Frühlingsrollen und die Gesetze der Schwerkraft

30.11.2013 um 22:13 Uhr

Vom Kommentar zum K.A.M.M.-Prinzip ...

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Das bisschen Haushalt ... (Johanna von Koczian)

... ist doch kein Problem, sagt jedermann ...

Frau Blum nicht ... und deshalb denke ich jetzt darüber nach. Über Haushalt, Prokrastination und ihre Auslöser. Und darüber, was mich letztlich antreibt, die "verwüstete" Wohnung zu entwahrlosen. Immer wieder. 

Als ich noch alleine lebte ... damals, vor fast 19 Jahren ... da konnte ich zwar Boheme verbreiten, allerdings war mit einem Stündchen Rundumschlag alle paar Wochen dann auch alles wieder so ordentlich und sauber, dass ich mich wohl fühlte. Bei 38 Quadratmetern mit Teppichboden und Bad und Küche mit je zwei Quadratmetern fiel das auch sehr leicht! Zugegebenermaßen bin ich nicht pingelig und war es damals noch weniger als heute. Ich hatte damals eine Gabe, die mir gut anstand. Die Gabe, Unordnung und leichte Schmutzränder einfach nur zu übersehen und mich gut dabei zu fühlen. Gestört hat es niemanden. Nur meine Mutter meckerte gelegentlich, aber die wohnte ja nicht bei mir. 

Später doch ... denn mein Gatte ähnelte ihr im Naturell allzu sehr. Es hat schon etwas sehr Beklemmendes, wenn jemand die Wohnung betritt, in der du gerade saubergemacht hast und sofort ein Tuch nimmt und dir hinterherwischt ... (BTW ich hatte ein Kötzelkind, das in hohem Bogen säuerlich spuckte und kam mit dem Wischen gar nicht mehr nach ... denn außerdem war der gute Blue auch ein Schreikind!).

Die Trennung vom Röllchenvater war dann auch ein Aufatmen in Sachen Haushaltspflichten. Kleinere Wohnung und keiner, der den Kontrolleur gibt. Allerdings zwei Röllchen, die sich als Riesentalente im Schmutzen erwiesen. Und dieses Talent haben sie durch jahrelange Übung noch ausbauen können. Gestern zum Beispiel verliess ich morgens eine einigermaßen aufgeräumte Küche mit der Anweisung, abends eine aufgetaute Tomatensuppe zu erwärmen und einen TK-Zwiebelkuchen im Ofen zu backen. Das Schlachtfeld war übersät von Krümeln, Töpfen, halbaufgegessenen Suppen, leeren Tellern, Abfall und ... und ... und ... und damit kommen wir zum wichtigsten Haushaltsprinzip aller Singles ... egal ob mit oder ohne Nachwuchs: K.A.M.M.!

Keiner Außer Mir Macht's!

Und deshalb bin ich so verdammt froh, endlich in eine kleinere Wohnung zu ziehen. Und weniger Kram zu haben. Damit ich eben NICHT das ganze Wochenende die Putzfee geben muss, sondern auch Privatleben habe ... und nicht nur deshalb, weil ich den Haushalt standhaft ignorieren könnte. Samstage ohne Verabredung (wieder die Frau Blum) fand ich übrigens bis vor einigen Jahren auch ganz fürchterbar. Doch seit ungefähr einem Jahr bin ich da etwas entspannter - kann auch gut mit mir alleine klarkommen. Voraussetzung ist aber ein Grundpegel an Aktivität ... Bewegung.  Mit Sonntagen umzugehen, fällt mir da schon schwerer, zumal ich ein Stadtmensch bin, der Geschäftigkeit liebt. Ich mag die Sonntagsruhe nicht, mochte sie noch nie. Glücklicherweise lebe ich bald in einer Gegend, in der auch sonntags noch Leben ist. Hier in Dorf ist ja schon Wochentags alles fast ausgestorben.

Vom K.A.M.M. zum Umzug:

Wie heute nachmittag geschrieben, tut es unendlich gut, endlich anzupacken. Dank Schwager konnte ich heute nachmittag noch meinen Balkon ausräumen und die Pflanzbottiche zu meinen Eltern bringen und die dorthin gelieferten Pakete, die meiner Mutter solche Wallungen bereiteten, abholen. Und Unmengen von Putzzeug, Küchenrollen etc. einzukaufen. Und ich hatte sogar zwischendurch Zeit für ein heißes Bad in aller Ruhe vor der letzten Fuhre! Und nun habe ich einen vollen Keller und nach Ankunft der Möbel schon Zugriff auf ein paar wichtige Dinge. Die Weihnachtsdeko zum Beispiel, die Badewannenfaltwand und die Teppiche für Schlafzimmer und Wohnzimmer. Einen Webteppich habe ich gekauft. Sehr schön, mollig warm auf dem Holzboden und sogar günstig. Und einen Flokati für das Schlafzimmer. Einen runden.

Als Schwager und ich alles in den Keller gebracht hatten, liess ich ihn alleine heimfahren und spazierte ganz genüsslich in die Stadt. Ein so kurzer Weg! An meiner Lieblingsbude auf dem Weihnachtsmarkt trank ich einen Punsch und genoss es, das bunte Treiben zu beobachten ... Weihnachtslieder im inneren Ohr und glücklich lächelnd. Mein Lieblingsoutlet löste dann das Nikolaus-Problem. Blue und Wirbel bekommen neue Jacken ... Blue in schwarz, Wirbel in blau. Und der Röllchenvater zahlt die Hälfte. Und dann fand ich noch einen gar entzückenden Handfeger mit Kehrschaufel ... NICHT mein Nikolausgeschenk ;-)

Und ich glaube, ich habe endlich eine Kaschmirjacke gefunden, die die von Motten befallene ersetzen könnte ... ob "sie es ist", entscheide ich Montag. Habe sie noch nicht gekauft ...

Fein, dass ich es inzwischen schaffe, das Einkaufen zu prokrastinieren ... 

30.11.2013 um 15:12 Uhr

Die letzten Rätsel der Menschheit ... Männer ...

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Stand by me ...

Die Männer in meinem Leben, mal wieder. Nicht die Liebe. Selbst das ziellose Vermissen ruht sich gerade aus, weil die innere Möbelpackerin das Kommando über die Hormon-Chicas übernommen hat und die Bande mit Kisten beladen hin und her scheucht: Üben für den Ernstfall! Das Seelchen bekam in allgemeinem Konsens Urlaub von der Truppe und wurde gut unterrichteten Kreisen zufolge zuletzt unter einer ruhigen Palme in der Südsee gesichtet. Frau Ratio hingegen ist in ihrem Element, plant, ordert, wirbelt Umzugswichtel und Warenlieferungen durcheinander und brennt darauf die inneren Hilfstruppen aka Chicas endlich in den Kampf aka Umzug führen zu können.

Was die Männer damit zu tun haben? Nicht viel ... und doch geben sie mir gerade wieder zu denken. Der Hirnwerker, der mir, auch wenn er, wie ich seit heute weiß, anderweitig verliebt in ein junges Huhn ist, fleißig beim Umziehen helfen will. Der Cineast ... Funkstille. Ich bin schuld. Ich habe "unseren" Kommunikationskanal geschlossen. Andere sind ihm bekannt. Aber die benutzt er nicht. Was ich wusste. Aber der Abstand tut gut. Wir waren uns auf einer geistig-emotionalen Ebene viel zu nah gekommen. Gerade noch den Absprung geschafft.

Erstmal die Welt retten ...  

28.11.2013 um 12:50 Uhr

Stöckchen: Vier aus unendlich ...

Musik: Scarborough Fair (Simon and Garfunkel)

 

Wie einige der geneigten Mitblogger wissen, triggern mich interessante Blogs dergestalt an, dass ich von Anfang an lesen MUSS. So manche(r) fragte sich wahrscheinlich schon, wer da die alten Kamellen aufblättert ... ich war's! So auch beim Blog einer dem Fantasy-Rollenspiel und dem Irischen Tanz verfallenen Dame. Ungefähr 2006 oder 2007 fand ich dort ein Stöckchen ... und das erweitere und kommentiere ich jetzt mal, ganz unjahreszeitlich.
Vier aus unendlich ... hier sind die
Jobs, die ich schon einmal machte
Pfadfindergruppenleiterin
Regaleinräumerin
Office-Managerin (oder auch: Tippse)
Veranstaltungsdompteuse
Orte, an denen ich lebte
viel zu lang: im Dorf am Zellophanfluss
nur ein Jahr lang, aber unvergesslich: chez les ch'ti
versehentlich: in einer gottverlassenen Schlafsiedlung von Arbeitsstadt
zum Glück nur kurz: im Nachbardorf
Orte, an die ich reiste
unfreiwillig: in langweilige Dörfer (ich war jung und die Eltern hatten kein Geld)
beruflich: in schöne Städte nicht nur auf diesem Kontinent
aus Unwissenheit: in die schlimmste Gegend Mallorcas
aus Lust am Reisen: immer wieder nach Frankreich
Orte, die ich noch besuchen will
im Laufe der Zeit: den halben europäischen Süden
in den nächsten Monaten: Paris, mal wieder
niemals: Krisengebiete und Orte in the middle of nowhere
liebend gerne irgendwann: die Tempellandschaften in Asien
Lieblingsgerichte
mit Suchtpotenzial: Fisch (auch gerne roh) und Meeresfrüchte
in Soul-Food-Qualität: Riesenschüssel Salat mit allem drin, Körnern und Fleisch, Fisch oder Käse
mit üblen Folgen (huhu Kater!): Crème Brûlée
in der Schnellabfertigung: Nudelgerichte
Lieblingsfilme
ungeschlagen: When Harry met Sally
gefolgt von: La Boum
sehenswert: Muriel's Wedding
Seelenbalsam: The Holiday (Liebe braucht keine Ferien)
Lieblingssongs
zum Mitgrölen: Like the way I do (Melissa Etheridge)
zum Tanzen: If I could turn back time (Cher)
zum Freuen: Viva la vida (Coldplay)
zum Aufputschen: The Sacrament (HIM)
Websites, die ich täglich besuche
self-explaining: Arbeitgeber
umzugshalber: drei bis fünf Secondhandbörsen und sonstige Dealer
aus fragwürdigen Gründen: Herrn Gugl
bei Langeweile und Übersprungbedarf: mein Blog-Domizil und den D*schungel 
Sachen/Ereignisse, die ich täglich brauche
leider, leider: den Weckruf um 6 Uhr früh
fatal: Kohlehydrate aka Schokolade
unbedingt: funktionierendes Internet, ansonsten ich gar nicht arbeiten könnte, da das ganze Team in einem Netzwerk zusammenklebt ... und meinen Kajalstift!
nice to have: ein Kontakt, der ein Lächeln hinterlässt
Dinge, die ich täglich tue
wochentäglich: vor dem Aufstehen Schulbrote schmieren
möglichst: sporteln
leider: waschen und nach dem Zubettgehen Wäsche hängen (juhu, in drei Wochen habe ich einen Trockner!
notorisch: über Dorf fluchen (auch das hat bald ein Ende!)
Dinge, die mich nerven
logisch: Menschen, die mich ansprechen, bevor ich wach bin (BLUE!)
müttertypisch: selbstvermehrende Wäscheberge und verschwindende Schulbücher, Turnschuhe und Brotdosen
nur noch temporär: Menschen in Verkehrsmitteln, die an schlechten Musikgeschmack, unzureichend isolierten Kopfhörern und fortgeschrittener Ertaubung (nicht) leiden, weshalb sie mir (3-4m entfernt) dann ihre Bässe zumuten.
mehr und mehr: Gefallen, die keine sind
Morgenrituale
unbedingt: nach Erledigung des notwendigen als hauswirtschaftlich-mütterlicher Zombie mit einer Riesentasse Earl Grey's Lady Violet (Tee) wieder ins Bett verschwinden und gemütlich am Tablet die Morgenrunde drehen
möglichst oft: der virtuellen eine reale Morgenrunde folgen lassen und diese mit heißer Dusche und noch heißerer Sauna beenden
wünschenswert: den Morgen mal wieder mit einem Zwei-Personen-Ritual beginnen
und in der Realität: Schluck Tee nehmen, Mund verbrennen, Frage von Blue beantworten, Notruf von Wirbel hören, fluchend Tee Tee sein lassen, nach Zirkeln/Zeichenblöcken/Klebstoff/Geld (setz ein was du willst) kramen und irgendwann so spät sein, dass die Morgenrunde wieder nicht klappt, sondern nur noch der "Viehtransporter" (die überbesetzte Bahn zu Uhrzeit kurz vor knapp) geht.
Schrulligkeiten
die akustische: lieber keine Musik als zu laute, vor allem nicht Dolbysurround.
die visuelle:  ich mag keine angefangenen oder "gestörten" Filme.
die motorische: lieber 10 km zu Fuß als zwei auf dem Rad
die überhebliche: ich trage Frisur statt Helm
  
Gegenstände, von denen ich mich nicht trennen würde
Dummerweise trennt mich irgendwann das Leben oder simpler Bruch von vielen Dingen ... oder sollte ich sagen: Gott sei Dank?
Aber:
Vier Poster: Das erste gestaltete ein 17jähriger vor 30 Jahren zu einem kirchlichen Anlass. Heute ist er ein gefragter Zeichner und Filmproduzent (die Filme bedienen ein SEHR spezielles Segment). Das zweite stammt aus der Serie "Bundeskunsthalle" und zeigt Christos verhüllten Reichstag (über dunkle Kanäle gelangte es bei einem Event zu mir ... damals). Und das dritte bekam ich in einer Galerie geschenkt, in der Andy Warhol in Deutschland ausstellte - er war mit dem Galeristen befreundet, in dessen Bar ich Stammgästin. Das Vierte ist ein riesiges Filmplakat zum Film "37,2 le matin" (hier in D als Betty Blue bekannt), mitgebracht aus meiner Ch'ti-Wohnung, zusammen mit einem Palmfächer in xxl, von dem ich mich auch nicht trennen würde. Wenn ich aussuchen soll, nehme ich das erste ...
Ein bisschen Erinnerungsträchtiges: Schale und Teller selbst gefertigt nach indianischen Techniken von einer Freundin zu zwei besonderen (heute würde FB sagen:) Lebensereignissen. Der Kontakt zur Freundin verlor sich, an den beiden Stücken hänge ich. Eine Vase, die meine Tante meinen Großeltern in den 1960er Jahren schenkte. Der Kronleuchter von Tante-von-Exmann. Ich nehme die selbst gemachte Schale.
Ein bisschen Dekoratives: das Straußeneiwindlicht, das so schönes Licht wirft und das schön geschwungene Rattansofa ... Sofa, Please
Und: meine afrikanische Perlenhalskette und das schönste Cashmere-Plaid aller Zeiten ... die Kette!
Höhepunkte in meinem Jahr
WOKK (Weihnachten-Ostern-Karneval-Kirmes ... in dieser Priorisierung) 
Spass beiseite ... meine Fortbildungswochenenden sind echte Highlights.
Und ein berufliches Event im Frühsommer.
Die kinderlose Woche in den Sommerferien.
Und der Advent mit seinem rührseligen Kitsch.
Träume (auch unerfüllbare)
Reisefreiheit ... die ich aus finanziellen und familiären Gründen noch einige Jahre nicht habe
Leben in einer Großstadt im Süden
Meine große Liebe kennenlernen (ok, der ist wahrscheinlich unerfüllbar)
Handwerken können, damit ich nicht immer jemanden fragen muss ...
Plätze, an denen ich jetzt lieber wäre
in einem kleinen Café unweit des Canal St. Martin
weit weg von meinem Schreibtisch
drei Wochen in der Zukunft
in einer Umarmung

27.11.2013 um 15:55 Uhr

Poison xmas ;-)

von: Spring_Roll   Kategorie: merry little xmas

Musik: Wonderful Christmas Time ...

Soooooo ... das habt Ihr nun davon ... jetzt bin ich angefixt!

Die Lady hatte alte Stöckchen und Zusatzfragen!

Magst du Weihnachten?

Absolutely! Seit ich es selbst gestalten kann ...

Feierst du Weihnachten?

Ja ... und mehr und mehr so, wie ich es mag.

Das Schönste an der Adventszeit ist ...

Kerzenlicht, Plätzchenduft und Weihnachtsmärkte ... letztes Jahr habe ich vier besucht und ein traumhaftes Schneewochenende in einem kleinen Städtchen verbracht.

Was war dein schönstes Weihnachten?

Das kommt erst noch ... ganz bestimmt!

Was war dein schrecklichstes Weihnachten?

Da muss ich nicht überlegen. Es gibt sogar einen Highscore der schlimmsten Weihnachtsfeste:

2000 - Röllchenvater hat in Kindermesse Kreislauf, bricht zuhause völlig zusammen und ich warte auf Notarzt während Röllchen (3 und 1) die Pakete aufreissen. Am 2. Feiertag habe ich ihn in die Klinik eingeliefert, weil er wegen depressiver Angstanfälle die Kinder nicht um sich haben konnte ... aber die konnte ich nirgendwohin verfrachten.

1996 - ich hochschwanger, Schwiegervater liegt Heiligabend auf Intensivstation, Schwiegermutter ernährt sich von Psychopharmaka, meine Eltern streiten, dass die Fetzen fliegen. Also Gatte und ich immer hin und her zwischen Intensivbett, aufgelöster Schwiegermutter (4. Stock) und ehelichem Zerwürfnis. Am nächsten Tag noch für die Eltern plus Schwiegermutter stundenlang Gans gebraten. Ab dem 2. Feiertag war ich krank bis zur Entbindung im März ...

Und dann war da noch ... 1994 ... ich als Single allein mit meinen Eltern. Die beiden wieder in Weihnachtskrise. Und ich explodiere. Wieder eingekriegt, in die Kirche gegangen. Dann mit einer Bekannten noch in Nachbarstädtchen eine Bar besucht und alten Klassenkameraden (früheren Schwarm!) getroffen. Beschlossen, noch in Disco zu fahren. Waren beide schon etwas betrunken und der ansonsten eher mit der Gelassenheit des Tai-Chi beschenkte Kerl entwickelt James Dean-Allüren ... dass in der Auffahrt zur Schnellstraße der Fluss ein neues Bett gefunden hatte, merkten wir erst, als wir im Wasser saßen. Also zum Fenster raus, Auto noch fünf Meter geschoben und interessanterweise fuhr es sogar noch! Der Rest des Abends war übrigens sehr, sehr, sehr schön ... und trieb uns noch Jahre später bei einer zufälligen Begegnung (er Notarzt, ich Nackenverspannung vom Babyheben am Feiertag) ein leises Grinsen ins Gesicht. Sehr leise, denn mein Mann stand daneben ...

Was war das schönste Weihnachtsgeschenk, das du bekommen hast?

Ein blaues Klapprad - ich war wohl acht Jahre alt ... von meinem Opa.

Und das Schönste, das du verschenkt hast?

Das habe ich nicht zu Weihnachten verschenkt ... und es war wohl ein Fehlgriff. Mehr wird nicht verraten.

Was war das schlimmste Weihnachtsgeschenk?

Ein Gebrauchsgegenstand, über den ich mich "freuen" musste ... ist lange her zum Glück.

Mit wem feierst du?

Mit Blue, Wirbel, der Familie und der Wahlfamilie (natürlich nicht gleichzeitig).

Gehst du am 24.12. in die Kirche?

Verschieden. Im letzten Jahr habe ich meine Eltern begleitet und das war sehr schön. Eventuell werde ich dieses Jahr in die Mitternachtsmesse der Kathedrale unweit meiner neuen Wohnung gehen.

... paar Fragen ausgelassen ... gestern schon beantwortet im anderen Stöckchen ...

Was kommt traditionell zum Abendessen auf den Tisch?

Wenn ich ein Menü plane, dann oft Kürbissuppe, Fisch oder Ente à l'orange. Im letzten Jahr war ich müde und aß die Reste vom Freundinnentreffen vom 23. auf.
In diesem Jahr werde ich ja mit Blue und Wirbel kochen und deshalb etwas anders als für mich alleine. Eine Kürbissuppe mögen die beiden aber auch. Und danach Hühnchen, Süßkartoffeln und Gemüse und eine selbstgemachte Panna Cotta.

Schreibst du Weihnachtskarten oder Emails?

Ich gestehe, ich bin eine lausige Weihnachtsgrußverteilerin! Die wichtigsten Menschen sehe ich persönlich oder rufe sie an. In Communities werfe ich einen ganz herzlichen, aber gesammelten Gruß in die Runde. Beruflich schreibe ich Mails bzw. reagiere auf die, die ich bekomme. Und in diesem Jahr habe ich eine soooo feine Entschuldigung!!!

Welchen Monat haben wir jetzt?

November

Machst du schon Weihnachtseinkäufe?

Nein ... wie auch ... siehe Umzugskisten.

In welchen Farben schmückst du den Baum?

Der Baum und der Raum bekommen weiß, gold, altgold und nougat und viele kleine Lichter ...

Magst du Weihnachtsdeko?

Blättert mal zwei Einträge zurück ... I LOVE! Ich bin da bekennend barock ...

Bist du der erste oder der letzte, der alle Geschenke zusammenhat?

Irgendwo dazwischen ... und ich entscheide öfter um, wer was bekommt ..

Gibst du viel Geld für Weihnachtsgeschenke aus?

Ich ruiniere mich nicht, bin aber gerne großzügig.

Gekauft oder gebastelt?

Gekauft - bekennende Nichtbastlerin!

Selbst verpacken oder verpacken lassen?

Letzteres, wenn möglich. Ich bastle ja nicht gern ...

Papier oder -tüte?

Och, ich finde Geschenktüten schön. Man kann sie wiederverwenden und sie machen viel her ...

Beschenkst du dich an Weihnachten selbst?

In der Regel ja ... meist aber erst nach Weihnachten. An einem freien Tag fahre ich dann in eine benachbarte Stadt und gehe ganz genüsslich shoppen und mittagessen. Ganz alleine. Und ich finde es toll!

Adventskalender kaufen oder selber füllen?

In diesem Jahr weder noch. Keine Lust, die Dinger noch herumzuschleppen.

Was wünschst du dir?

Dass der 24.12. ist, keine Kiste mehr herumsteht und ich mich im Sofa zurücklehnen darf.

Ein letzter weihnachtlicher Satz:

Verdammt noch mal, lasst mich endlich mal in RUHE!!!

Wann stellst du den Baum auf und wann fliegt er wieder raus?

Meist am letzten Wochenende vor Weihnachten - weil ich dann meine Freundinnen und Söhne zum Schmücken einlade. Raus fliegt er irgendwann in der ersten oder zweiten Januarwoche, je nachdem, wann mir auffällt, dass die städtische Abfuhr die Dinger einsammelt.

Schon mal ein Geschenk weiterverschenkt?

Ehm ... ja. Süssigkeiten ständig, Ostern wie Weihnachten. Irgendwann auch mal ein Buch, das ich mir bereits selbst gekauft hatte.

Heiligabend chic oder Alltagskleidung?

Da ich nur schwarz und rot trage, sieht das schon per se nicht nach schlunzig aus. Aber das kleine Schwarze mit Nylons und Heels wird es im heimischen Wohnzimmer allein mit Blue und Wirbel dann eher doch nicht.

Erfinde ein Alternativ-Fest, solltest du Weihnachten nicht mögen ...

Ich mag Weihnachten, aber eigentlich würde ich es gerne anders feiern. In einer größeren Runde mit Menschen, die vor Gesprächen sprudeln. Mit Wein vor dem Kamin. In festlicher Kleidung und dem Gefühl, dass alle sich füreinander schön machen. Mit dem Gefühl einer schönen Cocktailparty ... nicht diese steife Mittagessensveranstaltung, die jedes Jahr auf mich wartet.
Und ich hätte gerne ein Mittsommerfest mit Lagerfeuer ...

Mein größter Weihnachtswunsch dieses Jahr?

Geht in Erfüllung! Den ersten Schlüssel habe ich schon ... und ab dem Zwölleften schließt er auch die Wohnungstüre auf, auf der momentan ein Bauzylinder steckt ...

Ein paar andere Wünsche hätte ich zwar auch ... aber die vertraue ich dem Universum an. Schließlich hat es auch in Sachen Wohnung zuverlässige Arbeit abgeliefert! Braves Universum :-)

 

 

 

27.11.2013 um 06:53 Uhr

Christkindl oder Santa Claus?

von: Spring_Roll   Kategorie: merry little xmas

Musik: Santa Claus is coming to Town

Lousalome kommentiert, sie habe früher immer im TV auf's Christkind gewartet, aber dann sei der Weihnachtsmann erschienen.
 
Der Schlawiner ... heute würde man ihn als Trittbrettfahrer bezeichnen ;-)

Christkind war für mich nicht nur das, was meine Familie mir beibrachte, sondern immer logischer ... siehe Krippe ... und näher am eigentlichen Sinn des christlichen Fests. Weihnachtsmann habe ich erst als Erwachsene kennengelernt ... und dann eher in der fensterlnden Plastikausgabe und als D*sney-Rührstück.
Unvergessen das Jahr, in dem ich in einer Bahn vor einem Hochhausgebiet ungeplant stand und ganz langsam an der Fassade hochschaute ... an fast jedem Balkon so ein kraxelnder Geselle! Hat eigentlich mal jemand der Beschaffungskriminalität verraten, dass rote Höschen und weißer Bart die ideale Berufskleidung wären um diese Jahreszeit? Fällt doch niemandem mehr auf, wenn ein roter A... über den Balkon hängt *gg*
 
Am Christkind ist mir sympathisch, dass es eher in die altmodische Art von Kitsch Eingang fand ... hat so ein Poesiealbum-Feeling. 
 
Hach ... das schönste an Weihnachten ist doch die unbeschränkte Lizenz zum Kitschen .... 

26.11.2013 um 20:59 Uhr

My merry little Xmas!

von: Spring_Roll   Kategorie: merry little xmas

Musik: Make yourself a merry little Christmas ...

So ... jetzt auch ich ... allerdings mit Tablet-Handicap und deshalb ohne Stöckchen-Copy-and-Paste. Mal sehen, ob das Gedächtnis noch taugt!

1. Magst du Weihnachten?

Ja ... mag ich. Den eigentlichen Sinn des Festes ebenso wie die Atmosphäre. Was ich nicht mag, ist das, was meine Familie daraus macht. Und deshalb gestalte ich mir mein eigenes "merry little xmas" ... zunehmend erfolgreicher.

2. Schmückst du Weihnachten deine Wohnung?

Ja ... zunehmend opulenter. Schuld ist meine ehemalige Vermieterin, die jedes Jahr Ende November ein Kirschholz-Treppenhaus in einem alten Backsteingebäude in eine knallbunte, blinkende Weihnachtsattraktion verwandelte. Mit Girlanden und Dekokitsch, Glitzer und Glimmer. Sizilianisch überschäumend. Im zweiten Jahr machte ich dann mit ... und es machte Spass!  In der derzeitigen Wohnung, in der ich zwei Weihnachten verbrachte, schmückte ich halbherzig vor mich hin und fand das Ergebnis eher traurig. Und in diesem Jahr lasse ich es erst einmal und hole am 3. Advent alles wieder auf! Denn Holzdielenboden SCHREIT nach Weihnachtsdeko!

3. Backst du gerne Platzchen?

Nein ... aber ich habe eine Mutter, die immer mindestens ein Dutzend Sorten plus Stollen (den leider unerträglich trocken, aber das traut sich niemand zu sagen) backt.

4. Kaufst du Weihnachtsgeschenke frühzeitig oder rennst du am 24.12. los?

Total verschieden. Manchmal sehe ich im Oktober etwas, das zu einem Menschen einfach nur PASST ... und dann kaufe ich es auch sofort. Aber im allgemeinen bin ich doch eher Prokrastiniererin mit kurzer Effizienzphase. Heisst: ich entere in letzter Minute einen der Läden, die möglichst viel für möglichst viele liebe Menschen bieten und packe die halbe Nacht Geschenke ein. In diesem Jahr werde ich wahrscheinlich am Wochenende vor Weihnachten einkaufen ... dann ist der Umzug durch.

5. Dein LIeblingsweihnachtslied und -film?

Winter Wonderland vom Glenn Miller Orchestra, Single-Bells mit Martina Gedeck (herrlich gegen Familienfrust!). Und in der Kirche: Menschen, die Ihr ward verloren

6. Deine Lieblings-Weihnachtsnascherei?

Berliner Brot ... das ist ein Weihnachtsgebäck, das mit Mandeln und Schokolade gemacht wird. Lecker. Aber eigentlich stehe ich wie Nicci auf die herzhaften Dinge. Für mich ganz persönlich ist Ente a l'orange ein wunderbares Weihnachtsessen.

7. Christkind oder Weihnachtsmann?

Christkind, natürlich. Ganz früher sogar noch am 25. morgens, ganz traditionell. Und Heiligabend kam "wir warten auf's Christkind" im damals noch öffentlich-rechtlichen Fernsehen

8. Hast du einen Weihnachtsbaum?

Hoffentlich ja ... siehe Wettlauf mit den Umzugskisten. Einen echten natürlich. Ich mag keinen Plastikkameraden. Zumal bei uns im Stadtwald das Nadelholz sowieso überhandnimmt und Herr Förster eifrig daran arbeitet, einen gesunden Buchenmischwald wiederherzuzüchten. Ich nehme einen kleinen Baum ... große mag ich nicht. Geschmückt wird er in diesem Jahr mit creme, braun und altgold und einer Lichterkette mit kleinen warmgelb leuchtenden Sternchen (Schlaumeier-ich .... die brauche ich nicht um die Zweige zu friemeln!) 

9. Glühwein oder Eierpunsch?

Eierpunsch von diesem einen bestimmten Stand ... oder weißer Glühwein. Oder Glögg ... oder ... eigentlich egal, Hauptsache mit guten Freunden vor einer Holztheke. Zuhause Glühwein für Gäste, dann aber selbst gemacht ohne Glühfix oder so. Mit einem lieblichen Wein und Gewürzen schmeckt er köstlich und macht im Gegensatz zu diesem industriellen Zeug keine Kopfschmerzen.

10. Was wünschst du dir?

Den Wettlauf zwischen Christkind und Umzugskiste zu gewinnen und am 22. mit vielen lieben Freundinnen in meinem neuen Wohnzimmer ganz entspannt auf Weihnachten anzustoßen und den Baum zu schmücken. Denn das hat Tradition. Am 22. oder 23. lade ich mir liebe Menschen ein und ich finde, es bringt Glück, wenn sie mit dekorieren. 

Übrigens: so wenig Weihnachtsstress wie in diesem Jahr hatte ich noch nie. Für das eine oder andere ist der Umzug die perfekte Wunderwaffe. Und im Gegensatz zu so vielen Vorjahren steht auch schon die Planung mit Familie wie Wahlfamilie! Am 22. Damenrunde bei mir (ok ... selbstgemachte Herren aka Söhne sind zulässig ... und werden im Kinderzimmer geparkt), Heiligabend Kochen mit Blue und Wirbel, am ersten Feiertag der große Familientag bei Schwester und Schwager, abends ein Essen bei der Limette, am zweiten Feiertag mal frei und vermutlich auf dem Crosstrainer die Kalorien runterstrampelnd. Damit ich dann am 27. beim Weißwäscher wieder geburtstagnaschen kann. Und Silvester bei Glamour Girl zu einem gemütlichen Dinner in kleinem Kreis nicht aus dem Kleid platze. Neujahr wollte ich dann abends mal die Familie einladen und am 2. abends sind wir dann wieder bei der Limette, ihre Tochter kennenlernen, die aus ganz, ganz, ganz weit weg über den großen Ozean angereist kommt. Bisher kennen wir sie ja nur vom gemeinsamen Happy Börsday Singen via Sky*pe!

Feierstrecke ... und diesmal soooo einfach dank neuem Wohnort! Der einzige schlecht zu erreichende Ort ist Schwesters Haus in Kaff ... aber das nehme ich locker in Kauf,wenn ich dafür alles andere sooooo bequem erreiche. Nur noch 20 Minuten zu GlamourGirl und zur Limette statt vorher 50. Nur noch eine halbe Stunde zum Münchner Kindl. 15 Minuten zum Weißwäscher. 25 zur Tangoqueen. Und nur 10 Gehminuten bis in die City ... hach, ich freu mich so.

Weihnachten ist in genau vier Wochen.  Am 24.12. werde ich morgens entspannt frühstücken mit Blue und Wirbel. Vielleicht sogar in der Stadt. Dann werden wir in aller Gemütsruhe für unser Abendessen einkaufen. Das, worauf wir Lust haben. Noch ein paar kleine Geschenke aussuchen und gleich einpacken lassen. Irgendwo einen Kakao trinken oder einen Tee. Ohne Fahrplan und ohne volle Bahn... herrlich!

Die Bahn übrigens tut gerade alles für einen fulminanten Abschiedseindruck! Zwei Tage Mega-Verspätungen in Reihe ... aller guten Dinge sind drei? NICHT! 

 

26.11.2013 um 06:56 Uhr

Kaczmarek I Like!

von: Spring_Roll   Kategorie: lebens(t)raeume

Musik: Titelsong von Bob the Builder!

Es ist ein schmaler Grat zwischen interessiertem Nachfragen und Nerven. Ganz besonders bei Menschen der handwerklich tätigen Fraktion. Nachdem ich Mitte Oktober den Kaczmarek aka Hausmeister meines künftigen Stadtsitzes mit einigen Fragen belästigt hatte und wir vereinbart hatten, dass ich Ende November den Kellerschlüssel erhalte, wartete ich mit dem Anruf, wann wir denn nun und überhaupt, brav bis zum letzten Freitag. Gestern morgen nun rief er zurück und ... ALLES WIRD GUT!

Die Küche ist fertig gefliest und gerade verrichtet der Maler sein aufgrund der vorher an den Wänden befindlichen (schwache Nerven bitte keinesfalls weiterlesen) Strukturtapeten seeeeegensreiches Werk, während die nächste Woche dem Parkettleger gewidmet wurde, der die Dielenböden von ganz erbärmlich auf wunderschön trimmen wird. Dafür hat er eine Woche Zeit. Und ich kann dann ganz entspannt (sic!) (sic????) zum dritten Adventswochenende einziehen. Morgen treffe ich Kaczmarek zur Kellerschlüsselübergabe. Und werde gleich mal nach dem offiziellen Übergabetermin fragen. Und wenn ich den auf den Ölften legen könnte ... dann wäre nicht nur alles gut, sondern noch viiiiiel besser.

Ansonsten liegt im Zimmer von Wirbel gerade eine halbe Küche herum (ich konnte den Unterschränken mit Auszug jetzt doch nicht widerstehen) und ich frage mich ernsthaft, wie ich in meiner Wohnung voller Möbel 80 Umzugskisten stapeln soll. So viele werden es nämlich nach Schätzung meiner fleissigen Umzugswichtel. Und so viele konnte ich auch ergattern. Ergattern, nicht kaufen. Vierzig Kisten liegen seit dem letzten Mal, d.h. seit meinem Einzug hier, auf dem Speicher und sind mirakulöserweise trocken geblieben. Die Kollegin will sie nicht zurück ... verständlicherweise, ich würde auch nicht gerne 40 Kisten statt meines Autos in der Garage haben, so ich denn eines hätte. Die anderen 40 kommen von Kollegin Schwester ... Schwester würde ja gerne, findet aber noch nichts zum Umziehen..Und so verstopfen bei ihr die geschenkten Gäule ... ehm ... KIsten ... den ohnehin bis zum Türstock gefüllten Keller. Kisten hätte ich also genug ... jetzt muss ich nur noch jemanden finden, an den ich sie nach dem Umzug wieder elegant loswerde ...

Eine besonders gute Art von Kiste kapere ich mir gerade im Büro. Sogar mit wohlwollendem Blick des/der örtlichen Kaczmareks! Die gelbe Postkiste ist bei Insidern längst als ideale Büchertransportkiste bekannt. Die ersten vier stehen schon in meinem Büro. Und die anderen zwöllef bis fuffzehn werde ich in den nächsten Tagen beiseitestellen. Also nächsten Samstag Schwesterauto in Einfahrt Parkplatz geklemmt (oder sogar Karte für Parkplatz von Kaczmarek erbetteln) und dann Kisten abtransportieren. Zurück kann ich sie ja notfalls paarweise aufs Rad packen. 

Nächsten Samstag jedenfalls wird schon mal der Keller evakutiert. Da kann ich dann notfalls ein paar Möbel zwischenlagern, wenn ich Platz für ... RICHTIG! ... Kisten brauche. Schwer wird es mir fallen, auf Adventsdeko zu verzichten.So ein bisschen hätte ich ja schon gern.Aber es ist Blödsinn. Nicht für ein einziges Wochenende, denn am 2. Advent bin ich fortbildend in der Pampa aka einem hübschen kleinen Tagungshaus, während der dritte Advent im Zeichen des Fluchens und Schwitzens unter KIsten stehen wird. Ich glaube, ich spreche noch mal mit den Wichteln ... vielleicht könnten sie ja am Ölleften schon die Teile der Küche abbauen, die ich nicht mehr brauche ... denn am Zwölleften ist Sperrmüll ... da könnte ich so einiges gleich loswerden! Also ... Hirn an Rolle: Chefwichtel anrufen und anbetteln, mir am Ölleften zwei Kurzzeitwichtel zu schicken, die die halbe Küche demontieren ...

Hirn war übrigens gestern auch so brav, mich endlich an den Jahreskontrolltermin bei der Dentistin meiner Qual zu erinnern. Hat es gut gemacht! Denn seit Krankenkassens auf dem jährlilchen Servicestempel bestehen, ist ein Jahr ohne Zahnarztbesuch unter Umständen das finanzielle Aus bei größeren Instandhaltungsmaßnahmen im Kauwerk.

Last not least stehe ich staunend am Fenster und beobachte, wie es wettert. Heute morgen wurde ich mal wieder vor dem Aufwachen wach. Da regnete es Bindfäden. Wie schon öfters in den letzten Wochen. Dann schlief ich weiter und beim Aufwachen ... weg. Trocken. Nix. Mirakulös. Und nicht zum ersten Mal in den letzten Wochen. Ich habe fast den Verdacht, dass da oben im Himmel ein freundlicher Kaczmarek die Regenarmaturen extra für mich bedient ... halt ... gleich geht Rolle laufen ... nix mit Wasser marsch ....

 In diesem wie im obigen Falle: Kaczmarek, I like! 

 

 

 

23.11.2013 um 08:33 Uhr

Stöckchen für später

Vier aus unendlich ...
Jobs, die ich schon einmal machte
Orte, an denen ich lebte
Orte, an die ich reiste
Orte, die ich noch besuchen will
Lieblingsgerichte
Lieblingsfilme
Lieblingssongs
Websites, die ich täglich besuche
Sachen/Ereignisse, die ich täglich brauche
Dinge, die ich täglich tue
Dinge, die mich nerven
Morgenrituale
Schrulligkeiten
Gegenstände, von denen ich mich nicht trennen würde
Höhepunkte in meinem Jahr
Träume (auch unerfüllbare)
Plätze, an denen ich jetzt lieber wäre

22.11.2013 um 07:11 Uhr

Countdown

von: Spring_Roll   Kategorie: lebens(t)raeume

Musik: Final Countdown (Europe)

Eigentlich ... eigentlich hätte ich heute mal wieder Viva la vida von Coldplay oben bei Musik angeben müssen. Allerdings habe ich mich gestern kräftigst daran überhört. Ich war auf einem Event, bei dem jeder auf dem Podium Vortragende zu diesem musikalischen Leitmotiv "einmarschierte". Und das hatte ob der Gäste manchmal recht skurile Züge. Nur ein südeuropäischer Gast "lebte" diesen Einmarsch wirklich, abgesehen vom Moderator, der sich - wieder mal - in seiner eigenen Wichtigkeit sonnte. Adrenalinhighlight des Tages war allerdings kein Programmpunkt, sondern meine Schussligkeit. Merkte ich doch erst im nächsten Sitzungsraum, dass mein Handy fehlte ... und mein Ausweis, der in derselben Hülle steckte. Ich fragte an der Empfangstheke, suchte die infragekommenden Räume ab und hatte Glück - es lag tatsächlich noch auf dem Stuhl, auf dem ich vorher saß. Glück gehabt!

Einen persönlichen Genuss bescherte mir die Veranstaltung gegen Ende. Der oben erwähnte Südeuropäer nämlich ist nicht nur eine Persönlichkeit, die Großes bewirkte, dort, wo er zuhause ist, sondern auch ein sehr unterhaltsamer und eloquenter Mensch ... und er hat mehrere Bücher veröffentlicht, die mehr als lesenswert sind - zwei habe ich gestern gekauft und bereits im Zug zurück zu lesen begonnen. Fein!

Zurück zum Countdown aber ... Umzug, was sonst? In einer Woche habe ich hoffentlich den Kellerschlüssel. In drei Wochen stehen die Möbelpacker hier. Und nur noch zwei Wochen arbeiten ... dann kann ich mich endlich Vollzeit um meine Dinge kümmern und muss erst wieder ins Büro, wenn alles durch ist. Hoffentlich, denn ich habe keine Vertretung und ein kleines Gerät, das mich mit dem Job verbindet, auch wenn ich es vielleicht gerade gar nicht brauchen kann. Jedenfalls: ich werde heute versuchen, Daten für die Schlüsselübergaben auszumachen. Und ich muss dringend die Nachmieter meiner Wohnung sprechen und herausfinden, was sie übernehmen wollen. 

Und auf der anderen Seite zerrt das Privatleben. Ab  nächste Woche klinke ich mich komplett aus. Diese Woche werde ich wohl um Sonntagskaffee mit Münchner Kindl und GlamourGirl nicht herumkommen. Ist ja auch immer schön ... aber eigentlich habe ich anderes zu tun und im Kopf zurzeit. 

Für die D*schungelerkundung fehlt mir gerade völlig der Sinn. Münchner Kindl ist gerade wieder abenteuerlustig unterwegs. Mir ist es zurzeit nur langweilig und lästig ... brauch ich nicht ;-)

 

 

20.11.2013 um 07:28 Uhr

Genialität und Geldmache

von: Spring_Roll   Kategorie: Familienbande

Musik: Filmmusik aus "Der große Bluff"

Die allgemeine Bildungsverunsicherung in Verbindung mit einem instabilen Arbeitsmarkt treibt gar seltsame Blüten. Da hatte Wirbel gestern so ein blödsinniges Institut in der Schule, das eine sogenannte Potenzialanalyse durchführte.  Er wollte nicht teilnehmen und wir hatten deshalb auch das Formular nicht vorab ausgefüllt, noch den zugehörigen Elternabend besucht. Blue hatte so etwas ähnliches einmal absolviert und meine Meinung dazu .... passt zu dem, was dann gestern geschah. Vorlaufend rief ein hektischer Klassenlehrer SONNTAGS noch den Röllchenpapa an (wieso eigentlich? Ich mache doch die Termine in dieser Schule ...) und rang ihm eine Einwilligung ab. Und gab die Info, dass ein Elterngespräch "später" stattfinde. "Später" hieß allerdings dann, dass ein wütender Röllchenpapa mich gestern mittag um 14 Uhr im Büro anrief und den Termin für 16 Uhr des GLEICHEN TAGES ankündigte. Eigentlich hätte ich gemein sein sollen und den, der zustimmte, einen halben Tag Urlaub nehmen lassen sollen. Aber ich bin ja menschenfreundlich und kurz vor dem Umzug, weshalb ich den Röllchenpapa auch nicht vergrätzte, sondern seufzend meinen Chef darüber in Kenntnis setzte, dass er ab 15.45 Uhr leider ohne meine wertvollen Beiträge zur Gesamtrezeptur auskommen möge. Mit einem brummigen Wirbel im Schlepp enterte ich also das temporäre Schulgebäude (die Kids containern gerade, weil umgebaut wird) und traf als erstes den Hektik verbreitenden Lehrer, dem ich dazu durchaus ein paar Takte zu sagen hatte. Es folgte ein Gespräch mit einem Mäuschen. Freundlich, offenkundig frisch gebrieft, Informationen herunterspulend. Und dann kam die Auswertung von Wirbels Tests. Zwei Dinge bestätigten meine langjährige Einschätzung. Der Rest und vor allem die Schlussfolgerungen? Ein völliger Schuss in den Ofen! Massentest halt ... mit Null Raum für Individualität und offensichtlich mit sehr groben und zum Teil unpassenden Rastern. Allein die Fragen, aus denen die Neigungen für bestimmte Berufsgruppen hervorgehen sollten, waren so bescheuert formuliert, dass die Hälfte der Achtklässler gar nicht wusste, was sie da ankreuzten. In Verbindung mit der Tatsache, dass er die Wichtigkeit von Aufgaben in eine Reihenfolge bringen konnte, ergab das bei meinem Sohn Eignung für "verwaltende Tätigkeit". Nur leider würde er die Aufgaben nie in der selbst gesetzten Priorisierung abarbeiten ... und sein motorisches Geschick am Umgang mit einem Cuttermesser zu beurteilen ... nunja ... da war das Kind, das schon im Kindergartenalter mit Klebstoff, Schere und Papier die phantasievollsten Gebilde herstellte, plötzlich motorisch ungeschickt?
 
Interessant fand ich auch, wie in anderen Aufgaben Äpfel mit Birnen vermischt wurden. Dass ein Kind in Sprachlogik Fehler macht und das Wort Delegierter nicht kennt, heisst für diesen Test in der Beurteilung plötzlich, es könne sich nicht ausdrücken ... hmmm ... woher kommen dann die Einser im Aufsatz?
 
Und warum zum Teufel gibt man Achtklässlern Matheaufgaben, die noch gar nicht im Unterricht vorkamen ... Oberstufenaufgaben? 

Arrrgh ... ziemlich blöd das ...

Und ich durfte dafür auch noch spontan den halben Nachmittag freinehmen ... wobei mich am meisten ärgert, dass die für uns kostenlose Aktion wohl mit 250 EURO PRO KIND von unserem Bundesland gesponsert wird. Dieses Geld hätte man mal besser in zusätzliche Unterrichtsangebote und Fördermodule in den Schulen gesteckt, statt die wissenschaftliche heisse Luft zu finanzieren, die dann in irgendwelchen Statistiken runde Törtchen erzeugt und auf Konferenzen hin und her diskutiert wird.
 
Böse? JA!
Denn die Wirbelschule hat mangels ausreichender Lehrkräfte gerade ein "ganz tolles" Selbstlernsystem eingeführt, das vielen Kindern eine Menge Probleme bereitet. Da wären mir mehr pädagogische Angebote wesentlich lieber als wissenschaftliche Analysen. Ich kümmere mich da schon selbst um mein Kind ... und sein Potenzial, das kenne ich ebenso wie seine Schwächen. Und ich bin überzeugt, dass sein Praktikumsplatz im nächsten Jahr (von mir vorgeschlagen), ziemlich genau das trifft, was er mag und kann. Was er daraus macht, kommt dann darauf an, welchen Abschluss er schafft ... wird es Realschule, dann läuft es auf ein Handwerk hinaus, wird es Abitur (momentan aufgrund Kopf in der Luft eher unwahrscheinlich), dann könnte auch ein Fachhochschulstudium und der Weg in einen technischen "Tüftler"-Beruf offen sein. 
 
Und dazu ... habe ich noch nicht mal einen Fragebogen gebraucht ....  
 


19.11.2013 um 07:10 Uhr

Alibi?

von: Spring_Roll   Kategorie: Miscellaneous

Musik: She works hard for the money (Donna Summer)

Da las ich bei meinem Postfach-Provider die Kurznachricht, unsere mehrheitslosen Parteien hätten sich auf eine Frauenquote geeinigt. Die Hälfte aller Aufsichtsratspositionen soll weiblich besetzt sein. 

Und ich fasse mir an den Kopf ... denn das ist wieder mal ein Schritt in die faule Richtung. Ein Aufsichtsrat ist ein kleines Gremium. Die wenigen Frauen, die auch nach der Quote darin sitzen werden, machen es nicht aus. Denn not täten ganz andere Dinge, um den Anteil von Frauen in verantwortlichen und lohnhöheren Regionen zu steigern. Wie eine wirklich funktionierende Kinderbetreuung, die auch Puffer für "Sonderzeiten" hat, die eine Frau in Führungsposition nun mal einkalkulieren muss ...

Der zweite Lacher der Woche war das, was im Englischen unter "Yearly Appraisal" bekannt ist. Ein Mitarbeiter-Jahresgespräch. Mit einem vorgefassten Raster und vorgegebenem "Notenschnitt". Und einem nervösen Cheffe, der das zum ersten Mal machte. Irgendwann griff ich mir den Bogen und einen Bleistift und korrigierte ...

Und nein ... ich fühle mich nicht "jahresgelobt" ... denn dazu würde gehören, dass die guten Noten der Beurteilung auch mal zu realen Verbesserungen für mich führen würden. Tun sie nicht. Verbessern kann ich nur selbst ... indem ich nach außen gehe und mir zusätzliche Möglichkeiten schaffe. Ich bin manchmal ganz schön "angepisst" ...

Die gute Laune zurück gab mir dann mein Umzugs-Ansprechpartner, der preislich gut in meiner Marge bleibt. Bis zu 300 Euro hätte ich noch draufgelegt und freue mich, dass ich davon jetzt meinen neuen alten Kleiderschrank bezahlen kann. Und viel Leistung bietet er dafür. Der Küchenab- und -aufbau ist nämlich ebenso mit drin wie die Montage gelieferter Möbel vom Schweden in den Zimmern von Blue und Wirbel, alle Anschlussarbeiten und das Aufhängen von Bildern, Vorhangstangen etc.. Die Planung wird aufgehen. Da bin ich ganz zuversichtlich.

Und dann durfte ich gestern abend noch einen Blick in ein ganz anderes Leben tun ... in einen Teil davon, der Geschichte ist nicht nur in der persönlichen Erinnerung, sondern auch in den Zeitungen und Geschichtsbüchern. Es ist anders, wenn die Schießereien und die Nacht im Gefängnis, die Todesangst und die Kälte in einem Winter ohne Heizung,  der Kampf um das Notwendigste für sich und andere ... wenn das "echte Menschen" betrifft. Jemanden, den ich inzwischen gut kenne. Sie war 19 und es war Krieg.

Streiflichter heute ... unzusammenhängend, aber nötig. Der Cineast hat wieder Oberwasser. Und ich frage mich, wohin das führen soll ... 

 

17.11.2013 um 22:41 Uhr

He scares me so ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Miscellaneous

Musik: von Andrew Lloyd Webber

So viele Männer auf so viele Arten hatte sie. Nur dieser eine, der beunruhigt sie, der macht ihr Angst, mit seiner Begeisterung, seiner Intensität und seiner bedingungslosen Liebe. Etwas sehr rührendes hat es, wie sich die ehemalige Hure auszieht und über ihre sexy graue Wäsche ein langes, weißes Tanktop streift, bevor sie zu ihm geht, der hinter dem Vorhang auf sie wartet. Was danach geschieht, erlebt sie unschuldig - so unschuldig, dass sie nicht glauben kann, was danach geschieht. Die Gerichtsverhandlung mit dem von vornherein feststehenden Urteil, die Gewalt der Staatsmacht, die Scheinheiligkeit und die hemmungslose Gier und Mordlust der Masse. Und er stirbt, bejohlt von der Masse und beweint von ihr.

Und so kam es, dass mich eine Geschichte, die ich von klein auf kenne, ganz neu berührte. Die Frau war Maria Magdalena, der Mann Jesus ... und der Ort eine Theaterbühne, auf der Andrew Lloyd Webbers "Jesus Christ Superstar" von wunderbaren Sängern und Musikern zum Leben erweckt wurde.

 

 

17.11.2013 um 13:36 Uhr

Der Hang zur Entblössung ...

von: Spring_Roll   Kategorie: 20 Antworten

Musik: Don't answer me ...

Neugierig geworden? Wie toll, ein E*hibitionistenblog!
Aber leider .... Pech gehabt. Es ist nicht das, was du denkst, fremder Leser ...
Und für alle, die sowieso wussten, dass es doch ganz anders ist:
WOW ... Gina ... DAS ist doch mal ein Stöckchen ... das klaue ich jetzt!

1) Finden Sie, dass jeder Mensch eine Arbeit finden kann, der eine sucht?
Nein. Denn das ist sehr abhängig von Region, persönlichen Voraussetzungen, beruflicher Qualifikation und vor allem der Bereitschaft, auch "niedrigere" oder "andere" Arbeit zu verrichten, notfalls auch an einem anderen Ort.
2) Haben Sie Ihren Partner schon einmal geschlagen?
Ich bin Single. Aber EINE Ohrfeige habe ich in meinen Zwanzigern verteilt ... er hatte sie verdient!
3) Finden Sie, dass Sie klüger sind als die Person links von Ihnen. 
Das hängt von der Tischrunde ab. Wenn ich sie selbst wähle, ist da meist Augenhöhe. In anderen Fällen manchmal arges Gefälle.
4) Haben Sie schon mal Stimmen gehört?
Mal? STÄNDIG! Ich bin aber nicht schizophren ... bei meinen Einflüsterungen handelt es sich um eine simple, suggestive Arbeitstechnik, die ich bei bestimmten Aufgaben bewusst anwende. Und meine "innere Stimme" hat sich letzterdings zu einer guten Beraterin gemausert.
5) Finden Sie, dass die Größe des Penis unerheblich ist? Beim Wasserlassen ja ... ansonsten ... leider, liebe Männer ... NEIN.
6) Haben Sie schon mal jemanden angezeigt oder anonym angeschwärzt? 
Nicht bewusst. Und als Kind wurde ich eher verpetzt ...
7) Finden Sie jemanden an diesem Tisch sexuell attraktiv?
Das frage ich mich auch bei jedem Date ... und meist ist die Antwort NEIN.
8) Finden Sie, dass Sie sich besser kleiden als die Person rechts von Ihnen?
Nicht, wenn GlamourGirl neben mir sitzt. Ansonsten kommt es öfters vor, wenn man besser nicht mit teurer gleichsetzt.
9) Gehen Sie immer zur Wahl? Ich gestehe, dass ich nur mein gesetzliches Wahlrecht und die Pflichtübung Elternpflegschaft ausübe zurzeit. Sonstige Mitgliederversammlungen schwänze ich schon mal ... und war auch Jahrzehnte nicht mehr bei der Pfarrgemeinderatswahl.
10) Haben Sie immer Kondome bei sich?
Brauche ich die auch beim Brötchenkaufen? Spass beiseite: immer dann, wenn ich auch nur den Verdacht habe, sie eventuell zu benötigen.
11) Sind Sie in den letzten vier Wochen in ein Fettnäpfchen getreten?
Ja, sogar in ein großes. Und beinahe hätte ich dadurch Frage 6 mit ja beantworten dürfen. Mieses Alibi, ich! Dumm, wenn netzaffine Menschen Bilder von etwas posten, das nie geschah ...
12) Hatten Sie schon mal Sex in der Küche?
Willkommen zu einer erotischen Wohnungsführung ... da hat es sich ja doch gelohnt, diesen viel versprechenden Titel anzuklicken!
Aber ich muss Euch enttäuschen ... der Mantel des Schweigens ist lang, dick und weit ...
13) Kommt bei Ihnen ein Mensch mit 20 Kilo Übergewicht als Partner in Betracht?
Ja, natürlich. Viel eher als ein Mann mit 20 Punkten Unter-Intelligenz. 
14) Sind Sie das Lieblingskind Ihrer Eltern?
Nein. Denn meine Schwester ist ihnen ähnlicher. Auch wenn sie mich sicher genauso lieben, ist sie ihnen menschlich näher.
Ist aber nicht schlimm. Unterschiedlich heisst nicht besser oder schlechter.
15) Haben Sie in den letzten 12 Monaten neue Menschen kennengelernt?
Klar habe ich. Beruflich, privat und im Netz. Und einige lerne ich gerade besser kennen.  
16) Haben Sie Schrullen?
Gewaltig viele! Ich gucke z.B. nie angefangene FIlme. 
17) Halten Sie es aus, wenn jemand in Ihrer Gegenwart "hibbelt"?
Nein, gar nicht. Im Zug nervt es mich unendlich, wenn jemand mir gegenübersitzt und "Däumchendreht" oder "fusswippt".
18) Haben Sie in den letzten sechs Monaten Dinge getan, die sie sich selbst nie zugetraut hätten?
Ja, einige. Zum Beispiel endlich eine Wohnung ausserhalb Dorfs zu suchen. Und Hefebrot zu backen.  
19) Sind Sie treu?
Mir selbst immer. Und wenn ich liebe, bin ich loyal. 
20) Haben Sie heute schon etwas völlig Unnötiges getan?
Ja ... dieses Stöckchen eingesammelt, erweitert und beantwortet ... 

16.11.2013 um 23:33 Uhr

What a difference this day makes ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Perspektivwechsel

Musik: What a difference a day makes (Dinah Washington)

... 24 little hours, die Dinge veränderten.

Ich glaube, dass mir heute morgen ein Durchbruch gelungen ist. Nicht für mich. Sondern für meine Familie. Ich besuchte meine Eltern und irgendwann sprang meine Mutter zum Thema Vorsorge. Abrupt und ohne dass ich zunächst verstanden hätte, was sie überhaupt wollte. Ruckweise kam es heraus: mein Vater und sie haben (endlich!) Patientenverfügungen unterschrieben und meine Schwester als entscheidungsbefugt eingesetzt. Nun hatte sie Angst, ich könnte mich dadurch zurückgesetzt fühlen. 

Tue ich nicht. Ich finde ihre Entscheidung richtig. Denn meine Schwester ist der Denkweise meiner Mutter näher als ich. Also wird sie die richtige Entscheidung treffen. Außerdem wird sie mich einbeziehen. Und ich glaube, meine Mutter hat endlich verstanden, dass unterschiedlich sein nicht ungerecht behandeln heißt. Wenn ich der Denkart und dem Fühlen meiner Eltern unähnlicher bin, dann ist es doch normal, dass manche Dinge mit meiner Schwester für sie einfacher sind.

Auf diese Weise kam jedenfalls auch noch einmal das Thema Haus aufs Tapet. Das Thema Eigentum und das Thema Umzug. Und ich glaube, sie haben es jetzt endlich verstanden ... dass sie JETZT etwas unternehmen müssen. Und dass sie es mit meiner Schwester tun sollen. Jedenfalls habe ich ihnen geraten, sich mit Schwester und Schwager zusammenzusetzen und eine Lösung für den Eigentumsübergang zu finden. Und ich habe ihnen erläutert, wie ich mir eine gute Wohnsituation für sie vorstelle, nämlich groß genug für zwei und im alten Umfeld. Bei Dreizimmerwohnung fingen beide direkt an zu meckern ... aber ein kleiner Plan auf einem Blatt Papier schuf Abhilfe. Was die beiden sich nicht vorzustellen vermochten, war nämlich das Konstrukt zweier Wohn-Schlafzimmer und eines gemeinsamen Wohn-Esszimmers. Da sie momentan getrennte Schlafzimmer und getrennte Wohnzimmer haben, fiel es ihnen schwer, Räume anders zu denken. Aber Fakt ist nunmal, dass ein allein schlafender alter Mensch kein Doppelbett braucht. Warum also nicht ein gemütlich eingerichtetes Zimmer mit Bett, Kleiderschrank, Kommode, kleiner Couch oder gemütlichem Sessel, Fernseher, Musik und Nähtischchen für meine Mutter, Computertisch und großem TV für meinen Vater. Das gemeinsame Wohn-Esszimmer in der Mitte und eine Küche mit Türe zum Zumachen. Jetzt noch ein altengerechtes Bad und fertig ist die Laube. EG sollte es sein, wegen des Rollators, den mein Vater braucht. Sicher nicht so leicht zu finden, vor allem da der Suchradius klein ist. Aber machbar. Und das sickert jetzt ... und sickert ... und sickert ... mal sehen wie lange ... 

Drückt mal die Daumen ... ich fände es für die beiden einen Segen, wenn sie sich nicht mehr um das zu große Haus kümmern müssten und sicher sein könnten, dass meine Schwester es pfleglich behandelt.

Ich werde alles unterschreiben ... möchte durch den Verzicht dann nur so abgesichert sein, dass kein Amt sich bei mir noch zusätzlich Geld "abholen" will. Heisst nicht, dass ich nicht für meine Eltern da wäre, wenn es Not tut ... aber verzichten UND zusätzlich draufzahlen möchte ich nicht. Aber da Schwager rechtskundig ist, werden wir das schon hinkriegen.

Kleines Gespräch mit großer Wirkung ...

Ansonsten? Ich traf den Hirnwerker. Wir waren im Kino und Sushi essen ... und es war entspannt. Keine Achterbahn, keine emotionalen Höhenflüge, einfach nur entspanntes Miteinander. Den Film kann ich übrigens empfehlen .. B*lue J*asmine ... gucken! Wohin die Reise geht? Keine Ahnung ...  

 

 

16.11.2013 um 10:15 Uhr

Von einer, die auszog, Gefühle zu steuern ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: You fill up my senses/Annie's Song (John Denver)

Mag mich jemand als Controllerin einstellen? Nein? Kann ich gut verstehen, denn ich wäre eine verdammt miese Wahl. Nicht nur, dass ich mit Formularen und Konten nicht gerne umgehe, sondern vor allem, weil ich es noch nicht mal auf die Reihe bekomme, meine eigenen Gefühle in vernünftige Bahnen zu lenken. Halbherzig bin ich. Fast gleichgültig. Tagsüber. Und zu den Männern, die sich um mich bemühen. Mann, Singular. Nicht Männer. Der Hirnwerker ist gemeint. Inzwischen ruft  er sogar an, statt zu mailen oder smsen ... und fragt immer wieder nach Terminen und Treffen. Er ist ein angenehmer Gesellschafter. Ich bin gerne mit ihm zusammen. So vieles könnte bei uns passen.

Wenn da nicht die zwei riesengroßen ABER wären. 
ABER was wäre, wenn er wieder vor und zurück springt?

ABER ...jau ... das ganz ganz große ABER, das einen Namen trägt. Dieses ABER, das ich zu verdrängen und wegzuschieben versuche. Ein Jahr Gedankenteilen hat ihn verdammt nah rücken lassen. Jeden Tag haben wir geschrieben. Oft mitten in der Nacht telefoniert. Wir hatten uns nie nichts zu sagen. Zwei, drei Wochen war der Faden mal getrennt. Nicht, weil wir beide uns entfernten, sondern weil er aus anderen Gründen "unserer" Kommunikationsplattform kurzzeitig den Rücken kehrte. Dieser eigentlich ganz profanen Dingen gewidmeten Plattform, die inzwischen unser virtuelles Sofa ist. Und während unsere Mails jeder lesen könnte und nichts darin fände, das auf mehr als Freundschaft deutet,  gärt es im Subtext. Ich mag es nicht eingestehen, aber ich bin zweidrittelverliebt. Kopf und Herz sind bei diesem Mann, der nicht frei ist. Bauch ist noch nicht soweit. Die Hormonmädels relaxen im Thalasso-Bad, während Frau Ratio sich über den Spiegelgeist freut und das Seelchen Nähe fühlt. Und ich bin verdammt froh über das fehlende Drittel. Das Drittel, das mir wahrscheinlich den Hals aus der Schlinge zieht.

Lesson learnt, Frau Rolle: ein Mann ist kein guter Mann, nur weil du ihn nicht haben kannst oder besonders viel erdulden musst, bis es so sein könnte! Er ist de facto ein untreuer Ehemann. Jemand, der sich aus einer jahrzehntelangen Beziehung nicht konsequent löst, wenn es ihm nicht gut geht, sondern erst mal Ablenkung außen sucht. Und der im letzten Jahr dann auch noch Ablenkung von mir suchte. Tolles Konstrukt, gelle? Mann trennt sich nicht, ist eigentlich in beste weibliche Freundin aka Frau Rolle verliebt, fängt aber nichts mit ihr an, weil er sie genug wertschätzt, um es nicht zu versauen. Stattdessen reitet er sich von einer missglückten Affäre in die nächste ... missglückt, weil er mit seiner zugewandten, liebevollen Art es nicht schafft, einfach nur S*x zu haben, sondern immer großes Gefühlskino bei den Damen auslöst. Und das dann Stress macht, weil er ja von vornherein gerade das nicht wollte. Da nützt auch klare Ansage VORHER nichts und auch die Tatsache nicht, dass die Damen selbst "beringt" sind. 

Dieses Theater habe ich mir ein Jahr lang angehört. Und war mir mit ihm einig, dass wir beide tunlichst platonisch bleiben. Redete ihm ins Gewissen, lieber sein Leben neu zu sortieren, statt von einer Katastrophe in die nächste zu schliddern. Redete ihm auch zu, seine Gefühle zuzulassen und wenn irgendwie möglich einen Neuanfang mit seiner Frau zu suchen. Denn meine Gefühle für ihn waren keine "habenwollen"-Sorte, sondern ein "ich lasse dich sein und wünsche das beste für dich".

Und jetzt? Wo stehe ich jetzt? Ich mag diesen Menschen sehr. Wir haben einen Grad gedanklicher Intimität, der selten und schön ist. Aber ich sehe, dass er noch viel Zeit braucht, um bei sich wieder anzukommen und sein Leben zu überdenken. Und ich möchte nicht in das Muster "es wird besser, wenn ich nur genug aushalte" zurückfallen, in dem ich zu lange war. Ich möchte die Türe nicht schließen für den Freund ... ich möchte aber das darunterliegende Vielleicht loslassen.

Ich habe es in dieser Woche schon einmal geschrieben ... es muss bald passieren. Mit dem Umzug werde ich die Reißleine ziehen. Loslassen. Die Träume kann ich nicht kontrollieren. Aber das, was ich im Wachen tue. Zum Beispiel mit dem Hirnwerker essen gehen. Heute.

 

 

 

15.11.2013 um 06:18 Uhr

I go where I have never gone before ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Miscellaneous

Musik: Irgendetwas heroisches von Bizet

I go where I have never gone before
to do what I have never done before

sagt der Held und wirft sich stolz in die Toga respektive Brust. Dummerweise ist der Held Hägar the Horrible, der vom Pech verfolgte Comic-Wikinger. Und das große Unbekannte ist das Badewasser, das seine Frau Helga gerade für ihn einlässt.

Ein schönes Bild, wie ich finde, für die vielen kleinen Mutproben des Lebens. Die für uns selbst riesengroß erscheinen und von außen nur Bagatellen sind, Peanuts, Nichtigkeiten.

Mein unbekanntes Ziel heute morgen ist Brot backen. Nachdem ich mit meinem "aus der Hüfte"-Bananenbrot in der letzten Woche Erfolge bei Wirbel erzielte, habe ich heute morgen die Vorräte im Schrank (muss wech ... Umzug!!!) kritisch beäugt und die Mehlreste mit Polenta, Öl, Salz, Wasser und Hefe (Neuland für mich!!!) zu einem Teig verarbeitet. Wenn ich Glück habe, wird es ein Maisbrot. Wenn ich Pech habe ... muss die Gefriertruhe liefern.

Nebenbei köcheln auf dem Herd Kartoffeln und ein gedünsteter Blumenkohl kühlt vor sich hin. Ein Auflauf soll es werden. Vorher geröstete Aubergine und Paprika aus dem Ofen ... mit dem Maisbrot. Zum Nachtisch Obstsalat. Wir haben Gäste heute abend. Münchner Kindl und ihr Sohn kommen zum Essen. 

Vor sich hin köcheln auch die Gedanken. Der Cineast schmollt nicht mehr. Bzw. weiß ich gar nicht, ob er schmollte oder einfach nur mit anderem beschäftigt war. Die Gedanken vom vorletzten Eintrag sind trotzdem da. Und die Frage, wie ich mit MIR umgehe in meiner derzeitigen Gefühlslage im luftleeren Raum. 

Vielleicht treffe ich am Samstag den Hirnwerker ..  

Und weil dieser Eintrag in "Diverses" steht, muss jetzt der Impuls, den mir Ginablums Frage nach Frisuren und weiblichen Attraktivitätshöhepunkten gab, auch noch dran glauben:

Die Frage, die Suzie in einem Kommentar richtig aufwirft, ist die nach dem gefühlten Höhepunkt der Attraktivität. Denn ich glaube, es gibt mehrere davon im Leben einer Frau. 

Die Kindheit schließe ich bei mir jetzt mal aus. Glatte Haare mit DIY-Schnitt von Mama. Nicht sehr kleidsam.

Erster Attraktivitätspeak mit 18. Selbst Geld verdient, neu eingekleidet und radikaler Liza-Minelli-Kurzhaarschnitt. In der Abi-Zeitung stand ein verblüfftes "hat sich zum flotten Käfer gemausert". Tja ... mit Geld ist vieles möglich. Auch Friseurbesuche alle vier Wochen. Und mit Größe 36 sah der Schnitt wirklich gut aus. Aber so wirklich toll fühlte ich mich nicht.

Frisurtechnische Wende jedoch war die wesensangleichende Behandlung, die ein Friseur meinen Haaren ein gutes Jahr später angedeihen ließ - wirre Haare, wirres Temperament! Attraktiv fühlte ich mich zu diesem Zeitpunkt aber nicht wirklich.

Auf dem Zenit meiner jugendlichen Schönheit (strunz!!!!) war ich mit 25 Jahren. Auf unter 60 Kilo heruntergehungert und gesportelt, lange Lockenmähne. Ein Schuss ... wie man hier sagt. Da fühlte ich mich auch schön. Für eine kurze Zeit.

Meine heutige Frisur hingegen schlich sich einige Jahre und 10-15 Kilo später in mein Leben. Irgendwann fand ich es praktisch und auch schön, meine Haare nicht offen, sondern öfter mal hochgesteckt zu tragen. Wenn ich nicht gerade Kinder bekam und die typische Vermuttisierung mit "praktischem" Haartod erfuhr, liess ich wachsen, was das Zeug und die Spangen hielten. War ich damit attraktiv? Nö. Weil übergewichtig und unglücklich.

Attraktivitätsspitze Nr. 3 folgerichtig erst, als sich auch innerlich etwas änderte. Der Sommer, als ich mich vom Röllchenvater trennte, war der Sommer, in dem ich mich in das Leben und auch ein bisschen in mich selbst verliebte. Mit hochgesteckten Haaren, einer erfolgreichen Gewichtsabnahme von damals 25 Kilo und einer lasziven Lässigkeit, die ich von mir bis dato nicht kannte.

Die hochgesteckten Haare sind geblieben. Die objektive Attraktivität nicht so ganz. Das Gewicht ist wieder höher, allerdings dank Sport auch der Grad an Fitness und Körperbewusstsein. Doch subjektiv fühle ich mich gerade attraktiv. In rot und schwarz auf hohen Hacken nehme ich mich anders wahr. 

Ist Attraktivität eine Frage äußerer Parameter oder des Lebensgefühls? Ich glaube, letzteres ... 

Und um Ginas Frage zu beantworten: nein, ich wählte die Frisur nicht in einer Hoch-Phase, sondern eher im Gegenteil .. aber ich denke, sie wird noch länger zu mir passen. Jedenfalls, so lange die Haare noch Volumen haben und nicht "verkehrt" aussehen in meiner wegen Ausbleichens ab und zu nachgetönten Naturfarbe dunkelbraun. Denn graue, dünne, zisselige Altfrauenhochsteckfrisuren, die finde ich furchtbar. Dann wird es vielleicht auch der "praktische" Kurzhaarschnitt. Hoffentlich aber erst in vielen Jahren ... 

14.11.2013 um 17:23 Uhr

Ich muss da mal was erklären

von: Spring_Roll   Kategorie: Das Beste zuerst ...

Musik: Ringelreihen

Bevor sich jemand wundert. Ich schließe meinen Zweitblog. Weil es Blödsinn ist. Und mir auffiel, dass die Themen sowieso ineinandergreifen. Es geht ganz grob um das Loslassen. Egal ob Kleidung oder Häuser oder Menschen ...

Alle Beiträge werden seit August jetzt bei den "Frühlingsrollen" zu finden sein. Eure Kommentare aus "Das Beste zuerst" hole ich natürlich auch mit rüber.

Dies nur als aktueller Hinweis, weil Pele gerade einen alten Eintrag aus September kommentierte, bei dem ich nur das Datum zu ändern vergass ...

14.11.2013 um 07:08 Uhr

Zwischen unbequemen Stühlen

von: Spring_Roll   Kategorie: Seelische Gärung

Musik: Complicated (Avril Lavigne)

"Es ist kompliziert"

Auf Beziehungen bezogen, pflegt dieser Ausdruck die Tatsache zu verschleiern, dass jemand sich in einem Schwebezustand oder auf einer Achterbahn befindet, meist mit mehr Mitfahrern als zulässig.

Da ich seit fast zwei Jahren als Single-Rolle durchs Leben gehe, bedeutet der Ausdruck ein momentanes Gefühl der Machtlosigkeit in mehreren Lebensbereichen. Nur temporär, aber trotzdem fühlt es sich seltsam an.

Es ist, als ob der bevorstehende örtliche Wechsel mein Leben gerade komplett bestimmt. Und vor allem die erzwungene Untätigkeit tut das. Maschinenstillstand. Obwohl an so vielen anderen Ecken Aktivität wichtig wäre. Noch ein Monat, dann darf ich endlich handeln.

Betrachte ich die Männer in meinem Leben - Plural, aber ein neutraler Plural, da keiner von ihnen auch nur ansatzweise nah ist - dann fühle ich irgendetwas zwischen nichts und Verwirrung. Langeweile. Überdruss. Und auch hier Ungeduld. Für Hirnwerker bin ich momentan wohl eher ein Strohhalm ... Stress im Job und Einsamkeit in seinem selbstgewählten Kuhkaff-Exil. Dazu kommt, dass sein Sprungtheater vom letzten Jahr tief sitzt bei mir. Ich mag ihn, aber ich vertraue seinen Gefühlen nicht. Al Dente und ich mögen uns, aber mehr ist da nicht und wird da nicht. Potenzial Freundschaft.

Und dann ist da das, was ich wegschiebe. Weil es nicht passt. Nicht richtig ist. Nicht nur ich schiebe. Gerade ist mal wieder Sendepause. Mit einer meiner unangenehmen Fragen bin ich wohl zu tief geraten. Aber meine eigene innere Reaktion auf das folgende Schweigen zeigt mir, dass ich auf keinem guten Weg bin. Ich werde mir noch etwas Zeit lassen und keine übereilte Entscheidung treffen. Aber vielleicht muss ich eine Freundschaft aufgeben, um frei für eine Liebe zu sein. Denn ich habe das Gefühl, dass die Art dieser Freundschaft mich daran hindert, offen für jemand Neuen zu sein. Dieser Mann ist meinen Gedanken und Gefühlen sehr, sehr nah. Aber NUR das. Und das reicht mir nicht. Ich weiß noch nicht einmal, ob ich das andere mit ihm wollen würde. Ich erkenne nur allmählich, dass die Nähe, die unser meist schriftlicher Austausch erzeugt, mir nicht reicht. 

Auf der anderen Seite genügt mir aber auch das Angebot körperlicher Nähe nicht. Deshalb halte ich den Hirnwerker auf Abstand. Und träume im Halbschlaf von einem Mann ohne Gesicht, den ich fühlen, aber nicht sehen kann. Es ist kein realer Mann. Sondern mein inneres Bild davon, wie sich Zusammensein anfühlen kann. Eine bestimmte Art, mich zu berühren, die Hand auf meine Wange zu legen und mich mit einer sanften und doch kraftvollen Bewegung an sich zu ziehen. Eine Bewegung, die "du gehörst zu mir" sagt. Das ist es, was ich mir wünsche in meinem Halbschlaf und manchmal auch in "richtigen" Träumen. 

Seltsame Pfade gehen meine Gedanken da. Auf der einen Seite organisiere ich mein Leben gerade so, wie es zu meiner Singelei passt, auf der anderen Seite wünsche ich mir einen Partner. Es ist gut und richtig, aus Dorf wegzugehen. Feline hat es nicht verstanden, als ich ihr erklärte, dass Dorf kein Ort für Singles sei. "Willst du deinen Wohnort von einem Mann abhängig machen?" fragte sie. "Nein, Feline. Aber ich mache ihn von meiner eigenen realen Lebenssituation abhängig. Und Fakt ist, dass ich mich in meiner Single-Lebenssituation hier nicht wohl fühle. In einer Paar-Situation wäre das anders, weil das Leben eines Paars sich mehr nach "innen" richtet, während das eines Singles mehr nach "außen" geht." Und das ist der Kern. Wer sein Privatleben zuhause hat, dem ist der Ort meist ziemlich wurst. Wer für sein Social Life nach außen geht, der braucht Infrastruktur. Blue, Wirbel und ich können unser Familienleben an jedem Ort haben - aber zumindest für Wirbel und mich spielt sich soziales Leben in Arbeitsstadt ab. Und auch Blue geht mehr und mehr nach außen, wie es für einen Teenager gut und richtig ist. Hat sich in der Fahrschule angemeldet, trifft sich auch mal abends mit Freunden für ein paar Stunden, geht ab und zu aus. Und überlegt, was er wo studieren könnte nach seinem Abitur im Sommer 2015. Seine Ideen sind übrigens gar nicht schlecht. Würde zu ihm passen. Und dann wäre wahrscheinlich auch die Wohnungsentscheidung für ihn nachträglich legitimiert. Er beginnt zu sehen, dass der neue Ort nach einer kurzen Fahr-Belastung für ihn viele Vorteile haben wird.

Ich mag Dorf sehr. Aber ich mag meine eigene Lebensqualität noch mehr. Und das hat dann auch Feline verstanden.

Stand by für Gefühle bis Dezember? Ist das die Lösung?

Vielleicht muss ich einfach nur meinem Kopf und meinen Händen anderes zu tun geben bis dahin. Überfällige Dinge erledigen. Mein Leben sortieren. Aber die Wartezeit reizt dazu, wirren Gedanken- und Gefühlsschleifen sich zu überlassen ... unsortiert bin ich. Und deshalb gehe ich jetzt eine Extralänge am Zellophanfluss .. ich brauche den Rhythmus meiner Schritte, um ein bisschen mehr bei mir anzukommen heute.

Und du, lieber Freund ... lass es dir heute gut gehen ...  

 

 

11.11.2013 um 15:01 Uhr

Rückzug aus dem Netz?

von: Spring_Roll   Kategorie: Perspektivwechsel

Musik: Should I stay or should I go?

Ein gerade gefundener Eintrag von "poisonist" macht mich nachdenklich. Sie hinterfragt die Sinnhaftigkeit sozialer Netze und verabschiedet sich für eine Weile. Als ich das las, fragte ich mich, ob das wirklich der richtige Weg ist. Denn es sind die Menschen und nicht die Netze, die aus dem Ruder laufen. Für mich ist Internet von Anfang an eine Erweiterung von Netzwerken gewesen, nicht der Austausch des Realen gegen das Virtuelle. In Zeiten, in denen ich freiberuflernde "Einzelkämpferin" war, fand ich "Kolleginnen" im Netz. Einige davon wurden über den fachlichen Austausch zu echten Freundinnen, die mich seit fast 15 Jahren begleiten. Als meine Kinder klein waren, wurde das Netz mein Stammcafé, in das ich zwischendurch immer mal wieder für ein paar Minuten gehen konnte, wenn mir nach "erwachsenen" Themen und humorvollem Austausch war. Auch diesem "Stammcafé" verdanke ich mehrere inzwischen langjährige und sehr reale Freundschaften. Immer war das Netz auch Arbeitsmittel. Wenn ich heute in Sozialnetzwerk Nr. 1 aktiv bin, dann auf eine Art und Weise, die oft berufliches mit Privatem verknüpft. Und ich bin mir bewusst, dass ein "Like" von mir Projekte und Anliegen weitertragen kann. Deshalb setze ich es besonders gerne unter Dinge, die mir am Herzen liegen, teile Mitteilungen von Organisationen, die ich unterstützen möchte und kommentiere intelligente Postings, die zum Nachdenken anregen. Außerdem organisiere ich gemeinsam mit anderen über Sozialnetzwerk Nr. 1 eine Freizeitgruppe in meinem beruflichen Umfeld: wir wandern gemeinsam. Von mir wird der geneigte Leser keine peinlichen Videoclips oder Witze-Postings finden. Meine virtuellen Alarmanlagen sind recht sensibel eingestellt.

Und selbst Blogigo bleibt nicht virtuell. Dachte ich noch vor zwei Jahren, dass Tagebuchschreiben ein eher selbstbezogen-einsames Vergnügen sei, so bin ich längst eines Besseren belehrt und pflege einige Kontakte in dieser Plattform, die über persönliche Mails, Telefonate und Treffen zunehmend an Realität gewinnen. Echte Menschen mit echten Leben, lesbar reichem Geist und anziehender Persönlichkeit.

Menschen wie die, die mir begegneten - die sind es, weshalb ich das Internet so schätze. Und weshalb es mir so wichtig ist, mich hier zu bewegen.

Und gerade deshalb stelle ich die Frage, ob es nicht der falsche Weg ist, dass sich die Sensiblen und Denkenden aus dem Netz verabschieden, angeekelt von der dummdreisten Masse? Sollten nicht gerade sie bleiben, um Leuchtfeuer zu sein? Beispiele dafür, wie virtuos virtuell sein kann und dafür, dass virtuell nie virtuell ist, sondern immer so real wie die Menschen am Bildschirm?

Ich gebe Poisonist recht - vieles löst auch bei mir Fremdschämen aus! Aber ich habe mich bewusst für den anderen Weg entschieden. Denn nur wenn ich es selbst anders und für mich richtig mache, habe ich einen Hebel, um auch andere davon zu überzeugen.  

Es sind nicht die Medien ... es sind immer die Menschen ...

11.11.2013 um 08:18 Uhr

Startbox

von: Spring_Roll   Kategorie: lebens(t)raeume

Musik: Word up (Cameo)

Kennt ihr den Moment, wenn überzüchtete Vollblüter zur Startbox an der Rennbahn geführt werden? Tänzelnd, den Kopf unruhig hin und her werfend. Nun ... genau so geht es mir gerade. Nur, dass meine Startbox etwas länger geschlossen bleiben wird, während ich den Tumult der Menge höre und die offene Bahn vor mir nur ahne. Noch fünf Wochen bis zum Vertragsbeginn. Noch drei Wochen bis Kellerschlüssel. Und dann die Hoffnung, an besagtem Wochenende schon die Keller ausstatten zu können. Und Bücher und Geschirr fahren zu können, um die Kisten wiederverwenden zu können. Ich werde wohl meine Wanderer fragen, ob sie mir bei der Kelleraktion helfen können. Einige von ihnen haben Kombis, mit denen die vier Schränke aus den Kinderzimmern und die paar Regalleitern kein Problem sein dürften. Noch zwei "untätige" Wochenenden ...

Heute oder morgen werde ich erst mal mit der Telefongesellschaft konfererieren müssen ... irgendwie passt die Korrespondenz nicht zusammen. Das muss der freundliche Mitarbeiter mir entwirren ... ich rufe nicht mehr an, sondern gehe persönlich im Laden vorbei. Geht schneller und ich habe einen namentlich bekannten Menschen vor mir statt des anonymen Call Centers. 

In dieser Woche habe ich noch einiges auf der beruflichen Abhakliste. Doch ab nächste Woche ist dann die Umzugskorrespondenz dran. Adressänderungen mitteilen. Gottseidank habe ich beim letzten Umzug fast alles recherchiert und muss jetzt nur noch mit der neuen Adresse ausdrucken und faxen/scannen/mailen.

Wartezimmer-Feeling total eben. Und wie beim Warten üblich, schweifen die Gedanken. Wie kann es sein, dass Männer, sobald ich gleichgültig bin und zeitarm, um so emsiger werden? Hirnwerker zum Beispiel schlägt mir einen Termin nach dem anderen vor, die ich bislang, "busy" wie ich bin, in Reihe ablehne. Vielleicht treffe ich ihn am nächsten Wochenende. Mal sehen. Im Grunde aber auch nicht wichtig.Jetzt ist nicht die Zeit für emotionale Kapriolen. Jetzt ist die Zeit für wirkliche Veränderung. MEINE.

Und wohl nicht nur meine. Der Cineast macht mir Sorgen. Zusätzlich zu den Krankheiten in seiner Familie schlägt der Stress ihn jetzt KO. Sehstörungen und Schwindel. Irgendwann macht der robusteste Mann mal schlapp. Und emotional scheint er auch in die Schlussphase seines inneren Kampfes einzutreten. Er gesteht sich gerade ein, dass es eine Frage der Zeit ist, wann er und seine Frau sich trennen. Es fällt ihm schwer, die gemeinsame Vergangenheit loszulassen und es fällt ihm schwer, das Gefühl von Familienleben loszulassen. Aber er wird es tun müssen, wenn er nicht völlig vor die Hunde gehen will in einer Ehe, die keine mehr ist. Ich würde ihm gerne helfen, kann es aber nicht. Diesen Weg kann er nur alleine gehen, denn so eine Entscheidung muss in eigener Verantwortung getroffen werden ... auch wenn es dann länger dauert, als Außenstehende nachvollziehen können. Von innen sieht halt vieles anders aus. Das Einzige, was ich ihm mit auf den Weg geben kann ist eine Warnung: Trennung funktioniert nur von etwas weg, nie zu etwas hin. Und jeder, der sich trennt, muss das Weggehen ganz vollziehen und dann die Phase des bei sich selbst Ankommens durchleben. Erst dann ist der Zeitpunkt da, wieder auf etwas neues ... auf JEMANDEN ... zuzugehen. Und das Weggehen ist eine sehr, sehr einsame Entscheidung und ein einsamer Prozess. Freunde können nur da sein ... an der Seite.