Frühlingsrollen und die Gesetze der Schwerkraft

07.01.2015 um 23:28 Uhr

Die neue Nostalgie

von: Spring_Roll   Kategorie: Rolle 2.0

Musik: I am a Roboter ...

Da wären wir wieder. Back to the future. Oder auch: Notebook statt Tablet. Mit ein paar Vorteilen neuerer Technologien wie Touchscreen-Bildschirm. Windows 8 ist noch ein wenig gewöhnungsbedürftig. Office als App lerne ich gerade. Aber das Schreiben mit Tastatur ... ist ein Traum. Und zum ersten Mal in meinem Leben schaffte ich es ganz alleine, einen Rechner in Betrieb zu nehmen. Selbsterklärend, bis hin zur WLAN-Freischaltung. Ich war baff ... hätte mit Blut und Tränen gerechnet und saß doch bereits nach einer Stunde vor dem komplett installierten Notebook. Obwohl ich abgelenkt wurde. Von Blue nämlich, der parallel mein neues Handy (eines von zweien, ich Krösus!) programmierte. Zwei deshalb, weil ich Wirbel sein altes abgekauft habe und von GlamourGirl ein weiteres - ebenfalls gebrauchtes natürlich - geschenkt bekam. Welches ich auf Reisen nutze, da kleiner. Mein altes Handy wird am Wochenende eingemottet. Und ich bin sehr gespannt, wie oft der Kundenrückholservice bis dahin noch angerufen haben wird. Heute sieben Mal. Dabei ist die Nummer, die mich so terrorisiert, seit drei Tagen gesperrt ...

Neue Technik und alte Gefühle. Die des fehlenden Deckels nämlich. Die kochten in den letzten Tagen wieder einmal hoch. Brühe aus Selbstmitleid mit Singlefrustcroutons oder so. Ich komme drüber weg. Bald. Wie ich jedes Mal drüber weg gekommen bin. Die Arbeit hilft. Und Blue amüsiert mich zurzeit. Herr Ich-bin-so-erwachsen-Blue wollte sich ja einen Roller kaufen und fachsimpelte täglich über 50 KW und Drosselung auf 45 km/h. Klickte sich durchs Netz und hatte Angst, die Gelegenheit eines 1.800-Euro Rollers zu verpassen. Meinen Tipp, einen Mann anzusprechen, der Roller vermittelt, belächelte er zunächst. Der Tipp kam von den Kaczmareks, war also solide. Worauf ich heute den Roller-Experten selbst ansprach ... und Blue das Bild eines hübschen Rollers rüberbeamte. Mir sagte Blue aber direkt, dass das alles nichts für ihn sei, da "gedrosselt". Eine Stunde später saß ich bei der Zuhörerin und Blue verkündete telefonisch, dass er DEN Roller wolle. Den vom Bild, iss klar!

Aber weil das auch der gewesen wäre, für den ich mich entschieden hätte ... bin ich gespannt auf den Besichtigungstermin morgen ...

07.01.2015 um 12:35 Uhr

Leinen los!

von: Spring_Roll   Kategorie: Seelische Gärung

Musik: I am sailing (Rod Stewart)

Das neue Jahr ist noch keine Woche alt. Und irgendwie fühlt es sich sehr fremd und unwirklich an. Ich treibe durch die Tage und es gelingt mir nicht, Anker zu werfen in diesem 2015. Da ist gerade zu wenig, das mich erdet. Alles fühlt sich irgendwie nach Aufbruch an. Nach Flucht sogar. Ich weiß bloss nicht wovor und wohin. In meinen wilden Nachtträumen sind es Hunnenhorden. Keine Ahnung warum.

Tagsüber fühle ich mich verloren. In der Suche hatte ich mich verankert. Das war mein Fixpunkt ... die Suche nach Mr. Fast-Richtig. Diesen Fixpunkt habe ich jetzt nicht mehr. Aber nichts, was ihn ersetzt. Das Ziel Liebe war mein Anker im Leben in den letzten elf Jahren. Und egal, ob ich gerade um die Liebe zu einem bestimmten Menschen kämpfte oder um mein eigenes Überleben. Ob ich in einer Beziehung war oder danach suchte - nie stellte ich meine Mission infrage: die Liebe zu finden. Den EINEN, den für das bedingungslose JA. Und wie so viele ungeliebte Töchter hoffte ich darauf, dass diese Liebe alles verändern würde.

Im letzten Jahr habe ich begonnen, mich von diesem Traum und damit auch von der Suche zu lösen. Das fällt verdammt schwer. Eigentlich war ich fast sicher, dass ich zu den Feiertagen wieder schwach werden würde. Doch ich war stark genug, die Leere auszuhalten und mich der Sinnlosigkeit zu stellen. Die Suche war mein Sinn ... seit zehn Jahren. Und sie hat mir auch einiges gegeben. Freunde wie die Hummel und den Weißwäscher zum Beispiel. Aber sie hat mir auch viel genommen - vor allem mein Vertrauen in mich selbst und meine Liebenswürdigkeit ... im wörtlichen Sinne.

Im November zog ich die Notbremse. Woanders etwas später. Und ich begann, lauter Dinge für mich zu tun, die ich bisher alleine nicht wagte. Wie Steuererklärungen. Unangenehme, aber nötige Dinge. Dinge, die dazugehören, wenn ich akzeptiere, dass ich langfristig allein für alle meine Lebensbereiche zuständig bin und niemand mir etwas abnehmen wird. Ich sortiere meine Unterlagen, will mein Leben sortieren.

Auch in einem anderen Bereich kam die Suche zum Erliegen. Einkaufen macht keine Lust mehr. Ich muss nicht mehr nach dem perfekten Teil suchen, weil ich nicht mehr daran glaube, dass es mich verwandeln kann. Verwandeln kann nur ich mich. Und das auch nur auf die unangenehme, aber nötige Art. Heißt Verzicht auf Süßes und Kalorisches, heißt Mengenreduktion. Und natürlich viel Sport. Der ist im Grunde angenehm, wenn ich einmal wieder in der Routine ankomme. Am letzten Samstag war ich in Nachbargroßstadt mit Blue. Wir mussten ihn einkleiden. Auch ich habe geschaut. Aber nichts gekauft. Und das ist ungewöhnlich für mich. Irgendetwas finde ich immer, auch wenn ich eigentlich glaube, nichts zu suchen. Zuhause sind die Schränke überfüllt. Zeit, das zu ändern. Und auch Zeit, mich von Dingen zu trennen. Wieder einmal.

Ich suche nach dem Puzzlestück, das das Loch in meiner Seele schließt. Ist es ein Mann? Der, der mir seit 11 Jahren nicht begegnet? Oder kann Konsum oder Essen es füllen? Das Loch in der Seele ist ein tiefer Krater.

Vielleicht sollte ich einfach lernen, mit der Kraterlandschaft zu leben ...

 

05.01.2015 um 22:53 Uhr

D*chungelfieber

von: Spring_Roll   Kategorie: In the Jungle

Musik: Africa (Toto)

Das Fasten fiel mir leicht diesmal. Seit November kein D*chungel. Doch etwas fehlt mir ... die Chance auf Glueck. Das gewisse "Koennte-sein". Und die abendliche Kommunikation mit anderen Suchenden. Die Nachteile ueberwiegen ... doch die Sehnsucht nach der Eventualitaet bleibt meine Begleiterin. Sehnsucht, fuer die momentan die Ersatzschokolade herhalten muss ... auch keine wirkliche Loesung. Insbesondere dann nicht, wenn mein sowieso uebergewichtiges Ich irgendwann mal wieder anziehend und begehrenswert sein moechte. 

Gut, dass ich wieder arbeite. Die Lethargie der Festtage stimmt melancholisch. Was habe ich mich vor Weihnachten auf Baum und Deko gefreut ... und nun ist es mir verleidet, weil niemand sich mit mir daran erfreute. Nein, die hoechste Festzeit des Jahres ist eine furchtbare Mogelpackung. Im Kleingedruckten steht naemlich " ab zwei Personen" oder auch "nur fuer Paare".

Das MuenchnerKindl hat sich wieder mal vom Zuckerhut getrennt. Aber vorher noch romantische Weihnachten mit Kurzreise in die Goldene Stadt gehabt. Alles wunderbar ... aber eben nur als Paar. Als Single passt du nicht ins Raster. Nirgendwo, wo Paare sich tummeln. Wie gestern ... Brunch bei Feline. Vier Paare. Meine Ansprechpartner waren die Kinder und der Hund. Nicht, dass Feline nicht aufmerksam waere ...aber der Tisch hatte acht Plaetze. Highlight des Tages war ein Gespraech mit Felines Mann ueber Managementtrainings und Notebooks ...

Ich bin wieder zynisch? Yepp, bin ich ... und mit gutem Grund!

 

05.01.2015 um 12:27 Uhr

Incognito

von: Spring_Roll   Kategorie: Stress und Konsorten

Musik: She works hard for the money (Donna Summer)

So. Da wäre ich wieder. Back to Küche. Der Einstieg schon wieder holprig dank unserer exzellenten Nahverkehrsversorgung. Anschluss mit 7 Minuten Wartezeit am Hauptumsteigebahnhof. Wechsel eine Station früher funktioniert mit ein wenig Laufen ohne Wartezeit. Heute nicht. Heute war die eine Bahn zu früh und die nächste fiel aus. Ohne Durchsagen, ohne Anzeigen. Letztlich wartete ich meine 8 plus weitere 20 Minuten. Und kam zu spät zum Arzt. Folglich zu spät in die Stadt und doppelfolglich nicht zum Sport. Sondern in die Küche, in der ich ja bekanntlich offiziell erst Mittwoch wieder bin. Startete durch mit Vergessen meiner Code-Daten und musste die Security bemühen. Fand ein paar Zeitbömbchen im Stapel. Und schon wabern die ersten Verbrannt-Aromen um mich herum.

Doch langsam, ganz langsam, lösen sich die Knoten. Der viel-zu-teuer-Telefonvertrag ist gekündigt und läuft endlich aus übernächste Woche. Wechseln werde ich schon früher - allein, um die ständigen Anrufe des "Rückholservice" zu unterbinden. Drei Steuererklärungen sind abgegeben. Die Kostenerstattung für Blues Klammer kann ich in Angriff nehmen, wenn die letzte Rechnung vorliegt. Heute organisiert Blue meinen neuen Handyvertrag. Erstmal eine Simpel-Lösung. Nach dem "Richtigen" suche ich in Ruhe. Der neue Computer ist bestellt seit gestern. Recherche, Beratung und ein letztes Gespräch mit Felines Mann gaben den Ausschlag für ein kleines Gerät mit viel Speicherplatz und integrierter BüroBüro-Vollversion. Passt. Ende der Woche kann ich also auch zuhause wieder auf eine funktionierende Tastatur zurückgreifen. Wird auch Zeit. Höchste Zeit.

Und dann folgen all die Gedanken, die mir wirklich wichtig sind ...

02.01.2015 um 13:42 Uhr

... der Esel, der bin ich!

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Always look at the bright side of life (Monthy Python)

Ich bin der Esel, der seiner Möhre hinterherrennt. Immer. Die Möhre wird ausgewechselt. Auch der, der die Angel hält, an der sie hängt. Immer mal wieder. Mal ist es Erfolg, dem ich vergeblich hinterherhechle, mal Glück, oft Liebe. Deshalb ist es so leicht, mich mit der Möhre zu ködern. Weil ich so wild bin auf das, was sie symbolisiert. Endlich glücklich. Endlich sorglos. Endlich nicht so allein fühlen. Denn das ist die Tragik der ewigen Singelin ... sie fühlt sich allein auch in Gruppen naher Menschen. Deshalb ist es für einen einigermaßen gewitzten Mann so einfach, mich herumzukriegen. Gib mir nur ein wenig Zuwendung. Ein paar Komplimente, ein bisschen Begehren ... vielleicht noch gemeinsame Pläne und die Intimität einer innigen Umarmung ... und ich falle um. Sofort. Und renne fürderhin der Möhre "Liebe" hinterher. So lange, bis ich breche. Oder jedenfalls fast. Bislang hat die Reißleine immer so eben noch funktioniert, wenn es selbstzerstörerisch wurde, das Rennen. 

Beim nächsten Mann wird alles anders, versprach ein Kultroman der 1980er. Jedes Mal war alles neu und frisch. Gleich war nur der Absturz. Aus unterschiedlichen Gründen. Mal rannte der Mann mit der Möhre schneller oder hängte sie höher. Mal erwischte ich sie und sie war faul. Von innen zerfressen und unbekömmlich. Doch es gab ja mehr Männer. Und so schöne Möhren! Nur ich, der Esel, wurde nicht schöner sondern immer zerzauster und verbrauchter vom ewigen Rennen. Für die nächste Möhre brauchte ich Kraft und frass mir ein wenig Winterspeck an. Das half zwar bei der Kondition, liess mich aber langsamer werden. Oder die Männer beschlossen, dass ein jüngerer, schnellerer Esel besser zu ihnen passt.

Im November 2014 lief ich plötzlich langsamer und beim Anblick der herumhängenden Möhren verschlug es mir den Appetit. Jetzt schleiche ich alter Esel auf meinen wunden Hufen weiter. Ohne wirkliches Ziel. Aber mit dem Gefühl, vergeblich gerannt zu sein. Alte Esel gehören in die Salami. Oder bekommen irgendwo das Gnadenbrot, wenn sie Glück haben.

Ich will nicht ungerecht sein. Es gibt auf dieser Welt Menschen, die mich mögen oder sogar lieben. Meine Kinder. Meine Eltern ... auch wenn sie mich nicht immer verstehen. Meine Allerbeste und meine anderen nahen Menschen. Es gibt eben nur nicht den Einen, der mich anschaut und für den ich alles bin. Der, der mich will und ich ihn. Den Partner für mich, den gibt es nicht.

Selbstliebe habe ich mühsam gelernt. Sie gibt mir das Gnadenbrot. Sicherlich besser als die Abhängigkeit von jemandem, den ich nicht liebe. Aber auch nicht die beste Alternative. Eine andere habe ich aber zurzeit nicht. Ich lahme zu sehr, um mich wieder ins Rennen zu werfen. Keiner wird mich mit meinem struppigen Fell und meinem dicken Bauch aus dem Gatter locken wollen. Keiner wird mir in die Augen und in die Seele schauen wollen, wenn doch der ganze Pferch voller junger, gesunder Eselinnen mit glänzendem Fell ist. Ob diese Eselinnen leuchtende Augen und einen strahlenden Geist haben, ist den Männern am Gatter egal. Sie begutachten die Flanken und die Beine und treffen ihre Entscheidung. Und die Männer, die selbst nicht mehr schnell laufen, ziehen halt Rollschuhe an, um so schnell zu sein wie die junge Eselin, die sie erwählten. 

Im Pferch zurück bleiben wir: die alten Eselinnen. Am Rand stehen ein paar Männer, die sich für andere Strategien entschieden haben. Die Metzger, die uns locken und zu Salami verarbeiten wollen nachdem sie uns mit vorgegaukelten Gefühlen aus dem Tor lockten. Und die sehr alten Esel, die hoffen, dass wir unser Gnadenbrot mit ihnen teilen und uns vor das Messer des Metzgers werfen, wenn er nach ihrem Halsstrick greift. Die ewig schwachen, die darauf warten, dass wir sie versorgen. Die allzu bedürftigen, die uns ausbeuten und aussaugen wollen. Und unser Appetit auf Möhren wird immer weniger weniger. Gefühls-Gnadenbrot mit 49 ...  

Mein Gnadenbrot muss mir niemand geben. Das kann ich selbst. Aber es darf dann auch niemand erwarten, von mir mitversorgt zu werden.

Und was heißt die Parabel für mein Leben?

Sehr einfach. Ich arbeite daran, von der Suche nach Mr. Fast-Richtig unabhängig zu werden und mich selbst zu versorgen. Auch emotional. Das bedeutet aber im Umkehrschluss, dass ich mich unabhängig mache von allen, die mich aussaugen und von meiner relativen Stärke profitieren wollen. Ich kann Kraft verschenken, aber ich lasse sie mir nicht mehr ungefragt wegnehmen.

Ich plane mein Leben alleine. In letzter Konsequenz heißt das: ab einem bestimmten Zeitpunkt auch ohne Söhne. Nach den einsamen Abenden des Weihnachtsfests und einer nachdenklichen Nacht nach der Silvesterfeier plane ich gedanklich schon, welche Dinge aus meinem alten Leben mich durch diesen Übergang begleiten und welche nicht. Ich fühle mich auf der Durchreise. In jeder Hinsicht. Bin mal wieder ungeduldig. Allein und doch nicht unabhängig - ein schlechter Deal!

Das Jahr meines 50. Geburtstags ist das Jahr, an dem ich mein Leben komplett infrage stelle. Das Jahr, in dem ich mich frage, wohin ich gerannt wäre, wenn da keine Möhre gewesen wäre. Die Vergangenheit ändern kann ich nicht. Aber meine Zukunft ... die soll besser werden als das Jetzt. Damit mein Gnadenbrot mir irgendwann wirklich schmecken kann. 

01.01.2015 um 21:55 Uhr

Wir bleiben hier?

von: Spring_Roll   Kategorie: Perspektivwechsel

Musik: Fade to grey (Visage)

Neues Jahr - neues Glueck?

Ich hoffe ... JA!