Frühlingsrollen und die Gesetze der Schwerkraft

13.09.2013 um 13:11 Uhr

Kein Schwein ruft mich an ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Stress und Konsorten

Musik: So lonely (Police)

Um Irrtümern vorzubeugen: es handelt sich NICHT um Liebeskummer. Sondern um eine wesentlich zerrüttetere Beziehung als es selbst die mit einem Partner sein kann ... meine sich dem Ende zuneigende Beziehung mit dem Rosaroten Riesen, einem führenden Anbieter von Telekommunikationsdienstleistungen (wobei ich den Wortteil Dienstleistungen ...nunja). 

Und nun in medias res ... mittenrein ins Thema:

Ich heisse Rolle und bin eine Küchenschabe, pardon: Privatkundin. Seit dem vergangenen Freitag war mein Telefonanschluß gestört. Weder eingehende noch ausgehende Anrufe waren möglich, Internetempfang ebensowenig. Störungen geschehen. Das ist eine Tatsache. Und wenn sie dann seitens des Unternehmens kompetent, schnell und kundenorientiert behoben werden, verursachen sie zwar Unannehmlichkeiten, aber nicht die weißglühende Wut, die mich durch die letzten Tage begleitete. Seit Freitag werde ich in Warteschleifen geparkt, fehlinformiert, versetzt und vertröstet. Hier das Protokoll der Geschehnisse:

Freitag: Blue hat nachmittags keinen Internetzugang. Ich versuche, zuhause anzurufen und erhalte eine Ansage „keine Verbindung“. Zuhause angekommen, versuche ich mein Glück beim Kundenservice, dessen Nummer so versteckt ist auf der Internetpräsenz, dass ich mit meinem mobilen Endgerät nicht drankomme und den Röllchenpapa nebst PC einschalte. Zwei vergebliche Versuche (Warteschleife ca. 15 min pro Versuch, Leitung tot, erneuter Versuch) später erreiche ich endlich die Störungsstelle, nur um zu erfahren, dass die Kollegen, die mir helfen könnten, seit 5 Minuten (siehe Warteschleife!) Feierabend haben und man mich Samstag zwischen 8 und 9 anrufen werde.

Als am kommenden Morgen 8.45 niemand angerufen hat, nehme ich das Job-Handy (damit das andere frei bleibt) und stelle mich wieder der Maschine. Beim 2. Versuch erreiche ich jemanden und stelle fest, dass der Bearbeiter vom Freitag meine Nummer falsch notiert hat. Der Disponent versucht mir neue Verträge zu verkaufen, was ich ablehne, sichert mir aber auch einen Techniker für den folgenden Dienstag,  18-20 Uhr zu, den ich trotz Verärgerung über die lange Wartezeit bestätige.

Trotz Engpass im Job verlasse ich das Büro am großen Tag eine Stunde früher, um wirklich um 18 Uhr zuhause zu sein. Um 19.45 sitze ich immer noch alleine da, noch kein Techniker erschienen und auch kein Anruf auf meinem Handy. Ich rufe wieder die Servicenummer an und werde erneut 35 Minuten in Warteschleifen gehalten. Beim dritten Versuch erreiche ich jemanden – ich habe mein Anliegen Störung inzwischen durch Beschwerde ersetzt, das geht, wenn man sich einmal durch die Umweg-Abwehr gequält hat, etwas schneller. Der Mitarbeiter ist freundlich, muss sich aber inzwischen meinen gestauten Ärger anhören. Natürlich hat die Disposition Feierabend und nur Hartnäckigkeit meinerseits fördert die Aussage zutage: „Der Mitarbeiter hat es nicht geschafft und es sich für morgen eingetragen“. Ohne mit mir Rücksprache zu nehmen natürlich! Ich bestand auf einem Anruf der Disposition direkt morgens um 8 am Mittwochmorgen.

Ich bestand. Aber auch das machte keinen Unterschied. Kunde gleich Schabe, ich errinnere. Von 8.10 bis 8.50 durchlebte ich wieder in diversen Warteschleifen die gesamte Skala von Wut und Ohnmacht . Wenn ich jemanden erreichte, wurde ich nicht durchgestellt, sondern „geparkt“. Um 8.50 wurde mir dann ein Rückruf des Disponenten versprochen, der gegen 9.10 erfolgte. Ein Termin für Mittwoch wurde mir zu "90 Prozent" in Aussicht gestellt. Klar, dass ich auch dafür wieder früher aus dem Job musste!!! Sinngemäß erhielt ich die Auskunft, man habe viele Störungen und Personalengpässe und ich sei ja nur eine von 40 Millionen Privatkunden … aka SCHABEN!

Um 15 Uhr teilte mir Herr Disponent dann die frohe Botschaft mit, dass meine Terminwahrscheinlichkeit bei 95(!) Prozent liege! WOW ... he made my day! Der Techniker sollte um 18 Uhr kommen. Er kam um 17 Uhr. Rief mich an und ich konnte ihn wenigstens überreden, zu warten, bis ich den Weg aus Arbeitsstadt zurückgelegt hatte. Doch bereits im Zug rief mich Wirbel an, dass laut Anruf eines Technikers alles behoben sei! War es aber nicht. Fon und Wlan ja, Internet nicht. Zum Glück rief der Techniker noch einmal an ... und um 18.30 waren wir dann endlich, endlich, endlich wieder kommunikationsfähig!!!

Seit Auftreten der Störung habe ich 10 Stunden in Warteschleifen und mit vergeblichem Warten auf Techniker verbracht.Ich habe zwei private Termine verpasst und drei Stunden Arbeitszeit investiert, die ich an anderer Stelle nacharbeiten muss. Eine PC-Telefonkonferenz am Sonntag fiel aus.

Und ich habe mich in einem Maße geärgert, das mir bis dahin fremd war. Ich habe Trainings in Konfliktmediation absolviert und verfüge über einige diplomatische Erfahrung. Doch das, was ich seit Freitag erlebe, lässt mich vor Wut kochen.

Ich bin KUNDIN. Seit über 20 Jahren. So etwas nennt man „Treue“. Allerdings werde ich es nicht mehr lange sein. Denn nach dem zweiten (siehe Februar 2011) derartigen Erlebnis betrachte ich unser Vertragsverhältnis als zerrüttet.

Kann man sich von seiner Telefongesellschaft scheiden lassen???

 

 

Ach ja: Nicci - geheult habe ich mittags vor Hilflosigkeit und Wut, als ich einer Freundin die ganze Geschichte erzählte ... und fünf Minuten später mit ebendieser Freundin herzlich darüber gelacht!

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. TheNicciPain schreibt am 13.09.2013 um 14:09 Uhr:Da hätte ich auch wieder vor Wut geheult ... aber vorher da .. da .. wäre ich am Telefon EXPLODIERT =))
  2. Spring_Roll schreibt am 13.09.2013 um 14:53 Uhr:Ich BIN ... mehrfach.
    Und glaube mir ... das Sturmtief Rolle ist nicht ohne!
    Mein Kriegspfad hätte mich bei weiterer Verzögerung übrigens direktemang in das Vorstandsbüro jenes Unternehmens geführt und natürlich auch in interessante Pressebereiche ...
  3. synchrono schreibt am 13.09.2013 um 16:03 Uhr:Klar gibt es die Scheidung vom Anbieter, und die ist auch echt billig. Aber es gibt auch die Gewissheit, dass es bei den anderen potentiellen Partnern nicht anders ist. Ein Geschädigter... ;-)
  4. lousalome schreibt am 13.09.2013 um 16:12 Uhr:Da muss ich synchrono leider beipflichten: auch habe leider sehr ähnliche Erfahrungen mit anderen Anbietern gemacht. Auch die Wutausbrüche meinerseits waren ähnlich. :-/
  5. TheNicciPain schreibt am 13.09.2013 um 19:35 Uhr:Wechsel! Aber nicht zum Anbieter mit der ZahlUndZahl !!! Ganz ganz übel! Und Draht-Schland wurde vom roten Anbieter aufgekauft, d.h. dort gibt es demnächst wohl auch Erhöhungen, weil der rote Anbieter auch in seinem Mobilnetz eher der teure ist ...

    Nicht verstanden???
  6. annaswelt schreibt am 13.09.2013 um 23:32 Uhr:Man kann nicht mit ihnen aber auch nicht ohne...
  7. Spring_Roll schreibt am 14.09.2013 um 08:27 Uhr:Na ja ... der freundliche Techniker hat mir ein paar sehr gute Tipps gegeben, wie ich künftig beim alten Anbieter Geld spare und mich durch Warteschleifen navigiere ...
    Tipp 1: NIE auf die Maschine reagieren, sondern unverständliches Zeug brabbeln ... dann kommt schneller ein Mensch ans Fon :-)))
  8. Spring_Roll schreibt am 14.09.2013 um 08:29 Uhr:Und Danke, Synchrono, für deinen Kommentar ... so stiess ich auf deinen interessanten Blog!!!

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