Frühlingsrollen und die Gesetze der Schwerkraft

30.09.2014 um 10:27 Uhr

Flussgedanken

von: Spring_Roll   Kategorie: Morgenstund

Musik: Rivers of Babylon (Boney M.)

Ein Rad ist ein Verkehrsmittel. Immer dann angesagt, wenn zu Fuß zu langsam und die Bahn zu umständlich. So auch heute. Arzttermin am anderen Ende der Stadt. Fußweg, zweimal Umsteigen, Fußweg oder Rad. Trotz Regengetröpfel wählte ich das Rad. Und kam auf diese Weise nicht nur zu über einer Stunde Bewegung, sondern auch zur Begegnung mit dem Fluss am Morgen. Mit wuschligen Eichhörnchen direkt neben dem Weg, mit einem einzelgängerischen Graureiher, der sein Revier scannte, mit Möwen, Enten und den üblichen Hundeauslüftern. Der Weg am Fluss ist eine Schnellstraße. Keine Ampel bis in die Innenstadt. Bequem ist das. I like.

Gemocht habe ich auch das Wort "unauffällig", das meine Untersuchung beendet. Bin ich sonst ein Mensch, der gerne auch mal schrill und bunt aus dem Rahmen fällt, so war dieses kleine Wort mir lieb und teuer.

To be continued ... jetzt erst einmal in die Filialküche zum betreuten Denken ...

29.09.2014 um 11:13 Uhr

Dinge, die die (meine) Welt nicht braucht ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Morgenstund

Musik: Morning has broken (im wörtlichen Sinne!)

Habt ihr schon mal vor dem Kleiderschrank gestanden und hattet NICHTS anzuziehen? Genau das ist mir heute früh geschehen. Schon leicht zu spät und mein Outfit vor dem geistigen Auge präsent ... übrigens.

Doch dann ... NICHTS geschah, als ich den Schrankschlüssel umdrehte. Und nichts, als ich ruckelte und versuchte. Doch ... die Schließstange verkeilte sich VOR der oberen Blende. Da drin war mein Outfit und draußen ich - mit NICHTS zum anziehen. Blazer, schicke Tops, gute Hosen ... alle in DEM Schrank. In dem anderen nur Kleider und lange Mäntel und Winterkram.Also irgendwas übergezogen und zu den Nachbarn. Doch Nachbar (der runde, sizilianische Handwerker) war nicht da. Hausmeister angerufen ob irgendein Schreiner sich gerade in irgendeiner der gerade in Fluktuation befindlichen Wohnungen aufhält. Fehlanzeige. Nächste Chance Keller. Bluse auf Wäscheständer gefunden. Zum Glück bügelfrei. Bürohose auf Sessel in Schlafzimmer entdeckt. Geht zur Not.  In dem anderen Schrank EINEN falsch gehängten Blazer gefunden. Danke dem Schöpfer für meine Schussligkeit. Suboptimal, aber geht. Nachbarin Bescheid gesagt und gebeten, dass ihr Mann sich das Schrankbiest mittags mal anschaut, wenn Wirbel da ist. Dann nochmal ohne jedwede Hoffnung leicht versucht an DEM Schrank ... und plopp ... ohne Anstrengung öffnete sich die Tür.

Outfit gerettet. Nachbarin entwarnt. Und mich gleich mit ... schließlich werd' ich ja heute King Godmum oder so ... kaum auszudenken, wenn ich da in diesem provisorischen Outfit ...

Also so was von erleichtert ... und so was von unnötigem Adrenalinausstoß am (für mich) frühen Morgen!

Wäre ich besser liegengeblieben und hätte weiter geträumt!

 

P.S. Ich hätte übrigens auch in den Keller-Waschkorb-Plünnen in die Küche gekonnt. Trotz Termin mit Gastköchen heute nachmittag. Weil nämlich ... ich bin NICHT King Godmum. Jawoll!

Mein Patenschwein (siehe Eintrag vom 12.11.2012) hat nicht getroffen. Den Holzvogel nämlich, den er hätte zerballern wollen/sollen. Also wird er auch nicht mit Federbusch und Silberbehang seine diademgekrönte Liebste im Taftkleid durch Dorf geleiten sondern vermutlich statt des Vogelfehlschusses einen wohl gezielten Selbstabschuss an der Bierbar vornehmen. Dieses Spektakel soll er dann mal mit sich, seinen Kumpels und seiner Nicht-Queen abmachen ... Godmum ist raus!

 

29.09.2014 um 08:56 Uhr

Loslassen statt nach Strohhalmen zu krallen

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Back to my roots (Odyssey)

Eine komische Nacht war das. Voller wirrer Träume. Essen kam darin vor. Ein Gefängnis, in dem ich wohl Insassin war. Ein Mann in gestreiftem Sträflingshemd, an dessen Rücken gekuschelt ich wunderbar und geborgen schlief. Ein anderer, der mir wohl viel bedeutete, aber außerhalb des Gefängnisses war. Trotzdem bekam ich mit, dass er eines Verbrechens angeklagt wurde. Nämlich der Schwangerschaftsverursachung. Die Frau blieb eine Nacht im Krankenhaus - warumauchimmer - und ihr Vater sorgte dafür, dass er diese Nacht im Gefängnis verbrachte. Ich machte mir Sorgen und wollte ihn vor "den anderen" schützen ... warumauchimmer. Und dann klingelte der Wecker. Ich werde nie erfahren, was es mit den beiden Männern, dem Knast und der Schwangerschaft auf sich hat ... Mist! 

Dabei würde ich den Teil mit der Geborgenheit gerne weiterträumen. Ms. Need knockoutsetzen. Denn ich habe keine Lust mehr, nach emotionalen Gefühlsbröckchen zu schnappen und mich an nachgebenden Strohhalmen festzuhalten. Es ist Zeit, die Bedürftigkeit loszulassen. Nicht den Wunsch. Denn wenn der Wunsch weg ist, schwindet auch der Platz für einen nahen Menschen in meinem Leben. Das Klammern an das Vielleicht. Das ist das Gefährliche. Ich hungere wieder mal nach Aufmerksamheit. Bin leichte Beute für meine eigenen Schwächen. Essen ist die Ungefährlichere davon ... und trotzdem möchte ich raus aus dem Teufelskreis von seltsamen Gefühlen und mühsam kontrollierter Gier.

Der Cineast ist verschwunden. Seine virtuelle Inkarnation lebt noch ... aber er ist "abgetaucht". So viel zu Rückgrat und "Freundschaft". Der Mann, der mein Leben seit zwei Jahren gedanklich teilte, hat sich per SMS für einen Gefallen bedankt, den ich ihm tat und meldete sich danach nie wieder. Hat er sich wohl doch für seine Exit-Beziehung entschieden und für den einfachen Weg (glaubt er). Und will sich durch nichts in der Welt, vor allem nicht durch eigene Gefühle, von der geraden Strecke holen lassen. Ich bin menschlich enttäuscht. Vernünftig waren wir beide. Hätte ich doch sogar Verständnis für Rückzug gehabt, wenn er mit einem zumindest schriftlichen Abschied dahergekommen wäre. Aber dieses "aus meinem Leben stehlen", das mag ich nicht fühlen müssen. Es tut weh, die Nr. 2 zu sein. Diejenige, die allein stark genug ist, um klarzukommen. Und der zuliebe deshalb noch nie ein Mann bereit war, seine Welt aus den Angeln zu heben. Ich war immer die, die Verständnis haben durfte ... musste. Dabei wäre ich doch so gerne mal die, die es "wert" ist. Für die ein Mann Berge ersteigt und Wüsten durchwandert ... ok, Nahverkehrszüge besteigen und Vororte durchwandern reicht ja schon. Ich bin eifersüchtig auf die Frauen, die solches Männerverhalten geschenkt bekommen. Wie kostbar müssen sie sich fühlen? Tja .. no chance. Ich bin Brunhilde, nicht Kriemhild. Nicht die begehrte Königin, sondern die Walküre. Leider. Walküren können für sich selbst sorgen, denkt jeder. Und meist werden sie sogar noch von schwachen Männern als "Spalier" missbraucht, an denen sich diese Würgepflanzen hochranken. Doofes Spiel. Würgepflanzen sind in meinem Leben nicht mehr willkommen. Aber wo sind sie, die Männer, die für mich Berge ersteigen und Wüsten durchqueren? 

Wenn ich aussuchen dürfte, dann hätte ich gerne das, was ich brauche. Nicht das, was ich will. Balance. Und den Mann, an dessen Rücken gekuschelt ich so geborgen schlafen durfte ... 

28.09.2014 um 17:07 Uhr

Watership down ... unten am Fluss

von: Spring_Roll   Kategorie: Lauf-Lust

Musik: Down by the river (Albert Hammond)

Der Kater ist ausgewildert. Seit gestern abend schon. Bei Rhabarberschorle genoss ich mit GlamourGirl, der Limette und der Perfektionistin einen sonnigen Nachmittag auf der Piazza, shoppte dann Windows und Lebensmittel ... und zelebrierte mein Abendessen aus Baguette, Lachs und Leberpastete - zum Frühstück übrigens noch mal das gleiche ... und Lachs ist immer noch da.

Den Sonntag habe ich zu meinem Denk- und Lauftag erklärt. Vier Stunden waren der Fluss und ich mit uns beschäftigt, unterbrochen von einem 90minütigen Besuch bei meinen Eltern in Dorf. Mit anderen Worten: Dorf und zurück war meine Laufstrecke bzw. Walkingstrecke. Jetzt tun die Füße weh, aber die Seele ist glücklich. Nur das besondere Goodie auf dem Rückweg habe ich mir dann doch nicht mehr gegönnt ... die entzückende kleine Fähre war gerade weg und meine Blase goutierte keine Wartezeit mehr. Also musste es doch die Brücke auf Schusters Rappen werden. Und justement auf jener Brücke überraschte mich dann BesteFreundin telefonisch mit der Ansage, sie sei "hier". Hier ist Dorf. Und da ist gerade Brauchtum. Und wenn ... FALLS ... morgen der Ernstfall eintreten sollte, bin ich quasi Royal. King Godmum sozusagen. Mehr sag ich aber nicht. Nicht vor morgen ca. 14.00 Uhr.

Bis dahin übe ich schwungvoll den Liz-Two-Winkestil ... 

Oder ich mache mich im D*chungel zur Volldeppin, indem ich wie ein hypnotisiertes Kaninchen auf Nachrichten warte, die nicht kommen. Gib's auf, Rolle, du bist nicht im Suchraster. Echt nicht. Und die, die schreiben ... die willst du nicht. Wie den Idioten in mindestens zehnter Inkarnation seit August, der dich immer mit Schatz anredet, aber binnen 48 Stunden wieder gesperrt ist. Oder wie die arme Seele, die mit "*liebgrüss* punkten wollte. Ihm schrieb ich ein FREUNDLICHES Nein. Weil er freundlich war, aber ich eben auf seiner Lichtung nichts anziehendes sah.

Ganz schön needy, Frau Rolle ... nicht wahr?

Und was tust du nun dagegen? Nichts. Außer Schokolade essen gegen das Loch in der Seele. Nichtliebenskummer. Vernachlässigt fühlen. Die ganze positive Energie meines Flusslaufs hat nicht gerecht, um mein Fell dick genug für das Ignoriertwerden wachsen zu lassen ...

Ms. Need überspannt den Bogen zurzeit. Wie auch nicht? Das Seelchen ist nach wie vor knock out von der letzten Kummerkatastrophe, die Latinas haben Urlaub eingereicht oder streiken oder wie auch immer ... und Frau Ratio sitzt selbstzufrieden in ihrem Sessel und ist stolz auf ihre gelungene Vernunftentscheidung. In den unteren Etagen hat Ms. Need free Bahn. Und die nutzt sie nach Herzenslust. Macht mich nach Süßem gierend, verlangend nach Tand und aufgepeitscht auf meinen D*chungelwegen. Ich wär' so gerne balanced. Ich würd' so gerne zufrieden sein mit meinem kleinen, männerlosen Leben und den Highlights die mir Freundschaften, Sport und Job bieten. Glücklich mit meiner kleinen Halbfamilie - eine Partnerschaft würde damit eh nicht mehr zusammenlaufen ... dazu sind Blue und Wirbel zu erwachsen. 

Stattdessen hockt Ms. Need wie eine Flagellantin auf meinem Weg und peitscht mich weiter. Du brauchst doch! Du lechzst nach ... ! Ms. Need und ihre Einflüsterungen machen mir Angst.

Am meisten davor, eine schlechte Beziehung keiner Beziehung vorzuziehen. 

27.09.2014 um 12:21 Uhr

Flussgeflüster

von: Spring_Roll   Kategorie: La vie en noir

Musik: She's so fine (Elvis Presley)

Heute morgen erwachte ich mit Haarwurzelkatarrh. Wobei es auch an dem ausgesprochen rauflustigen Kampfkater gelegen haben mag, der es sich auf meiner Schulter bequem gemacht hatte. Geboren aus circa einem Liter Wein. Und zum Glück mit keinerlei sonstigen Spätfolgen. Selbständig nach Hause gegangen unter Mitnahme sämtlicher Habseligkeiten und friedlich im Bett gelandet. Finanziellen Ruin ebenfalls begrenzt, da bei der Weinprobe nur eine Flasche Wein, ein kleines Glas Pastete und einen Pappkanister gekauft. In dem ist aber Birnensaft. Eigentlich lecker. Bloss heute morgen nicht.

Also Plan B - Haarwurzeln auslüften und ab zum Fluss. Was eigentlich nur Katerabschütteln werden sollte, wurde allerdings ein zauberhafter Blick auf die versteckten Seiten von Citta, der Stadt, in deren eigentlich ältestem Teil ich lebe. Eigentlich, weil die ursprünglichen Siedler damals nicht mit Städtebau und "bleibenden" Infrastrukturen anfingen, sondern mit dem seinerzeitigen Äquivalent von "Y-Reisen" unterwegs waren. Nur mit dem Unterschied, dass sie die Straßen zu ihrem Ziel ... erstmal bauen mussten. Wie die Brücken, die Wasserleitungen und vieles andere. Straßennamen erinnern noch an sie. Und Gedenktafeln. Und ein sogenannter Archäologiepark, der aber nur eine Wiese mit ein paar nachgebauten Mauern ist.

Zauberhaft die I. begegnete mir unweit der Doppelgipfel des Mount Matsch. Der Matsch ist drin im Mount. Und biogast vor sich hin, nachdem er die Lage klärte. Gleich neben Mount Matsch erstreckt sich die blühende Heide - die Highlands ganz nah. Ein paar Schritte weiter und ich sehe unter mir den großen Zellophanfluss und neben mir den nicht minder voluminösen Verkehrfluss. Höre Rauschen und Plätschen und ein kurzes Quäken hinter mir. Drehe mich um und kann gerade noch einem dicken Mann in Signaljacke auf einem dünnen Mofa ausweichen, der mit mindestens 40 kmh kurz darauf fast einen Läufer umfährt ... das Quäken war ziemlich leise und der Läufer trug Kopfhörer.

Drüben, über dem Fluss beginnt das, was ich besonders liebe - eine sanfte Auenlandschaft und Trampelpfade direkt am Wasser. Gelegentlich kreuzt ein Hund meinen Weg, schnuppert kurz an meiner Hand und verfolgt seine eigenen Ziele. Manchmal auch nur Teile eines Hundes. Wie das aus einem Erdloch ragende braune Hinterteil, dessen Besitzerin sich einen Wolf pfiff.

Die meisten Menschen, die diesen Weg gehen, sind mit sich, ihren Tieren und ihrer Bewegung, ihren Gedanken beschäftigt. Erst als der Trampelpfad wieder zu Asphalt wird, kommt die andere Sorte Mensch wieder vor. Wie der Läufer, der sein Telefon nicht zuhause lassen konnte und jetzt viel zu laut redend auf einer Mauer am Ufer sass. Oder wie der kleine Asiate mit dem hässlichen Sonnenhut, der auf Petri Heil hoffte und sich die Wartezeit mit Musik aus einem kleinen Radio vertrieb. Ob die Fische sich durch den King motivieren lassen, zu beißen? Oder ob der nächste Barsch eine Tolle trägt?

Zurück an meinem Heimatufer schlendere ich an den Beeten auf der Promenade vorbei. Und freue mich, dass statt teurer Importgewächse heimische Stauden wachsen. Betrachte entzückt ein Gewächs mit hübschen grünen und lila Blättern. Befühle gedankenverloren ein lila Blatt und rieche an meinen Fingern ... et voila ... SALBEI!

Ganz schön bunt für eine einzige Runde Bewegung, gelle? 

26.09.2014 um 08:12 Uhr

Der Geschmack von Freiheit - reloaded

von: Spring_Roll   Kategorie: La vie en noir

Musik: Freiheit (auch wenn ich MMW eigentlich nicht mag)

Ich war vier Jahre alt, vielleicht auch fast fünf. Meine Cousins kamen zu Besuch. Alleine. Der Älteste war schon 9 ... da durften sie den kurzen Weg innerhalb Dorfs ohne Eltern zurücklegen. Und ich ... ging einfach mit, als meine Mutter gerade beschäftigt war. Durch die Haustür, die Straße herunter, um die Ecke und immer weiter bis zum Horizont ... ehm ... bis zum Sandkasten am nächsten Eckgrundstück. Der gehörte Jockel. Er und sein Freund Ropsi luden mich ein. Die Cousins waren froh, die nervige Cousine los zu sein und ich spielte glücklich im Sand. Irgendwann ging ich nach Hause, kurz vor dem Donnerwetter, das dann doppelt kam. Vom Himmel und von meiner Mutter. Jockel und Ropsi gingen übrigens bis zum Abi mit mir zur Schule und wurde n beide Ingenieure ... einer Autos, einer Flugzeuge. Der Sand hätte eher auf Bunkerbau schließen lassen ...

Mit neun fuhr ich zum ersten Mal allein in den Urlaub. Nun ja .. allein ist relativ mit 200 Kindern und ca. 15 jungen Leuten, die die Meute im Zaum halten sollten. Ich nutzte den Urlaub, um zu lernen, dass Magen-Darm PLUS Seekrankheit lästig ist, dass es wirklich Leute (ehm Kinder, sie waren 11) gibt, die ENG Blues tanzen und mich gegen einen aufdringlichen Verehrer mit einer LEEREN Pet-Flasche zur Wehr zu setzen. Gab Ärger. Aber was im "Lager" war, blieb dort ... die Eltern erfuhren es nie.

Mit 13 sah ich "Kleine Biester" mit Kristy Mc. Nichols ... DAS war Freiheit in meinen Augen. Rauchen, ausbüxen ... sogar S*x hatte sie ... und ich hatte doch noch nicht mal geküsst!

Eine andere Art von Freiheit gewann ich mit 17. Finanzielle. Relativ. Aushilfsjobs bescherten mir ein Einkommen und ich löste energisch Mamas Schere von meinem Kopf und die Einkaufsbindung an Charme und Anmut. Kirchliche Jugendarbeit bescherte mir Ausgangsfreiheit. Wenn "die Jungens" aka meine Vettern dabei waren oder eine ältere Freundin (19) aus der Nachbarschaft ... dann durfte ich sogar über Nacht wegbleiben.

Die große Freiheit verschaffte mir dann St. Exupery. So hieß das Gebäude, in dem ich in meinem Auslandsjahr bei den Ch'tis wohnte. Ich war ausgebüxt aus Deutschland, ich rauchte (ehm, paffte gelegentlich) und ich hatte auch ... siehe oben.

Noch öfter im Leben hatte ich das Gefühl von Freiheit. Die erste Reise ganz alleine. Die erste RICHTIGE Wohnung. Entscheidungen, die ich bewusst anders traf als meine Eltern sie getroffen hätten. Ganz anders.

Später im Leben war das Gefühl von Freiheit mit dem Bewusstsein von Unfreiheit verknüpft. Die Verantwortung wog schwer in den jüngeren Jahren meiner Söhne Da war Freiheit für mich manchmal nur ein kinderloses Wochenende mit Zeit für die Wäsche. Und irgendwann dann der große Sprung ... ehm.... relativ, denn ein 10 km-Umzug ist nichts Weltbewegendes, aber für mich war er Freiheit.

Und heute? Immer noch freue ich mich über unverhofft selbstbestimmte Zeit. Wie heute abend, wenn Blue zwecks Verbringung zum frühmorgentlichen Studienfahrtbus bereits bei seinem Vater übernachtet und Wirbel sich bei einem Freund einquartiert hat. Und ein Treffen mit den Ladies auf mich wartet. 

Aber die größte Freiheit meines JETZT ist es, NEIN zu sagen zu Dingen, die mich innerlich unfrei machen.

Warum das unter "La vie en noir" steht? Nun ... weil sich Entscheidungsfreiheit ziemlich BUNT anfühlt :-)

25.09.2014 um 21:12 Uhr

Tage wie dieser

von: Spring_Roll   Kategorie: La vie en noir

Musik: Wake me up, before you go go

Meine "Pechsträhne" scheint anzudauern. Anders kann ich mir es nicht erklären, dass der Absatz bei gerade drei Wochen alten Schuhen einfach abgeht. Wohlgemerkt, kein Unfall, kein Hängenbleiben im geliebten Kopfstein-Laster von Citta ... nein, im simplen SITZ-Betrieb bewege ich mein Bein und wupps, liegt da das entklebte Absatzplättchen! Es war gerade Mittag, also pauste ich beim Schuster. Der hatte Mitleid und reparierte sofort ... kostete, da direkt beide Absätze gesichert wurden, dann mal eben zehn Euro. Und ich erfuhr, dass meine superbequemen Stiefeletten, über die ich so glücklich war, eher nicht so lange halten würden. Weil die Sohle nämlich ein Luftkissen hat, das sehr löcheranfällig ist. Mist auch. Hätte ich doch Teuermarke kaufen sollen. 

Pechgejammer Ende ... Wechseln wir in den Bunt-Modus. 

Gut allerdings, dass ich dann einer lieben, beruflichen Bekannten in die Arme rannte. Und drei Minuten später Cheffe, mit dem sie verabredet war. Wir hatten dann eine vergnügliche Teestunde zu dritt mit lauter Küchenthemen, was gut war. Kurz darauf kam der Maitre, mit dem ich zum Küchentreffen nach weitweitweg fahre, zur Rezeptureinweisung. Auch das scheint einen guten Weg zu nehmen.  

Bunt war auch das Abendessen. Ein herrliches Kürbiscurry .. seeeeehr empfehlenswert und selbsterdacht. Kürbis (Hokkaido in diesem Fall) in kleinen Stücken mit Zwiebelnwürfeln anbraten, Apfelstückchen hinzugeben, wenn alles angebräunt ist, mit Curry und Ingwer, Salz und ein wenig Vegeta würzen, mit etwas Grand Marnier oder O-Saft und Sahne ablöschen, halbe Stunde köcheln lassen ... genial. Dazu Reis oder Kartoffeln aus dem Ofen. Man kann die Kartoffeln auch mitgaren.

OK ... Trivialcontent Ende ... Wechseln wir in den Deep-Soul-Modus.

Warum eigentlich passieren die wichtigen Dinge in meinem Leben immer, wenn die Zuhörerin in Urlaub fährt?

Ich werde ihr viel zu erzählen haben morgen. Von einer Begegnung mit alten Ängsten und neuen Erkenntnissen. Vom Cineasten und davon, dass das vielleicht irgendwann die alte Freundschaft beendet hat. Von der Chaossträhne und von dem Gefühl, ein bisschen den Elementen ausgeliefert zu sein. Von Überdrüssigkeit und Lebenshunger.

 

25.09.2014 um 08:28 Uhr

Frauen in schwarz führen bunte Leben

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Fashion (David Bowie)

"Women who wear black lead colorful lives." Sagt Neiman Marcus. Der Kaufhaus-Marcus in New York. GlamourGirl hat ihn gefunden. Und ich, die ich fast nur schwarz trage, frage mich, wie bunt mein Leben momentan tatsächlich ist. Denn eigentlich sehe ich gerade genau die beiden Farben, die ich trage ... schwarz und rot.

Rot in Form von Pleiten, Pech und Pannen. Der Viel-zu-teuer-und-mieser-Service-Telefonieanbieter, dem ich gerade mein Vertrauen entzog: rot. Das Geldinstitut, das mich unbedingt als Kundin der Geschäftsstelle in Dorf behalten wollte und jetzt auf ganzer Linie die Servicezusagen zurückzog - rot. Vom Saldo auf meinen Kontoauszügen rede ich jetzt mal nicht. Das ist ja eher normal. Und ich arbeite dran. Meine Lieblingstasse (R.I.P.) die Blue so unglücklich in den Schrank quetschte, dass sie mir entgegenfiel - rot. Und zusammen mit einer Kumulation lästiger Kleinvorfälle macht das Ganze? Richtig: schwarz!

Aber da ich selbst mal behauptete, dass Schwarz toll sei, weil es ALLE Farben enthält, muss ich mich jetzt wohl auf die Suche nach ebendiesen Farben machen. Ich fände es nämlich schön, wenn Herr Marcus Recht hätte. Schwarz tragen würde ich zwar sowieso weiter ... aber die Sache mit dem bunten Leben gefällt mir gut. Also sammeln wir ein "Büttchen Buntes" ... gab es da nicht sogar mal ein Fernsehformat ... Moment ... fragen wir Herrn Gugl ... nein ... im Osten war's ein Kessel. Da, wo ich großwurde ist eine Waschschüssel eine "Bütt", liebevoll verkleinert in "Büttchen". Und da der (weibliche) Karneval seine Wurzeln bei den Wäscherinnen hat, steigen bis heute die Rednerinnen und Redner "in die Bütt" ... ein Ausdruck, der inzwischen weit über den Karneval Verwendung findet.

Eine Farbe habe ich bereits gefunden: orange. Denn nachdem ich gestern nachmittag mit Bauchgrummeln nach Hause schlich (rein physisch, nicht seelisch), klingelte es abends um acht an der Türe und davor stand ein Strauss oranger Rosen. Die Perfektionistin war in der Gegend und hatte spontan beschlossen, dass ich einer Aufheiterung bedürfe.

Die vielen Farben von Frau Zee werde ich jetzt leider doch nicht sehen. Sie musste ihre Reise verschieben und war dann leicht säuerlich, dass ich ihr für den neuen Termin keine offizielle Einladung schicken kann - wie denn auch, wenn ich selbst in weitweitweg bin und diese Anwesenheit in öffentlich und folglich auch der Visabehörde zugänglichen Kontakthöfen dokumentiert ist? Da aber GlamourGirl, die ja ihre beste Freundin ist, dann wieder in Bonn weilt, muss sie jetzt die Einladung verschicken. Bei Nicht-EU-Ländern ist das nämlich leider recht kompliziert. Frau Zee war not amused. Aber ich röche anderenfalls den Ärger förmlich. 

Zweite Fundfarbe: dunkelrot. Wie der Rotwein, den ich Freitagabend probieren gehen werde mit der Damencrew.

Oups ... ich muss doch gar nicht nach Bunt suchen. Nächste Woche. In Kreisstadt nebenan. Gelegenheit zur Verdopplung meiner jährlichen Bad-Taste-Dosis anlässlich eines Stadtfests. DER König des schrillen Geschmacks tritt auf. Siehe Eintrag von Anfang März ... der mit den Plateausohlen und den Agneta-Sängerinnen. Schlagerfan, Münchner Kindl und ich freuen uns schon. Und der schwäbische Neandertaler lässt diesmal das Fahrrad daheim und nimmt wie normale Menschen ein Taxi nach Hause.

Bunter wird übrigens auch die Sammlung an technischen Endgeräten in meiner Handtasche. Es ist offiziell. Ich darf heute tauschen. Nämlich meinen uralten Blackberry (in was für Zeiten leben wir, wenn drei Jahre uralt sind ...?) gegen ein etwas neueres Modell. Anlass ist die Reise nach weitweitweg. Weitweitweg ist nämlich ein Land, in dem unsere Telefone nur unter bestimmten Voraussetzungen funktionieren. Primitiv? Nein, das Gegenteil. Weitweitweg ist einfach Meilen voraus. WIR sind das Primitivland aus deren elektronischer Perspektive ... jawoll!

Bunter wird auch mein Hirnarchiv durch die Fortbildungen. Jedoch sollte ich langsam mal darüber nachdenken, wann und wie ich damit anfange, daraus auch tatsächlich das Beabsichtigte zu machen - nämlich eine 2. Säule, die auch wirtschaftlich (bei-)trägt. Ich erwische mich nämlich mit kalten Füßen ...

Hmmm ... ist es vielleicht nicht die Aufgabe, das Leben zu erweitern, sondern eher, es genauer zu betrachten? Denn es sind ja oft die kleinen Dinge, die mit Farbe überraschen. Auch virtuell. Als ich an buntes Leben dachte, war meine erste Assoziation eher spektakulär, glamourös. Erst beim Nachdenken darüber musste ich feststellen, dass bunt und spektakulär gar nicht immer im Verein auftreten.

Ja ... ich denke, ich habe ein buntes Leben, wenn ich genauer hinsehe. Vielleicht nicht immer eines, das mich in jeder Situation glücklich macht. Aber ein insgesamt buntes. Und ich sollte mir Zeit nehmen, genauer auf die bunten Flecken zu schauen und sie zu genießen. 

Vielleicht Zeit für eine neue Kategorie?  

 

 

24.09.2014 um 08:51 Uhr

Back to normal?

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: We are family (Sisters Sledge)

Es gab eine Zeit Anfang Juli, da war der absolute Ausnahmezustand eingetreten. Das gesamte Kleeblatt in Beziehungen. Unglaublich, aber wahr. GlamourGirl ungeschlagene Spitzenreiterin. Denn sie war eigentlich nur in der Anfangszeit unserer Freundschaft etwa ein Jahr lang allein. Dann kamen über drei Jahre inklusive Zusammenleben. Und fünf Monate nach der Trennung ihr jetziger Partner. Glückliche LAT-Beziehung mit künftigen Hauskaufplänen. Das Münchner Kindl ist da komplizierter, aber dennoch mit nicht allzu großen Abständen verbandelt. Den Hauskauf hat sie allerdings alleine erledigt - ok, es ist eine Eigentumswohnung, aber das Thema ist damit durch. Allerdings haben ihre Beziehungen immer einen gewaltigen Haken - der smarte Latin Lover, dessen nächste Wohnstatt schwedische Gardinen hatte, der "Geschäftsmann" mit dem perfect-body-Spleen. Und dann ... verliebte sie sich richtig. Dummerweise in jemanden, der tabu war. Nicht nur wegen der fest sitzenden Beringung, sondern auch wegen eines anderen Umstandes - sein Name wird also hier nicht mal in Blog-Verfremdung genannt. Karneval war das Kindl dann "überreif" ... und schnappte sich das lebende Worst-Case-Szenario. Angestellt bei Subunternehmer ihrer Firma, Privatleben eine Katastrophe. Leider allzu alkoholaffin. Weshalb das Ganze nun von ihr beendet wurde.

Die Limette - inzwischen auch aus eigener Kraft Herrin ihrer vier Wände - hingegen hatte jemanden kennengelernt, der sein Bild vom freundlich-verlässlich-bodenständigen Mann einige Wochen aufrechterhielt, bis er dann meinte, sich per SMS trennen zu müssen, als sie gerade geschäftlich im Ausland weilte.

Und ich?  Über Zen hatte ich berichtet ... über die kurzzeitige emotionale Verwirrung mit dem Cineasten auch. Er schweigt stille. Aus Gründen. Und ich rühre nichts mehr auf.

Gestern jedenfalls waren die Singles dann wieder in der Mehrheit. Was das soziale Leben temporär wieder um die legendären Samstagsdrinks erweitern dürfte. Gestern jedenfalls sprühten Limette und Kindl vor Tatendrang. Kann ich den beiden nicht verdenken. Besser "jetzt erst recht" mit guten Freundinnen als in die nächste Katastrophe zu geraten, solange die Seele noch bloß liegt. Bin ich selbst waidwund, tut es mir ja auch gut, solcherart "aufgefangen" zu werden. Und so hatten wir einen weinreichen und leckeren Abend mit guten Gesprächen und ich habe plötzlich Pläne an den nächsten beiden Wochenenden, die die Frage nach Dates abschließend beantworten mit "keine Zeit". Aber dafür sind Freundinnen da. Das Netz, wenn alles abstürzt. 

Auch ich habe dieses Netz in den letzten Jahren oft nutzen dürfen. Und es sind oft die einfachen Dinge, die dann so viel Halt geben - wie die Laufrunde am Fluss mit gutem Gespräch oder das spontane Glas Wein am Küchentisch an einem Wochentag oder der Freitagnachmittagkaffee im Bistro. Oder die Mail aus dem Süden von meiner Besten, die mir schreibt, dass sie mich vermisst.

Und nun muss ich mir Gedanken darüber machen, wo ich Geld hernehme ... (für mich) viel Geld. Das ich momentan nicht habe. Und ich weiß nicht, ob es gelingen kann, einen Zahlungsaufschub zu erreichen. Ich habe mich da wohl leicht verzockt. Keine Angst, nichts Unseriöses. Es geht nur um meine Fortbildungen für das nächste Jahr, für die ich gerade nicht nur überraschend schnell eine Anmeldebestätigung, sondern auch bereits eine Rechnung für die Anzahlung erhalten habe mit einer sehr kurzen Zahlungsfrist. Damit habe ich noch nicht so früh gerechnet. Und ich muss mir jetzt überlegen, ob ich das Programm eventuell etwas zusammenstreiche, weil ich eigentlich den September und Oktober nutzen wollte, um meine Finanzen zu konsolidieren. 

Mein einziges Klamottenshopping in dieser Woche war übrigens die Anschaffung von drei Strumpfhosen und zwei Leggings bei Charme und Anmut. Also preiswert. Aber dringend gebraucht für die bald bevorstehende Geschäftsreise zum Küchentreffen nach weitweitweg. Viel Geld ausgegeben habe ich trotzdem ... wegen des Taschengeldes für die Studienfahrt, die Blue am Wochenende unternimmt. Aber das ist halt ... mother's delight.

 

 

22.09.2014 um 22:49 Uhr

Einmal Recyclinghof, bitte!

von: Spring_Roll   Kategorie: Himmel auf dem Kopf

Musik: If I could change the world

Wo ist hier bitte die Umtauschkasse? Was heißt hier Kassenbon? Ich will umtauschen. Sofort. Gewährleistungsansprüche habe ich, jawoll! Weil dieser Tag nicht ist, was draufstand. Weil er einfach nur daneben ist ... was sagen Sie? Das sei mein Problem! 

Richtig... genau das isses. Denn ich kann ja dafür, dass unser örtliches Geldinstitut ncht funktionstüchtige und für den Kundenandrang zu wenige Geldbanditen platziert. Und auch dafür nicht, dass ebendieses Institut Neueröffnung feiert, den Banditencontainer abreißt und die Kunden wegen Feier nicht in die Halle lässt (und an Außenbanditen nicht dachte). 

Und ich kann auch nix dafür, dass ich heute nachmittag schnöde versetzt wurde. Von Semicheffe ... der im Tran zu ebendiesem Geldinstitut feiern ging, ohne daran zu denken, dass Kollegin aus Dessertküche plus ich plus komplizierte Sachverhalte auf ihn warteten. Die Dessert-Kollegin sogar eigens angereist während ihres Urlaubs!

Ich kann auch nix dafür, dass mein Magen momentan spinnt.

Verdammt, dieser gebrauchte Tag ... den habe ich ganz anders bestellt 

22.09.2014 um 08:58 Uhr

Konkurrenz für Herrn Lennon

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Urgent (Foreigner)

Allmählich mache ich ihm Konkurrenz, dem Herrn Lennon. Denn meine Pläne umschmeißen ... das kann ich derzeit unglaublich gut. Die von außen umgeworfenen Pläne bleiben allerdings in dieser Schilderung da, wo sie hingehören ... nämlich DRAUSSEN.

Da gab es nämlich diesen Mann ... mit dem ich vor einigen Wochen mal eine ganze Nacht telefonierte ... noch BEVOR der Cineast meine Gefühle kurzzeitig durcheinanderwirbelte und dann wieder in seine Baustellengemengelage zurückhuschte. Dieser Mann wollte mich unbedingt treffen. Leider ist er zeitlich nicht ganz ungebunden (hierfür Verständnis. Aus guten Gründen). Und so machten wir provisorisch etwas aus. Für vorletzte Woche Sonntag, noch ohne Uhrzeit und Treffpunkt. Dummerweise meldete er sich nicht bzw. nicht rechtzeitig und nicht auf die richtige Weise bei mir. Ich war längst im Fortbildungsstädtchen, als er über Festnetz einen meiner Söhne "erwischte" ... und die waren dann ja erstmal weg und sind scheinbar nicht in der Lage, Zettel zu schreiben. Wir trafen uns dann nicht, telefonierten aber wieder sehr angeregt. Er bat mich um ein Treffen am Samstag. Richtig: vorgestern. Und dann. Nichts mehr. Also bleibt draussen. 

Zweite Planänderung von außen war eigentlich von innen - mein Bauch, der gestern mittag kurzfristig beschloss, ein kuschliges Plätzchen in der Nähe gekachelter Räume zu bevorzugen. Und im Verein mit plätscherndem Regen und  einer zunehmend  regen "Brieffreundschaft" mit Obercheffe seit Samstag und diversen Anrufen/SMS des türkischen Wunders schien es dann angeraten, doch besser nicht zu jenem Stadtteilfest zu fahren, das das Münchner Kindl und die Limette im Blick hatten. Stattdessen Karamell satt und ein Verdauungsspaziergang durch den D*chungel. 

Klingt entspannt, gelle? War es auch. Bis genau 23.00 Uhr und zum Brummen einer SMS. Ich gucke drauf, fasse mir an den Kopf und rufe das türkische Wunder in weitweitweg an. Nur um festzustellen, dass die Nummer, deren Mittelziffern mir so bekannt vorkamen, nicht ihm gehörte und die SMS in stark verkürztem Englisch sich zwar auf irgendwelche Formulare bezog, aber eben nicht die, die das Wunder für Obercheffe erledigen sollte, sondern um die, die Frau Zee für ihr Visum brauchte. Zum Glück war es in weitweitweg erst Nachmittag ... und zum Doppelglück lachte das Wunder herzlich und berichtete zum ersten gemeinsamen Termin mit Obercheffe, der bereits die führenden Maitres vor Ort getroffen hatte. Herz hüpfte aus der Hose wieder hoch. Adrenalin wummerte ein letztes Mal und in no time war Frau Zees Problem behoben.

Mein neuer "Auftritt" als alte übergewichtige Frau mit Kopflast und Anspruch und Traum von Prince Charming scheint übrigens ein Schritt in die richtige Richtung zu sein. Mehr demnächst dazu.

21.09.2014 um 08:06 Uhr

Definitely: BÄH!

von: Spring_Roll   Kategorie: Morgenstund

Musik: Guten Morgen Sonnenschein!

Die Laufpläne mit der Tangoqueen sind gerade ertrunken. Es regnet sich seit Stunden ein. Zwar bin ich nicht böse, mich gleich noch einmal herumdrehen zu dürfen, doch Bewegung hätte gut getan.

Ein seltsames Wochenende ist das. Nicht nur wettertechnisch. Aus der weiten Ferne alle paar Stunden eine Nachricht von Obercheffe oder vom türkischen Energiewunder. Cheffe kriegt davon kaum etwas mit ... schaut wohl zu spät auf seine Buschtrommeln.Obercheffe erfüllt sich einen Traum ... schwimmen mit den Delfinen. Bloss dumm, dass das türkische Energiewunder die dreieckigen Flossen und die halbmondförmigen, mit spitzen Zahnreihen bewährten Mäuler im Bassin sieht ... Obercheffe (noch) nicht. Der schwimmt mit den Delfinen ... und der große Weiße ist nur noch ein kleines Stückchen hinter ihm. Am Beckenrand stehen die Gaffer ... und warten nur darauf, die Haie anzuködern. Per Webcam sehe ich zu ... aka das türkische Wunder hält mich auf dem Laufenden. Tun kann ich nichts. Nur hoffen, dass die Schwimmrunde einigermaßen glimpflich verläuft.

Hier zuhause läuft derwel das Video "Friedliche Welt". Gestern Tee mit Tangoqueen, frisch (ich dachte DAS passiert nur Teenies?) per SMS (!) getrennt wordener Limette und später auch der Perfektionistin. Happy Hour mit Perfektionistin im Kaufhaus. Aperitif in der Weinabteilung ergattert - was hatte ich schon für denkwürdige Abende in dieser Abteilung! Gestern war's ein leckerer Aperitif ohne soziale Beigabe. Aber letzteres bekommen wir dann nächste Woche ... beim Weinhändler, dem die Frauen vertrauen. Und für gestern hatten wir sowieso dann ein anderes Vorhaben ... das Einkochen eines großen Topfs Zwiebeln in Rotwein, Zucker und einem Hauch Balsamico ... Confiture d'onions ... genial zu Ente oder Käse (für Veganer: taugt auch zu Brot pur).

Heute morgen jedenfalls hatten meine Haare ein wirklich exquisites Zwiebelaroma und ich musste mich sputen, einigermaßen pünktlich zu meiner Kulturdosis zu gelangen. NICHT, denn ich war verpeilt genug, eine Stunde zu früh aufzulaufen und dann zu merken, dass in der Geldbörse noch stolze 9 Euro waren. Zweite Regendusche und Eisdusche gleich hinterher - der einarmige Bandit meines Geldinstituts liess sich nicht becircen, einen Gewinn auszuwerfen. Kartenschlitz mit Kloß im Hals sozusagen. Persönlich durfte ich es auch nicht nehmen - einem Jüngling und einem Rentner verweigerte der Bandit ebenfalls die finanzielle Labung.

Vielleicht auch ganz gut so. Wenn ich wenig Geld in der Tasche habe, gebe ich auch weniger aus. Gestern mein Lebensmitteleinkauf, eine Flasche Sekt zum Verschenken, 15 Euro im Teehaus (inklusive Tee für daheim). Vorgestern 25 Euro beim Chilenischen Abend. Meine Achillesferse ist nicht teures Ausgehen - meine sind Klamotten. Und das neue Shirt, das ich heute trage, ist Teil des Geburtstagsgutscheins von den Mädels. Immer noch 10 Euro sind übrig.

Der Kunst-Kickoff aka Vernissage war jedenfalls sehenswert - eine koreanische Künstlerin und ein niederländischer Künstler. Nur Frau Kuratorin war mir zu ... abgehoben. Die Leidenschaft, die die Kunstwerke atmeten, ging bei ihr in einem Sumpf von Fachbegriffen und unpassenden Vergleichen unter. Spannend auch das Publikum. Ein Aufriss des Bildungsbürgertums über 60. Der Gegenpol einige sehr junge Leute. Aber meine Generation? So gut wie nicht vertreten! 

Und nun ... schiebe ich gerade alle Pläne weit von mir und überlasse mich karamelliger Trägheit in Bild und Tee. Come to the dark side - we've got chocolate cake! Eigentlich sollte ich jetzt zu einem Stadtfest fahren. Allein ... ich habe keine Lust. Keine Lethargie. Nur wohlige Trägheit. Mein Tempo brauche ich ab morgen wieder ...

 

20.09.2014 um 09:46 Uhr

Kundengerechte Ansprache

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Irgendwas aus der Rocky Horror Picture Show

Nach einer Nacht erholsamen Schlafes habe ich mir mein gut geschriebenes, aussagekräftiges Statement angesehen. Und mir überlegt, wo die Zielgruppe dafür sein könnte. Gar nicht, war die Antwort. Denn die Männer, die wirklich darauf "anspringen" und sich darin zu einem großen Teil wiederfinden, sind solche, die bereits in einer Beziehung sind. Sämtlich. Die anderen stellen erst im Kontakt fest, dass sie ganz andere Prioritäten haben. Und damit sind sie nicht meine Zielgruppe.

Bleibt die Frage, was ich will. Und deshalb habe ich heute viele Angaben gelöscht und meinen Intro-Text auf zwei Sätze zusammengedampft. Die reine Wahrheit: Übergewichtige Intelligenzbestie sucht Traumprinzen. 

Mal sehen, was das bewirkt ... ich sehe es als eine Art Versuchsanordnung ...

Und die erste Resonanz kam - wie nicht viel anders erwartet - aus der Zombie-Ecke. Der Lonely Rider, der (post hier von Mai 2012) "zum Mobilar meines Postfachs, aber nie zu meinem Leben" gehörte und diesen Zustand gerne wieder aufnehmen bzw. verbessern würde, äußerte sich enthusiastisch, das sei so passend und gut ... und mein altes Statement (wie ich fand, aussagekräftig und gut geschrieben) sei "überladen" gewesen. Der Lonely Rider gehört zu Gruppe 2. Grundsätzlich andere Lebensprioritäten. Und ich fand seine Stimme bei unserem einzigen Telefonat vor über zwei Jahren irgendwie "knödelig". Trotzdem habe ich nicht ungern mit ihm geschrieben. Aber sein Leben wäre für mich ein Käfig gewesen (Schaffehäuslebaue). Und ... wie gesagt, ich fühlte mich nie zu ihm als Mann hingezogen.

Gut ... firmiere ich also künftig als alte Dicke. Passt toll. Selbstironie hilft. Hoffentlich.

Zurzeit sind meine Blogeinträge "Work in progress" ... ich schreibe ein bisschen. Logge mich aus. Denke nach. Erlebe Neues. Schreibe im alten Eintrag weiter, statt zwei bis drei Einträge am Tag zu generieren.

Die gute Nachricht des Wochenendes soll auch ihren Platz finden:

Die wunderbare Carol Zee kommt wieder her! Nächstes Wochenende!  Und sie bringt hoffentlich in ihrem großen Koffer ein paar hübsche Präsente aus ihrer Herbstkollektion mit. Hat sie jedenfalls versprochen. Und diesmal wird sie sich auch erkundigen, wie sie ihre Mode eventuell nach Deutschland exportieren könnte. Wird höchste Zeit dafür! Denn die Teile, die Glamour Girl nach Heimataufenthalten herzeigen kann, sind einfach nur genial ... und stehen fast jeder Frau von Größe 32 (die schottische Handyelster) bis 44 (Tangoqueen und ich). Gestern schrieb ich DEN Brief (damit das Konsulat meine Freude über ihren Besuch teilt und ein Visum ausstellt) und je nach Verbindungen ist sie dann nächsten Freitag da. Für über eine Woche wahrscheinlich. Und ich werde mir etwas "bestellen" bei ihr. Noch so einen tollen Mantel wie den, den sie mir vor einem Jahr mitbrachte. Aus weichem, dickem Jersey, knielang und knallrot. Ein absolutes Basisteil. Genial über Kleidern oder statt Blazer zu Hosen. I love!

 

 

 

19.09.2014 um 14:38 Uhr

Der gute Mensch kommt aus der Wildnis?

von: Spring_Roll   Kategorie: Seelische Gärung

Musik: Song for America (Kansas)

Die französische Romantik spricht vom edlen Wilden. Vom Adel des Unverfälschten. In dessen Namen wurde überall in Europa künstliche Wildnis geschaffen. Mit Felsen und Tempelchen. Und der Natur- und Denkmalschutz verdankt der Romantik seine Wurzeln. Die großen Reisenden der Literatur und Kunst verewigten das Gefühl von Wild und Ursprünglich.

Doch Wildnis ist nicht edel. Wildnis hat auch ihre dunklen Seiten von Fressen und Gefressen werden, von überfließender Fruchtbarkeit und faulem Verfall. Auf dem gestürzten Baumriesen wuchern Pilze und Moose. Das verwesende Wiesel ist Lebensraum für ein Volk von Maden und Nahrung für den Ameisenbau.

Wildnis ist nicht edel. Sie ist ... sie selbst.

Mein Blog ist meine innere Wildnis. Wachsen, gedeihen, sterben und verfaulen. Nicht schön und nicht häßlich. Einfach ich. Nichts was da wächst oder lebt, gehört nicht zu mir. Und deshalb hat es seine Berechtigung hier, in diesem geschützten Raum des Blogs. Hier lasse ich Gefühle, Meinungen ... auch Urteile ... heraus. Hier bin ich Schrift, hier darf ich sein. Alles, was ich hier schreibe, ist Ton, aus dem ich Entwicklung forme. Meine Umwelt trifft nur auf die gefilterte Variante. Aber hier ... erlaube ich mir auch, die giftigen und fleischfressenden Pflanzen wachsen zu lassen, die mein ich genauso bevölkern wie die sommerlichen Wiesenblumen.

Mir ist gerade nach dieser Seite von mir ... Gärung.

19.09.2014 um 09:21 Uhr

Angriff oder Flucht?

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Mr. Bombastic

Es gibt Allergien, die machen keine Pusteln. Sondern ein Loch im Bauch oder einen Kloss im Hals. Oder einfach ein Gefühl der Leere und Überdrüssigkeit. Und die Orientierungslosigkeit angesichts des Problems, den allergenen Stoff oder Zustand irgendwie durch wohltuenderes zu substituieren. 

Ich heisse Rolle und ich bin D*chungel-intolerant.

Mit diesem Satz betrete ich die innere Selbsthilfegruppe.

Was ist geschehen? Nichts weltbewegendes. Nur ... ich bin älter geworden. Und mit der einen, kleinen Zahl brach die Kontaktbereitschaft männlicher Bewohner komplett ab. Wie wird es erst sein, wenn nächstes Jahr die böse, böse Halbhundertzahl da steht? Würde ich dann mit Teer und Federn zum Waldrand getrieben? 

Momentan schreiben mir drei bis vier Menschen. Zwei davon können mir aber auch auf anderen Wegen schreiben. Einer davon ist der Cineast - und dass das fatal ist, kam ja in den letzten Tagen deutlich zum Ausdruck. Die anderen beiden sind "Nullnummern". Der eine will nur plaudern, weil verheiratet und für mich uninteresant. Der andere ist ein Zombie. Gerade wieder inkarniert, schon in seiner ersten Inkarnation für mich ein "der nie" und trotzdem damals irgendwie in einen längeren Mailkontakt gerutscht. Den will ich aber nicht mehr aufleben lassen, denn auch zwei Jahre Schreibpause ändern nichts an meinem Nicht-Wollen.

Eigentlich bin ich gerade in der Stimmung, mich mit einer nonchalanten Geste zu verabschieden aus dem Affenzirkus. Wenn da nicht die Frage wäre, was ich dann mit meinem Aktivitätsbedürfnis anfange. Dem Bedürfnis, ETWAS zu tun gegen die Männerlosigkeit. Wobei ich die Männerlosigkeit inzwischen relativiere. Nicht Mann um jeden Preis. Was bringt mir das Etikett "Beziehung", wenn ich mich zu Tode langweile oder nur Fremdprobleme wälzen darf in meiner kostbaren, weil knappen Freizeit?

Ist es vermessen, von einer Beziehung (in der Anfangsphase) vor allem Unterhaltungswert zu erwarten? Nicht in dem Sinne, dass mich jemand "bespassen" muss, sondern das beiderseitige Interesse, gemeinsam das Leben anregend und aufregend zu gestalten. Mit einer Couch Potato langweile ich mich. Definitiv. Ein paar "Hummeln im Hintern" sollte ein Mann schon haben, um mich zu reizen. Denn schließlich habe ich ja bereits ein abwechslungsreiches Leben ... dieses Niveau möchte ich mit einem Partner zumindest halten. 

Und noch ein Wort zu Körpermaßen. Nochmal nachdenkend, kann ich keinem Mann einen Vorwurf machen, keine dicke Frau zu wollen. Ich will ja schließlich auch keinen kleinen Mann. Aus Gründen. Zum einen fühle ich mich körperlich unwohl, wenn der Versuch, einen Arm um meine Schulter zu legen, mich zum Verbiegen im wörtlichen Sinne zwingt. Zum zweiten habe ich bei gleich großen (mit Absätzen 1,80) und kleineren Männern, insbesondere, wenn sie eher schmal sind, das Gefühl "gleich zerbreche ich ihn". Körperliches Wohlfühlen hängt bei mir mit Höhe, Proportion und Stärke zusammen. Drittens habe ich schon oft mit kleinen Männern zusammengearbeitet. Und fand die meisten von ihnen eher "giftig". Eine Ausnahme gibt es ... das türkische Energiewunder. Der geht mir bis zur Schulter und ich lieb ihn strahlenförmig. Ist aber eine reine Arbeits-Liebe.Ich liebe seine Energie und seine Ideen. Dafür könnte er meinetwegen auch lila und mit Tentakeln bewährt sein. Aber ein potenziell auch körperlicher Partner ... der muss für mich auch körperlich "Substanz" haben. Geistig ja sowieso. 

Woran ich kluge Leute erkenne? Es ist einfach ... höre ich nur lange genug zu, scheidet sich die Spreu vom Weizen. Das geht sogar schriftlich. Knapp bleiben, aber Hürden stellen. Freundliche kurze Aussagen, ab und an ein komplexerer Sachverhalt hübsch in schlichte Worte verpackt. Beim dritten oder vierten "Teaser" wird es still im Postfach, wenn er nicht "mitgehen" kann. Sprache wechseln hilft auch gelegentlich (insbesondere, wenn die entsprechende Sprache als besonderes Talent des Herren beworben wurde). Drei Sätze Umgangssprache ... bye bye polyglottes Image.

Bin ich ein Aas? Yepp ... leider ja momentan.  Und es fühlt sich eigentlich nicht schlecht an. 

 

 

 

 

18.09.2014 um 08:43 Uhr

Alles banal

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Here comes the rain again (Eurythmics)

Endlich Regen. Nicht, weil ich ihn so mögen würde. Sondern weil sich hier am Zellophanfluss in den letzten Tagen eine Wolke schwüler Hitze auf Land und Menschen legte. Sie erschöpft, macht reizbar und müde, diese Wolke. Konzentration fällt schwer. Und die Nebenwirkungen solchen Wetters sind viele. Mein "Favorit": Jucken unter Feinstrumpfhosen ...

Aber jetzt ... eine Stunde lang rauschte und plätschert es vor meinem Fenster schon. Leider beschränkte sich das Plätschern heute früh nicht auf den Regen. Um 6.15 tat es einen Krach und in der Küche stand Blue in einer Aper*llaache. Super ... er hatte die Flasche bei schlaftrunkenen Angeln nach Mineralwasser aus dem Schrank gekegelt und schimpfte auch noch wie ein Rohrspatz, dass sie dort gestanden hatte. Ich schlief noch. Und ich affirmierte das, während ich vor Müdigkeit heulend das süße Zeug und die Scherben wegwischte ... Blue musste ja zur Schule und den stündlich fahrenden Schnellbuss nach Kaff erwischen. Als ich fertig war, war ich wach. Und grantig. Mit welchem Fuß ich aufstand? Keine Ahnung. Aber jetzt stehe ich den ganzen Tag einbeinig auf links. Und habe auch noch Küchentermin heute abend. In dieser Woche jeden Abend. Ich bin gerade unendlich müde.

Der Cineast hat die Männerstrategie gewählt. Er schweigt seit vorgestern. Gut. Soll er tun. ER war derjenige, der sich meine Freundschaft wünschte, auch wenn mehr nicht geht. Dann ist ER auch derjenige, der diese Freundschaft pflegen muss. Ich tu's nicht mehr. Denn ich bin ja frei, alles zu tun und zu nehmen. ER nicht. Die Freiheit ist natürlich eine theoretische - ich könnte, würde mir denn mal ein mich im gleichen Maße interessierender wirklicher Single über den Weg laufen. Einer wollte mich treffen - und wahrscheinlich werde ich ihm absagen. Denn er pflegt den Kontakt nicht. Fast zwei Wochen Schweigen machen mich nicht begierig darauf, ihn jetzt anzumailen und zu fragen, wann und wo wir uns denn nun treffen. Und wenn er bis heute abend nicht mit einem konkreten Vorschlag überkommt, dann sage ich einer Bekannten für ein Event zu und ihm ab, sollte er sich kurzfristiger melden. Tut er das nicht, habe ich eh meine Antwort. Auch er ein potenzieller M*ndf*ck. Intelligent und kommunikativ. Aber nicht um mich bemüht. Und das ist Grundvoraussetzung.

Dieses Wochenende werde ich mir vollpacken mit Terminen und Aktivitäten, die Freude machen. Angefangen mit einem südamerikanischen Abend morgen abend mit der Tangoqueen und dem Münchner Kindl. Ich werde einen Trödelmarkt besuchen, abends ausgehen und Sonntags Sport machen. Klingt doch nach einem Plan, gelle? Ein Grübel- und Karamellwochenende ist genug - jedenfalls für einen Mann, der innerlich wie äußerlich nicht frei ist für mich.

Das vergangene Kalenderjahr war eine Metamorphose. Eine Häutung. September ... mein Geburtsmonat und der Monat von Erneuerung und Kurswechsel.

Ich bin froh und glücklich und ein bisschen stolz auf das, was ich geschafft habe in diesem Jahr ... den Umzug, eine Gesundheitsbaustelle, eine Beziehung ohne schädliche Muster (auch wenn die Liebe nicht reichte), mehr Selbstvertrauen und Selbstliebe ... und eine zunehmende Besinnung auf die, die ich wirklich bin. Kleidungsstil ist dafür nur ein Ausdruck, aber auch die rot-schwarz-Entscheidung war ein Meilenstein und die Suffizienzüberlegungen sind Schritte in die richtige Richtung. Ich übernehme mehr Verantwortung für mich selbst als früher. Und das ist wichtig. Und ich habe gelernt, mich stärker abzugrenzen.

Was bringt das nächste Jahr? Werde ich mich weiter häuten? Oder ist dieser emotional so turbulente September das Finale des Spektakels und es kehrt Ruhe ein?

Im D*chungel jedenfalls ist es totenstill. Die Geister streifen zwischen den Urwaldriesen hin und her. Ab und an ein Kreischen aus der Ferne. Doch zu sehen ist nichts. Die armen Seelen hocken heulend in ihren Baumhäusern in den Wipfeln, deren Strickleitern längst verrotteten. Vor den wenigen Hütten am Boden oder auf den ersten Ästen drängeln sich die Predatoren und Fährtensucher. Oft reicht ihnen ein Blick durch das Fenster. Aber es wird gedrängelt. Wenn ich meine Hütte im mittleren Baumteil betrachte, finde ich sie eigentlich ganz hübsch. Hoch genug für Niveau, trotzdem eigentlich erreichbar. Aber die Leiter macht mir Sorgen. Die fault langsam durch. Und ich werde zur armen Seele. Oder noch schlimmer: zum schwerelosen Zombie.Ich will das nicht. Mag nicht im D*chungel umherstreifen in dieser Leere. Mag mich an einen Cafetisch setzen und zwanglos mit jemandem ins Gespräch kommen. Oder in Abendlaune tanzend einen Scherz auffangen. Mag flirten mit den Augen statt mit Buchstaben. Aber wo? Und mit wem? Der D*chungel ist ein Türöffner. Aber ich glaube, ich vergesse langsam den Türcode. Oder hat ihn jemand geändert?

Ich bin grüblerisch. Immer ein Zeichen für Veränderung. Gut so. 

 

 

17.09.2014 um 16:42 Uhr

In sechs Jahren bin ich ... wasauchimmer

von: Spring_Roll   Kategorie: Rolle 2.0

Musik: Somewhere over the rainbow

Das Hier und Jetzt ist eine Bitch. Es schickt mir Pole. Ganz heiß, ganz kalt. Klebrig nah oder weitweitweg mit Sehnsucht. Quälerei oder Fett, Schwielen arbeiten oder Finanzruin.

Also muss die Zukunft her. Eine strahlende Zukunft, die ich für mich mit leuchtenden Augen affirmiere.

Der Blog, in dem ich die H4-Sparfuxerei fand, ist eigentlich ein Blog, der um einen anderen Blick auf Dicksein wirbt. Die Autorin wirbt nicht nur um ihre eigene Selbstakzeptanz. Das wäre auch ein alter Hut und bereichert so manche krankenkassenfinanzierte Maßnahme und diverseste Selbsthilfegruppen gescheiterter Diätlerinnen. Ich darf das sagen. Mein BMI ist selbst da, wo ihn die Krankenkasse blöd findet. Wobei ich den BMI blöd finde, denn Muskeln wiegen mehr als Fett. Und der/die eine hat halt auch genetisch etwas anderes mitbekommen als der/die nächste.

Sie befasst sich vor allem mit Dicksein im Fremdbild. Die vielen gut gemeinten Abnehm-Tipps und Ermutigungen. Die erstaunten Bemerkungen, wenn jemand nach einer Abnahme plötzlich sieht, was frau für ein toller Mensch ist. Ich habe mal jemanden ziemlich angepampt dafür. Und ihm gesagt, dass ich meinen Humor und meine Eloquenz auch mit 20 kg mehr hatte und kein anderer Mensch bin durch Gewichtsabnahme. Das Gewicht ist übrigens wieder drauf. Diäten und Jojo, sag ich nur.

Das wichtigere Fremdbild ist aber die Ausgrenzung. Und die findet in den Weiten des digitalen Netzes eine gar herrliche Spielwiese. Männer, die mich live auf einer Party vielleicht sogar anflirten würden, bestellen im Netz die Frauen grammweise. Die Bloggerin hat sich zum Zwecke des Egostreichelns sogar mal dort getummelt, wo Männer explizit nach kurvigeren Frauen suchen. Aber dort suchen sie eben nur für einen Kick oftmals ... und ich möchte nicht auf meine Figur reduziert werden. Weder im Großen noch im Kleinen. Was wäre denn, wenn ich plötzlich schlank wäre? Würde er mich dann verlassen? Oder aufpäppeln wollen?

Ich bekomme nicht gerade viel Aufmerksamkeit auf diesem Weg. Und grantle deswegen öfter mal. Und wenn ich dann mal welche bekomme, will ich denjenigen nicht. Wie den Mann, der mir begeistert schrieb und in der zweiten Mail seine sämtlichen Klardaten übermittelte - und dann pampig wurde, als ich anmerkte, dass mir das a) zu schnell sei und zu druckvoll und b) sein Wohnort im ländlichen Raum mir wenig erstrebenswert erschiene. Ich meine ... ich mag das Landleben wirklich nicht. Ich schlafe nicht gut, wenn es zu ruhig ist, ich langweile mich ohne Stadt zu Tode und ich mag mein Wochenende nicht mit viermal Umsteigen pro Strecke verbringen. Das ist mir zu nervig und das passt nicht in mein Leben. Selbst mit dem tollsten Mann nicht (wobei ich nicht weiß, ob dieser Mann überhaupt toll wäre ... er kam so furchtbar bedürftig rüber). Aber ... Punkt für ihn ... er fand mich gut. Dummerweise aber keiner von denen, die ich gut fand. Die fanden mich ... zu klug oder zu dick. Da wären wir wieder beim Thema.

Eine Diät mache ich in diesem Leben nicht mehr. Und solange Blue und Wirbel bei mir wohnen, ist auch Ernährungsumstellung nicht drin. Weil die beiden so viel und so schnell essen, dass ich eigentlich in jeder freien Minute mit Beschaffung und Zubereitung von Nahrung befasst bin. Und das ist a) verdammt anstrengend und b) dafür verantwortlich, dass mein Kühlschrank oft Dinge enthält, die ich gar nicht essen will und aus Zeitmangel dann doch esse.

Mein Kleiderschrank enthält inzwischen 95 Prozent gute, schöne, passende Kleidung. Ich sortiere rigoros aus. Größe 44 ist ok. Da will ich bleiben. Und zu mir stehen. Weil die Bitch Hier und Jetzt die einzige Zeit ist, die ich gerade habe.

Nur was tue ich mit der Single-Frage. Dasselbe wie jene andere Bloggerin. Nämlich nix zielgerichtetes. Bezahlte D*chungel sind genauso bescheiden wie ihre kostenlosen Alternativen. Alter und Fett ... eine fatale Kombi. "Da musse nehmen wasse krichs" scheint die gängige Meinung zu sein. Denn mit meiner Kleidergröße 44 ist Humor, IQ und Charakter so was von egal. Außer denen, die gerade diese Größe attraktiv finden - aber die schämen sich meist dafür, suchen als Partnerin eine Schlanke und die Dicke ist quasi "Ware unter dem Ladentisch". Sarkastisch? Yepp. Aber öfter mal erlebt und sich dann nicht zur Ware gemacht.

Und wie sieht meine strahlende Zukunft aus? Das Jetzt ist ja eine Bitch, wie ich bereits sagte ... also wie nun, Frau Rolle?

Meine strahlende Zukunft ist Selbstbestimmung. Mehr und mehr. Erwachsene Kinder und irgendwann der erstaunte Blick in eine Wohnung, in der ich alleine lebe. Einen Kühlschrank, in dem nur ist, was ich bewusst hineinlege. Eine Zeitplanung, die keine Klammern hat (ok, ausser der Küche). Einen Kalender, den ich komplett frei füllen kann. Und dann ... lebe ich intuitiv.

Das bringt mir keinen Partner ... aber es bringt mich zu mir.

Manchmal, wenn es gerade wieder ein Spagat ist zwischen Wünschen und Sehnsüchten und Realität, zwischen Pflichten zuhause und dem Wunsch, ganz im Job aufzugehen ... dann male ich mir meine Zukunft aus. Wie ein Esel laufe ich ihr hinterher, der die Möhre sieht. Früher war es schlimmer das zu tun. Früher. In Dorf. Heute bin ich gar nicht so weit entfernt von meiner Zukunft.

Vielleicht bin ich sogar schon fast da. Aber innen eben noch nicht. Und deshalb werde ich mich darauf besinnen, wer und wie ich sein will. Und heute ist das die Diva. Egal ob ich Größe 44 trage - heute morgen radelte ich im Kleid zum Küchentreffen und in hohen Schuhen. Selbstbewusst und mich schön findend, egal ob das andere tun. Und ich hatte Erfolgserlebnisse - nicht der flirtigen Art, aber der kommunikativen. Das pusht mich. Und davon will ich mehr.

Kleider tragen ist nur das äußere Zeichen ... ich häute mich gerade. Von Zwängen und Bedürftigkeiten. Es wird ein bisschen dauern ... aber ich bin auf dem Weg.

JETZT ... du Bitch!

 

16.09.2014 um 09:14 Uhr

Da brat mir doch einer ... einen Burger!

von: Spring_Roll   Kategorie: Genuss on a Budget

Musik: Carbonara (Spliff)

Mal kein Männer-Content heute ... Chipstüten können sogar im doppelten Sinne im Schrank bleiben!

Gestern abend las ich "anderswo" den Blog einer "dicken Dame". Sie schreibt wunderbar, die dicke Dame. Und wenn ich mir die Bilder anschaue, ist sie eine Schönheit. Aber sie kämpft den Kampf gegen die Wahrnehmung ihres "dicken Ich" ... die eigene und die fremde. Wie es "ausgeht" und wie sie sich heute fühlt, weiß ich noch nicht ... ich bin erst ein kleines Stück spazierengegangen auf ihrem "Süßigkeitenstrand".

Und irgendwo im Jahr 2012 fand ich dann den Artikel, der mich zum Nachdenken brachte, den über den (gescheiterten) Selbstversuch, mit dem Hartz IV-Budget für Lebensmittel einen Monat zu überstehen.Ich fragte mich plötzlich, was daran so schwierig ist. Ok, ich habe zwei fast erwachsene Söhne, die als Erwachsene zählen dürften. Also wäre mein Budget wohl nicht 130, sondern 390. Gehen wir mal von dieser Zahl aus. Und es interessiert mich doch sehr, ob ich mich jetzt gerade gigantisch selbst veräpple oder ob mein aus tiefster Brust empörtes "Das geht doch locker!" auch zutrifft.

Ich koche fast jeden Abend frisch. Und ich denke, auch abwechslungsreich und gesund. Meine Jungs bekommen frisches Brot und Obst mit zur Schule. Wir trinken hauptsächlich Wasser (ich Leitung, die Jungs mit Sprudel) und Tee. Meine Tassimo-Maschine ist selten im Einsatz, also verbrauche ich maximal für 7.50 Kaffee im Monat. Eingekauft wird meist beim Discounter um die Ecke oder auf dem Markt, seltener im normalen Supermarkt (wenn ich etwas beim Discounter nicht bekomme) oder mal frischer Koriander im Asien-Laden.

Am Samstag habe ich für 28 Euro eingekauft, gestern noch mal für 15 Euro. Davon habe ich aber beileibe noch nicht alles verbraucht. Und für mehrere Tage vorgekocht. Gestern gab es bei uns Hähnchengeschnetzeltes mit Pilzen und Reis ... zwei Portionen gingen gestern weg, weitere vier sind für die nächsten Tage (Sohn 2 und ich brauchen mittags Essen), darüber hinaus eine Pfanne Bolognese vorgekocht - zwei Mahlzeiten für die Söhne mit Gnocchi oder Spaghetti und eine Portion für die Tiefkühlung. Im Gemüsefach liegt Salat, den ich gleich noch waschen werde. Sauce mische ich immer selbst aus Essig, Öl, saurer Sahne ... würzen und fertig. Morgen abend haben die Söhne nochmal Hühnchen ... und Donnerstag gibt es eine Ofenpfanne - Kartoffeln und Gemüse im Ofen mit Rosmarin gebacken .... lecker und gesund! Freitag können sie dann selbst Pizza belegen oder Spätzle mit Eiern braten - dazu wieder Salat. Gesund und ausgewogen. Wir haben immer Joghurt im Kühlschrank, Äpfel in der Schale und frische Bananen ... die kaufe ich kurz vor Feierabend auf dem Markt ... da gibt es auch mal eine Tüte voll für einen Euro. Und was weich wird, wird Bananenbrot oder ein Crumble-Dessert. An Süßkram habe ich meist Müsliriegel da und Schokocroissants, die meine Jungs gerne essen. 

Ich bin nicht vorbildlich ... aber ich denke, dass ich mit einem Budget von ca. 70 Euro pro Woche prima drei Leute ernähren kann. Selbst von 50 würde es klappen, ohne dass wir auf gesunde Mahlzeiten verzichten müssten. Selbst bei der 70-Variante blieben 110 Euro für Extras, bei der 50 Version sogar 190, wenn wir vier Wochen rechnen. 

Aber, bevor das hier zu großspurig klingt ... ich werde (ohne das haarklein zu dokumentieren) im nächsten Monat mal ein bisschen mehr auf meinen Lebensmittelkonsum außer Haus achten. Nicht, dass ich hier einfach den Mund zu voll nehme. Denn ich lebe nun einmal nicht von Hartz IV (wie die Autorin des anderen Blogs eben auch nicht) und es kann sein, dass ich Dinge unter den Tisch fallen lasse und mir selbst etwas vormache. Ich weiß ja, dass einige hier die Hartz IV Erfahrung schon machen mussten ... deshalb die Bitte, mir - gerne per vertraulicher PM - mal ein Feedback zu geben.

Vielleicht führe ich auch mal Tagebuch .... aber nicht im Blog ..... da kommt nur die Erkenntnis hinein.

Bleiben Sie dran, wenn Frau Rolle sich selbst der Hochstapelei überführt ... 

15.09.2014 um 11:06 Uhr

Reklamation an das Universum

Musik: Catch my fall (Billy Idol)

Guten Morgen ... Universum,

es ist mal wieder Zeit für einen Brief. Für eine Positionsbestimmung. Ohne Betulichkeit und Gejammer, aber mit nötigen Schnitten überall dort, wo gerade „wildes Fleisch“ in Gefühlen und Sichtweisen zu wuchern beginnt.

 

Ich glaube, es liegt an mir. Daran, dass ich meine eigenen Wünsche und Erwartungen erstens nicht klar genug eingrenze und zweitens in manchem den Wünschen und Erwartungen von Mehrheiten nicht entspreche. Die Minderheiten sind mir lieber – keine Frage! – aber die Tatsache, ein „Nischenprodukt“ zu sein, vermindert die Chance auf Konnektivität doch erheblich. Und hier, liebes Universum, möchte ich deine Allgemeinen Geschäftsbedingungen doch gerade mal im Kern infrage stellen. Diese Wucherungen standen nicht auf dem Beipackzettel!

 

Wo wuchert es gerade? Leider auf meiner Seelenhaut. An einigen Stellen verhornt, an anderen dünn wie ein Schmetterlingsflügel. Dummerweise treffen die Außenimpulse immer an ungeeigneter Stelle auf. Ernsthaft an mir interessierte Menschen prallen an der Hornhaut ab. Wer mich zurückweisen, verletzen oder mir Nähe geben und direkt wieder entziehen will, trifft auf die dünnsten Membranen, die bei Berührung zerschmelzen. Das schlägt Wunden, die vernarben und verhornen. Die Hornhaut platzt ... und wieder offene Stellen. Ein Kreislauf.

Und manchmal prallt etwas Negatives so heftig auf, dass alte Hornhaut aufplatzt und alte Wunden wieder eitern. Das Leben ist eine Bitch ... und nutzt diese Verletzlichkeit um noch einen obendraufzusetzen. Die zarteste Berührung wie ein Flügelschlag streichelnd ... und vergangen im Sekundenbruchteil eines solchen. Allein die Erinnerung an einen solchen Flügelschlag löst Sehnsucht aus, die kaum zu stillen ist, wenn ringsherum nur Leere und Feindseeligkeit herrschen.

 

Wovon spricht sie da gerade? Nein, ich bin nicht allein auf dieser Welt. Ich habe eine Familie und ich habe Freunde. Aber die Seele ist nicht objektiv. Die stellt dieser positiven und wärmenden Tatsache ein einziges großes Vermissen gegenüber: Ich habe keinen Partner. Und als eine von denen, die das nicht einfach akzeptieren und sich ein kuschliges Single-Leben einrichten kann, suche ich aktiv nach dem Mann, mit dem das anders werden könnte. Da isser wieder: der Konjunktiv! Bisher dachte ich eigentlich, der D*chungel sei eine gute Art und Weise, das zu tun. Zumal ich dieser Art der Begegnung durchaus auch Freundschaften verdanke. Doch mehr und mehr merke ich, dass ich „ausgelistet“ werde. Nicht mit Standard-Verabschiedungsmails, sondern mit Nichtbeachtung. Mein Alter ist der Grund. Meine Figur, die eben nicht unter schlank, sondern unter kräftig fällt. Meine Kinder (ok, die weniger, je erwachsener sie werden). Auf der anderen Seite liste auch ich aus. Die viel zu Alten, die viel zu Kleinen und die viel zu Dummen (hier ist weiblicher Intellekt ein echtes Handicap ... dumm wäre die Auswahl viel, viel größer!). Und ich liste den ländlichen Raum aus. Weil dort nicht wohl fühlend.

 

Jammern und selbst nicht alles nehmen, was kommt? Ganz schön anspruchsvoll, Frau Rolle? Leider ja. Und im Moment etwas ratlos, was ich noch tun könnte. Ich will ja eben nicht jeden, sondern den Richtigen.

 

Der Cineast ist nicht der Richtige. Er hätte es mal sein können. Oder könnte es in einer alternativen Realität sein. Aber jetzt und hier: ist er es nicht.

 

Der Alleine-Allergieschub ist erst einmal unter Kontrolle. Und wird so schnell nicht wieder auftreten – hiergegen helfen Pläne und Aktivismus, viel unternehmen und keine Grübelabende zuhause.

 

Aber ich weiß: Eigentlich müsste ich der Seele mal Ruhe lassen. Dick Hornhautcreme drauf. Einwirken lassen. Heilen lassen. Bis da wieder gleichmäßige, neue Haut ist. Dünn genug, um Gutes zu fühlen. Dick genug, um nicht unnötig verletzt zu werden.

 

Ruhe bewahren fällt mir schwer. Fiel es immer schon. Und im D*chungel? Wird es vielleicht bald Zeit für die nächste Inkarnation ... oder für die Erkenntnis, dass ich dort nur zur armen Seele oder zur Predatorin mutieren kann ... und vielleicht besser neue Wege gehen sollte. 

 

Liebes Universum, heute wünsche ich mir nur eine einzige Sache: innere Gelassenheit, um auch als Nischenprodukt entspannt auf mögliche "Käufer" zu warten.

15.09.2014 um 08:11 Uhr

You can't fix Cupid?

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Always look at the bright side of life (Monthy Python)

Bauernweisheiten haben was. Definitiv. So was wie:

Die Zeit heilt alle Wunden. Einfach mal eine Nacht drüber schlafen. Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung (ehm, das war Eric Malpass, kein Bauer). There's nothing a cup of tea can't fix. 

Ich habe dann mal alles zusammen angewendet und mit reichlich Karamell übergossen: Kerzen, Törtchen. Tee und Film. Plus Gedankenklärmittel Numero Uno: Walking am Ufer des Zellophanflusses .... reichlich davon. Und meinen inneren Club eingehend konsultiert. Mit wenig überraschendem Ergebnis. 

Es war Ms. Need, die an diesem Wochenende das Seelchen so hochgepusht hatte, dass das verhuschte kleine Ding zur Kampf-Latina mutierte. Gottseidank gebremst von der Ratio-Koalition. Die Latinas hatten von der ganzen Sache gar nicht viel mitbekommen. Und so stelle ich nunmehr fest: Frau Ratio mag ihn immer noch sehr, den Cineasten und seinen Denkapparat. Das Seelchen hat einen Bedürftigkeitsanfall. Hatten wir schon öfter und müssen wir mit leben. Kriegen wir hin. 

Nein ... es ist keine LIebe. Noch nicht einmal Dreidrittelverliebtheit. Es war einfach die Illusion von Nähe für einen kurzen Moment und das folgende Bewusstsein des Alleineseins. Alleine-Allergieschub, sozusagen ... Fühlt sich an, wie aus einem warmen Zimmer ohne Jacke in einen herbstnasskalten Abend gestossen zu werden. Nur Wärme hilft gegen dieses innere Frieren. Wie der heisse Tee. Wie das Gespräch mit der Tangoqueen bei der Morgenrunde. Wie der Besuch bei meinen Eltern (bei dem natürlich über nichts dergleichen gesprochen wurde ... aber irgendwo tat es gut, mit den beiden in der wärmenden Spätnachmittagssonne auf der Terrasse zu sitzen). Wie die Sonne im Gesicht am abendlichen Fluss.

Ich glaube, meine wirkliche Aufgabe ist es, das Alleinsein nicht nur zu überstehen, sondern es anzunehmen ... Geduld zu entwickeln statt zu suchen und zu hoffen. Dabei stark und selbstvertrauend zu bleiben ... das ist das Schwerste. Auch ein ganzes Wochenende ohne Pläne nicht nur auszuhalten, sondern zu gestalten und zu genießen. Ehm ... und Ms. Need rausschmeißen. Kennt jemand ein Seminar für  diese Art Outsourcing?

Und könnte mal bitte jemand diesen durchgeknallten Cupido reparieren, der mein Seelchen angeschossen hat? Ich weiss, Ms. Need steckte dahinter ... aber ich möchte ganz, ganz sicher gehen, dass DER in nächster Zeit nirgendwohin schiesst! 

Gibt es eigentlich TÜV für Cupido?