Frühlingsrollen und die Gesetze der Schwerkraft

31.10.2014 um 20:44 Uhr

Hatten Sie heute schon (Nah-) Verkehr?

von: Spring_Roll   Kategorie: Stress und Konsorten

Musik: Riding on a train (The Pasadenas)

Ein Novum heute morgen. AUSNAHMSWEISE war ich mal pünktlich. Sogar so früh, dass ich noch ein Croissant und einen Macchiato kaufen konnte für die Zugfahrt. So früh, dass ich einen Bekannten am Bahnhof traf, die Reisegruppe mit Cheffe schon um 7.50 vollständig war und wir "den früheren Zug" nahmen. Guter Plan, da unserer als verspätet angesagt wurde. Schlechter Plan, weil proppenvoll. Wir standen also schon in Citta wie die Sardinen und näherten uns stationsweise Tokioter Pressbahnverhältnissen an. Den Macchiato in meiner Hand verfluchte ich beim dritten Kaffhalt bereits. Und in Nachbargroßstadt war nicht nur die Laune, sondern auch die Kleidung durch ... klatschnass. Doch so eine Zugfahrt ist die reinste Milieustudie. Menschen unter Stress. Die unterschiedlichsten Reaktionen. Von Freundlichkeit bis Ellenbogen. Rücksicht bis das Gegenteil. Überraschenderweise erwischten wir in Nachbargroßstadt den Anschluss. Doppelüberraschenderweise war er pünktlich. Und mit SItzplätzen. Und natürlich saß der Frikadellenesser des Tages neben uns und zwiebelte uns zu. War klar. 

Das sind die Momente, in denen ich Nahverkehr einfach nur liebe ... 

Der Rest des Tages war unspektakulär. Doch dem Zeitnehmer des Wettbewerbs schenke ich bei Gelegenheit eine Uhr. Wer einen Programmpunkt 15 Minuten zu spät startet und dann noch eine halbe Stunde zusätzlich überzieht, ist als Zeitnehmer nicht tragbar ...brrrr

Genug gemotzt ... ich hab mich ja schon wieder abgeregt. Manchmal wirkt ein gutes Essen in Gesellschaft eines jungen Mannes Wunder! OK ... ich gebe zu ... ich habe zu unfairen Mitteln gegriffen ... "Steak ... ich zahle" ... wirkt bei Söhnen im Wachstum halt immer!

 

 

31.10.2014 um 07:12 Uhr

Erpressung aus "innerer Höhe"

von: Spring_Roll   Kategorie: Rolle 2.0

Musik: She works hard for the money (Donna Summer)

Als ich in Weit-weit-weg zwei Kolleginnen aus dem tiefsten Zipfel Afrikas erklären wollte, was ich denn in meiner Fortbildung so mache, versuchte ich Begriffe für die innere Einstellung zu finden, die manche Gespräche von vornherein zum Erfolg führt. Ich fand die englische Umschreibung "inner altitude" die innerliche Erhöhung gegenüber dem Verhandlungspartner. Nicht respektlos, sondern einfach nur überlegen in der Position und Situation. Auf englisch gefällt mir der Begriff besser ... und ist wohl mittlerweile auch in den Sprachgebrauch einer Kollegenküche "da unten" eingegangen. Doch auf deutsch und ganz konkret ... isser extrem nützlich.

Das erste Mal wurde ich mir meiner "inneren Höhe" bewusst in einem Gespräch mit Cheffe und Fast-Obercheffe vor einigen Monaten. Am Ende des Gesprächs wusste ich zwar, dass ich im Bereich Geld derzeit kaum Chancen habe ... aber ich merkte auch, wie wichtig meine "Gegenleistung" für die andere Seite ist. So wichtig, dass einige Konzessionen gemacht wurden. Und weiterhin werden.

Mit anderen Worten: Cheffe ist erpressbar. Weil er auf meine Ideen und mein Funktionieren in Extremsituationen angewiesen ist. Und auf meine Kontakte auch. Sous-Cheffe hat sich da als Niete erwiesen. Leider. Also braucht Cheffe mich (und zwei andere Kollegen) mehr denn je. Und das nutze ich gerade aus.  Denn ich gönne mir von meinen Überstunden einen freien Monat zum Jahresende. Sein hilfloses Gesicht ignoriere ich. MEINE eigenen Dinge sind in trockenen Tüchern, also gehe ich nach dem letzten "Gig" in Pause. Für eine eigene Veranstaltung eine Woche später komme ich extra noch mal. Ich kontrolliere meine Post selbst, checke meine Mails ... aber ich habe frei. Und diesmal im Gegensatz zum letzten, stressigen Umzugsdezember WIRKLICH FREI: Erpressung Nr. 2 mogelte ich direkt mit unter: die Zeiten für meine Fortbildungen im nächsten Jahr. Eine liess ich mir von ihm zugunsten des Jobs streichen, sieben sind durch. Auch ein guter Schnitt. Und das Thema Sous-Cheffe gehen wir dann wohl gemeinschaftlich im nächsten Jahr an ... konstruktiv. Das Greenhorn braucht einfach ein Boot-Camp ... und das kriegt sie von uns. Im besten Sinne. Ihr fehlt es leider an beiden Seiten - handwerklich und von den Führungsqualitäten rede ich gar nicht. Also müssen wir den "Ausfall" umwandeln .... sie coachen. Projekt für nächstes Jahr!

Privat habe ich mich in den letzten Tagen - vielleicht liegt es auch am November? - ja wieder einmal "gesuhlt". Ms. Need hat mich dabei tatkräftig unterstützt. Doch irgendwann kam ich unter dem ganzen Selbstmitleid einer Singelin wieder zur zentralen Frage: "Würdest du, liebe Rolle, auch nur eine deiner letzten Beziehungen wiederhaben wollen? Welche würdest du für dein Singleleben eintauschen?" Und die Antwort war eigentlich wenig überraschend: KEINE. Denn jede einzelne dieser Beziehungen war, selbst wenn sie schön begann, nicht RICHTIG für mich. Eine regelrecht krank machend, die anderen anstrengend oder einfach von den Gefühlen her nicht passend. 

In keiner dieser Beziehungen hatte ich mittelfristig das Gefühl "ICH" zu sein ... und deshalb waren sie falsch für mich. Das Singeln ist also besser als jede dieser Beziehungen. Selbst mit Jammern und Selbstmitleid und gelegentlichem "Suhlen".

Und heute geht's auf Abenteuer. Nicht in den D*chungel, sondern nur in den Nahverkehr. Überraschenderweise mit Cheffe als Reisegefährten. Der will zwar nicht hin, wo ich hinwill, aber in die gleiche Stadt zur gleichen Zeit. Also halten wir ein nettes Nahverkehrspläuschchen ... und begeben uns dann in unsere diversen Testküchen zum "Vorturnen".

Fröhliches Kochen allerseits ... und denen die es (im Unterschied zu mir)  feiern: Happy Halloween!

 

29.10.2014 um 22:13 Uhr

Anonyme Handchirurgen

Musik: The first cut is the deepest (?)

Hallo, ich heisse Rolle und ich verstümmle mich selbst. Regelmäßig. Und eigentlich immer an der gleichen Stelle, die schon einige Narben aufweist. Auch die Tatwaffe ist stets die Gleiche ... das Brotmesser natürlich. Es sind diese blöden Endstücke vom Brot, die die DIY-Brotschneidemaschine vom Supermarkt nicht mitschneidet, die aber zu dick für eine normale Scheibe sind. Also geht Frau Rolle hin, wählt die 50/50-Chance und riskiert etwas. Eine Fingerkuppe nämlich. Heute hat das Brotroulette gewonnen. Fieser Halbmond in Mittelfinger links ... die Hand, mit der ich das Corpus Delicti aka Rüblibrot festhielt. Und dann habe ich auch noch meine Pflaster "verräumt" = so gut weggepackt, dass nicht mehr wiederfinde.

Also abhaken unter eigene Blödheit ... jawoll!

Ms. Need hingegen scheint wirklich unter die Ritzerinnen gegangen zu sein. Die gute piesackt mich ohne Unterlass. Kleine, feine Schnitte und Stiche, die kaum bluten, aber fies weh tun. Und kaum hat sich eine kleine Wunde geschlossen, ritzt oder piekst sie wieder hinein. Autsch. Gehässiges Gift ins Ohr ... wie schön könnte es sein wenn ... aber dich will ja keiner.

Ehrliche Antwort: Doch, mich wollten schon welche. Aber immer die, mit denen ich nicht glücklich wurde. Oder die ich gar nicht erst wollte. Die Verantwortung für's glücklich werden liegt aber nun einmal bei mir ... und das wollen habe ich auch selbst zu verantworten. Ich hätte also haben können ... hätte nur wollen müssen. Und mich ums glücklich sein nicht scheren. Das Novum ist momentan aber, dass mich auch die nicht wollen, die mich nicht interessieren. 

Paradox, gelle?

Da steht sie nun und beschwert sich wie ein trotziges Kind darüber, dass die, die sie nicht will, sie nicht wollen ... aber es ist eigentlich nicht das ... sondern das Gefühl, im luftleeren Raum zu sein.

Das war früher anders ...da war gefühlt mehr Interesse. Nicht so kurze Aufmerksamkeitsspannen. Offenheit auch für Kontakte, die vielleicht nicht zur Liebe führten. Mein lieber Weißwäscher war nur einige Tage lang ein Flirt, dann ein Freund, was er bis heute blieb. Und er bescherte mir heute wunderhübsche zehn Minuten beim Cam-Blick auf seinen Nachwuchs. Gleich acht wollige Fellknäuel hat seine Hündin in die Welt gesetzt. Bildschöne Mama und stattlicher Papa-Labrador garantieren für entzückende Babies in sechsmal schwarz und zweimal blond. Zum Klauen!

OK ... ich brauche es nicht zu verhehlen ... ich verliebte mich auf den ersten Blick. So niedlich! Und sooo schade, dass mein Leben für jeden Hund eine Quälerei wäre ...

Also verliebe ich mich besser doch in einen Mann ... bloss kann ich den nicht einfach beim Weißwäscher abholen ... pffffff! 

29.10.2014 um 09:24 Uhr

Ms. Need, die H-Frage und ich

Musik: Gimme hope, Joanna

Momentan nutze ich die Zeit zwischen Wecker und Wachen, um mich ganz weit weg zu beamen. TV-Schmonzetten gucken. Und so seicht und abgeschmackt diese Filmchen auch sein mögen, die ich mir auf meinen kleinen Tablet per Mediathek hole, so sehr "erwischen" sie mich manchmal. Der heutige so sehr, dass ich erstmal heulend im Bett saß. Vor Selbstmitleid und Neid. Das ist ein Blog. Da wird nichts beschönigt. Die Heldin mit ihren After-Krebs-Sorgen, deren Mann sie betrog. Der schöne Unbekannte, der sich unsterblich in sie verliebte. Dazwischen ein Weingut und ein Vater im dritten Frühling. 

Warum mich so was "erwischt"? Weil ich das böse K kenne. Und auch vor jeder Untersuchung zittere. Auch noch nach 15 Jahren. Und weil es für mich, obwohl bislang gesund, kein romantisches Happy-End gibt. Ms. Need saß neben mir und reichte mir ein Taschentuch nach dem anderen an, während ihr Gift träufelte. 

Immer wieder gebe ich mir einen Ruck. Immer wieder hänge ich das Schild "Gefühle frei" auf meine D*chungellichtung. Mit immer weniger Resonanz. Selbst die "unpassenden" Männer kommen nicht mehr vorbei. Und mit jeder Inkarnation kommt das Desinteresse schneller. Zu alt, zu dick, zu bekindert, zu klug. Die vier großen Handicaps. Dem seltsamen Kaffeehausmann von Sonntag habe ich eine höfliche Absage geschickt. Ich wollte damit nicht warten, bis er sich meldet. Unsere Wege führen in unterschiedliche Richtungen ... so habe ich es ihm mitgeteilt.

Mein Samstags-Zweitdate hat Potenzial ... ich denke aber, eher in Richtung Freundschaft. Er ist sympathisch und lustig ... aber ich habe das Gefühl, er berührt meine Seele nicht an der richtigen Stelle. Wiedersehen möchte ich ihn. Aber ich weiss nicht, ob ich mich verlieben könnte. Und NEIN, Ms. Need, Sie hören jetzt mal auf mit Ihrem Getuschel!

Bis zum Freitag habe ich mir eine Frist gesetzt. Wenn sich dann nichts getan hat im D*chungel, dann werde ich wieder einmal eine Auszeit nehmen. Einen Monat mindestens, denke ich. Und das Genöle von Ms. Need einfach aushalten und ausblenden. Mein eigener innerer Club scheint sich derweil im Winterschlaf zu befinden. Die Chicas wirken irgendwie ... sediert. Verlangsamt in ihren Bewegungen. In sich gekehrt und desinteressiert. Ist das die Askese des Alters? Oder Resignation? Oder die Ruhe vor dem Sturm. Das Seelchen wälzt sich derweil in Fieberschlaf. Seine Träume wirr, gewaltvoll, erotisch phantasierend. Frau Ratio macht Wadenwickel und hält zwischen den Anwendungen irgendwie den Laden am Laufen.

Es ist beginnende Herbstsaison in der Küche und noch sechs Wochen bis zur großen Pause. Denn über die Feiertage sind unsere Spezialitäten nicht gefragt ... also Zeit, endlich Urlaub zu nehmen ... selbst wenn ich mangels Geld und angesichts falscher Jahreszeit nicht reisen werde, sondern nur mein Lieblings-Prokrastinationsobjekt Steuer in Angriff nehmen "darf".

Gestern habe ich mich einer prokrastinierten Aufgabe endlich gestellt und mein Bankkonto von Dorf nach Citta transferiert bzw. ein neues eröffnet. Wieder bei derselben Company. Obwohl online oder woanders vielleicht preiswerter wäre. Aber ich hätte gerne die Möglichkeit, auf Papier zu arbeiten und auf der Suche nach Geld woanders schnell fündig zu werden. Und nachdem ich erst auf eine eher hektische und unangenehme Mitarbeiterin stieß, die mich fast vergrault hätte, fragte ich aus einer spontanen Eingebung letzte Woche mal in einer kleinen Filiale eine Straße weiter nach. Et voia: freundliche Beraterin, die mir zeitnah einen Termin gab und ein Team aus lauter aufgeschlossenen Menschen. Zwei Stunden Beratung, viele geklärte Fragen und hinterher unaufgefordert noch einmal eine Art Protokoll, das meine "Hausaufgaben" ebenso festhielt wie meinen derzeitigen Status und Möglichkeiten, ihn zu verbessern. 

Es bleibt noch die Baustelle Handy-Vertrag für das schon vorhandene Second-Hand-Telefon. Ich habe mich immer noch nicht getraut. Das muss bis zum Urlaub im Dezember warten Irgendwie habe ich Schwellenangst. So wie damals, als ich sechs Wochen um den neuen Computer herumschlich und weiter Schreibmaschine schrieb ... anno 1989 war's ...

Auch die Planung für meinen 50. prokrastiniere ich noch. Plötzlich habe ich Angst vor meinem Projekt.

Fassen wir zusammen: Frau, fast 50, ab und zu tough und fähig ... will momentan mal wieder einfach auf'n Arm.Nur auf welchen, bleibt die Frage ... 

 

 

27.10.2014 um 21:22 Uhr

Der Tag des vielsprachigen Bloggens!

von: Spring_Roll   Kategorie: Miscellaneous

Musik: Around the world (ATC)

Wer auf die Seite eunonym in der EU geht, Schrägstrich day-of-multilingual-blogging-2 Schrägstrich dmb2014 Schrägstrich eingibt (wie man Links hier einbettet, weiß ich leider nicht ... erfährt, um was es geht. Um das Bloggen in vielen Sprachen nämlich. Entweder in der eigenen Muttersprache oder einer erlernten Fremdsprache. Und die Bewegung geht einmal um den Globus. Einen Tag lang nur, am 13.11.

Ich finde, es lohnt sich, mitzumachen und ich werde wahrscheinlich auf Französisch bloggen ... Rosa ... machen wir die gallische Sektion auf?

Und damit es spannender wird, könnten wir vielleicht alle zum selben Thema bloggen? 

Hier eine erste Vorschlagsliste mit drei Themen, die mir einfielen - aber vielleicht hat ja jemand anders die zündende Idee?

Vorschlag 1: Bloggen - alles andere als virtuell

Vorschlag 2: Qualität oder Quantität - täglich bloggen oder nur mit "Anlass"

Vorschlag 3: Wie ich mir den Menschen hinter meinem Lieblingsblog vorstelle

 

Wer macht weiter? Und wenn das Thema ausgewählt ist ... in welchen Sprachen? 

 

 

27.10.2014 um 11:05 Uhr

Challenge und Millionenchance?

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Money, money, money (ABBA)

Als Single-Frau steht man/frau vor so einigen Herausforderungen. Allein ihr Leben wuppen, dabei möglichst den Körper einer Zwanzigjährigen mit der Geduld einer 90jährigen Komapatientin zu verbinden, Fitness und Energie auf der einen Seite auszustrahlen, aber andererseits mit Begeisterung Couch Potato zu sein, wenn das Objekt der Begierde (kurz: OdB) sich nach seiner so "stressigen" Job-Woche erholen möchte. Dabei die Kinder, die bei den meisten Singelinnen über 40 ja vorhanden sind, so "jonglieren", dass Frau sich dem Zeitplan des Mannes und natürlich seinen "Kinderwochenenden" optimal anpasst ... und irgendwie kann das ganz schön anstrengend werden. Die Singelin trifft auf ihrem Weg durch den D*chungel "toutes les Couleurs". Und auch, wenn sie den Romance Sc*mmer und den Ehemann auf Abwegen, den 25jährigen Abenteurer und den 70jährigen Drittfrühlingler aussortiert, bleibt immer noch genug für einen Gefühlsslalom der Extraklasse. Freie Auswahl in der Lotterie ... und ob es ein Gewinn oder eine Niete ist, zeigt sich nur manchmal sofort (das sind die Glücksfälle!), sondern meist erst nach längerer Zeit und tieferen Gefühlen. Der seltsame Kuchenesser von gestern war also eigentlich ein Glücksfall. Schon nach zwei Stunden und sieben Euro kehrte ich glücklich heim zu mir. In meine leere, gerade geputzte Wohnung, zu meinem Kühlschrank, der noch alles nötige für eine leckere Surimi-Quiche hergab. Zu einem heißen Tee und einem überraschend guten Film. Und zu der Erkenntnis, dass alleine besser ist, als vieles, was der Singelin begegnet. Und auch der Samstagabendmann ... der löste kein "Kribbeln" aus. Er ist in Ordnung. Vielleicht könnte er eines Tages ein Freund werden. Aber er ist eben nicht der Mann, den ich gerne hinter den nächsten Busch zerren würde. Leider.

Also weiter, die Machete gezückt und Wege durch die verschlungenen Lianen gebahnt. 20 werde ich nicht mehr. Das mit der Geduld bekomme ich in diesem Leben auch nicht wirklich auf die Reihe. Energie habe ich ... aber die Couch-Potato ... die werde ich nicht. Jonglieren kann ich, will ich aber nicht. Und toutes les Couleurs gucke ich mir zwar an, aber muss nicht jeden Modefarbton in meinem Schrank oder meinem Gefühlsleben haben. (Und wenn Sie jetzt bitte mal die Klappe halten würden, Ms. Need? Ja? DANKE!)

Challenge ... so habe ich diesen Beitrag übertitelt. Damit sind ausnahmsweise nicht die Männer gemeint. Diesmal nicht. Sondern eines meiner Reiz-Themen, vor denen ich mich prokrastinierend drücke. Finanzen. Ablage. Steuer. Selbstmanagement. Ein Angst-Thema, obwohl es eigentlich nur um ein paar Blatt Papier und ein paar Zahlen geht. Oder noch einfacher. Ordnung. Bis zu meinem 50. Geburtstag im nächsten Jahr möchte ich mehr Ordnung in meinem Leben. Oder auch: ICH möchte die Managerin meines Lebens sein.

In einigen Bereichen bin ich schon ganz gut geworden. Mein Kleiderschrank zum Beispiel sieht viel besser aus als in den letzten Jahrzehnten. Weil ich mich endlich von Dingen trenne. Plötzlich liegen da nicht mehr wirre Stapel von Pullis und Shirts, sondern ein Stapel dicke Strickjacken, einer mit Rollis und dünnen Strickjacken, einer mit tagestauglichen und einer mit eher feinen Shirts. Punkt. Und nur noch zwei Stapel Jeans und Hosen. Die Sommersachen in einem Koffer im Keller, Socken und Unterwäsche in je einer Schublade. Sport und Wandern auf dem Regalbrett im anderen Schrank, Handtaschen in der Truhe. Es macht jetzt Spass, morgens ein Outfit zusammenzustellen. Weil fast alles zueinander passt. Weil ich sofort finde, was ich brauche.

Genau so möchte ich meine Selbstverwaltung strukturieren. Klar, übersichtlich, nichts überflüssiges.

 

Mein Gepäck leichter machen eben.

26.10.2014 um 19:15 Uhr

Belanglose Begegnung?

von: Spring_Roll   Kategorie: In the Jungle

Musik: Swing

Er pflegt eine Sprache, die an Slow Food erinnert in ihrer Genüsslichkeit. Ein paar Mails, ein sehr kurzes Telefonat und eine Verabredung zum Kaffee. Irritierend, dass er zwei Minuten nach der verabredeten Zeit a) bereits im Cafe sass und b) zwei Stück.Kuchen und einen Tee vor sich stehen hatte, bevor ich überhaupt eintraf. Die Kuchenauswahl war zu jenem Zeitpunkt schon stark vergriffen. Aber er hatte nur für sich vorgesorgt. Ich bestellte und es folgte ein Gespräch wie zwischen zwei Fremden im Zug. Wir blieben zwei Stunden. Als sie schließen wollten, gingen wir zur Theke, um zu zahlen. Er liess mir den Vortritt ... und ich zahlte für mich, gab Trinkgeld. Er wollte 10 Cent aufrunden. Wir gingen nebeneinander in die Nacht, bis ich ihn fragte, wohin er eigentlich steuere ... er und ich wohnten beide in andere Richtungen. Dann verabschiedete er sich ... wir hören uns oder nicht. 

Ich denke ... nicht. Und ich will auch nicht.

26.10.2014 um 08:49 Uhr

Schuhe sind Rudeltiere!

von: Spring_Roll   Kategorie: Das Beste zuerst ...

Musik: Wouldn't it be good (Nik Kershaw)

Jedes Paar Schuhe in meinem Schrank ... und sie sind ein GROSSES Rudel! ... wurde gekauft in der Hoffnung, damit den IDEALEN Schuh gefunden zu haben. Natürlich braucht eine Frau nicht nur EINEN idealen Schuh, sondern durchaus mehrere. In verschiedenen Farben, Robustheiten und Absatzhöhen und bei Winterschuhen auch Schafthöhen. Und hat man dann mal "DEN" Schuh gefunden, behält man ihn bis er auseinanderfällt. Oder ist enttäuscht, wenn er im Mittelstreckentest doch nicht hält, was er beim Kauf versprach.

So geschehen bei der deutschen Schuhmarke mit der gestöhnten Werbung ... habt ihr bestimmt auch gesehen? Hübsche Frauen mit hübschen Schuhen und im Off immer das hingehauchte Label? Jedenfalls macht dieses Label auf den ersten Blick ganz annehmbare Schuhe. Einige Modelle für mich ein wenig zu bieder. Aber teilweise ganz bequem und zumindest aus Leder. Die niedrigen Lange-Steh-Pumps und Ballerinas in meinem Schrank sind ok ... nicht spektakulär, aber ok. Enttäuscht bin ich aber von der Kategorie Stiefel. Im letzten Jahr schleppte ich überglücklich einen Spontankauf nach Hause und trug die guten Stücke eine Saison sehr oft. Schwarz, schlicht, ein Flechtriemen über dem Rist, schön hoch und in der Schaftweite passend. Doch der Sommer im Regal (ohne direkten Lichteinfall) liess sie schäbig werden. Unansehnlich matt und gräulich. Da nützte auch Putzen mit schwarzer Schuhcreme und langes Polieren nichts. Ähnlich "hübsch" sind meine "Zweijährigen" ... rote Stiefel. Und die Marke hat noch ein anderes Problem: rutschende Schäfte. Das teilt sie sich allerdings mit einem anderen Label, da aber nur bei einem Modell. Der grüne Paul bescherte mir meine Lieblings-Absatzstiefel, aber eben auch ein eigentlich tolles Paar, das zum Rutschstulpen wird, obwohl es beim Kauf schön anlag am Bein. Die gehauchte Marke hingegen konnte sich auch beim Ankleboot nicht positionieren. Gekauft mit Glücksgefühl, einen Monat glücklich getragen ... und dann das Meerjungfrauen-Aha-Erlebnis. AUA. Kopfsteinpflaster. Das konnten übrigens auch die enttäuschenden Stiefel nur eine Saison. Gestern wieder Meerjungfrau. Die einzigen Schuhe, die das länger können, sind die Londoner Fliegen. Nicht alle Modelle, nur die mit Gummisohle. Aber die sehen halt sehr sportlich und ein bisschen ökig aus. Und ihre Schwachstelle ist die Innensohle. Die bohrt sich irgendwann durch und die Noppen der Gummisohle durchbohren die Ferse. Also auch ... nicht langfristig. Ein Schuh aus ökofairem Leder der Firma Johann Schmidt aus England hingegen sah toll aus, war auch zunächst bequem, enttäuschte aber durch schnellen Farbausbleich und null Geschmeidigkeit des optisch sehr schönen Leders, was trotz der breiten Kappenform zu Druckstellen führte.

Liebe Schuhhersteller,
Deutschlands Stadtplaner lieben Kopfsteinpflaster. Und Millionen Fussballen leiden darunter. Also macht doch bitte endlich Schuhe, die das können! Und zwar länger als einen Monat! Nehmt euch ein Beispiel an der Marke mit dem ungarischen Liebhabernamen ... die können das! Und sie können auch Hallux-bequem ohne Entenlook und vor allem OHNE Druckstellen!

Und deshalb zog gestern nach einem Meerjungfrauen-Marathon über Küchenevent und Nachbargroßstadt ein neues Paar ungarischer Fussliebhaber bei mir ein respektive ich zog es an. Schlicht, schwarz, glatt und mit fast kniehohem Schaft, regulierbar durch einen zusätzlichen Reißverschluss. Und die Liebhaber waren sogar im Sonderangebot. Genauso teuer wie ein reguläres Paar der gehauchten Marke (die preislich an meiner subjektiven Obergrenze, aber in der Marktbeobachtung wohl im unteren Preisdrittel eines mittleren Qualitätssegments liegt, während die Ungarn im Mittelsegment in der oberen Qualitätsecke und im mittleren Preisdrittel mitspielen) immer noch ... aber .... what a difference am Fuss!!!

Überhaupt Schuhpreise ... ein Unding, für was für Schuhe inzwischen Preise von 150 Euro und mehr verlangt werden! Für ein paar richtig gute, lang haltende Stiefel sehe ich das noch ein ... aber teilweise zahlt man echt nur noch die Labels! 

Und was habe ich gelernt? Künftig das gehauchte Schühchen eher nicht in Betracht zu ziehen und öfter mal im Teuer-Schuhhaus von Nachbargroßstadt die Wendeltreppe ins Dachgeschoss hochzusteigen. Denn dort gibt es einen hässlichen Lagerraum mit unbequemen Plastikstühlen ... und ziemlich wunderbare Einzelpaare für einen guten Preis, Kalorienverbrauch beim Klettern und Suchen inklusive.  

Und gelernt habe ich auch, mein Regal am Ende der Saison noch einmal gut unter die Lupe zu nehmen. Denn da stehen einige Schuhe, die den Kopfsteinpflastertest leider nicht bestehen. Irgendwann muss ich so konsequent sein, die auch auszusortieren. AUA braucht kein Mensch!

Was mich zu der Frage führt, WAS der Mensch braucht ... bzw. die Frau ... an Schuhen. Und ich feststelle, dass ungefähr 20 Paar Schuhe zweck- und wetterinduziert sind, während die anderen reine Modesache sind. Rudeltiere halt. 

Meine ungarischen Liebhaber werden jedenfalls lange zum Rudel gehören. Und sie begleiteten mich gestern abend auch schon zu einem Date. Schöner Abend. Gutes Essen. Angenehmes Gespräch. Wohl gefühlt. Schmetterling nicht. Noch nicht? Das werde ich wohl erst Ende November feststellen, wenn er aus seinem lange geplanten Afrikaurlaub zurückkehrt ...

 

 

 

 

 

25.10.2014 um 10:36 Uhr

Rock it?

von: Spring_Roll   Kategorie: Miscellaneous

Musik: We will rock you (Queen)

Seit einigen Wochen suche ich wieder mal nach dem EINEN, dem BESONDEREN. Eher dunkel bis rabenschwarz, geradlinig, klassisch und konservativ. Mit Stil und nur ein ganz klein wenig ausfallend manchmal.

Nicht Mann. ROCK. 

Ein schwarzer, leicht ausgestellter Rock soll es sein. Aus einem glatten bis leicht ripsartigen Material, am liebsten reine Wolle, aber glatt, nicht flanellig. Kein Pencil, der bei meiner Größe wie Wurst aussieht. Keine Godetfalten = Wurst mit Volant. Kein Tellerrock = überdimensionierter Brummkreisel. Und nicht knöchel- oder wadenlang, sondern knielang. Einen habe ich gefunden. Der Stoff ein bisschen zu Winter, Die Länge ganz knapp über Knie - aber der Schnitt wie Ende der 1970er, schlicht und einfach trapezförmig - unten ca. 1,5 mal oben. Der ist toll, aber eben zu dick und nicht uni schwarz. Und nun stehe ich vor der Frage, ob es irgendwo so einen Rock gibt, wie ich ihn möchte ... und zwar in 44/46 ... oder ob ich jemanden finde, der mir einen näht. Meine Mutter scheidet aus. Gicht. Noch ein Versuch in Nachbargroßstadt heute nachmittag ...

Beiläufig fiel mir bei Sichtung des öffentlich-rechtlichen Filmprogramms übrigens auf, dass momentan ein nur mittelmäßig aussehender, mittelalter Schauspieler mit britischem Doppelnamen den Kitschsektor dominiert. Wahlweise als Anwalt, Bänker, Urwaldarzt oder (gestern gesehen) BAUER. Natürlich mit schicken Dialogen ... die sich von Filmberuf zu Filmberuf NIE unterscheiden. Und er bekommt dann immer die Journalistin/Ärztin/Managerin. Altersklasse um die 40. Märchen für Erwachsene.

Da hätten sie doch eigentlich einen hübscheren Prinzen nehmen können ...

In der Küche gehen die Festwochen im Herbst weiter. Für mich derzeit recht angenehm, da keine eigenen Wettbewerbe am Start bis Mitte November. Dafür hatte ich gestern das große Vergnügen, einen Kollegen aus Gallien den Nachmittag über bespassen zu dürfen, was sich als ausgesprochen anregend (in beruflicher Hinsicht) herausstellte. Und dann machte ich den entscheidenden Fehler ... nach dem offiziellen Teil mit Frau Limette essen zu gehen. In das Restaurant, das Speisen aus ihrem Land anbietet. Und Wein. Viel Wein. Den Absprung schaffte ich zum Glück vor dem Schnapsangebot des Wirts ...

Heute abend Date 2 mit Mann von letzter Woche. Keine weichen Knie. Aber sympathischer Kerl. Ein schöner Abend wird es bestimmt. Ob mehr, kann ich nicht sagen. 

 

 

 

23.10.2014 um 11:49 Uhr

Auf Nummer sicher: Tasche statt Mann?

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: I will always love you (Celine Dion)

Nach dem siebenhundertzwölften Online-Klappspaten, der mir oder anderen Frauen begegnet, stellt sich die große Sinnfrage, wonach eine Singelin von knapp unter 50 noch streben sollte im Leben. Denn ... das ist ein Fakt ... den intelligenten, einigermaßen angenehm anzuschauenden und leidlich sozialisierten Menschen zu finden, der noch Energie und Ziele hat in unserem Alter ... das ist irgendwo zwischen Märchen und Science Fiktion anzusiedeln. Finden können wir Männer, die solche, die uns als Spalier zum Einranken plus Ersticken oder Sorgendeponie benutzen wollen. Oder solche, die die Benefits suchen ohne wirkliche Freunde zu sein. Die subjektive Top-Range unserer Altersgenossen bleibt allerdings da, wo sie hingehören: in ihren Beziehungen. Sie suchen nur gelegentlich mal "Entspannung", würden sich aber nie trennen, wenn es ihre betrogene Gattin nicht für sie erledigt. Und dann sind sie ratzfatz in der Zweitversorgung angelandet ... bei der nächsten Dauerbeziehung, meist, bevor sie überhaupt "auf dem Markt" sind. Und oft lösen sie diese Beziehung auch aus einem bestehenden Zweierteam heraus ... keine Chance für Singelinnen.

Was bleibt, ist der Rest. Die Männer, bei denen mein Bauch oder mein Hirn oder mein Herz das Stoppschild hebt. Und die meisten Frauen. Ich habe nichts davon, so zu sein, wie ich bin. Im Gegenteil. Dümmer oder langsamer wäre ich leichter vermittelbar. Jünger natürlich auch. Leichter sowieso. Das Paradoxe ist aber: Männer, die weder jünger noch klüger noch schlanker sind ... die setzen ihre Erwartungen so hoch, dass ich daran scheitere. Und sie dürfen es! Weil sie es können! Weil so viele Frauen bedürftig und verzweifelt sind.

Während ich also meine Erwartungen immer wieder prüfe und überdenke, ob sie nicht überzogen sind, stellen die Männer ihre Hürde auf und es gibt genug Frauen, die sich abarbeiten, um drüberzuklettern oder souverän drüberspringen und sich dann klein machen, um das Selbstvertrauen des Mannes nicht anzugraben.

Geschichten wie die, die die Lady postete, machen mich traurig. Wenn schon eine zehn Jahre jüngere, schöne, kluge, SCHLANKE und hübsche Frau mit gar nicht überzogenen Erwartungen solche Kleinmachermails bekommt ... dann kann diese Welt nicht in Ordnung sein.

Und das bringt mich zu der Frage, wonach ich als fast-50 Singelin noch reell trachten kann. Nach einem "guten" Mann wohl eher nicht. Die einen will ich nicht, die anderen wollen mich nicht. Also suche ich echte Werte. Und fand die Birkin-Tasche. Beim gallischen Götterboten zu erwerben um ca. 15 bis 20 Tausend Euro. Mit Schleimen im Shop und mit Wartezeit. Gut. Ich würde eh zum Ansparen einer solchen Summe einige Jahre brauchen. Also vernachlässigen wir die Zeit einmal und gehen davon aus, dass ich mit ein bisschen Finanzdisziplin in ca. fünf Jahren mein Ziel erreichen könnte. Sie ... die Tasche ... würde mich ein Leben lang begleiten und sicher nie enttäuschen. Bei Männern ist das ja mehr als fraglich.

Also grüble ich darüber, ob wir Singelinnen vielleicht Spardosen anlegen sollten nach dem Vorbild von Eck-Stammkneipen. Und ob wir uns in fünf, sechs Jahren gemeinsam an die Theke des Götterboten-Shops in der gallischen Hauptstadt stellen und breit grinsend verkünden: JA ... ich will! Und dann happily ever after mit unseren Taschen leben. Die im übrigen auch dazu beitragen, die Bedürftigkeit der körperlichen Art zu verringern ... schließlich sind sie groß genug, um auch ein bisschen "Spielzeug" für Damen mitzunehmen und in immer mehr Städten haben hübsche, kleine und alles andere als schmuddlige Shops dafür aufgemacht.

Selbst ist die Frau und ran an die Tasche also?

Hat nur einen kleinen Fehler ... erstens würde ich weder für eine Tasche noch einen Mann 15.000 Euro ausgeben. Und zweitens will ich eigentlich immer noch ... den Kerl!

 

 

22.10.2014 um 22:53 Uhr

Statusgedanken?

von: Spring_Roll   Kategorie: Seelische Gärung

Musik: High Society (Filmmusik "Die oberen Zehntausend")

Könnte mir mal bitte jemand diesen Magneten entfernen? Ja, den hier ... hinter meiner Stirn. Oh, danke, tut gut ... endlich keine Männer im Umbruch mehr!

Es ist wie verhext. Da können Männer jahrzehntelang auf gerader, breiter Spur laufen. Erfolgreich sein und glücklich und materiell sorgenfrei. Doch sobald sich abzeichnet, dass sie demnächst meinen Weg kreuzen werden, fahren sie mal eben kurz vor die Wand. Crashen ihr Leben und landen vorzugsweise in einer Umschulung zum ... sagen wir mal: kaufmännischen Angestellten, die ihnen nicht wirklich Erfolge verspricht. Wenn ich sie dann treffe, sind sie entweder auf verzweifelter Jobsuche, arbeiten Zeit oder haben irgendeinen Hiwi-Job. Jedenfalls sind sie nicht mehr die Macher, die sie vorher waren, sondern Zauderer par excellence. Mehrfach erlebt. Und nicht wirklich klargekommen damit.

Früher hätte ich Statusdenken von mir gewiesen. Schließlich ist frau ja politisch korrekt! In der LIebe bin ich's aber wohl leider nicht. Denn ich möchte meinen Liebsten bewundern, für das, was er ist, tut, macht, erreicht, leistet und darstellt. Und ich möchte ihn auch (Achtung: OBERFLÄCHLICH) anderen vorstellen können und dabei so richtig stolz auf ihn sein. Mein Freund der ... hier könnte Professor ebenso wie Möbeltischler stehen. Aber mein Freund, der Nachtwächter oder Bürobote ... das ist für mich ziemlich schwer zu verkraften. Da schäme ich mich jetzt gerade ein bisschen dafür, dass ich mich bei dieser Vorstellung schäme. 

Aber wenn mir der neueste Mann im Umbruch unter den Bericht seiner diversen Frontalcrashs schreibt, dass schon mehrere Frauen dankend abgelehnt hätten angesichts seiner Lebensgeschichte und -umstände ... dann bin ich ja offensichtlich nicht allein mit meinem komischen Bauchgefühl. Es sei noch zu erwähnen, dass besagter Mann und ich bislang nur einige Mails tauschten. Weder kenne ich ihn also wirklich noch wurden bei ihm oder mir Gefühle entwickelt. Also noch rechtzeitig, um zu bremsen. Was ich nach einiger Überlegung dann auch tat. Weil ich ihn nicht als Versuchskaninchen benutzen will, sondern lieber erst einmal im Dialog mit mir selbst herausfinden will, was dieses Bauchgefühl da nun verursacht hat!

Wobei ich nochmals betone, dass es nicht der materielle Status ist, der mir etwas bedeutet. Sondern ... irgendwie der Grad der Eigenständigkeit im Arbeiten. Also eher ein brotloser Künstler als ein subalterner Hiwi. Auch wenn beide dasselbe Geld (nicht) verdienen.

Ist das nur für mich wichtig? Oder ... nur für Frauen?

Ich grüble ... 

 

 

22.10.2014 um 17:23 Uhr

Glück to go

von: Spring_Roll   Kategorie: La vie en noir

Musik: Walking on the Sunshine (Catrina and the waves)

Manchmal wird das Glück im Vorbeigehen fühlbar. Wörtlich sogar. Meine persönliche Portion Glück to go bestand in einer einfachen Rechnung. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln war mein Ziel 7 Minuten gehen plus evtl. Warten plus 7 Minuten Fahrt plus 10 Minuten gehen entfernt. Fast eine halbe Stunde also. Zu Fuß auch eine halbe Stunde. Also gönnte ich mir die zusätzlichen zwei oder drei Minuten. Zweimal. Hin und zurück. Am Fluss entlang und vom Wind durchgepustet - einfach nur herrlich!

Ganz nebenbei eine Stunde Bewegung gehabt und einfach nur, weil ich mich für eine Fortbewegungsart entschied. Und morgen ... habe ich wieder dort einen Termin. Und freue mich wie Bolle drauf, wieder zu Fuß zu gehen!

22.10.2014 um 09:08 Uhr

Sturm und Regen

von: Spring_Roll   Kategorie: La vie en noir

Musik: Raindrops are falling on my head ...

Nach dem letzten sonnengetränkten Wochenende nimmt sich nun der Herbst sein Recht. Vielleicht ist es auch die Jahreszeit und der Gedanke an das Rilke-Gedicht "Herbsttag" ... "Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben ...".

Doch die Regengüsse und der Sturm ... sie haben auch eine zutiefst reinigende Wirkung. Gestern abend ging ich durch den Regen und Wind nach Hause und freute mich auf die Wärme und das Licht meiner Wohnung. Auf das gemeinsame Essen mit meinen Söhnen (OK, China Take-Away, weil schon so spät) und einen Abend in Wollsocken auf der Couch (wurde dann Bett und Filmchen, ebenfalls weil spät). Nachts wurde ich wach vom Wind. Und kuschelte mich mit einem unvergleichlich wohligen Gefühl in meine Decken. Auch das ist Herbst. Das Gefühl von Geborgenheit in den eigenen vier Wänden. Dieses Gefühl, das ich letztes Jahr nicht hatte, weil meine vier Wände nicht mehr wirklich meine vier Wände waren. Eigentlich saß ich ja seit Anfang Oktober gedanklich auf gepackten Kisten. Aber jetzt ... bin ich angekommen und glücklich, wo ich bin. Und freue mich wie Bolle darauf, in diesem Jahr in Adventsdeko schwelgen zu dürfen und den Herbst mit seinen vielen Einladungen und Unternehmungen zu geniessen.

Die sentimentale Anwandlung von gestern wird vielleicht nicht die einzige bleiben. Denn auch wenn mein Single-Leben gut und bunt ist, bleibt die Sehnsucht nach dem DU. Aber sie soll mein Leben nicht dominieren.

In einem anderen wesentlichen Lebensbereich läuft es gerade wieder recht gut. Zwar wird sich meine finanzielle Situation in der Küche nicht bessern unter den derzeitigen Umständen, doch zeigte mir ein Gespräch mit Cheffe, dass mein Arbeitsbereich immer freier und unabhängiger wird. Ich habe im letzten Jahr einige Verantwortungen übernommen und gelte nun als Spezialitätenköchin, die weit über die eigene Hierarchieebene hinaus anerkannt wird. Ein Versuch von Cheffe, die neue Sous-Chefin als Zwischenebene zu etablieren, scheitert in Bezug auf meine Person ziemlich unspektakulär. Meine Rezepturen sind so individuell, dass zu viele Köche den Brei verderben ...keine Arroganz, sondern auch die Meinung der Kollegen, der sich Cheffe mehr und mehr anschließt. Dafür pushe ich ihn in anderer Hinsicht. Wir hatten ein gutes Gespräch. Und sind uns einig über Perspektiven.

Das Leben IST bunt ... jawoll! 

P.S. Und für das "Innere Bunte" habe ich gestern abend einen Film bestellt. Einen, den ich schon mal besass, wahrscheinlich verlieh und nie zurückbekam. Ich suchte ihn sogar mal über FB ... mit dem Resultat, dass ich von Freundinnen drei andere, längst vergessene DVDs zurückbekam ...

Online war das gute Stück vergriffen und nur noch zum Liebhaberpreis von rund 30 Euro gebraucht zu haben. Doch gestern morgen ... lachte es mich an. Gleich zwei Angebote in A*zon! Beide inklusive Versand um die 11 Euro für eine neue DVD. Zugegriffen. Und gerade über die Versandbestätigung gefreut.

Welcher Film das war? Der wunderbare Jean Reno als Gastwirt, der seiner todkranken Frau die letzte Grabstelle auf einem kleinen Dorffriedhof sichern will und deshalb versucht, seine Nachbarn am Sterben zu hindern. Köstlich und liebenswert, mit italienischem Flair und absolut sehenswert ... "Rosannas letzter Wille" ist Schokolade für die Seele!

21.10.2014 um 09:12 Uhr

Die Angst vor Mittelmäßigkeit

von: Spring_Roll   Kategorie: Seelische Gärung

Musik: Complicated (Avril Lavigne)

Am Ende des Tunnels fühlt es sich leer an. Haltlos. 

Waren die vielen Kontakte der letzten Woche echt? Oder nur eine Halluzination? Die vielen Männer, die mir interessiert schrieben ... geblieben ist keiner von denen, die mich hätten interessieren können. Geblieben nur die, die ein Leben haben wie das, dem ich Zeit meines Lebens entfliehe. Ländlich, bescheiden, beschaulich, bodenständig ... ohne die Neugierde, was hinter dem Horizont sein könnte. Ohne den Drang, zu entdecken. Die Art von Leben, die mir die Luft abschnürt. DIESE Männer wollen mich. Aber warum?

Und die anderen? Wollen andere Frauen. Nicht mich.

Ich habe Angst davor, eines Tages einzuknicken und nachzugeben. Dann, wenn die Bedürftigkeit zu groß wird. Mich auf einen Mann und ein Leben einzulassen, das nicht meins ist.

Aber ist Alleinebleiben "meins"? Bin ich stark genug dafür? Schaffe ich es, körperliche Bedürfnisse von Liebe abzukoppeln ... mir die einen zu erfüllen und auf die andere zu verzichten?

Oder heisst Liebe wirklich nur das, was sie für mich bisher bedeutete ... ob erfüllt oder unerfüllt ... Kampf und Leiden? Muss ich mich an den Gedanken gewöhnen, dass ich so, wie ich bin und fühle, niemals auf die "richtige" Art geliebt werde? Dass jeder Mann, der mich liebt, mich verändern und zerbrechen will? So wie der erste nach meinem Ehemann, so wie der, gegen den ich noch zwei Jahre später innerlich kämpfte? Oder dass er die Liebe einfach wegwirft, wie es jener Mann tat, der einen Sommer lang mein "ALLES" war?

Brauche ich die Suche noch? Dient sie einem Zweck? Tut mir das Ego-Boosting neuer Kontakte gut? Oder ist es damit wie mit Götterspeise ... nach dem zehnten Bissen kommt der Überdruss ...

Kann ich loslassen? Noch nicht. Noch glaube ich daran, dass etwas passiert. Dass da irgendwann ein Mann ist, der mich "erkennt". Und mit dem ich ganz ich sein kann ... mich nicht verliere. Der Countdown läuft. Keine elf Monate mehr bis zur großen Fünf Null. Wieder ein runder Geburtstag, der mir Angst macht. Der 30. ... Torschlusspanik auf der Hochzeit meines Cousins. Der 40. ... frisch verlassen von der Liebe eines Sommers. Der 50. ... ach, ich würde so gerne 50 in einer liebenden Umarmung. 

Aber nicht, wenn der Preis dafür ist, klein zu werden und klein zu leben ...  

 

20.10.2014 um 18:37 Uhr

Am Ende des Tunnels?

von: Spring_Roll   Kategorie: In the Jungle

Musik: a whiter shade of pale (Procol Harum)

Der Tunnel scheint zu Ende zu sein. Oder die Inkarnation kurz davor, sterben zu müssen. Ich frage mich manchmal, warum ich immer noch im D*chungel umherstreife. Denn die gelegentlichen Begegnungen gehen immer weniger unter die Haut. Sind es die Anderen, die weniger Eindruck machen? Oder bin ich es, die einfach abgestumpft ist in so vielen schriftlichen, telefonischen und auch persönlichen Kontakten?

Ich wünsche mir so sehr, einmal wieder echte Begeisterung zu empfinden und weiche Knie zu haben. Nicht nur die Freude darüber, dass sich jemand für mich interessiert, sondern dieses Kribbeln und Flattern, bei dem meine eigenen Hormone tanzen und die Chicas ihre Blusenknöpfe öffnen. Bei Zen war es Empfänglichkeit und Geschmeichelt-Fühlen. Auf meiner Seite tat sich zu wenig. Das letzte Mal voller Begeisterung ... das war wohl Breathless. Über ein Jahr ist das jetzt her und war nur so kurz. Und auch schmerzhaft.

Was soll es mir sagen, dass ausnahmslos jeder Mann, bei dem meine Hormone tanzten, nicht derjenige für eine glückliche, lange Beziehung war?  Soll mich das dazu bringen, ohne Überschwang in eine Beziehung einfach nur einzuwilligen? Gerade das funktioniert überhaupt nicht. Vernunftbeziehungen sind nichts für mich. Auf "er ist prima und solide" gebaut, scheiterte meine Ehe. 

Mehr und mehr gewinne ich dem Alleinsein etwas ab. Und dennoch vermisse ich das DU. Aber ich will dieses DU nicht mehr um jeden Preis. Nur noch mit jemandem, zu dem ich wirklich JA sagen kann.

Und was mache ich, bis ich diesem Menschen begegne? Oder wenn ich ihm nie begegne? Halte ich die körperliche Durststrecke einfach so aus? Fragen über Fragen. Ist die Nicht-Beziehung wirklich die Beziehung der 2010er Jahre? Bin ich altmodisch und daneben, weil ich ein ganzes JA möchte? Und: wie lange kann ich ohne ... nicht Sex, dafür gibt es andere Möglichkeiten ... aber wie lange komme ich ohne die schützende Umarmung eines Partners aus? DA liegt die wahre Bedürftigkeit. Auf Sex kann ich Jahre verzichten. Aber nicht auf dieses warme, wohlige Gefühl, dass da jemand mich in den Arm nimmt und dass dieser Mann mich will, liebt, mag, begehrt.

Wieder einmal verlasse ich den Tunnel allein. Schaue in den Spiegel und sehe mir beim Altern zu. Irgendwann werde ich so alt sein, dass der Wettbewerb sich wieder verändert. Schon heute haben die Medien die "alten" Liebesgeschichten entdeckt. Die Schmonzette dieser Tage hat alte Hauptdarsteller. Aber leider ist es kein Trost, dass sich 70jährige medial verlieben. Ich bin noch nicht einmal 50. Noch so lange bis dahin. Und so viel Leben bis dahin.

Jammern zwecklos. Wenn ich mich entscheide, meine Ansprüche an das Leben und einen Partner aufrecht zu erhalten ... weil es auch nicht anders geht! ... dann muss ich akzeptieren, dass es in meiner "Liga" sehr, sehr wenige Männer gibt, die gleichzeitig frei und gewillt sind, eine Beziehung einzugehen. Und auch, dass es Jahre dauern kann, bis ich VIELLEICHT einem von ihnen begegne, der dann auch noch mich will. Mich ... die anstrengende Frau mit der Nicht-Model-Figur.

Was ich nicht mehr will, ist das generöse Angebot von Trostpreisen. Nein ... ich suche nicht nach der Rolle der Kummerkastentante für verheiratete Männer und ich will auch nicht die "Zweitbeziehung" sein. Nein ... ich lasse mich nicht auf Lebensumstände ein, die sich anfühlen wie ein zu enger Mantel. Und Doppel-Nein ... nie wieder ein Mann, der nur herumjammert und am Leben leidet.

Was ich mir wünsche? Einen Mann, der mich begeistert ... weil er ist, wie er ist. Und der genauso JA zu mir sagen mag wie ich zu ihm. Ohne Druck, ohne Stress. Leichtigkeit der Annäherung, Lebensfreude. Der Alltag kommt irgendwann von selbst.

Aber so einen ... werde ich wohl nur durch einen riesigen Zufall finden ... 

 

 

 

20.10.2014 um 09:35 Uhr

These are some of my favourite Things ...

von: Spring_Roll   Kategorie: La vie en noir

Musik: Sound of Music (Julie Andrews)

Ich liebe es, morgens mit meiner Tasse Tee im Bett sitzend zu lesen, einen Film zu sehen oder im Netz herumzustromern. Liebe das Gefühl, dass der Tag draußen beginnt und ich meinem eigenen Rhythmus folgen darf. Dass ich in die Küche schlendern darf, statt zu hetzen, weil Bus oder Bahn nicht warten. Dass ich unabhängig war von den Streiks am Wochenende, weil nur zu Fuss unterwegs. OK, nicht ganz ... einmal Sardinenbüchse zum Flohmarkt hatte ich.

Ich liebe Flohmärkte ... und getreu zum Motto dieses Wochenendes die Eisenbahnermützen, die ich dort erwarb und die sich hervorragend auf meiner alten Garderobe machen.

Ich liebe die Herbstsonne, die so viel Kraft entfaltete in den letzten Tagen. Ich liebe den Fluss und den blauen Himmel und das goldene Laub.

Manchmal liebe ich meinen Job. Immer dann,  wenn ich nach Herzenslust mit Ideen und Zutaten spielen darf und mit meinen LIeblingsköchen von ganz-woanders zusammenkomme ... dann ganz besonders.

Ich liebe es, mich nicht "melden" zu müssen. Und ich liebe es, wenn meine Freunde mir zeigen, dass ich ihnen wichtig bin und sie Zeit mit mir geniessen.

Ich liebe schöne Dinge und das Bewusstsein, niemandem ausser meiner Bank Rechenschaft darüber ablegen zu müssen, was ich mir gönne und was nicht.Wie gestern abend, als ich glücklich die Dinge nach Hause trug, die meine liebe Frau Zee bei Glamour Girl gelassen hatte für mich. So schön!

Warum ich mich darauf besinne, was ich mag?

Weil ich das nicht verlieren möchte ...

Und deshalb ziehe ich die Notbremse, wenn ich das Gefühl habe, eine D*chungelbegegnung will mich begrenzen. Mir ein Leben schmackhaft machen, das sich anfühlt wie ein zu enger Mantel. Ich mag Deutsche sein. Einheimische aus der Region sogar. Aber mein Fühlen ist nicht eng und regional. Mit Vororthäuschen und dem Hang zur "gemütlichen Zweisamkeit" kann ich wenig anfangen. 

Und so schaue ich mir lieber das bunte Kaleidoskop an, das mein eigenes Leben mir bietet. Selbst wenn es von außen betrachtet gar nicht spektakulär sein mag ... meine innere Welt ist knallbunt und ständig in Bewegung. Anders ist in Ordnung. Anders ist spannend. Aber eben nicht die Art von Anders, die enge Rahmen schafft, die das Wachsen hindert und das Fliegen unmöglich macht. Nicht physisch, sondern seelisch.

Draussen ist ein herrlicher Herbsttag. Und auch, wenn ich nicht mehr weit von der undenkbaren Zahl 50 entfernt bin ... ich fühle mich so was von lebendig! 

Und das ist es, was ich mir von einem Mann wünsche: Lebendigkeit und positive Weltsicht. Kein Platz für selbstbegrenzende Jammerlappen ... das Leben ist schön! 

 

 

19.10.2014 um 08:28 Uhr

Jahresmotten

von: Spring_Roll   Kategorie: Seelische Gärung

Musik: Let's dance (David Bowie)

Der Herbst ist meine Zeit des Nachdenkens und Reflektierens, der Neuverortung und des Aufbruchs. Schon immer. Mein Leben vollzieht sich wie es scheint in Schuljahren oder Semestern. Nicht im Januar beginnt Neues, sondern im Herbst. Im Herbst ging ich ins Ausland. Im Herbst heiratete ich und im Herbst trennte ich mich. Mehrfach. Die letzte große Trennung durchzog einen ganzen Herbst lang. Der langsame Weg zur Erkenntnis, dass ich entweder aus der Achterbahn springen muss oder mit selbiger vor die Wand krache. Im folgenden Herbst war ich lange genug von jemandem weg, um aufbrechen zu können zu mir selbst. Programme überschreiben sozusagen. Heilen. 

Wieder einen Herbst später hatte ich genug Mut gefasst, um Veränderungen vorzunehmen, aufzubrechen. Und letztlich auch, mich wieder auf jemanden zu zu bewegen. Und dieser Herbst ist der, in dem ich auf meinen Single-Schuhen immer sicherer laufe. Ms. Need hat Urlaub. Auch wenn es immer wieder Situationen gibt, die mir die Grenzen des glücklichen Single-Lebens vor Augen führen. Insgesamt ist es aber viel besser als das, was ich in meinem Leben an Beziehungen hatte. Die Freiheit, mein Leben zu gestalten, ohne dass mich jemand an die Leine legt. Es hat sich gut angefühlt, nach Weit-weit-weg reisen zu können ohne dauernde "Rückmeldepflichten". Blue kriegte eine Mail und gut war's. Und als ich zurück kam, freute ich mich, dass Blue da war, aber danach hatte ich Ruhe, selbst anzukommen. Keine Pflichtanrufe außer einer kurzen Nachricht auf dem Band bei meinen Eltern. 

Alles hat seine Zeit. Auch das Abwerfen von "Krücken". Fast zwei Jahre habe ich mich mit Wandern aus der Ereignislosigkeit von Wochenenden gerettet. Dieses Jahr ist der Break. Ich stelle fest, dass ich mein Wochenende auch gerne anders nutze. Und auch, dass die Gruppe, die sich fast freundschaftlich anfühlte, vielleicht doch nicht das richtige "Zuhase" für mich ist. Auch deshalb, weil die Leute regional sehr auseinander wohnen und ich ein Problem habe, zu weit entfernten Wanderstartpunkten mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Meine Mitnahmemöglichkeiten sind weggebrochen. Und so akzeptiere ich, dass diese Phase vorbei sein könnte. Geniesse meine Sonntage jetzt auch anders.

Geblieben sind der Wandervogel und die Wüstentaucherin. Die beiden sind außerhalb der Gruppe Menschen, die mir als Individuen etwas bedeuten. Das ist kostbar. Und die Vogelschwester und den Dichter schließe ich da ein. Diese Menschen werden vielleicht - hoffentlich - länger in meinem Leben bleiben.

Die Satelliten-Männer im D*chungel? Ich weiß es nicht. Der interessanteste von ihnen lebt zu weit weg. Nicht ganz woanders, aber immerhin 600 km entfernt. Ich mag keine Rückmeldebeziehung am Telefon. Also könnte er vielleicht ein Freund in der Ferne werden. Aber meine Liebe eher nicht. Ich bin mal wieder in einem Tunnel, in dem an jedem Seitenstollen Kontakte warten. Aber ich glaube, ich werde ihn alleine verlassen, den Tunnel.

Manchmal bin ich schwach, wenn ich das Alleinsein betrachte. Besonders, wenn dann mein lieber Cineast mich wieder einmal eine tolle Frau nennt, die schon irgendjemand wertschätzen werde. Trostpreis nenne ich so etwas. Toll nennen mich nur die Männer, die mich nicht wollen. Also fuhr ich ihm über den Mund (schriftlich) und verbot ihm diesen Trigger-Ausdruck.

Ich glaube, ich habe kein Problem, noch einmal alleine aus dem Tunnel zu gehen ... diesmal ist es in Ordnung.

Neubeginn auch äußerlich - Sommerkleidung erfolgreich weggeräumt. Und ich freue mich darüber, dass sich mein Schrank mit jeder Saison mehr "verdichtet" - die Dinge enthält, die ich wirklich mag.

Es ist die Zeit des Aufbruchs - put on your red shoes and dance  ... wie Bowie schon sang ... 

18.10.2014 um 08:26 Uhr

Lianen-Postille

von: Spring_Roll   Kategorie: In the Jungle

Musik: The Lion sleeps tonight ...

Kuscheldecke on, Chips raus ... die neue Ausgabe der Lianen-Postille ist erschienen!

Meine Abenteuer im D*chungel sind ja inzwischen den meisten LeserInnen ein Begriff. Und nach längerer Pause möchte ich, angeregt von der Lady, mal wieder kurz schildern, wer oder was mir da so alles begegnet:

Kategorie: R*m*nce-Sc*mmer ... Er hat das passende Alter, ein ansprechendes Foto, keinen oder einen etwas schmalzigen Text und wohnt irgendwo in Deutschland, ist oft verwitwet. Er schreibt Sekunden nach dem Betreten mener Lichtung. Meist nur eine neutrale Begrüßung, manchmal aber auch einen übertriebenen Text. Wenn frau (ablehnend) antwortet, kommt umgehend die nächste Mail. Diesmal in fast unverständlichem Übersetzungstooldeutsch mit unverkennbaren Trigger-Words wie Treue, Seele, Gott etc. ... Löschen oder ein Satz in Englisch zurück und wir sind ihn los, den hoffnungsvoll in Afrika auf deutsches Geld hoffenden Bachelor.

Kategorie: Es ist kompliziert ... Oder auch: ich bin unterv*gelt und zu geizig für eine Professionelle. Tolles Angebot, das er da macht .. die Dauerfreundschaft "nebenbei". Aus seiner Sicht allemal. Aus meiner ... NICHT. Kann aber recht einfach beendet werden durch den Vorschlag, die Wochenenden miteinander zu verbringen und sich ostentativ auf gemeinsame Weihnachten zu freuen ;-)

Außerhalb der Kategorien sind die Begegnungen sympathischer ... 

Gestern zum Beispiel traf ich Mr. Maghreb. So benannt, weil Name und Herkunft nordafrikanisch, er selbst aber absolut einheimisch und noch nicht mal des dortigen Idioms mächtig. Sehr sympathisch. Angenehme zwei Stunden im Cafe. Eine weitere Verabredung ist geplant. Kein Kniezittern, aber das Gefühl, mit diesem Mann mehr Zeit verbringen zu wollen.

Im Paralleld*chungel lebt der Tycoon. Ein Jongleur mit großen Summen, der gerade wie Quixote gegen Windmühlen gegen abstürzende Kurse kämpft. Unser Kennenlernen war zufällig. Und wir mailen seit Wochen - lang und teilweise tiefsinnig. Ihn würde ich gern treffen ... mag seine Seele.

Dann gibt es da noch jemanden, der inzwischen den D*chungel verliess. Einen Blognamen denke ich mir noch aus. Wir haben mehrmals telefoniert. Und uns gut unterhalten. Jetzt wäre es Zeit für einen Kaffee.

Der Leichtherzige baggerte zunächst wie blöde ... und könnte ein amüsanter Abend werden. Mehr aber nicht.

Der Luftikus kommt von weither ... und ich verbiete mir selbst, auch nur daran zu denken. 

Und da ist noch der beschauliche Mann. Die Lichtung verhieß Vorortkäfig. Das Gespräch ging tiefer. Trotzdem wird es zwischen uns wohl nichts werden, denn mein Drang zur Veränderung und sein Bedürfnis nach Stabilität ... das geht nicht zusammen.

Ja ... und ... der Cineast ist auch noch da. Immer mal wieder. Und es tut immer weniger weh.

Nachtrag: Aufreger des Tages: der Begriff "Rubensfrauen". Wenn ich nach Peter Paul Rubens google, finde ich zum Beispiel das Bild "Die drei Grazien". Die dargestellten Frauen sind nicht fitnessgestählt. Sie haben Po und Bauch. Brüste eher kleine. Aber sie sind nicht das, was unter diesem Begriff inzwischen verstanden wird: DICK. Die drei Grazien tragen höchstens Größe 42. Vielleicht auch 44. Aber sie sind nicht DICK. Im Verständnis von Peter Paul Rubens bin ich eine normale Frau. Mit etwas mehr oben..Aber ansonsten schon ziemlich so wie diese drei. Hüften, Po, etwas Bauch nach zwei Kindern und einer größeren inneren Veränderung aus medizinischen Gründen. Insofern würde der Begriff Rubensfrau auf mich ebenso zutreffen wie auf Hundertausende von Frauen und Mädchen. 

ABER: inzwischen bezeichnet dieser Begriff dicke bis sehr, sehr, sehr dicke Menschen. Die Verhältnismäßigkeit stimmt nicht mehr. Früher gab es die Abstufungen dünn, schlank, normal, kräftig, mollig, dick, fett. Jeder wusste, was gemeint war. Heute ist die Skala verzerrt. Dünn gibt es nicht mehr. Schlank ist alles bis magersüchtig. Normal ist völlig undefiniert. Kräftig ging verloren. Und mollig bezeichnet alles ab ein bisschen kräftiger bis unendlich fett. Wo verorte ich mich also auf dieser Skala? Ich würde sagen, nach den alten Werten bei kräftig bis eventuell mollig. Nach den neuen bin ich völlig überfragt. Frauen kann ich meine Konfektionsgröße nennen und sie können sich darunter etwas vorstellen. Männern .. NICHT. Also suche ich weiter das Wort, das genau wiedergibt, wie ich bin. Und finde dieses Spiel in hohem Maße seltsam.

 

 

17.10.2014 um 09:35 Uhr

Langsam ankommen

von: Spring_Roll   Kategorie: Perspektivwechsel

Musik: September (Earth Wind and Fire)

Ja ... ist Oktober, je sais. Aber das Lied geistert heute früh durch meinen Kopf. Ich komme wieder langsam an im normalen Leben. Irgendwie hat mir der Ganz-woanders-Break gut getan. Und nun wartet nicht nur Routine auf mich, sondern heute nachmittag auch eine interessante D'chungelbegegnung. Es wird kühler, die Biergärten locken nicht mehr und der gemeine Single pirscht wieder. Mehr oder weniger jedenfalls. Es sind wenige Kontakte, dafür aber interessante. Ich weiß nicht, ob einer davon der sein wird, der die Latinas wieder zum Tanzen bringt ... aber zumindest sind es interessante, intelligente Menschen, die wahrscheinlich unterhaltsame Gesprächspartner sein werden. Mehr kann frau doch für's erste gar nicht verlangen. 

Und wenn es anders sein sollte und alles schief geht ... gibt es den Katastrophenbericht natürlich hier. Gelernt habe ich, mich selbst kritisch zu reflektieren und mit den Erwartungen eines Gegenübers abzugleichen. Neulich begegnete ich zum Beispiel einem recht sympathischen Kerl. Aber sene Lebensvorstellung ist Ruhe und Beschaulichkeit. Wer mich kennt, weiß, dass das nicht gut gehen könnte. Dazu bin ich einfach zu hibbelig und lebenshungrig. 

Heute nachmittag treffe ich jemanden, der diese Taktung teilen kann ... neugierig bin ich!

 

 

16.10.2014 um 19:48 Uhr

Irgendwie unwirklich ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Perspektivwechsel

Musik: Fade to grey (Visage)

Irgendwie habe ich gar nicht den Eindruck, in einem anderen Land gewesen zu sein. Klar, da waren die Schmitzens und überall wurde schmitz gesprochen. Und auch das Geld war anders. Die Summe vor dem Tausender entsprach dem, was es ungefähr in Euro gekostet hätte. Aber das Küchentreffen spielte sich in Räumen ab, die überall auf der Welt sein könnten. So eine Art Starfleet-Headquarters mit Standardzeit und Standardatmosphäre. Nur das mit der Standardtemperatur haben Schmitzens vergeigt. 

Die Schmitz-Küche mag ich. So sehr, dass ich mit Sous-Cheffe glatt heute mittag beim örtlichen Schmitz um die Ecke war und etwas aß, das ich in Weit-weit-weg probiert hatte. Da allerdings war das Gemüse unbekannter. Hier war's eher Salat. Schmeckt wirklich gut.

Und ich habe mir etwas gegönnt - schließlich bekomme ich ja noch Spesen für den Schmitz-Trip. Wer drei Tage lang Kekse zu Abend isst, darf sich vom Abendessensgeld auch Schuhe kaufen. Und eine Jacke. Das Geld wird reichen, denn beides hat nur je 30 Euro gekostet. Was für Ecco-Schuhe und eine S'Oliver Jacke nicht viel ist. Das habe ich gebraucht ...zumal mir in Weit-weit-weg ein Paar Schuhe irreparabel wegbrach.

To be continued ...