Frühlingsrollen und die Gesetze der Schwerkraft

31.01.2014 um 17:15 Uhr

Mein Geschwätz von ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Miscellaneous

Musik: Don't you ... (Simple MInds)

Was interessiert mich mein Geschwätz von ... heute morgen? Frage ich mal frei nach Adenauer. Und wenn, wär's auch egal, denn besagtes Geschwätz fiel einem Blogigo-Absturz zum Opfer. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass ich mich seit Stunden nicht einloggen konnte.

Gestern jedenfalls schwätzte ich morgens noch von Reflektion und Rückzug ... bloss um nachmittags bestens gelaunt in die andere Richtung zu plappern und zu handeln. Den Stimmungsauftrieb verdankte ich nicht nur der Tatsache, dass die beruflichen Rezepturen erfreuliche Ergänzungen und gute Entwicklungen erfuhren, sondern auch einem gelungenen Einkaufsbummel, der mir nicht nur ein schlicht-schwarzes Rekonvaleszenz-Gammeloutfit bescherte, sondern auch ein apartes Blusentop. Dass mein Grinsen dann nachmittags im Mundwinkel festgetackert war, verdanke ich allerdings weder Shopaholism noch Workflow - das ist ein Mann schuld!

Und diesmal sogar einer, den ich noch nicht einmal telefonisch, geschweige denn persönlich kenne! Weil ich nämlich schon zwei Mal Wanderungen, die er auf unserem virtuellen Wander-Kontakthof anbot, angemeldet und wieder abgesagt hatte. Und wir darüber in einen Mailaustausch gerieten. Mit der Motivation, gelegentlich mal eine bestimmte Strecke zu wandern. Und mit dem Nebennutzen, von unseren 300 m entfernten Arbeitsplätzen aus mal gemeinsam einen Kaffee zu nehmen. Mehr nicht. Vor ein paar Tagen schlug er einen Kaffeetermin vor, den ich ihm mit Blick auf die Gesundheitsbaustelle absagen musste. Und dann kam gestern ... mittags eine Mail, er habe etwas für mich abgegeben. Von der grinsenden Madame Kaczmarek nahm ich einen dicken weißen Umschlag entgegen. Und packte Erzählungen von Hesse und eine handgeschriebene Karte aus. So eine schöne Geste! Natürlich habe ich mich sofort per AB bedankt ... und den Kaffee in ein, zwei Wochen gebe ich natürlich aus. Wie schön, dass es Menschen gibt, die einfach mal eine Freude an eine Fremde verschenken!

Die gute Laune hielt dann den Abend über. Die Perfektionistin überredete mich noch zum Besuch eines Events in Superluxusschuppen, einem Hotel mit mehreren Sternchen und gesalzenen Preisen. Allerdings waren dort wirklich interessante Leute und wir haben uns gut amüsiert. Und auf dem Rüauckweg habe ich dann noch Wirt einen Besuch abgestattet - und wurde so herzlich empfangen, dass ich wohl auch ohne meinen Kumpel öfter hingehen werde. Nein, ich habe keine Angst, alleine in eine Kneipe zu gehen .... aber es ist eine Schwulenkneipe ... und ich eine Frau. Und hetero. Aber die begeisterte Umarmung von Wirt zeigte mir, dass diese Bedenken nicht nötig sind. Auch wenn ich wie immer die einzige Frau dort war.

Tja ... und heute morgen saß ich dann völlig erstaunt bei der Vorbesprechung zu meiner medizinischen Baustelle. Denn wenn ich Glück habe, darf ich das sogar ambulant erledigen. Glück bedeutet in diesem Fall, dass der Arzt nur das findet, was er jetzt vermutet. Im anderen Falle habe ich Vollpension. Wobei ich diesem Arzt absolut vertraue. Er war derjenige, der mich vor 14 Jahren vom bösen K befreite. Und seine Mitdoktorin arbeitet auch in der Praxis meiner Ärztin. Also medizinische Hängematte. Und private auch. Denn nach ambulanter OP ist Abholung durch eine "Betreuungsperson" zwingend. Macht Glamour Girl. Und abends passen Blue und die Nachbarinnen von oben "auf mich auf". Und die Perfektionistin steht telefonisch auf Abruf bereit. 

Nur Feline musste ich vorhin enttäuschen. Die wollte nämlich nächsten Samstag ihren Geburtstag nachfeiern. Und das werde ich definitiv weder können noch wollen. Erstens wegen langer Anfahrt in ruckelnden Bahnen und zweitens, weil mich so gar nichts nach Dorf zieht derzeit. Aber das finde ich nach so vielen Jahren "Käfig" auch nur normal ...

Eure

Lady Liberty ... aka Rolle 

 

30.01.2014 um 08:59 Uhr

Psycho???

von: Spring_Roll   Kategorie: Rolle 2.0

Musik: Maniac (aus dem Film "Flashdance")

Da setzt sich Frau Rolle doch gestern hin und macht einen Psychotest. Nicht den üblichen in einer Frauenzeitschrift, der mir verraten soll, ob ich eine gute Freundin/Liebhaberin/Kollegin/Ex/Hastenichtgesehn wäre. Sondern einen hochwissenschaftlichen. Nach Herrn Jung. Zugegeben, eine Kurzfassung. 20 Minuten sollte er dauern, 5 habe ich gebraucht. Weil es wieder Mal multiple Choice war. Kreuzchen machen. Und wütend war ich hinterher. Denn bei so vielen Antworten hätte ich eigentlich gerne begründet, warum nun diese oder dass eigentlich beide. 

Der Hintergrund? Reiner Wissenshunger. Denn eine meiner Weiterbildungen in den nächsten Wochen befasst sich mit dem Innenleben und den darin verborgenen Chancen. Der Test war die "Hausaufgabe" vor der Veranstaltung. Und bevor ihr fragt: es geht nicht um die Arbeit mit anderen Menschen dabei, sondern nur um das Erkennen der eigenen Strukturen und Stärken ... und ihr spätereres Einbringen in Engagement und Beruf. Spannend ist das. Und ich bin gespannt auf die Auswertung meiner spontanen Ambivalenz. Ein Beispiel: Planung und Flexibilität. Ich mag keine "Korsetts" ... aber ich plane schöne Dinge im Kopf hin und her. Ich bin eine exzellente Analystin - aber gleichzeitig z.B. eine intuitive Diskutantin.Ich habe weder viele Bekannte noch wenige enge Freunde. Angekreuzt aber viele Bekannte, weil ich VIELE Freunde habe. Meine Definition von Freundschaft und deren Raster passen nicht zusammen ... 

Dies nur am Rande. Außerdem merke ich, dass ich trotz aller zur Schau getragenen Gelassenheit doch ein wenig nervös bin. Nachdem ich damit gestern abend dem Münchner Kindl und Glamour Girl sicherlich ziemlich auf die Nerven ging, ziehe ich mich heute abend ins Private zurück und besuche eine Veranstaltung nicht. Es geht mir besser damit. Ich brauche gerade Reflektion und Zeit mit mir selbst. Dann kommt die Gelassenheit schon wieder. Notfalls mit Strickzeug. Das hilft immer.

Herr Neujahr ist zum Alten Jahr geworden ... Geschichte. Und es ist mir eher egal. Jemand, der nie wirklich in meinem Leben war, hinterlässt keine Lücke. Irgendwann wird es wieder einen geben, der sich "richtig" anfühlt. Aber es eilt nicht. Herr Neujahr war nicht richtig. Er war in der falschen Phase ... im "jetzt erst recht". Soll er sich auslaunen und austoben ... alles Gute dafür.

Eine andere Bloggerin schrieb anderswo davon, sich in sich selbst zu verlieben. Ich denke, ich habe gelernt, mit mir zu leben ...  

29.01.2014 um 07:12 Uhr

Da kommt der Hustinettenbär ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Familienbande

Musik: Kakophonie in Dur für Husten, Schniefen, Jammern

Kennt jemand noch die alte Werbung? Der fröhliche Hustinettenbär? Den könnten wir hier gerade brauchen. Wirbel hat einen Halbjahresvorrat an Taschentüchen in zwei Tagen verbraucht und bellt schallend durch die Nacht. Fieber ist weg. Aber das Kind ist weit weg davon, heute in die weit geöffneten Arme der Beschulung zu springen. Stattdessen beisse ich in den sauren Drops (Obst mag ich um die Zeit noch nicht) und gehe gleich noch mal zur Dottoressa mit ihm. Und hetze dann zum 9 Uhr-Termin. Blöd gelaufen. Ich habe diese Woche jede Menge Abendtermine. Und muss zwischendurch heim, um das leidende Kind zu betütschern und vor allem zu bekochen. Und habe höllische Angst, mich anzustecken, weil dann meine eigene Planung mit Klinik und Co. platzen würde. 

Herr  Neujahr meldete sich auf meine durchaus freundliche Antwort vom letzten Freitag nicht mehr. Ich sehe es mit Gleichmut. Entweder taucht er irgendwann wieder auf oder eben nicht ... Kismet. Zeigt mir aber auch, dass ich zwar Sympathie und Freude an seiner Gesellschaft empfand (jedenfalls vor dem Dentistengroll), dass ich aber weit davon entfernt war, daraus tiefere Gefühle wachsen zu lassen. Dazu war die Schutzschicht noch zu dick. Gut so.

Nach der gesundheitlichen Baustelle werde ich mir Gedanken um meinen Körper machen müssen. Seit dem Umzug treibe ich kaum noch Sport. Des Armes wegen - siehe Badewannensturz vom 18.12. Ich habe mir wohl irgendetwas gezerrt in Schulter oder Oberarm, das die  Beweglichkeit nach oben und links schmerzhaft macht. Zerrungen brauchen bekanntlich ihre Zeit. Allerdings merke ich jetzt schon, dass ich undisziplinierter beim Essen wurde. Der Sport gibt meinem Tag und meiner Ernährung einen Rahmen. Und der fehlt. Mein Hanteltraining werde ich sicher noch einen Monat vergessen können. Doch sobald ich kann, werde ich schauen, dass ich wieder täglich laufe oder zumindest den Crosstrainer besteige. Dazu muss ich nur früher losgehen zuhause und mich wieder im Sportclub duschen morgens. Eigentlich kein Problem. Wenn ich Wirbel normal zur Schule wecke, kann ich um 7.15 dort sein, trainieren und in Ruhe saunen und duschen. Das muss wieder zur Routine werden. 

Die Klinik werde ich zum Anlass nehmen, meine Ernährung wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Zu viel Schokolade und sonstige Sünden in letzter Zeit. Gestern sah ich Zudick um das Haus schleichen, Kater streicht mir zufrieden um die Beine und Töle liegt vollgefressen auf dem Sofa. 

So nicht, ihr Bande!

Aber das Verhalten hatte sich eingeschlichen. Wohl auch geschuldet dem abendlichen gemeinsamen Essen mit zwei immer hungrigen Nachwuchsmännern. Für die ich nach wie vor "gehaltvoll" kochen muss. Doch für mich muss sich wieder etwas ändern. Ab diesem Wochenende. Samstags bin ich noch eingeladen. Aber ab Sonntag ist dann mal wieder Kohlenhydrate-Entzug. Keine Schokolade vor allem. Croissants nur noch am Wochenende. Weniger weißes Brot, mehr Gemüse, weniger Saucen. Ich liebe Saucen, das wird mir schwer fallen. Und spätestens eine Woche nach der Klinik Umstieg auf Salate. Die esse ich gerne ... sind mein Soul Food. Leider isst Blue sie nicht. Und es dauert lange, sie zuzubereiten. Weshalb ich nach getaner Abendessensarbeit für Blue und Wirbel nicht immer die Energie habe, noch loszuschnippeln. Das muss ich ändern. Oder den Salat mittags essen und abends auf wenig Vollkornreis und viel Gemüse umsteigen. Geht auch. 

Vor dem Entzug habe ich Respekt. Gut, dass ich den Anfang mit Krank-Tagen schaffen kann. Ich bin unglaublich fahrig, wenn mir mein Betriebsstoff fehlt. Und habe es noch nicht geschafft, ihn dauerhaft durch etwas anderes zu ersetzen. Für den Süßhunger zwischendurch und das Bedürfnis nach "Verwöhnen" habe ich mir am letzten Wochenende eine neue Kaffeemaschine gekauft. Eine, die aus eingekapselter Hexenküche guten Espresso und sogar leckeren Latte Macchiato machen kann. Es schmeckt, das Gebräu. Vorher hatte ich eine S*nseo. Und der Espresso daraus schmeckte einfach nur gruslig. Normalen Kaffee trinke ich nicht, Latte konnte sie nicht. Also kompletter Blödsinn für einen Haushalt, in dem nur gelegentliche Gäste und Handwerker überhaupt "Bohnenkaffee" trinken. Steht jetzt im Keller und harret eines Mitnehmers. Werde mal Patenkind fragen, ob er sie will. (Done!).Die "Neue" ist vielseitiger. Die kann z.B. auch Kakao. Den mögen Blue und Wirbel. Und sie kann mir bei Süsslust mal eben ein leckeres Cappugetränk zaubern.

Tja, Kater und Töle ... Schluss mit dem Schlendrian. Und wenn ihr bei diesem Soft-Programm nicht spurt, werden die harten Bandagen aufgefahren. Das Münchner Kindl z.B. verzichtet komplett auf Abendessen ... naaaa, was sagt ihr? 

 

 

 

 

 

27.01.2014 um 07:40 Uhr

Omen?

von: Spring_Roll   Kategorie: Seelische Gärung

Musik: Pillow Talk (Doris Day)

Tagsüber bin ich (meist) ruhig und gelassen. Doch irgendetwas scheint in mir zu arbeiten. Und sich in Träumen ein Ventil zu suchen. Heute nacht träumte ich unsere Urlaubsplanungsrunde von Freitag. Die sehr harmonisch und in sehr kleinem Kreis geschah. Nur drei von vier Leuten, die sich gegenseitig vertreten und wir haben es geschafft, eine alle zufriedenstellende Lösung (inklusive der Wunschliste der vierten) zu finden. Unproblematisch also. Und es saßen Leute zusammen, die sich gegenseitig respektieren.

Geträumt habe ich eine ähnliche Situation in etwas größerer Runde. Und ein Szenario, in dem x, y und z ausfielen und ein Kollege sagte: dann müsste Frau Rolle die Firma alleine wuppen - aber die ist ja nur eine "Bürokraft", das geht ja nicht. Besagter Kollege verdient mehr als ich, tut halb so viel und hat schon bei einigen Leuten für den sprichwörtlichen "dicken Hals" gesorgt, wenn er sich mal wieder in heißen Phasen drückte, wo es ging. Im Traum schaute ich ihn an und fragte nach "Bürokraft? Ich hoffe, du weißt genau, was du da gesagt hast. Und kannst mit den Konsequenzen leben." Und ich stand auf und ging heraus. Mit erhobenem Kopf. Und ging draußen spazieren. 

Es gibt keinen konkreten Anlass für den Traum. Nicht in der Gegenwart. In der Vergangenheit - ja. Vor einem Jahr fing die für mich schwierige Phase an. Und ich habe längst meinen Weg gefunden. Es dauert noch etwas, bis Ziele in Sicht kommen. Aber ich werde mich unabhängig machen von solchen Situationen. Der Kollege übrigens würde nie so etwas sagen. Der ist zwar faul, aber völlig gutartig. Und froh, wenn man (Rolle) ihm gelegentlich mal wieder den Karren aus dem Dreck zieht ...

Ein weiterer Traumfetzen erzählte mir, dass ein 1000 Jahre altes historisches Monument abgerissen wird ...

Ich bin keine Traumdeuterin ... aber Veränderung steht in roten Lettern in meinem Unterbewusstsein. Ich bin gespannt, was noch kommt ...

Gleich kommt erst mal Wirbel. Krank. Und wird sich Mühe geben, mich vor dem Krankenhaus noch mit Viren zu versorgen, was er hoffentlich nicht schaffen wird. Ich rüste auf. Mit Medikamenten und co. ... Attacke ...

Nachtrag: Wirbel nicht mit Chemie, sondern erstmal mit Arzttermin versorgt, in der recht ansprechend wirkenden Praxis gegenüber, so dass er im Spontankrankfalle auch direkt von der Schule aus dort aufschlagen kann. Liegt ja auf dem Weg. Riesenkanne Kamillentee gekocht - einer der wenigen Jugendlichen, die den freiwillig trinken!

Und nun meine eigene Liste: Krankenkasse nerven, die Blues Karte seit sechs Wochen schicken wollen und es nicht tun. Einladen zu zwei Events. Beide mit Kalorien versorgen. Und irgendwie den Schreibtisch so entfrachten, dass ich früh heim kann zum kranken Nachwuchs. 

 

26.01.2014 um 17:05 Uhr

Musik, tief aus der Seele ...

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Barrio Reo (Got@n.uy)

Da kaufte ich eher zufällig Karten für ein mir unbekanntes Duo und bekam - die Wucht südamerikanischer Musik und Herzlichkeit!
Die Tangoqueen und ich betraten die kleine Kaffeebar gleichzeitig von zwei Seiten ... und in der Mitte stand Mutter Courage. Eine Freundin der Limette, die sich leidenschaftlich für die Rechte von Flüchtlingen einsetzt. Mutter Courage deshalb, weil sie so alt ist wie mein Vater und ich zufällig ihren Sohn beruflich kennenlernte irgendwo in der Welt. Jedenfalls begrüßte sie mich mit strahlendem Lächeln, bat uns, ihr einen Platz freizuhalten im Konzertsaal und entschwand dann in die Künstlergarderobe. Und wir erfuhren mit Überraschung, dass der Gitarrist ihr Neffe ist. Wir erlebten ein einzigartiges Konzert, das in meinem CD-Player nachwirkt ... natürlich kaufte ich zwei CDs und ich liebe, liebe, liebe sie.
 
Nach dem Konzert ein spontanes Mittagessen bei mir ... so schön, so nah zu wohnen! Und ein tolles Gespräch zu dritt mit Tangoqueen und Mutter Courage. In dieser Konstellation gerne wieder ... beide sind so anregende Menschen. Und irgendwann werde vielleicht auch ich Tango lernen ...
 
Und nun .... Wellness ... wie es einem Sonntag geziemt ...
 
 
 
 

26.01.2014 um 10:21 Uhr

Stau wegen Gaffern

von: Spring_Roll   Kategorie: Familienbande

Musik: Samariter-Blues (Sprenger, CD Eigensinn)

Eigentlich sollte hier heute morgen ein ganz anderer Eintrag stehen. Von einer mit guter Laune und unausgesprochenen Erwartungen besuchten Party, die letztere nicht erfüllte. Es wurde ein wenig getanzt, das Münchner Kindl flirtete mit dem Falschen und gerade rechtzeitig gelang "der Absprung" - das angeschickerte Kindl in ein Taxi verfrachtet und selbst durch die Nacht nach Hause gegangen ... auch die besten Highheels tragen keine 12 Minuten mehr nach Tanzbelastung. 

Nicht sehr ergiebig, gelle? Aber das war die Party auch nicht. Im Gegensatz zum Münchner Kindl hatte ich mir aber irgendwann eine kleine Pizza organisiert, so dass ich den Wein besser vertrug. Trotzdem fühle mich heute morgen "lätschig" ... müd und antriebslos.

Den "Knochen" warf mir dann Julio hin mit seinem Kommentar. Und ich denke, dieser Kommentar bedarf einer etwas ausschweifenderen Hintergrund-Erklärung.

1. Frau Rolle war schon immer eine, die krank am liebsten Ruhe hat, zum Schlafen, Nachdenken und Genesen. Und eine, die vor allem SICH SELBST Detailschilderungen medizinischer Eingriffe und physischer Befindlichkeiten erspart. Wenn mir jemand eine OP-Narbe zeigt, gucke ich ... WEG. Und wer mir dann erklären will, was da wie gemacht wird oder wurde, bekommt ein Stoppschild. Ist BÄH. Ekelt mich. Bei mir selbst und anderen. Nahe Menschen bekommen gesagt: Ich liebe dich und wünsche dir Heilung. Sprich mit mir über deine Gefühle oder lass dich fallen - aber die Farbe deines Wundsekrets teile bitte mit denen, die es wirklich angeht. Nämlich den behandelnden Ärzten.

2. Irgendwann in diesem Leben bekam ich zur eigenen eine (Nun-Ex) Schwiegerfamilie hinzu. Und diese neigte zum Krankenbetttourismus. Kaum extubiert, stand schon ein Geschwader von Tanten und Cousinen schnatternd vor dem jeweiligen Bett. Kann man nach einem geburtshilflichen Eingriff ja noch verstehen, spätestens bei Krebs riß aber mein Geduldsfaden und ich verbot meinem Exmann bei Todesstrafe die Weitergabe von Zimmernummer und Telefonanschluss. Funktionierte nie. Und nervte unendlich. Irgendwann rastete ich aus und machte klar, dass ich zwar Menschen sehen und sprechen wollte, dies aber nicht von der familiären "Bindung" abhängig machte. Meine beste Freundin, die brauchte ich, aber sicher kein "Gutschigutschi" von Menschen, die mir auch gesund nie nahe kommen würden, weil ihre Welt so ganz anders ist als meine.

3.  Ich nenne es scherzhaft "lone wolf"-Strategie. Ich bin aber natürlich nicht alleine. In 10 km Umkreis wohnt reichlich Familie, Wahlfamilie und ganz viel Mitfühlen und Hilfsbereitschaft. Meine Hängematte. Der lateinamerikanischen Kümmer-Armada musste ich allerdings wirklich noch erklären, dass es in unserem Kulturkreis nicht wünschenswert ist, den Aufwachraum zu entern. Meine nahen Menschen wissen, dass ich nichts dramatisiere und eine Bitte um Ruhe kein Abkapseln ist. Sie wissen auch, dass ich laut und deutlich nach Hilfe oder Unterstützung rufen kann, wenn ich sie brauche. Und dann sind sie da. Sofort. Meine Eltern, BesteFreundin, GlamourGirl, die gegenüber der Klinik arbeitet und viele andere.

4. Hier werde ich aber höchstwahrscheinlich Pause machen. Ich überlege noch, ob ich den Rechner mitnehme. Wahrscheinlich aber nicht. Zugunsten eines dicken Buchs von Haruko Murakami (1Q84). Und eines Merinostrickschalprojekts.

Und nun ... die Tangoqueen erinnert mich per FB an die Zeit ... los zum Tango hören ... 

 

25.01.2014 um 07:54 Uhr

Streiflichter

von: Spring_Roll   Kategorie: Morgenstund

Musik: Vogelstimmen

Wer um 20.30 erschöpft einschläft, ist um 6 Uhr wach. Keine präsenile Bettflucht, sondern Folge eines Anfalls von Frieren und Bettbedürfigkeit am gestrigen Abend. Dabei war die Woche keine besonders anstrengende, der gestrige Tag sogar eher entspannt, das Abendessen mit Blue und Wirbel angenehm. Aber mein Körper sagt: SCHLAF! Und das tut er diese Woche nachdrücklich. Und ist dann morgens dafür früher fit, was auch nicht verkehrt ist, verschafft es mir doch eine Stunde für mich, bevor der Tag mich mit aller Macht einholt - heute mit der bohrenden und hämmernden Macht meines Vaters, der nebst Rollator in einer guten Stunde von unserem Bahnhof abgeholt werden will und für den ich schon ein seinen Geschmacksnerven gerecht werdendes Mittagessen geplant habe - Hausmannskost, die es bei uns sonst selten gibt.

Gestern durfte ich dreimal Freude verschenken - und nur einmal kostete es mich mehr als ein Lächeln. Morgens eine Croissantrunde für die Abteilung und ein verdutzter Blick von Madame Kaczmarek, dass sie und ihr Team mit bedacht wurden. Ohne die Kaczmareks wäre ich so oft aufgeschmissen - ein Mini-Dankeschön muss einfach ab und zu sein. Und nachmittags schrieb ich dann eine Email, auf die hin ein abendlicher Anruf folgte - und jemand sehr glücklich war, im April eine Reise machen zu dürfen. Eine, die eigentlich ich hätte machen wollen. Aber das möchte ich aus mehreren Gründen gerade nicht. Er schon. Und so saßen wir hüben und drüben vor unseren Rechnern und er meldete sich in dem Moment an, in dem ich den Platz freigab. Die dritte Freude hatte die Perfectionista ... die Freundin, für die ich einige Wochen lang einen Blognamen suchte. Sie rief mich an, nachdem es ihr endlich gelungen war, durch eine Spontantour nach Nachbargrossstadt ihr Outfit für eine Mottoparty zu komplettieren. Und irgendwann im Gespräch sagte sie: "Weisst du, ich finde es toll, dass du jetzt hier wohnst. Weil wir jetzt telefonieren und du rein theoretisch sagen könntest, dass du kurz vorbeikommst und dir mein Outfit anguckst". Wir waren beide zu müde ... aber sie hat recht. Es ist das "können" und nicht das "tun", das meine neue Lebensqualität ausmacht. Die Vielfalt möglicher Entscheidungen auf kleinstem Raum. Wenn ich von Ginas 1,5 km mit Einkaufstaschen höre, ist mir das in leidvoller Erinnerung. Heute gehe ich zu Fuß nach Hause und komme sowieso am Supermarkt vorbei. Von dort sind es keine fünf Minuten nach Hause - 300 Meter geschätzt. Auch die Bahn hält dort.  Luxus. Lebensqualität. Und immer wieder geschätzt. Wie gerade jetzt. Denn Blue ist unterwegs, um uns frische Croissants zu holen. Wie heute abend, wenn ich tanzen GEHEN darf ... gerade mal 12 Minuten von zuhaus.

Ein weiterer Luxus ist es, mit Herrn Neujahr das absolute Anfangsstadium einer Bekanntschaft zu pflegen. So muss ich seinen Groll über das Zerwürfnis mit seinem Zahnklempner und die daraus resultierende Nicht-OP nur als Nachricht zur Kenntnis nehmen, aber nicht aushalten. Das macht er mit sich alleine, der Beschäftigung mit "blauen Briefen" und dem reichlich fliessenden Geburtstagsalkohol eines Freundes aus. Und ich darf dann meine gesundheitliche Baustelle auch als einsame Wölfin bestreiten, mag ich doch weder Krankenbesuche noch finde ich, dass es der weiblichen Anziehung nützt, im Baumwollnachthemd in einem Klinikzimmer gesehen zu werden, womöglich noch mit unattraktiven Plastikbeuteln zum Aufsammeln postoperativer Nässung ausgestattet. Nein ... wenn ich in einem Nachthemd gesehen werden sollte von einem Mann, den ich auch nur ansatzweise anziehend finde ... dann sollte es definitiv die ANDERE Sorte Nachthemd sein, die, die mehr verspricht als verhüllt. Und diese Sorte und vor allem die dazu gehörende Situation lässt sich in einem Krankenzimmer wohl eher nicht herstellen, gelle?

Lassen wir also Herrn Neujahr schmollen und grollen ... und finden es gut, dass auch seine Selbsterkenntnis diesen Zustand zu einem ihm allein gehörenden macht. 

Ich fühl' mich gerade heiter ... 

 

22.01.2014 um 08:34 Uhr

Die letzten Rätsel der Menschheit (m)

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: Don't answer me (Alan Parsons Project)

Da kommt ein Mann aus einer jahrzehntelangen Ehe. Und ist gerade in der Phase "jetzt probiere ich, was noch geht". So empfinde ich Herrn Neujahrs Worte jedenfalls. Und ich nehme Menschen gern beim Wort. Da ich erstmal kennenlernen will, bevor ich ein Etikett auf eine Annäherung pappe, bin ich dabei recht entspannt. 

Was mich allerdings immer wieder schmunzeln und auch lächeln lässt, ist die gleichzeitige Verbindlichkeit seines Handelns. Er ruft mich an und hält mich über sein Leben auf dem Laufenden. Bespricht seine Zahn-OP mit mir. Irgendwie schon zu Beziehung. Du, ich muss dir gerade noch erzählen, bevor ich gleich mit den Kollegen etwas trinken gehe ... und das, bevor über Gefühle auch nur ansatzweise gesprochen worden wäre. Bislang sind wir ja noch in der absoluten Anfangsphase ... wir lernen uns eben kennen, treffen uns, gehen essen und nähern uns langsam, entdecken uns. Ärgern uns gemeinsam über die neuesten Kapriolen des Nachwuchses (seine beiden Söhne sind im Alter von Blue und WIrbel) und erzählen uns die ungewöhnlichsten Details aus unserer Vergangenheit ... wie unsere erste Begegnung mit dem Tod (unsere Großväter). 

Und Nein ... es ist nicht wirklich beunruhigend. So lange ich mein eigenes Tempo von Annäherung dabei behalten kann. Jetzt kommt sowieso erst einmal eine Pause. Morgen, so alles gut geht, seine Zahn-OP, die ihn wohl über eine Woche ausknocken wird. Und kurz darauf dann meine OP, die ein paar Tage Krankenhaus und anschließende Erholung zuhause bedeutet. Das Projekt "wildes durch die Laken Rollen" jedenfalls ist zurückgestellt bis Ende Februar. Mindestens. Und eigentlich finde ich das völlig ok. Wohin mich Head over Heels bringt, habe ich bei Visavis und Breathless gesehen.

Letzterer übrigens (siehe letzter Eintrag), war einer von den Menschen, die sich in einem fernen Entwicklungsland aus ihrem Gefühl der Leere und Ohnmacht befreien wollten. Hat aber nicht geklappt. Weil die Mühlen der Bürokratie eben nicht alles durchlassen, was durch will. Und nun sitzt er wieder back home in einer langweiligen Landeshauptstadt und erzählt wahrscheinlich der nächsten Frau von Freiheit und Abenteuer. Arme Socke. OK, beamtete Socke. Und deshalb von einem starken sozialen Netz getragen und ohne Risiko des völligen Abrutschens. In der freien Wirtschaft wäre das ein Kandidat für die "Rutschbahn" ...

Visavis habe ich schon Wochen vor meinem Umzug nicht wiedergesehen. Nachdem seine Mutter den irgendwann mal bei mir hinterlegten Antiaussperrschlüssel abgeholt hatte, haben wir noch ein Mal telefoniert. Bei diesem Telefonat sagte ich ihm, dass ich ausziehe. Ich sah ihn noch ein Mal über den Hof schlurfen danach. Verwahrlost und mit glasigem Blick. Fühlte Mitleid. Und grenzenlose Erleichterung, dass mich dieses Schicksal nicht mehr herunterzieht.

Kleine Rätsel in meinem Leben, große Rätsel in dem einer Freundin. Die Tangoqueen hat vor längerer Zeit jemanden kennengelernt. Es war im Ausland. Dort, wo ihr Tanz zuhause ist. Auch für ihn war es Ausland. Auch wenn die beiden eine gemeinsame Muttersprache sprechen, war ihre Sprache von Anfang an der Tango.Die beiden verliebten sich in der Ferne. Und hielten Kontakt, während er dort blieb und sie weiter reiste. Doch als er wieder heimfuhr, riß der Faden. Fast ein Jahr NICHTS. Es gab eine Brücke zwischen ihnen. Aber diese Brücke trug nicht. Und sie wurde vor kurzem weggespült. Doch dann das Mirakel. Als es die Brücke nicht mehr gab, kamen plötzlich Nachrichten über den Ozean. Ich weiß nicht, was in diesen Nachrichten steht. Aber ich weiß, dass der Faden wieder aufgenommen wurde. Ein Rätsel - warum riss der Faden ab? Und warum ist es jetzt anders?

Das dritte Rätsel der Woche betrifft das öminöse Projekt des Grafen. Seine Durchlaicht strebt nach dem goldenen Vlies. Da ich zur Seekrankheit tendiere, ist eine Einschiffung auf seiner Argo eher mit einem Fragezeichen zu sehen. Zumal die Art von Expedition, die gerade vor meinem geistigen Auge "popup" spielt, wahrscheinlich Investition vor die Aussicht auf Gewinn setzt.

Wenn ich "spielen" dürfte ... d.h. IT Gurus und Visionäre mitziehen könnte, dann wäre ich für ein investitionsarmes Projekt. Und zwar im Geiste meines Eintrags von gestern. Ich stelle vor: Das ZEIT-REICH.

Grob gesagt eine Community im Netz. Kann aber viel mehr werden. Es geht darum, Reichtum an Zeit nicht nur zu empfinden, sondern auch zu leben. Wir haben gerade einen Wertewandel in unserer Gesellschaft. Schneller, höher, weiter wird nicht mehr lange funktionieren. Im Zeit-Reich geht es um die Entdeckung der Langsamkeit, um das Verschenken und Geniessen von Zeit. Um Zeit-Oasen. Um Aus-Zeiten. Um das subjektive Gefühl, Zeit zu haben.

Es geht darum, den Wert von Zeit zu fühlen - auch als Währung. Den MEHRWERT. Wenn jemand, der sich einen Hund wünscht, mit einem Hund spazierengeht, gewinnen zwei Menschen Qualitätszeit. Der eine, der z.B. ins Theater gehen kann, wo der Hund nicht willkommen ist. Der andere, weil er etwas gut, das ihn glücklich macht, nämlich mit einem sicheren Gefühl abends mit einem Hund spazieren zu gehen.

Oder die beiden Hobby-DJs Ü40 und inzwischen Ü50,  die vor ein paar Jahren anfingen, Parties zu organisieren. Eintritt frei. Sie verdienen damit nichts, aber sie haben Spass ohne Ende. Die Gäste auch. Und der Wirt freut sich über eine volle Kneipe. Win-win-win und das Gefühl von Qualitätszeit. 

Das nur als einfaches Beispiel. Es gibt so vieles mehr. Man muss es nur "einsammeln". Und mit einem gewissen Niveau präsentieren. Kostenfrei für Nutzer natürlich.  

 Versponnen? Ich denke nicht ... genau das fehlt vielen Menschen. Den Asseln, die sich hinter ihrem Schreibtisch vergraben, den Tausendfüsslern, die gar nicht schnell genug von Meeting zu Meeting zu ach ja Familie hab ich ja auch noch rennen, den Lasteseln, die sich immer noch eines draufpacken lassen und doch nie die vor ihnen geschwenkte Rübe erreichen, den Windhunden, die immer dem nächsten Ziel hinterherrennen und den Wattwürmern, die einen ständigen Strom von Problemen fressen und ausscheiden.

Die Debatte ist eröffnet ... copyright für die Idee: Spring_Roll 

 

 

 

 

 

 

 

 

21.01.2014 um 11:24 Uhr

Zeit ist Geld

von: Spring_Roll   Kategorie: Zeit delight

Musik: HALF a minute (Matt Bianco)

Zeit ist Geld. Sagen Unternehmensleitungen, Consultants und Co. Und deshalb wird die Taktung im Job immer härter, hetzen wir von Termin zu Termin, quetschen drei Tage in einen einzigen. Keine Seltenheit. Und Grund dafür, warum immer mehr Menschen sich irgendwann einfach "abmelden" - der Körper versagt den Dienst, die Seele explodiert: Burn Out. Wieder andere werfen im Kurzschluss alles weg, was ihr Leben bislang prägte. Gehen "Zigaretten holen" oder verpflichten sich auf ein paar Jahre (nein, nicht bei der Fremdenlegion) irgendwo in einem Entwicklungsland.

Wieder andere rutschen langsam den Abhang herunter. Nicht leistungsfähig genug, nicht flexibel genug, nicht mehr verbrennbar. Gerade diese Menschen haben dann plötzlich Zeit. Und wissen nicht mehr, was sie mit ihr anfangen sollen. Eigentlich sind sie reich - reich an Zeit und Gestaltungsfreiheit. Aber unfrei durch fehlendes Geld und durch Süchte, die sie bestimmen. Ein Grüppchen solcher Menschen sitzt von morgens bis abends vor dem Supermarkt in der Nähe meiner Wohnung. Wenige Schritte weiter fängt die hippe Altstadt an. Da ist ein schnieker City-Markt, der Naturladen, ein paar kultige Kneipen, Buchläden, Secondhand-Shops. Aber vor der großen Straße ist diese verlorene Ecke. Ein Postshop, ein Schlüsseldienst und eben der Supermarkt. Der billigste der Discounter, weniger renommiert als seine beiden großen Brüder. Aber er hat eine große Auswahl an Produkten, sogar bio,  morgens preiswerte, frische Croissants die besser sind als in mancher Bäckerei, frisches Obst und Gemüse und gestresste, aber freundliche Menschen an der Kasse. Und er liegt meiner Wohnung weit näher als der chi-chi-Markt in der Altstadt. Also kaufe ich dort fast täglich ein. Und gehe jedes Mal an den Zeitkrösussen vor der Tür vorbei.

Mit dem Bewusstsein, durch den Umzug an persönlichem Zeitkapital gewonnen zu haben. Ich renne nicht mehr zum Zug, sondern ich schlendere zur Arbeit. Welch ein Luxus! Mein Weg führt mich durch unsere Wohnanlage, unterbrochen von einem Schwätzchen mit den Nachbarn, die gerade auf ihrem Balkon Wäsche aufhängen, vorbei an einem Stück Stadtgeschichte, dann zum Supermarkt, wo ich meine beiden Morgencroissants (diese Woche sogar sagenhafte drei Stück für 70 Cent!) kaufe und weiter Richtung Innenstadt. Ich kann auf dem Weg noch Besorgungen machen, komme an Obst- und Gemüseständen vorbei und freue mich jeden Tag auf den schönen Anblick eines zentralen Platzes. Abends wechsle ich öfter mal die Strecke nach Hause. Manchmal fahre ich Bus, meist laufe ich. Es tut mir gut, an der Luft zu sein und mein Tempo nicht mehr von der Uhr diktieren zu lassen.

Zeit ist Geld. Und ich bin gerade im gefühlten Plus. Auch wenn sich das auf meinem Konto nicht niederschlagen wird. Aber es ist gut für die Seele. Burn Out ist für mich seit 1996 kein Risiko mehr - ich war damals gesundheitlich nach einer Lungenentzündung noch schwach, musste ein Riesenprojekt alleine stemmen und bin natürlich körperlich zusammengebrochen, als alles geschafft war. Seitdem kenne ich die Mechanismen und passe auf, mir in Stressphasen Ventile zu schaffen. Nur die Kohlenhydratezufuhr habe ich noch nicht optimal regeln können ... Stressfresserin bin ich nach wie vor. Der arme Cineast hängt mittendrin in einem Burn Out. Und stellt immer noch alles voran, nur nicht die eigenen Bedürfnisse. Selber schuld. Und tut mir trotzdem leid.

Die Fluchtgedanken hatte ich oft. In Dorf, während der letzten zehn Jahre. So angebunden fühlte ich mich mit zwei Kindern im Vorort. Ich hätte nie gedacht, was zehn Kilometer in die richtige Richtung ausmachen können. Fühle mich jetzt frei. Auch wenn ich natürlich Verantwortung trage. Habe keinen Reflex mehr, eine Tasche zu packen und zum Bahnhof zu rennen. Die Fremdenlegion reizt mich nach wie vor ... die altruistische Variante davon ... aber die soll warten, bis Blue und Wirbel flügge sind. Diese Art, das Leben zu ändern, ist eine gut vorbereitete. Keine Panikreaktion, sondern gezieltes Projekt. Und die Motivation ist hier auch ein Stück Verantwortung ... die globale Sorte davon.

Half (nicht just ... Gummibaum hat recht) a Minute ... sang Matt Bianco in den 80ern ... und das ist gerade mein Lebensgefühl. Ich halte inne. Ganz bewusst. Ich schlendere ... und geniesse es ungemein.

 

 

20.01.2014 um 12:46 Uhr

BINGO - Wellnesswoche All Inclusive

Musik: Titelmusik Emergency Room

Herzlichen Glückwunsch, Frau Rolle! Sie haben gerade einen mehrtägigen Aufenthalt in einem Krankenbett Ihrer Wahl gewonnen ... inklusive reichlich Rauschmittel und spärlich Nährmittel. Die medizinischen Details erspare ich der geneigten Leserschaft. Ich mag sie selbst nicht wissen und bin mittlerweile geübt darin, bei Arztgesprächen über Unangenehmes hinwegzuhören.

Einschätzung meiner Ärztin: gehört da nicht hin, sieht nicht gefährlich aus ... aber besser mal rausholen und untersuchen. "Sieht nicht gefährlich aus" ist der Satz, an dem ich mich festhalte. Termin in der Klinik (der, die Wirbel ins Leben half und danach den Krebs in den Hintern trat) ist bereits vereinbart. Meine Ärztin ist gut in so etwas. Blue und Wirbel sind bereits bei ihrem Vater eingebucht für eine Woche. Und außer einem Konzertbesuch muss ich in fraglicher Zeit wohl nichts verschieben. Gut so.

Herr Neujahr kommt wahrscheinlich noch vor mir unters Messer respektive den Bohrer ... seine Zahn-OP ist für diese Woche angesetzt ... jammern wir uns wohl mal per Mail an ;-)

 

20.01.2014 um 06:52 Uhr

Kaleidoskop

von: Spring_Roll   Kategorie: Miscellaneous

Musik: I don't like Mondays

Lebensqualität. Das wäre die Überschrift über die letzten Tage. Over all. Es sind kleine Dinge, die in ihrer Gesamtheit dazu beitrugen. Wie der Ausstellungsbesuch am Freitag mit der Tangoqueen. Faszinierende Satellitenbilder unseres Planeten. Tolle Ausstellung, interessanter Vortrag und ganz beiläufig bestimmt fünf Leute getroffen, die ich sonst im Laufe dieser Woche hätte anrufen müssen, weil ich ihre Zutaten für mein berufliches Süppchen brauche. Vorher kurz in die Innenstadt und eine Flasche Wein gekauft .... Beratung vom Sommelier... so was gibt es in Dorf nicht. Samstags nach einem Job-Termin  Kaffee mit Freundin (die ohne Blog-Namen) in einem hübschen Cafe und direkt Konzertkarten für eine Matinee gekauft. Und abends Essen mit Herrn Neujahr im Latino-Dingens nebenan. Und dann trotz Schlafmangel den Start zum sonntäglichen Wandern geschafft und einen herrlichen Sonnentag erlebt ... UND so klug gewesen, die Saunatasche ins Auto zu werfen und mich an taktisch günstiger Stelle absetzen zu lassen. Um so ... tätäää ... sogar noch einen Saunagang und einen Wein mit dem Münchner Kindl anzuhängen.

Resultat: 20.30 Tiefschlaf ...

War aber auch gut so, denn so war kein Gehibbel vor nächstem Arzttermin .... der ist gleich. Mal sehen, ob ich den Joker aka OP ziehe oder Glück habe ...ich bin hoffnungsvoll.

 

 

16.01.2014 um 08:04 Uhr

Basisdemokratie for complete idiots

von: Spring_Roll   Kategorie: Familienbande

Musik: Another Brick in the Wall (Pink Floyd)

Achtung: Wutventil ... bitte keine Diskussion über Schule lostreten jetzt ... ich will mir nur einmal kräftig Luft machen!
 
Erwähnte ich bereits, dass mich Schule unendlich nervt? Sogar aus der Perspektive einer, deren Beschulungsende sich im Sommer zum 30. Male jähren wird, überkommt mich im Kontakt mit Schulen immer wieder eine gewisse Beklommenheit und Genervtheit,. Elternabende und Elterngespräche reizen mich zu Widerspruch und Aufbegehren. Ich verstehe (nicht rational) das Autoritätskonzept von Schule nicht. Ungeeignete Person steht verhuscht vor einer Klasse energiestrotzender Teenager, macht alles falsch, was falsch gemacht werden kann, verteilt hilflos Arbeitsblätter und wedelt drohend mit Schulverweisen und Elterneinbestellungen. Und klar, die Kinder sind immer schuld. Und das Ganze ist NUR diese Klasse. Habe ich jetzt dreimal durch. Einmal vor 34 Jahren als Schülerin in der sooooo schlimmen 10 c. Einmal mit Blue in der schreeeeeeecklichen 9e, und nun mit Wirbel in der entseeeeeeetzlichen 8a. Jedes Mal gab es Elternabende en masse. Und herausgekommen ist erst etwas, wenn sich das Problem auf natürliche Weise löste. Nämlich mit Einsetzen von Reife bei den zu Beschulenden und mit Aufbrechen des Klassenverbandes - pünktlich zu Beginn der Oberstufe. Die natürliche Behandlung gegen Klassendynamik ist das Abschaffen derselben. Die wirkungsvolle Heilmethode für Pubertät ist das Aussitzen derselben. Keine Krankenkasse auf der Welt hat einen Heil- und Kostenplan für "Pubertät" ...  
 
Saßen wir also gestern mal wieder (für mich) sinnlos zusammen. OK, nicht ganz sinnlos, denn ich verstrickte derweil ein Knäuel Wolle an meinem werdenden Sofakissen. Ein Ganzes. Der geneigte Leser mag also folgern, wie langatmig die Veranstaltung sich gestaltete. Sehr kurz war hingegen die Message des Elternabends: Pubertät überfordert Biologie (lehrerin).
Wir haben Elternvertreter, die ihr Amt und ihre Mission sehr, sehr ernst nehmen. Democracy sucks ... und ich hätte gern mal wieder ein bisschen Spontanautorität auf Lehrerseite. Wenn die übelste Konsequenz für über die Stränge schlagende 14jährige ist, mit einem Brieflein ausgestattet nach Hause (!) zu traben ... dann würde ich als 14jähriger auch weiter meine Grenzen austesten. Sorry, da waren unsere Lehrer besser. Es prägt nachhaltiger, mal zwei Nachmittage lang den Biosaal aufzuräumen oder nacharbeiten zu müssen. Für letzteres fehlt der Schule aber die Zeit. Die Lehrer sind Teilzeitkräfte  (die meisten auf eigenen Wunsch) und darauf bedacht, schnellstmöglich heimzukommen. Also wird mal wieder der einfachste Weg gewählt ... als ob Eltern an der Dynamik in einer Gruppe 14jähriger etwas drehen könnten. Bestes Beispiel ist Herr Elternpflegschaftsvorsitzender. Erfüllt von Sendungsbewusstsein sitzt er da: akkurat gebügelte Pseudo-Outdoorhose, weißes Hemd mit kurzem Arm, rote Krawatte (!), ordentlicher Kurzhaarschnitt ähnlich dem meines Vaters (inklusive "Tonsur") und vor Aufregung gerötetem Teint. Optisch (sorry) ein Streber, wie er im Buche steht. Einer von den ganz braven, ganz langweiligen. Und er hat eine Mission. Der geht er mittels einer Liste nach. Erbarmungslos. Irgendwann hat auch die lebhafteste Gesprächsteilnehmerin die Nase voll. Aber er macht weiter bis zum bitteren Ende, nur gelegentlich unterbrochen durch die unqualifizierten Kommentare des Klassenclowns (eines Vaters, dem Durchblick fehlt, was er aber durch rigorosen Humor wettzumachen versucht ... ein Dummbatzen, wie er im Buche steht). Die besten Beiträge des Abends kamen übrigens aus einer unerwarteten Ecke: von der 14jährigen Klassensprecherin ...
 
Sidekick: muss ich erwähnen, dass der Sohn des "Musterschülers" aka Vorsitzenden derjenige ist, der durch ein heftiges AHDS-Syndrom einen guten Teil zur "Dynamik" beiträgt? 
 
Die Bio-Lehrerin übrigens tut mir leid. Sie hätte definitiv einen anderen Weg einschlagen sollen. Statt sich mit Teenagern herumzuschlagen, sollte sie MINT-Kurse geben oder in einem Nachhilfeinstitut arbeiten. Es ist nicht böse gemeint ... aber mit dieser leisen, schüchternen Stimme wird niemand in einer großen Klasse direkt wahrgenommen. Und wer nur Arbeitsblätter verteilt, macht keinen Unterricht, der Interesse weckt.
Und ich sehe es nicht als Aufgabe von Eltern, LehrerInnen aufzupäppeln und Jugendliche so weit einzuschüchtern, dass sie ein Jahr Langeweile brav und duckmäuserisch ertragen. Eher sehe ich es als Aufgabe der Regierenden an, Lehrer endlich nach Eignung einzustellen und dies auch regelmäßig zu evaluieren.
 
Der Abend endete trotzdem nnoch gut: mit der Mutter des besten Wirbelkumpels bei einem  leckeren ausländischen Bier beim Latino-Wirt an der Ecke  ... sooo praktisch, wenn beide nach 200 m zuhause sind! 

15.01.2014 um 08:31 Uhr

Zum Wohlsein!

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: Gitarrenmusik von Paco de Luca

Das Unwohlsein ist Ruhe gewichen. Es war wohl eher die Unsicherheit, die mir Angst machte, als das Wissen. Eine tief unter anderem liegende Angst, weil ich diesen Termin schon etwas geschoben hatte. Unerledigtes in Kombination mit Angst einflössender Ungewissheit. 

Die wahrscheinlich bevorstehende Klinikwoche ist lästig, aber nötig. Und nach Einschätzung meiner Ärztin sieht die Sache nicht gefährlich aus. Ich hoffe, sie hat recht. Und zum Glück deutet in den Blutwerten (der für mich wichtigere Outcome von gestern) nichts auf das Entstehen von Bedrohlichem hin.

Entscheidend zu meinem Wohlsein (übrigens schmunzelndes Erinnern an den alten Wirt meiner Jugend, das frisch gezapfte Bier kredenzend) trug aber auch der schriftliche und telefonische Kontakt zu Herrn Neujahr bei. Zugewandt ... das strahlt er aus. Und zwar nicht nur zu mir, sondern auch zu seinen Kindern und Freunden. Ein Mensch, der in einem gesunden Netz lebt.  Der neugierig ist und einfühlsam. Zwei Mal sprachen wir in den letzten Tagen miteinander. Beide Male stundenlang. Da ist kein Fremdeln. Ich fühle mich immer wohler in diesem Kennenlernen. Und auch in dem langsamen Tempo, das mir entspricht und das unser beider Situation mit Jobs, Kindern, Freunden und Baustellen berücksichtigt.

Gestern war ich übrigens in einer Zeitmaschine - nur umgekehrt! Wisst ihr noch, wie es war, Freunde zuhause anzurufen mit Aufregung im Bauch? Und dann gingen die Eltern dran? So war es diesmal auch - nur mit Kind! Wobei seine Kinder dasselbe Kaliber sind wie meine ... männliche Teenager! Und Frau Rolle das Gefühl hatte, sich mal eben zum V*llh*rst zu machen. 

Was mir wiederum zeigt, dass meine lethargischen Latinas langsam wach werden, unterstützt von einem Seelchen, das grinsend die Hängematte schaukelt, dass die Haken quietschen. Und was sagt Frau Ratio dazu? Die hat den Latina-Verschlag leise aufgesperrt und  ihren Schlüsselbund wieder an den Gürtel gehängt. Und beobachtet das Ganze lächelnd aus ihrem Schaukelstuhl. Macht mal, Mädels! Das scheint sie zu sagen ... und solange das Seelchen sich nicht in Projektion oder übereilten Erwartungen ergeht, wird sie wohl auch nicht eingreifen.

Wenn ich meine Einträge von Dezember und Januar nachlese, dann lese ich trotz Umzugsstress vor allem eines - zunehmende Gelassenheit! Und dieses Gefühl möchte ich behalten. Für mich. Weil es ein Gefühl von Freiheit ist. Zu Fühlen, ohne mich abhängig zu machen von Gefühlen. Mich anzunähern, ohne mich selbst einzusperren. Nichts von mir und anderen zu erwarten. Und mich um so mehr zu freuen, wenn ich "beschenkt" werde.

Und während Frau Ratio und das Seelchen sich solcherart im Glücks-Nirvana mit sich selbst befinden, herrscht in der Latina-Garderobe zunehmende Betriebsamkeit ... Let it be! 

 

14.01.2014 um 16:30 Uhr

Gedanken in der Warteschleife

Musik: Alle Zellen meines Körpers sind glücklich *grusel*

Mein Hirn sitzt immer noch im Wartezimmer. Zwei Zitterpartien in einem einzigen Arzttermin - wenn das kein günstiges Paket ist?

Die eine Zitterpartie endete mit Entwarnung. Werte ok. Die andere beginnt leider jetzt erst. Da ist etwas, was da nicht hingehört. Und das sichtbar wächst und gedeiht. Soll es aber nicht. Am nächsten Montag wird meine Ärztin noch einmal untersuchen - und dann gegebenenfalls sofort in die Klinik überweisen. Raus damit und Diagnose. Dem Himmel sei dank für meine Ärztin - im Ernstfall ist diese Frau ein Effizienzwunder. Vor 14 Jahren hatte sie mich innerhalb von drei Tagen auf einem OP-Tisch und ganz nebenbei noch dem Chefarzt den Urlaub umgebucht, damit er selbst an mir herumschnitzt ... tolle Frau!

Also bitte weiter Daumen drücken ...

13.01.2014 um 17:08 Uhr

Unwohlsein identifiziert ...

Musik: When I'm 64 (The Beatles)

Unwohlsein gerade anhand des Terminkalenders eindeutig identifiziert. Es ist mal wieder so weit. DER Arzttermin. Es ist jetzt über 14 Jahre her. Aber immer noch macht jede Veränderung mir Angst.

Reine Routine. Aber jedes Mal mit einem unterschwelligen Unbehagen.

 

13.01.2014 um 16:29 Uhr

Point of no return

von: Spring_Roll   Kategorie: Miscellaneous

Musik: Spacy oddity (David Bowie)

Ich habe es getan!

Ein Ticket gebucht. Für einen frühen Samstagmorgen. Eine Reise ins Blaue und Unbekannte. Mit seltsamen Dingen im Gepäck und einer interessanten Begegnung vor mir. Übernachtung ungeklärt. Rückfahrt Sonntagsnachmittags.

Ich treffe Herrn Übelix ;-)

 

 

Und ich freu mich so ...

 

12.01.2014 um 09:06 Uhr

Gemischte Gefühle

von: Spring_Roll   Kategorie: Miscellaneous

Musik: Always look at the bright side of life (Monthy Python)

Warum fühlt sich der Morgen nach tiefer Nacht an, aber die Vögel singen Frühling?

Warum will mein Mailprovider gerade täglich, dass ich mein Passwort wechsle?

Warum finde ich keinen Kulissentisch für meine Diele?

Warum ist da dieses ungewisse "da kommt noch was"-Gefühl?  So ein unterschwelliges Ahnungsding ...?

Warum kann ich mich nicht einfach einlassen?

Warum, warum, warum .... warum ist die Banane krumm?

 

Es ist halb neun und ich bin seit einer Stunde wach, irritiert aufgewacht mitten in der Nacht und desorientiert festgestellt, dass es schon 7.30 Uhr war. Ich gehe gleich wandern, also eigentlich eine gute Zeit, um den Schlaf aus dem Kopf zu vertreiben. Fand Theo gegen den Rest der Welt auch. Und begann zu brüllen.Driss-Backenzähne.

Es ist zu dunkel für mein Gefühl. Nicht Morgen. Nacht. Es ist zu warm für die Jahreszeit. Und draussen geben Vögel ein Frühlingsstimmenkonzert, das nach frischer, klarer Morgenluft und dem Glanz grüner Baumspitzen unter knatschblauem Himmel schreit. Den Winter satt, ohne dass wirklich Winter war. 

Ich weiss gar nicht, woran ich das unwohle Gefühl festmachen soll, das mich seit ein paar Tagen begleitet. Es gibt dafür keinen wirklichen Anlass. Eigentlich läuft alles rund. Seit gestern ist meine Wohnung als "fast komplett eingerichtet" zu bezeichnen. Mein Ex-Schwager war da und half mir, den Spiegel und die Garderobe anzubringen. Letztere ist ein Schmuckstück. Wunderschönes Vintage-Teil aus den 1950ern/1960ern, würde ich schätzen. Schmiedeeisen, sehr individuell. Ich finde sie toll - Blue findet sie Sch ... und ich erinnere mich daran, wie Fräulein Rolle ihre Eltern mit 16 angiftete, als Omas schönes dunkles Buffet mit Glasschiebetüren einer Eiche-Brutal-Billigschrankwand weichen musste.Und dann habe ich ihn geärgert, den Blue. Und erzählt, dass ich die Kommoden im Flur vergolden will ... the prince was not amused! 

Seit gestern hängen auch die Bilder im Wohnzimmer. Eigentlich gibt es nur noch drei Stellen, an denen etwas gemacht werden muss. Das Regal im Bad müsste festgemacht werden, da ein wenig kippelig. In der Küche möchte ich mittelfristig den Tisch austauschen und den Rollwagen rot lackiert haben. Und in der Diele fehlt eine Ablage für das Telefon und Zubehör. Außerdem kommen nächste Woche die neuen Knöpfe für die kleinen Kommoden. Und erst, wenn ich fertig mit Möbel stellen bin, kann ich die "Familiengalerie" in Angriff nehmen. Die vielen kleinen Bilder, die sich über die Jahre ansammelten. Ich überlege, ob es so eine Art Schienen gibt, auf die ich sie stellen kann - denn ich mag nicht mehr so ein Bildergewimmel an der Wand.

Das Unwohlgefühl ... nein, an der Wohnung liegt es nicht. Auch nicht an den Finanzen. Die werden sich wohl bis Ende Februar entspannt haben.

Job? Es läuft innerlich schleppend an. Ich brauche Zeit, um nach vier Wochen wieder am Schreibtisch anzukommen. Fortbildungstechnisch gestern eine gute Nachricht. OK, eine 600 Euro teure gute Nachricht. Ich habe Plätze in den beiden spontan noch im Dezember gebuchten Trainings bekommen. Somit werde ich in 2014 eventuell schon einen von zwei Ausbildungsgängen abschließen können. Es wird anstrengend werden, aber auch spannend. Und im Hauptjob versuche ich, mehr zu gestalten als zu reagieren.

Freunde? Nach der Silvesterunstimmigkeit war ich gestern abend bei GlamourGirl zum Essen eingeladen. Nur ich. Kein Mädelsabend, sondern GlamourGirl mit Freund, ein gemischtes Pärchen (er kommt auch aus GG's Heimatland) und Unmengen leckeren Essens. Und bei Curry in Fettkuchen (so heisst das wirklich übersetzt, ist aber gar nicht fettig, sondern einfach nur zum Niederknieen gut!), süßen Kürbispfannkuchen und einem Blätterteiggebäck wurde es ein sehr schöner, entspannter Abend. GG's Freund wird mir immer sympathischer. Und sie wirkte nach einigen Tagen Urlaub deutlich entspannter.Gestresst hingegen wirkt das Münchner Kindl. Ich treffe sie vielleicht heute abend ... sie brötelt eigen zurzeit, während die Limette mit Ambitionen zur Gruppierung von Treffen Chaos anrichtet. Tangoqueen würde dringend einen positiven Push brauchen ... eine Todesnachricht brachte ihre ohnehin gebeutelte Seele noch weiter aus dem Gleichgewicht. Erfreulich der wiederaufgenommene gute Kontakt zur Königin. 

Ein schwieriges Feld ist die Ablösung von Dorf. Dort wohnen nach wie vor BesteFreundin, Feline und eine Bekannte, die gerne engere Freundin wäre, was aber aus meiner Sicht nicht wachsen wird. Wir gehen gelegentlich gemeinsam zu Kulturveranstaltungen, arbeiten beruflich in ein, zwei Dingen zusammen. Aber ihre Lebenssicht ist ganz anders als meine und unsere Freizeitvorstellungen über Kultur hinaus gehen diametral auseinander. Freundschaftliche Bekanntschaft ja, enge Freundschaft nein. Dazu ist von meiner Seite aus die geistige Verbindung nicht stark genug. Friends are there for a reason, for a season or forever ... wir haben Berührungspunkte in Aktiivitäten. So ist es auch bei der Preussin zum Beispiel.

Aber zurück zu Dorf. Alle drei hatten bzw. haben Geburtstag. Feline musste ihre Feier wegen Krankheit absagen und will nachfeiern, die Einladung der Bekannten kam per SMS und BesteFreundin wird bald 50. Letzteres ist "gesetzt" und seit einem Jahr eingetragen. Feline hat noch kein Datum, aber ich befürchte, dass die beiden anstehenden Samstagsgeburtstagsfeiern in Dorf mit Dingen kollidieren, die ich hier in CItta vorhabe. Mich zieht nämlich gerade gar nichts nach Dorf. Im Gegenteil - als ich das letzte Mal dort war, freute ich mich über die Begegnung mit BesterFreundin, war aber heilfroh, als ich wieder im Zug saß. Und nun überlege ich, wie ich die vermaledeite Samstagseinladung der Bekannten elegant abbügeln kann, um nicht JEDEN Samstag in Dorf zu sein. Fein wäre es, wenn Feline auch am gleichen Abend feierte ... da könnte ich kurz zur Bekannten, dann zu Feline und es wäre in einem Aufwasch getan.

Familie? Nein ... da ist alles ok. Meine Eltern waren gestern sogar das erste Mal seit Jahren an einem Samstag in Citta. Um die Krippe in der Stadtkirche anzusehen. Und ich habe alle Termine geschoben, um sie vom Zug abzuholen und mit ihnen in die Kirche und anschließend zwecks Kauf einer Küchenuhr in ein Kaufhaus zu gehen. Alles harmonisch gerade.

Männer? Da ist es nur ein Gefühl, mein Tempo in ruhigen Bahnen zu halten. Der Mann, den ich gerade ein bisschen besser kennenlerne, wird mich in Citta besuchen, bevor er wegen einer nötigen Operation erst einige Tage lahmgelegt und dann noch ca. drei Monate durch Behandlungen beeinträchtigt sein wird. Bevor jemand fragt: nichts Ernstes ... nur lästig: Zahngrundsanierung. Und ich denke darüber nach, was ich mit Blue anfange, der an just diesem Termin außer der Reihe hier sein möchte. Nach nochmaliger Überlegung werde ich wohl zustimmen. Denn das gibt mir die Möglichkeit, Zurückhaltung, die ich fühle, auch zu begründen. Der Mann ist interessant und ich fühle mich wohl mit ihm. Aber mir ist gerade nicht nach Head over Heels. 

Doch auch hier: kein Grund für Unwohlsein und Vorahnungen.

Vielleicht ist es auch einfach die Anspannung der letzten Monate? Vielleicht hat mein Seelchen ja jetzt erst Zeit gefunden für die in Kisten verpackten Emotionen?

Zeit zum Auspacken ...?

Ich denke ja ... 

 

 

 

 

 

11.01.2014 um 07:40 Uhr

Privacy Policy?

von: Spring_Roll   Kategorie: Familienbande

Musik: Living in the family (Level 42)

Schützen Sie Ihre Privatsphäre, heisst es. Sorgen Sie mit Ihren Einstellungen dafür, dass niemand Ihre Inhalte sieht, heisst es.

Eine Empfehlung, die schon im Netz kaum funktioniert. Und wie viel weniger im Zusammenleben mit Teenagern!

An jeder Kreißsaaltür steht es mit flammenden Buchstaben in unsichtbarer Tinte geschrieben ... "lasset alle Hoffnung fahren, die Ihr hier eintretet." Die Warnhinweise in der Gebrauchsanweisung für Säuglinge wurden allerdings von einem asiatischen Übersetzungstool formuliert. "Wenn Eingabe zu Tageszeit in Kumulation, dann Erzeugnis Emissionen Lärm und Ausgasungen schädliche außerhalb Arbeitsstunden. Nicht versuchen, entfernt von Säugling. Wachsen Prozess nicht beeinträchtigt. Wenn HInweise beachtet, dann lange Freude an Säugling."

Doch die Mutter, die diese Anweisung bei nachlassender Wirkung der hormonellen Tranquillizer entschlüsselt, kann meist schon auf mindestens 15 Jahre Aufzucht und Hege zurückblicken. Rückgabefrist abgelaufen. Und wenn sie nicht aufpasst, wird das für die nächsten 15 nichts mit der Auswilderung. 

Plötzlich klaren Kopfes blickt sie zurück auf schlafarme und windelreiche Kleinkindzeiten, die bastelnde Hölle des Kindergartens, ihre Erleichterung bei der letzten Zeugnisausgabe in der Grundschule und den befreienden Abschied von einem strunzdummen, aber leider mit pädagogischem Diplom ausgerüsteten Leerkörper (w.) und schüttelt sich bei dem Gedanken an den halbjährlichen Sprechtag an der Schule ihres hoffnungsvollen Nicht-Mehr-Säuglings. Er hofft leider auf völlig anderes als sie und seine Lehrer ...

Und vor sich sieht sie eine Reihung weiterer Höhepunkte - den ersten Alkoholmissbrauch, die erste Freundin, die erste Arbeitslosigkeit. Und die strahlenden Kinder (äh????)-Augen, wenn sie die 30 Kerzen auf seiner Geburtstagstorte anzünden wird. Ihre eigene Freude, wenn sie abends nach Hause kommt und eine Wohnung voller Leben vorfindet. Von der Staubmilbe bis zum Bakterium auf dem Pizzakarton von letzter Woche, den der Nicht-mehr-Säugling unter dem Bett aufbewahrt, auf dem er in pflanzengleicher Vegetation am Spalier seiner Konsole hängt, freuen sich alle auf sie. Nie allein. Und immer gute Ideen, wie sich ihre Freizeit gestalten lässt - ach, was sie sich auf die nächsten Jahre freut!

Scary? Ja ... scary. Comic im Kopf aus!

So was passiert, wenn Frau Rolle am frühen Morgen eine winzigkleine Begebenheit in ihrem wirren Hirn Karussell fahren lässt. Ein Szenario wie aus einem experimentellen Horrorfilm eines durchgeknallten Filmhochschülers auf dem Weg zu seinem ersten Kunstpreis. Ein Manga des Grauens.

Wer mit Teenagern lebt, gehört quasi schon zu den Veteranen auf dem familiären Turnierplatz. Und ist geübt in Verteidigungstechniken der eigenen Privatsphäre. Genügte es beim Säugling, ihn rechtzeitig mit Kalorien zu versorgen, um im Anschluss auf  zwei bis fünf Stunden Nachtschlaf zu hoffen, war schon das Kleinkind mit der Ansage "Mama geht ALLEINE auf Toilette" seltener zufriedenzustellen. Und ein fast 17jähriger sieht die Wohnung nebst menschlichem Inventar schlichtweg als Servicecenter an. Dieser spezielle 17jährige erfreut sich sogar des Zugriffs auf ZWEI solche Servicestellen. Denn Blue und Wirbel sind ja bekanntlich "Trennungskinder". Was in diesem Fall eine jahrelang recht zuverlässige Regelung bedeutete, die Kindern wie Eltern Planungssicherheit gab. Und den letzteren Privatsphäre. Nutzbare Zeit für alles, was den inneren Menschen ausmacht. Inklusive Zwischenmenschlichem. 

Meine Privatsphäre ermöglichte mir vergammelte Sonntagvormittage, Tanznächte, Kurzreisen, Wanderungen ... und natürlich auch gelegentliche Eskapaden der Hormon-Latinas mit anschließender Seelchen-Reha-Maßnahme. Die kinderlosen Tage waren meine Zeit an der Akku-Ladestation. Und in Dorf habe ich das dringend gebraucht, um weiter zu funktionieren.

Jetzt leben wir in Citta. Gut leben wir. Das finden auch Blue und Wirbel. Und haben beschlossen, die Öffnungszeiten der Servicecenter nach ihrem Gusto zu verändern. Auf den ersten Blick ist das Paket nicht schlecht. Von Samstagabend bis Montagmorgen bei ihrem Vater, den Rest der Woche bei mir. Auf den zweiten Blick entdeckt Blue die Funktionalität eines Stadtwohnsitzes mit Blick auf seinen freizeitlichen Wirkungskreis. Und den Reiz von Flexibilität ... "Mama, ich penne (Datum) hier, das ist praktischer".

Da zur Tradition wird, was dreimal stattfand, hörte ich gestern abend lautes Tuten und sah Warnblinkanlagen überall! Und befand mich plötzlich mitten in einer Konfliktregion. Kontrahenten Blue versus eine Gruppe aufgebrachter Latinas, die wütend ihre Ellenbogen in die Hüften stemmten und Blue anfunkelten. Da war es, das BÖSE four letter word: NEIN! Und ein verdutzter Blue, der eigentlich nur mit einem "ja klar, kein Problem" gerechnet hatte, erhielt ein "NEIN, da habe ich andere Pläne".

Zwischenmenschliche Pläne, lieber Blue. Und daran musst du dich und muss auch dein Bruder sich gewöhnen. Ein Abend pro Woche gehört mir. Egal, wo und mit wem ich ihn verbringen möchte. Egal, was ich tun möchte. Ob ich nun das heisseste Date der Woche mit Dampf und Bügelwäsche begehe oder mich mit einem tollen Mann (wooooo???) in den Laken rolle. Und auch, wenn ich keine Exzesse pflege, möchte ich nicht, dass ihr jedem Mann, den ich gerade vorsichtig kennenlerne, direkt begegnet. Mein Gast und ich - nicht Familienevent am großen Tisch. Da bin ich eigen.

Und deshalb, lieber Blue, werden wir beide dieser Tage mal ein langes und ungestörtes Gespräch haben. 

 

 

 

08.01.2014 um 16:36 Uhr

Single-Mingle-Ringelpietz?

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: White Wedding (Billy Idol)

Rechtzeitig zum Jahreswechsel rufen die Frauenzeitschriften, Kolumnen und Communities wieder zum Single-Bashing auf. Hexenjagd nach Art der neuen Medien. Wer ist allein zum Jahreswechsel? Und warum? Und wer hat Schuld daran? Um mich herum sind fast nur Frauen allein. Inklusive meiner Wenigkeit. Ich mag nicht everybodies Barbie sein, aber ich werde durchaus auf der Straße und im Café angeflirtet. Und den Frauen meiner Umgebung geht es nicht anders.

Single sein in einer Gesellschaft, die das Paar und die Familie zum Ideal hochstilisiert, ist manchmal ganz schön nervig. Kinder habe ich bereits und bin auch über das "Ticktack"-Alter hinaus. Danach werde ich nicht gefragt. Aber die Frage nach einem Mann in meinem Leben muss ich mir regelmäßig stellen lassen - mal laut und indiskret, mal still, nur durch Blicke. Wenn ich mal wieder die Überzählige am Tisch bin. Wenn eine Veranstaltung von Paaren dominiert ist und Pärchenteil weiblich schon Gift spritzt, wenn ich nur zwei belanglose Worte auf der Tanzfläche mit ihrem "Besitz" rede (die Sklaverei gibt es wohl doch ...).

In der Community einer Frauenzeitschrift ist die Rede davon, dass nur ein guter Single einen guten Paarteil ausmache. Ist ein guter Single der, der sich selbst besch*ei*ssen kann und sich das Alleinsein schönredet? Oder der, der es wirklich schön findet ... und qua definitionem in einer Partnerschaft vielleicht sogar fehl am Platze wäre, weil er oder sie gerne eigenbrötelt?

Muss ich mich wirklich fast dafür entschuldigen, dass ich keinen Partner finde? Oder dafür, dass ich gerne "nach oben offen" hätte - also beiderseitiges Einlassen statt einer unverbindlichen Geschichte?

Muss ich aufhören, mich zu bemühen? Oder sollte ich mehr tun? Die Ratschläge driften auseinander. Prophylaktisch trug ich Silvester rote Wäsche, machte mir Gedanken um meine Schlafzimmereinrichtung und kultiviere entspannte Gelassenheit im Jahrmarkt der Eitelkeiten. Gehe aus, lerne Menschen kennen. Viele. Verlasse ausgetretene Wege. Immer wieder. Eine Beziehung habe ich nicht. Schon seit zwei Jahren nicht. Es ist nicht relevant, ob und was ich anstelle. Es taucht einfach kein Mann am Horizont auf, den ich interessant finde UND der mich will. Eines von beidem mal öfter. Aber nicht zusammen.

Mach doch Kompromisse, heisst es. Also einen Mann nehmen, der mir nicht gefällt, wenn ich ihn ansehe? Oder einen, der den Mund aufmacht und es kommt gequirlter Unsinn heraus? Den, in dessen Leben ich mich niemals wohl fühlen würde? Oder einen, den ich klasse finde, bei dem ich aber weiss, dass er mich nie lieben wird? Welcher faule Kompromiss darf's denn heute sein? Welche Art der Selbstverletzung ist im Angebot? Denn nichts anderes wäre es, würde ich mich auf eines dieser Szenarien einlassen. (Anmerkung der Redaktion: GEFALLEN ist kein objektives Kriterium und nicht an bestimmte Attribute geknüpft).

In einer großen Tageszeitung wird enthüllt, dass nicht alles Paar ist, wo Paar draufsteht - einseitiger Etikettenschwindel greift um sich. Die Rede ist von sogenannten Mingles. Das Verb to mingle kannte ich als "sich unter etwas mischen", "interagieren". Dieses Mingle ist aber eine Wortschöpfung - mixed Single. Heisst nichts anderes, als dass zwei Leute etwas haben, das der eine als Zeitvertreib und Triebabbau, der andere als Beziehung sieht. Ohne darüber gesprochen zu haben, selbstmurmelnd. Trinidad hatte diesen interessanten Artikel übrigens gefunden.

Dummerweise stelle ich (Trini ist anderer Ansicht) fest, dass in Mingle-Konstellationen meist die Beziehungsannahme weiblich ist. Wie schon immer, bloss hiess es da nicht Mingle, sondern Ten Night Stand oder Freundschaft plus oder Wie-auch-immer. Tatsache ist, dass ein Teil zu Verbindlichkeit bereit ist, der andere nicht.

Und ich merke immer mehr, dass bei Männern Gefühl und Verbindlichkeit viel später einsetzen als bei Frauen. Erst ist da Interesse, dann Begehren. Und erst, wenn das nicht in Belanglosigkeit und Desinteresse verpufft, kann da auch Gefühl entstehen. Die meisten Frauen meiner Umgebung sind interessiert, dann verliebt ... und dann begehrend. Beim ersten S*x stecken sie also oft schon drin bis zur Halskrause. Und das finden Mingle-Männer klasse. Tollen, gefühlvollen S*x mit einer Frau zu haben, die offenkundig verliebt ist, hat ja auch eine besondere Qualität - Verletzung vorprogrammiert.

Altes Missverhältnis, neuer Name. Kann sich verschieben, muss aber nicht. Und meist endet es mit Abbruch durch den unverbindlichen "Mingle", der wieder offiziell zum "Single" werden will.

Muss ich jetzt wirklich noch explizit schreiben, worüber ich derzeit nachdenke? Und zwar, BEVOR ich bis zur Halskrause in etwas stecke, das mich gefühlsmäßig überfordert?

Die Latinas rütteln am Verschlag und auch das Seelchen wäre nicht abgeneigt ... doch Frau Ratio läuft mit ihrem Schlüsselbund Patrouille. Gefühlsschutzprogramm aktiv ...

 

 

08.01.2014 um 08:03 Uhr

Rausschmiss ...

von: Spring_Roll   Kategorie: merry little xmas

Musik: Beds are burning (Midnight Oil)

Er ist einer von den Gesellen, die man/frau zunächst bewundert. Eine glänzende, ja schillernde, Persönlichkeit. Wenn er im Raum ist, wird es ein Stückchen wärmer und heller. Für eine gewisse Zeit. Plötzlich kommt der Moment, in dem ich ihn anschaue und alles schon tausendmal da war. Und ich ihn sehe, wie er wirklich ist. Dünn, schütter ... er hat seine Glanzzeit überlebt. 

OK ... das habe ich auch. Die Kerle meines Alters ebenso. Aber im Unterschied zu mir und den Kerlen  kann ich den Weihnachtsbaum einfach aus dem Fenster entsorgen. Heute morgen flog er raus. Und Wirbel stellt ihn gleich zu den Mülltonnen.Schluss mit Weihnachten. Und er nadelte auch schon ziemlich arg ... Nordmann-Tannen nadeln nicht???

Der Rausschmiss steht auch einigen anderen Dingen unmittelbar bevor. Morgen abend ist Sperrmüll-Zeit. Und dann ist der Keller endlich leer genug, um die Diele zu entrümpeln. Ich bin zuversichtlich, bis zum Wochenende eine eingerichtete Diele und leerere Küchenschränke zu haben. Bei Wirbel wird ein Tisch aussortiert und ein Regal, dafür bekommt er zwei hohe weiße Regale aus der Diele ... eventuell. Muss schauen, ob die von der Höhe her auch in den Keller passen würden. Ich finde nämlich, dass sein Zimmer schon recht voll ist. Meine neue Garderobe muss montiert werden. Und der Spiegel aufgehängt. Und eine kleine Kommode kommt in den Keller. Braucht kein Mensch.

A propos Spiegel. Gestern abend holte ich meinen neuen Spiegel beim YGP ab ... young global professional soll das heissen. Ich habe ja nur zufällig auf seine Secondhandanzeige geklickt, aber wir kennen uns seit Jahren über seinen alten Arbeitgeber. Seine Wohnung ist fast leer, in einer guten Woche bricht er hier endgültig die Zelte ab - der Promotion und der Liebe wegen geht er nach Südamerika. Auf einer Konferenz hat er sie kennengelernt und nach einem Jahr Entfernungsliebe kurzerhand ein Stipendium an der dortigen Uni beantragt - nun promoviert er in einer Sprache, die er heute noch gar nicht spricht. Ein bisschen beneide ich ihn. Aber wirklich nur ein bisschen. Denn ich sitze nicht mehr im Käfig. Das habe ich gestern gefühlt. Wir trugen den Spiegel die 400 m von seiner zu meiner Wohnung und gingen dann ein Bier trinken in der schönen Altstadt von Citta. Das erste Mal für mich in dieser Zwanglosigkeit. Nicht auf die Uhr schauen wegen der Bahn zurück. Kein Taxi brauchen. Einfach nur heim spazieren. Was für eine Lebensqualität!!!

Meine  Begegnung vom Wochenende lässt mich grübeln ... was will ICH?