkam. Ich schlug ihm vor, mal meine erste von mir längst gelöschte Mail zu beantworten ... und fand heute morgen amüsanterweise mit den paar Bröckchen Profilinfo bereits seinen Klarnamen und Wohnort. Ob ich ihn wohl mal im Krankenhaus anrufe??

Nein, mache ich natürlich nicht ... aber allein der Gedanke ist spassig. Vivement das Informationszeitalter ;-)

26.11.2012 um 07:11 Uhr

Advent ... ich kann es kaum erwarten

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: Make yourself a merry little Xmas

Vorsicht ... emotional! (Deshalb auch unter "Herzliches" einsortiert!)

Noch eine Arbeitswoche ... dann ist Advent. Und in diesem Jahr besonders schön, weil alle vier Sonntage in den Dezember fallen und dem vierten direkt Weihnachten folgt. Und auch deshalb ein Highlight, weil ich in Weihnachtsmärkten und Dekoration schwelgen werde, in Glühwein, Eierpunsch, Plätzchen und Emotionen. Der Adventskalender ist prall gefüllt mit schönen Dingen ... am nächsten Wochenende der Weihnachtsmarkt in Arbeitsstadt und mit meinem Wanderclub eine Wanderung rund um eine benachbarte Stadt, deren Weihnachtsmarkt in der Altstadt wunderschön sein soll, organisiert vom Teesammler. Dieser Mann hat ein seltsames Hobby: er sammelt Teebeutel und kleine Probepäckchen. Und er backt die wunderbarsten Weihnachtsplätzchen, die er gerne teilt. Hinter den nächsten Türchen im Adventskalender sind eine berufliche Gala, ein Wanderwochenende mit gleich zwei Weihnachtsmärkten in einer entzückenden Gegend, eine historische Stadtführung durch Arbeitsstadt und die Geburtstagseinladung der Vogelschwester. Meine traditionelle Weihnachtsparty kann ich in diesem Jahr kaum terminieren! Ich überlege noch, was ich damit machen soll. Vielleicht lege ich sie wirklich auf das letzte Adventswochenende ...

An diesem Wochenende jedenfalls habe ich schon mal eine wichtige Voraussetzung für Weihnachtsstimmung geschaffen und meine Wohnung inklusive sämtlicher hoher Altbaufenster geputzt. Damit hatte ich mir das Abendessen und den Wein mit der Frau vom Kap, Münchner Kindl und Limette redlich verdient. Schön, so ein Frauenabend! Eine überraschende Begegnung im Dschungel brachte der spätere Abend übrigens auch noch ... witzigerweise traf ich dort ein Mitglied meines Wanderklübchens, der mir noch nie auf einer Wanderung begegnet war. Wird auf jeden Fall nachgeholt ...

Gestern übrigens stiess ich beim Wandern das allererste Mal auf meine physischen und psychischen Grenzen. Es war eine sehr steile Strecke. Ich merkte, dass ich aufgrund der anstrengenden Jobwoche nicht in Topform war. Den normalen Streckenverlauf, den ich schon zweimal gegangen war, hätte ich aber wohl gepackt. Die letzte heftige Steigung allerdings, die sich gut zwei Kilometer zog und fast Klettern erforderte, packte mich mit voller Wucht. Als ich oben war, konnte ich mich nur noch fallen lassen und vor Erschöpfung flossen Tränen. Nur eine Minute lang und dann ging es auch wieder ... aber meine Kraft war da oben einfach nur aufgebraucht und die Endorphine konnten gar nicht fliessen. Den Rest des Weges konnte ich wieder leichtfüssig und gut gelaunt zurücklegen ... aber diese paar Minuten nach der langen Steigung ... die gaben mir zu denken. Doch eigentlich war es ganz gut, auch das einmal erlebt zu haben. Zu wissen, wo die eigenen Grenzen sind. Weit gesteckt inzwischen. Denn die gestrige Strecke war sehr anspruchsvoll. Und die Gruppe aus sieben Männern und drei Frauen bestand fast nur aus Leuten, die sehr sportlich wandern und zum größten Teil auch Alpinerfahrung haben, wie der feine Mensch, der gerade im peruanischen Gebirge unterwegs war, der Weizenbiertrinker, der mehrfach im Jahr im Gesichtsbuch von irgendwelchen Gipfeln grinst, der Wandervogel, der in jeder freien Minute draussen unterwegs ist, oder der Wanderführer mit seiner Frau, die Klettersteige lieben, was man gestern merkte.

Ich denke, ich darf ein bisschen stolz auf mich sein, dass ich dabei mithalte ... und bin froh und dankbar dafür, dass ich dieses neue Hobby und diese Menschen kennenlernen durfte.

 

Und Dankbarkeit ist nicht das schlechteste Gefühl, um in den Advent zu starten ... T minus fünf, sag ich nur ;-)

 

 

25.11.2012 um 00:25 Uhr

Die Starre vor der Entscheidung?

Das Kaninchen auf der Straße, liebe Anna, ist völlig erstarrt. Und genau so ging es mir Mitte November letzten Jahres auch. Erst einige Wochen später war die Angst vor dem Alleinsein kleiner als die Belastung durch eine Beziehung.

Träume helfen ... mir jedenfalls!

23.11.2012 um 21:56 Uhr

Tief berührt ...

Musik: Adele - someone like you

Frau Rolle hört kein Radio. Deshalb kommt Musik bei mir manchmal auf seltsamen Wegen an. Zeitversetzt. Über Situationen und Menschen, für die sie zum Soundtrack wird. Wie meine erste bewusste Begegnung mit Adelchen. Im Auto nach Kurstädtchen mit BesterFreundin und Feline hieb sie mir mal so eben die Knie weg mit ihrem tiefen Rollen. Was für eine Stimme! Und wie überrascht war ich darüber, wie jung diese Frau noch ist! Seit ein paar Tagen jutjube ich ... und höre wieder und wieder zwei Songs ... bin beeindruckt von Stimme, Texten, und auch von dieser schönen Frau mit ihren ebenmäßigen Gesichtszügen und den glänzenden, üppigen Haaren. Einer der Songs ist Tribute to Frau Weinhaus ... ich fand etwas auch von ihr und war hin und weg von ihrer Stimme. Schade, dass sie es nicht auf das Plateau schaffte, sondern vom Zenit stürzte.

Um mich herum seltsame Geschichten. Der Weißwäscher zwischen zwei Stühlen sprich Frauen ... und ziemlich schachmatt. Herr und Frau Nachbarinnen haben sich getrennt, wie das Gesichtsbuch heute verlautbarte. Meine Eltern streiten um einen stecknadelkopfgrossen Punkt auf ihrer Haustüre mit dem örtlichen Türendealer. Der letzte Bäcker in einem km Umkreis macht zu. Der Dschungel spinnt. Lindt Weiße Mousse Schokolade ist ein Teufelszeug. Und irgendwer hört oben verdammt laut Radio.

Gerade komme ich mir vor wie im Kino vor einem surrealen Episodenfilm wie dem, den ich mal in den 90er Jahren sah ... in einem kleinen plüschigen Programmkino. 

22.11.2012 um 07:38 Uhr

Wechselbad und Wiedergänger

Musik: You know I'm no good (Amy W.)

Gestern habe ich sie zum ersten Mal bewusst gehört - Frau Weinhaus. Und auch nur, weil Frau Adelchen mal mit ihr ein Duett sang. Und ich gerade an einer Aufgabe tüftelte, bei der ich nicht weiterkam und mich mittels Konferenzkopfhörer und jutjube ein bisschen motivieren musste. Ich fand dieses Lied von ihr ... ich war fasziniert, berührt, abgestoßen, angezogen ... hatte Mitleid mit dieser Frau, die schwankend und lallend auf der Bühne ankam und dann mit ihrer Stimme mitten ins Gefühl zog.

Später am Nachmittag ein wichtiger Termin, den ich für einen erkrankten Kollegen durchführen musste. Trotz Mut zur Lücke klappte alles wunderbar und die wichtigste Person des Abends war zufrieden. Und ganz besonders freute mich, dass mir diese Person dann auch im Deutschen ganz offiziell das du anbot ... das ist ja immer eine Klippe für uns Deutsche, wenn im Englischen geyouzt wurde und das deutsche du so viel vertrauter ist. Dieses eine kleine du freut mich unglaublich, denn die Person, von der es kommt, mag ich sehr und bewundere sie auch für eine Lebensleistung, die sehr, sehr viel Positives bewirkt hat. Jemand, dem ich von Herzen den Weingarten und Olivenhain gönne, der im Süden auf tatkräftige Hände wartet ...

Heute nacht ein "Wiedergänger". Ob es daher kam, dass ich gestern bei Lohan von Vergangenem las? Oder dadurch, dass ich in dieser Woche beruflich eine Veranstaltung besuchte, in der es um Themen ging, die mich in einem kleinen Aspekt auch betrafen, früher?

In meinem Traum durchlebte ich wieder zwiespältige Gefühle, Panik und Angst, die im Realen hinter mir liegen. Aber in der surrealen Szenerie meines Traums gelang es mir, stärker zu sein als in der vergangenen Realität. Im Traum schaffte ich die Abgrenzung IN der Krisensituation selbst. Wie im Realen gestärkt durch Freundschaften. Einige dieser wichtigen Menschen tauchten auch im Traum auf. Sie warteten auf mich ... 

Nach dem Aufwachen war ich desorientiert. Tat wie schlafwandelnd das Nötige für die Röllchen. Es ging mir nicht schlecht, sondern einfach nur ruhig und sicher. Ich denke, der Traum war ein letztes Stück Verarbeitung.

 

 

 

 

 

 

 

 

19.11.2012 um 12:56 Uhr

Glücksmomente und Aha-Erlebnisse

von: Spring_Roll   Kategorie: Zeit delight

Gestern, zuhause ...

Im Briefkasten ein RICHTIGER Brief. Mit handgeschriebener Adresse. Absenderin die Schwester des Wandervogels, die mich vor einiger Zeit mal nach meiner Hausadresse gefragt hatte. Da sie sich vielfach engagiert, tippte ich auf Infos von einem ihrer Projekte. Aber nein ... es war eine Einladung. Liebevoll gestaltet, persönlich ... zu ihrer Geburtstagsfeier. Ist nicht gerade um die Ecke, aber Wandervogel und Wüstentaucherin fahren von Nachbargrossstadt aus und ein Bett oder eine Matratze für mich hat die Vogelschwester auch.

Ich freue mich darauf, mit ihr zu feiern und auch darauf, neue und andere Menschen zu treffen, zumal ich mit Vogel und Taucherin ja auch etwas vertraute Gesellschaft vorfinde.

Heute, im Büro ...

Forschen Schrittes auf den Ausgang zusteuernd stellte ich fest, dass meine Jeans mir nicht zu eng ist. Diese Hose passte zuletzt im Sommer 2009. Ich weiß nicht, wie viel ich wiege. Ich brauche immer noch meine mittägliche Nussecke, bringe Kater manchmal abends zum Schnurren und mein BMI ist nicht optimal. Aber es geht mir gut. Und ... erwähnte ich es? ... die Jeans passt!!!

Aha-Erlebnis der unangenehmen Art ...

Nachdem ich in Kurstädtchen die Teppich-Aliens mühelos bezwang, begegne ich heute den üblichen Büro-Zombies. Warum zum Teufel taucht dieser Mist ausgerechnet in meinem Mailfach wieder auf????

 

19.11.2012 um 07:17 Uhr

Reise in die Vergangenheit

Musik: Irgendwas von The Cure oder Cool and the Gang

Sternenschein, du hast so recht, eine Nacht Kur ist wenig! Die Kürze der Reise ist durch die noch kleineren Kinder meiner Mitreisenden bestimmt. 

Wo wir nächstes Jahr hinreisen, ist schon beschlossen: in meine Vergangenheit!
In die Gegend nämlich, in der ich Ende der 80er ein Jahr lebte und arbeitete. Dazu gehört zwingend ein Aufbruch um vier Uhr früh mit Frühstück in einem Café, in dem Nachtschwärmer ihren "Absacker" nehmen. Und die Musik der 80er, die beste Freundin, die mich damals auch begleitete in das ganz neue Stück leben. Feline darf mit. Aber für uns beide ist es ... besonders.

Wir werden erst in eine Stadt in der Nähe fahren, die eine sehr schöne Umgebung mit malerischen Küstenwegen zum Wandern bietet und dann den Samstagabend und Sonntag in meiner Vergangenheit verbringen. Vielleicht auch noch den Montag, mal sehen. Denn es würde mich schon reizen, auch mal bei meiner alten Firma anzuklopfen. Ich möchte in meiner alten Stammkneipe etwas trinken, die Hauptstraße entlanggehen, einen Americain oder einen Croque Monsieur essen und an der Esplanade über die Touris lästern - wie früher. Und dann schwimmen gehen, wenn der Strand tourifrei und das Wasser warm ist - wie früher. Den Nachbarort besuchen, an den beste Freundin auch einige männliche Erinnerungen hat. An der Küstenstraße bis zur nächsten Stadt entlangfahren. Nächstes Jahr ist es 25 Jahre her, dass ich dort wegging ...

Und die Musik?

The Cure, Cool and the Gang, Level 42 ... wie in den 80ern!

 

18.11.2012 um 20:32 Uhr

Kurtaxe ... ich bestell mir einen Mann!

Musik: Rolling in the deep (Adele)

Vorsicht ... lang!!!

Ich war zur Kur. Eine Nacht nur. Aber ich habe Kurtaxe bezahlt. Bzw. nicht ich, sondern die beiden Freundinnen, die mich einluden. In einem winzigen Städtchen in Westfalen mit einem schnucklig-historischen Ortskern aus dem Mittelalter, einer morbiden Mischung aus Belle Epoque und klotzig Sixties an Kurpark und Konzerthalle, einer seltsam anmutenden Salzanlage mit braunen, kalkigen Gewächsen und nieselndem Sprühregen. Ihr kennt den Ort nicht? Das ist doch da, wo der Hund begraben ist ...

Adele haben wir im Auto rauf und runter gehört, deshalb die Musikauswahl. Laune größtenteils bestens. Das Hotel allerdings bot einige Skurilitäten und der Ort einige Frustrationen. Die Zimmer waren ... interessant. Besonders deshalb, weil das Bad nur durch eine Halbwand vom Schlafbereich getrennt war. Selbst allein war mir das zu wenig Intimität ... besonders olfaktorisch gesehen. Ich roch ja wenigstens nur mich selbst ... aber bei bester Freundin roch es definitiv bei Ankunft ziemlich nach ... Urinstein. Bäh! 

Dafür hatte sie allerdings Doppelbett und großen Schrank. Bei Feline nebenan stand neben dem großen Schrank nur ein kleines Bett. Bei mir dann kleines Bett und kleiner Schrank, dafür Balkon. Überall altrosa Teppich mit Shaggy-Fransen ... der wird später noch eine Rolle spielen. 

Nach einer erkenntnisreichen Entdeckungsreise durch den Ort mit Kaffee und Kuchen zwischendurch und lustvollem Shoppen wollten wir uns dann dem angepriesenen Wellness-Genuss widmen. Nun ja ... nicht zutreffend. Acht mal acht Meter Pool sind nicht gross, wenn sich ein Dutzend Menschen darin tummelt. Und wenn eine Sauna mit Plastik verhängt, eine außer Betrieb und die Dritte winzig klein ist ... dann hält sich der  Spass sehr in Grenzen. Und so vertrieben wir uns die Zeit bis zum späten Abendessen mit Sekt und Oliven und Gekicher ... und Kinderkanal, denn Musiksender gab das TV auf dem Zimmer nicht her und meine Freundinnen hatten wohl Kinder-Entzug.

Im Restaurant kamen wir dann schon gut gelaunt an ... und waren etwas verdutzt, dass unser Essen sehr lange auf sich warten liess. Das Menü war ok ... Tomatensuppe, Fisch und Panna Cotta. Aber eben sehr, sehr spät. Irgendwie überredete ich die beiden dann noch, mit in eine Kneipe zu gehen, die mir nachmittags aufgefallen war ... trubelnde Stimmung, viele Leute. Bloss meine Mädels waren müd und fanden kein Plätzchen zum andocken. Also wieder raus, spazieren gehen. Und ich war hellwach und hatte Lust auf Tanzen und Flirten ... doch in Kurstädtchen waren alle Gehsteige sauber hochgeklappt. Also zurück ins Hotel, noch einen Espresso ... und dann schlossen sich die Zimmertüren hinter Feline und BesterFreundin (beide müde) und mir (hellwach und voller unbefriedigter Unternehmungslust).

Abwarten und Tee trinken brachte auch nichts ... jedenfalls nichts ausser dem Entschluss, jetzt nicht allein nochmal loszugehen. Zwischendurch unheimliche Begegnungen mit dem lebenden Teppich. Vom WC aus betrachtet, wirkten die altrosa Fransen so, als ob irgendetwas sich darunter her windet ... die tapfere Wissenschaftlerin im Hollywoodfilm wäre längst von den Aliens angegriffen worden. Teppich des Grauens unterhielt mich kurzzeitig. Balkonblick auf Haus gegenüber erwies sich als langweilig ... die hatten schon die Rollos heruntergelassen, passend zu den aufgeklappten Bürgersteigen. Schlafen ging allerdings auch nicht ... und so liess ich mir kurzentschlossen einen Mann ins Zimmer kommen. Er war recht laut und es ging auch recht schnell, aber danach war die Unruhe weg und ich konnte schlafen ...

...

..

.

Und was habt ihr jetzt gedacht? 

FALSCH! Richtig ist, dass ein Mann nachts um 12 mein Zimmer betrat, laut ächzte und sehr schnell fertig war mit dem, was er tat. Richtig ist auch, dass ich danach kurz, aber gut schlief. 

Allerdings war der Mann der Rezeptionist und sein Ächzen war auf das Gewicht des Minibar-Kühlschranks zurückzuführen, den er aus seinem Umbauschrank ziehen musste, um den Stecker zu ziehen. Besagter Kühlschrank bzw. seine defekte und heftigst Lärm emittierende Lüftung waren nämlich Schuld an meiner anhaltenden Einschlaflosigkeit.

BesteFreudin und Feline sind allerdings auch einen Moment lang drauf reingefallen ;-)

 

Heute morgen hielt der Wellness-Bereich dann wenigstens einen Teil seiner Versprechen. Zwar war weder der Pool gewachsen noch die Saunabaustelle fertig, aber durch frühes Aufstehen gelang es mir, das Terrain allein zu besetzen und tatsächlich ungestört eine Stunde zu schwimmen und einen Saunagang zu machen. Einen nur, denn bei Nr. 2 hörte ich lautes Prusten und Schnauben und Röcheln. Ein rüstiger Senior hatte sich aus seinem Trilobalanzug gepellt und schnoberte sich jetzt durch die Fluten. So viel Mensch konnte ich vor dem Aufstehn dann doch noch nicht ab ...

Punkten konnte das Hotel dann mit einem sehr guten und abwechslungsreichen Frühstück ... und unser Sonntag durch gute Stimmung. Wir nieselten uns durch den Kurpark, fuhren durch den Regen heim und lunchten noch in einem entzückenden Teehaus ... 

Erkenntnisse:

Ich hab euch lieb, BesteFreundin und Feline.

Nächstes Jahr fahren wir wieder zusammen weg.

Neue Handtaschen sind was Feines, vor allem wenn sie zum Running Gag werden.


Die Lady hat recht ... gef.... werden reicht nicht ... geliebt ist das, was ich mir wünsche.

Anna ... wenn Weihnachten öfter ist und das Leben nicht bunt ... dann geht es dir vielleicht bald schlecht genug zum Trennen ... oder gut genug zum neu verlieben?

 

17.11.2012 um 08:32 Uhr

Das bunte Leben IV ... in the jungle

Musik: Sirtaki aus "Alexis Sorbas"

Moin Gemeinde!

 

Wer von Euch hat nie "Alexis Sorbas" gesehen? Anthony Quinn, der in auswegloser Situation einfach nur tanzt. Tanzt für das Leben und die Liebe und die Freude.

Ich sah gestern "Zorbas, der Grieche" ... die Umsetzung der Novelle von Nikos Kantzakis in ein Ballett, aufgeführt vom Staatsballett eines baltischen Nachbarstaates. 

Und ich liebe es! Und werde mir den Film "Alexis Sorbas" bestellen. Gleich mehrmals, zum Verschenken. Denn ich musste mit Schrecken feststellen, dass ihn nicht jeder kennt. Sollte aber ... denn der ist trotz einer teilweise traurigen Geschichte eine wahre Liebeserklärung an das Leben!!!

OK ... aber zurück zum roten Faden ... dem Dschungel. Vor einigen Tagen fand ich dort ein "Stöckchen", das sich ein Dschungelbewohner selbst ausdachte (ich verändere den Text ein bisschen ob der Erkennbarkeit). Und ich antworte nicht ihm, der mich wenig interessiert, sondern hier ;-)

 

1) Dein Lieblingsbuch? Oder das Buch, das du gerade liest?

Ich lese ein englisches Buch, dessen Titel mir gerade nicht einfällt. Es geht um eine Frau, die damit beginnt, ihr Haus aufzuräumen und auszumisten und damit ihr Leben auf den Kopf stellt. Seichte Literatur, aber aufräumen müsste ich auch mal wieder ... und ausmisten.

2) Welche "Modesünde" darf ein Mann nicht begehen?

Notorisches Underdressing


3) Welche "Modesünde" begehst du gelegentlich?

Fleecemütze zu Businesskleidung, wenn ich aus dem Sportclub komme und die Haare noch nass sind. Turnschuhe zu Businesskleidung, wenn ich mal wieder vergessen habe, gute Schuhe im Büro zu deponieren und morgens den Arbeitsweg walkend zurücklegte.

Ganz gelegentliches Overdressing ...  immer dann, wenn ich die Nase von den umgebenden "lässig" gekleideten Menschen voll habe.

4) Ich tanze nicht: was kannst oder willst du nicht?


Das ist einfach: Singen!


5) Ich koche gern  - was ist dein Talent?


Schreiben. Und im Kochen bin ich auch nicht schlecht, wenn jemand anders die Küche aufräumt.

6) Ich komme mehrere Wochen ohne TV aus - du auch?


Kann ich, aber will ich nicht. Bügeln ist so langweilig!


7 ) Obwohl ich keinen Hund (mehr) habe, brauche ich meine Spazierrunde - worauf magst du nicht verzichten? 

Auf die 10-15 steigungsreichen Extra-km, die die Runde zu einer echten Wanderung machen oder die Geschwindigkeit, die den Spaziergang zum Lauf steigert.

8) Schaust du lieber "Forsthaus Falkenau" oder lieber "Landarzt"?

Weder noch ... *grusel*

9) Wann warst du das letzte Mal im Kino? 

Länger her ... aber im Ballett ... siehe oben.

10) Rotwein - Kerzenschein, Sofa und leise Musik ... ist das Romantik oder Kitsch für dich?

Kommt auf den Menschen an, mit dem ich das habe. Und allzu häuslich bin ich nicht. Ich gehe mit einem Partner auch gerne aus.

13.11.2012 um 06:54 Uhr

Glücksmomente ...

Gestern füllte ich geistesabwesend einen Test auf der Website einer großen Frauenzeitschrift aus. Welchen Glücksfaktor haben Sie? Diese Frage wollte ich doch ein für allemal klären. Und stieß auf eine Aufgabe, die mich faszinierte. Wie viele Momente des Glücks haben Sie in den letzten drei Tagen erlebt?

Gestern war Montag. Und, wie die Leserschaft der letzten paar Einträge schon folgern könnte, ein ausgesprochen schönes Wochenende lag hinter mir. Also eigentlich keine idealen Versuchsbedingungen. Denn es ging ja um Kontinuität, nicht die gelegentlichen Höhepunkte. Und nun versuche ich mal, meine alltäglichen Glücksmomente zu finden ...

- morgens früh am Zellophanfluss, die Sonne erhellt den Himmel langsam und das Wasser glitzert ... die Lust an frischer Luft, Bewegung und einem herrlichen Bild

- ein Samstagsfrühstück mit albernen Showeinlagen der Röllchen

- ein Lächeln im Gesicht eines entgegenkommenden (attraktiven) Läufers ... passiert tatsächlich auch mir lahmer Walking-Ente ab und an!

- der Moment, in dem ich mich mit Buch und Tasse Tee auf mein Sofa oder in mein Bett werfe, winterlich gewandet in flanellige Unsäglichkeiten, die nur im Single-Leben eine Daseinsberechtigung haben

- eine spontane Begegnung in einer überfüllten Bahn

- die Erleichterung nach einem viel zu langen Trainingssatz für meinen zimperlichen Bizeps oder das Aufatmen nach dem Absetzen der Hantel von der Schulter nach dem Beintraining

- der Moment des Niederlassens auf dem Saunatuch, den Aufguss tief einatmend

- eine Email von einem nahen Menschen

- ein Bild im Netz, das an einen schönen Moment erinnert

- das unglaubliche Gefühl, eine lange, lange Steigung bewältigt zu haben

- der "Flow" am Schreibtisch, wenn die Worte und Ideen sich selbst zusammenfügen

- die Zufriedenheit, wenn Schwieriges sich zusammensetzt

- der Genuss eines besonderen Essens

und bald wieder ... Weihnachtsdeko ...

Vor zwei Jahren hätte ich auch noch gesagt: das Gefühl, wenn meine Wohnung mich im Hausflur mit einer Umarmung begrüsst. Das Glücksgefühl verging leider mit der Eigenbedarfskündigung und dem folgenden Umzug. Besuchern gefällt meine Wohnung. Objektiv ist sie ja auch schön. Aber sie umarmt mich nicht. Sie gibt mir nicht die Geborgenheit und das absolute Wohlfühlen, das ich früher hatte. Noch nach fast zwei Jahren vermisse ich mein Wohnzimmer und mein Schlafzimmer, die schöne Wohnküche und die zentrale Lage. Pflegeleicht war diese Wohnung. Hell, freundlich. Meine jetzige Wohnung ist viel größer. Ihre Vorteile sind die größeren Kinderzimmer und die zwei Bäder. Den Balkon, den alle so loben, nutze ich, seit ich Single bin, kaum noch. Bei Hitze stört mich die mangelnde Beschattung. Bei Regen die Tatsache, dass er nicht überdacht ist. Die blöde Wäsche steht also dauernd in der Wohnung herum. Mein Schlafzimmer ist zu klein und nicht einrichtbar ... es geht kein Schrank herein. Und das Wohnzimmer ist durch die blöde Anordnung der Türen (Eingang und Balkon) nicht wirklich gemütlich. Ich glaube, ich stehe gar nicht so auf große Fensterfronten ...

Zieh doch um, würden manche sagen. Geht aber nicht wirklich. Erstens könnte ich momentan wegen Röllchen 1 und seiner Schule noch nicht in die Gegend ziehen, in die ich eigentlich will und 2. sind gut geschnittene und bezahlbare Vierzimmerwohnungen nicht gerade reichlich gesät ...

Also versuche ich weiter, mit dieser eigentlich recht guten Wohnung warm zu werden ... vielleicht schafft sie es ja im Advent sogar, mich ein kleines bisschen zu umarmen?

 

12.11.2012 um 22:06 Uhr

Das bunte, pralle Leben III

Ich kenne ihn seit fast fünf Jahren. Wir begegneten uns im Dschungel. Er ist riesengroß - gut über 2 Meter -, schlaksig und hat ein schiefes Grinsen. Der ewige Junge ... und trotzdem ein international erfolgreicher IT-Consultant. Einer, der nicht erwachsen werden will. Albern, unterhaltsam und sehr sexy. Und er steht ehrlich zu seiner Flatterhaftigkeit. Wir hatten ein paar denkwürdige Abende ... knutschten wie die Teenager ... und amüsierten uns königlich darüber. Er wollte keine Beziehung, ich suchte damals eine ... also genossen wir den Aperitif und gingen nicht weiter.

Und in seiner ganzen Flatterhaftigkeit ist er eine verdammt treue Seele. Selbst während meiner langen Beziehung kamen Grüsse zum Geburtstag und gelegentlich eine kurze Nachricht ..."Hab an dich gedacht, wie geht es dir?". 

Seit Frühling mailen wir sporadisch hin und her, wissen genau, welchen Spass wir an Doppelsinn und feinen Anspielungen haben. Heute hat er wieder seinen "albernen Tag" ... und ich frage mich allmählich, was passieren würde, wenn ich auf seine Vorschläge einfach mal einginge ;-)

Ich denke mal: Versuch macht kluch ...

 

12.11.2012 um 07:20 Uhr

Das bunte, pralle Leben II

Sonntag. Wandertag.

Kurzfristig rief der feine Mensch an, dass er doch per Auto fahre. Doch ich brauchte mächtig Schwein, um überhaupt an seinen Parkplatz zu kommen. Schwein, 21, in rosa Plüsch gewandet und auf dem Weg ins überschäumende Brauchtum, half mir nämlich, in den Zug voller überschäumender Menschen nebst überschäumender Bierdosen überhaupt noch hineinzukommen. Tokyoter Verhältnisse waren das! Und bevor jemand fragt: Schwein (Name nur saisonal und kostümierungsbedingt) ist der Sprössling von BesterFreundin und mein Patensohn.

Herbstwald, verschlafene Dörfer, wieder mal interessante Gespräche, ein paar Sonnenstrahlen und ein höchst befriedigendes Verspeisen dummer Gänse folgten. Und Pläne, Pläne, Pläne ... es macht Spass, die Zukunft mit schönen Erlebnissen zu schmücken! Eine dreitägige Wanderreise im April, vielleicht eine Tour in meine Lieblingsstadt Paris im Sommer und zum Weihnachtsausklang eine stimmungsvolle Entdeckungsreise in Geschichte und Weihnachtsstimmung mit viel Bewegung. Schön! Und noch schöner, so gute Weggefährten zu haben ...

Weniger schön ist allerdings das, was mir eben in die Hände flatterte ... ein länglicher Zettel mit vielen hohen Zahlen ... und extrem längliche Gesichter dazu. Röllchen 2 wird gemeinhin für intelligent gehalten, hat sich aber dazu entschlossen, im Schulunterricht durch geistige Abwesenheit zu punkten. Und dagegen hilft nichts, was eine Mutterrolle tun könnte ... denn ich kann ja schlecht im Unterricht soufflieren wie eine Gebetsmühle.

Im Moment brauche ich gerade mal wieder ein Stück Rauputz ...

11.11.2012 um 07:25 Uhr

Das bunte, pralle Leben

Musik: Ich bin am Leben (Rosenstolz)

Es gibt Tage, die sind so voller Leben wie sonst eine ganze Woche.

Gestern war so ein Tag ... und ich bin immer noch voller Eindrücke und Dankbarkeit dafür. Ich wachte nach einer erholsamen Nacht früher auf als sonst und genoss in Ruhe das langsame Eintauchen in den Tag. Frau Laufpartnerin hielt die spontane Walking-Verabredung ein und wir drehten eine Stunden-Runde durch den verschlafenen Morgenwald. Großes Frühstück mit den Röllchen und einem ausnahmsweise perfekten Omelett (sonst zerfällt es mir in DER Pfanne immer) ... und erfolgreiche Koordination der Nachmittagsaktivitäten mit bis zu drei Freundinnen gleichzeitig am Telefon. Ein guter Mailaustausch im Singledschungel und später eine erfolgreiche Shoppingjagd im Arbeitsvorstädtchen auf der anderen Seite des Zellophanflusses.

Und dann ... kamen die Überraschungen. Das pralle Leben. Eine Bekannte (gute Freundin vom Münchner Kindl) hatte uns eingeladen zum Tag der Offenen Tür bei ihrer Arbeitsstelle. Sie ist (altersbedingt) in der luxuriösen Situation, arbeiten zu dürfen und nicht zu müssen und engagiert sich immer noch mit vollem Herzen für "ihre" Organisation. In dem Fall auch zu verstehen, denn es handelt sich um eine humanitäre Hilfsorganisation, die weltweit sehr, sehr gute Arbeit leistet. Als ich ankam, war natürlich vom Münchner Kindl noch nichts zu sehen. Von der Limette auch nicht. Aber die Bekannte, für die ich mir hier noch einen passenden Namen einfallen lassen muss, war schon da und freute sich sehr. Es folgte eine spannende Stunde. Im ganzen Haus waren Informationsstände aufgebaut, man konnte sich über Projekte informieren und zum Beispiel solargetrocknete Früchte probieren, bei denen durch ein neues Verfahren die Vitamine erhalten bleiben ... eine tolle und sehr einfache Möglichkeit, Nahrung in heißen Gegenden haltbar zu machen! Und ich traf ... Arbeitsstadt und auch Arbeitsvorstadt sind diesbezüglich "Dörfer" ... noch jede Menge Arbeits-Bekannte. So zum Beispiel eine Frau aus einem Büro, mit dem ich viel arbeite, die mir ihre Schwester vorstellte, die ... surprise ... gerade im Team meiner Freundin vom Kap angefangen hatte. Dorf, sage ich nur!

Ok ... kommen wir zum Namen für die Bekannte ... ich denke, sie wird hier noch öfter auftauchen, also braucht sie einen. Die "Reisende" ... das ist passend. Die Reisende hatte an diesem Wochenende eine Freundin zu Besuch. Diese Freundin hatte früher auch für die Organisation gearbeitet, war dann aber in die alte Heimat des Münchner Kindls gezogen und hatte sich als Schriftstellerin einen Namen gemacht. Dazu kam noch ihre Tochter, gerade in Anfangsbegeisterung für ihr Studium in Arbeitsstadt in einem eher exotischen Bereich (Arabistik) und mit ihrem alternativ-bunten Look sehr viel Frische ausstrahlend.

Wir vier plus Münchner Kindl plus ein der Tochter befreundeter Mensch (der Fremde) kehrten also ein ... in einem wunderhübschen Restaurant mit Art-Deco Fenstern und warmer Atmosphäre ...

Und dann begann das "Wunder" ... das Gespräch am Tisch. Ein Feuerwerk an Eindrücken, an Themen, an Menschen. Es gibt Gespräche, die hinterlassen keine Spuren. Die sind nichtssagend und banal. Das gestrige war das schiere Gegenteil. Wir redeten uns über die Kontinente, über Afrika und die Steiermark und das Valgardena nach Afghanistan. Über die Themen, die uns bewegten. Über uns. Über die Liebe, das Schreiben und das Leben hier und weit weit weg, aus sehr persönlicher Perspektive. Fünf Frauen, ein Mann und das pralle Leben. Und ich denke, dass sich aus diesem Abend einige Fäden entspinnen, die zu etwas Neuem führen. Zwei davon kenne ich schon ... die Tochter und der Fremde werden demnächst mit wandern gehen. Und das Münchner Kindl und ich werden, da wir eh demnächst einige Tage in diese Stadt fahren, mit der Literatin in ihrem Lieblings-Weinstübchen etwas trinken gehen.

Und die Reisende? Mit ihr möchte ich künftig öfter zu tun haben ... denn Sie ist eine wunderbare Persönlichkeit, die ich als absolute Bereicherung empfinde!!!

Ich wünsche Euch allen ähnlich inspirierende Begegnungen!

 

 

08.11.2012 um 21:14 Uhr

Begegnung mit der Traurigkeit

von: Spring_Roll   Kategorie: Seelische Gärung

Seelische Gärung. Aber ausnahmsweise nicht meine.

Frau Laufpartnerin tauchte in diesem Blog lange nicht auf. In meinem Leben auch nicht. Sie hatte gesundheitliche Probleme Ende letzten Jahres. Und setzte das gemeinsame Laufen deshalb aus. Alle paar Wochen rief ich bei ihr an, um nachzufragen, wann es denn wieder losginge ... fünf Jahre waren wir ein tolles Team gewesen. Jedes Mal vertröstete sie. Und im April sagte sie mir dann, dass sie walke ... und zwar mit ihrem Mann. Gut. Ich wusste warum. Besagter Mann hatte gesundheitsbedrohendes Übergewicht und sie wollte ihn beim Abnehmen unterstützen. Da ich lieber lief als walkte und außerdem gerade das Wandern entdeckte, gab ich die Nachfragen dann auf. Ihr Mann, kräftigst abnehmend, begegnete mir ab und an und jedes Mal trug ich ihm Grüsse auf. Nur Frau Laufpartnerin, die sah ich nie. Und sie meldete sich auch nicht.

Bis heute. Da stand sie plötzlich in meiner Bahnstation in Arbeitsstadt. Schaute mich, die ich mit Sporttasche die Treppe herunter kam, fassungslos an und flog mir fast entgegen. Und brach beim "Wie geht's dir?" in Tränen aus. Es folgten intensive 20 Minuten in der Bahn. Schwerst depressiv ist sie. In Behandlung bei allem, was die Kasse zahlt und noch bei einigen anderen Therapien zusätzlich. Und sie kämpft um Klarheit. 

Wir tranken Kaffee bei ihr, intensivstes Gespräch, bis ihr Mann kam. Dann Smalltalk. Aber ein Erfolg. Wir werden zumindest wieder Spazieren gehen ab und an ... und ich werde sie unbarmherzig in den Allerwertesten treten dabei. Damit sie wieder heraus kommt aus ihrer Höhle. Wenn es mir so gut geht, wie momentan, kann ich nämlich abgeben ...

(Und etwas bekommen werde ich auch: Reiki nämlich ... Lohan, da musste ich an dich denken. Da hat sie gerade den ersten Grad erreicht und ist sehr glücklich darüber ... und vielleicht hilft es ja meinem ständig zickenden Ischiasnerv?)

 

 

08.11.2012 um 15:58 Uhr

Wie viele Männer braucht die Frau?

von: Spring_Roll   Kategorie: In the Jungle

Die politisch korrekte Antwort: keinen.

Die romantische: einen, natürlich nur einen.

Die pragmatische Antwort: eigentlich eine Handvoll, denn wenn man sie braucht, sind sie nicht da, die Männer. Also sollte frau überlegen, welche Vakanzen in ihrem Leben zu besetzen wären und dann mit Erst- und Zweitbesetzung die Risiken minimieren. OK. Ist nicht ganz ernst gemeint. Aber manchmal gerät frau ins Träumen und merkt im Erwachen, dass der Traummann eigentlich ein Wesen ist, das wie von Dr. Frankenstein zusammengesetzt ist aus Elementen, die kein Mann allein in sich vereinen kann.

Wie viele Männer braucht die Frau also? Und welche Facetten sind für Frau Rolle die "must haves"?

1. Der Mann zum Reden: Eloquent, gebildet, humorvoll und kommunikativ. Stundenlange Gespräche, gemeinsamer Humor, Verstehen bis auf eine tiefe Ebene. OK, eigentlich eher so eine Art beste Freundin in männlich. Kommt aber auch mit durchaus heterosexuellem Unterton vor.

2. Der Mann für die Lästigkeiten des Alltags: kann einen Abfluss reparieren oder einen WLan-Zugang freischalten, ist da, wenn Schweres zu bewegen ist.

3. Der Begleiter: ein situationsangepasst flexibler Mensch mit eigenem Background und Charisma, mit dem Frau nirgends eine schlechte Figur macht

4. Der Entertainer: für die leichten Seiten des Lebens. Mit ihm kann man Kultur geniessen und Spass haben. Auch im Urlaub.

5. Der Gefährte: der Mann für Küche, Sofa und Esstisch, für lange Kochabende und gemütliches Video schauen. Zum Abends einschlafen und morgens wachwerden.

6. Der Liebhaber: wofür, ist klar.

Wie viele ich habe? Wird nicht verraten. Leider gibt es sie auch nicht in Personalunion. Und so dschungle ich weiter ... und hoffe, dass ich irgendwann einem Mann begegne, der zumindest 1 und 6 repräsentiert ... der Rest wäre "nice to have".

Kategorie 1 ist dabei am leichtesten zu finden, leider äußerst selten in Verbindung mit 6. Überhaupt scheint 6 eine Gruppe zu sein, die 5 und 3 scheut wie der Teufel das Weihwasser. Mit 4 ergeben sich öfter Schnittmengen. Wenn 5 und 6, ist aber 4 meist nicht inkludiert, oder 1 fehlt und das ist ganz schlimm. Mein Gott, was für eine Bedingungsrechnerei ... sooo viele Unbekannte. Und genau das finde ich im Dschungel ... UNBEKANNTE.

Fröhliches Zahlenspiel wünscht die Rolle!

 

07.11.2012 um 14:25 Uhr

Einkuscheln ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Zeit delight

Es ist mal wieder Zeit dafür. Draussen grau und ungemütlich. Drinnen manchmal auch. Da suchen Auge und Seele unwillkürlich nach dem Equipment zum Einkuscheln. Wolldecken, Daunenplumeaus, dicke Strickjacken, Wollsocken, Lammfellstiefel ... Sauna natürlich, Kerzenlicht und sanfte Musik. Aber auch: die Wärme naher Menschen ... und das funktioniert sogar aus der Ferne ... wie bei der Halskette, die zu tragen mich stets wärmt, weil sie das Geschenk einer guten Freundin von weitweitweg ist.

Neueste Errungenschaften in Sachen Wärme: Fleecejacke mit Kapuze vom Kaffeeröster und, da der Kaffeeröster nur wieder so ein blödes Ding hatte, das den Po kalt lässt, ein langer Shellparka vom Outlet nebenan. Sagenhaft günstig, sehr, sehr schön ... perfekt für die Winterwanderungen. Der Winter kann kommen ... ich hab's warm ...

 

 

 

05.11.2012 um 09:41 Uhr

Rollkommando Attika II

von: Spring_Roll   Kategorie: Wandervögel

Ich könnte gerade jemanden am Rauputz verreiben.

Nachdem Frau Rollkommando mich so elegant ausbootete, kamen einige recht harsche Mails von ihr nach besagtem Vortermin. Alles, was ich organisiert hatte, war wohl nicht zureichend. Dann fragte ich an, ob eine Freundin mitfahren könne und wurde rigoros auf die Warteliste verwiesen.

Mir ist gerade ziemlich die Lust vergangen ... und ich glaube, ich muss mit ihr mal in Ruhe reden. So geht das nicht. Und ich bin auch nicht die einzige, die mit ihr aneinandergeriet ...

 

04.11.2012 um 17:00 Uhr

Aufräumen II

Das emotionale Aufräumen gestaltet sich schwieriger als das physische.

Drei Altkleidertaschen warten auf den Abtransport. Eine vierte auf eine Bekannte, die schauen will, was von der Kinderkleidung sie noch brauchen kann bevor der Rest abgekarrt wird.

Draussen haben sich die Schleusen eines schwefelgelben Himmels geöffnet. Sepiagelb der Innenhof und das Licht, das ins Fenster scheint. Von oben Klavierklänge - Frau Nachbarin spielt Yann Thiersen. Ansonsten ist es still. Nicht mal die Hundekrallen sind zu vernehmen.

Auszeit - noch eine Stunde lang. Ganz bewusste Ruhe. Denkzeit. Schreibzeit. 

Heute morgen habe ich begonnen, ambivalent waberndes endlich in Formen zu gießen. Saubere Grenzlinien zu ziehen. Die Zeit des Gefühlslabors neigt sich ihrem Ende zu. Aufbruch. Das Ende eines Entwicklungstunnels, den ich bald verlassen werde. Zurück bleibt ein Stück "Rüstung" und einiges, was ich in diesem Tunnel temporär brauchte, um wieder bei mir selbst anzukommen.

Ich bin dankbar für die Begegnungen im Tunnel. Einige der Menschen, die ich dort traf, werden meinen Weg auch weiter begleiten - und ich ihren. Auch hier bei blogigo. Einige werden im Tunnel bleiben. Andere weiter da sein, aber vielleicht für mich eine andere Rolle haben. Und da sind die Menschen, die Licht sind an den Wegkreuzungen. Wie BesteFreundin ... die anruft mit den Worten "ich vermisse dich gerade". Weil unsere Leben so voll sind, dass wir viel zu selten Zeit füreinander haben, die wir nicht mit anderen teilen müssen, die weniger nah sind als wir beide. 

Noch ein paar Schritte bis zum Ausgang ... oder ist es nur eine Verzweigung?

Das, was draussen wartet, ist gut. Das fühle ich ...