Frühlingsrollen und die Gesetze der Schwerkraft

29.08.2014 um 13:51 Uhr

Der Weg zum Herzen eines Menschen

von: Spring_Roll   Kategorie: Perspektivwechsel

Musik: Listen to your heart ... (War das Roxette?)

Oft sind es ganz kleine Dinge, die einen Menschen das Herz öffnen lassen ... weit wie ein Scheunentor. Im Verhältnis jedenfalls. Eine unserer Chefköchin gilt als streng. Ihr Qualitätsanspruch: perfekt. Ihr Durchgreifen: rigoros. Und ihr Verhalten "nach außen": reserviert bis abweisend. Gerade ein Kopfnicken erntet jeder, der sie grüßt. Egal ob innerhalb oder außerhalb der Mauern unserer Küche. Gestern nun betraten wir gleichzeitig die Küche. Ich eigentlich nur, weil ich etwas vergessen hatte, sie, weil sie noch einen Teamtermin hatte. An der Leine ihr Hund. Gedankenverloren streckte ich meine Hand aus, sprach das Tierchen an und kraulte es mit leisen Worten hinter dem Ohr. Zu ihrer großen Verblüffung. Denn die spanische Straßenhündin ist da ansonsten so reserviert wie ihre Herrin. Aus dieser kleinen Szene entstand eine Unterhaltung. Und die ging, ausgehend von Tieren, auch über Berufliches hinaus. Und heute morgen fahre ich mit meinem Rad auf den Hof, sie biegt um die Ecke (mit Hund) und ich werde herzlich (!) begrüßt! Schön finde ich das!

Eine ganz andere Begegnung irrlichtert seit heute morgen in meinem Kopf herum. Ein Gespräch, das eine Nacht dauerte, mit einem Menschen, den ich aus einer ganz anderen Perspektive heraus wahrgenommen hatte und der mich gerade staunen lässt. Keine Angst, es handelt sich nicht um die Schloss-Ruine. Die wittert ohne mich vor sich hin. Es ist jemand, den ich aus einem Freizeitforum kenne. Und mit dem es bis dahin nur flapsige Wortspielerei-Mails gegeben hatte. Und dann ein Satz von ihm, eine Rückfrage von mir ... und weg war die Flapsigkeit. Und das Scheunentor war offen. Ohne dass das einer von uns beabsichtigt hätte. Unserem Gespräch verdanke ich tiefe Einsichten und noch tiefere Augenringe. Seele weit offen. So ähnlich ist es ja auch hier in der Blog-Community ... wir öffnen Fremden unsere Seele ... und manche dieser Fremden sind plötzlich ganz real, ganz nah. Hier durfte ich das ja schon mehrere Male erleben und bin dankbar dafür. Dort hielt ich es für unwahrscheinlich ... und sitze mit diesem Menschen zumindest schon an einem virtuellen Kaffeetisch. Vielleicht irgendwann auch mal an einem realen ... aber das wird die Zeit zeigen.

Das dritte Aha-Erlebnis begegnete mir auf dem Flur - aber darüber berichte ich ein anderes Mal.  Blogpause über's Wochenende von wegen Lernen ...

28.08.2014 um 16:57 Uhr

Nach Jahr und Tag ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Rolle 2.0

Musik: New York, New York (Sinatra)

Heute morgen nahm ich mir Zeit und Ruhe, meine alten Einträge zu lesen. August 2013. Kann ich sehr empfehlen. Da begann die Bewegung in mir. Da kochte und gärte es. Und ich visualisierte, was ich mir wünschte. In allen Einzelheiten. Den ganzen August und September lang.

Aus dieser Zeit kommt die schwarz-rot-Regel. In dieser Zeit fing ich an, über Konsum grundsätzlich nachzudenken. Damals steckte ich mitten in der Entscheidung gegen Dorf und für mich. Damals dachte ich noch "gegen den Willen und das Wohl der Kinder", stimmte aber dann gar nicht. War gut. Genauso wie es war, war es gut. Sehr gut. Es hat sich vieles gefügt.

Ich bin umgezogen und fühle mich sehr wohl.
Den Mann für's Leben habe ich nicht gefunden.
Beruflich entwickle ich mich.
Und auch mit den Jungs läuft alles ganz gut.

Danke, Universum ...

27.08.2014 um 08:58 Uhr

Und der Tag ist dein Feind ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Morgenstund

Musik: Morning has broken (Cat Stevens)

Sorry, Cat ... aber irgendwo ist dir von diesem Morgen ein Teil abgebrochen. Der Teil, in dem ich noch eine bis zwei Stunden tief hätte schlafen können und dann entspannt und mit einem Lächeln aufgewacht wäre. Und dieses Versagen des Hauptmorgenservers scheint zumindest hausweit zu sein. Denn Theo brüllt mal wieder lautstark gegen den Rest der Welt an. Es sind nicht mehr die Zähne. Es ist schierer Frust. Und seit er sich sprachlich ansatzweise ausdrücken kann, kann ich das Brüllen auch nicht mehr wirklich erfolgreich ausblenden. Ein "Mama" mit allem Schmerz dieser Welt ist schwerer zu ignorieren als anonymes Heulen. Anyway ... er brüllt und heult weiter. Ein richtiger Nachtmahr, den sich seine - sehr lieben - Eltern da eingefangen haben. Und tagsüber ist er ja auch ein Sonnenscheinchen. Gute Tarnung hat er, das muss ich ihm lassen. 

Warum mein Morgen sich kaputt anfühlt? Nun, die drei-Wecker-Wirtschaft ist hinreichend bekannt. Nicht bekannt war ich allerdings bislang mit einem weit entfernten Fährtensucher, der zufällig auf meiner Lichtung herumstromerte. 400 km schließen alles aus, was über Kommunikation hinausgeht. Aber die hatten wir ... und wie. 

Schelme! Böses dachtet ihr ... aber tatsächlich waren unsere Themen nachhaltige Mobilität und Suffizienz ... spannend.

Die Schloss-Ruine mailte mir gestern, er verstehe, was mich bewog und auch, falls ich ihn nicht kennenlernen wollte. Er hatte sich Zeit gelassen mit der Reaktion und sie war höflich und respektvoll. Scheint eigentlich ein prima Mensch zu sein ... aber seine Alkoholprobleme und den Rucksack seiner Lebensumstände kann ich nicht schultern. Und ich will es auch nicht. Gerade habe ich das Gefühl, dass mein Leben sich (ok, bis auf die Finanzen) sehr gut selbst trägt und ich endlich mal durchatmen kann. Ich freue mich über die Freiheit, für mich zu entscheiden. Und über Kleinigkeiten wie die Tatsache, gestern nach einem Termin mal früh zuhause zu sein oder heute keinen Abendtermin zu haben. Ich habe meine Fortbildung, die ich ohne auf Anrufe wartenden Mann als viel entspannter empfinde, auch wenn ich drei Wochenenden hintereinander in Schulungen verbringe.

Besonders freue ich mich auf ein großes Köchetreffen im Oktober, auch wenn der Wichtig-Koch, den ich begleite, von den Spezialitätenrezepten, die wir dort weiterentwickeln, keine Ahnung hat und eine diametral andere Philosophie vertritt. Da geht es um Slow Food mit regionalen Akzenten und Cross Culture Einflüssen ... und er vertritt die traditionelle Linie. Also traf ich mich gestern mit Cheffe unserer Slow Food Linie und spann subversive Ränke. Umdrehen werden wir ihn, den Herrn Wichtig-Koch. Ich habe viele Reisestunden Zeit, ihn weichzuklopfen. Und ich bin diejenige, die in der Rezeptkommission des Treffens sitzt. Also bereite ich ihn gut vor auf seinen Part und hoffe, dass auch Ober-Cheffe ihm deutlich zu verstehen gibt, welche Linie unsere Küche vertritt. Ach wäre das schön gewesen, mit Ober-Cheffe zu reisen ... oder zumindest mit meiner neuen "Freundin" ... aber das Auswahlkomitee hat nunmal für Wichtig-Koch gestimmt. Sic! (ob ich das k noch einfügen muss, wird sich zeigen!)

Die Entscheidung des heutigen Tages ist eine schwere. Vor dem Wake up Call am Montagmorgen hatte ich am letzten Tag meiner Amazon-Prime-Mitgliedschaft (abgeschlossen vor einem Jahr von wegen Umzugsbeschaffungen, was sich wirklich gelohnt hat und ausnahmsweise wirklich rechtzeitig mitbekommen, dass die da jetzt ein Filmabo drinhaben und es künftig statt 29 stolze 49 Euro pro Jahr kosten soll ... stolz auf mich bin, dass fristgerecht gekündigt) zwei Paar Schuhe bestellt. Das gleiche Modell in chilirot und schwarz. Schuhe, die bis auf die Tatsache, dass sie aus gutem Leder sind, so ziemlich alle ökofairen Kriterien erfüllen und auch den Orthopäden zu wohlwollendem Nicken verleiten könnten. Mary Janes mit 3 cm Blockabsatz. Die schwarzen 50 Prozent günstiger, die roten sogar über 60 Prozent. Ausgangspreis 120 Euro. Ich würde also für zwei Paar weniger zahlen als den Normalpreis für eines. Rechnerisch prima. Ich mache das ab und zu. Besonders schöne Dinge in zwei Farben. Allerdings war mein erster Impuls nach dem Wake up Call der Storno. Hat aber nicht mehr funktioniert. Und gestern abend kamen sie an. Und sind wunderschön. Und JA, eigentlich würde ich sie gerne beide behalten. Ich werde wohl ein paar Tage darüber schlafen. Vier Wochen habe ich Zeit für eine Rücksendung. Und eine werde ich mir nehmen. In Ruhe entscheiden. Und abwarten, ob da vielleicht ein warmer Geburtstagsregen kommt in ein paar Tagen. Wenn ja, nehme ich zumindest die roten Schuhe als Geschenk. Die passen so schön zu meiner Lederjacke! Wenn nein, gehen beide retour. Und bei den schwarzen ... brauche ich noch eine Anprobe ... die wären zwar farblich vielseitiger, aber ich glaube, ich mag lieber ein Paar Stiefeletten haben. Ganz bequeme mit mittelhohem Absatz. Habe ich aber bislang noch nicht gefunden, bzw. nur zu teuer. Und geht auch nur, wenn Geldregen fließen sollte. Ansonsten ist Verzichts- und Sparprogramm angesagt. Ich habe, was ich brauche. Ommmmmmm ....

Merde ... irgendwo erinnert mich das gerade an die Argumentation von Becky Blo*mwood als Shopaholic ... kauft ihrer Kleinkindtochter Designersachen für Teenager mit Vorschüssen auf ein imaginäres Taschengeld ... weia. Cut. Vergangenheit ist Vergangenheit. Keine neuen Ausfälle ist die Devise. Ab jetzt. Konsequent.

Und auch mein baldiger Geburtstag soll keine riesigen Kosten verursachen. Ich werde kleine Tapas selbst machen, Käse und Brot hinstellen. Pflaumen mit Speck, Pimientos, Patatas Bravas mit einem Dip, Gazpacho, Aioli und Oliven, dazu das günstige und sauleckere Fladenbrot aus der türkischen Bäckerei eine Straße weiter, Wein und vorher ein Caipi als Welcome Drink (habe ja noch so viel braunen Rohrzucker und Cachaca im Keller). Später Rose und Rotwein, was ich so finde. Punkt. Wer kommt, der kommt ... und wenn das Wetter schön ist, setzen wir uns auf die Wiese vor dem Haus.

Ich merke gerade ... der Morgen hat sich repariert ...

Mein Freund wird dieser Tag nicht ... aber ich denke, wir kommen zu einer friedlichen Koexistenz ...
(meint übrigens auch Theo, der über mir fröhlich erzählt) 

P.S. Update: Ankauf schwarzer Schnürstiefeletten derzeit zurückgestellt, da selten getragene Lackstiefeletten Eignungsprüfung bestanden. Und ich denke, ich werde nur die roten Schuhe behalten, wenn überhaupt ... Entscheidung bis Mitte nächster Woche.

 

 

 

 

26.08.2014 um 09:17 Uhr

Gesagt, getan ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Genuss on a Budget

Musik: Money, money, money (ABBA)

Es stimmt schon, was eine Afrikanerin mir einmal sagte ... Menschen handeln ausschließlich aus zwei Gründen: Eigeninteresse und Angst! Und letztere dominierte gestern, auch wenn ersteres eigentlich hereinspielte.

Aber es stimmt: das Handling der eigenen Finanzen ist ein Bereich, der für mich angstbelegt und erstmal eine Mauer ist. Meine Mutter hat dieselbe Angst. Bei ihr führte sie zu extremer Sparsamkeit. Bei mir schlug das Gegenteil durch. Kaum erwachsen, brach ich aus und lebte kräftig über meine Verhältnisse. Was zu ständiger Pleite schon während der Ausbildung führte und später zu Püreeabenden am Monatsende bei den Galliern, wo eine Ausländerin ihr Konto nicht überziehen durfte. Und so ging es weiter. Als Single schwelgte ich abwechselnd in Markenmode und Verzweiflung. Und nach den dunklen Jahren mit einem sehr sparsamen Ehemann, der aber leider zu wenig verdiente, und den ersten Jahren danach mit halbem Einkommen und den Sorgen, die nächste Tüte Lebensmitteldiscounter zu bezahlen, genoss ich schrittweise Entspannung und einen zunehmenden Konsum. Hätte prima so weitergehen können. Aber dann kam der Zwangsumzug. Der riss ein dickes Loch. Und in der neuen Wohnung war ich unglücklich, nicht nur wegen der Wohnung. Konsum war immer auch ein Trostpflaster. Gegen schlechte Gefühle.

Und nun? Lebe ich da wo ich möchte. Und konsumiere immer noch weniger als in den Jahren zuvor. Habe aber erstens die Belastung des Umzugs noch abzutragen und zweitens eine teure Fortbildung zu finanzieren. Und die Miete ist höher als die letzte. Kalt 50  Euro mehr, warm 150 ... und der Strom ist auch teurer. Selbst schuld, wer nachhaltig stromt, zahlt mehr ... aber das war mir wichtig.

Unter dem, was mich in den letzten vier Wochen so "reingerissen" hat, waren übrigens die größten Blöcke Fortbildungskosten: Im Juli/August habe ich fast 1000 Euro aufbringen müssen für Fortbildungsrechnungen und eine Bahnfahrt zu einem weit entfernten Schulungsort. Das ist nicht von Pappe. Ein sehr teurer Geburtstag, bei dem die Gäste das Essen selbst zahlten - also Essen plus Geschenk. Und die sehr schöne Hochzeit, die mit Geschenk und Hotel und Zug auch fast 100 Euro verschlang. Ferientaschengeld für die Jungs. Und viele kleine Dinge. 

Gestern nun das "Sofortpaket". Als erstes ein Anruf bei Frau Bänkerin, gefolgt von einer Mail an die Umzugswichtel - denn immer noch hat deren Versicherung einen Schaden in der Altwohnung nicht ausgeglichen. Ich vermute, der Bearbeiter der Wichtel hat geschludert. Es geht um 600 Euro, also lohnt sich das Nachhaken und im Extremfall auch das anwaltliche Nachhaken - die Wichtel brauchen ja nicht zu wissen, dass Schwager die Juristerei betreibt.

Eine SMS an den Steuerretter blieb bislang unbeantwortet. Ich vermute, er ist im Urlaub. Wenn bis Mitte September kein Kontakt, dann Plan B - Steuerberater. Wird teuer, muss aber sein. Ich bin panisch mit Steuererklärungen. Brauche jemanden, der das für mich macht.

Projekt Schränke ist in Teil 1 prima gelaufen. Nur zwei Totalverluste: ein Schokofondue-Glas aus 2005 und ein Glas Peperoni-Würzmischung, abgelaufen 2013, das bei uns keiner isst (ich mag scharf lieber als Chilipaste und Blue gar nicht).

Ansonsten habe ich jetzt einen prima Überblick über meine Vorräte, die gar nicht so abstrus und viel sind, wie ich dachte. Fünf oder sechs mal Nudeln, drei Dosen Tomaten und drei Tuben Tomatenmark und einmal Tetrapak Tomate. Vier Packungen Sucht-Soße (Hollandaise, die lieben die Jungs). Ein Glas saure Gurken, eins mit Sojasprossen und je einmal Oliven grün und schwarz. Viermal Mais in Dosen, einmal Birnen. Ein Paket Rotkohl (Softpack, muss bis Dezember weg). Und in der süßen Abteilung zweimal brauner Zucker, mehrere Päckchen Pudding für kalt und warm und ein Glas Honig. Erfreulicher Fund: drei Päckchen Pinienkerne, die auch alsbald verbraucht werden.

Gestern schon Teil 1 der "wir verbrauchen alles" Strategie: Hühnercurry mit Pfirsichen (zugekauft) und Reis. Curry reicht für zweimal. Und abends buk ich noch einen Apple-Crumble aus dem verschrumpelten Sack Äpfel, der seit zwei Wochen bei uns herumsteht und die keiner mehr "so" essen wollte. Abfall nur die Schalen und Gehäuse. Also prima. Dazu das Paket Butter, das schon über Termin war, ein bisschen Mehl und ein bisschen Zucker. Fertig.

Und heute Abend gibt es Teil 2 vom Curry mit Reis und Salat. Der muss auch weg.

Morgen kommen GlamourGirl und die Limette. Ofengemüse ist angesagt ... weil ich davon einfach genug habe. Und Lachs werde ich machen. Für die Jungs gibt es dann halt mal vegetarisch. Mal gucken, ob ich noch Lachs im TK habe, den ich benutzen kann ...

Donnerstag eine Blätterteig-Quiche ... der Kräuter-Frischkäse muss weg.

Und Freitag bin ich schon wieder weg zum Seminar .... bis Sonntag. Also kaufe ich auch nichts ein fürs Wochenende. Passt.

25.08.2014 um 15:21 Uhr

Den Gürtel enger schnallen

von: Spring_Roll   Kategorie: Genuss on a Budget

Musik: Material Girl (Madonna)

Ich lebe gerade mal wieder heftigst über mein Budget. Und diesmal sind es keine riesigen Summen, sondern die Addition vieler kleiner Positionen, die dazu geführt hat. Zu reizvoll der "kleine Luxus". Im Ergebnis darf ich mich jetzt dank des Dolce Vita über zuviele Kilos und zu wenige Moneten freuen. Und mir Gedanken darüber machen, wie ich diesen Trend vernünftig umkehren kann. Dazu gehört als erstes wieder mehr Sport und gesündere Nahrung.

Aber noch wichtiger ist die Diät für's Konto. Und auch die ist nicht allein mit der Bremsung von Ausgaben getan, sondern auch mit einem besseren Ressourcenmanagement.

Heute abend werde ich einen Schranksturz unternehmen. Und alle Lebensmittel so verstauen, dass ich direkt Zugriff auf alles, was verbraucht werden sollte, habe. Und ich werde so einkaufen, dass ich diese Vorräte schnellstmöglich aufbrauche/reduziere. Ich habe nämlich momentan den Verdacht, dass da ziemlich viel totes Kapital im Küchenschrank schlummert.

Zum zweiten werde ich mir wieder angewöhnen, Mittagessen mit zur Arbeit zu nehmen. Auch 2,90 für eine Suppe sind nicht die Welt, aber der Süßhunger danach bricht Kalorienbilanz und Portemonnaie den Hals. Essen gehen nur noch in Ausnahmefällen. Maximal einmal pro Woche, eher seltener. Leider nicht von mir selbst zu bestimmen, da ich manche Arbeitsessen auch aus Job-Gründen brauche. Zahlt mir aber keiner. Zum Glück haben die Restaurants in der Nähe Mittagsangebote, da geht es mit unter 10 Euro in Ordnung.

Zum dritten mein großes Laster - Klamottenshopping. Damit ist endgültig Schluss. Gucken ja, shoppen nein. Wie oft ich das hier schon geschrieben habe? Zu oft, ich weiss. Und selbst wenn ich nur preiswert kaufe - es ist zu viel und es ist das, worauf ich am ehesten verzichten kann. Denn meine monatlichen Fixkosten betragen zwei Drittel meines Gehalts. Und erst, wenn nach Miete, Strom, Telekommunikation, Versicherungen und Mitgliedsbeiträgen, Fortbildung, Kinderfahrkarten und Essensgeldern dieses eine Drittel noch übrig ist, kann ich an Einkauf denken. Und dann gehen die Lebensmittel vor. Schließlich habe ich zwei allzeit hungrige Jungkerle zu versorgen. Lieber gelegentlich ein paar Euro für einen Wein aushäusig mit Freunden als Klamottenshopping.

Verdammt, ich brauche Disziplin. Oder einen Nebenjob ... 

Wobei, wenn ich wirklich Disziplin hätte, würde ich endlich drei Jahre aufgelaufene Steuererklärung bearbeiten und hätte dann viel weniger Sorgen ... vielleicht ist das die Baustelle, an der ich wirklich arbeiten sollte? Definitiv sogar ... und ohne eine der anderen zu vernachlässigen.

Meine Agenda ab sofort:

- Schrank aufräumen und Bestand kontrollieren
- Überschüsse aufbrauchen
- Unnötige Verträge kündigen (check ... Mobilfunk gekündigt! check ... Fitnessvertrag aus der Progression herausverhandelt!)
- Im Internet bestellte Schuhe zurückschicken (zumindest eins von den beiden Paaren)
- Einkäufe Lebensmittel soviel wie nötig, aber nicht mehr
- keine Sonderausgaben (Ausgehen etc. ... aber das fällt leicht, weil die nächsten Wochenenden eh Fortbildung sind)
- Außenstände eintreiben (eine Freundin wollte mir eine Jacke abkaufen, hat aber noch nicht bezahlt) und vor allem: mein Umzugsteam hatte in der Altwohnung einen Schaden verursacht, der bis heute nicht reguliert ist! Und das sind mehrere Hundert Euro!

Meine Agenda für September bis Dezember:
- Termin mit Steuerguru machen und im Laufe des September drei Jahre Steuererklärung abgeben (check ... SMS geschickt!)
- Lebensmittelbudget optimieren
- günstigen Handytarif finden (prepaid?)
- Klamottenverbot (ein preiswertes Teil pro Monat erlaubt als maximaler Ausrutscher)
- Schrank weiter ausmisten

Vier Monate. Das wird angesichts unvorhergesehener Ausgaben wahrscheinlich nicht reichen, um mich völlig zu sanieren. Aber ich hoffe auf das höhere Novembergehalt und eventuelle Glücksfälle. Wie Patentantengeburtstagsgeschenke oder Gratifikationen.

Und ich hoffe ganz besonders, dass der heutige Wake-up-call mir hilft, konsequent zu sein.

 

25.08.2014 um 09:53 Uhr

Prinzen und Frösche

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Heut' ist Konzert bei den Fröschen am See ...

Wie erkennt Frau einen Prinzen? Und was vor allem zeichnet einen echten Prinzen aus? Durch die Presse gehen ja eher die Skandale der Royals - von Pinkel-Affäre bis Unflätigkeit. Allmählich gelange ich zu der Überzeugung, dass Prinzen auch im übertragenen Sinne degeneriert sind. Siehe Schloss-Ruine. Vorne Prinz, hinten Ruine. Oder auch: dicke Kröte.

Und wenn mich dann so ein Frosch anquakt, der sichtbar auf der kleinsten Seerose sitzt und auch gar keine Ambition hat, die schönen Seerosen in der Mitte des Teichs zu erreichen, dann ... ja dann ... habe ich erst recht keine Lust, ihn zu küssen. Obwohl er vielleicht ein Prinz sein könnte. Aber ich habe viel zu viel Angst davor, dass der Prinz aus einem winzigkleinen Land mit dicken Mauern und unfreien Gedanken kommen könnte. Einem Land, in dem das Kleine als erstrebenswert und das Große als verpönt gilt.

Mein Prinz sollte aber dort leben, wo Gedanken schweifen dürfen und Visionen zum Greifen nah rücken. Dort, wo Gestaltungskraft und Ideen etwas zählen und die Kraft des Willens etwas bewegt. Mein Prinz sollte mich nicht belächeln, wenn ich groß denke. Und er sollte auf dieser Ebene ebenso sicher sein wie ich.

Nein, es ist kein Standesdünkel, wenn ich den Frosch auf der kleinen Seerose sitzen lasse. Wie auch, denn ich selbst bin alles andere als eine Royal. Auch ich sitze nur auf einem der kleineren Blätter. Aber ich will weiter. Ich sehe die großen und schönen Seerosen und ich suche mir in dem Gewimmel einen Weg von Blatt zu Blatt. Wenn ich einen Gefährten nehme, dann wünsche ich mir von ihm, dass auch er seinen Weg sieht, wir vielleicht sogar ein Stück zusammen gehen oder ... Glücksfall ... benachbarte Ziele haben.

Der Frosch auf dem kleinen Blatt - der versteht nicht, dass ich schon so denke, als würde ich auf dem großen Blatt sitzen. Ohne es zu wollen, würde er mich klein machen. Ohne es zu wollen, würde ich mich selbst klein machen, um ihn respektieren zu können. Alles schon geschehen, alles tat weh.

Liebe Frösche auf den kleinen Blättern, es tut mir wirklich leid ... aber ich bin es mir schuldig, weiter zu gehen. Und zwar besser jetzt als später. Bevor da Hoffnungen entstehen, die keiner von uns erfüllen könnte. Ich nicht und ihr nicht.

Was die Kraft der eigenen Vision bewirken kann, habe ich an diesem Wochenende gemerkt. Eine Weiterbildung, auf die ich mich sehr freute. Und die meine Erwartungen mehr als erfüllte, auch wenn sie sehr anstrengend war. Wieder einmal habe ich erfahren, dass mein eigenes Gefühl von Stärke und Sicherheit das ist, was eine Situation gestalten kann. Und mit diesem Gefühl ging ich in unsere Übungen - um zu erfahren, wie sehr dieses Gefühl hilft, die Lage zu meinen eigenen Gunsten zu beeinflussen.

Bevor jemand fragt: es war kein obskures Psychoseminar, sondern ein kaufmännisch/organisatorisches Training für die Kooperations- oder Vertragsverhandlungen, die ich für die Küche öfter mal führe. Aber hinter den eigentlich ganz sachlichen Aufgaben lauerte tiefere Einsicht. Und so beurteile ich jetzt ein Gespräch, das ich vor Wochen hatte, noch einmal anders von innen. Dieses Gespräch war für mich sehr erfolgreich. Weil ich, obwohl ich einen angestrebten Durchbruch aufgrund äusserer Rahmenbedingungen noch nicht erreichte, mehrere für mich sehr wichtige "Nebenziele" verankern konnte und zumindest Verbündete für den Durchbruch fand. Quasi ein Fundament legen konnte. 

Ich habe damals versucht, es Zen zu erklären. Unverständnis. Und die Frösche auf den kleinen Blättern, die würden es auch nicht verstehen. Leider.

Im Moment ist es gar nicht so schlecht, alleine auf dem Blatt zu sitzen. Weil ich das nächste schon sehe ... und meinem Ziel näher komme, wenn ich keine Umwege gehen muss.

Der Schloss-Ruine habe ich deshalb gestern geschrieben, dass mich Alkoholisierung und Problemstau beim ersten Gespräch ebenso stören wie Kontakte und sogar nächtliches Wecken trotz erbetener Frist. Ein nüchternes Telefonat habe ich angeboten, aber die Ruine hat nicht mehr reagiert. Seine Entscheidung. Und für mich besser so. Ich bin nicht die Telefonseelsorge ... klingt hart, ist aber das, wonach es sich anfühlte. Nicht ich war das Motiv des Anrufs, sondern das Bedürfnis, über sich zu reden. Und fast nur über sich. Ich war Mittel zur Bedürfnisbefriedigung. Und seine Rede war manchmal sehr dünkelhaft, wenn er über seine Exfreundin sprach. Ich fand es unverschämt, auf meine Ansage, dass ich nicht schlank sei, mit der Erwähnung des unglaublich dicken Bauchs seiner Ex und die Tatsache, dass ihn das "nie gestört habe" zu reagieren. Er war stinkbesoffen und ich eh schon bedient. Aber in der Sache ist das unverschämt gegenüber zwei Frauen. Und auch die Details, die er mir ungefragt berichtete aus dem Miteinander ... die waren teils Alarmzeichen. Welch Wunder, wenn eine Frau ALLEIN mit ihrem Partner in Urlaub fahren möchte ohne zwei Teenager! Sorry, aber Familienurlaub in dieser Konstellation ist dann auch nicht meins. Und mit VIER Teenagern erst recht nicht ...

Die Geschichte ist aus meiner Sicht beendet ... und das ist gut so.

Und nun widme ich mich der Frage, was mich so attraktiv für die sesshaften Frösche auf den kleinen Blättern und die Pinkel-Prinzen macht und was ihre nach den Sternen greifenden Kumpels davon abhält, mich unruhige Fröschin einmal genauer anzusehen?

 

 

24.08.2014 um 07:54 Uhr

Warum Männer nicht zuhören ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Error (m)

Musik: Heul doch! (La Fee)

Die Schloss-Ruine hat sich wohl noch weiter ins Aus geschossen. Wer mich aus meinem Nachtschlaf weckt, ist BÖSE ..  Zumal ich nicht nur fernmündlich, sondern auch noch einmal mailschriftlich eine Rückmeldung nach meiner Fortbildung (telefonisch fiel das Wort Sonntag!) ankündigte. Er hat schon recht, dieser Buchautor ... auch wenn Frauen mittlerweile mehrheitlich einparken können ...

Und nun beiseite damit ... sie ist nämlich ganz schön anstrengend, die Fortbildung ... 

23.08.2014 um 00:02 Uhr

Senden und Empfangen ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Error (m)

Musik: Words don't come easy ... oder eher das Gegenteil!

Was bitte ist an der Aussage "Ich mache bis Sonntag eine Fortbildung und melde mich, wenn ich zuhause bin" so missverständlich?

Habe ich mich unklar ausgedrückt? Oder doppeldeutig? Oder hat da jemand Tempranillo-benebelt einfach nicht zugehört???

Denn anders lassen sich zwei SMS gestern nacht und zwei heute morgen und zwei Mails heute mittag und heute abend nicht erklären. Und NEIN, ich habe keine Lust, mich zu melden. Habe gerade genug eigene Eindrücke im Kopf. Mag mir heute abend keinen Seelenmüll überkippen lassen. Morgen auch nicht.

Werde mich wie vereinbart Sonntag melden. Und Klartext reden. Allerdings nur, falls der Schlossherr nicht wieder als akustische Ruine auftritt. Ich rede nur mit  nüchternen Menschen. Und auch nur solange, wie nicht der gesammelte Sondermüll über mir abgeladen wird. 

Nicht falsch verstehen ... er hat mein Mitgefühl. Aber ich finde es übergriffig und distanzlos, all diese Dinge noch vor dem ersten "richtigen" Gespräch "serviert" zu bekommen. Ich stehe nämlich auf dem Standpunkt, dass ein erstes Kennenlernen von Leichtigkeit und Freude geprägt sein sollte. Der Alltag und die Sorgen kommen schon noch früh genug. Beim Schlossherrn hingegen habe ich das Gefühl, dass vorrangig eine "Rucksackträgerin" gesucht wird. 

Mein Leben ist gerade so gut ... ich werde den Teufel tun, mich in diese fürchterliche Gemendelage hineinziehn zu lassen! 

Und das werde ich ihm genau so auch sagen müssen ... 

22.08.2014 um 08:07 Uhr

Schloss-Ruine?

von: Spring_Roll   Kategorie: Error (m)

Musik: Trink, trink, Brüderlein trink ...

Der Schlossherr und ich trafen uns mehrfach an der Wasserstelle. Smalltalkend, gemeinsame Themen findend - angenehm war's. So fassten wir also den Vorsatz, eine Begegnung außerhalb des D*chungels herbeizuführen, wozu wir uns zunächst der Buschtrommeln und später des magentaroten Äquivalents in der Realsatire, die man Leben nennt, bedienten.

Nun war ich gestern abend bei GlamourGirl eingeladen und hatte deshalb in weiser Voraussicht auf einen Zeitpunkt am mittleren Abend verwiesen. Und betont, dass ich mich melden würde, wenn ich wieder daheim sei ... zwecks ungestörter Telefonie. Doch bereits eine Dreiviertelstunde vor dem angekündigten Ungefähr klingelte mein Telefon. Seltsam, aber sympathisch. Ich versprach Rückruf und erhielt noch zwei Kurznachrichten bis dahin - eine davon mit den Koordinaten seiner Fest-Buschtrommel.

Und was dann folgte ... war ein Deja vu. Leider. Mit rotweinschwerer Stimme schüttete er einen Korb Probleme über mir aus. Unlust im Job, Kiffertochter und Magersüchtlerin. Exbeziehungen. Meine Augenlider wurden immer schwerer. Ich hörte zu, liess ihn reden. Keine Lust auf Konfrontation. Doch was ich ihm gerne sagen würde (und wohl auch noch werde) ist dieses:

Es gibt keine Chance für einen zweiten ersten Eindruck. Und das, was gestern war, ging gründlich daneben. Nicht, weil ich kein Verständnis für Sorgen hätte. Sondern weil ich es übergriffig finde, ein erstes Gespräch betrunken zu führen und das Gegenüber als Sorgenmülleimer zu missbrauchen. Gemeinsame Vorliebe für Kochen hin, gemeinsame Lust am Wandern her ... aber das sind zwei Dinge, die ich nie wieder in meinem Leben will. Und deshalb, lieber Schlossherr, werde ich deine Ruine wohl nicht besuchen.

21.08.2014 um 12:36 Uhr

Tage wie dieser ...

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: What a difference a day makes

Heute ist einer dieser Tage, die eigentlich eingerahmt gehören. So blitzblau der Himmel, so wärmend die Sonne ... und die Frische von Herbst liegt in der Luft. Solche Tage liebe ich. Septemberkind halt. Und an solchen Tagen gönne ich mir einen kleinen Umweg in die Küche, den Zellophanfluss entlang. Einfach mal genießen ... und wenn es nur zehn Extraminuten sind!

Meine Single-Schuhe sind momentan bequem. Aus Gründen. Zum einen beginnen wieder meine Trainingswochenenden ... und es ist so viel angenehmer, niemanden zu haben, der dann auf eine Nachricht oder schnelle Rückkehr wartet. Zum anderen war ich so klug, die gedachten Lackhickel mal gegen reale Wildlederstiefeletten zu tauschen. Nicht ganz so hoch, aber dafür ungleich bequemer. Mit diesen Single-Schuhen ist auch ein Stadtbummel oder Spaziergang kein Thema. Und der Weg in die Küche wird zum Vergnügen – ebenso wie der Rundweg durch den D*chungel, den ich natürlich immer noch gelegentlich aufsuche.

Von Dr. Jones hatte ich bereits berichtet. Interessant, anstrengend, völlig unterschiedlicher Lebensstil. Ich würde mich nicht wohlfühlen in seinen Bahnen – aber gelegentliches Wandern ist willkommen.

 

Hirnwerker hypochondert noch vor sich hin – nachdem Frau Ärztin zunächst Entwarnung gab, sind jetzt noch Spezialistentermine vonnöten ... oder ich nähe ihm dann doch demnächst eine gelbe Augenbinde und helfe dabei, den Kater zum Begleittier umzuschulen.

Late Nite Casanova hingegen schafft es, sich in voraussehbarer Regelmäßigkeit D*chungelverweise einzuhandeln. Er streitet ab, dass es an der Kurvendiskussion liege, in die er seine „Gesprächspartnerinnen“ zu verwickeln trachtet. Und auch sein sehr direkt s*xistisches Verhalten kann unmöglich der Grund sein ... meint er. Also sterben seine Inkarnationen alle zwei, drei Tage den Märtyrertod und wie Phoenix aus der Byteasche taucht er mit der nächsten dummdreist-übergriffigen Frage wieder auf. Für manche Damen ein Schock, für mich ein Spaß ... was auch impliziert, dass ich diesen Helden alles andere als ernst nehme.  Comedy-Nachtprogramm halt.

Ein filigraner Mensch aus der Hauptstadtregion hingegen entpuppte sich als interessanter Plauderer. Wobei das Adjektiv filigran die Anziehung auf meiner Seite ebenso limitiert wie die Entfernung.

Pump the Byte hingegen traf ich im Nachbards*hungel, ein amüsanter Kontakt, dem ich auf Single-Schuhen am besten gefalle. Was meinerseits Zurückhaltung mit sich bringt.

Und dann wäre da noch der Schlossherr. Er nennt das Schloss zwar nicht sein eigen, residiert aber unweit davon. Ein interessanter Mensch. Schnell und schlagfertig. Kultiviert und ein Feinschmecker. Mal sehen, ob ich ihn an der Wasserstelle wiedertreffe ... sonst muss ich nachher noch den D*chungel mit Zetteln tapezieren, wie es die liebe Gina mit den Verkehrsampeln von Hauptstadt tut!

 

 

 

18.08.2014 um 09:19 Uhr

Die Sehnsucht nach dem Überdruss

von: Spring_Roll   Kategorie: Das Beste zuerst ...

Musik: Walking on the Sunshine (Catrina and the Waves)

Heute morgen warf ich einen Gutschein eines meiner Lieblingsläden von "früher" weg. Ich brauche ihn nicht mehr. Und schaue in meine Schränke, überlegend, was ich noch alles weggeben könnte.

Bin nicht wunschfrei, aber sehr, sehr kritisch geworden. Kaufe fast nur noch im Outlet ein (und ganz selten im Viel-zu-teuer-Laden, wenn eine Sale-Stange draussen steht und die Sachen von 300 auf 50 Euro heruntergesetzt sind).  Selbst die Internetbestellerei, die mir über Phasen so viel Spass machte, gebe ich sukzessive auf. Ab und zu Schuhe, wenn ich sehr viel damit sparen kann. Oder eine DVD. 

In meiner Stadt gibt es "mein" Outlet ja leider nur einmal. Würde ich in Hauptstadt leben, wäre ich wahrscheinlich jede Woche in einer anderen Filiale und würde lustig kaufen und umtauschen, so dass es dann stets das perfekte Teil würde. Gut, dass ich nicht dort lebe.

Ich denke immer häufiger über Wohnstile nach. Mein jetziger ist schon mal nicht schlecht. Aber ich werde mehr Zeug loswerden müssen. Zu voll sind die Schränke und der Keller. Der Keller ist meine nächste Aufgabe. Eigentlich brauche ich fast nichts, was dort steht. Einiges bewahre ich auf, um es eventuellen Auszöglingen mitzugeben. Doch vieles fällt unter "brauche ich nie wieder". Also raus damit.

Aufräumen ... DAS ist meine Aufgabe. Innerlich wie äußerlich. Klarheit mein Ziel.

Und vielleicht treffe ich genau deshalb immer wieder Menschen, die mir das andere Extrem vor Augen führen und mir noch deutlicher zeigen, wie ich NICHT leben möchte. 

Gerade lass ich bei Gina ... und es hat mich berührt, was sie schrieb ... wo sind sie, die Menschen, die mit sich selbst im reinen und dabei nicht stehengeblieben sind? Überall ... und doch nirgends. Also suchen wir weiter oder lassen es ... es wird nichts ändern. Das einzige, was besser ist, wenn ich suche, ist mein eigenes Gefühl "etwas" zu tun ...die Schmerzen in den Single-Schuhen werden davon keinen Deut besser. Aber es ist halt noch viel schwerer, anzunehmen und nichts zu tun.

 

Vielleicht auch das eine Aufgabe??? 

17.08.2014 um 22:09 Uhr

Karma oder Lernaufgabe?

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Deja vu (Spliff)

Ich bin alleine und denke nach. Lasse Eindrücke sacken. Verknüpfe und verbinde. Und stoße doch immer wieder an Fragezeichen.

Warum habe ich am letzten Freitag fast 1.500 Seitenaufrufe ... wer hat mein Blog da von vorn bis hinten gelesen?

Aber viel wichtiger: warum begegne ich seit über zwei Jahren immer wieder Männern in prekären Situatiionen und Krisen?

Visavis - haltloser Trinker und gescheiterte Existenz
Breathless - verschuldet und auf Auslandszulage hoffend .... und in Provinzsstadt versauernd, nachdem das fehlschlug, wohntechnisch grenzwertig, bei ihm lagen tonnenweise Steine in der Wohnung (professionshalber, er war Geologe
Zen - kämpfend um wirtschaftliche Stabilität, mal zur Abwechslung Papier statt Steinen ... aber noch wesentlich ungemütlicher

Und nun treffe ich Dr. Jones ... und beiße in die Tischkante.Wohnsituation zwei Miniappartments in zwei verschiedenen Etagen eines Gebäudes. Lebt von Quark und Obst und Mieteinkünften weiterer Mini-Appartments. Arbeitet nicht mehr seit fast einer Dekade. Mit Grund. Ist Schmerzpatient. Wollte heute "ein bisschen rausgehen". Es wurden fast sechs Stunden. Und wenn ich nicht nach Stunde drei signalisiert hätte, mal irgendwann nach Hause zu wollen, würde ich vermutlich jetzt noch querfeldein durch den Matsch stiefeln. Interessanter, intelligenter Mann ... keine Frage. Aber ich weiß jetzt schon, dass ich mich in seinem Minimalistenleben als Partnerin nicht wohlfühlen würde. Ich werde ihn wiedersehen, trotzdem. Aber als Wanderkumpanin und Gesprächskumpeline. Mehr nicht.

Warum ist es eigentlich so schwierig, einen Mann mit ganz normalem Job zu finden?

OK ... da wäre der Hirnwerker. Aber der hat ja bei all seinen Vorzügen auch ein paar heftige No Gos ... allen voran unser fehlendes Liebesgefühl füreinander. Dennoch: Er hat einen spannenden Job (leider auch einen Tinnitus), ein schönes Holzhaus mit geschmackvoller Einrichtung (leider in der Pampa), hört Musik und trinkt Weine, die ich mag ... und auch sonst würde einiges passen. Wenn nur das Hingezogensein da wäre. Wir lachen beide drüber und klagen uns unser Leid ...denn ihm geht es ja genauso.

Ist es also mein Karma, immer wieder "prekären" Männern zu begegnen? Und wo ist meine Lernaufgabe? Die prekäre Situation auszuhalten und zu akzeptieren? Oder anders zu suchen?

 

17.08.2014 um 12:07 Uhr

Ich lieb dich nicht, du liebst mich nicht ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Herzliches

Musik: Da da da ... (Trio?)

Der Hirnwerker ist in Panik. Seit ein Optiker, der nur eine Brille reparieren sollte, ihm am Samstag früh rapiden Sehkraftverlust ankündigte, dreht er am Rad. Eigentlich wollten wir ja heute wandern, doch angesichts beruflicher Notbaustellen und Sehkraftpanik besuchte ich ihn gestern zuhause. Großes Aufmunterungsprogramm. Mit Cremant und gemeinsamem Kochen. Wir verstehen uns immer besser. So eine Art Harry und Sally Ding. Aber ohne Liebe. Heisst nicht, dass wir uns nicht attraktiv fänden. Heisst aber, dass wir die Gefühle, die wir für eine Beziehung bräuchten, nicht empfinden. Und dass unsere Vorstellungen vom Leben auch nicht zusammenpassen. Stattdessen wachsende Freundschaft. Und so verbrachte ich eine entspannte Nacht in Hirnwerkers Gästezimmer, flirtete mit einem jungen Kerl (dem Kater) und genoß ein gutes Frühstück, bevor ich wieder in meinen Zug stieg.

 

16.08.2014 um 08:38 Uhr

Introducing Dr. Jones

von: Spring_Roll   Kategorie: In the Jungle

Musik: It's raining men (The Weather Girls)

Miss Marple zog also gestern ihr Tweedkostüm aka Hosen, Shirt plus Lederjacke an und begab sich nach Paddington Station aka das kleine Cafe drei Straßen weiter. Neugierig, aber erwartungslos. Und traf ... zunächst auf die Tatsache, dass es an besagter Straßenecke ZWEI kleine Cafes gab. Also beide kurz gescannt und mit detektivischer Exzellenz zu dem Ergebnis gekommen, dass weder der ältere Südländer in der Ecke von Cafe 1 noch die beiden Damen in Cafe 2 ihr Date waren. Also die halbe Stunde trockenes Wetter genutzt und vor Cafe 1 einen Macchiato geordert. Und beobachtet .. Miss Marple sieht alles - wer da so vorbeikommt. Mitten im Kaffeerühren wurde es plötzlich dunkel. Denn vor mir ragte dunkel und dräuend in den Himmel ... Indiana Jones!

Das jedenfalls war meine erste Assoziation von dem Hünen, der da in Südamerika-Souvenir-Shirt, Cargoshorts, ausgelatschten Army-Boots und Camouflage-Rucksack vor mir stand. Ein Bild von einem Mann übrigens ... Sahneschnittchen. Moderner Stadtindianer. Und interessanterweise nicht nur mit einer beeindruckenden Schulterbreite und -hohe nebst ansehnlichen Gesichtszügen und schönen, kräftigen Händen ausgestattet, sondern mit einem weit beeindruckenderen Hirn, das auch zu einer eigenproduzierten Promotion naturwissenschaftlicher Art beitrug. Wie sich die geneigte Leserin bereits denken wird, hatte Miss Marple Mühe, sich zwischen den Pfiffen und Rufen der nachdrängenden Latinas zu behaupten, um mit einigen investigativen Fragen die offenen Rätsel um Inkarnationen und Namen zu klären. Erst ein energischer Ordnungsruf von Frau Ratio brachte die aufmüpfigen Hormon-Chicas zur Ruhe. Frau Ratio war es dann auch, die sich mit Dr. Jones in die Cafesessel setzte (draussen regnete es zur Abwechslung mal wieder) und sich von ihm ins Gespräch ziehen liess. Und recht beeindruckt war von der Bandbreite dieses Menschen. Die Chicas hingegen tuschelten über ansehnliche körperliche "Features" und giggelten aufgeregt vor sich hin, während sie sich in hohe Sandalen und dekolletierte Blusen warfen, um die knalligsten Lippenstifte und das dramatischste Augen-Makeup wetteiferten. Die Salsa-Musik wurde lauter und lauter, so dass Frau Ratio sich im Gespräch ein paar Mal irritiert umdrehen musste.

Zweieinhalb Stunden, einen Regenspaziergang und ein Wasserfluchtbier später war es Zeit zu gehen. Gut so. Immer gut, einen Endpunkt vorzugeben. Und die Intensität dieses Treffens erforderte einen Cut. Auch, weil drei Lokale weiter das Münchner Kindl mit Erzählstau nach Urlaub wartete. Gute Gründe, meinte Frau Ratio und setzte sich durch. Doch Dr. Jones wird sich wahrscheinlich zuhause gewundert haben, wieso der leichte Kuss, den er Miss-nicht-mehr-Marple auf die Lippen hauchte zum Abschied, feuerrote Lippenstiftspuren auf seinem Hals hinterliess ... hätte Frau Ratio nicht mit vollem Körpereinsatz die Tür des Latina-Verschlags blockiert, hätte Dr. Jones sich der wilden Meute wohl nicht erwehren können ...

Hätte er wohl auch nicht wollen ... die Signale jedenfalls stehen seinerseitig auf grellgrün.

Und ich? 

Fahre nachher zum Hirnwerker. Koche mit ihm, sortiere ein paar seiner krudesten Befindlichkeiten und übernachte bei seinem Roommate aka im Gästezimmer (aber das erzähle Frau mal einem sturen Kater!).

Und meine, dass die Mehrheitsmeinung der Chicas zu Dr. Jones in Verbindung mit der durchaus wohlwollenden Gesprächseinschätzung von Frau Ratio durchaus dazu angetan wäre, die Eindrücke baldmöglich zu vertiefen ...

 

P.S. Miss Marple übrigens fand heraus, dass die Realität mit ihren Recherchen übereinstimmte und das Bauchgefühl sich zurückziehen darf. 

 

 

 

15.08.2014 um 16:16 Uhr

Loslassen ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Das Beste zuerst ...

Musik: Auld long syne

Gerade fühle ich mich sehr zufrieden. Ich habe es geschafft, zum Sport zu gehen und einen kurzen Saunagang anzuschließen. Und war anschließend, nach einem kurzen Gesprächsintermezzo mit einem unserer Oberköche, noch im Lieblingsoutlet. Wo ich NICHTS kaufte. Nicht, weil mir nichts gefallen hätte, sondern weil ich mir die richtigen Fragen stellte:

- Habe ich etwas sehr Ähnliches schon im Schrank? 
- Wozu werde ich es tragen? 
- Wie oft werde ich es tragen?
- Macht es mich glücklich, dieses Teil zu besitzen?

Kein Teil absolvierte den Test. Und das ist gut so.

Und noch besser: eine große Tüte aussortierter Sachen verließ heute nachmittag mit Frau Pediküre das Haus. Alles Sachen, die ich nicht mehr gerne trage. Und es soll auch nichts neues an die Stelle dieser Sachen. Es reicht. Ich habe genug. Wunderschöne, hochwertige Sachen, die perfekt zueinander passen. Toll, wenn der Schrank leerer wird!

 

 

 

15.08.2014 um 09:26 Uhr

Wer möchte nicht Miss Marple sein?

von: Spring_Roll   Kategorie: In the Jungle

Musik: Talking in your sleep (ja, ich wusste auch mal von wem das ist)

Der D*chungel ist ein seltsamer Ort, in dem seltsame Wesen hinter Lianen verstecken spielen. Einer der alten Fährtensucher begegnet mir in jeder meiner Inkarnationen. Wir grüßen uns .. doch irgendetwas an ihm liess mich zaudern und Zurückhaltung üben. Wahrscheinlich das Gespräch, das wir in einer seiner und meiner früheren Inkarnationen am Telefon hatten - und an das er sich nicht zu erinnern scheint. Auf mich wirkte er damals als "von Natur aus schwierig" in einer bissigen Form. Eher Querulant als Querkopf. Aber trotzdem interessant. 

Vor ein paar Tagen trafen wir uns wieder an der Wasserstelle. Ich wich ihm aus. Und doch hatte ich das Gefühl, dass zwischen diesem Fährtensucher und mir etwas zu klären ist. Auch wenn er in jeder Inkarnation den Namen wechselt. Nicht nur den Jagd-Namen, sondern den darunter ... den, der im D*chungel erst einmal verborgen bleibt.

Doch, lieber Fährtensucher ... Frau Rolle ist eine Inkarnation von Miss Marple! Und die hat ein verdammt gutes Gedächtnis für Einzelheiten! Und so fand ich aus der Leichtsinnigkeit einer Mailadressenübermittlung, drei verschiedenen mitgeteilten Namen und einem kleinen Sachverhalt nicht nur Name, Wohnort, Fon und Profession, sondern auch das gesamte gesellschaftspolitische Engagement des Herrn Fährtensuchers. Und bin nun gespannt, welches Märchen er beim Kaffee erzählt. Nein, Herr Fährtensucher, Sie brauchen die Maske nicht abzunehmen für mich ... ich weiß längst alles, was ich wissen muss ...

Es grüsst Frau Marple ... 

14.08.2014 um 10:09 Uhr

Anker?

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Flieger, grüss mir die Sonne (Rühmann)

Selbstbestimmte Zeit. Kein Anker. Keine Struktur. OK, wenn ich mal die Bedürfnisse von Sohn 2 außer Acht lasse. Zu viel Freiheit macht orientierungslos. Lauter kleine Termine, die Inseln sind. Und große Bewegungen verhindern. Ich tu mir gerade selbst ein bisschen leid, weil ich es morgens nicht schaffe, aus meinem Bett aufzustehen und meine Pläne umzusetzen. Sport? Schon wieder verpasst. Einkaufen? Besser nicht. Freunde treffen? Die arbeiten alle oder reisen ... die bessere Alternative. 

Es wäre fein, ein bisschen Geld zu haben ... es wäre noch schöner, Gesellschaft zu haben in diesem Freiraum. Um Dinge gemeinsam zu planen.

Gestern war ich mit der Professoressa in der anderen Nachbarstadt. Es regnete in Strömen. Wir shoppten. Und ich lernte mich zum Glück von der kritischeren Seite kennen. Kaufte eine klassische, hochwertige, aber preiswerte Bluse und ein Unterwäscheteil aus Überzeugung, eine sehr preiswerte Strickjacke, weil mir kalt war. 14 Euro lasse ich lieber beim Outlet als beim Apotheker ...  

Ich verstehe gerade so vieles. Aber das macht es nicht leichter, es auch zu leben ... das Leben in Single-Schuhen. Denn gerade jetzt würde ich mir wünschen, mit jemandem ganz woanders zu sein, Eindrücke zu teilen, zu genießen. Alleine schmeckt Genuss schal. Und so mache ich den Affenzirkus weiter mit, posiere auf meiner Lichtung und ändere die Werbetafel jeden Tag ... und denke allmählich, dass mir damit auch wieder ein Stück Lebensqualität flöten geht.

Urlaub ... irgendwie war das anders gedacht ...

Nächstes Jahr werde ich wohl weniger Fortbildungen machen. Die Kräfte und das Geld reichen nicht. Und die nächtlichen Träume zeigen mir, dass ich mit ersteren haushalten sollte ... 

12.08.2014 um 11:07 Uhr

Freizeitlethargie und Männermangel

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: La Ouate (Caroline Loeb)

Das Luxusproblem Freizeit plagt auch mich. Es ist die Absenz fester Pläne und die Präsenz des hoffnungsvollen Nachwuchses, die mich innerlich blockiert. Eigentlich sollte Wirbel bis morgen bei seinem Vater bleiben. Ich habe ihn gestern "erlöst" ... sein Vater geht tagsüber arbeiten und er vermisste so sehr. Nicht mich natürlich. Nur den PC. Jetzt wächst er also wieder an seinem Stuhl fest und schreit dreimal täglich nach Essen. Was mich bindet. Wenn ich in ein Zeitkorsett gedrängt werde, kann ich nicht unabhängig entscheiden. Ich schaffe es nicht einmal zum Sport, denn der kollidiert immer fröhlich mit den Mahlzeiten.

Blue hingegen taucht auf und ab, wie er mag. Und er ist dabei unkompliziert. Fragt zwar nach, ob Kalorien verfügbar, ist aber auch stets bereit, selbst einzukaufen, anzupacken und Verantwortung zu übernehmen. Ein Fast-Erwachsener halt. Mit ihm kann ich mir das Zusammenleben noch einige Zeit vorstellen. Denn es wird mehr und mehr zu einer funktionierenden WG. Bis auf die Tatsache, dass die Finanzierung natürlich von mir kommen muss. Aber auch in dieser Hinsicht ist Blue nicht anspruchsvoll. Hätte ich nicht widersprochen, hätte er auch seine gestrigen Einkäufe beim irischen Discounter selbst gezahlt. Aber Socken und Unterhosen sind genauso wie die Schulutensilien vom Lebensmitteldiscounter klar meine Sache. Ebenso wie die neue Winterjacke und im September ein paar Schuhe. Wirbels "Brauchen" hingegen ist immer eher ein Wünschen. Und das ist niemals zweckgebunden und vernünftig. Vor dem offenen Kühlschrank verhungern würde er, der Wirbel. Und Einkaufen ist ihm verhasst (außer, es geht um Sportmarkenmode). Blue hatte in der Schulzeit nur wenige Freundschaften, im Gymnasium nur einen Freund in der Mittelstufe. Doch inzwischen ist in der Oberstufe ein weiterer guter Freund hinzugekommen und durch das Engagement in der Jugendarbeit ein kleines Grüppchen. Er trifft Verabredungen, bekommt Einladungen. Alles im Rahmen, keine Party-People ... aber er hat ein gutes, funktionierendes soziales Leben. Wirbel hatte immer Freunde. Aber ich muss ihn ständig in den Hintern treten, damit er sich verabredet und die Wohnung verlässt. Wir waren früher sechs Wochen lang im Schwimmbad, wenn wir daheim blieben. Braun wie die Haselnüsse kamen wir im September wieder in die Schule. Mit Schwimmen kann ich Wirbel nicht locken. Seinen Kumpel noch weniger ... ok, der hat starkes Übergewicht und geniert sich vielleicht. Eine ziemliche Zimmerpflanze ist er, der Wirbel!

Und nun ... nach dem vorsichtshalberen Zwischenspeichern, weil neulich ein langer Eintrag weg war ... zum Thema Männermangel. Gestern schrieb mir ein alter D*chungelbekannter, er erhielte momentan unglaublich viele Interessensbekundungen von Frauen und gerate fast in Dateplanungsnot. Ich hingegen mache gegenteilige Erfahrungen. Der übliche König der Landstraße aus dem Sauerland zählt nicht. Der schreibt jede Frau an. Arme Seele, aber nicht zu ändern, das intellektuelle Gefälle tritt schon im Einzeiler zutage. Ein weiterer "Interessent" betonte, dass der Austausch von Bildern Harmonie erzeuge und wir soooo viele gemeinsame Interessen hätten - Sport zum Beispiel. Aber wo bitte ist das Gemeinsame, wenn er Tennis spielt und Rad fährt und ich wandere und laufe??? Meine Anmerkung, dass mir Sprache Grundbedürfnis sei, quittierte er dann mit der Anmerkung, ich solle doch Poetin werden und ich sei langweilig. Nun denn, dieses Kompliment kann ich erwidern. Möge er in Harmonie Bilder tauschen ... brrrrr

Dass der alte Bekannte so reges Interesse verzeichnet, mag einerseits an ihm liegen ... gut aussehender Akademiker, gut geschriebener Text. Andererseits aber auch daran, dass intelligente, angenehm anzusehende Männer sehr selten sind im D*chungel. Umgekehrt ist es anders. Die wenigen annehmbaren Männer haben die Qual der Wahl. Männer-Markt.

Und wieder einmal frage ich mich, ob es keine Alternative zu diesem Zirkus gibt ... 

11.08.2014 um 15:28 Uhr

Jobis-Modell

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Come together (The Beatles)

Irgendjemand im D+chungel schrieb mal, wenn jeder Topf einen Deckel finde, sei er ein Wok. Unabhängig davon, dass auch Woks gelegentlich Deckel haben, bin ich dann doch eher ein ... "jobis-Modell". So bezeichneten meine Mutter und ihre Kolleginnen hochpreisige Ware, die mehrere Saisons überdauerte und immer wieder in den Ausverkäufen auftauchte, ohne jemals einen Liebhaber zu finden. Einen Ladenhüter, qualitativ hochwertig, aber eben von vor-vorgestern und nicht am Puls des Kundenbedarfs. Die traditionsreiche Modemarke möge mir verzeihen, dass ich den Begriff recycle an dieser Stelle ... aber irgendwie passt er zu mir.

Ich bin ein Jobis-Modell. Elegant, von hervorragender Machart und Passform ... doch mein Design entspricht nicht dem Geschmack der Zeit. Und den meisten bin ich zu teuer und zu pflegeaufwändig.

Resultat: keine Nachfrage.

Und so friste ich Saison um Saison am Ausverkaufsständer, bis ich wieder ins Lager geräumt werde .... brrrrrr 

11.08.2014 um 14:58 Uhr

Geteiltes Glück - Heiraten für Könner

von: Spring_Roll   Kategorie: lebens(t)raeume

Musik: Zuhause (Dota und die Stadtpiraten)

Genau so geht heiraten!

Liebe Vogelschwester, lieber Dichter,

Ich bin dankbar und froh, dass ich eure Hochzeit miterleben durfte. Das war nicht das übliche Theater aus Sahnebaiser-Kleid, Peinlich-Vorträgen, unerträglicher Tischordnung und Lächerlich-Spielchen zu horrendem Preis. Sondern das war echt, authentisch, warm und innig.  Und wunderschön. Die Braut trug überraschenderweise weiß ... und mit ihrem schlichten Kleid und dem frischen Blumenkranz sah sie aus wie ein Poesiealblum-Bild. Der Bräutigam kam in Weste, Hemd und schwarzer Jeans. Und die Gäste von Queen Mum in rosa Kostüm mit Ascot-Wagenradhut (die Brautmutter ist Britin) über Saloongirl (eine übergewichtige Cousine in Ballontaftrock und Federboa) bis zum Gothpunk in Fetzenjeans. Der Gottesdienst so persönlich, denn beide engagieren sich in der Gemeinde ... und liebevoll mitgestaltet von musizierenden und vortragenden Freunden. 

Dann ein kurzer Weg nach Hause ... in das gemeinsame Zuhause der beiden. Ein gesungenes Tischgebet im Flur und dann Feiern auf drei Etagen mit selbstgemachtem Buffet (übrigens vegan), Getränken und immer wieder Musik. Selbst gemachter Musik, improvisierter Musik. Brautpaar und Gäste auf dem Fußboden sitzend, plauschend und tanzend. Lebensfreude pur.

Es war die schönste Hochzeit, die ich je mitfeiern durfte ... meine eigene einbezogen. Und ich war glücklich, dabei sein zu dürfen. 

Meine Single-Schuhe übrigens haben seit der Kirche nicht mehr gedrückt. Obwohl ich alleine dort war und obwohl auch in der Hochzeitsgesellschaft keine Single-Männer vorkamen. Ich feierte, ging, als es am schönsten war, schlief ein paar Stunden im Hotel um die Ecke und fuhr morgens nach Hause ...

... um Abschied zu feiern. Einen Abschied, den ich mir noch immer kaum vorstellen kann. Den von BesterFreundin. Sie zieht weit weg. Dahin, wo ihr Mann eine gute Stelle gefunden hat. Und wir beide verbrachten einen bittersüßen Abend am Ort unserer Kindheit. Feierten ein Brauchtumsfest, tranken Gin auf ihrem Bett. Und frühstückten morgens noch. Nun zieht sie weg. Ich fühl mich melancholisch. Kein Mensch auf dieser Welt kennt mich so gut wie sie. Kein Mensch versteht so sehr, warum ich denke und fühle ... und auch, wenn das www fern zu nah macht ... es wird anders sein ...