Frühlingsrollen und die Gesetze der Schwerkraft

31.07.2013 um 17:12 Uhr

Im Kokon

von: Spring_Roll   Kategorie: Rolle 2.0

Musik: Winds of Change (Scorpions)

Die Zuhörerin nimmt meine Veränderung wahr. Ihr erzählte ich, was ich hier nicht schreibe. Die Details. Die bunten, die grellen, die saftigen. Ich entwickle mich in Sprüngen, den Jahreszeiten folgend. Der Frühling war die Saat des Aufbruchs, der Sommer das Ankommen und Reifen im Neuen ... und zum Herbst hin wird geerntet, konsolidiert ... damit der Winterschlaf nicht alles wieder mit der Watte von Bequemlichkeit überdeckt.

Projekt Umzug aus der grünen Hölle läuft ... ich bin noch in der Vorbereitungsphase. Muss klären, wie ich mit Blue und seiner Kaff-Schule klarkomme. Muss mit Röllchenvater reden. Und dann eine Wohnung finden. Habe aber schon Ideen, wen ich ansprechen kann wegen Wohnungen. Will in ein ganz bestimmtes Viertel, in dem ich mich wohlfühle. Wirbel auch. Meine Eltern werden gegensteuern. Das weiss ich. Aber ich werde darauf keine Rücksicht mehr nehmen. Und ich werde mich nicht von "wohlmeinenden" Bedenkenträgern bremsen lassen. Ich hätte schon beim letzten Umzug nicht in Dorf bleiben sollen. Das war ein Riesenfehler. Jetzt muss ich dafür sorgen, dass meine damalige Fehlentscheidung mich nicht dauerhaft bindet. Es ist MEIN Leben. In zwei Jahren werde ich 50 Jahre alt sein. Und dann will ich sagen können "mein Leben ist gut!"

Ich habe Lust auf die Veränderung, Sehnsucht nach Innenstadt, nach Infrastruktur, nach Leben vor der Tür, nach Lärm und Menschen, ich brenne ... und ich werde mich von niemandem mehr davon abhalten lassen. Denn wenn ich ncht viel länger warte, werde ich entweder irgendwann resigniert in Dorf versauern oder einer von den Menschen sein, die im Supermarkt um die Ecke einkaufen und kurz entschlossen nicht den Weg nach Hause einschlagen, sondern in den nächsten Zug steigen ... nach Nachbargroßstadt zuerst und dann irgendwohin in die Welt. So sieht es aus in mir. So druckvoll. Ich brauche jetzt endlich eine Perspektive.

JETZT ... nicht in zwei Jahren.

30.07.2013 um 10:15 Uhr

Durch den Spiegel ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Rolle 2.0

Musik: Fade to grey (Visage)

Die Welt hinter dem Spiegel liegt in meinem eigenen Ich. Im Jahr 2012 bin ich von etwas weggegangen, im Jahr 2013 komme ich bei mir an. Selbst-Erfahrung im besten Sinne. Und das Schönste ist, auf diesem Weg Gefährten zu haben. Nicht mit dem gleichen Ziel vielleicht, aber eine Etappe weit auf dem gleichen Weg. Innerer Jakobsweg ... gell, Pele? Und besonders schön, wenn die Weggefährten Freunde sind, die seit Jahrzehnten in meinem Leben Farbe und Wärme verstrahlen ... gell, BesteFreundin?

Ich habe in den letzten Monaten viele Häutungen vollzogen. Weitere werden folgen. Ich habe mich verabschiedet von alten Hoffnungen, den Erwartungen anderer daran, wie ich zu sein habe, von meinen Ansprüchen an mich selbst. Von Konventionen und Regeln und auch von Träumen. Und ich finde dabei mehr und mehr ... mich selbst! Eine Person, die nicht stromlinienförmig und mainstream ist, sondern sich wie Wasser ihren Weg sucht. Kein Tümpel, sondern ein Bergbach im Frühling. Klar und schnell.

Auch optisch finde ich mehr und mehr zu mir. Schluss mit den weiten Versteck-Klamotten. Ich habe Freude daran, mich auch mal provozierend zu kleiden. Schluss mit den Tarnfarben von beige bis braun bis dunkelgrau ... schwarz bleibt meine Farb-Lebensliebe ... und mit feurigem rot bekommt es genau den Biss, der mich ausmacht. Im Job mit Blazer und schmalem Rock, privat im Kleid oder Jeans und Blazer. Ach ja ... Schluss auch mit den "Senkrechttretern". Bequeme Schuhe taugen zum Wandern oder für lange Wege ... für alle anderen Gelegenheiten liebe ich die Perspektive "von oben" ... auch wenn die Füsse mal weh tun nach einer durchtanzten Nacht ... lieber Meerjungfrau mit Nadelstichen als watschelnde Ente. Materialien werden mir immer wichtiger. Leder ist der Favorit. Für Schuhe und Taschen sowieso ... und unter zwei Lederjacken pro Jahr habe ich es nie geschafft. Aktuell träume ich noch von einem knapp das Knie bedeckenden leicht ausgestellten Rock ... so was hatte ich mal vor einigen Jahren, ist aber leider am Reissverschluss kaputt. Und von richtig schönen Stiefeln ... mit weitem Schaft ist die Auswahl an wirklich schönen Modellen leider so spärlich!!!

Schluss auch mit den an Andere gekoppelten Erwartungen an meine Zukunft. Die Zukunft ... das bin ich selbst. Egal, ob es darum geht, mir im Job unabhängig von Arbeitgeber ein zweites Standbein aufzubauen oder darum, meine Lebensumstände zum besseren zu verändern. Schluss mit Dorf ... ich BIN ein Stadtmensch. Und ich möchte so leben, wie es mir entspricht - in der Stadt. Zweieinhalb bis drei Zimmer, Wohnküche, kleiner überdachter Balkon ... und Kneipe, Supermarkt und Bus/Bahn vor der Tür. Stadtleben ... MEINS!

Hinter dem Spiegel liegt MEIN Leben. In einigen Bereichen kann ich schon greifen und umsetzen. In anderen verlangt Verantwortung Geduld, die ich eigentlich nicht habe. Aber ich lasse das Endstück dieses roten Fadens nicht los. Es ist MEINS.

 

 

26.07.2013 um 10:19 Uhr

Plötzlich Prinzessin ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Rolle 2.0

Musik: Knowing me knowing you (ABBA)

Heute morgen war mir plötzlich so r*yal zumute ... ich winkte huldvoll, während ich die Allee entlangschritt und alle scharten sich um mich. Dummerweise bloss die Mücken ... und allzu huldvoll war mein Wedeln wohl aus der Betrachterperspektive auch nicht ...

Und nun sitze ich wieder einmal vor dem weißen Papier aka Bildschirm, die Gedanken fließen über und ich zensiere mich. Wie üblich. Das, was mich wirklich bewegt, kann ich hier nur fragmentarisch niederschreiben. Verfremdet. Schade eigentlich, denn es sind gute Gedanken und Erlebnisse. Neue Perspektiven und neue Schwerpunkte.

Ich entdecke mich gerade neu und verliebe mich ein bisschen in die Person, die ich wirklich bin. Löse mich von Rollenmodellen und Vorurteilen ... und innerlich auch von Menschen, die für alles stehen, was ich nicht (mehr) leben möchte. Bin glücklich darüber, dass ich in der Wahl meiner Freunde wohl eine gute Hand hatte ... und mich mit diesen Menschen rückhaltlos wohl fühle.

Glamour Girl hat einmal in anderem Zusammenhang (es ging um Partnersuche) von einer Tunnel-Situation gesprochen. Der Tunnel ist eine kurze, aber intensive Lebensphase, in der neue Begegnungen und intensive Gefühle auftreten ... so geballt, dass die Synapsen und Emotionen Tango tanzen. Und entweder verlässt man (so Theorie Glamour Girl) den Tunnel dann Hand in Hand mit einem anderen Menschen oder er endet irgendwann und dann kommt lange nichts.

Mein Tunnel führt mich momentan nicht zu potenziellen Partnern, sondern zu interessanten Menschen beiderlei Geschlechts und zu einer neuen Wahrnehmung meiner selbst. Mein Hirn datet, sozusagen.

Suchtfaktor: hoch.

 

24.07.2013 um 14:55 Uhr

Das Leben ist ein seltsamer Cocktail ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Miscellaneous

Musik: Always look on the bright side of life (Monty Python)

Ich schiebe den längst überfälligen Blogeintrag schon ein paar Tage vor mir her. Zu viel geht mir zurzeit im Kopf herum. Deshalb kein geschlossener Beitrag, sondern ein paar Fragmente dessen, was mich gerade bewegt ...

1. Mein Sein und Werden

Ich habe mich verändert in den letzten Monaten ... fast wie die Verpuppung eines Schmetterlings. Welches Wesen den Kokon verlassen wird, wird mich wahrscheinlich selbst überraschen. Doch so viel sei gesagt ... ich fühle mich wohl mit dem, was da passiert mit mir. Es war ein langer Weg ... und langsam ist die Veränderung auch sichtbar.

Es geht um mich, mein Selbstbild, meinen Körper, meine weibliche und auch s*ex*uelle Identität. Das fängt an damit, dass ich seit ein paar Monaten wieder selbstbewusst Kleider und Röcke trage, dass ich mich selbst schön finde, auch wenn ich nicht dem gängigen Schönheitsideal von rank und schlank entspreche, dass ich mich selbst sinnlich wahrnehme ... und das auch nach außen strahle. Kurzum: Ich finde mich selbst gerade wieder ... und entdecke Seiten an mir, die gut versteckt darauf gewartet haben, aus dem Kokon zu schlüpfen. 

Den Kokon wickle ich auch in beruflicher Hinsicht ... meine Fortbildung wird meine Talente sichtbar und darstellbar machen ... und der fertig entwickelte Schmetterling wird sie einsetzen.

2. Mein Miteinander mit anderen Menschen

Das Unschöne: Gestern eine typische Konfliktsituation mit Frau Marschallin. Frau Marschallin macht ein grosszügiges Angebot, dass ich aufgrund Involvierung von Wirbel nicht ablehnen konnte. Aber gut gemeint ist nicht gut. Und so saß ich nach einer unschönen Szene da und wäre wieder mal fast in Tränen ausgebrochen. Doch inzwischen bin ich stark genug, ihr dann gegenüberzutreten und ihr zu sagen, was mir missfällt ... und zwar, ohne zu beleidigen. Verstanden hat sie es nicht. Aber ich habe es ausgesprochen.

Das Schöne: Ich sage Danke für ein Geschenk. Das Geschenk, nicht nur mehrere gute Freunde, sondern EINE ALLERBESTE FREUNDIN zu haben. Eine, mit der ich aufwuchs, groß wurde, Dummheiten machte, lachte, weinte. Für die ich durchs Feuer gehen würde und die das selbe für mich täte. Eine, mit der ich träumen kann und phantasieren, aber auch anpacken. Eine, vor der und mit der nichts peinlich ist. Gar nichts. Und eine, die mich gerade auf der nächsten Expedition ins Unbekannte begleitet ... wir haben verschiedene Ziele, aber den gleichen Weg. Ich liebe dich, BesteFreundin! Gerade heute wieder ganz besonders innig! Du weisst, wofür ... und du wirst dies auch lesen ...

Ich freue mich immer wieder über "Streiflichter" ... wie den Kommissar ... einen Mann, den ich seit mehr als acht Jahren kenne und der immer irgendwo im Hintergrund ist ... und unsere wenigen Telefonate und Mails sind Sternstunden. Ich mag dich, Kommissar.

Ich freue mich über Vertrauen ... überall dort, wo verschiedene Lebenswelten plötzlich zusammenkommen. Zwei Bloggerinnen, die sich ganz woanders begegnen. Der Mensch aus dem realen Leben, der mir virtuell über den Weg läuft ... und umgekehrt, ein Kontakt zu einem virtuellen Wesen, das plötzlich zum realen Menschen wird. Outing der guten Sorte. Wenn dieses Vertrauen gegeben und in sensiblen Händen gehalten wird, kann sich das wunderbar anfühlen ... und hier in der Community brauche ich jetzt schon fast eine Hand für diese mir lieb gewordenen Kontakte per Mail, per Fon und per Projekt Treffen ... Ihr seid gemeint :-)))

Und damit kommen wir zur Kehrseite der Medaille ... dem üblen Missbrauchsfall in dieser Community. Ich bin immer noch sprachlos und fassungslos. Und werde hier nur auf meine eigenen Erfahrungen mit Fake Martine eingehen. Ein interessanter Blog, eine witzige Schreibe. Irgendwann ein Kommentar von mir und eine Mail von ihr/ihm. Seitdem immer mal wieder ein Kommentar, selten eine Mail. Und eigentlich immer auf dem "Frauenklön"-Level ... alleinerziehende Mütter ...

So, wie er/sie schrieb, klang das alles authentisch. Und ich habe mich täuschen lassen. Zum Glück nur auf dieser oberflächlichen Ebene. Einer anderen hier hat er/sie richtig übel mitgespielt. Ich bezeichne das als Mißbrauch ... emotionaler auf jeden Fall ... vielleicht sogar auch noch mehr. Das Opfer hat mein Mitgefühl und meine Unterstützung ... und ich glaube, viele von uns hier haben ihr wie ich geschrieben.

Konsequenz für mich: Denjenigen von Euch, mit denen ich intensiver in Kontakt stehe, gebe ich auf Wunsch (dann bitte PN) auch meine Telefonnummer, meine Klardaten (wenn nicht längst geschehen) und ein aktuelles Bild, wer da am Bildschirm sitzt. Denn vor diesen Frauen, mit denen ich gedanklich so oft am "Küchentisch" sitze, Wein trinke und über Gott, die Welt und die Kerle rede, vor denen muss ich mich nicht verstecken. Diese Frauen tun mir nämlich verdammt gut!

 

15.07.2013 um 07:49 Uhr

Ich kann SCHÖN!

von: Spring_Roll   Kategorie: Rolle 2.0

Musik: Ein Freund, ein guter Freund (Rühmann/Albers)

... und manchmal auch schön blöd.

Bilanz eines Sommerabends:

Prosecco:2 Flaschen - 10,--

Keydock für Tablet-PC (Exitus durch verschluckten Prosecco):ca. 150,--

Eine beste Freundin zu haben: unbezahlbar!!!!!!!!
Danke, du wunderbares Wesen ... für Vergangenheit und Zukunft :-)

Und für eine Erkenntnis ... ich kann "schön" ... auf eine ganz neue Art ... und verliebe mich gerade in die "neue" Rolle. BesteFreundin sagt, sie habe es schon immer gewusst ... rechthaberisch isse! Und recht hattse ...

 

P.S. Kleiner nerviger Kater umständehalber in egal welche Hände abzugeben. Brummt in Köpfen herum und frisst Tastaturen, ist also teuer in der Haltung. Aus meinem Kopf habe ich ihn inzwischen ausgewildert ... nur die Tastatur, die ist hinüber.

Kann man eigentlich statt der teuren Dockingstation auch eine billige Alternative an so einen Tablet-PC anschließen???

Und warum zum Teufel kommt ausgerechnet an diesem Morgen dann der Brief mit einer 450 Euro Gasnachzahlung???? *seufz*

 

 

 

12.07.2013 um 13:29 Uhr

Ich trage keinen Helm. Ich trage FRISUR.

von: Spring_Roll   Kategorie: Miscellaneous

Musik: HAIR

Inspiriert von Euren Kommentaren werde ich mir diesen Spruch als Fahrradaufkleber ausdrucken *gg*

Und der D*schungel-Award heisst hiermit: Stil-Rolle des Monats

Weil tägliche Vergabe zu lästig und diese Bezeichnung es trifft ... was meint Ihr?

Nominierungen aus dem D*schungel f+r den August-Award ab sofort an mich ... mit "Laudatio", d.h. Detailbegründung, warum genau dieses Profil es "verdient" hat. Bitte dabei jeweils nur die 1. Buchstaben von Nick und Ort verwenden ... wir wollen ja schließlich diskret bleiben.

Einsendeschluss ist der 31. Juli und in den Folgemonaten dann immer der letzte des Monats. Verkündet wird der Award dann zum Monatsanfang.

Wird bestimmt lustig ;-)

12.07.2013 um 08:31 Uhr

Hat Rad fahren einen Sinn und der D*schungel-Award

Musik: Bicycle (Queen)

Beim Rad fahren teilen sich die Lager. Für die einen ist es das Sportgerät schlechthin. Sie sieht man wochenends und abends im Wald und am Fluss. Ausgerüstet mit Sicherheits- und Performance-Gear und zu erkennen am wenig entspannten Gesichtsausdruck. Witzig insbesondere in der Senioren-Edition, die sich dann mit gefühlten 10 kmh fortbewegt und statt Bike ein stattliches Hollandrad unter dem polstergeschützten Popo hat. Dann sind da die Freizeitradler. Pärchen und Gruppen, die zu zweit nebeneinander radeln müssen, auch wenn der Weg schmal und der Gegenverkehr reichlich ist. Oder ... wieder die Senioren-Edition ... von deren Lenker ein Radio dudelt ... hoher Nervfaktor. Für diese Menschen ist der Radweg ihr Naherholungsgebiet. Sie kommen nach Hause und sagen "lass uns Rad fahren" ... und der Sinn liegt in der Tätigkeit selbst. Oft auch darin, einen noch ungeübten Nachwuchs zu beschäftigten. Was besonders gut klappt zu Stosszeiten und mit Kleinstkindern, die unkontrolliert Schlangenlinien fahren und anderen Verkehrsteilnehmern Schweisstropfen auf die Stirn treiben. Habe ich mit meinen Kindern zwei, drei Mal gemacht und dann begriffen, dass Radtraining vielleicht zu weniger verkehrsintensiven Zeiten stattfinden sollte, wenn ich meine Kinder behalten möchte.

Und dann sind da die Radfahrer ... wie Autofahrer und Bahnfahrer. Ihr Rad ist ein Verkehrsmittel. Es gibt die mit dem Sendungsbewusstsein. Meist mittleren Alters, männlich und extrem ihres Gutmenschentums bewusst. Ich sage nur: Helm, Sicherheitsweste, Hosenklammern! Und dann diese unnachahmliche: Ich mach es richtig-Haltung! Immer brav auf dem Radweg. Immer brav anhalten und das Rad schieben. Rucksack über Anzug und Sicherheitsbändel ... brrrrrrr. Dann gibt es die Kindertransportierer. M wie W. Fleissige Arbeitsbienen, die ihren Anhänger hinter sich herziehen. Unauffällig. Es gibt die Porschefahrer und die Verspielten ... mit teuren Sporträdern oder originellen Dekos. Und es gibt die "Normalos" ... mit stinknormalen Rädern, stinknormaler Kleidung - ob Business, Freizeit oder Abendkleidung ist egal und nur vom Zeitpunkt und Ziel bestimmt. Kein großartiges "Gear". Keine Allüren. Mal voller Einkaufskorb oder Rucksack ... mal nicht. Kein Sendungsbewusstsein.Und nur ein einziger Sinn im Rad fahren: ankommen.

Zu dieser letzten Gruppe gehöre ich. Manchmal ist das fahren angenehm, manchmal weniger. Aber der Sinn ist das Ankommen. Und so radelte ich gestern morgens zur Arbeit und abends noch zweimal dieselbe Strecke zu einem Job-Termin. Zwei Stunden auf dem Rad insgesamt. War das Sport? War das Freizeit? Eigentlich nicht. Es war der Weg zu und von Arbeitsterminen. Dann macht Rad Fahren Sinn ... und bei dem schönen Wetter gestern sogar Spass.

Themenwechsel: ich habe mich entschlossen, ab und an eine Auszeichnung für die beste Stilblüte im D*schungel zu vergeben. Heute an den Herren, dessen erstes Fotos seine Unterschrift im ..... *an den Kopf fass* ... STANDESAMT zeigt ... Anzug, Ring am Finger und Blümlein im Hintergrund. WOW ... DAS nenne ich Stil. Herr G aus W ... ich gratuliere Ihnen zu dieser Auszeichnung!!! 

11.07.2013 um 16:18 Uhr

Herr Lennon, was machen Sie da schon wieder?

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Nochmal viva la vida, weil's so schön ist ...

Hach ... heute brauch ich das. Konferenzkopfhörer auf und einmal eindröhnen ...

Vorhin Gespräch mit der Tangoqueen. Warum gibt es eigentlich keinen Psycho-TÜV für D*schungelmänner. Sie hatte wieder mal einen Emotionsblender. Erst hochpushen (vor allem das eigene Ego), dann kneifen. Und ich habe ... nichts. Tanzpartner tanzt prima, ist als Date aber eher eine Enttäuschung. Also vorsichtig klar gemacht, dass ich nur TANZEN möchte. Worauf ... war klar ... er kniff. Und nun suche ich einen neuen Salsa-Partner. Aber besser so, als mit jemandem viel Zeit verbringen, der sich die falsche Art von Hoffnung macht. Gottseidank scheint es bei diesen Workshops öfter mal Single-Tänzer zu geben (nicht zu verwechseln mit Single-Männern ... die Single-Tänzer können ja im Leben durchaus verbandelt sein, aber sie tanzen halt allein).

Im D*schungel derweil Konfusion aller Art. Nach einem jähen Aufflammen von Aktivität "sortiere" ich mich und meine Eindrücke gerade. Wie gut, dass meist ein paar Mails oder ein kurzes Telefonat reichen, um besser einschätzen zu können. Mr. Charmant, aber unzuverlässig, zum Beispiel ... wer seine "Spontaneität" so herausstreicht, wird mich im Zweifel ganze Wochenenden wartend verbringen lassen. Worauf ich dann eher nicht warten mag.

Mr. Toyboy hingegen, schlappe 15 Jahre jünger als ich, ist offensichtlich umzingelt von bindungswütigen Gleichaltrigen und möchte mal durchatmen ... leider, leider fehlt dir etwas, mein Lieber ... und das ist die Erfahrung zur Einstellung. Du musst erstmal durch die Bindungsphase ... dann glaube ich dir das andere ... vielleicht.

Mr. Gothicprinz trennt sich heute mit Schmerzen von seinen hüftlangen Haaren ... leider unter Zurschautragung extremer Entscheidungsschwäche. Er soll's entscheiden ... ist ja erwachsen ... oder etwa nicht? Ich jedenfalls habe zwei Menschen, für die ich entscheide ... und das reicht.

Mr. Neugierig flirtet mit dem Abgrund ... allerdings ist bei kurzer Nachfrage der Sicherheitsabstand recht groß. Und die Angst vor Realität auch. Courage täte not ... oder weniger vollmundige Worte.

Mit anderen Worten ... viel, viel heisse Luft ...

Amüsant hingegen sind die Konversationen mit alten Bekannten ... der Weißwäscher war gestern online, der Weinprober und der Cineast ... und heute morgen überredete mich die Freundin des Ausrüstungsprofis, Samstag wandern zu gehen ... ergo eh keine Pläne für den D*schungel. Obwohl, vielleicht geh ich ja noch mit dem Weinprober tanzen ... macht Spass und ist unkompliziert!

Die Tangoqueen und ich jedenfalls haben in den letzten Tagen unglaublichen Spass mit dem Durchhecheln der D'schungelmänner ...

10.07.2013 um 11:44 Uhr

That's when I ruled the world?

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Viva la vida (Coldplay)

Wann war es, als ich die Welt regierte? Meine kleine Welt, meine ich ...

Am ehesten in einem Sommer vor 23 Jahren. Stark, unabhängig, unglaublich weiblich. Jung. Frei. Schön. Es dauerte nur wenige Wochen. Aber dieses Lebensgefühl hätte ich gerne noch einmal.

Frei bin ich schon lange nicht mehr. Und es wird auch noch Jahre dauern, bis die Verantwortung leichter wird. Jung ist Geschichte. Schön ist subjektiv. Ich werde nie wieder schlank sein. Mein Körper lässt nach. Weiblich ... das habe ich wiederentdeckt in den letzten Monaten. Gottseidank. Unabhängig wäre ich gern. Aber ... siehe Verantwortung. Stark ... bin ich meistens, allein deshalb, weil mir niemand die Lasten abnimmt.

Es ist Sommer ... wie damals, als ich meine Welt noch regierte ...

Und wenn ich ganz genau in mich hineinhorche, klingt es manchmal noch nach Glocken und Chören. Dann, wenn ich auf viel zu hohen Schuhen schreite, statt zu gehen. Wenn ich statt dem "vorteilhaften" Layer-Look einfach mal das enge Kleid trage oder den provozierend roten Lippenstift. Nur für mich ... und dann ... regiere ich eine genussvolle Sekunde lang wieder meine Welt ...

 

 

 

09.07.2013 um 10:44 Uhr

Ungeküsst und ungehalten

von: Spring_Roll   Kategorie: Error (m)

Musik: Save all your kisses for me (Brotherhood of Man)

Der Hirnwerker ist ungeküsst und ich bin ... ungehalten.

Geht's noch? Der Mann ist Platz 2 auf der Liste "schlechtestes Timing für Verlassen" aller Zeiten! Weihnachten und per Mail! Nur der "Kollege", der mir nach drei Monaten eine innige und gefühlvolle Beziehung (dachte ich)  telefonisch am Vorabend meines 40. Geburtstages aufkündigte, hat das noch getoppt.

Ich würde echt gerne mal hinter diese Stirn schauen ... oder warum ergeht sich dieser Mann jetzt in einer Anspielung nach der anderen, arbeitet sich ab, um mich ans Telefon zu bekommen (was ihm noch nicht gelang) und baggert an meinem Terminkalender herum? Notstand? Wahrscheinlich ... ich schätze, er spürt den Sommer und merkt, dass die Resonanz auf workoholische Landbevölkerung nicht ganz so groß ist wie erwartet. Auch bei mir nicht. Aber irgendwie tut's gut, was er alles veranstaltet ...

Ansonsten bin ich ab heute abend wieder bar privater Verpflichtungen ... himmlisch!

 

08.07.2013 um 07:13 Uhr

Zombies, Holzfressen und der Rest

von: Spring_Roll   Kategorie: Miscellaneous

Musik: Zombie (Kassav)

Nachdem ich als brave Tochter alle Fotos des großen Ereignisses heruntergeladen und mitnahmefähig auf Stick gespielt hatte, verlustierte ich mich ein Weilchen im Stammdschungel. Offenbar hatte ich ein Ereignis-Zeitfenster erwischt ... out of the blue waren da plötzlich wieder ein paar Mails von Menschen unterhalb des Rentenalters. Eine allerdings liess mich schmunzeln. Zombie! Der Hirnwerker hatte mit der ihm üblichen Selbstüberholspur-Dynamik sein Basiscamp im D*schungel aufgeschlagen und begann sofort eine Plauderei ... gipfelnd in einer Einladung zum Grillen bei ihm mit einigen Anspielungen. Langweilst du dich in deinem 200-Seelen-Dorf in the middle-of-nowhere etwa, mein LIeber? Das Mikado-Spiel an Weihnachten ... Schwamm drüber. Ich kann mir sogar vorstellen, mit ihm mal einen freundschaftlichen Wein zu trinken ... aber sein Sonntagsprogramm mag ich nicht wirklich werden. Da gibt es bessere Alternativen. Das war sooooo durchsichtig ...

OK, die gestrige Programmgestaltung zählt nicht dazu. Denn stundenlanges Herumsitzen auf elterlichen Gartenstühlen und weiterer Verzehr von Leftovers waren einfach nur anstrengend. Gegen Mittag hätte ich nur schlafen mögen, musste aber noch bis 17 Uhr bleiben und wurde auch nur "entlassen", nachdem ich für 19h30 wieder Bier mit Tante und Onkel aus dem Freistaat zugesagt hatte. Blue kam zum Glück mit, da wurde der Abend etwas aufgelockert. Als wir um 21h30 daheim waren, ließ ich mir erst einmal eine Fußmassage mit der Zunge verpassen bei Herrn und Frau Nachbarinnens und vernichtete mit beiden die letzten Reste der Fischplatte und der göttlich leckeren Creme Caramel.

(Und bevor jemand fragt: Die Füsse leckte der Hund, der auf nichts so sehr steht wie auf verschwitzte Menschenfüsse nach einem heißen Sommertag ... und da ich eh noch duschen wollte, ließ ich ihm das Fußvergnügen) 

Nur noch heute abend trinken auf bayerisch ... und ab morgen vivement Rhabarberschorle wieder!!!

 P.S. Die Erklärung zu den Holzfressen: Wenn ein Franzose getrunken hat, hat er morgens keinen possierlichen Kater, sondern eine "Gueulle de bois" ... eine Holz-Fresse ;-)

 

07.07.2013 um 08:12 Uhr

Goldene Zeiten

von: Spring_Roll   Kategorie: Familienbande

Musik: Gold (Annie Lennox?)

In den letzten Tagen war ich still. Weil es um mich herum immer lauter wurde. Und diesem Hintergrundrauschen ist der heutige Eintrag gewidmet, nach dem gestrigen Crescendo und während des noch einige Tage andauernden von Adagios unterbrochenen Verebbens.

G o l d h o c h z e i t

Wer es mit den eigenen Eltern hinter sich hat, weiß, wovon ich rede. Mütter am Rande des Nervenzusammenbruchs und Väter, die als arme Umkleideopfer schon an der Wahl der Krawatte zu zerbrechen drohen. Erschwerend hinzu kam, dass Frau Marschallin zu doublebind-Ansagen neigte. Jahre vor dem großen Ereignis wurde sich einer Feier schlicht verweigert. Zur Erinnerung: Frau Marschallin leidet gern demonstrativ, in diesem Fall unter ihrem Ehegespons, und wollte ihm wohl eins auswischen. Ein Jahr vor Tag X wurde immer noch behauptet, man bzw. frau wolle nicht feiern. Ein halbes Jahr vorher war man dann soweit. Und dann ging es richtig los. Man wolle feiern, aber klein. Dort oder dort oder hier. So oder so oder eben so. Und auf keinen Fall "Getue". Ich versuchte, zu unterstützen (nur für den Fall, dass es jemand nicht weiß: Frau Rolle ist Veranstaltungs-Profi ... ich habe das gelernt und mache das auch heute noch gelegentlich in etwas größerem Ausmaß). Der Sitzplan toppte aufwandstechnisch übrigens jedes Staatsbankett. Ich versuchte, zu vereinfachen ... wurde wieder mal elegant mit fast jedem Vorschlag abgeschmettert und gab weiter die brave Tochter, platzierte mich selbst sogar freiwillig am Tisch der Jubilare statt an der unterhaltsamen Variante mit Cousins nebenan (ich hätte da unverpartnert die gerade Zahl gesprengt und neben dem Klerus war gerade noch was frei *seufz*).. Hielt mich an die Anweisung "kein Getue", nur um 8 Tage vor Tag X gesagt zu bekommen "das heisst doch nicht, dass ihr (plus Schwester) nichts machen sollt!".

Also Krisensitzung mit Schwester und "Programmpunkte" verteilt. Sie singt, ich rede. Nee ... iss klar. Meinem Vater schrieb ich bei der Gelegenheit ebenfalls seine warmen Worte, da er sich ja aufgrund zunehmender Immobilität nicht mehr wie früher durch stundenlanges Baumkuchen-Abbacken aus der Affäre bzw. Rednerrolle ziehen kann.  

Und nun der Countdown:

Minus 4:

Schwester, Schwager und vier Teenager beiderlei Geschlechts trotzen dem Wolkenbruch und fertigen unter Mithilfe von Herrn Nachbar(in) eine denkwürdige Fotoserie.

Minus 3:

Es gelingt, sich auf ein Motiv zu einigen, auf dem nur Schwager die Augen zusammenkneift. Das Problem "was zieh ich an?" wird immanent. Kleid auf Platz 1 ist knallrot und atemberaubend ...und wird deshalb disqualifiziert. Zu viel für die Jubilare und die doch eher schlichte Festgesellschaft. Kleid 2 ist schwarz und schlicht und meine Nichte sagt, ich solle nicht in schwarz gehen. Die ursprünglich angedachte Lösung war ein schwarzweißer Blazer. Irgendwie habe ich keine Lust auf die Kombi. Ergebnisloser Besuch beim Textiloutlet meines Vertrauens in der Mittagspause. Kaufe Wirbel noch schnell schwarze Turnschuhe, damit er nicht in weiß-neon aufläuft.

Minus 2:

Ich habe eine gottverdammte Schulterverspannung und Halsweh und verbringe den Tag mit meinem Heizkissen. Und habe endlich Zeit, meine Rede durchzugehen und nochmals über das Thema Klamotten nachzudenken. Längere Mail-Unterhaltung mit dem Cineasten. Er optiert für die schwarzen Schuhe, ich stimme zu, nachdem die sexy roten Pumps als Ausgleich auf einen Cocktail zum Sanktnimmerleinstag eingeladen werden (recalling: Cineast und ich vermeiden es, uns zu sehen, um unsere gute virtuelle Freundschaft nicht zu erschüttern).

Minus 1:

Klar ... ich war noch mal im Outlet. Und habe mir noch ein Notfallkleid gekauft. Schwarz gemustert. Bisschen kurz eigentlich, aber sehr schön. Ebenso klar: mir laufen zwei Dinge respektive Jacken über den Weg, die "ich bin DEIN" nicht nur rufen, sondern SCHREIEN! Keine davon Gold-geeignet, da beide aus Leder. Dafür einfach nur schön, schön, wunderschön. Ein cognacfarbener Ledermantel von Mauritius und eine handschuhweiche oliv-taupe irgendwodazwischen-farbene Jacke im Edel-Biker-Stil, die sicher zu Büroröcken phantastisch aussieht. Beide zusammen preiswerter als eine einzige im normalen Fachhandel. Ich war unvernünftig. Das hab ich gebraucht. Und jetzt ist Schluss mit Geldausgeben aus Nervösität! Pastor ruft an, um mir zu sagen, dass seine Vorbereitung noch nicht fertig ist ... ok, ist auch nicht soooo wichtig für mich .... ich lese alles, was er mir aufgeklappt hinlegt ;-)

Stundenlang gebügelt ... Blue und Wirbel mit Hemden versorgt und Hosen und das Wohnzimmer vom Bügelkorb befreit. Schlafzimmer aufgeräumt. Weil, war nötig. 

Abends Ankunft Tante und Onkel aus dem Freistaat, inklusive vier dicken Batzen Leberkäsbrät, was bei Wirbel glänzende Augen verursachte ... sie werden zu seinem Geburtstag vernichtet. Antreten zur Begrüßung bei Eltern und mit  sanftem Druck die Veranstaltung nach über einer Stunde endlich auf die Terrasse verlagert. Zwischendurch kurz ausgerastet, da die Jubilare immer noch an ihrer gottverd ... Tischordnung herumkrittelten. Es mit Stress im Job  entschuldigt (JA ... den habt IHR mir gemacht, nicht der Job!). Dankbar gewesen, dass ausgerechnet während meiner kleinen Krise besteFreundin mit Blumengeschenk für Eltern vorbeikam und mir moral support gab. Nach dem Essen sanftem Druck vom Onkel folgend noch mit zu deren Hotel und die obligatorischen Biere und Schnäpse mitgetrunken. Ziemlich angetütert um 23 h heimgekommen.

Tag X ... der GROSSE, GROSSE Tag

6 h - Aufstehen, Tasse Tee, Haare waschen und männliche Teenager auf vorhandene Frühstücksressourcen (Brezeln) hinweisen und auf letzte Pflichten .... "mein Name ist MÜLL, Rest MÜLL"

7h20 - Schwester hält mit quietschenden Reifen auf Gehsteig gegenüber. Das T-Team startet ... und trifft am Gold-Hauptquartier auf Frau Marschallin, Herrn Papa und circa 10 Kuchen.

7h45 - T-Team trifft am Ort des Geschehens ein und auf eine freundliche Servicekraft. Kuchen wird ins Kühlhaus gekarrt  (völliger Blödsinn übrigens .... wie sich später am Tag bestätigen wird)

7h55 - Frau Rolle betritt den Raum und beginnt weiß zu glühen. Zur Erklärung: die Gold feiernden Menschen hatten sich für einen Raum mit Terrasse entschieden und waren dem Vorschlag des Bankettmanagers gefolgt, das Buffet im Vorraum aufzubauen. Bei der Vorbesprechung stand dieses etwa drei Meter von der Raumtür entfernt und sollte angeblich auch so platziert sein, dass es keine anderen Gäste "anzog". In der Realität standen Tische an der Wand entlang rechts und links neben der Tür, schlecht erreichbar für ältere Menschen und eingerahmt von Ausstellungselementen, Tagungsbüro und Unmengen von Broschüren einer sagen wir mal ... rückwärtsgewandten Organisation, die sich heute noch mit dem verlorenen Paradies beschäftigt, obwohl selbst die, die in diesem Paradies vielleicht noch geboren wurden, heute hoch in den 70ern sind und sich eigentlich nicht mehr dran erinnern. Also Schwester kurz vorgewarnt und energisch geworden. Rezeptionistin und Koch und Servicekraft diskutierten und ich entschied. Herrn Papa alibihalber angerufen und seine "Entscheidung" abgefragt ... und dann das Buffet mit vereinten Kräften umplatziert in den Raum. Dabei festgestellt, dass unsere Angabe "10 Kinder und Jugendliche, davon 1 unter 12" als Kindergeburtstagstisch verstanden wurde. Dies auch ändern lassen ... die fast 12jährige Nichte auf dem Tripp-Trapp hätte ich mir nicht vorstellen mögen ... aufatmend Tischkarten gestellt und im Tiefflug wieder gen Dorf ... wo ich noch kurz Frau Marschallin beim Friseur heimsuchte, um sie von den geänderten Planungen zu unterrichten. Hätte mir die Berichtsversion meines Herrn Papa lieber nicht ausmalen mögen und wollte ihr die Fakten geben.

9h30 - HILFE, was zieh ich an ...unterbrochen von erneutem Panikanruf Pastor. Kein Problem, ich komme um 10 ... die Kirche ist nebenan, so what?

9h45 - die Entscheidung für beinaufhübschende Strumpfhose fällt einer Laufmasche zum Opfer. Jau, Cineast, es sind die schwarzen Schuhe geworden. Jau, Nichte, es wurde das schwarze Kleid. Und als Farbklecks orange Ansteckblume und oranger Schal. Dezent.

10h - Schwester in hoffnungsgrün (ich suchte ihr das Kleid aus) und gestylte Nichten befahren unseren Parkplatz. Wir entern die Kirche und ich organisiere die Kinderarbeit (Heftchen verteilen und Gebetbücher auslegen). Stelle fest, dass vier statt zwei Meßdiener da sind und die Küster auch zu zweit und organisiere die Dankeschön-Umschläge um. Während Schwester und Freundin sich einsingen (die beiden KÖNNEN das wirklich!) höre ich mit einem Ohr die Gifttropfen aus dem Munde meiner Tante rinnen ... nicht die aus dem Freistaat, die andere. "So was" hätte sie ja nicht gehabt, und bei ihr seien keine Plätzereserviert gewesen und blabla bla tröpfel ... JAU, Tante ... DU hast auch keine Tochter, die singen kann und dir das SCHENKT. Und du musst dich auch nicht drum kümmern, dass vier Teenager in genau richtiger Reihenfolge nach vorn gehen und Fürbitten lesen. Also kümmer dich doch bitte noch ein bisschen um unsere Angelegenheiten ... 

10h15 - Pastor trifft mit wehendem Hemdkragen und unfertiger Predigt ein. Ich lese, was ich lesen soll und zucke gottergeben die Schultern. Denn er hat genau die Textstelle ausgesucht, die wir im Vorfeld NICHT wollten ... Ich gehe noch mal raus und warne Frau Marschallin vor. Gottseidank war's der Pfarrer, nicht wir ..

10h30 - kurze Irritation darüber, ob alle in die Kirche gehen oder mit dem Jubelpaar einziehen. Letzteres geschieht. Ich helfe meiner Tante Freistaat auf den Platz und Blue stellt den Gehfrei von Herrn Papa in einer Ecke ab. Und dann ist erst mal paar Minuten Durchatmen, nur unterbrochen von Lesung, Kinder nach vorn dirigieren und kurzer Action mit Rollator, als die Jubilare aufstehen sollen. Kann Herr Papa nämlich nicht lange genug, also den Gehfrei schnell geholt und als Sitz untergeschoben ... puuuh

11h30 - Gesellschaft vor der Kirche und ich warte die Anstands-5min, bevor ich mein Rad besteige und ... der Teufel ist ein Eichhörnchen ... mich eiligst radelnd zum Ort des späteren Geschehens begebe. Gerade rechtzeitig, um die ersten Gäste und eine güldene Marzipantorte mit Bild der Jubilare zu begrüßen. Die Torte kommt ins Kühlhaus, die Gäste auf die Terrasse ... und ich in Wallung, denn was fehlt, sind die Kellner und der Aperitif ... ich scheuche, und keinen Moment zu früh.

11h55 - Der Kellner giesst mit Seelenruhe aus und ich nehme die Versorgung der doch meist behäbig sitzenden Menschen in Angriff 

12h15 - Alle haben ein Getränk ... Herr Papa redet ... und es klappt, es klappt, auch das Anreichen der Blumen für anwesende Geburtstagskinder .... und ich rede gleich hinterdrein und schaffe es, frei zu sprechen und offensichtlich das richtige zu sagen. Sogar den Moment zu überbrücken, den meine dusslige Schwester braucht, um das Familienfoto von irgendwoher zu holen.

Versorge das Tagungsbüro draussen mit Sekt als Danke dafür, dass sie ein paar Meter von der Tür wegzogen.

12h40 - ich habe das Buffet vorgezogen, um den hungrigen Pastor vor dem nächsten Termin abzuspeisen. Hm ... ist der so haptisch oder baggert der mich gerade an??? Ich lach mich weg ... (ich habe keinerlei Klerus-Berührungsängste ... schließlich bin ich mit einigen davon gut befreundet, so auch mit BruderbesteFreundin ... sehe ich also entspannt)

13h00 - ich stehe immer wieder auf und schaue nach den anderen Tischen. Getränkenachschub suboptimal, also mache ich auch mal die Weinkellnerin ... Aufschrei doppelt vom Nachbartisch ... Kellner wurde angestoßen und übergoss Nichte 2 mit Bier. Abflug Schwester und Nichte zum Umziehen (leider halbe Stunde Fahrzeit pro Strecke)

14h00 - ich entführe meinen Schwager (Schwester immer noch auf Change-Mission) auf die Terrasse und gieße uns einen Single-Malt aus der mitgeführten Plastikflasche in meine kleinen Silberbecher ein ... dummerweise wollen gerade in diesem Moment wieder Marschallin und drei, vier andere Leute etwas von mir. Wir klauen uns 5 Minuten ... tut gut

SOS Call von einem rüstigen Senior, der etwas vom Buffet für seine erkrankte Gattin mitnehmen möchte. Dank Mayonnaiseeimer aus der Küche möglich (unsere eigenen Gefässe fahren leider gerade mit Schwester und Nichte spazieren) 

15h00 - ich lasse das Buffet abräumen und unterschreibe, dass Mitnahme der Reste auf eigene Gefahr ... jau!

15h30 - Kuchen-Aufbau und gerade noch verhindert, dass die Goldene Torte geschnitten wird - Präsentation derselbigen mit Erinnerungsfoto inklusive Bäckerin

Schwester und Schwager singen ... eine zum Schreien komische Abwandlung des Gunter Gabriel-Klassikers "im Wagen vor mir ...."

Weniger komisch der Gedichtvortrag eines Freundes um die 80 ... Paar-Reim in Vollendung! 

15h45 - Goldene Torte gegessen, nur ein halbes Stück .... mir ist KOTZSCHLECHT (ob vom Paar-Reim oder der Torte, sei dahingestellt)! So etwas mächtiges hatte ich noch nie auf dem Teller ... ich flüchte auf die Terrasse und nehme noch einen Schluck Single Malt .... und man lässt mich keine drei Minuten sitzen ...bin genervt

16h30 ... eine halbe Stunde Terrasse tat gut und der Cousin war angenehme Gesellschaft. Magen hat sich beruhigt, Füße nicht mehr spürbar

17 h - Das Gros der Gäste ist weg und ich endlich barfuss (der Verein draußen auch nur leicht irritiert). Die große Packaktion beginnt. Salatschüssel für Cousin, Fisch für besteFreundinMarschallin, einmal warmes Abendessen mit Nachtisch für Exmann, Blue und Wirbel und dann fahren Blue und die Nachbarn die großen Behälter ins Kühlhaus der Nachbarn für das morgige Resteessen.

17h50 - Müde steige ich auf mein Rad ... noch eine Station, dann endlich nach Hause

18h00 - obligatorisches Abschlussbier mit Tante und Onkel aus dem Freistaat

19h50 - letzter Check bei den Jubilaren

20h30 - Möhre mümmelnd im Bett ... Fäddisch!

5h30 - Fotos von der Kamera auf Stick gepackt für spätere Vorführung  

Und heute geht's mit Resteessen weiter ...

 

Fazit: brave Tochter, wehe Füße und Danke, Danke, Danke dass es hinter mir liegt ... 

 

01.07.2013 um 23:12 Uhr

Paris, die Stadt der Selbstliebe ...

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Paris s'eveille (Jacques Dutronc)

Nach Friseur, Schulfest von Wirbel und einem schönen Tanz-Date fuhr ich Samstagmorgens um 5 Richtung Westen. Das klärende Gespräch mit Attika fand nicht statt. Aber ich fand es ziemlich schwierig, in einer Stadt, die ich in- und auswändig kenne, ganz offensichtlich blödsinnige Vorgaben der "Organisatoren" umzusetzen, wenn ein bisschen Flexibilität die Lebensqualität deutlich hätte erhöhen können. Nach zwei, drei Abfuhren gab ich auf und latschte einfach hinterher, bis die Füße nicht mehr trugen. An Pausen war auch kaum zu denken. So saß ich um 15.30 irgendwann auf dem Rasen an der Place des Vosges und musste eine Entscheidung treffen. Meine Füße brannten und pochten, der Rist mal wieder völlig durch. In Laufschuhen, wohlgemerkt. Die anderen wollten noch ungefähr zwei Stunden laufen und dann ins Hotel, Abmarsch zum Essen sollte um 19.00 Uhr sein. Und ich war mutig genug, für mich zu entscheiden, nur für MICH. Und kündigte an, dass ich jetzt eine Drogerie mit Fussspray suchen und mich dann hinlegen würde. Habe ich auch getan ... allerdings mit einem kleinen genüsslichen Umweg durch das Marais nebst Ankauf von Parfum, welches ich allerdings nicht behielt, sondern direkt an eine Wanderfreundin weiterverkaufte, die gerne ein Souvenir wollte. Kein Problem, denn der Sonntag gehörte mir ja ganz allein. Was ein Glück, dass ich mein Nicht-Mitwandern schon frühzeitig angekündigt hatte ... so gab es dann keine Mißtöne!

Samstags jedenfalls fand ich in einem Wellness-Shop dann die benötigten Fußsprays und genoss Dusche, Gesichtsmaske und eine Viertelstunde Schlaf (das Tanzen am Vorabend hatte dann doch bis 2 gedauert). Um 19 Uhr allerdings fand ich keine Gruppe in der Lobby vor, sondern eine SMS, dass man direkt zum Restaurant gehe. Ich hatte natürlich die Infos NICHT ausgedruckt und brauchte etwas, bis ich über Herrn Gugl die Adresse und Metrostation fand. Aber immerhin war ich vor den anderen dort, reservierte uns einen Platz in der Schlange und manövrierte uns innerhalb 20 Minuten an einen der begehrten Tische. Das Restaurant ist wunderbar ... liegt in einem Hinterhof, in einem Jugendstilgebäude mit hohen Decken. Ein großer Saal mit Stuck und Leuchtern und rohen Holztischen. Die Karte typisch französisch ... keine Touristengerichte, nichts aufgemotztes. Einfach nur leckeres Essen. Geriebene Karotten oder Selleriewürfel mit Remoulade sind genauso beliebte Vorspeisen wie Entenleber oder Schnecken. Und eine rustikale Andouillette-Wurst wird genauso gern genommen wie der Barsch mit Fenchelsamen, der knusprige Entenschenkel oder das auf den Punkt gebratene Steak. Dazu  eine Flasche Wein und der Abend ist perfekt. Und die Menschen dort gefielen mir. Die junge Frau, die vor den Toiletten mit einem jovialen älteren Herrn schäkert. Die alten Damen in ihren Kostümchen, die herumlaufenden Kinder und die vielen Paare, Familien und Gruppen. Könnte einer meiner Lieblingsplätze werden ...

Meinen Lieblingsort in Paris gab es an dem Abend auch noch. Nicht für alle, die wollten vom Restaurant zu unserem Hotel laufen. Aber ein Mitwanderer und ich gönnten uns noch ein paar Meter nach der Metro und einen Umweg zu "meinem" Canal. Ihm gefiel es gut ... er wird mit seiner frischen Liebe sicherlich noch einmal hinfahren.

Der Canal musste es für mich auch Sonntagsmorgens sein. Vor dem Frühstück, mit einer Tasse Tee. Und danach konnte ich mich auch wieder der Gruppendynamik stellen. Mit großer Gelassenheit, denn jedwede Hauruckaktion betraf mich nicht. Ich schaffte es, uns binnen fünf Minuten in ein Cafe zu manövrieren, das "Gnade" fand ... und wunderte mich hinterher, dass das Gepäck nun doch im Hotel blieb und nicht zum Bahnhof verfrachtet wurde (ach???). Im Bahnhof dann wieder so eine typische Situation ... nein, ich will mich nicht ärgern. Und eine Gefühl wie große Ferien, als ich dann allein in der Metro saß und zu meinem Lieblingsmarkt fuhr ... eine Explosion von Farben, Gerüchen und Stimmen. In der Markthalle folgte ich einem Impuls und da sass ich dann .... mit sechs Austern und einem kleinen Glas Sancerre. Ein kleiner Luxusmoment ... nur für mich. Und den zelebrierte ich ...MEINE Zeit.

Später am Tag genoss ich es, in Ruhe auf der Prachtmeile shoppen zu gehen. Blue und Wirbel sind begeistert von ihren neuen Retro-Bags, den coolen Shorts und Shirts aus dem Flagship-Store eines namhaften Sportartiklers und ich liebe meine zwei Röcke, die tollen Slingbacks, die hübschen Ballerinas und das praktische Bürokleid ... leider, leider hat diese englische Kette ihre Läden in Deutschland dicht gemacht. Und dann musste ich doch noch mal in die Parfumerie ... Ersatz für das weitergegebene Parfum holen.

Ich kam mit zwei dicken Tüten am Zug an ... sehr zum Neidwesen der weiblichen Mitreisenden. Und weil ich mich ungern lumpen lasse, musste ich im Zug gleich die erste Flasche meines Lieblingsaperitifs ausschenken ... 

Gelernt habe ich jedenfalls, dass Städtereisen in der Gruppe nichts für mich sind ... und dass ich mehr Entscheidungen MIR zuliebe treffen sollte. 

 

 

 

 

 a