Frühlingsrollen und die Gesetze der Schwerkraft

30.03.2013 um 16:47 Uhr

Von Bremsklötzen und Fluglotsen

von: Spring_Roll   Kategorie: Perspektivwechsel

Musik: September (Earth, Wind and Fire)

Es gibt in unserem Leben Bremsklötze, die uns an Entwicklung hindern ... und Fluglotsen, die uns lächelnd begleiten und anspornen, wenn wir zum Sprung und Griff nach den Sternen ansetzen. Beste Freundin ist eine Fluglotsin ... meine Mutter, der Röllchenvater und auch leider Blue sind Bremsklötze mit ihrer Angst vor dem Neuen. Glamour Girl und das Münchner Kindl sind Fluglotsen. Die Hummel unbedingt auch. Und der Cineast.

Gut ist, wenn die Fluglotsen im Leben überwiegen.

Und noch besser, wenn man irgendwann die Bremsklötze als solche erkannt hat, sich frei gemacht hat von ihnen und - zumindest im Fall von Mutter und Blue - sie trotzdem weiter lieben kann, mit einem verständnisvollen Lächeln. Und manchmal mit Mitleid für ihre Grenzen. 

Bei Blue zumindest hoffe ich, dass ich für ihn Lotsin sein kann ... damit er seine Grenzen im Laufe der Zeit etwas weiter fassen kann ...

 

28.03.2013 um 08:17 Uhr

gefühlter Kopf oder verkopftes Gefühl?

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: You were always in my mind (John Wesley Ryles)

Mind ... Verstand ... das ist es, worum der Cineast und ich kreisen. Wir beide haben einen absolut analytischen Verstand und die Fähigkeit, einander sehr unbequeme Fragen zu stellen. Dazu die Vorliebe und Angewohnheit, mit Worten Bilder zu malen, Sachverhalte plastisch bis grotesk zu illustrieren und kleine Nuancen in der Sprache wahrzunehmen. Was wir beide nicht schaffen, ist es, unsere jeweilige Situation wirklich zu verändern.

Wir haben gestern wieder die halbe Nacht kommuniziert. Erst schriftlich, dann per Telefon. Seine Situation möchte ich nicht geschenkt haben ... er liebt, ohne dass die Liebe sich in Glück manifestiert. Seit fast 30 Jahren mit der gleichen Frau zusammen. Und es geht eigentlich nicht um Routinen bei den beiden, sondern um Karriere- und Lebensplanung, die sich nicht zusammenbringen lässt. Sie hat einen zwar mies bezahlten, aber heiss geliebten Job im gemeinsamen Heimatort, da wo sich Reineke und Meister Lampe täglich eine gute Nacht wünschen, er ist nach einer Abwanderung seiner Branche von einer nahen Großstadt nach Arbeitsstadt gegangen, weil er hier einen gut bezahlten Job hat, der der Familie (mehrere Kinder) einen sehr hohen Lebensstandard sichert. Sie hatte eine Midlife-Außenbeziehung vor einigen Jahren. Das und der Streit über den Lebensmittelpunkt zermürbt die Ehe. Man teilt das Bett routiniert und streitet, statt wirklich zu reden. Der Cineast tat, was im Selbstbewusstsein verletzte Männer so tun ... er testete seinen Marktwert. Einige Male. Er tut es immer noch. Keine Spontanaktionen, sondern meist freundschaftliche Affären. Nach einigen Jahren ist er an dem Punkt, zu fühlen, wie hohl das alles ist. Und er spürt, dass sich etwas ändern muss. Mit dem Verstand weiss er auch, dass die Veränderung nur innen stattfinden muss. Allein seine Gefühle müssen das noch kapieren. Denn ob er will oder nicht, er liebt diese Frau. Und wenn er sich der Auseinandersetzung nicht stellt und nicht auch sie zwingt, das zu tun, dann ertrinkt diese Beziehung in Zurückweisung, Geringschätzung und unerfüllten Sehnsüchten.

Glamour Girl sagt immer, dass sich Menschen aus einem bestimmten Grund, für eine bestimmte Zeit oder für immer zusammenfinden. Ich denke, für den Cineasten habe ich einen Grund. Den Grund, mit meinen Fragen vorzustossen bis ins Innerste. Er kann das bei mir auch ... aber bei mir ist alles offener und klarer. Er erzählt mir nichts Neues, gibt mir aber oft genug den richtigen Anstoss, Dinge anders zusammenzusetzen - siehe Ziele und Visionen vor ein paar Tagen.

Der Cineast und ich, das ist eine tiefe Gesprächsbeziehung. Beinahe hätten wir uns gestern auf einen Wein getroffen. Wir haben es nicht getan. Weil es nicht notwendig war. "Unser Ding" ist geistiger Austausch, Monitoring von Plänen, Zielen, Gefühlen ... intimate coaching nannte er es einmal. Und auch, wenn ich mich glossenartig über Man-Sharing hier verbreite, wäre das im realen Leben nie eine Option. Weil ich nach oben offen lieben will.

Harry sagt im Film zwar, dass es unmöglich sei ... aber ich denke, es geht doch.

Freundschaft zwischen Männern und Frauen ...

 

27.03.2013 um 17:34 Uhr

Rote Fäden und Fragezeichen

von: Spring_Roll   Kategorie: Perspektivwechsel

Musik: Respect (Aretha Franklin)

Der rote Faden wird immer dicker und stabiler. Ich habe mich entschlossen, keinen formalen/akademischen Bildungsabschluss anzustreben. Denn neben Vollzeitarbeit und Nachwuchshege werden meine Kräfte nicht ausreichen. Und eine Reduzierung auf Teilzeit plus Studiengebühren würden uns finanziell ausbluten.

Ich habe etwas gefunden, das ich tun möchte. Kein festes Berufsbild, sondern eine zusätzliche Fertigkeit, die ich trainieren kann und die mir sowohl im Hauptjob als auch in anderem Kontext nützen kann. Mit dem richtigen Seminarzertifikat kann ich ein gutes Zubrot verdienen, mit etwas, das mir wirklich liegt und Spass macht. Und in einem Bereich, in dem gute Leute händeringend gesucht sind, nicht für eine Festanstellung, aber für regelmäßige Aufträge, die mir ein gutes Zubrot brächten. Die Investitionskosten sind überschaubar. Ein paar Tausender ... aber nicht auf einmal und sicher auch steuerlich absetzbar.

In den nächsten beiden Jahren werde ich dieses Ziel erreichen.

Enttäuscht hat mich die Reaktion von Blue. Es war, als ob meine Mutter aus ihm spräche. Er redete von Risiken und Versagen. Dabei plane ich doch nur, neben dem Hauptjob etwas zu lernen und einzusetzen. Und das sogar in einem Feld, das viele Verbindungen zum Hauptjob hat ...
Blue scheint nicht an mich zu glauben ... und sein "Kleinhalten" klingt wie sein Vater. Schade.

Roter Faden im Job, gordischer Knoten in den Gefühlen. Nächtelange Gespräche mit dem Cineasten. Über ihn und über mich ... und unterschwellig auch über uns. Nicht gut. Für keinen von uns. Für ihn nicht, da er seine Wochenend-Ehe retten will, nachdem seine Frau eine Nebenbeziehung hatte. Für mich nicht, da wir uns auf eine Weise emotional nahe kommen, die gefährlich ist und mich in die schwächere Position bringt. Nicht falsch verstehen ... wir treffen uns noch nicht mal. Aber unser schriftlicher Austausch geht uns beiden unter die Haut. Weil tiefe Gefühlsschichten angesprochen werden und das manchmal höllisch weh tut.

Endlich mal ein Mann mit Tiefgang ... und dann nicht "elegible". Das Schicksal ist ein mieser Verräter ... oder nicht?

 

 

 

 

25.03.2013 um 00:35 Uhr

Manchmal ... die Leere ...

von: Spring_Roll   Kategorie: In the Jungle

Musik: La isla bonita (Madonna)

Power is being told you are not loved,
and not being destroyed by it. (Madonna)

Es gibt Tage, an denen das Alleinsein noch schwerer wiegt als sonst. Immer dann, wenn ein Mensch gerade ein Stückchen näher rückte und zur fühlbaren Gegenwart wurde. Und sich dann die Wege wieder trennen. Es ist wie die Kälte ... nach ein paar warmen Sonnenstrahlen fühlt sie sich noch beissender an als vorher. 

Der Madonna-Spruch trifft zu. Viel zu oft bin ich wieder aufgestanden nach dem Tod einer Hoffnung. Viel zu oft habe ich zitternd wieder draussen in der Kälte gestanden. Und immer noch hoffe ich jedes Mal, wenn ich ein wenig Wärme finde, dass ich nicht wieder hinaus muss in den kalten D*schungel.

Dieses Jahr ist kein Gutes. Weder im Beruf noch im Privaten.

Aber zerstören wird es mich nicht.

Ich stehe auf ...

 

 

 

20.03.2013 um 16:32 Uhr

Ein ganzer Mann?

von: Spring_Roll   Kategorie: Error (m)

Musik: Ich will keine Schokolade ... (Trude Herr)

ACHTUNG: BÖÖÖÖÖÖSE!

Ein ganzer Mann ... was ist das eigentlich?

Sicherlich für jede von uns etwas anderes ... sonst würden sich Paare nicht finden. Für erstaunlich viele Frauen ist der ganze Mann hochgewachsen, angenehm riechend, intelligent, interessant, humorvoll, an Körperlichkeit interessiert, sozial kompetent und bindungswillig, dazu in der passenden Region und Altersgruppe.

AAABER ... wie die böse Statistik sagt, gibt es erstaunlich wenige Männer, die diesem Ideal entsprechen. Jedenfalls viel weniger als interessante, intelligente suchende Frauen in den korrespondierenden Alters- und Regionalgruppen.

Wäre es also die Lösung, statt ganzer nunmehr halbe Männer zu suchen? Mathematisch sicherlich. Doch welches Kriterium ist das, auf das wir verzichten können? Mal ehrlich, könntet ihr mit einem Mann, der euch nur bis zur Schulter geht? Oder einem, der alle äußeren Voraussetzungen erfüllt, aber ein A ... ist? Einem, der nur halb so alt ist oder der Vergreisung anheimgefallen? Einem, der 500 km entfernt wohnt und den ihr nur alle paar Wochen seht? Einem, der euren Körper, aber nicht eure Gefühle will? Einem, der schlecht riecht? Lauter halbe Männer. Und leider ist die fehlende oder schlechte Hälfte so störend, dass die vielen guten Seiten es nicht herausreissen.

Wenn wir aber die Mathematik wieder bemühen, bleiben proportional immer noch nicht genügend ganze Männer übrig. Also stürzen wir uns in die Division. 50 ganze Männer durch 100 Frauen gibt ... richtig! ... 1/2. Da die chirurgische Teilung spätestens seit König Salomo und dem Säugling nicht mehr praktikabel erscheint, bleibt eigentlich nur ein Erfolgsmodell unserer Epoche: Time Sharing!

Was bei Ferienwohnungen und Autos funktioniert, müsste doch eigentlich auch bei Männern anwendbar sein? Man-Sharing-Modelle der Zukunft. Ob ich dafür wohl ein Franchisingkonzept entwickeln könnte? Gerade in Zeiten beruflicher Mobilität, wenn Partner ihre Zeit zwischen zwei Orten aufteilen, wäre das doch eine echte Marktlücke. Die eine hat ihn Fr bis So, die andere Mo bis Do. Fest vereinbart und nach klaren Regeln. Und auf Einladungen heisst es künftig nicht mehr nebst Gattin, sondern nebst Time-Shareholder.

Auf einen Schlag wären mit diesem Konzept Tausende intelligenter, attraktiver weiblicher Singles Ü40 "von der Straße". Und ... Hand auf's Herz ... sozial gerecht ist das nicht, wenn 50 Frauen auf ihren Besitzstandsmännern sitzen und die anderen 50 darben! Ich kaufe mir also rechtzeitig zum equal pay day am Freitag eine rote Fahne und gröle handtaschenschwenkend meine persönliche Variante der Internationalen ... erkämpft das Männer-Recht!

 

20.03.2013 um 07:06 Uhr

Homeö - pathologisch?

von: Spring_Roll   Kategorie: Perspektivwechsel

Musik: Une seule vie (Gérard de Palmas) ... merci, Rosa!

Kügelchen oder Chemo-Keule? Bei den Kügelchen ist es ja so, dass die Symptome erst mal schlimmer werden, um dann zu verschwinden. Genau so ist es in meinem Gärungsprozess ... und ich habe mich gegen die radikalen Schritte entschieden, um den Prozess zu durchleben und eine wirkliche Besserung zu erreichen.

Gestern, im Gefühlslabor aka am Ufer des Zellophanflusses:

Da setzt sich etwas ... ein ganz dünner, ganz feiner, noch ganz kurzer ... roter Faden. Und schnell packe ich das Ende und wickle während meines gesamten Morgenlaufs das Knäuel auf ...

Es folgte ein kurzes, klärendes Gespräch mit einer Kollegin. Und später am Tag eines mit der Zuhörerin.

Über das Leben im Jetzt und die Möhre, der der Esel immer hinterherläuft. Über Visionen und Ziele. An letztem Thema ist der Cineast schuld ... der Mann mit den zwei Leben, die im Unterschied zu den sieben einer Katze parallel ablaufen und ihn öfter mal zerreißen. Der Cineast jedenfalls ist in einer Führungsposition und als ich ihm mailweise mein Dilemma anriß, fragte er mich, was Visionen und was Ziele seien an dieser Möhre, die da vor mir her baumle. Ich brauchte keine fünf Minuten für die Antwort. Und die war klar und strukturiert. In Visionen und Ziele und Direktmaßnahmen. Folgte seine Frage, ob ich ihn eigentlich verar ... wolle. Nein, Cineast, eben nicht. Ich beherrsche ja die Technik, aber sie auf mich selbst anzuwenden, dazu bedurfte es deines Anstosses. Und du scheinst einer der wenigen Menschen zu sein, die meine "Bilder-Denke" verstehen, weil du selbst ähnlich "malst". 

Der rote Faden jedenfalls lugte am anderen Morgen hinter einem nassen Stein am Zellophanfluss hervor. Und nach ein bisschen Recherche glaube ich, dass der Faden ziemlich reißfest sein dürfte. Die Kollegin jedenfalls fand den Ansatz gut und passend. Die Zuhörerin auch. Und am Nachmittag sprach ich dann am Rande eines gemeinsamen Termins noch mit der Frau, die "schuld" war, weil sie mich in einem internen Seminar mit dem Thema, das jetzt langsam zu "meinem" werden könnte, zusammenbrachte. In ihr hätte ich auch eine Unterstützerin - wichtig gegenüber den Erbsenzählern, mit denen noch eine Ringrunde bevorsteht.

Also werde ich jetzt erst einmal sondieren, welche Fortbildungsmöglichkeiten in meine Wunschrichtung ich innerhalb der eigenen Struktur wahrnehmen kann. Der zweite Schritt sind dann Module "ausserhalb", für die ich hoffentlich Kostenbeteiligung oder zumindest Freistellung vereinbaren kann. Und ich glaube, dass die neue Richtung mir sowohl ein besseres Standing innerhalb des Unternehmens als auch ein Nebenstandbein ausserhalb ermöglichen könnte. Ein gutes sogar. 

Der Cheferbsenzähler mit den toten Augen saß gestern übrigens in besagter Runde neben mir und bekam wohl zum ersten Mal live mit, was ich wirklich tue ... 

 

 

19.03.2013 um 07:01 Uhr

So wie im Märchen ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Seelische Gärung

Musik: Ich bau dir ein Schloss (Neue Heimat)

So wie im Märchen ... da denkt jeder an den Prinzen und die Prinzessin, die gute Fee und das Schloss, in dem sie glücklich und in Frieden leben, wenn die letzte Zeile vorgelesen ist.

Ich denke heute an die dunkle Seite der Märchen. An die Dornenhecke, in der die vielen Prinzen sterben. An die sieben Jahre Brennesseln der irischen Heldin in den sieben Schwänen. An den Zauberspiegel, in dem das wahre Wesen sich zeigt und vor dem die meisten schreiend sterben. An Pechmarie und an die vielen Prinzessinnen, die der Drache und der Minotaurus frassen, bevor die letzte von ihnen gerettet wird und Ariadne den Faden spinnt. An die Gorgonen, die Odysseus an der Nase herumführt. Und an die bösen Stiefmütter, die es bestimmt auch nicht leicht hatten mit ihrem "gebrauchten Mann".

Der Zauberspiegel ... den sehe ich oft vor mir. Selbstkritisch bis zur Zerfleischung. Zukunftsangst zerrt das Selbstbild und stellt die Vergangenheit infrage. 

Die Fakten sind, wie sie sind. Ende 40 ... noch nicht mal mehr Mitte. Übergewicht. Vorlaute Klappe, die manchmal gefährlich werden kann. Hochfliegende Pläne und wenig, sie zu unterfüttern. Kein Kapital. Und langsam aber sicher das Gefühl, den Absprung verpasst zu haben. Ehe versemmelt. Beziehung auch. Lebensbilanz? Das Gefühl, zu einer dieser alternden Frauen zu werden, die nirgendwo ankommen ... und irgendwann zu einer Witzfigur degenerieren ...

Das ist das Bild ... und es gefällt mir nicht.

Und gerade spüre ich, dass meine Kräfte nicht sehr weit tragen. Decke über den Kopf ... danach ist mir. Jeder Tag eine Hürde.

Und nun kommt die Decke wieder über den Spiegel ... Aufstehen, Krone richten ... wobei ... was trägt eigentlich die Prinzessin Ü 50? Hut à la Liz London? Oder ein Diadem wie Liz T?

Ideen willkommen ...

 

17.03.2013 um 08:40 Uhr

Das Leben, der D*schungel und die Farbe gelb

von: Spring_Roll   Kategorie: In the Jungle

Musik: Ballad of Lucy Jordan

Im Alter von 37 Jahren stellte sie fest, dass sie nie in einem offenen Sportwagen nach Paris gefahren war und der warme Wind nie dabei ihre Haare zerzaust hatte ...

Das ist kein Lied, sondern ein wehmütiges Gefühl. Nicht wegen des Sportwagens ... ich war zwar nicht mit 37 in Paris, aber immerhin mit 41 in Brügge. Und Wind in den Haaren wird überbewertet, definitiv! Aber es geht um das Lebensgefühl. Um die Freiheit. Und so stelle ich mit 47 Jahren fest, dass ich dieses Gefühl von Freiheit in den letzten beiden Jahrzehnten nicht hatte, vielleicht sogar länger als das. Ich habe mich freiwillig in meine Tretmühlen begeben. Freiwillig ab Tag nach dem schriftlichen Abi zu arbeiten begonnen. Freiwillig Kinder bekommen. Freiwillig vom Mann getrennt. Freiwillig die Sicherheit meines jetzigen Arbeitgebers gewählt. So freiwillig das alles eben ging. Denn aufgrund der Rahmenbedingungen war jede dieser Entscheidungen die damals einzig logische. Und dennoch ist da dieses Gefühl von eingesperrt sein. 

Ich liebe Blue und Wirbel - aber die Lebensumstände einer Mutter liebe ich nicht. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass die Trennung von ihrem Vater richtig war. Und auch die von meinem letzten Partner. Aber alleine sein fällt mir trotzdem schwer. Trotz Freundschaften und schöner Aktivitäten am Wochenende - mir fehlt das nahe DU. Ich mag die Inhalte meines Jobs - aber ich leide unter den Grenzen, die mir mein Eingebundensein auferlegt. Nicht einfach das Risiko eines Wechsels eingehen zu können, weil finanzielle Verantwortung hindert. Nicht einfach eine Fortbildung beginnen können, weil meine Zeit nicht "frei" ist. 

Gestern hatte ich ein schwieriges Gespräch mit meiner Mutter. Der Ängstlichen. Und ich habe ihr klar gemacht, dass ich nur noch JETZT etwas tun kann ... dass ich irgendwann einfach zu alt sein werde, um noch Veränderung zu stemmen. Ein sehr schwieriges Gespräch, da sie immer rückblendet und eigene Schuld impliziert. Sie war nie schuld. Ich war schuld, dass ich mich nicht durchsetzte und riskierte. Ich war schuld, dass ich fremde Angst übernahm. Und ich war auch daran schuld, dass ich mich mit Mitte 20 dann an Konsum gewöhnt hatte und nicht mehr in die Basisexistenz einer Studierenden "zurückgehen"wollte. Hätte ich mal besser gemacht ...

Aber andererseits wäre ich nie dorthin gekommen, wo ich jetzt bin, ohne meinen Weg. Also ist niemand schuld ausser meinen eigenen Entscheidungen. Aber wenn ich JETZT nichts ändere ... dann habe ich versagt. Und versagen will ich nicht. Auch wenn niemand da ist, der mich mal stützt ... ich denke, meine Kraft wird reichen.

Gegen das alleinsein helfen manchmal die Ausflüge in den virtuellen D*schungel. Und gegen das Gefühl der allzu langen Winterkälte hilft Farbe. Die Tulpen in der Vase und auf dem Screensaver und eine strahlend gelbe Jacke, die als Ausrufezeichen den Frühling herbeibeschwört. 

Und vielleicht, nur vielleicht ... werde ich ja irgendwann doch mal im Gefühl von Freiheit einfach losfahren. Es muss ja noch nicht mal ein Cabrio sein ... ich nehme auch den Zug ...

 

 

 

 

15.03.2013 um 07:50 Uhr

Klopper der Woche (m)

von: Spring_Roll   Kategorie: In the Jungle

Musik: Ich find dich S*chei*sse (tictactoe)

Klopper der Woche:

8.30: Hey, du bist interessant und machst mich neugierig, z.B. auf ein Bild, auf dem man dich von vorn sieht ...

8.40 ... Ich gucke die Mail an, antworte aber nicht, sondern ich schalte den Rechner aus und fahre zur Arbeit

8.43 ... dass du so eine Zicke bist, hätte ich nicht gedacht ...mehrzeilige Tirade  ...

 

Und gelöscht hatte er seinen Account dann auch ... oder ob das jemand anders für ihn übernommen hat, weil er zu mehreren Frauen so "freundlich" war???

14.03.2013 um 08:34 Uhr

A*sch huh, Zäng ussenander

von: Spring_Roll   Kategorie: Perspektivwechsel

Musik: Je veux (ZAZ)

So. Es ist Zeit. Zeit für eine neue Kategorie. Einen neuen Lebensabschnitt. Viel zu lange habe ich mich von Verantwortung für Blue und Wirbel knebeln lassen ...

Heute sehr früh stand hier noch weit mehr. Aber ich habe mich entschieden, diese Dinge noch nicht blogöffentlich zu machen. Weil ein Blog eben öffentlich ist ...

Es geht um "grosse" Entscheidungen. Die, die ich eigentlich erst in einigen Jahren vor mir sah, wenn auch Wirbel die Schule beendet hat. Entwicklungen der letzten Wochen haben mich schneller als gedacht an den Punkt gebracht, über Zukunft nachzudenken. Ich führe Gespräche mit klugen Menschen meiner Umgebung, recherchiere, denke nach über das, was mich wirklich weiter bringen kann in diesem Unternehmen und vielleicht irgendwann auch an anderem Ort.

Ich werde berichten, wenn die Entscheidung "reif" ist ...

 

13.03.2013 um 07:53 Uhr

Hello my dear und die Liste für die Lady

von: Spring_Roll   Kategorie: In the Jungle

Musik: Love and Marriage ... (Titelmelody Al B*undy)

Die S*cam-Connection ist wieder unterwegs. Ganz normale Männerdomizilie im D*schungel. Ganz normale Bilder, ganz normale Angaben. Wohnort meist irgendwo in Deutschland, Sprache deutsch ist angekreuzt.

Und dann kommt die Mail ... schauriges Englisch oder Übersetzungstool, triefende Komplimente auf Schleimspur von Selbstbeweihräucherung. Diese gottesfürchtigen, bescheidenen Menschen, die die tiefe, wahre Liebe suchen! Rührend ist das ... und wenn frau in besserem Englisch höflich ablehnt, gibt es noch einen Nachschlag in Form von Liebe überwindet alles und seien wir doch Brieffreunde. Brrrrrrr. Und auf den Seiten des Bundeskrimi-Amtes kann frau dann nachlesen, was vertrauensseligeren Geschlechtsgenossinnen und vor allem ihren Konten passiert. Ein afrikanischer Staat hat sich da auf das Feinste spezialisiert ...

Männliche D*schungeltierchen allerdings bekommen ähnlich hübsche Kontaktgesuche aus recht weit östlichem Raum.

Wo sind denn eigentlich die Guten geblieben? Sind die wirklich alle verheiratet oder haben eine "Klatsche"?

 

Und auch, wenn das Universum bekanntlich erst kürzlich Falschlieferungen zustellte, will ich doch einmal beginnen, die ultimative Wunschliste zu formulieren ... Lady, machst du mit???

- intelligent
- so hochgewachsen, dass ich mich auf Absätzen nicht wie der Fernsehturm fühle ... also meine Grösse plus 7 cm Absatz plus 8-10 cm Wohlfühldistanz
- Körperspannung
- dynamische Ausstrahlung
- psychisch robust und ohne größere Süchte
- in allen wesentlichen Punkten "normal" ... nur in Ideenreichtum und Ausstrahlung aussergewöhnlich
- in räumlicher Nähe lebend
- eher aktiv als behäbig 

- FREI 

 

to be continued!!!

11.03.2013 um 08:34 Uhr

Assoziationsketten in öffentlichen Verkehrsmitteln

von: Spring_Roll   Kategorie: Himmel auf dem Kopf

Musik: Hämmernde Bässe vom Kopfhörer gegenüber

Gefühl Angst - Bauchweh - Albträume - Einschlafstörungen - Unruhe - Lösungen? - Risiken? - Kapital - Potenzial - Ballast - Träume - Veränderung - eigene Veränderung - Sabbatical? - Kinder, Kinder, Kinder - Kein Platz für mich - Reisen und Schreiben? - Wohnung wechseln - Wohin? - Kinder, Kinder, Kinder - Wo ist das JETZT? - Glücklich sein jetzt und nicht in einer fernen Zukunft - Hingabe an das Jetzt? - Loslassen? - Demütigung - Schikane - zu viel Emotionalität - Unlogik - Amtsautorität ohne Kompetenz - Fluchtreflex - Vogel Strauß mit Kopf im Sand - Bewegung nach vorn! - Niemand tut etwas für mich, wenn ich nichts tue - Verdammt, wo ist mein "Anker"???

Ein Telefonat mit dem Röllchenvater. Er würde es unterstützen, wenn ich in neuen Umständen zeitlich und örtlich flexibler sein müsste.

Ein Gespräch mit Sous-Chef. Uns beiden ist das Procedere nicht geheuer, das uns aufgezwungen werden soll. Vertrauensverhältnis nach oben ist gestört. Sehr. Weiterhin Identifikation mit der Aufgabe. Weiterhin Engagement im direkten Team. Aber andere Kanäle sind dauerhaft gestört.

Ich hätte gern ein besseres JETZT. Ein FÜR MICH besseres.

11.03.2013 um 08:02 Uhr

Désenchantée ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Himmel auf dem Kopf

Musik: Désenchantée (Mylène Farmer)

Hat jemand noch Verwendung für einen gebrauchten Sonntag? Kein besonders schöner Tag, weder vom Wetter noch von der Stimmung her ... aber immerhin, ein Sonntag. Niemand? Kann ich verstehen. Ich würde ihn auch am liebsten zurückgeben, diesen Tag, den ich zwischen Zukunftsangst und Zweifeln verbrachte.

Es ist nicht die Ungewissheit oder das Risiko, das mir Angst macht, sondern die verflixte Verantwortung und der viele Ballast. Ich reise nicht mehr mit leichtem Gepäck. Das hat mir der letzte Umzug zu deutlich vor Augen geführt. Mein Leben ist eine träge Masse geworden. Viel zu sperrig, um leicht veränderbar zu sein. 

Beste Freundin hat mir am Samstagabend ein paar Fenster zu Perspektiven geöffnet. Ich brauche neue Blickwinkel ... und vor allem neuen Drive. Bin viel zu bequem und faul geworden ... nicht körperlich, aber ich hänge in diesem zu engen Leben viel zu fest. Manchmal komme ich mir vor, als ob ich ein Stellvertreterleben führte ... die anderen reisen und ich höre fasziniert zu. Die anderen machen Karriere und ich stecke in der Warteschleife. Nur älter werde ich selbst. 

Und nein, ich bin nicht deprimiert. Nur gerade mal ziemlich ehrlich mit mir selbst. 

Vielleicht ist dieser berufliche Mist der letzte Tritt in den Allerwertesten, den ich brauchte. Um endlich etwas zu ändern. Ich bin nicht zufrieden und möchte es nicht sein. Nicht mit diesem engen Leben. Zeit für Veränderung. Meine EIGENE Veränderung. MEIN Umbruch. Ich glaube sogar, da geht mehr zu Ende als nur ein Job. 

Es wird nicht von heute auf morgen sein. Dazu habe ich zu viele Verpflichtungen. Aber ich glaube nicht, dass ich heute in einem Jahr noch so leben werde wie jetzt. Vielleicht werde ich noch Single sein. Aber wahrscheinlich werden sich wesentliche Dinge geändert haben. 

Ich rechne nicht damit, dass der Machtkampf zwischen den Spitzen mich unbeschadet freigibt. Ich werde Narben am Selbstwertgefühl davontragen. Und ich werde Zeit und Energie in ein totes Pferd investieren. Weil ich nicht kampflos aufgebe. Und weil ich den Verantwortlichen die Stirn bieten will. Mein Kampfgeist ist erwacht. 

Erst, wenn ich definitiv die Aussage habe, dass ich bei diesem Arbeitgeber keine Chancen habe, werde ich Konsequenzen ziehen. Sechs Monate. Das halte ich aus. Und parallel schaue ich nach Möglichkeiten, mich weiter zu qualifizieren, neue Bereiche kennenzulernen und mein Kontaktnetz zu erweitern. Und ich werde offen sein für Möglichkeiten.

Und Blue und Wirbel ... die sind inzwischen alt genug, um zu verstehen, dass ich das genau so tun muss ... auch wenn es ihre Welt vielleicht auch verändern wird.

Ich WILL das schaffen!

 

 

09.03.2013 um 19:09 Uhr

Lebenszyklen und Wiedergänger

von: Spring_Roll   Kategorie: Wahres Leben 2.0

Musik: Zombie (Kassav)

Vorhin war Visavis hier. Er brachte mir zwei Gläser zurück, die noch bei ihm gestanden hatten. Ich habe ihm einen Tee angeboten. Und wir haben eine Stunde geredet. Er scheint auf einem guten Weg. Und ich bin mir sehr sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Keine Beziehung. Aber irgendwann, wenn er sein Leben im Griff hat, vielleicht gute Nachbarschaft.

Haben eigentlich auch Freundschaften ihre Zyklen? Glamour Girl sagt immer, dass Freundschaften einen Grund oder eine Zeit haben ... oder für immer halten. Zwei meiner Freundschaften scheinen am Ende eines Zyklus angelangt zu sein. Es ist wohl an der Zeit, loszulassen.

Auch beruflich vermute ich, dass der Zyklus nicht mehr allzu lange dauern wird. Vielleicht noch ein Jahr. Die Arbeit an sich ist noch immer richtig ... aber das Drumherum fühlt sich nicht mehr gut an. 

Entscheidungen ...

Eine "für-immer-Freundschaft" ist die zu BesterFreundin. Es tat gut, sie und ihren Kleinen heute früh zum Geburtstagsfrühstück für Blue dazuhaben. Und ich freue mich gleich auf Wein mit ihr ... sehr.

09.03.2013 um 08:38 Uhr

Von Brötchen und Bottom-Lines

Die Bottom-Line ist der kleinste mögliche Nenner. Die letzte Rückfalllinie. Darunter geht nichts mehr. Darunter ist Verlust an Existenziellem. Im Materiellen Armut oder Einbuße. Im Emotionalen Würdelosigkeit und das Gefühl von extremem Ungleichgewicht.

Ich bin emotional wie beruflich gerade an dieser Linie angelangt. Beruflich durch die Tatsache, dass ich zwischen die Fronten eines Machtkampfes auf höchster Ebene geriet und mein eigentlich längst gerechtfertigtes Weiterkommen um eine - winzige - Stufe gerade zur Grundsatzfrage erklärt wird. Bedeutet, dass ICH jetzt nachweisen muss, dass meine Aufgabenstellung (nicht meine Leistung!) höherwertig ist. Und dass ich dabei mit einigen Menschen zu tun habe, deren Mindset ich weder verstehe noch es mir gut tut. Ich fühle mich schikaniert und ungerecht behandelt dabei und habe leider den Fehler gemacht, in einem Telefonat emotional zu werden. Es ist ein Kampf mit Waffen, die ich nicht beherrsche. 

Das Gute ist, dass ich Unterstützung habe. Von Sous-Chef ebenso wie von Ex-Cheffe (der aber leider das Hauptopfer in dem Machtkampf ist, dessen Bauernopfer ich jetzt werde). Und auch privat natürlich. Das Münchner Kindl hat mir gestern sehr geholfen und der Cineast gab auch ein paar gute Impulse.

Ich werde also kämpfen ...

Emotionale Bottom Line ist die Grenze zur Bedürftigkeit. Da ist niemand bestimmter, an den ich denke. Aber ein generelles Gefühl von "will eine Hand im Rücken". Jemanden, der mich auffängt, wenn es gerade überall auf Mauern zuläuft. Jemanden, der mir sagt, dass er für mich da ist, auch wenn ich ein materielles Risiko eingehen muss.

Denn das schwerste ist, nicht hoch erhobenen Hauptes gehen zu dürfen. Sondern abhängig und verantwortlich zu sein.

Und doppelt schwer ist es, dann kein Netz und keinen doppelten Boden zu haben. 

Freunde helfen. Sie tun wohl. Aber sie ersetzen nicht den Mann, der nach einem Albtraum in den Arm nimmt ...

 

Und die Brötchen? Die kommen gleich zweimal vor ... einmal, weil ich sie verdienen muss ... für mich, für Blue, für Wirbel. Und noch mal, weil gleich die Verwandtschaft zum Frühstück anrückt. Blue wird nämlich heute 16. Happy Birthday, Großer ... du bist ein toller Kerl ... und auch, wenn deine Mutter manchmal kämpft mit der Verantwortung ... ich glaube, du wirst etwas machen aus deinem Leben. Hab dich lieb, Blue!

07.03.2013 um 07:42 Uhr

Die Sache mit der Energie

von: Spring_Roll   Kategorie: Seelische Gärung

Musik: Irgendwas von Jo Evlyn

Am Dienstag wollte die Zuhörerin etwas von mir, das meine Nackenhaare zum Sträuben brachte. Sie fragt immer sehr explizit nach meinen Gefühlen. Ist zwar ihre Aufgabe, doch in diesem gewissen Kontext trifft sie meinen blinden Fleck.

Denn ich fühle mit dem Verstand. Immer schon. Es kam nur selten vor, dass ich instinkthaft und verstandfrei fühlte. Meist Angst. Zweimal Liebe der falschen Sorte. Was mir völlig fehlt, ist die Bauch-Intuition und die Fähigkeit, zu raten, was andere wirklich fühlen, wenn sie nicht darüber reden. Wenn ich Informationen bekomme und sei es nur das kleinste Stück, dann kann ich so tief denken, dass meine Deutung und mein Rat meist nicht nur richtig liegen, sondern dem Gegenüber auch wirklich etwas geben können. 

Ich frage mich, ob das die wirkliche Bedeutung von "emotionaler Intelligenz" ist. Nicht das Bauch-Fühlen, sondern die Fähigkeit, mit Intelligenz Emotionen zu ... kompensieren?

Manche Emotionen habe ich schlicht und ergreifend nicht. Oder ich erkenne sie nicht. Da ist dieser blinde Fleck ... wie eine Behinderung. Und welcher z.B. Hörbeeinträchtigte wird nach Jahren noch versuchen, ohne Hörgerät zu hören oder sich zu fragen, warum er schlecht hört? Nein, er wird ein Hörgerät benutzen, das als Selbstverständlichkeit empfinden und ggfs mit dem Sichtsinn kompensieren. 

Genau so ist es bei mir. Ich habe aufgehört, mich zu fragen, warum ich Dinge empfinde oder nicht oder warum es mir nicht immer gelingt, Gefühle zu lesen. Stattdessen habe ich für mich Wege gefunden, mein instinktives Handicap mit dem Verstand zu kompensieren und meine eher "männliche" Denkweise, die klare Worte verlangt, anzunehmen.

Deshalb wundert mich um so mehr, was Frau Laufpartnerin mit R*eiki bei mir auslöst. Insbesondere mit der "Reinigung" habe ich einige Erfahrungen gemacht, die mich sehr verwunderten. Plötzlich auftretende Schmerzen an bestimmten Punkten des Körpers, die sich im Laufe der Behandlung erst verstärkten und dann lösten. Gestern dann Unruhe und NICHTS ... es war eine "normale" Behandlung. Erst als ich ihr sagte, dass sich bei mir gar nichts tut, begann sie mit einer Reinigung. Direkt gefolgt von spontanen Schmerzen im Kreuz. Sonst war es immer der Unterleib, oder die Ohren. Oder ein Gefühl, als ob mir jemand den Brustkorb einschnürt oder die Kehle zudrückt (kann dabei keinen Rollkragen tragen). Und die Füsse schmerzen nach einer Behandlung ein paar Tage.

Meine Deutung: meine Körperstellen stehen für Belastungen und Gefühle. Der Unterleib steht für Liebe und Sexualität. Die stand in den letzten Wochen im Vordergrund, verbunden mit Stress und dem Gefühl, dass andere meine Kraft aussaugen (Ohren). Die Beklemmung im Brustkorb steht für die Angst, etwas nicht zu bewältigen. Die Füße sind für Weglaufen, Veränderung und die Schmerzen für den Zustand der erzwungenen Stagnation. Tja ... und das Kreuz ist die Kraft, Dinge zu tragen. Wenn es weh tut, heisst das, dass die Traglast gerade zu schwer wird ...

Innerhalb von ein paar Sekunden wurde das "Muster" sichtbar ... VERSTANDEN!

06.03.2013 um 23:00 Uhr

D*schungelcämp

von: Spring_Roll   Kategorie: Error (m)

Musik: Scatterlings of Africa (Johnny Clegg & Juluka)

Zeit für einen Besuch im D*schungel (seit es dort Kameras und C-Prommis gibt, muss ich mich ja vor Herrn Gugl in Acht nehmen). Das werte Publikum erinnert sich noch? Der Lampenmann auf der Freundschaftskurve, der Finne im Aufwind, Ungar in Warteschleife und Mr. Trouble ahead ...

Der Finne wanderte mittlerweile mit mir. Nicht nur mit mir, denn Wandervogel und Wüstentaucherin waren auch dabei und noch vier andere Leute. Er hat sich einfach in meinen Wandertermin eingeklinkt und es passte auch wirklich ganz gut. Allerdings wahrscheinlich nur in Sachen Wandern. Ist aber ok. Ich kann jemanden ja auch mögen, ohne ihn als Partner zu wollen.

Lampenmann versucht mit aller Kraft, die Kurve zu nehmen. Ich will aber nicht, dass er vor lauter Eifer aus derselbigen fliegt. Ich mag ihn ja ... aber er ist mir schlicht und ergreifend zu klein und zu eifrig. Ja, ja, ja ... ich bin eine von den Frauen, für die einfach einfach nicht attraktiv ist ... 

Und bei dem Stichwort erscheint Mr. Trouble auf der Bildfläche respektive auf dem Telefondisplay. Und leider ... oder eher Gottseidank ... ist das Gespräch die absolute Enttäuschung! Nix Charisma. Nix Charme. Keine Begeisterung. Ausser für das Vater-Sein. Und das ist er JEDES Wochenende. Geht nicht. Gar nicht. Meine Sandkastenzeit ist vorbei und kommt nicht wieder! Das Gespräch holperte ziemlich ... und ich denke auch, das ist es gewesen. Auf das eigentlich für morgen anvisierte Date kam keiner von uns wieder zu sprechen. Ich werde es auf sich beruhen lassen. Und ich denke, das wird er auch.

Da ist noch Ungar ... der Mann mit Aua-Risiko. Der noch unter einem Dach mit der Ex lebt, auch wenn die bald in die andere Stadt ziehen wird. Ich habe mich entschlossen, ihn nächste Woche zu sehen. Weil ich wissen will, ob ich noch etwas fühlen kann  ...

Übrigens hat sich Herr Garni wieder gemeldet ... meine Eskapade vom vergangenen Herbst. Ein freundschaftliches Affärchen wäre vielleicht nicht das verkehrteste ... zumal ich bei ihm sicher sein könnte, dass er mich mag und respektiert, aber bei seinem vollgepackten Leben keine Bindung anpeilt ... 

Also Rolle, wer soll dein Herzblatt sein? Herr Garni, der dich auf Zimmer 3 ohne Frühstück vernascht oder der pikante Magyar, der dich und sich mit Doppelpack überholt? Oder steigst du mit Lampenmann in die Kampfkurve, bis dass das Metermaß euch scheidet?

Und ganz nebenbei denke ich auch über Technik nach ... warum fällt es mir so schwer, ein entspanntes Telefonat am Handy zu führen? Ich scheine ein wirklicher Anachronismus zu sein ... aber eine wirkliche Beziehung habe ich bisher nur zu Menschen aufbauen können, mit denen ich am Festnetz telefonieren kann ... später ist es dann egal, wie bei der Hummel, die zurzeit in der verflixten Schlaganfall-Reha wieder mal nur mobil erreichbar ist. Aber ein erstes Gespräch darf für mich nicht unter Gelddruck und Zeitdruck stehen. Und beides fühle ich am Handy. 

Also liebe Frösche, Kröten, Scheinprinzen und Juwelen in der Wüste ... es ist alles offen. Und vermutlich wird es auch noch ziemlich lange so bleiben. Das Sondermodell "Rolle" ist halt nicht everybodies darling ... und wird das auch bleiben, auch wenn manchmal die Sehnsucht nach dem Gefühl nagt und drängelt. Sehnsucht nach dem Gefühl ... nicht nach einem bestimmten Mann. Da ist ein weisser Fleck. Ein Loch. Da wo ein Gesicht sein sollte. Und genau das ist am schwersten auszuhalten ... jeder Satz braucht Subjekt Prädikat Objekt.

Ich vermisse ...

Das Objekt fehlt.

 

 

 

 

 

06.03.2013 um 16:34 Uhr

Manchmal, das Leben ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Wahres Leben 2.0

Eigentlich ist es ja ein ganz normales Fitnessstudio (die drei s stören!). Mitten in Arbeitsstadt, der typische kühl gehaltene Fitnesstempel mit Werbebannern hier und dort, den Mucki-Maniacs in der Freitrainingsfläche und dem üblichen Sammelsurium an guten Vorsätzen, Körper-Kultern, Ausgleichsschaffenden und Hektisch-Abnehmern. Aber irgendwie hat sich etwas eingeschlichen. Etwas, das gar nicht typisch ist für so einen Laden. Und das ETWAS ist der Faktor Mensch.

Und dieser Faktor sorgt dafür, dass zweimal pro Woche die Umkleide und der Trainingsraum Orte sind, an denen nicht nur geschwitzt und gestylt (der Körper nämlich) wird, sondern an dem auch gelebt, gelitten, gelacht und geteilt wird. An dem sich Menschen umarmen, sich aufeinander freuen und echtes Interesse aneinander haben. Und dass dieses 0815 Studio ein Ort ist, an dem Vielfalt gelebt wird in einem wilden Mischmasch der Nationen und Kulturen und im selbstverständlichen Umgang mit dem Anders sein. Inzwischen haben z.B. die meisten von uns schon etwas Gebärdensprache gelernt.

Die Menschen hier treffen sich nur zum Sport, aber trotzdem nehmen sie teil am Leben der anderen hier. Wie heute, als mir in der Umkleide plötzlich die Frau, die mit ihrer guten Laune sonst alle mitreisst, weinend in den Armen lag, weil ihre Tante sehr plötzlich an einem Schlaganfall verstarb.

Es ist gut, wenn Raum für Menschen da ist ...

 

 

06.03.2013 um 06:32 Uhr

Women in Trees

von: Spring_Roll   Kategorie: Wahres Leben 2.0

Musik: Gimme hope, Joanna ...

Men in Trees ... so hiess diese Fernsehserie mit Anne Heche im tiefsten Kanada. Gestern ging es aber nicht um Holzfälleridylle, sondern um die zwei Meter zwischen Leben und Tod. Eine wahre Geschichte.

Eine Flutkatastrophe irgendwo im Süden. Und eine schwangere Frau, die auf einen Baum klettert, um zu gebären. Weil sie es auf dem Boden nicht kann. Da ist ja Wasser. 

Und überall, wo Politiker jahrelang verhandeln, sollten sie darüber nachdenken, wie viele Frauen in dieser Zeit auf Bäume klettern müssen ....

 

 

 

 

05.03.2013 um 06:53 Uhr

Und plötzlich ... LICHT!

von: Spring_Roll   Kategorie: Morgenstund

Musik: Morning has broken (Cat Stevens)

Es ist wieder da ... und ich staune und freue mich. Das Licht. 6.45 und es wird hell. Wie wunderbar!!! Letzte Woche noch wollte es gar nicht hell werden.

Also lasst uns aufstossen und ins Horn brechen, an die frische Luft, sie schnappen ...

Mit diesen Worten von Heinz Erhardt freue ich mich auf ... FRÜHLING und endlich wieder morgens LAUFEN!

Nachtrag ... ein paar Stunden später:

Und manchmal schenkt das Leben uns unvermittelt etwas ... der Zellophanfluss glitzert in der Sonne, die ersten Knospen sind zu sehen und ich denke an Ostern ... und im selben Moment sehe ich sie: die Männer in den Sicherheitswesten mit dem kleinen Laster und den Leitern. Und freue mich wie ein kleines Kind. Auf die roten Zweige vom Baumschnitt. Mein Osterstrauss ... am ersten Lauftag mein besonderes Geschenk!!!

 Schön ist das ...