Frühlingsrollen und die Gesetze der Schwerkraft

30.04.2013 um 08:09 Uhr

Die Männer in meinem Leben. NICHT.

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: Achtung: Ironie! It's raining men ...

Zunächst die gute Nachricht: Habemus PC!

Herr Laufpartnerin hat es geschafft! Das kleine Netbook läuft wieder, schneller als zuvor, ist geprüft virenfrei und wird mich noch eine Weile begleiten können. Endlich wieder gemütlich auf dem Sofa oder im Bett schreiben statt auf dem unbequemen, zugigen Flurplatz, der für den Röllchen-PC mit Bedacht gewählt wurde, damit Wirbel nicht auf dem Stuhl festwächst ...

Und eine Entscheidung: Demnächst wird es dann doch ein Tablet ... ich weiss auch schon welcher und wo, habe allerdings das Problem, dass ich noch eine Sicherheitsnummer für meine Zahlkarte benötige, die ich bisher noch nicht habe, um den Kauf abzuschliessen. Lästig, das!

Nun zu den Männern.

Auch heute begleitet mich die Vergangenheit. Heute vor 17 Jahren habe ich geheiratet. Der Röllchenpapa war der richtige Vater für Blue und Wirbel, aber der falsche Mann für mich. Heute vor vier Jahren traf ich jemanden, der auch wichtig, aber nicht gut für mich war.

Die Zukunft ist ungewiss.

Die interessanten Männer im D*schungel können unter so vielen Frauen wählen, dass ich wohl nicht durch den Flaschenhals passe. Zu dick, zu bekindert, zu schlau, zu anstrengend ... in wechselnden Kombinationen. 

Alles nicht so einfach ...

Am besten mache ich es so wie das Münchner Kindl ... solo bleiben und gelegentlich ein wenig Unterhaltung. Nur blöd, dass ich dazu zu emotional gestrickt bin ...

 

 

 

 

 

29.04.2013 um 11:00 Uhr

Lauter wunderbare Frauen ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Wahlfamilie

Musik: Girls just wanna have fun (Cyndi Lauper)

Samstagabend in Arbeitsstadt. Was tut eine Singlefrau? Richtig: sie ruft Freundinnen an. Das Münchner Kindl und ich verabredeten uns auf einen Wein. GlamourGirl wollte spontan entscheiden, Limette überlegte, ob sie genug Geld habe (da frische Wohnungseigentümerin). Aber auch zu zweit wäre der Abend ok gewesen. Schließendlich waren wir zu sechst. Nicht nur wir vier, sondern auch die Tangoqueen und eine Neubekanntschaft von Glamour Girl, die ich hier Soltera nenne, was in ihrer Muttersprache Single bedeutet.

Und es wurde ein genialer Abend. Wir drängten uns zu sechst um einen Tisch für vier, erzählten und lachten. Worüber? Natürlich über die Männer. Insbesondere deren Abwesenheit. Denn keine von uns sechsen hat momentan eine nennenswerte Beziehung. Affärchen mit Männern, die nicht in die Gruppe "eligible bachelor" gehören, mal nicht gerechnet.

Glamour Girl hat nächsten Monat 30jähriges Abschlusstreffen ihrer Schule. Irgendwo auf einem hübschen Weingut. Und alle kommen mit Partner. Sie nicht. Sie hat den interessantesten Job, sieht toll aus, ist hochintelligent ... aber sie hat keinen Partner dekorativ am Arm hängen und deshalb das Gefühl, inkomplett zu sein. Und weil sie für ihre Übernachtung ein Mehrbettzimmer buchen musste, rieten wir ihr spasshaft, sich doch vor Ort einen Mann zu mieten ... oder gleich mehrere, damit das Zimmer auch seine Rechtfertigung hätte.  Einen Toy Boy ... einen gut aussehenden, einige Jahre jüngeren Mann. Worauf die Tangoqueen eine ihrer Eingebungen hatte und kurzerhand zum "Toy Boy Buffet" aufrief. Die Kellnerin war wohl kurz davor, uns einweisen zu lassen, so lachten wir ...

Aber ein bitterer Beigeschmack war schon dabei. Sechs Frauen zwischen Mitte 40 und Mitte 50. Glamour Girl ist die Jüngste, ich zwei Wochen älter, Tangoqueen die Älteste und die anderen irgendwo dazwischen. Alle intelligent, lebhaft und in interessanten Jobs, alle zumindest in der oberen Hälfte der Attraktivitätsskala. Und alle allein.

Später am Abend, als ich gerade gehen wollte, traf ich den Lampenmann und einen seiner Freunde. Und wir gingen noch tanzen. Es wurde ein sehr lustiger Abend. Und wieder schaute ich mich um und sah jede Menge tolle Frauen ... und jede Menge Männer, die mich innerlich zum Schaudern brachten. Irgendwie schmierig. Oder einfach nur verzweifelt. Ich war selten so froh darüber, meine "Bodyguards" mitgebracht zu haben. Musste ja keiner wissen, dass es nur Kumpels waren ...

Sonntags rief mich visavis an. Warum wir nicht miteinander reden würden, wollte er wissen. Ich grüße ihn, wenn ich ihn sehe. Mehr aber nicht. Ich sagte ihm wahrheitsgemäß, dass ich momentan froh sei, abends in Ruhe gelassen zu werden, weil ich Denkzeit brauche. Ich sagte ihm nicht, dass ich mir immer noch beobachtet vorkomme in meiner Wohnung. Und vor allem: dass ich seine Probleme nicht in meinem Leben haben will. Weil ich selbst mit mir und meinem Leben genug zu tun habe.

Ein Mann in meinem Leben hat mich übrigens gestern sehr positiv überrascht - einer, der gerade erst zum Mann wird. Blue sieht fabelhaft aus mit seiner neuen Frisur und seit die Stimme dunkler wird, merke ich, dass er wirklich kein Kind mehr ist. Manchmal benimmt er sich trotzdem noch wie eines ... aber irgendwie finde ich es klasse, wie erwachsen er wird!

 

 

 

 

 

 

 

 

29.04.2013 um 10:19 Uhr

Eine ausgesetzte Nachricht

Musik: einfach nur ... HAPPY BIRTHDAY

Manche Nachrichten brauchen andere Kommunikationswege. Und während unsere Vorfahren diese Nachrichten einem Astloch, einer Flasche, einem Papierschiffchen oder der Asche im Wind anvertrauten, setzen wir unsere Nachrichten im Netz aus. Manchmal in der Gewissheit, dass der Mensch, für den sie bestimmt ist, sie lesen wird.

Happy Birthday ... ich wünsche dir, dass du heute glücklich bist! 

 

27.04.2013 um 00:05 Uhr

Es ist nicht alles Glanz, was goldet ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Familienbande

Musik: Here comes the bride ...

In gut zwei Monaten ist es soweit. Meine Eltern feiern Goldhochzeit. Genauso widerwillig, wie sie miteinander leben, müssen sie nun miteinander feiern. Insbesondere meine Mutter nutzt die Gelegenheit, um noch einmal deutlich zu machen, wie sehr sie doch unter dieser Ehe leidet und dass das ganze Fest eine Farce sei. Aber man "müsse" ja feiern. Weil "man ja schließlich überall eingeladen gewesen sei". Also wird gefeiert. Beziehungsweise das, was meine Eltern für Feiern halten. Und das kommt einem Albtraum schon ziemlich nahe ...

Meine Eltern haben eine kleine Rente. Also darf es nicht allzu teuer werden. Und Arbeit soll es auch nicht machen. Also aushäusig und preiswert. SEHR preiswert. Und ... schlicht. SEHR schlicht. Nicht falsch verstehen ... ich mag kleine Restaurants mit shabby-charme und guter, individueller Küche. Im Urlaub esse ich am liebsten da, wo die Einheimischen Mittagspause machen. Und eine Mahlzeit darf auch einfach sein ... Hauptsache, liebevoll zubereitet und PERSÖNLICHE Atmosphäre. 

Meine lieben Eltern allerdings ... suchten sich kein kleines Restaurant, sondern ein Tagungszentrum aus. In dieser sachlichen 1980er/1990er Architektur mit Fliesen, Glas und Metall. Und machten bereits ein Dreivierteljahr vor Termin die Leute verrückt. Und kamen überhaupt nicht klar. Weder mit den Buffetvorschlägen, noch mit dem Procedere. Also bot ich Hilfe an. Und wurde abgeschmettert.Mehrfach.

Ich schrieb Fürbitten und sie missfielen. Was meine Schwester lieferte, war TOLL. (Ich verdiene übrigens mein Geld mit Schreiben ...)

Ich schlug vor, das Catering zu organisieren. PENG! Vor'n Latz! (Ich organisiere übrigens beruflich mindestens ein Catering pro Monat ... aus der Hüfte und ohne Aufstand)

Mit Müh und Not "durfte" ich einmal anrufen und mit dem Koch eine Buffetliste VORabstimmen. Die Vorlieben und Abneigungen meiner Familie sind nun mal umfangreich ...

Heute war dann der große Tag ... meine Eltern besuchten den Veranstaltungsort und trafen alle Absprachen mit dem Tagungsleiter. Und klar ... ich "durfte" mit. Meine Schwester natürlich auch. Und während meine Mutter dem Mann, der sich sicher brennend dafür interessierte, auf die Frage nach der Personenzahl wortreich erklärte, dass Sina leider nicht käme, weil sie auf einer Klassenfahrt sei und Käthe und Hugo leider, leider hätten absagen müssen, suchte ich ein Mauseloch zum Versinken. Ich ging trotzdem systematisch meine Checkliste durch. Alles, was erfahrungsgemäß schief gehen könnte. Meine Eltern reagierten immer gleich: ungeduldig! Ich möchte allerdings mal wissen, was passiert, wenn ihr Buffet vor der Tür des Raums aufgebaut ist und eine Nachbarveranstaltung sich fröhlich daran bedient, weil eben KEINE Trennwände da stehen. Und ich möchte auch so einige andere Dinge nicht vorwegnehmen. Irgendwann hielt ich einfach die Klappe.

Und erhielt den nächsten Schuss vor'n Bug. Die Tischordnung. 8er-Tische gibt es ... und meine lieben Eltern wollen natürlich eine Tischordnung mit Tischkärtchen. Ist immer schwierig. Sogar bei protokollarischen Anlässen bin ich dazu übergegangen, den Gästen nur noch Tischnummern und nicht Sitzplätze zu geben. Aber ... Gold sticht Erfahrung. Und dann wurde mir das gesamte Ausmaß der Katastrophe klar. Meine drei Cousins sind alle verheiratet. Meine Schwester hat einen Partner. Ich bin Nr. 9. Ich passe nicht an diesen verdammten Tisch. Meine Cousins haben insgesamt sechs Kinder, wovon fünf kommen. Meine Schwester hat zwei plus den Freund einer Nichte, der natürlich mitkommen darf. Bleiben meine Söhne. Nr. 9 und 10. Den Kindertisch kriegen wir vielleicht noch auf 10 gesetzt, das werde ich versuchen. Aber ich ... ich bleibe übrig. Und werde wahrscheinlich am Tisch meiner Eltern neben dem Pastor landen ... weil die Alternative die hochbetagten Chor- und Wanderfreunde (ok, mittlerweile Rollatorfreunde) meiner Eltern wären. 

Jetzt darf ich mich nur noch entscheiden, ob ich in dezenter Zurückhaltung oder als schillernder Regenbogen untergehe ... entweder in schwarzem Business-Outfit mit dem Hintergrund verschmelzen oder im Eiltempo ein paar Kilo abwerfen und mit "Ihr könnt mich mal ... ich bin allein, aber ich sehe wenigstens saugut aus dabei"-Mentalität in meine höchsten Schuhe und das knallrote Kleid steigen, das Geläster von Tante B. ignorieren und den Rücken durchstrecken ...

Oder ich werde einfach ... krank ... und erspare mir diese Demütigung ...?

 

26.04.2013 um 12:22 Uhr

I have a dream ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Rolle 2.0

Musik: I have a dream (ABBA)

Immer dann, wenn das Leben gerade enger wird, habe ich meinen Traum. Einen Tag-Traum. Nicht den vom Zug nach nirgendwo. Sondern den von meinem künftigen Leben. Immer dann, wenn ich wieder schreien könnte beim Anblick meines zu vollen Schlafzimmers, des ungemütlichen Wohnzimmers, in dem die Wäsche steht, des langen, dunklen Flurs und der ebenso dunklen Küche ... dann träume ich von MEINER künftigen Wohnung. Nur meiner. Nicht unserer. Und ich überlege, was aus meinem jetzigen Leben ich dahin mitnehmen möchte.

Meine Wohnung befindet sich in einem Altbau mit hohen Decken und Stuck. In einer belebten Straße mit Geschäften, Büros, vielleicht einem Café oder einer Kneipe. Die nächste Bus- oder Bahnhaltestelle ist nur wenige Schritte entfernt und bis zum Stadtzentrum mit Arbeitsstelle und Sportclub sind es vielleicht 10 Gehminuten. Der Fluss und ein Schwimmbad sind ebenso schnell erreichbar.

 Meine große Wohnküche hat schöne schwarz-weisse Fliesen, Holzdielen oder Linoleumboden, auf dem die schlichten schwarzen Fronten, die auffälligen schwarzweißen Arbeitsplatten und die Edelstahlgeräte gut wirken. Sie ist groß genug, um ein L zu stellen mit reichlich Arbeitsfläche und funktionaler Anordnung. In die Küche passt mein Esstisch auch mit mehr als vier Personen gut hinein. Es gibt ein Bad mit Wanne und Platz für die Waschmaschine, einen Trockner und ein Regal. Das kleine Wohnzimmer ist quadratisch, hat schönen, alten Parkett- oder noch lieber Dielenboden und hat eine ganze Wand für meine vielen Bücherregale, die ich bis zur Decke stapeln möchte. Zwei schmale, hohe Fenster machen den Raum hell, ohne Stellfläche wegzunehmen. Mein Sofa, der Kronleuchter und die Pflanzen kommen endlich zur Geltung, ebenso wie die beiden kleinen Weichholzschränke, von denen einer mein kleines Heimbüro hübsch versteckt und die Papierlampen mit dem schönen Licht. Mein Schlafzimmer ist das geräumigste Zimmer. Hier stehen der große Holzkleiderschrank, in einer Nische ein weiterer schlichtweisser Schrank und mein Bett, eine Kommode, ein Sesselchen und ein kleiner alter Teewagen, den ich als Nachttisch nutze. Hinter einem Paravent verstecken sich meine Sportgeräte. Im Flur ist genug Platz für einen Schrank mit Haushaltshelfern und die beiden Kommoden mit Schals, Mützen und sonstigen Acessoires.

Das schönste ist, dass ich für dieses Szenario kein einziges Möbelstück neu kaufen müsste ... und ich würde mich einfach nur wohl fühlen ...

Die Wohnung hat einen kleinen überdachten Balkon, auf dem ich auch bei Hitze etwas schattiger sitzen kann und vor allem Wäsche trocknen kann. Der Balkon geht vom Schlafzimmer oder der Küche ab und blickt aus dem 1. oder 2. Stock auf einen typischen Stadt-Innenhof.

So ... rosa Brille aus. Realität an.

Und wie sieht das mit Kindern aus? Mit beiden gar nicht.

Tagtraum 2 wäre, zwei Wohnungen statt einer zu mieten. Eine, in der ich mich mit Wirbel für zwei, drei Jahre etwas beengter einrichte ... d.h. eventuell die Fläche meiner zwei Wunschzimmer auf drei Zimmer verteilt, so dass Wirbel ein eigenes Zimmer hat und das Wohnzimmer entfällt oder kleiner wird. Und dazu ein Einzimmerappartement im gleichen Haus für Blue. Hätte den Vorteil, dass ich in meiner Kern-Wohnung bleiben könnte, auch wenn beide ausziehen ...

Ich hab Sehnsucht nach Stadt ...

 

 

 

25.04.2013 um 16:34 Uhr

Leben reloaded

von: Spring_Roll   Kategorie: Perspektivwechsel

Musik: You win again (BeeGees?)

Am Sonntagabend war ich ganz tief unten. Meine Knochen taten weh. Mein Leben ein zu enger Mantel. Gefühl von Einsamkeit. Montagmorgen zwang ich mich aus dem Bett. Fühlte mich krank und wie gelähmt. Irgendwann nachmittags kam das Adrenalin und ich schaffte es wenigstens, eine Aufgabe gut zu erledigen. Keine Zeit mehr für Sport. Gegessen, was da war ...

Wäre ich Montag zu Frau Zuhörerin gegangen, hätte ich ihr wohl etwas vorgeheult.

Am Dienstagmorgen begann ich den Tag im Warmen. Traf BesteFreundin auf dem Weg zum Zug, wurde von ihr ein Stück gefahren und tankte Vertrautheit. Und auch der Pack-An im Job funktionierte besser. Trotzdem wurde es eine anstrengende Stunde mit der Zuhörerin. Aber ich konnte mich abends auf BesteFreundin freuen.

Die Menschen um mich herum - auch ihnen geht es nicht gut in diesem Jahr. Der Weißwäscher, der immer noch um seine Ehe kämpft. BesteFreundin, die Liebe hat, aber Leidenschaft vermissen muss, weil ihr Liebster vom Stress aufgefressen wird. Glamour Girl, die fand und fallengelassen wurde. Und der Tangoqueen geht es genauso - die große Liebe war ein Emotionsblender. Die Limette, die schon so lange sucht. Sous-chef, der die Kastanien aus dem Feuer holen muss und dann Bauernopfer werden wird. Der Cineast, der von einem Extrem ins Andere fällt, statt mit seiner Frau zu kommunizieren. Meine Mutter, die gegen ihre Goldhochzeit wettert, statt das Grundproblem zu lösen - nämlich ihre Unzufriedenheit mit ihrem Leben. Cheffe, der immer noch zwischen den Stühlen sitzt. Und jetzt noch Kollegin Caffé, die nicht so heißt, weil sie Kaffee trinkt, sondern weil ... wird hier nicht verraten. Kollegin Caffé hatte das Pech, in die Mühlen unseres Controllings zu geraten. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem eigentlich jedes Rädchen perfekt ineinandergreifen müsste, um unser Pensum überhaupt noch zu schaffen. Der Kontrolletti salbaderte seine Richtlinien und Vorschriften, Caffé kam mit Menschenverstand. Es eskalierte, bis Caffé explodierte und schreiend und weinend das Büro verliess. Wir haben es "geglättet", die Sache ist erledigt ... aber manchmal bin ich sprachlos über die Eindimensionalität von Menschen im Allgemeinen und Kontrolletti im Besonderen!

Meine Probleme werde ich heute nicht lösen können. Speziell das Wohn-Problem wird brauchen. Aber es ist wieder ein bisschen Energie da, seit ich gestern beide Wege nach Arbeitsstadt zu Fuß zurücklegte. Ruhe in Bewegung ... das ist mein Konzept. Und es hilft.

Und heute abend ein Bad in Freundschaft ...

 

21.04.2013 um 22:32 Uhr

Kondition - sine qua non?

von: Spring_Roll   Kategorie: Schwerkraft

Musik: der Rocky-Song ... eigentlich!

Ein Wochenende liegt hinter mir. Ein langes, auf das ich mich sehr gefreut hatte. Eines, das die Oase hätte sein sollen. Geworden ist es ein Wechselbad. Ein wunderschöner erster Abend. Eine herrliche Wanderung durch die Burgenlandschaften der Pfalz und ein Essen in einem französischen Restaurant. Eigentlich ein perfekter Tag. Doch wer nicht perfekt war, war ich. Kämpfend gegen den eigenen Körper und die eigenen Gefühle. Der Kampf setzte sich am nächsten Tag fort vor faszinierender Felsenkulisse. Der Körper und die Seele schrien. Immer wieder kleine Wohlfühloasen. Gute Gespräche. Besonders mit einer wunderbaren Frau, einer Kämpferin, die dem Krebs die Zähne zeigt mit einem strahlenden Lächeln. Mein persönliches Waterloo, der Baumstamm. Ohne Hilfe schaffte ich es nicht hinüber. Meine Unsicherheit, meine Ängste ... meine harsche Selbstkritik.

Die letzte Wanderung habe ich nicht mehr mitgemacht. Ich war nicht die Einzige. Aber ich kämpfte so sehr mit mir. Kämpfe gegen die Verzweiflung, die Wut gegen mich selbst. Gut tat der Hund ... der Spaniel, der im Auto gegen meine Beine gelehnt schlief und nur gelegentlich hyperflatulierte ... er ist nicht mehr der Jüngste. Gut taten die Menschen. Die Ablenkung. Aber mir selbst kann ich nicht fortlaufen. Nie. Mein Körper weiß besser als ich, was los ist ...

Irgendetwas muss geschehen. Bald. Und die Einzige, die es steuern kann, bin ich selbst ...

16.04.2013 um 21:08 Uhr

Ohne Worte ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Miscellaneous

Musik: Viva la Vida (Coldplay)

So ... HEUTE war das nicht wirklich etwas mit dem mageren Leben. Aber bewusster war es schon. Wie vorgestern gelesen, nahm ich mir vor, etwas für mich zu tun. Heute sollte es ein Kaffee in der Sonne werden, nach dem Termin mit der Zuhörerin.

Mein Ernährungskonzept ging gut vom Vollkornbrot-Frühstück mit Käse bis zur Zwischenmahlzeitsbanane um 10.30. Dann scheiterte es kläglich am Geburtstag einer Kollegin und der von ihr mitgebrachten Torte und den herzhaften "Bierstangen". Ein Stück Biskuittorte mit Himbeeren und Vanillesahne, eine Bierstange. Dafür mittags nur Salat ohne Topping. Also auch nicht schlimmer als Suppe und Nussecken, denke ich.

Als kleine Maßnahme des Selbstverwöhnens gab es dann keinen Kaffee, sondern jede Menge Kräuter für den Balkon. Und ich entdeckte, dass der eigentlich unter typisch Markt einsortierte Händler ganz wunderbar beraten kann und seine Bio-Kräuter selbst beim Biohof holt, was sie sogar preiswerter macht als die Großmarktware! 

Dem Einkauf folgte ein sehr sehr langer und sehr sehr anstrengender Nachmittag. Erst nach sieben war ich zuhause. Und fiel dem Vorhandenen zum Opfer. Statt Salat dann halt Pasta mit Bolognese - Danke, Mama! 

Tja ... und eine Begegnung mit Visavis. Er saß in der Abendsonne in seinem Hauseingang zum Hof. Ich grüsste knapp und begann, meine Kräuter einzutopfen. Er flüchtete und kam später wieder. Ich fühlte mich entsetzlich beobachtet. Später kam Herr Nachbar(in) von Oben vorbei und berichtete ... Visavis scheint wieder heftigst zu trinken. Das war auch mein Eindruck, als ich ihn vor einigen Tagen im Augenwinkel sah, als ich abends nach Hause ging. Er geht nach Aussagen meiner Nachbarin von unten schwankend durchs Dorf und seine Eltern, die sich Sorgen um ihn machen, lässt er nicht in die Wohnung. Er tut mir furchtbar leid, dieser arme Mensch ... aber ich bin auch unendlich froh, dass ich das nicht als Partnerin mitmachen muss.

Mein Erfolgserlebnis des Tages ist meine Kräuterlandschaft ... in einer großen Zinkwanne, in der im Winter Efeu wuchs und in der immer noch ein paar Minzwurzeln vor sich hin kümmerten, habe ich jetzt eine mediterrane Kräutersammlung gepflanzt: Thymian und Zitronenthymian, Salbei, Oregano und Rosmarin wachsen jetzt dort. In kleineren Gefässen gibt es Minze und Erdbeerminze, Rucola, Koriander und Blattpetersilie. Ich bin gespannt, ob alles gut wächst und gedeiht auf meinem doch sehr sonnigen Balkon. Die Kästen mit den bunten Blumen jedenfalls machen sich ganz gut. Und ich freue mich schon auf meine erste Rucolaernte! Vielleicht versuche ich es auch mit Tomaten ... die brauchen ja viel Sonne ...

Ich hätte ja nie gedacht, dass mir Gärtnern Spass macht ...

 

Morgen ... ist ein neuer Tag!

 

16.04.2013 um 07:48 Uhr

Von ausgesetzten Nachrichten und überfälligen Entscheidungen

von: Spring_Roll   Kategorie: Rolle 2.0

Musik: Mal wieder ... Let's groove tonight (Earth, Wind and Fire)

Ich wollte die Sache nicht auf sich beruhen lassen. Musste für MICH einen Punkt machen und sagen, was mir auf der Seele lag. Und ich habe die Nachricht "ausgesetzt". An einem Ort, von dem ich wusste, dass er ihn kennt. Und weiß, dass auch ich dort ab und zu bin. Habe ihm gesagt, dass ich seine Gründe verstehe, aber die Art seines Rückzugs mich kränkt. Dass Verliebt sein in einen Verstand und in eine Gedankenwelt nicht verliebt sein in einen Mann bedeutet ... sondern dass das auch das Fundament einer Freundschaft sein kann. Und dass ich ihm wünsche, dass er irgendwann im Reinen ist mit dem, was ihn zerreisst ... den Cineasten. Er hat reagiert ... und ich denke, wir sind jetzt zumindest im Reinen miteinander. Nur sein eigenes Innenleben, das wird noch brauchen ...

Für mich ... ist es höchste Zeit, mit meinem eigenen Innenleben wieder ins Reine zu kommen. Ich habe wieder die alten, falschen Strategien angewendet, um mit der Leere und dem ziellosen Vermissen zu leben. Ohne Beschönigungen: ich habe wieder gegen die Traurigkeit und den Frust angegessen. Trost-Futter, Stress-Futter, Langeweile-Futter.

Gestern stand ich in einer Umkleidekabine und sah mich im Spiegel von hinten. Mein Spiegel zuhause scheint gnädiger. Dieser war ... brutal. Vor mir stand eine dicke Frau. Nicht ein bisschen kräftig. Dick. 

Im Fernsehen läuft wieder das Dicken-Camp. Und allmählich glaube ich wirklich, dass ich das auch mal bräuchte. Raus aus allem und nur auf EIN Ziel konzentrieren. Aber diese Zeit wird mir niemand schenken. Also muss ich jetzt meinen Alltag ändern. 

Ich glaube LoHan hatte es in ihrem Blog stehen ... den Beitrag über Ess-Sucht. 

 

HEUTE ist wichtig. HEUTE will ich etwas ANDERS machen. 

 

 

 

 

 

14.04.2013 um 19:39 Uhr

Traurigkeit

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: Keine

Du hast meine Seele berührt und ich deine. Wir wussten, dass es nur Freundschaft sein darf. Wir hatten beide Angst, in mehr hineinzuschliddern. Mal zogst du dich zurück, mal ich. Nun hast du die Tür zugemacht. Ich weiß warum. Und ich respektiere deinen Entschluss. Aber weh tut es trotzdem.

Verdammter Idiot ... ich mag dich sehr. Und ich wäre einfach gerne deine Freundin.

Nicht deine Geliebte, nur deine Freundin ...

 

 

14.04.2013 um 17:09 Uhr

Mit der Sonne kommt die Sehnsucht

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: Waiting for a girl like you (Foreigner)

Endlich ist es wärmer. Endlich wieder draussen sitzen und die wärmende Sonne fühlen. Endlich wieder Blumen auf dem Balkon und ohne Strümpfe Ballerinas tragen. Frühling fühlen. Und schmerzlicher als im Winter spüren, was mir fehlt. Eigentlich hätte ich Pläne gehabt für dieses Wochenende. Alle zerschlagen und zerplatzt. Das halbe Wochenende verging mit Arbeit, die andere Hälfte mit Warten auf die Pläne Anderer, die mich letztlich dann doch nicht einschlossen. Nicht böswillig. Aber schmerzlich. Glamour Girl, die mit uns allen (Münchner Kindl, Limette und mir) spanisch essen gehen wollte am Samstagabend und dann doch nach ihrer neuen Tätowierung Schmerzen hatte. Die Limette, deren erwachsener Sohn sich kurzfristig ankündigte. Das Münchner Kindl, das dann lieber zuhause blieb. Dazwischen ich ... mit ziellosem Vermissen und Dorf-Koller. Ich blieb zuhause. Telefonierte noch mit dem Lampenmann. Der wird kein Lover, sondern ein Freund. Beiderseitig. Für heute eigentlich eine Wanderung mit einem Mann geplant ... dem Spaziergänger vom letzten Sonntag. Abends kam die SMS ... keine Wanderung, er muss auf ein Schulfest seines Patenkindes. Und ich ... sitze hier und warte auf das Leben. Es ist eine Hassliebe zu diesem Dorf. Bis auf drei Jahre verbrachte ich mein Leben hier und kämpfe doch seit Jahrzehnten darum, endlich auszubrechen, weiterzuziehen. Es ist schön hier. Aber nicht alleinise. Und so sitze ich auf meinem Balkon in einem idyllischen Innenhof, schaue auf die frischen Blühpflanzen, die ich heute morgen kaufte und eintopfte ... bei dem Gärtner, den ich seit Jahrzehnten kenne und der mich heute morgen gut beriet. Ich bin nicht weit entfernt vom Wald, in dem ich gerne laufe und spazierengehe. Die Luft ist frisch, ess geht eine leichte Brise. Ich habe Kräuter gepflanzt und Ranunkeln ... alles schön. Wenn da nur diese unendliche Einsamkeit nicht wäre.

Es ist hart, gegen die eigene Bedürftigkeit anzugehen. Immer wieder Pläne zu machen, Rückschläge wegzustecken, Geduld zu haben. Wenigstens mein Lendenwirbel gibt langsam Ruhe, so dass ich für unsere Wanderreise nächste Woche zuversichtlich bin, nicht hinter der Gruppe herzuhinken. Und ein Brief ist gekommen. Die Bestätigung für ein Seminar, für das ich mich beworben hatte. Zwar das unattraktivere von zweien, aber ich freue mich trotzdem. Ich bin auf dem Weg. Ich werde etwas verändern. Erst mit kleinen Schritten, aber endlich, endlich habe ich wieder eine Perspektive. Jetzt muss ich nur noch den Packan finden, um wieder zu arbeiten. Wirklich zu arbeiten. Mit Freude und Elan. Beides fehlte mir in den letzten Monaten. Ich watete durch graue Suppe. Beruflich gesehen. Die Geschichte mit Cheffe hat mich belastet, und meine abgeschmetterte Beförderung tat ein übriges. Kein Klima, um Arbeitsfreude zu empfinden.

Oft denke ich über Visavis nach. Warum musste ich ihm ausgerechnet begegnen, als ich so ausgeglichen und so sehr bereit für neues war? Hätte mir dieses Intermezzo nicht erspart bleiben können? Hätte ich nicht aus meiner eigenen Ruhe noch ein paar Wochen länger Kraft schöpfen können? Stattdessen ein Einlassen und ein erneutes Scheitern. Bei mir nicht genug Gefühl, bei ihm riesige Probleme und noch größere Lügen. Und ich stürzte wieder ab ins ziellose Vermissen. Und in die Kompensation mit Nahrung. Die übliche Katastrophe.

Zwei Monate ist  es jetzt her. Und ich wieder fünf Kilo schwerer, mindestens. Und unendlich viel bedürftiger als vorher. 

Im Dsch*ungel habe ich allmählich den Eindruck, mich dafür rechtfertigen zu müssen, dass ich immer noch da bin. Und dafür, klug zu sein. Die Männer, die mich kontaktieren, springen auf ein Bild an. Sie lesen meine Texte nicht und "machen mich passend".Dass ich Ansprüche stelle, wird weggewischt. Meine Körperstatur ist das determinierende Moment ... ich muss dankbar sein, dass Mann sich mit mir abgibt. Auch wenn er noch nicht mal einen fehlerfreien Satz hinkriegt ... wie bitte????

Meine größte Angst ist, dass ich mich eines Tages aus zu großer Bedürftigkeit wieder auf so einen Deal einlasse ... ich nehm dich, weil du mich willst.

Es ist ein sonniger Sonntag. Ein Tag, um Hand in Hand am Fluss entlang zu gehen. Kein Tag, um hinter Sonnenbrillengläsern zu weinen.

Aber genau das tue ich.

 

Scheiss-Single-Leben!

 

 

10.04.2013 um 07:55 Uhr

Lebensmuster, Lebenswege

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: Mal wieder: Que sera sera (Doris Day)

Gestern schrieb ich über zwei Männer, die mir begegneten. Der eine zwar bislang nicht persönlich, aber bereits jetzt zeichnen sich zwei Pole ab - die zwei Pole meiner eigenen Persönlichkeit, die sich in diesen Männern inkarnieren.

Der eine Mann ist einer, der sich gerade in einem Umbruch befindet. In vielem mein Spiegelbild. Krummer Lebenslauf, viele Begabungen - und statt der bequemen Straße der harte Kampf um die nächste Stufe ... das kenne ich gut, das ist mir vertraut. Auch und gerade der Kampf. Das ist einer, der im selben Gärbottich schwimmt wie ich ...

Der andere Mann ist der, den ich erst für ein Fake hielt. Arriviert, erfolgreich, gutaussehend, souverän. Da angekommen, wo ich hinmöchte. Und auf den ersten schriftlichen Eindruck fast einschüchternd, weil er mir bewusst machte, wie weit ich davon noch entfernt bin. Wobei er das gar nicht selbst tat, sondern meine eigene Vorstellung mir eine Messlatte vorhielt. Es gibt keinen härteren Maßstab als die VERMUTETE Erwartung! Aber der Maßstab sorgte dafür, dass ich einen Mordsbammel davor hatte, mit ihm zu sprechen - auch wenn Glamour Girl und gestern auch die Zuhörerin sich an den Kopf fassten und mir den verflixten Minderwertigkeitskomplex auszutreiben versuchten, der mir den Kontrast übergewichtige Vorortmutti mit staubflockiger und billig möbilierter Wohnung zu distinguiertem Medienmann mit stylishem Domizil vorgaukelte.

Ja, ich weiss, das stimmt nicht so. Ich bin, auch wenn ich im Vorort lebe und meine Wohnung ein Kompromiss ist, alles andere als eine Vorortmutti. Übergewichtig bin ich ... solange ich dagegen nicht erfolgreich bin, ist das der einzige Fakt, der in die negative Waagschale fällt, sofern ein Mann nicht gerade ausdrücklich das schön findet.

Jedenfalls fassten mein MinKo und ich uns vorgestern ein Herz und riefen an. Und sprachen mit einer Mailbox. Und sprachen ein Sprüchlein, aber keine Nummer darauf. Die Mail-Reaktion darauf war so zugewandt und freundlich, dass wir kurz darauf dann doch miteinander sprachen. Und ... es war ganz anders als ich dachte. Wir hatten direkt eine gemeinsame Kommunikationsebene ... und wenn ich an etwas zu beissen habe, dann höchstens an seinem Lebensmodell, denn seine seit einigen Jahren getrennte Frau geht immer noch täglich in seinem Haus ein und aus, obwohl der Grund - die Kinder - inzwischen beide Abitur haben und studieren. Sie hat eine andere Beziehung. Und mein Nachdenken hat nichts mit einer in der Zukunft liegenden Eifersucht zu tun. Sondern mit Abgrenzung. Und der Frage, wie viel Raum eine neue Partnerin in seinem Leben hätte. Aber diese Frage stelle ich ihm nicht am Telefon, sondern erst, wenn ich weiß, ob ich überhaupt den Wunsch habe, in seinem Leben Raum zu haben.

Ein toller Gesprächspartner ist er jedenfalls ... und unser gemeinsamer Bottich ist der Job. Viel von dem, was er tut, kenne ich aus eigener Arbeit. Und einiges gehört zu dem Thema, das ich gerade für mich entdecke ... die erste Fortbildung ist angemeldet! Die unkomplizierteste von allen, da der Arbeitgeber sie finanziert und der Ort Nachbargroßstadt ist.

Die Tangoqueen hat mich gestern aber auch angemailt, dass sie etwas für mich gefunden hat. Es kann also sein, dass ich einen weiteren Teil meines Fortbildungspuzzles auch schon in diesem Jahr absolvieren kann. Da ich für internationale "Kunden" tätig sein will, möchte ich auch ein international anerkanntes Training machen. Die Tangoqueen ist selbst keine Deutsche, im englischsprachigen Raum hervorragend vernetzt und arbeitet in einem Weltkonzern ... also bin ich ganz gespannt auf ihr "Fundstück" ...

Viele Entwicklungen ... und JA ...ich treffe den Mann, der mich zum Nachdenken über mich selbst brachte, in den nächsten Tagen ...

 

09.04.2013 um 07:27 Uhr

Die Schwerkraft der Liebe und die Qual der Wahl

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: Someone like you (Adele)

Nicht, was ihr denkt ...

Nein, ich habe keinen Liebeskummer. Nur weiterhin zielloses Vermissen. Aber mich macht nachdenklich, was mir und anderen in den Weiten des D*schungels geschieht. Glamour Girl hatte in den letzten Monaten ihre Phase des Selbst-Ausprobierens. Sie kehrte zurück zu ihren Wurzeln in einer aussichtslosen Beziehung mit einem nicht verfügbaren Mann aus ihrer alten Heimat, sie hatte zum ersten Mal in ihrem Leben unverbindliche Abenteuer und sie traf Männer, auf die sie glaubte, sich einlassen zu können. Und diejenigen unter uns, die länger auf diesen lianenüberwucherten Pfaden unterwegs waren, wissen genau, was passierte. Sie lernte jemanden kennen, war begeistert, öffnete sich, verliebte sich ein bisschen, erlebte Wunderschönes ... und wurde fallengelassen. 

Es ist die Asynchronität zwischen Männern und Frauen, die ich meine. Dieses Phänomen, das Frauen dazu nötigt, sich emotional zu öffnen, bevor überhaupt gutes körperliches Einlassen möglich ist. Und das Männern dann im Gegenzug gute Körperlichkeit gibt, BEVOR sie sich entscheiden, ob sie sich emotional öffnen. Natürlich geht es auch umgekehrt. Seltener zwar, aber auch das gibts (kann der Weißwäscher bestätigen, dem das auch oft genug passierte). 

Glamour Girl also liess sich nach dem Crash der unmöglichen Heimatliebe auf jemanden ein. Und entschied sich, das Visier herunterzulassen. Die beiden machten eine romantische Wochenendreise und natürlich passierte "es". Bei ihr Verlieben. Bei ihm ... nun ja. Das übliche Spiel von wegen "ich muss über vieles nachdenken und ob wir wirklich zusammenpassen?". Glamour Girl ist eine toughe Frau, wirklich. Aber damit hat sie keine Erfahrung. 

Hatte ich auch nicht, als es mir vor einigen Jahren passierte. Inzwischen bin ich so skeptisch und zynisch, dass ich mich regelrecht zwingen muss, auch mal die Stacheln einzufahren. Aber so weich und verletzlich wie ich damals ist sie heute. Ich kann ihr nicht helfen ... nur sie darin bestärken, auf sich selbst zu hören.

Und ich? Habe gerade ein Zynismus- und ein Luxusproblem.

Da ist ein Mann, der unter die Kategorie "Zu gut um wahr zu sein" fällt. Passendes Alter, passender Wohnort, gefühlvolles Statement, das alles enthält, was frau sich wünschen könnte ... so perfekt inszeniert, dass er eigentlich nur ein Fake sein konnte. Und dieser Mann schrieb mich an. Frau Skeptikerin antwortete nur knapp ... ist er nun ein Fake oder nicht?

Stufe 2: er schreibt ... und ich erfahre, wer der Mann hinter der D*schungeladresse ist. Kein Fake. Ein Jemand. Und was für einer. Beeindruckend aus vielen Gründen ... ich bin gespannt auf unser erstes Telefonat. Und darauf, ob mein und sein Leben Berührungspunkte haben könnten.

Und da ist noch jemand. Einer, mit dem es von Anfang an sehr unkompliziert und kommunikativ zuging ... vielleicht gehen wir am Wochenende wandern ...

 

06.04.2013 um 23:55 Uhr

Un Ricard - sinon rien?

von: Spring_Roll   Kategorie: Perspektivwechsel

Musik: Non, je ne regrette rien (Edith Piaf)

Un Ricard - sinon rien! So lautete der Slogan auf dem großen Werbeplakat für einen französischen Anis-Aperitif. Wenn es diesen nicht gibt, dann eben keinen.

So geht es mir mit dem Bäcker gegenüber meiner Arbeitsstelle. Wenn eine bestimmte Brötchensorte aus ist, dann will ich trotzig mit dem Fuß aufstampfen und lieber gar nichts kaufen. Und so geht es mir mit den Männern. Dachte ich bisher. Bis die Bedürftigkeit sich in meine Knochen schlich wie langsam wirkendes Gift. 

Heute abend brennt sie. Und wenn ich um mich herum schaue, sehe ich, dass das Man-Sharing-Konzept mehr und mehr zur Regel wird. Münchner Kindl tut es. Glamour Girl tat es bis gestern und reiste dann zwecks Erinnerungsüberschreibung mit einem Anderen auf eine Insel übers Wochenende. Selbst die Limette tat es. Nur ich bin zu blöd dazu. Nur ich habe meine dämliche Sozialisation und das noch dämlichere Seelchen, das leidet, wenn es nur begehrt statt geliebt wird.

Ich habe Angst, mit dem Feuer zu spielen ... und meine pragmatische Seite kapiert allmählich, dass ein ganzer Mann für mich allein zurzeit nicht zu haben ist ...

Aber noch stehe ich aufrecht und stampfe mit dem Fuss: Un veritable homme, sinon RIEN!

 

 

05.04.2013 um 10:59 Uhr

... ich will lieber einen Mann!

von: Spring_Roll   Kategorie: Perspektivwechsel

Musik: Ich will keine Schokolade (Trude Herr)

Die gute Trude fasst es in einen provokanten Satz, aber sie hat recht. Die Schokoladefresserei der letzten Wochen hat es mir mal wieder gezeigt. Denn ich esse gerade mal wieder nicht, um mich zu ernähren oder um zu geniessen, sondern gegen das Loch in den Gefühlen, das eigentlich mit Liebe und Zärtlichkeit gefüllt sein sollte.

Gestern hatte ich meinen Weckruf. Wieder mal in einem langen "Gespräch" mit dem Cineasten, der immer mehr zum Freund wird. Nur mit der realen Ebene, da eiern wir beide ziemlich herum. Weil wir uns missverstehen. Er setzt sich mit seiner Ehe auseinander, ich mit meinem ziellosen Vermissen. Und da entsteht manchmal der - falsche - Eindruck, wir würden auf etwas hinsteuern, das wir beide gar nicht wollen. Und deshalb spielen wir Echternacher Springen. Gestern abend mal wieder. Und bei mir hatte das ein sehr tiefes Loch zur Folge, aus dem ich heute früh mühsam krabble.

Aber: Die Situation ist geklärt. Wäre auch schade gewesen um die besondere Art unserer geistigen und emotionalen Begegnung.

Und nun stehe ich vor der Kernfrage, wie ich mit meiner eigenen Bedürftigkeit umgehen kann. Meine größte Schwäche ist die Ungeduld und der Aktivismus ... das Gefühl, selbst etwas tun zu müssen, um meine Situation zu ändern. Mein Feind ist die Angst, allein zu bleiben und irgendwann so alt zu sein, dass der Zug endgültig abgefahren ist. Die Vernunft entkräftet diese Ängste im Hellen, doch abends, allein ... da kommen sie wieder. Ich fühle mich aussortiert. Weil ich nicht in die gewünschten Raster passe, wie die Banane, die zu gerade ist für die EU-Norm.

Da ich Andere nicht dazu bringen kann, mich zu wollen oder gar zu lieben, kann ich nur bei mir selbst ansetzen. Und dazu gehört, das Loch in den Gefühlen als das anzuerkennen, was es wirklich ist. Nämlich nicht Hunger nach Essen, sondern Hunger nach Liebe. Essen hilft kurzzeitig, wie der kaltgerührte Pudding mit den kleinen Toffeestücken, der nach Erinnerungen von Im-Arm-gehalten-werden schmeckt. Ich muss lernen, Liebeshunger nicht mit Essen zu füttern. Und ich muss lernen, das im Magen gefühlte Loch zu ertragen und Techniken zu finden, den wirklichen Hunger zu lindern - auch ohne ein nahes DU.

Dazu gehört auch, meine Lebensumstände noch einmal unter die Lupe zu nehmen. Im Kleinen wie im Großen.

Meinen Kühlschrank habe ich am Wochenende kritisch durchgesehen. Ein Vorteil meiner "dezentralen" Lebensweise ist, dass ich weniger einkaufe, sehr viel zielstrebiger. Ich muss es ja schließlich einen km tragen. Und so enthält mein Kühlschrank wieder deutlich mehr frische Produkte, die auch zeitnah und restlos verbraucht werden. Ich kaufe teilweise etwas teurer ein, dafür gesünder.

Es hat sich gut angefühlt, über Ostern meinen Schrank zu entrümpeln. Und ich merke, dass ich beim Stadtbummel immer kritischer werde und sehr vieles durch mein Raster fällt. Wenn ich etwas kaufe, sollte es mir 100 Prozent gefallen. Gestern war ich in der Stadt und wollte mich "trösten" ... falscher Ansatz, Frau Rolle! Ich hatte Glück, denn mir gefiel nichts. Ein Tuch habe ich gekauft, passend zu meiner gelben Jacke. Aber das war in der "Milchkaffeepreisklasse". Und eine 10-Euro-Sonnenbrille (Ersatz für die, die mir letzte Woche kaputtging). Kein Trost-Teil ...besser so.

Ich hätte gern ein paar richtig gut sitzende Hosen, über die ich keine langen Oberteile tragen muss. Und einen neuen schwarzen Hosenanzug (habe gerade einen ausrangieren müssen). Und ein paar Oberteile, die auch ohne Jacke gut aussehen. Und zwei Konfektionsgrössen weniger ... aber dafür muss ich ... siehe oben. Und das ist schwer, solange ich von Kälte, Infekten und schmerzendem Ischias an meinem Sportprogramm gehindert werde.

Bei LoHan las ich von Schokoladensucht und der Strategie, immer nur EINEN Tag anzugehen. Das finde ich gut. Das werde ich versuchen. Mein Frühstück war zwar wenig, aber kohlehydratreich (dafür eine "Liebesgabe", gebacken von Schwester und Schwager). Mein erstes Ziel bis Mittags: keine Zwischenkalorien.

Zu den großen Veränderungen mache ich mir intensiv Gedanken und erwische mich manchmal bereits auf Immobilienseiten. Verdammte Ungeduld! Einerseits gehe ich die Dorfstraße hinauf, fluche über den langen Weg, aber mag die Häuschen und Gassen am Weg und den nahen Wald. Andererseits brenne ich darauf, endlich in der Stadt zu leben. Gestern fand ich eine Wohnung, die mit einem Kind ideal gewesen wäre ... aber eben nicht mit zwei Teenagern. Ein Zimmer war Durchgangszimmer ... aber soooo schön. Das wäre ein toller begehbarer Kleiderschrank für mich. Ich könnte problemlos Wirbel das Wohnzimmer überlassen und hätte es wunderbar mit meinem Schlaf-Wohnraum und einem großen Esszimmer ...

Wie hiess es so schön:

Den Unterschied zwischen mir und der Person, die ich gerne wäre, ist mein eigenes Tun! Ich ergänze: das gilt auch für das Leben, das ich habe, und das, das ich gerne führen würde ...

 

 

 

 

04.04.2013 um 07:08 Uhr

Aber, Glaube?

von: Spring_Roll   Kategorie: Perspektivwechsel

Musik: kommt noch

Es gibt Menschen, die nicht unter einer Leiter durchgehen, bei von links kommenden schwarzen Katzen Schweissausbrüche bekommen und bei einem Spiegelbruch sieben Jahre lang in selbsterfüllendem Pech leben. Solche, die auf Holz klopfen, nach vierblättrigen Kleeblättern suchen und überzeugt sind, dass es Glück bringt, Vertreter bestimmter Berufsstände zu berühren.

Nun ... vieles davon tue ich auch ... allerdings aus anderen Gründen. Als Ms. Ungeschick (netter Nickname übrigens?) habe ich in meinem Leben so viel zerdeppert, dass sicherlich auch Spiegelndes darunter gewesen sein dürfte. Die Gelegenheit zu einer 1a Schuldzuweisung habe ich aber leider verpasst (hätte ich sollen?). Unter Leitern gehe ich im Interesse der darauf befindlichen wackeren Handwerker prinzipiell nicht durch ... siehe Ms. Ungeschick. Die schwarzen Katzen allerdings habe ich von Kind an nicht mit Schweiss- oder Allergieausbruch begrüsst, sondern mit Fressnapf und Streicheleinheiten. Nach vierblättrigen Kleeblättern suchte ich immer vergeblich - meine Schwester fand sie stets vorher.Jedes Mal, wenn ich auf Holz klopfen will, ist nur dämliches Resopal oder mein eigener Holzkopf verfügbar ... also irgendwie nicht sehr wirksam.

Aber eine Chance habe ich noch: den rußigen Berufsstand! Und die nutze ich reichlich und oft. Nicht nur, weil ich heute die jährliche Kontrolle meiner Heizung erwarte, sondern weil ein Wanderfreund ebenfalls der Gilde der Kaminkehrer angehört.

Und nun die Frage: bin ich abergläubisch, wenn ich ihn zur Begrüßung umarme???

Und warum, verflixt noch mal, lässt das Glück so lange auf sich warten?

Sooo viele Spiegel kann ich doch gar nicht zerdeppert haben ...

 

 

Nachtrag: das Glück war nicht für mich bestimmt!

Als ich nämlich meinen Vermieter, seines Zeichens Fachmann in Wärmefragen, darüber informierte, welch entzückenden Emissionswert in vierstelliger Höhe der Kaminexperte an unserer Heiztherme feststellte, kam bei Nennung des Namens ein hörbares Zucken am anderen Ende der Leitung. Es dauerte ein paar Sekunden und dann explodierte ... nicht die Therme, sondern Herr Vermieter. Den Kaminexperten nämlich können Kunden seit kurzem frei wählen. Und während die Hausverwaltung sich für Firma Billigheimer entschied, hatte Herr Vermieter ausdrücklich auf seinem auch vertraglich belegbaren Recht bestanden, weiterhin Firma Teurer-aber-gut zu beauftragen. Dumm nur, dass weder Frau Mieterin Rolle informiert war noch die Hausverwaltung sich einen Kehricht darum scherte. Und so stand er per "Zettel" angekündigt heute morgen auf der Matte und maß, was ihm nicht zugemessen.

Der Kampf der Giganten geht weiter ... Hausverwaltung gegen Herrn Vermieter. Ich wette übrigens schmunzelnd auf Herrn Vermieter ;-)

In Sachen Therme wird letzterer übrigens sofort aktiv ... ein guter Handwerker eben!

02.04.2013 um 11:00 Uhr

Grrrrrrrrrrrr...

Musik: Get up stand up (Bob Marley)

Es ging nicht nur mir so über Ostern. Das macht die eigene Lage nicht besser, aber fühlt sich gleich ein wenig wärmer an.

Fazit des Tages: vier Tüten für die Altkleidersammlung - davon zwei mit altem Sportkram, Wäsche und Strümpfen (der berühmte Maschinenwitwer-Einzelsocken, der nach Verlust seines Partners zumeist bis an sein Lebensende alleine in der Ecke der Wäscheschublade vor sich hin vegetiert)

Über den Abend muss ich noch nachdenken ... dazu kommt noch etwas. Warum bewirken Stimmen so viel? In diesem Falle leider in die falsche Richtung ...
Heute morgen platzte mir der Kragen und es ging dem Keim an denselbigen. Kurzer Besuch beim Facharzt meines Vertrauens respektive dem mit der geringstmöglichen Entfernung zum Wohnort und Einnahme eines pulvrigen Sofortrettungspräparats. Symptome klingen langsam ab ... Merker an Rolle: vergiss Thermalbäder!!!
Und so halte ich es wieder mal mit dem King of Reggäää und stehe auf ...

01.04.2013 um 11:49 Uhr

April, April ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Seelische Gärung

Musik: Purple Rain (Prince)

Draußen ist das herrlichste Frühlingswetter. Zeit zum Bewegen, Zeit zum Flirten, Zeit zum Geniessen, auch wenn es noch recht kühl ist.

Hier drinnen ... ist purple rain. Im wörtlichen Sinne. Denn statt mit einem attraktiven Mann schmuse ich mit einer Wärmflasche. Und die Schuldzuweisung ist auch bereits geschehen. Es war das verdammte Thermalbad am letzten Samstag, in dem eben nicht nur ich und jede Menge planschende Senioren unterwegs waren, sondern ganz offensichtlich auch der Keim zu einer 1a-Blasengeschichte, die mir das gesamte Osterfest versaut hat, inklusive einer herrlichen Frühlingswanderung, auf die ich mich sehr gefreut hatte, die aber natürlich nicht mit Dixiiiies gesäumt ist.

Als Meisterin der Prokrastination schiebe ich jetzt das vor mir her, was die Vernunft mir als Indoor-Alternativprogramm diktiert: Papierablage und Schrankausmisten. In letzterer Disziplin habe ich am Karfreitag schon meinen Kleiderschrank "vorgelegt" und müsste jetzt noch die Sommerkleidung und zwei Schränke voller "passt gerade nicht" oder "gefällt mir vielleicht mal wieder" durchgehen plus die Schuhe. Ich scheue mich noch, werde aber nicht drumherum kommen, auch wenn Töle (ja, sie ist noch da!) auf ihrem Sofa gerade so schön schnarcht.

Uneingeladene Gäste nicht nur in der Blase, sondern auch im Kopf. Schwere Gedanken. Nach dem Ende meiner letzten Beziehung Anfang 2012 hatte ich mich auf eine lange Zeit des Alleinseins eingerichtet. Ich wusste, dass ich Zeit benötigen würde, zu heilen. Und Zeit, mich selbst auszuprobieren und wieder Vertrauen zu mir selbst zu haben. Womit ich nicht rechnete, war, dass es über 15 Monate dauern würde. Und dass ein Ende nicht absehbar ist. Im Gegenteil, ich sehe die Aussichten auf eine liebevolle und erfüllte Beziehung mit jemandem, der mich liebt UND mag, als inzwischen verschwindend gering an.

Wieder mal gewann ich einen Freund im Dschungel. Und das schätze ich hoch. Er ist verheiratet und wir beide geben uns gegenseitig Denkanstösse, die uns gut tun. Aber eigentlich suche ich nicht den geistigen Austausch, sondern Nähe, Wärme, Intimität, Komplizenschaft ... Begehren und Liebe. Alltag nicht sofort, aber irgendwann auch diese Perspektive, in einer nächsten Lebensphase.

Dieser Blog hat mal als Diätblog angefangen. Und gerade gerate ich in eine gefährliche Schleife. Würde es leichter sein, wenn ich leichter wäre? Wäre "schlank" der Schlüssel zur Liebe? Ich denke nicht, denn wenn ich mir jetzt die Kilos herunterzwinge, hätte ich keinen einzigen Tag und keine einzige Stunde in einer neuen Beziehung ohne die Sorge, dass meine Figur den Erfolg dieser Beziehung determiniert. 

Ich bin gerade ziemlich ratlos ... Osterblues und das furchtbare Gefühl, die letzten Meter eines Marathon nicht mehr schaffen zu können. Meine Gegner sind Alter und Verantwortung. Bis ich wieder freier bin, bin ich so alt, dass ich meine Träume nicht mehr angehen kann. Es hilft mir, jetzt beruflich aktiv zu werden und ich hoffe, dass mein Sommer-Sportprogramm mir auch wieder etwas emotionalen Auftrieb gibt. Momentan, gesundheitlich lahmgelegt und im Bewusstsein meines "niedrigen Marktwertes" ... geht es mir einfach nur dreckig.

Und daran ändert leider auch der Zuspruch von Freunden nichts ... denn auch die freundschaftlichste Umarmung ersetzt nicht den Blick und die Geste eines Partners, für den ich mehr bin als der Kumpel.

Single-Driss, mal wieder. Dorf-Driss. Job-Driss. Familien-Driss. Mein verdammtes Leben ist ein zu enger Mantel ... Zeit für die Altkleidersammlung!

Wenn es ganz dicke kommt, dann träume ich im Wachen. Ich träume, ich würde mit einer kleinen Tasche zum Bahnhof gehen und in einen Zug steigen. Der, der hier abfährt, bringt mich maximal bis Nachbargrossstadt. Aber dort gehen die Züge in die weite Welt. Ich würde mir einen aussuchen und einsteigen. Vielleicht nach Hauptstadt ein, zwei Staaten weiter. Von dort nach Großstadt im Süden ... und solange weiter, bis ich irgendwo im Fremden bin. Dort ein Appartment nehmen. Mitten in einer Straße, in der die Wäsche von Balkonen hängt. Nur ich, ein Bett, ein Schrank, ein Tisch und eine Kochplatte. Einkaufen auf dem Markt und der erste Salat im neuen Heim. Es gibt eine Journalistin, die 12 Monate um die Welt reiste und das erleben durfte in 12 Grossstädten rund um die Welt. Himmlisch würde sich das anfühlen. 

Ich werde meinen Fluchttraum behalten ... meine kleine Flucht nach innen. Und ich werde nach aussen natürlich weiter funktionieren. Aber manchmal, da nähme ich gern meine Tasche und ginge los ...