Frühlingsrollen und die Gesetze der Schwerkraft

28.02.2014 um 17:47 Uhr

Umweg zum Eintrag

von: Spring_Roll   Kategorie: Zeit delight

Musik: Samba Percussion

Da stand er gestern. Mein schöner Eintrag. Nicht nur, aber auch für Rosa und Gina. Ein leidenschaftliches Pamphlet für die schönste Tradition der Welt: den Karneval ... Fastnacht ... Fasnet und so weiter.

Allerdings wollte sich dann der Browser aktualisieren. Und kickte mich ins Nirwana. Und Blogigo wollte mich respektive mein Login nicht mehr. Über Österreich konnte ich dann "einreisen".

Also schnell schreiben und speichern, bevor wieder alles weg ist. Vorweggenommen: in Vielem haben die Karnevalshasser und -Flüchter recht. Ich mag auch keine Parties, bei denen die Gäste schon volltrunken auflaufen und alles geküsst und schlimmeres wird, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Und ich mag es nicht, wenn Feiern zum reinen Ritual verkommt und die echte Fröhlichkeit fehlt.

Gestern hatte ich einen sehr unterschiedlichen Tag. In der Firma haben wir alles vom Karnevalsfan bis zum Phobiker. Und deshalb frühstücken wir Donnerstags dann meist einfach ausführlich, das Glas Sekt schmeckt auch dem phobischen Chef und nach offiziellem Feierabend geht jeder seiner eigenen Feier- oder Nichtfeierwege. Meiner führte mich gestern dann doch nicht in die Firma des Münchner Kindls, sondern gemeinsam mit der Perfektionistin zu besagter Party. So weit, so gut ... die Party war recht gut organisiert, unsere Gastgeber hatten für reichlich Getränke gesorgt, doch ganz ehrlich gesagt waren sie nicht die unterhaltsamste Gesellschaft. Zur Party gehe ich vielleicht im nächsten Jahr wieder ... aber dann nur ohne solche "Einladung", die verpflichtet, es die ganze Zeit mit dieser Gruppe auszuhalten. Da ich feststellte, dass der Organisator der Fete und ich zu einer gemeinsamen Koch-Runde gehören, stehe ich nächstes Jahr dann ohne Pferdefuß auf der Gästeliste. Gut so. Der Perfektionistin zuliebe ließ ich mich breitschlagen, auch noch zur abendlichen Festivität mitzugehen. Zwischendurch allerdings mit einem Boxenstopp zuhause. Zum Glück, denn sonst hätte Herr Lennon mich nicht erwischt.

Herr Lennon sprach in diesem Falle portugiesisch. Jedenfalls wimmelte mein FB-Postfach von Postings in dieser Sprache (die ich nicht beherrsche). Ich scrollte mich also den Strang hoch und fand den Anfang. Den zum Glück auf Englisch. Eine Information, dass eine brasilianische Wanderfreundin mit ihrer Sambagruppe ganz in meiner Nähe spielen wird. Der Blick auf die Uhr sagte mir, dass ich das gerade noch schaffe. Und so stand ich zehn Minuten später auf der Straße und hörte über eine Stunde tolle Sambamusik. So macht Karneval Spass ... wenn aus drei Zuschauern eine tanzende Menge wird! 

Zu der anderen Party bin ich noch gegangen ... und bereute es - nicht nur der schlechten Party halber, sondern auch, weil mich unsere Gesellschaft langweilte. Ich war recht froh, als ein paar Spassbolde von unverkleideten Grünträgern darin bestärkt wurden, die Party zu verlassen, nachdem sie im Hauptraum mit Spraydosen experimentiert hatten. Das gab der Perfektionistin und mir das Alibi, unsererseits der langweiligen Gesellschaft zu entfliehen.

Im Resultat trotzdem ein schöner Abend ... und genug Schlaf, denn heute ging es ja weiter. Erst überraschend arbeitsam und später mit einem echten Highlight. Denn es ist schon etwas besonderes, wenn ein einheimisches Traditionsorchester mit einer britischen Militäreinheit zusammenspielt ... inklusive Dudelsäcken. Jedes Jahr wieder schön. Und jedes Jahr auch Treffpunkt mit alten Bekannten.

Karneval ist eben kein Saufkontest und keine Versammlung von traurigen Gestalten in gewollt lustigem Outfit. Sondern manchmal auch ganz anders. Echt. Wie die langweilige Geburtstagsfeier vor 30 Jahren, die plötzlich eine Karnevalsitzung mit selbst gemachtem Programm wurde. Mit Männerballett, Spontanbüttenreden und Bauchtänzerin mit Gipsarm. Wie der katholische Frauenverein, der jedes Jahr monatelang probt, um einmal im Jahr eine Turnhalle voller Frauen aller Altersstufen zum Toben zu bringen. Wie das Kult-Konzert mit Funk und Pop und Schlagern, das jedes Jahr zur selben Zeit am selben Ort von einem kleinen Männlein in hohen Schuhen gegeben wird und das seine ganz eigene Gemeinde hat.

Und wie die fröhliche Sambagruppe und ihre Fans gestern abend. Alkohol ist bei so etwas Nebensache ... ich hatte übrigens Ingwertee ... 

27.02.2014 um 06:53 Uhr

Falsche Fuffziger und Feierstress

von: Spring_Roll   Kategorie: Miscellaneous

Musik: Que sera (Doris Day)

Die fette goldene Zahl hatte es nicht nur mir angetan. Auch die Schwester der Jubilarin war im selben Geschäft. BesteFreundin nahm es locker und überzeugte mit dem pinkfarbenen T-Shirt-Spruch: Ich schmeiß alles hin und werde PRINZESSIN! Im Laufe des Abends erhielt Frau Prinzessin dann noch jede Menge prinzliches Equipment ... vor allem einen güldenen Zylinder. Und musste sich rechtfertigen, warum die goldene Fuffich nicht mehr an der Türe hing. Angst vor einem Goldene Hochzeit vermutenden Aufmarsch der Dorfvereine habe sie gehabt ... Stimmt, hätte ich in dem T-Shirt auch ... schließlich ist ja Brauchtumshochphase und bis zum nächsten Montag ist völlig offen, ob das Dorf nicht eine Prinzessin braucht ... da würde eine Freiwillige ja gerade passen!

Nun ist sie 50. Und ich kann mich schon einmal an diese komische Zahl gewöhnen, die mich ab dem nächsten Jahr begleiten wird.

Aber erstmal ist Brauchtum. Verkleiden. Feiern. Los. Und das ist komplizierter als gedacht. Der Anfang nicht ... den habe ich selbst geplant und der wird entspannt. Nachher gibt es im Büro erst einmal einen ausführlichen Brunch, um die letzten noch nicht im Urlaub befindlichen Kollegen für die nächsten Tage zu stärken. Gearbeitet wird heute im Entspannungsmodus. In den letzten beiden Jahren stieg ich danach einfach in eine Bahn und fuhr zum Büro des Münchner Kindls, wo eine angenehme, aber nicht zu volle Party steigt. Dieses Jahr ist es .... kompliziert. Denn zwei Typen, die die Perfektionistin (und ich, aber ich stand eigentlich nur daneben) auf einem Event kennenlernten, meinten, uns mit Einladungen zu einer ansonsten schwer zugänglichen Veranstaltung beglücken zu dürfen. Und direkt noch Karten für eine weitere Sause kaufen zu müssen. Wobei ich bei letzterer schon während des Events vor dreieinhalb Wochen verneinte und dies auch noch einmal per Mail bestätigte. Da will ich nicht hin. Da gehe ich nicht hin. Problem ist jetzt aber die Zeit. Irgendwie ist beides parallel. Blöd. Ich habe von diesen Menschen nicht verlangt, dass sie die Karten für uns besorgen (es ist wohl sehr schwierig, jemanden auf der Gästeliste zu platzieren) ... aber es kommt jetzt extrem unhöflich abzusagen. Aber ich habe ja einen Joker ... die Erkältung! Und vielleicht hilft mir der aus der Bredouille ... zumindest aus Event 2 werde ich mich mit diesem Argument befreien.

Bleibt nur die Frage, wie ich es schaffe, nach Höflichkeitszeitraum x zum Münchner Kindl zu verschwinden ...

Luxusprobleme, gelle? 

 

 

 

26.02.2014 um 08:09 Uhr

Aus Kindern werden Leute ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Familienbande

Musik: Living in the family (Level 42)

Blue und Wirbel werden langsam erwachsen. Bei Blue ist das zum einen daran ersichtlich, dass er mir mühelos auf den Kopf spucken kann und keinen Tritt mehr zum Erreichen der Küchenoberschränke braucht (und mir oftmals den Tritt ersetzt). Zum anderen durch sein exponentiell gestiegenes Verantwortungsbewusstsein und eigenständige Entscheidungen. Bei Wirbel ist weder noch erkennbar ... doch die eigenständigen Entscheidungen werden auch in ihm laut. Wenn sie auch seltenst meinen Beifall finden, da stark spieltriebgesteuert und seltenst mit meinem Erziehungsauftrag vereinbar. 

Selten einig waren sich die Brüder jedoch in bezug auf das kommende Wochenende: "Wir bleiben hier!" wurde zweistimmig skandiert. NEIN, ich wollte die beiden nicht zum Auszug drängen. Wobei ... eigentlich doch, zumindest temporär. In Citta wird Karneval gefeiert. Oder Fasching. Oder Fasnet. Oder wie auch immer. Jedenfalls habe ich irgendwann in meinem Leben Spass daran gefunden. Und so nutzte ich jedes Jahr die Gelegenheit und den nichtfeiernden Röllchenvater aus, um einige Tage ganz ungestört abends feiern und tagsüber der Erholung frönen zu können. Tat mir gut. Immer. Und da ich wenig vertrage, kam es halt am Hauptfeiertag auch vor, dass ich nach einer Nachmittagsveranstaltung etwas angeschickert um 18 Uhr ins Bett fiel und durchschlief. Mit gutem Gewissen, denn die Röllchen waren ja bei ihrem Vater und bestens betreut und so weiter ...

Und so weiter funktioniert nicht mehr. Und so sehe ich mich konfrontiert mit zwei Kerlen, die mich mißbilligend an der Tür in Empfang nehmen würden, wie weiland Frau Marschallin aka meine Mutter. Und die "Service" brauchen. Also habe ich Pizza gebunkert und vorgekocht. Wutschnaubend. Heute abend wird BesteFreundin Geburtstag feiern. Also Auflauf in Großserienproduktion gestern vorbereitet, damit die "lieben Kleinen" heute zu essen haben. Denn auch wenn der Anlass nicht närrisch, so umso wichtiger für mich. Morgen rechnete ich eigentlich mit dem Exodus zu Papa ... Mist, findet nicht statt. Also TK-Pizza für alle. Und die Hoffnung, dass sie mich beim Heimkommen in Ruhe lassen.

Doch die dickste Kröte gibt mir Blue zu schlucken. Angriff auf MEINEN freien Samstagabend. Ich habe mir Bedenkzeit ausgebeten. Denn auch, wenn ich nur "harmlos" mit guten Freunden in die Kneipe um die Ecke gehen möchte, so habe ich keine Lust auf das morgendliche Concerto grosso um 8 Uhr früh .. quietschende Holzdielen, schlagende Türen, Klospülung und Gerappel und Gefluche, wenn er wieder mal was sucht. Ich werde es wahrscheinlich nicht abblocken können ... aber ärgern ... ärgern muss ich mich einfach ein bisschen. Auch darüber, dass mein Nachwuchs mit einem Fest, das ich selbst so gerne feiere, so absolut gar nichts anfangen kann. 

Und so habe ich jetzt eigentlich nur einen einzigen Tag ohne die beiden. Weniger als an einem normalen Wochenende. Und das Wochenende danach ist ebenso gestrichen für Individualunternehmungen. Denn da hat Blue Geburtstag. Und beschlossen, dass ich sein Familien-Geburtstagsfrühstück ausrichten darf, zu welchem Behufe er natürlich Samstags bereits mit mir einkaufen geht ... abends natürlich, wenn ich anderes vorhabe. Eigendlich war es ja mal so, dass Exmann und ich das abwechselnd machten. Das Ausrichten der Feier, meine ich. Wo das betreffende Kind sich gerade befand, da wurde gefeiert. Scheint nicht mehr so zu sein. Was mir einerseits schmeichelt, da Blue meine Qualitäten als Gastgeberin und Buffetorganisatorin höher einzuschätzen scheint als die seines Vaters und andererseits auch daran liegen könnte, dass von der väterlichen Seite wirklich nur noch die Exschwiegermutter und der Ex erscheinen, wogegen meinerseitig Eltern und Schwester mit Familie und natürlich BesteFreundin + x Familienmitglieder einzukalkulieren sind. Resultat ist dasselbe: Samstag Putzen und Einkaufen, Sonntag in aller Herrgottsfrühe aufstehen und die ganz große Welle fahren. Und irgendwann sonntagsmitags aufatmend den letzten Gast verabschieden und mich erneut in den Putzeimer stürzen. Und montags dann ab zur Fortbildung. Damit ich nur nicht zu sehr entspanne.

So, genug geknöttert. Ich bin halt nun mal kein Fan von Familienfeiern ... aber ich denke, hinterher werde ich froh sein, es genau so gemacht zu haben. Nur über meine närrische Privatsphäre .. werde ich mit den beiden nächstes Jahr noch mal reden müssen ... 

 

25.02.2014 um 07:06 Uhr

Hop oder Top?

von: Spring_Roll   Kategorie: In the Jungle

Musik: It's raining men (The Weather Girls)

Mitten im Epizentrum des Rotzsturms beschloss Frau Rolle, noch einen draufzusetzen und einen als Date deklarierten Wein zu trinken. Mit dem Ritter. Der wusste um die Atemwegsbeeinträchtigung und kam zuvorkommenderweise nach Citta aus seiner 50 km entfernten übernächsten Großstadt. Und nun habe ich den schwarzen Peter gegriffen und mir überlegt (und auch schon kommuniziert), wie dieses Date denn auf mich gewirkt hat. 

Ein angenehmer, unterhaltsamer Mann ist der Ritter. Er gefiel mir optisch real nicht ganz so gut wie auf seinem Foto, aber er war ein unterhaltsamer Gesellschafter, mit dem sich das Gespräch ganz von alleine trug. Wir hatten Tapas, plauderten den Abend entlang und mir gefiel, wie und was er erzählte. Irgendwann stellten wir nach Blick auf meine Uhr (stehengeblieben) und sein Handy (eine Stunde später)  fest, dass es Zeit war, zu gehen bzw. noch eine Stunde zu fahren. Wir trennten uns mit einer Umarmung und dem üblichen ... wir mailen und telefonieren. Und ich glaube, es ging ihm genauso wie mir. Die/den mag ich ... aber ob da mehr sein kann, weiß ich nicht so recht. Kein Fluchtreflex, aber auch keine weichen Knie. Und ein großer Lacher zuhause in der Küche ... denn meine Uhr stand mitnichten. Sondern sein (Ersatz-)Handy stand auf Sommerzeit ...

Es ist komisch - ich hatte erst dreimal in meinem Leben eine Beziehung, die nicht auf hop oder top beruhte. Mein erster Freund zu Schulzeiten hat um mich "geworben". Und irgendwann gab ich nach ... und war irgendwie nur halbherzig dabei und nach drei Monaten zum großen Bedauern meiner Familie, der er ans Herz gewachsen war, wieder weg. Meine erste große Liebe (übrigens NACH der Ehe) lernte ich beiläufig real kennen und verliebte mich dann Online Monate später Hals über Kopf in ihn. Und es gab einen Mann irgendwann in den langen Single-Jahren, der mir erst freundschaftlich ans Herz wuchs, bevor wir einen eher lauen Beziehungsversuch starteten, den wir uns im Rückblick hätten ersparen sollen. Ansonsten ... gesehen, verliebt, zusammen. immer. Wenn das Potenzial für die weichen Knie nicht spürbar war, hatte es keinen Sinn. So vernünftig, wie ich im täglichen Einerlei bin, so gefühlvoll bin ich, wenn es um die Anziehung zwischen Männern und Frauen geht. Kawumm oder nichts. 

Und so habe ich mir wohl gerade meine Frage selbst beantwortet ... und mein innerer Club, der sich zu einer Mitgliederversammlung zusammenfand, pflichtet mir einhellig nickend bei. Frau Ratio konnte dem Ritter viel abgewinnen, doch die Hormon-Latinas haben in diesem Fall Veto-Recht. Das Seelchen enthält sich der Stimme - und so wird sich wohl das Veto aus dem Speicherverschlag durchsetzen ... hat es längst getan ... 

24.02.2014 um 16:07 Uhr

Zurück in die Zukunft

von: Spring_Roll   Kategorie: Wahlfamilie

Musik: Time Passages (Al Stewart)

Es dauert nur zehn Minuten, in die Vergangenheit zu reisen. 26 Jahre zurück. Und 500 Meter die nächste Hauptstraße entlang. Da steht es und ist heute nicht mehr schmutzgrau, sondern terracottarot: das Haus, in das BesteFreundin im Jahre 1987 zog. Und in dem sich auch für mich Romanzen, Dramen und Katastrophen abspielten. In dem sich aber vor allem der Kern der Wahlfamilie zusammenfand. BesteFreundin saugte wie ein Schwamm auf, was das historische Seminar und das Studentenleben zu bieten hatte. Von Rosenresli auf schwarz gewandete Existenzialistin umgestylt und mit Riesenschritten die Welt und sich selbst entdeckend. Die Erbschaft einer alten Tante ermöglichte den Schritt ins große Leben. Und qua Suche nach einem WG-Zimmer trafen das katholische Mädchen vom Lande und die Hexe aufeinander. Wiccan und Katholin waren sich auf Anhieb sympathisch und so nahm das Schicksal seinen Lauf. Man respektive frau verstand sich blendend und dasselbe galt für die beiden Damen ein Apartment höher. Und wenn mal etwas fehlte, dann brach man einfach das Uraltschloss der jeweils anderen Wohnung auf und holte es heraus - von Bügelbrett bis Klamotten. Bohemeleben mit Nymphensittich, der kackend über den Kaffeetisch flog - da es ihr Tier war, wurde es noch nicht mal von der Hexe verflucht. Oben lebten die Friesin und eine abwechselnd essende und k...tzende Bayerin. Sie wird in der weiteren Geschichte keine große Rolle spielen. Doch die anderen ... wuchsen zusammen. Und ich auch, obwohl ich nur "Besuch" war. Wir adoptierten den als Flirt von BesterFreundin aufgesammelten englischen Frühling (einen der nachweislich letzten Gentlemen dieser Region), litten mit der Friesin, die den durchtrainierten Iron Man von gegenüber aus der Ferne anschmachtete. Schauten The Beauty and the Beast im TV und waren binnen kurzem dank der lauschigen Atmosphäre der Samstagsfrühstücke in Bademantel, dicker Brille (die Friesin) und Tiergesellschaft (der Vogel, ihr erinnert euch?) als der "Schlampenclan" (liebevolle Bezeichnung eines inzwischen verstorbenen Bekannten) berüchtigt. Eine wichtige Zeit - für uns alle. Und sie war so kurz. Zuerst wurde die Hexe schwanger und brauchte ihre Wohnung selbst. Später heiratete sie den Kindsvater und lebt seitdem mal hier mal dort. Beste Freundin zog wieder ins Elternhaus - für eine andere Wohnung war kein Geld da. Blieb auch da, als sie von einer Kurzzeitliebe schwanger wurde. Die Bayerin hatte damals ausstudiert. Die Friesin angelte sich durch einen klugen Gang zum Müllcontainer in vollem Ornat mit Heels und Make up den Iron Man. Was sich im nachhinein trotz Märchenhochzeit auf dem Wasserschloss als Fehler für beide herausstellte. Im Wettbewerb um die meisten Stolpersteine hat sie eh gewonnen, die Friesin. Ihre depressive Mutter suchte sich nämlich ausgerechnet ihre Examenswoche für ihren Rückzug aus dem Leben aus. Doch verloren haben wir die Friesin weder an eine scheiternde Beziehung noch an ihren Kummer ... sondern an ihr eigenes Bild von Mutterschaft. Spät schwanger geworden entschied sie sich für die Märtyrerlaufbahn. Und als wir uns vor einigen Jahren noch mal als "Familie" wiedertrafen mit BesterFreundin, dem irischen Frühling und meiner Wenigkeit ... da hatten wir uns nichts mehr zu sagen.

Unglaublich, wie viele Erinnerungen hinter den Fenstern dieser Erdgeschosswohnung stecken ... nur zehn Minuten zu Fuß von meiner Wohnung entfernt. Nie hätte ich gedacht, dass ich hier in der Gegend einmal wohnen würde. Mit einem Lächeln ging ich weiter auf meiner Walkingrunde und schwupp ... war ich zurück in der Zukunft.

 

23.02.2014 um 11:07 Uhr

Neues aus dem Land des Lächelns

von: Spring_Roll   Kategorie: Error (m)

Musik: Zehn kleine Negerlein ...

Frau Rolle frühmorgens im D*chungel mal wieder.

Und sage und schreibe DREI Neukontakte. Der junge Opa (optisch nicht uninteressant)  findet mein Statement toll, hat es offensichtlich aber entgegen seiner Angabe nur flüchtig gelesen. Zunächst möchte er von mir eine Definition von Intelligenz. Gebe ich ihm. Kein Problem. Dann schlägt er Schwarze Löcher und Politik in der Ukraine als Diskussionsthemen vor. Hmm ... hätte ich auch gemacht, wenn ich auf die Titelseite meines Mailproviders beschränkt wäre in meinen Informationsgewohnheiten. Wir plaudern noch ein wenig dahin. Er kokettiert damit, dass er zu dumm für mich sei. Ich maße mir kein Urteil an. Dann fragt er nach Kindern. Stand ja auch nicht auf dem Kundenstopper. Ehm ... stand doch. Aber im TEXT. Und erklärt mir, ich sei süss und er könne sich in mich verlieben, aber nur ohne schulpflichtige Kinder. Worauf ich ihm ein gutes Leben wünschte,, da ich nach Ende deren Schulplficht sicher nicht mehr in seinem doch sehr regionalen Wirkungskreis suchen würde ... und wieder ein Eis in den Laster! Wobei ... er mit der Anspielung auf seine intellektuellen Kapazitäten wahrscheinlich recht hatte.

Der Nachtwächter hingegen begrüßt mich als schöne Frau und verleiht der Hoffnung Ausdruck, dass sein Profil mich nicht allzu sehr gelangweilt habe. Hat es doch. Eine ellenlange, unsägliche Ansammlung kopierter Sinnsprüche und emotionaler Triggerwords wie Treue, Zweisamkeit, Bodenständigkeit, Zärtlichkeit, Ehrlichkeit ... und wem jetzt noch nicht schlecht ist, darf ihn gerne anschreiben, Nick per PM. Schüchtern sei er. Häuslich sei er. Und die Fotos von einem Typen in einer unsäglichenJeanswaschung und einer schlecht sitzenden Lederjacke, die ich bestenfalls aus dem Fundus des vor 12 Jahren verstorbenen Ex-Schwiegervaters kenne, haben mich auch nicht recht überzeugen können. Ich war höflich und schrieb ausweichend zurück, dass ich mich in seinem Profil nicht wiedergefunden hätte und wir wohl sehr unterschiedliche Leben hätten. Tschüss. Ohne Eis.

Der Nebulöse hingegen ist ohne Konterfei und ohne Text  unterwegs. Wir schreiben ein wenig hin und her. Bislang mit wenig Informationsgehalt, aber durchaus spürbarer Involvierung von Hirn auch auf der anderen Seite. Ende offen. Und selbst, wenn Frankenstein optisch die Hand im Spiel gehabt haben sollte, ein amüsanter Kontakt ist's allemal.

Ich sach's doch ... Bilder werden überschätzt ... 

 

 

 

23.02.2014 um 08:46 Uhr

Wunschliste - ja ham'mer denn scho Weihnachten?

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Mr. Sandman, bring me a dream ...

Dahin isses. Der wunderhübsch geschriebene "Kundenstopper" am Eingang meiner Ds*hungellichtung ist verschwunden. Gelöscht habe ich ihn. Denn irgendwie schlichen die potenziellen "Kunden" eigentlich immer außenrum. Zu faul zum Lesen halt. Und dann sich wundernd, dass Frau Rolle ob ihres in Ein-Wort-Sätzen geäußerten Interesses nicht in Begeisterungsstürme ausbrach. Fed up with it.

Stattdessen steht da jetzt eine Provokation. Und eine Wunschliste. Mit der Vorbemerkung, dass ich nur wünsche, was ich selbst lebe und bin.

Der Illusion, es würde jemand lesen, sitze ich nicht mehr wirklich auf. Aber zumindest kann ich jetzt energisch auf den "Disclaimer" hinweisen, wenn mir einer allzu blöd kommt. Und letzteres ... das BLÖD kommen ... ist ja das hauptsächliche Manko der virtuellen Suche. Wenn ich Männer in meiner Stadt ab einer Größe von ich plus Absatz suche, dann ist die Auswahl verschwindend gering. Selbst Nachbargroßstadt hat nicht wesentlich mehr zu bieten. Der überwiegende Teil der Suchenden kommt aus den weiten ländlichen Regionen, in die hoffnungsvolle Familien ihr Schuhkarton-Reihenhäuschen bauten, oblivious of the fact, dass der Bus nur zweimal täglich fährt und die "lieben Kleinen" nicht auf Häuschen und Handtuchgarten beschränkt  bleiben werden. Und wenn die Rama-Familie sich dann trennt, bleibt oft genug "Papa" allein zu Haus in der grünen Hölle. Ich gönn's ja jedem, der's mag. Aber für mich ist's halt nichts. Ich will da nicht hin. Noch nicht mal für das Wochenende. Mag da nicht "tot über'm Zaun hängen", wie man hier so plakativ sagt, wenn es um "Extrem-Dorfing" geht. 

Das ist nur der regionale Faktor. Und die Konsequenz heißt, nur noch in Citta und Nachbargroßstadt selbst zu suchen. Ziehe ich den Anteil der Zombies und Sc*ammer ab und sortiere allzu gruslige Bilder, vor Fehlern strotzende Texte und leere wie copy&paste-Profile aus, verbleiben mir maximal zehn interessante Profile zusammengenommen. Ziehen wir noch den ab, der Camping zu seiner Lebensform erhoben hat und den, der nie Zeit hat oder sich als gemeinsame Wochenendaktivität "Zweisamkeit" wünscht. Bleiben ca. acht. Und es ist ja nicht zwingend gegeben, dass auch nur einer von diesen acht sich überhaupt für Frau Rolle und ihren provokanten, aber fein geschriebenen Kundenstopper interessiert ...

D*chungelluft ist dünn ...

Gestern saß ich wieder mal mit den Mädels zusammen. GlamourGirl hat gekocht, MünchnerKindl, Limette, Ms. Curry und ich aßen entzückt. Und natürlich redeten wir über Männer. Ms. Curry (eine Kollegin von GlamourGirl)  ist glücklich verheiratet mit einem Mann, den ihr Freunde als Blind Date vorstellten. GlamourGirl ist mit einem Internet-Mann zusammen seit fast einem Jahr. Sie mailten und telefonierten wochenlang und sind ein Paar, seit er sie dann morgens nach einem langen Nachtflug vom Flughafen abholte. Die beiden sind sich völlig ihrer Gefühle sicher ... und auch eine Hochzeit ist nicht ausgeschlossen. MünchnerKindl verabschiedete sich irgendwann zu einem geheimnisumwitterten Date ... sie wirkte glücklich. Bleiben Limette und ich. Die Dauer-Singles. Limette noch mehr als ich. Alle paar Monate mal ein Lover - und mehr wird nicht draus. Und bei mir? Über zehn Jahre seit der Trennung vom Röllchenvater. Seitdem EINE ernstzunehmende Beziehung. Über sieben von zehn Jahren allein oder in "Fehlstarts". Und jetzt auch schon wieder über zwei Jahre allein. Spass macht das nicht, selbst wenn ich mir das Leben allein immer besser einrichte. Ich ermüde. Das merke ich in erster Linie an meinem Überdruss im D*chungel und der wachsenden Unlust angesichts von "Kennenlernritualen". Ich will mehr. Habe keine Lust mehr auf die ewig gleichen Fragen. Möchte mit einem Zeitsprung diese Rituale einfach überspringen und in Vertrautheit, Nähe und emotionaler Sicherheit landen. Habe die Nase voll von männlichen Statisten und wünsche mir mal wieder eine männliche Hauptrolle in meinem Leben, die nicht in Akt 2 theatralisch stirbt oder (die Realvariante) einfach verschwindet, wenn der nächste Reiz am Horizont auftaucht oder die Suche doch interessanter ist als das Finden.

Nun ... einer zumindest hat seit gestern sein Gegenstück gefunden und turtelt seitdem, was das Zeug hält: mein Husten. Der hat sich nämlich in eine entzückende kleine Schnupfin verliebt und die beiden treiben es seit ihrer ersten Begegnung ununterbrochen. Leider ohne jede Verhütung ... das kleine Halsweh tut schon erste Schritte an der Hand von Mama Schnupfen und Papa Husten. Die einzige, die sich mit diesem Familienidyll nicht so recht anfreunden mag, bin leider ich. Ich habe schon Herrn Husten nicht gewollt. Und diese Mietnomadin Schnupfen erst recht nicht, ganz zu schweigen von ihrer Brut.  Aber mich fragt ja keiner. Also kriegen die drei jetzt ihre Räumungsklage ... Gripp-Ex ... sofort!

Erwähnte ich, dass ich heute abend tatsächlich ein Date hätte? Nein?

Aber ich glaube auch nicht, dass es eins wird, wenn ich mit Familie Gripp im Schlepptau auflaufe ...

 

22.02.2014 um 09:12 Uhr

Gedanken hinter beschlagenen Scheiben

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: One for the money, one for the show ... (Elvis?)

Warum beschlagen die Scheiben in meinem Schlafzimmer INNEN? Nein, das ist keine technische Frage, sondern eine, mit der der Kaczmarek sich in nächster Zeit auseinanderzusetzen haben wird. Denn besagte Doppelverglasungen verfügen über marode Abdichtungen, weshalb sich auch bei normaler Raumnutzung ständiger Dampfsaunaeffekt einstellt. Weder dekorativ noch hilfreich. Also muss Kaczmarek ran. Bald. Sobald ich mich aufraffe, ihn anzurufen. Oder die Nachbarin von ganz oben es tut, die das selbe Problem hat. Ich prokrastiniere so etwas ja ganz gern, habe ungern mit Kaczmareks und Handwerkern zu tun. Letztere stellen sich zwar oft als prima Kerle und halbe Zauberer heraus, aber die Präliminarien aka Schaden melden und verhandeln sind so lästig.Also sinniere ich heute früh noch ein wenig über und in der Dampfsauna. Und NEIN, es ist nicht warm hier. Lüftenshalber habe ich nämlich die Heizung abgedreht.

Gestern abend habe ich mich körperlich verausgabt und mental Endorphinchen getankt. "Mein" Projekt und damit der Grund, warum ich auf weitere "gelbe Scheinchen", die bei  meiner Ärztin blau sind, verzichtete, liegt hinter mir und ich darf ohne übertriebene Bescheidenheit sagen: ich war ... SCHWEINEGUT! Wer in Fremdsprache eine Hundertschaft von Menschen, die keine Ahnung von den Traditionsrezepturen unserer Region haben, zum Ausprobieren, mitmachen und zur Begeisterung bringt, schafft auch vieles andere ... und die Perfektionistin sagt, Obercheffe sei stellenweise in positiv induzierte Maulsperre verfallen an seinem Logenplatz. Das Mikro und ich sind jedenfalls turtelnd verliebt ... und sogar der Husten hatte drei Stunden lang ein Einsehen. Ein kleines bisschen bin ich stolz auf mich!

Und merke, dass die zynische Stimmung der letzten Tage sich nicht halten lässt. Heute morgen suchte ich nach der Stil-Rolle des Monats. Aber fühlte eigentlich nur Mitleid für die armen Spacken in der Auswahlliste. Am ehesten hätte die Auszeichnung noch der Emo verdient, der mir nach einem wirklich freundlichen und rücksichtsvollen Korb aufgrund Mangels an gemeinsamen Interessen tatsächlich noch VERSTÄNDNISFRAGEN stellte. Einmal antwortete ich. Doch DAS hier war dann zu viel ... wer keine starken Nerven hat, bitte NICHT weiterlesen:

Herzen die brennen erschreckt kein Verbot, starke Gefühle besiegt nur ....

Man beachte die drei Pünktchen und reime dann bis zum Erbrechen. Ich jedenfalls rollte das Weiße in meinen Augen nach oben und kämpfte gegen den aufsteigenden Würgereiz an. Danke, danke, danke, liebes Universum, dass dieser Mensch gut 100 km von mir entfernt wohnt. Doppel-Danke dafür, dass ich diesem Schmalzkrapfen auf Beinen NIEMALS begegnen muss. Ein Ü50 Mann, der kitschige Poesiealbumsprüche zitiert, hat etwas hochgradig Mitleid erregendes. Und trotzdem ... ich tu's jetzt einfach. Die Stil-Rolle für den Monat Februar goes to

THE EMOOOOOOOOO!

Weil diese schwülstige Ader und PAARREIME eine solche Grenzdebilität spiegeln, dass Frau Rolle selbst in 30 Jahren und von Altersdemenz heimgesucht nicht versucht wäre, bei diesem "Schnäppchen" zuzugreifen. 

 

 

 

 

20.02.2014 um 08:27 Uhr

Vergrämen leicht gemacht

von: Spring_Roll   Kategorie: Error (m)

Musik: Time to say goodbye (Celine Dion)

In der Disziplin "Vergrämen" bin ich mittlerweile richtig gut. Kerle abschiessen in zwei Sätzen. Wobei ich bei geistig allzu Armen immer noch Beisshemmung habe - Driss-Sozialisation! 

Heute morgen also habe ich gleich drei hoffnungsvollen Netz-Turteltäubchen mit bitteren Pillen gefüttert. Wobei der eine wegen Abtauchens seine Portion vielleicht gar nicht fressen wird - aber für mich war es wichtig, diese Handvoll nach ihm zu werfen. Also in der Reihenfolge der Behandlung:

Der frühe Vogel. Wir erinnern uns - Telefonische Rendez-vouz nicht eingehalten. Angeblich unter die Haut gehendes Treffen mit der Konkurrenz. Für mich war es wichtig, einen Schlusspunkt zu setzen - und den Kontakt ohne Hintertüren für beendet zu erklären. Denn a) hasse ich Unzuverlässigkeit und b) will ich in seine Lebenssituation nicht hinein. Da wäre Stress vorprogrammiert.

Der Überflieger erhielt die nüchterne Mitteilung, dass die fehlende Antwort auf eine ausführliche und offene Mail für mich Grund genug sei, an weiterem Austausch nicht interessiert zu sein. Soll er doch weiter nach den Ü40-Mädchen dieser Welt suchen ...

Zu guter Letzt und mit einem Schuss Mitleid dann Hermann. In seiner Lebenskonstellation möchte ich nicht sein. Ich will keinen Mann, der sich als Single bezeichnet und eigentlich noch in seiner Beziehung steckt. Diesen Stress tue ich mir nicht an, zumal auch noch zwei recht kleine Kinder involviert sind. Ich will, dass ein Mann MICH will ... nicht den Beziehungsservice mit regelmäßiger körperlicher Ertüchtigung und emotionalem Rundum-Paket. Und so habe ich ihm das auch mitgeteilt. PUNKT.

Die Zuhörerin fragte neulich, ob ich auch in der Lage sei, Männern gegenüber meine eigene Bedürftigkeit zu signalisieren. Die Antwort war ein Jein. Jedes Mal, wenn ich nach begonnener Beziehung eigene Schwächen und Wünsche outete, stiess das in der Vergangenheit auf Ablehnung oder Überforderung. Und gerade in der (wie ich mittlerweile finde) lästigen Kennenlernphase darf eine Frau alles erscheinen, nur nicht weich und bedürftig. Darauf reagiert nämlich ausnahmslos jedes Männchen mit Fluchtreflex. Selbst die Alpha-Tierchen. Und nur die interessieren mich. Ich habe es versucht mit den ruhigen, zurückhaltenden, bescheidenen ... und mich zu Tode gelangweilt. Ich brauche den intelligenten, intellektuellen Mann mit einem Humor wie ein Messer. Aussehen weniger wichtig ... ich muss ihn nur gerne anschauen. Und souverän sollte er sein. Stark genug, um ein wirkliches Pendant zu mir zu sein. Und daran hapert's. Entweder lerne ich Männer kennen, die mich als Spalier betrachten, um sich in Richtung Lebenstüchtigkeit zu ranken ... oder solche, die mich gerne klein und schwach hätten, damit ich sie nicht überflügle in ihrer Mittelmäßigkeit (Achtung: Stabilität kann manchmal mit Stagnation verwechselt werden) .... oder solche, die zwar stark und unabhängig und souverän sind, aber dabei zu sozialen Grenzfällen geworden sind. Die Könige der Egomanie.

Suche ich also mal wieder die eierlegende Wollmilchsau?

Oder sollte ich wirklich meine Ansprüche an einen Mann so zurückfahren, dass ich mit "atmet selbständig" zufrieden bin? Quatsch mit Soße. Damit bin ich nicht zufrieden. Nie. Aber leider hat die Statistik recht. Intelligente Frauen und doofe Männer sind die Überschussmengen am Markt, die nicht nachgefragt werden. Weitere Negativpunkte im Angebot sind vorhandenes Übergewicht, wenn auch nicht extrem, und vorhandener Nachwuchs sowie das Nichtvorhandensein finanzieller Flexibilität. Ladenhüter. Damit habe ich mich abzufinden. Und arbeite heftigst daran, mir ein erfülltes Leben als Single einzurichten. Und will trotzdem nicht die Hoffnung aufgeben, dass es doch noch irgendwo einen passenden Deckel zu mir verbeultem mittelalterlichem Topf geben könnte ... wobei ich allmählich zu einer ganz anderen Annahme gelange ...

Bin ich vielleicht doch ein WOK? 

19.02.2014 um 20:26 Uhr

Hä???

von: Spring_Roll   Kategorie: In the Jungle

Musik: Scatterlings of Africa (Johnny Clegg)

Auweia ... geht's noch?

Bisher war ich der Meinung, meine kleine Lichtung ebenso authentisch wie aussagekräftig dekoriert zu haben. Ausführlich auch.

Dann bekam ich Post von Mr. Überflieger. Seines Zeichens Berater von wemauchimmer für wasauchimmer. Er wolle mehr über mich erfahren, schrieb er. Anderes ... das Mädchen in mir kennenlernen und seine Träume. Ich liess mir Zeit mit der Antwort und schrieb, was mich bewegt. Dummerweise bewegte er sich danach nicht mehr. War ich ihm wohl zu wenig inneres Kind. Nun ... in meinem Alter ist frau in der Regel erwachsen.

Hermann Munster hingegen teilte mir ungefragt mit, dass er eine Liege am Pool jeder erotischen Aktivität vorziehe. Hermanns Lichtung lag im Nebel. Man konnte ihn nicht sehen ... nur hören respektive lesen. Und ich las, dass er zwei lange Beziehungen mit charakterlich tollen Frauen im Leben hatte und beide sich durch fehlenden und/oder miesen S*x auszeichneten. Klar, dass Hermann die dritte Beziehung direkt anschließen will. Und auch zwischendurch keine Anstrengungen unternehmen will, sich vielleicht gerade in diesem Bereich ein wenig ... nun ja ... fortzubilden. Er war der Ansicht, er sei durch Gespräche mit Freunden und Sichtung diverser Medien bestens qualifiziert zum Traumliebhaber. Ehm ... ja. Also so ein Kerl, der zwei Filmchen gesehen hat und jetzt den Checker gibt. 

Und der Clou: ganz beiläufig stellte sich heraus, dass Hermann noch mit seiner Frau unter einem Dach wohnt. Ehm, ja ... wer sich trennt, ist in NEUN Monaten nicht in der Lage, eine Wohnung zu finden? Das halte ich gelinde gesagt für einen schlechten Witz. Ich hatte acht Wochen nach der Trennung meine eigene Wohnung. Und bei den folgenden Umzügen dauerte es zwischen Wunsch und Realisierung nie länger als drei, maximal vier Monate. Sorry, Hermann, aber so wird das nichts mit uns beiden. Schwimm dich erstmal frei. Trenn dich richtig. Und komm bei dir selbst an. Und dann irgendwann auch bei einer Frau ... ich jedenfalls mache nicht den Trennungscoach.

Ganz anders war die Herangehensweise des Emos. Der Emo freute sich, in mir ein hochemotionales Pendant entdeckt zu haben und gab sich größte Mühe, mir Sehnsüchte zu unterstellen, die er zu Gemeinsamkeiten hochstilisierte. Mit Fragen nach Gefühlen eilfertig, schwieg er sich über die eigene Persönlichkeit aus. Also stellte ich ein paar entweder-oder-Fragen ... und er kam aus der Deckung. Ländlich lebe er, ordentlich sei er. Motorrad fahre er und Spieleabende liebe er. Außerdem sei er selbständig und Urlaub liege ihm fern, ebenso wie die eigenhändige Zubereitung von Nahrung und Konversation in fremden Sprachen. Doppel-hä? Damit war auch die Frage geklärt, ob Monsieur meine Lichtung bewusst betrachtet hat, mit Nein beantwortet. Ich machte mir nicht die Mühe, ironisch zu werden, sondern schrieb ihm in nüchternen Worten, dass der Wunsch nach Nähe nicht der kleinste gemeinsame Nenner für eine Beziehung sei ... und dankte allen höheren Instanzen, dass mir eine Teilhabe am Leben dieses Menschen erspart bleiben wird.

Jau ... ich bin wieder fies. 

Der Cineast sagt, ich werfe den falschen Köder aus. Manche Fische seien zu blöd für den Premiumblinker. Und die fange man mit der Basisversion. Nochmal hä .. will ich blöde Fische fangen? Nein! Und blöde Männer erst recht nicht. Aber die springen auf die Basisversion des Rollenköders an. Nämlich hübsches Bild und kein nennenswerter Text.

Aktuell ist der Bedürftigkeitspegel bei weitem nicht hoch genug dafür ... und im Notfall fange ich halt wieder ein paar Nullnummern ... 

Ach ja ... den Ritter werde ich wohl treffen ... wenn er nicht vorher auf die Idee kommt, zu meiner Speiseeisversorgung beizutragen. Ihr wisst schon ... tolle Frau, aaaaaber ... misstraue den D*chungelmännern, denn sie machen Komplimente ...

19.02.2014 um 07:13 Uhr

Die Grenzen der Freundschaft

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: All by myself (Jamie O'Neal)

Keine Angst ... kein Gejammer.

Aber wie immer bringen mich eure Kommentare zum Nachdenken. Diesmal über das Wesen von Freundschaft und die Frage, ob Freundschaft situativ eine Partnerschaft ersetzen kann.

Jeder kennt die Klassiker - und das unweigerliche Happy End. In Hollywood führt Freundschaft zwischen Männern und Frauen unweigerlich zur Liebe. When Harry met Sally, Die Hochzeit meines besten Freundes ... Der Plot ist vorhersehbar ... aus besten Freunden müssen irgendwann beste Partner werden.

Nur leider funktioniert das im echten Leben überhaupt nicht. Ich habe drei bis fünf männliche gute Freunde. Zwei davon kenne ich seit fast 30 Jahren. Sie sind wie Familienmitglieder - man sieht sich nicht sehr oft, geht dann in Herzlichkeit bis Schonungslosigkeit miteinander um, beteuert sich, dass man viel mehr miteinander unternehmen sollte und sieht sich dann wieder zwei Jahre nicht. Ein Cousin-Gefühl (mit meinen Cousins war ich in meiner Teenagerzeit eng befreundet ... da fiel die Partner-Komponente aus gegebenem Verwandtschaftsverhältnis eh weg).

Dann ist da der Weißwäscher. Wir waren uns schnell einig, dass wir nicht in unsere gegenseitigen Beuteraster passen und haben seitdem gute Gespräche und manch Problem geteilt - sehr ausgewogen übrigens, mal er, mal ich. Jemand, zu dem ich gehen kann, auch wenn es mir schlecht geht. Auch jemand, der mich mal in den Arm nimmt. Aber nach Ausruhen ... fühlt sich das nicht an.

Und da ist die Hummel. Mein seit Jahren Seelenverwandter. Der wohnt aber zu weit weg zum In-den-Arm-Nehmen und hat auch selbst einen Sack voll Probleme (auch wenn er damit nicht hausieren geht ... aber ein Schlaganfall ist halt nicht von Pappe).

Last not least hätten wir da den Cineasten. Über die Zweidrittelverliebtheit bin ich längst hinweg. Aber das reale Umarmen ist in unserer Art von fast hauptsächlich virtueller Freundschaft nicht drin. Und da der Gute gerade gegen die Dämonen seines Burnout kämpft, ist er auch nicht die stabile Schulter, an die sich Frau lehnen könnte.

Stabile Schultern bieten "die Mädels". Viele sogar. Ohren zum zuhören und auch eine Umarmung. Aber ... es ist nicht das Gleiche. Die Umarmung eines Partners ist anders als die eines Freundes. Sie hat etwas Schützendes, etwas von Hafen. Ein Partner gibt mir das Gefühl von Windschatten, während die Freunde am Rand stehen und mich anfeuern. Beides wichtig, aber unterschiedliche Qualität.

Und deshalb kann das Gefühl, einen Partner zu vermissen, durch Freundschaft niemals aufgefangen werden. 

Freunde sind wertvoll und wichtig. Ich schätze sie unendlich. Sie machen mein Leben bunt durch ihre Unterschiedlichkeit, durch ihre Besonderheit, durch Ideen und gemeinsame Aktivitäten. Doch ein paar Dinge können mir auch die wunderbarsten Freundschaften niemals bieten. Nicht das Gefühl, zu jemandem zu gehören und nicht das, was Partnerschaft mindestens zur Hälfte ausmacht (nach Wegfall der Vermehrungs- und Versorgungskomponente jedenfalls): eine von tiefen Gefühlen getragene, erfüllte körperliche Beziehung.

Der Gedanke, etwas, was frau nicht hat und derzeit nicht haben kann, durch etwas zu ersetzen, das "verfügbar" ist, ist zugegebenermaßen verführerisch. Doch zumindest bei mir funktioniert es nicht. Die Umarmungen von Freunden werden geschätzt und genossen - aber trotzdem füllen sie nicht die Lücke, die das Fehlen der Umarmung eines Partners darstellt.

Es ist nicht so, dass ich mich ohne Partner als unvollständiger Mensch fühlen würde. Ich bin mir auch bewusst, dass ich ein besseres Leben habe als viele Menschen in SCHLECHTEN Partnerschaften. Und trotzdem ist da das Bewusstsein, dass ich gerne mehr hätte.

Und weil sich das nicht zwingen lässt, muss ich dieses Fehlen aushalten und mich alleine abstrampeln. Nichts ist unattraktiver und weniger anziehend als eine bedürftige Frau ... also Schultern rein, Brust raus, Bauch einziehen und mit stolz gehobenem Kopf und imaginärem Krönchen auf 10 cm Absatz weit ausschreiten. Auch ohne Ziel, Hauptsache vorwärts. Und oft mit einem warmen Gefühl, wenn meine Freunde und besonders Freundinnen um mich sind. Aber im Bewusstsein ..... da geht auch noch etwas anderes ... etwas anderes als Freundschaft. Nicht mehr, nur anders.

 

 

 

18.02.2014 um 07:28 Uhr

Anspruch oder Niveau?

von: Spring_Roll   Kategorie: In the Jungle

Musik: You can't hurry love (Phil Collins)

Eine Krank-Woche, eine Studienwoche im D*chungelmilieu. 

Und wieder bin ich sprachlos, wie leicht mein Gegenüber überhöhte Ansprüche klassifiziert, ohne zu fragen, ob eventuell wirkliches Niveau dahinterstecken könnte. Nein ... mit jemandem, der keinen Satz geradeaus schreiben kann (ohne Legastheniker zu sein) kann ich wenig anfangen. Doppel-Nein ... wenn ich für mich das Leben in der Stadt als richtig und wohl tuend sehe, dann bin ich keinesfalls daran interessiert, meine Wochenenden im ländlichen Raum zu verbringen. Eigenheime im Grünen  jagen mir Angstschweiß auf die Stirn, fast so zuverlässig, wie mich das Wort "Spieleabend" in panische Flucht treibt. Ich bin eine schrullige Endvierzigerin ohne Vermehrungsambition mit  dem Anspruch, in einer Beziehung Freude an und mit dem anderen zu haben ... körperlich wie geistig.

Mit der geistigen Freude ist es bisher nicht weit her und da die körperliche dadurch bedingt ist, ob ich jemanden nicht nur physisch anziehend, sondern auch geistig anregend finde ... brauche ich diesen Part nicht weiter auszuführen.

Doch es gibt ja auch Lichtblicke. Aber die sind punktuell. Sehr punktuell. WIe Mr. Right, der sich momentan in täglichen Einzeilern gefällt und telefonieren für Teufelswerk hält. Aber andererseits fragt, warum ich noch durch den D*chungel spaziere. Ehm ... weil du nicht in die Pötte kommst? Und weil ... update ... du mir gerade schreibst, dass deine Ex deine Gefühle hat. Klar, für die Aussage, ich sei eine tolle Frau, kann ich mir ein Eis kaufen. Für die vielen Male, die Männer, die mich nicht wollten, mir das schrieben oder sagten, sogar einen ganzen Kühlwagen voll Eis. 

Wie den frühen Vogel, mit dem sich ein intelligent-amüsanter Mailwechsel entspann. Allerdings sind seine Lebenspriorität Nr. 1 seine vier Kinder, die ihn so im Griff haben, dass er noch nicht einmal eine telefonische Verabredung einzuhalten vermochte. Und die zweite mal einfach "vergass", um mir dann zu schreiben, er habe ein "spontanes, unter die Haut gehendes Treffen gehabt" ... so WTF? Meinen Segen hat er. Denn Hand auf's Herz ... wenn ich so lese, wie dieser Mann lebt, hätte er keine Zeit für mich. Seine Wochenenden gehören den Kindern. Und ein Partner, mit dem ich keine Zeit verbringen kann - UNGESTÖRTE Zeit - darauf kann ich gut verzichten. Es sind übrigens keine Kleinkinder ... das jüngste ist 14. 

Der Ritter ist der Dritte im Reigen der D*chungelbegegnungen. Ich hätte ihn niemals angesprochen. Weil er quasi auf der Haustür stehen hatte, dass der Typ Frau, den ich mit meinem sehr geradlinigen, klassischen Kleidungsstil verkörpere, nicht sein Gefallen findet. Offenkundig ging es ihm anders, denn er sprach mich auf der nächsten Lichtung an. Und relativierte vieles. Auch er hat Kinder. Auch er ist gerne Vater und pflegt die Beziehung zu seinen beiden Teenagern. Aber er lässt sich nicht auffressen davon. Bleibt auch Mensch bei allem Elternsein.

So weit der D*chungel. Ab heute tauche ich wieder ins echte Leben ein. Und morgen auch wieder in die Arbeitsroutine. Es wird Zeit. Denn seit dem Wochenende war ich kurz davor, vor Langeweile die Wände zu zerkratzen - Zellen-Koller eben. Gestern ist es mir Dank eines hilfsbereiten Verwandten zum Glück gelungen, die Liste der unerledigten Heimwerkereien ad acta zu legen. Die Kommoden im Flur haben jetzt ihre hübschen neuen Porzellanknöpfe, das kippelnde Regal im Bad ist verdübelt, der Brandmelder wird uns künftig bei jedem Batteriewechsel durch Piepen erfreuen und endlich, endlich, lassen sich die Türen meines Schlafzimmerschranks nach Schlossreparatur wieder schließen. Und das Sofa hat zwei zusätzliche Stützfüsse bekommen, die es am Wackeln hindern. Jetzt fehlt nur noch das Projekt Rollo im Schlafzimmer ... was aber aufgrund des Fenster-Sondermaßes nicht so leicht werden dürfte. Fein, wenn andere arbeiten, während ich die Diva auf dem Sofa gebe!

Gemischte Gefühle. Zwischen Eigenständigkeit und Bedürftigkeit. Denn wenn ich bei seiner Durchlaicht vom "in den Arm nehmen" lese ... dann ist es genau das, was ich jetzt gerade gerne hätte. Bloss bekomme ich das nicht von einem D*chungelmann. Nicht sofort. Erst, wenn diese quälende Phase von Kennenlernen hinter mir liegt. Warum ist es nicht möglich, mich mit einem Klick in Monat fünf einer Beziehung zu beamen. Noch frisch verliebt, aber schon ein wenig "sicherer"? Warum immer wieder diese ersten Male ... erste Begegnungen mit den tausendmal gestellten Fragen. Das Abklopfen und die Unsicherheit.

Und dann ... kann ich mir doch bloss wieder ein Eis kaufen. Aber das hält die Seele nicht warm ... 

 

 

 

16.02.2014 um 13:14 Uhr

Willkommen in der Suhle

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Ich bin allein, allein, allein ...

Mist-Sonntag. 

Eigentlich wollte ja die Tangoqueen vorbeikommen, aber die kümmert sich verständlicherweise über ihre akut an Niere und Blase erkrankte Prinzessin. Und ich ... langweile mich zu Tode und tue mir selbst gerade ein bisschen leid. Und inspiriert von Gina überlege ich bei jedem Ziepen, ob das jetzt vielleicht eine Thrombose oder ähnliches Unbill sein könne. Wie gesagt, ich habe (zu viel) Zeit.

Auch die männlichen Irrtümer sind nicht mehr das, was sie waren. Nachdem Herr Neujahr sich ja als Jammerlappen erwies und dann sich selbst versenkte, flanierte ich in den letzten Tagen ab und an durch den D*chungel ... mit mehr als mäßigem Ergebnis. Ich korrespondiere mit großen Pausen mit zwei Männern, Mr. Right und dem frühen Vogel. Beide interessant, aber die Kommunikation lässt sich auf eine halbe Stunde pro Tag reduzieren.

Und ich klicke mich mal wieder durch den Katalog. Und stelle fest, dass es in den beiden möglichen und gut erreichbaren Städten meiner Umgebung (Citta selbst und Nachbargroßstadt) verdammt wenige Männer gibt, die von Alter und Größe her ansatzweise passen. Und dass von denen die Hälfte qua Dummbatz-Filter aussiebbar ist. Dann noch 40 Prozent Zombies ... die die schon ewig online sind und alles sind, nur nicht offen für eine Beziehung. Und unter den restlichen 10 Prozent "darf" ich aussuchen ...  falls ich die hoch gelegten Hürden jener "tollen Männer" zu nehmen weiß. Nicht ganz schlank? Fast 50? Kinder?  Vergiss es, Frau Rolle ... und wenn da doch mal ein Interessanter ist, dann will er dich nicht.

Blöder Sonntag. Blöde Krankerei. Blöder D*chungel! 

15.02.2014 um 19:31 Uhr

Der mobile Senior

von: Spring_Roll   Kategorie: Spass mit Senioren

Musik: Call on me

Mein Vater ist ein äusserst mobiler älterer Herr. Sein Rollator ist in Dorf berüchtigt. Bestückt mit Regenschirm und Testfahrerplakette gleitet er wuchtig über Bürgersteige und fegt Einkaufswagenkolonnen auseinander. Auch telekommunikativ ist Papa natürlich mobil. Seit die Gesundheit nachliess, wurde er quasi handyzwangsverpflichtet. Von wegen des SOS-Notrufs. Ist auch sinnvoll. Und erreichbar ist er so ja auch. Wenn er das Ding mal einschaltet und WENN er dann sogar das Klingeln hört UND den richtigen Knopf findet. SMS erschrecken ihn allerdings zu Tode. Jedes Mal, wenn ihm sein Call für Call Provider schreibt, dass er doch bitte SOFORT in Tarif XYZ wechseln solle, ruft er prompt seine Enkel zuhilfe, die dieses Teufelsding SMS aus seinem Telefon exzorzieren sollen. Was sie dann auch immer mit entsprechendem Brimborium tun. Ein echter Crack ist mein Dad aber in der Adressverwaltung. Eben gab er mir stolz nach nur zehn Minuten Suche (ich hörte durchs Festnetz Stöhnen, Rumpeln, Schnaufen und Piepen und fragte mich, welchen T-Komm-Techniker er da wohl in Beugehaft hält) die Rufnummer meiner gerade umgezogenen Schwester. Und ich schrieb eifrig mit und .... wunderte mich.

Denn meine Schwester ist von Ortsnetz zu Ortsnetz gezogen. Von Vorwahl 01155 (Vorwahl geändert) nach Vorwahl 01115.
Ihre alte Nummer lautete 01155 1377723.

Nun diktierte mir Papa folgende Nummer: 01115  51377723. Und ich sagte noch: Wie hat sie es denn geschafft, fast die gleiche Nummer zu bekommen?

Muss ich erwähnen, dass die Nummer NICHT funktionierte? Bitte jetzt niemand ausprobieren ... natürlich steht hier nicht die echte Nummer!

Ich biss in meine Wolldecke und rief meinen Vater zurück. Und bat ihn, die Rufnummer in seinem Handy doch besser zu löschen ... ganz freundlich. Und dann legte ich auf, setzte mich im Schneidersitz auf dem Boden und begann, meinen Kopf rhythmisch gegen den Kleiderschrank zu dengeln ...

Übrigens hege ich echte Bewunderung für meinen Sohn Blue ... der durfte neulich mit Opa mal wieder in den Computerring steigen. Internet hat er ja zum Glück nicht, aber schon Office mit Senioren entführt in unbekannte Welten, die nie ein Mensch zuvor sehen wollte. Blue hat sich dieser Aufgabe gestellt ... und sogar eine Engelsgeduld an den Tag gelegt!

Meine Mutter hingegen ist die Meisterin der weiblichen Wegeerklärung ... und da, wo früher der X gewohnt hat, gehst du links bis zu dem Haus, das sie gerade blau gestrichen haben .... ehm, Mama?  Und erkläre ich ihr den einfachen Weg von der Innenstadt bis zu mir ... dann nimmt sie den Bus.

Ohne Worte ... 

 

 

15.02.2014 um 09:14 Uhr

Gemischte Gedanken

von: Spring_Roll   Kategorie: Miscellaneous

Musik: Tainted Love (Soft Cell)

Jetzt also auch ich. Nach Lektüre anderswo und hier und bei Synchrono.

Skandal Marius. Den Sachverhalt kennt ja jeder inzwischen. Zoo im Ausland dezimiert Giraffenpopulation und verfüttert Kadaver an Löwen. Leider vor der Kamera. Zwangsläufig Skandal und Entrüstung erzeugend. Und hohe Wellen bis ins Boggerland schlagend. Was ich verstehen kann. Weil die ganze Sache hochemotional diskutiert wird. Auch ich habe mir meine Gedanken gemacht - auch vor dem Hintergrund meines in intensivem Kontakt mit Arten schützenden Wissenschaftlerrn erworbenen Halbwissens zu Arten, Lebensräumen und Gleichgewicht. Ich weiß zum Beispiel, dass in Afrika und Australien gegen "invasive" Arten ein Ausrottungskampf geführt wird, weil sie das heimische Gleichgewicht so stören, dass Natur, Tier und Mensch darunter leiden. Und auch, dass es hier in Deutschland sehr "niedliche" Einwanderer gibt, die unseren heimischen Arten gefährlich werden. Das niedliche amerikanische Eichhörnchen zum Beispiel, oder die Sittiche von Wiesbaden. Und unniedliche. Wie die Miniermotte, die Kastanienbäume zerstört. Und dass hier in Deutschland das Gleichgewicht der Arten im Wald mangels Raubtieren nur mit dem Gewehr gesichert werden kann. Oder möchten Sie Ihren Garten gerne mit einer Wildschweinrotte teilen? Sie möchten? Dann gehen Sie energisch gegen die Wildschweinjagd vor. Sie brauchen Ihr Gartentor nicht zu öffnen - das Zaunschleifen erledigen die Tiere gern für sie.

Eine Population im Zoo ist nichts anderes als das Revier eines Försters. Wenn zu viele Wildschweine da sind, werden sie erschossen. Und in jedem Zoo werden jedes Jahr unzählige "überzähliger" Tiere irgendwohin verkauft oder getötet und teilweise sicher auch verfüttert. Wobei ich meine, dass Töten und Entsorgen noch schlimmer ist. Ich bin keine Vegetarierin. Also sterben für mich Tiere. Und wenn das der Fall ist, dann sollte ich diesen Tod wertschätzen. Indem ich zum Beispiel nicht nur die Hühnerbrust esse, sondern das ganze Huhn. 

Zurück zur Giraffe. Bestand zu groß, ein Tier getötet und verfüttert. Allerdings spielte der jetzt so diskutierte Fall sich vor den Augen der Öffentlichkeit ab. Und betraf ein Tier, das Sympathieträger war. Eines, das einen Namen trug und damit "vermenschlicht" war. Die Menschen trauern um Marius, so wie sie den Medienhype um Knut den Eisbär vor einigen Jahren erlebten. 

Im Zoo gibt es kein natürliches ökologisches Gleichgewicht. Der Lebensraum ist von Menschen bestimmt und verträgt nur eine Anzahl x von Individuen. Und da Zoos von den "niedlichen" Jungtieren leben, haben sie einige Jahre darauf das Problem, die nicht mehr niedlichen Erwachsenen loswerden zu müssen. Besonders die männlichen. Im Zoo gibt es keinen Platz und kein Futterbudget für "Jungmännerherden" oder die Menge X an Kastraten. Und wenn kein anderer Zoo Interesse hat und eine Auswilderung nicht möglich ist, bleibt nur der Bolzen.

Das ist eine Tatsache. Nicht die Meinung, die ich vertrete.

Ich wäre dafür, die Immer-neu-klein-und-niedlich Politik mal zu überdenken. 

Denn die sorgt "im Kleinen" dafür, dass unendlich viele Tiere zu Opfern werden. Nicht des Bolzens, aber von Vernachlässigung und Verlassen. Wer kennt nicht die traurigen Bilder in jeder Online-Tiervermittlung? All diese Tiere waren mal klein und niedlich ...oder exotisch und interessant und irgendwann langweilig ....?

Ein Fotograf in Asien hat die extremste Ausprägung dieser Ex- und Hopp-Mentalität dokumentiert. Ich glaube, es war in Korea. Dort werden Welpen angeschafft und verwöhnt. So lange, bis sie nicht mehr klein und niedlich sind. Dann werden sie entsorgt. Ausgesetzt, erschlagen oder in der Tötungsstation abgegeben. Der Fotograf hat diese Hunde vor ihrem letzten Gang fotografiert. Die jüngsten waren wenige Monate alt. 

Und das betrifft nicht EIN Lebewesen, sondern TAUSENDE.

Wie einige Leserinnen und Leser wissen, habe ich vor Weihnachten darüber nachgedacht, eine Katze zu halten. Und ich habe mich dagegen entschieden. Weil ich dem Tier nicht das bieten kann, was es braucht: Freigang, Artgenossen und Menschen, die viel zuhause sind. Und vor allem kann ich eines nicht bieten: 20 Jahre Sicherheit, was meine Lebensumstände betrifft. So lange lebt eine Katze nämlich, wenn sie gut gepflegt wird und gesund bleibt.

Marius die Giraffe stellt die Grundsatzfrage: Was sind Tiere für uns?

Zoos sind wichtig für den Artenschutz. Weil in Gefangenschaft einige Arten wieder "hochgepäppelt" werden konnten. Weil die Menschen über Arten und Lebensräume hier je nach Zoo hervorragend informiert und sensibilisiert werden. Weil sie wissenschaftliche Erkenntnisse über die gehaltenen Arten erlangen. 

Aber so lange die Menschen nur in Scharen strömen, wenn Jungtiere da sind, sind die Zoos auf die zuverlässige Vermehrung ihrer Tiere angewiesen. Und so lange muss am "anderen" Ende ein anderes Tier Platz machen, wenn es zu eng wird im Gehege.

Schon mal darüber nachgedacht, was mit den vielen kleinen Ziegen im Streichelzoo passiert? 

 

 

 

 

 

 

14.02.2014 um 08:37 Uhr

Die zarteste Versuchung ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Das Beste zuerst ...

Musik: Rosalie (Filmmusik aus Rosalie goes Shopping)

Die Kategorie gibt vielleicht schon einen leisen Hinweis darauf: es geht hier nicht um Schokolade.

Sondern um den mit Krankheit verbundenen Leerlauf aka Müßiggang, der ja bekanntlich aller Laster Anfang ist. Und so schleiche ich seit Tagen um das virtuelle Kaufhaus herum, inspiriert durch den Gedanken, dass ich Lieferungen derzeit sogar selbst annehmen könnte und nicht auf Nachbarn und Hausflur vertrauen müsste. Viermal wurde ich schon schwach.

OK, die Ersatzbeschaffung eines Staubsaugers und zugehöriger Tüten zu einem wirklich guten Preis und die Order eines zweiten Wischpads und von vier Liter Reinigungsmittel für meinen Holzboden-Spezialbesen zählt jetzt nicht unbedingt zu den Shopping-Exzessen dieser Welt. Und auch Shoppinganfall Nr. 5 war keine Designertasche, sondern ein Kochtopf. Auch eine Ersatzbeschaffung - den Vorgänger verschmorte ich leider im letzten Jahr durch die fatale Kombination von Kartoffeln und Erschöpfungskurzschlaf. Einzelheiten wollt ihr nicht lesen ... ehm ... riechen. Gekauft habe ich allerdings nicht einen Topf, sondern deren gleich vier. Was sich aber relativiert. Denn der eine Topf hätte ab 15 Euro aufwärts gekostet. Mein Topfset war mit 39 Euro inkl. Versand ausgeflaggt und ich fand es bei einem anderen Anbieter zufällig für 14 Euro inkl. Versand. Da schlug ich zu. Denn kleine Töpfe sind die, mit denen ich tatsächlich am meisten koche. Und nun bin ich gespannt auf die Lieferung.

Und die Versuchung? Die Versuchung ist ... "nötige" Dinge jetzt zu bestellen, obwohl mein Konto eigentlich etwas Erholung bräuchte. Und die Tatsache, dass ich auch um Unnötiges "herumschleiche". Die Gelegenheit mag günstig sein ... aber ich sollte mir vielleicht vorsichtshalber noch eine geballte "Anti-Retail-Therapy" gönnen:

- Öffnen des Kleiderschranks und Bestätigung des darin vorhandenen überreichlichen Inhalts
- Öffnen des Portemonnaies und Sichtung der letzten Rechnungen (vor allem der für meine Fortbildungen)
- Lesen des Buchs Shopaholic (zumindest ein, zwei Kapitel)
- DVD Rosalie goes Shopping

Wetten, nach diesem Programm shoppe ich erst mal nichts mehr? Und ich gebe auch kein Geld aus?

Ehm ... beides falsch.

Ich werde shoppen. Meine Lebensmittel nämlich.Und ein paar frische Blumen für den Tisch.
Und ich werde Geld ausgeben (müssen). Nämlich meine nächsten Seminare zahlen.

Aber eben nicht mehr als das. 

13.02.2014 um 16:41 Uhr

Back to the roots ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Rolle 2.0

Musik: Back to my roots (Odyssey)

Wie fing es eigentlich an mit "Frühlingsrollen und die Gesetze der Schwerkraft" ... damals, im Mai 2011? Die LeserInnen der ersten Stunde erinnern sich an einen ambitionierten, aber eher mit Beißhemmung ausgestatteten Diätblog.

Gewicht hat mich in den letzten Tagen wieder beschäftigt. Aus ganz anderem Blickwinkel, aber trotzdem mit einigen Aspekten, die sich aufzugreifen lohnen. Nachdem ich ja heute morgen feststellen durfte, dass meine Gewichtsabnahme zwar sichtbar vorhanden, aber nicht in der Dimension beheimatet war, die meine alte analoge Waage mir suggerierte, bin ich eigentlich erleichtert. Nicht, weil da wieder eine hohe Zahl steht. Aber weil das andere verdammt ungesund gewesen wäre. Weshalb ich auch mit Staunen und Argwohn vor dem TV sitze, wenn sich in Südspanien wieder die Kalorienopfer medienwirksam zum Wiegen anstellen. Abnahmen von fünf Kilo in einer Woche sind für mich nur beim Kaltstart von Null auf Hundert mit Ernährungsumstellung plus Sportprogramm denkbar. In Woche sechs allerdings kann auch eine dann noch 100 Kilo-Frau nicht mehr so viel abnehmen mit normalen aka gesunden Mitteln. Da geht irgendwann einfach nicht mehr viel Ein Kilo pro Woche ist dann schon toll. Ich weiß das, ich habe schon einmal 25 Kilo abgespeckt auf gesunde Art und Weise. In den ersten zwei Monaten fünf Kilo pro Monat, danach ging es langsamer. Für die letzten fünf habe ich ein halbes Jahr gebraucht.

Dass ich mein dann erreichtes Gewicht nicht hielt, lag vor allem an einer totalen Änderung der Lebensumstände. Nach der Trennung vom Ex hatte wirtschaftliche Unabhängigkeit und Kinderverantwortung Vorrang. Dazu ein paar Dosen Liebeskummer im Laufe der nächsten Jahre und ein heftiges Stressprojekt machte die Zahl wieder voll. Laufsport betrieb ich die ganze Zeit, aber es reichte nicht, um meine Kohlehydratesucht aufzufangen, die meinen Raubbau-Lebensstil befeuerte. 

Dann kam der Fitnessclub. Ich aß, was ich wollte, aber durch das abwechslungsreiche Training schmolzen die Pfunde. Aber nur, bis ich wieder in einer ebenso gefühls- wie energieintensiven Beziehung steckte. Keine Zeit mehr für mein Trainingspensum und motzende Extremitäten (Füsse) sorgten gepaart mit ständiger emotionaler Anspannung und Achterbahnfahrten für eine lecke Benzinleitung. Ich tankte, tankte, tankte und kam doch nicht vorwärts. 

Mein erstes Single-Jahr danach war geprägt von Bewegung. Aber auch vom Verarbeiten-Müssen. Und auch das braucht Kalorien.
Das folgende Jahr ist das, das noch nicht mal zum Recyclen abgegeben werden konnte. Stress, Frust und Ohnmacht - jedenfalls bis zum Sommer. Danach eine neue Chance, aber auch erstmal ein anstrengender Umzug.

In dieser Phase konnte ich ihn mir nicht antun, den kalten Entzug.

Denn nichts anderes als der kalte Entzug eines Junkies ist es, wenn ich versuche, meine Ernährung von den süßen Snacks wegzusteuern. Suchtmittel Schokolade und Weißmehl. Das Problem bei Nahrungssüchten ist halt, dass Essen nicht einfach weggelassen werden kann. Aber im Entzug muss ich erst einmal komplett auf Null gehen, sonst schaffe ich den kontrollierten Genuss später nie. Und bei bisher jedem der zeitweise erfolgreichen Entzüge war ich mindestens zwei Wochen lang völlig überdreht und unkonzentriert. Was selbst im Normalbetrieb einer Rolle nicht funktioniert. Weshalb meine Figuroffensiven das Thema Ernährung entweder ausklammerten und nur auf Sport setzten oder aber kläglich kurzfristig scheiterten.

Durch die letzten zwei Wochen habe ich unverhofft jetzt eine echte Chance bekommen. Denn mein Magen hat sich an kleine Portionen und wenige Malzeiten gewöhnt. Und er giert nicht nach Süßem. Habe ich also ein wenig Affirmation betrieben. Zum Einen durch mehrfache Visitation des Kalorienopfercamps in Spanien ole. Zum Anderen durch den Versuch von Autosuggestion. Und zum Dritten durch kulturellen Input.

Wer von Euch kennt es noch? Das Meisterwerk von Marcello Mastroianni? La grande bouffe ... das große Fressen ... ist die Geschichte um vier lebensüberdrüssige Freunde betitelt, die sich ums Leben fressen wollen - auf höchstem Niveau. Der s*xsüchtige Pilot, der schwule Tänzer, der erfolgreiche Koch und der jungfräuliche Jurist mit Mutterkomplex ziehen sich in ein verfallendes Palais zurück und die Orgie beginnt. Eine unglaubliche Geschichte nimmt ihren Lauf. Sinnlich und bizarr. Mastroianni eben.

Und nun kommt die positive Affirmation. Die hübsche Frühlingslederjacke eben, die wieder schön locker zugeht. Die Hose, die lockerer sitzt. Und die zwei, drei Teile im Keller, die dann vielleicht doch im Sommer wieder passen könnten ...

Und wo ist der Sport?

In den Startlöchern natürlich. Sobald ich a) wieder gesund bin und nicht mehr huste und b) auch OP-technisch wieder darf. Also ca. Anfang März. Und dann brauche ich einen neuen Wochenplan, der auf meine neuen Abläufe zugeschnitten ist. Meine beiden Hantel-Einheiten möchte ich beibehalten, zusätzlich eine weitere Studio-Einheit, vielleicht Zumba? Und einmal Gerätetraining morgens. Dazu mindestens zweimal pro Woche laufen oder walken. Und zum Sommer hin ab und zu schwimmen. Zielvorstellung ist jedenfalls wieder 1U1D - eine Sporteinheit pro Tag.

Motiviert bin ich ... mal sehen, ob ich den Biss habe, das durchzuziehen! 

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13.02.2014 um 06:45 Uhr

Husten, nicht Texas

Musik: Röcheln und Bellen

Es gibt Nächte, über die sollte man den Mantel des Schweigens breiten. Einen sehr dicken, warmen und voluminösen Mantel. Die Gründe dafür mögen unterschiedlich sein. Die großen Sorgen. Der falsche Mann im Bett. Rücken oder sonstige Lagerungsprobleme. Kreiselbewegungen des Mobilars nach ausgiebigem Weingenuss, falsche Tageszeit oder Jetlag ... oder eben: Husten.

Die pflanzlichen Träum-Süss-Pillchen taugten gerade mal für 90 Minuten. Zweckfrei für 10 Euro also. Zweite Dosis eine Stunde - und panisches Hochschrecken mit Anfall. Es sollte nicht der letzte bleiben. Netto vielleicht zwei Stunden geschlafen heute nacht. Einmal fast weggeschossen beim Husten. Und das Antibiotikum im Verdacht, die Sache eher zu verschlimmern. Das, was mir Linderung gebracht hätte - der süsse, heisse Salbeitrunk mit Honig - durfte ich nicht nehmen. Von wegen nüchtern heute morgen. Also gehe ich gleich in die Arztpraxis, halte meine Vene hin und bin froh, wenns vorbei ist.

Jedenfalls weiss ich, was ich werden kann, sollte es mich tatsächlich in diesem Jahr in den nicht allzu weit entfernten Narrenraum verschlagen:

Ich gehe als Schrei frei nach Edward Munch... das kriege ich gerade so ganz besonders authentisch hin! 

13.02.2014 um 01:47 Uhr

Eben noch im Strampelanzug ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Familienbande

Musik: Living in the family (Level 42)

Es ist kein besonderer Tag heute. Eigentlich gar kein Anlass für diese Art von Rückblende. Oder eher: ein paar viele Anlässe in den letzten Wochen und Tagen. Es geht um Blue, meinen Ältesten. In nicht mal vier Wochen wird er 17. Und es war doch erst gestern, als ich das erste Mal versuchte, viel zu agiles Babybeinchen (aus meiner Sicht ... er war mit Anfangsgröße 56/62 schon eher ein großes Baby) in einen Strampler zu bewegen. 

Und ist die Zeit wirklich so lange her, als ich ihm mit Siebenmonatsbauch fluchend hinterherrannte, wenn er mal wieder eigene Wege ging bzw. rannte?Erst sechs Jahre, als die beginnende Pubertät uns beide heulend und schreiend in einem Streit mitten auf der Straße eskalieren liess?  

Seit einem guten Jahr ist er mir kräftigst über den Kopf gewachsen, der Blue. Irgendwann saß ich abends in meiner alten Wohnung und erschrak mich, dass im Flur hinter der Glastür ein fremder Mann stand. Bis ich merkte, dass es Blue war. Mein großes Kind. Bald wird er die 1,90 knacken - lange kann es nicht mehr dauern. 

Was hatte ich schlimme Gespräche mit seinen Lehrern! Und irgendwann fing er an, sich selbst zu managen. Kam in die Oberstufe als ob es sein Element sei. Selbstorganisiert, zielstrebig, effizient - managed sein Schulleben und seine Freizeit, teilt Pläne mit und übernimmt Verantwortung. Vom undisziplinierbaren Kind zum Fast-Erwachsenen, der sich sozial kompetent um andere kümmert. Menschen wie Tiere. Seit Jahren hat er ein "Dirty Hobby", sein Ventil, um im Alltag ausgeglichen zu sein. Statt Fitnessstudio mistet er nämlich in einer gemeinnützigen Einrichtung Ställe aus und ist bei Ferienmaßnahmen dort auch ehrenamtlicher Jugendleiter. Das erzählt er nur nie jemandem. Ist ihm wohl ein bisschen peinlich.

Nicht peinlich zu sein braucht ihm, dass daraus sogar ein Berufswunsch entstand. Und ich wünsche ihm, dass die Fachhochschule in Nachbargroßstadt ihm einen Platz bieten kann, wenn er nächstes Jahr Abitur macht. Ist nämlich goldrichtig für ihn, dieser Beruf.

Und in den letzten Tagen, in denen es mir wirklich dreckig ging, hat er mich wieder positiv überrascht. Hat viele Hausarbeiten übernommen und schmiert morgens um 6  nicht nur seine Brote, sondern auch noch die seines Bruders, der wirklich selbst genug Zeit dafür hätte. 

Pubertiererausfälle hat er natürlich immer noch dann und wann, ist aber selten geworden ... insgesamt isser einfach erfreulich erwachsen. In ein paar Wochen wird er schon Auto fahren dürfen - begleitet zwar, aber immerhin. Nun muss ich nur noch Wirbel auf seine ganz eigene Spur gesetzt kriegen ....  

12.02.2014 um 13:36 Uhr

Bloggen bald auf Rezept?

Musik: Respect (Aretha Franklin)

Gina? Bei mir piept's doch schon!

Ich komme gerade vom Radiologen und weiß nun zumindest, dass keine Lungenentzündung mich plagt. Und die Verdachtsmomente auf Bronchitiistransfer von Wirbel gegen bisher unbekannte Ablösesumme verhärten sich mehr und mehr. Die Kondition ist deutlich besser als noch am Montag, doch von normal noch Welten entfernt. Schon kurze Wege schlauchen - wobei die 300 m zur Haltestelle eben in der Sonne schon gut taten. Ich hoffe nur, dass die antibiotische Brigade bald die Rebellen aka Bazillen zurückschlägt, so dass dieser fürchterliche Husten nachts aufhört. Endlich wieder schlafen!

Und auch wenn mir jetzt gerade wirklich nach Nickerchen wäre, muss ich doch erst die lange Liste besorgter Familienmitglieder und Freunde irgendwie "bedienen". Ach, Ihr Lieben, ich weiß euch alle so sehr zu schätzen ... aber gerade mag ich mal nur zwei Stunden Autismus .. nur für ein Schläfchen ... ach wäre das schön!