Frühlingsrollen und die Gesetze der Schwerkraft

06.06.2013 um 00:02 Uhr

Sofortmaßnahmen ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Error (m)

Musik: Stronger (Kelly Clarkson)

Was uns nicht tötet, macht uns nur härter ... wusste ich allerdings schon vor dem eingängigen Liedchen von Frau Clarkson.

Der "Fangschuss" heute früh war nötig. Auch meine Reaktion. Ich musste es zumindest schriftlich haben, was für ein verdammter Feigling er ist. Aber eigentlich wusste ich schon gestern früh, was los war. Tief im Unterbewusstsein war es mir klar, sobald er mich ansah nach dem Aufwachen. Als er ging, bin ich zurück ins Schlafzimmer, räumte ein bisschen auf ... und erst Minuten später merkte ich, dass ich die Bettwäsche, die erst wenige Tage aufgezogen war, wechselte. Untrügliches Zeichen dafür, dass ich Abschied fühlte. Als ich abends seine Mail-Antwort las, wurde das Bauchgefühl zur Gewissheit. Und so, so dankbar bin ich dem Cineasten, dass er mit seinen Mails eine virtuelle Schulter bot. 

Heute morgen dann der Cut ...  wie gut, dass ich vorher im Wald gewesen war und ansatzweise ruhig war. Ich konnte die Mail schließen und erst einmal zur Arbeit fahren. Und nachdenken, bevor ich antwortete. Nicht unfair, aber spitz. Pointiert. Geschrieben, um zu treffen. So kenne ich mich normalerweise nicht. Vielleicht wird es Zeit, auch einmal auszuteilen statt nur immer einzustecken. Übertag habe ich mich abgelenkt .. Arbeiten vorgezogen, die mein Hirn komplett binden, mich in einen Flow bringen. Mein Password im Büro-PC umgestellt, weil es sich auf ihn bezog (der routinemäßige Passwordwechsel fiel mit unserem Kennenlernen zusammen). Und mir danach Gutes getan ... Reiki bei Frau Laufpartnerin. Und kurz mit besterFreundin, GlamourGirl und Münchner Kindl gemailt. Tat gut. Und Reiki war wieder mal unglaublich. 

Lohan ... ich weiß nicht, wie es dir geht, aber bei mir laufen Filme ab während Frau Laufpartnerin mir Reiki gibt. Ich war wieder an dem Strand, an dem mein Innerstes auf dem Sand liegt wie eine durchsichtige Gallertröhre. Wenn es mir nicht gut geht, ist die Röhre graurotglimmend und pulsiert ungesund. Wenn das Wasser sie durchspült, wird der Tubus im Gleichklang der Meditationsmusik klar und blau schimmernd. Der Strand ist eine Bucht, mit ein paar Palmen. Neulich war der Himmel bedeckt. Und ich saß meditierend (für mich nicht gerade normal) im Schneidersitz am Strand, während der Cineast grübelnd am Ufer stand und auf das Wasser schaute. 

Auch heute war ich nicht allein ... aber bei mir war ich selbst als Kind, mit vielleicht 8,9 Jahren. Mein kleines Ich war verschmutzt und verwahrlost und es weinte. Mein großes Ich war am Rücken verletzt, hielt aber mein kleines Ich von hinten umarmt und beschützte es. Der Strand war dunkel, das Meer wild und ständig wurden Dinge angeschwemmt. Ich weinte ... im Bild wie im Realen. Und ich konnte es nicht unterdrücken. Zeitweise stand auch der Cineast neben uns ... auch ihm geht es momentan nicht gut. Irgendwann beruhigte sich die Szenerie. Mein kleines Ich schlief in meinen Armen ein ... langsam klarte sich der Himmel auf.

Ich kenne diesen Strand nicht ... und frage mich, was er mir sagen soll. 

Die Reiki-Stunde jedenfalls war gut für mich ... Chakren-Reinigung war genau das, was ich brauchte ... schließlich darf ich mal wieder beginnen, meine Schutzschilde wieder hochzuziehen.

Und mit Grausen denke ich daran, was wieder auf mich wartet. Ich bin eine Frau mittleren Alters. Schwer vermittelbar. Zu alt, zu dick, zu viel Familie, zu viel Hirn, zu viel Tempo. Und wieder muss ich auf diesen widerlichen Markt und mich selbst feilbieten. Preisreduziertes Mängelexemplar kurzfristig abzugeben. Die Alternative ist noch viel schrecklicher ... allein bleiben. Eine skurile, alte Frau werden, die mangels Partner ein Ehrenamt annimmt. Nichts gegen Ehrenämter ... aber ich möchte doch so gerne Liebe und Nähe!

Und endlich mal loslassen dürfen ... 

Nachtrag: Er hat noch einmal geschrieben ... sich entschuldigt mit den Worten, die eine Frau am wenigsten erträgt. "Du bist die Tollste, es liegt an mir ..."  

Und im nächsten Atemzug dann das, was ihn störte ... meine "Schrulligkeiten". Damit meint er nicht mein Verhalten im Wachen ... das bezeichnete er vor wenigen Tagen als "erholsam unzickig". Nein ... um den Nachtschlaf geht es. Da sei ich "schrullig". Klar, die Straße vor meinem Fenster ist wirklich zu schrullig,  ich könnte natürlich auch ein schulpflichtiges Kind hier schlafen lassen und selbst das Gartenzimmer nehmen ... und mein Schnupfen, der mich schnarchen liess, erst recht schrullig ... klar habe ich den mit voller Absicht! Dass mein Schlafzimmer eng ist und das Bett nur 1,40, weil eben kein grösseres Bett hier hineinpasst und ... ich wiederhole mich ... die Jugend die besseren Zimmer hat ... SCHRULLIG? Ok, dass ich keine blickdichten Vorhänge oder Rollos mag, weil sie mich nachts "einsperren" und weil ich gerne Sterne gucke, lasse ich als schrullig gelten ... aber mal ehrlich, lässt man DAFÜR eine Frau gehen, die wirklich "TOLL" ist?  Diskutieren will er darüber selbstverständlich nicht ... das KANN er nicht. Von und wegen seiner Ex-Liebsten und einer unschönen Trennung. Übrigens - just for the records - das war jetzt das dritte oder vierte Mal, dass ein Mann mir gar keine Chance gibt, weil eine Ex-Beziehung verbrannte Erde hinterliess. Ich sollte die Liste oben um "zu schrullig" ergänzen ...  

Wer etwas nicht will, findet eben 1.000 Gründe ...

P.S. Wie schrullig ist eigentlich jemand, der von allem die Etiketten entfernt, so dass Frau im Bad nur durch Trial und Error Abflussfrei von Mundwasser unterscheidet???

 

 

 

 

 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. lousalome schreibt am 06.06.2013 um 06:57 Uhr:Schrullig? Was den Nachtschlaf angeht? Nein, das ist ganz sicher kein Grund eine tolle Frau gehen zu lassen! Also wirklich ...
    Tut mir leid, dass es so kam, wie es kam - ich hätte dir das Glück gewünscht.
  2. lady_bright schreibt am 06.06.2013 um 09:14 Uhr:Schrullig? Mrs. Marple ist schrullig, aber du?! Es ist, wie du schon sagst, er sucht Gründe und seien sie noch so winzig, um sein Nicht-Wollen und Nicht-Können-Wollen zu entschuldigen.

    Wie sehr er dich damit an die Wand spielt merkt er gar nicht, da ist er schon zu weit weg im Kopf und wohl auch im Herzen. Aber so an der Wand bleibt dir ja nur noch die Flucht nach vorne und somit die pointierte Bissigkeit, die du von dir noch gar nicht wirklich kennst.
  3. Spring_Roll schreibt am 06.06.2013 um 09:58 Uhr:Pointiert bissig kann ich sein ... allerdings bislang nicht in Auseinandersetzungen. Und ich glaube auch, ich werde hier darauf verzichten. Jede weitere Kommunikation ist sinnlos ...
  4. Lohan schreibt am 09.06.2013 um 20:22 Uhr:"Wer etwas wirklich will, findet einen Weg, wer NICHT, findet einen Grund..."

    Ich denke, dass ist einfach für ihn die einfachste Art, sich Dich "schlecht" zu reden. Und ganz ehrlich: Vergiss es einfach! Das ist so blöd und in meinen Augen einfach vorgeschoben!
    Es ist egal, wie du schläfst, für jemanden, der dich so nimmt, wie Du bist, also hörst Du? => Mach es NICHT zu DEINEM, lass es bei ihm!

    Zum Rest schreib ich dir ne PN... Fühl dich ganz lieb umarmt,
    es tut mir wirklich leid für dich, ich hatte mich sehr gefreut, dass jemand an Deiner Seite ist, der wirklich passt... auch wenn es nur für eine Zeit ist... und wohl hattest Du Recht... Die Zeit war früher abgelaufen, als vermutet...

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