Frühlingsrollen und die Gesetze der Schwerkraft

05.01.2015 um 12:27 Uhr

Incognito

von: Spring_Roll   Kategorie: Stress und Konsorten

Musik: She works hard for the money (Donna Summer)

So. Da wäre ich wieder. Back to Küche. Der Einstieg schon wieder holprig dank unserer exzellenten Nahverkehrsversorgung. Anschluss mit 7 Minuten Wartezeit am Hauptumsteigebahnhof. Wechsel eine Station früher funktioniert mit ein wenig Laufen ohne Wartezeit. Heute nicht. Heute war die eine Bahn zu früh und die nächste fiel aus. Ohne Durchsagen, ohne Anzeigen. Letztlich wartete ich meine 8 plus weitere 20 Minuten. Und kam zu spät zum Arzt. Folglich zu spät in die Stadt und doppelfolglich nicht zum Sport. Sondern in die Küche, in der ich ja bekanntlich offiziell erst Mittwoch wieder bin. Startete durch mit Vergessen meiner Code-Daten und musste die Security bemühen. Fand ein paar Zeitbömbchen im Stapel. Und schon wabern die ersten Verbrannt-Aromen um mich herum.

Doch langsam, ganz langsam, lösen sich die Knoten. Der viel-zu-teuer-Telefonvertrag ist gekündigt und läuft endlich aus übernächste Woche. Wechseln werde ich schon früher - allein, um die ständigen Anrufe des "Rückholservice" zu unterbinden. Drei Steuererklärungen sind abgegeben. Die Kostenerstattung für Blues Klammer kann ich in Angriff nehmen, wenn die letzte Rechnung vorliegt. Heute organisiert Blue meinen neuen Handyvertrag. Erstmal eine Simpel-Lösung. Nach dem "Richtigen" suche ich in Ruhe. Der neue Computer ist bestellt seit gestern. Recherche, Beratung und ein letztes Gespräch mit Felines Mann gaben den Ausschlag für ein kleines Gerät mit viel Speicherplatz und integrierter BüroBüro-Vollversion. Passt. Ende der Woche kann ich also auch zuhause wieder auf eine funktionierende Tastatur zurückgreifen. Wird auch Zeit. Höchste Zeit.

Und dann folgen all die Gedanken, die mir wirklich wichtig sind ...

28.12.2014 um 22:57 Uhr

Wut und Ohnmacht im Doppelpack

von: Spring_Roll   Kategorie: Stress und Konsorten

Musik: Money for nothing (Dire Straits)

Ich schliesse mich einstimmig dem heutigen Blogigo Haul (NICHT!) an. Ausserdem auch dem Selbstlob Haul. Ebenso NICHT. Denn während ein IT Schlaumeier es schaffte, nicht nur diese Plattform zwei Tage lahmzulegen, sondern auch noch meine gesamte Seelensortiererei aus Dezember zu löschen, schaffte ich es, mit einem gezielten Fehlklick die Arbeit eines Nachmittags wiederholungswürdig zu gestalten. Denn fünf Minuten vor Ausdruck der Steuererklärung 2012 betrat Blue die Wohnung und polterte und sich umzog und ohn Unterlass redete. Ich druckte aus ... und beim entscheidenden "Möchten Sie speichern" versagte mein Hirn und mein Zeigefinger. Ich brauche eine Palme zum Kopfdagegendengeln ... und zwar pronto! Denn damit ich 2013 bearbeiten kann, muss ich die Daten - Sie ahnen schon woher? - übernehmen ... klar, aus 2012!

Die Blogigo Panne ärgert mich anders, aber nicht weniger. Die vielen, vielen Einträge werde ich nicht rekonstruieren können. Die sind unwiderruflich verloren, falls das IT-Genie nicht noch ein Backup aus der Montagmorgentasche ziehen sollte (was willkommen wäre).

Was ist nicht alles passiert in diesem Dezember? Was habe ich erlebt, gelernt, erfahren, konfrontiert und ausgehalten ... Weihnachten inklusive. Versuchen wir es mit der Nußschale, in die letztlich jedwede lange Geschichte verpackt werden kann im Klappentext des Lebens.

Mein Dezember war ...

... die Entscheidung, den D*chungel erst mal links oder rechts, jedenfalls fern liegen zu lassen
... jede Menge Weihnachtsfeiern .... indisch, afghanisch und bunt gemischt mit den Mädels
... Glühwein in allen Mengen und Varianten
... eine spannende Fortbildung und ein Besuch in Patentantenstadt mit viel Essen und viel Weißbier und interessanten Bahn-Erlebnissen
... die Erkenntnis, dass man niemals so ganz (aus der Küche) geht
... Freude über die Lizenz zum weihnachtlichen Kitschen und entspannte Weihnachtsvorbereitungen
... Schiss vor Heiligabend alleine und demzufolge generalstabsmässige Selbstüberlistung
... die Legalisierung eines illegalen Einwanderers .. .er hat dank Onlineportal jetzt endlich eine Hundemarke!
... Heiligmorgen mit dem MünchnerKindl und vielen, vielen Krustentieren (und viel, viel Wein), gefolgt von Kaffee bei meinen Eltern

... was im Resultat dafür sorgte, dass ich Heiligabend meinen Verstand mit Nonnenfilmchen sedierte und die Latinas in Winterschlaf schickte
... Selbstzerfleischung am Flussufer auf dem Weg zum Familienweihnachten, das bei uns SchwesterSchwager "machen"
... der Vorsatz, im nächsten Jahr einfach alleine in die Oper zu gehen, statt auch am ersten Feiertag ... Nonnenfilmchen! zu sehen
... die Umwidmung des 2. Feiertags zu steuerlichen Zwecken

und die Erkenntnis, dass ich einfach anders möchte als meine Familie. Die ist alt, die Erkenntnis. Und die wird sich auch nicht ändern. Aber mein Umgang damit. Gestern abend saß ich mit Lady Liberty in einer brasilianischen Bar und trank Cocktails. Beim dritten Cocktail und einer Band planten wir eine Weihnachtsparty für das nächste Jahr. Oder genauer: eine Adventsparty, die dann zu einem gemeinsamen Dinner an Weihnachten führen soll. Party= grösserer Kreis. Und die sympathischsten Menschen bekochen wir dann gemeinsam. Liberty ist ein beruflicher Zugewinn. Über unsere Küchen kennen wir uns schon lange. Aber inzwischen könnte es eine Freundschaft werden. Bis halb zwei haben wir getanzt ... schön war's. So schön, dass ich heute mittag Lust bekam, mein persönliches Weihnachten nachzuholen. Nach einem wunderbaren Spaziergang am leicht eingeschneiten Fluss in strahlendem Sonnenschein kochte ich MEIN Weihnachtsessen ... Ente mit Orangensauce, Rotkohl und ... nein, keine Spätzle ... sondern Süsskartoffeln. Lecker. Und genug für zwei Mahlzeiten.  

Die Nussschale ist bar jeder seelischen Gärung. Die Maische ist dank des IT Genies abgegossen. Schade, denn gerade aus der Maische lerne ich immer wieder. Gerade, was den Umgang mit meiner persönlichen Nemesis, Ms. Need, und ihren giftigen Einträufelungen anbelangt. Wie schon geschrieben und leider im IT-Nirvana ... mein Ideal von Weihnachten ist anders, ganz anders. Das, was ich habe, ist nicht das, was ich wünsche. Aber ich würde eben nicht ALLES dafür geben. Und so habe ich mich in diesem Jahr ganz bewusst meinem Dämon Weihnachten gestellt. Mehrfach sogar. Das war meine persönliche Mutprobe vor dem 50. Ich weiß jetzt, dass ich es kann, wenn ich es muss. Dass ich nicht zur Weihnachtsharpyie werden muss, wenn ich älter werde. Und allein bleibe, was wahrscheinlich ist, wenn ich das Suchen aufgebe.

Heute hätte ich ein Date gehabt ... übrig gebliebener oberflächlicher Kontakt aus dem D*chungel. Oberflächlich allerdings auch der Mann. Irgendwie fühlte ich mich beim Telefonieren gecastet vor einigen Wochen. Danach kaum Kontakt, noch nicht mal Weihnachtswünsche, nur eine Terminvorschlagerei in Halbsätzen. Meine Mails hatten Anreden und Unterschriften, seine nicht. Mit Mühen und Pausen kam ein Termin für heute zustande - Kaffee um 15 h. Das war vor Weihnachten. Gestern eine Mail - ruf mich mal an. Nix Anrede, kein Schmu. Ich telefonierte kurz und fühlte mich wieder wie beim ... nö, das war noch nicht mal Casting, das war eher die Terminvergabe in einer Arztpraxis. Machen wir doch mal einen kurzen Termin zum Nachschauen und wenn der Zahn gebohrt werden muss, kommen Sie dann wieder, gelle? Ich sagte ihm zu, mich bezüglich des endgültigen Termins heute morgen zu melden. Tat ich auch. Allerdings mit einer freundlich-höflichen Absage. Wieder mit Anrede, wieder mit Unterschrift und Grussformel. Von ihm kam ein sehr freundliches "na toll", gefolgt von einem ebenso überschwänglichen "wusste ich doch, dass du kneifst". Klar kneife ich, denn meine Zeit ist mir zu schade für Menschen, die sich gar nicht wirklich für mich interessieren. So laut kann nicht mal Ms. Need brüllen, dass sie mein Bauchgrummeln übertönt! 

Mein zweiter Dämon zuckt noch ... die Steuer. 2011 ist geschafft, 2012 so gut wie, 2013 wartet noch und 2014 werde ich gleich im Januar machen, damit es weg ist. Bin ich doch eigentlich  eine Formularphobikerin. Doch der Erfolg der letzten beiden Tage zeigt: diesen Dämon werde ich irgendwie kleinkriegen. Selbst ist die Frau. Und das abgesagte Date kam - zwar in Form vergeblicher Arbeit - aber immerhin ... der Steuer zugute. Und bis zum Ende meiner freien Tage sind auch die Papiere in meinen Aktenordnern endlich mal so sortiert, wie ich sie brauche.

Mein dritter Dämon heißt Silvester. Oder genauer gesagt: Silvester mit nahen Menschen, die als doppeltes Paar auftreten, zu feiern, ohne mich von Ms. Need kleinkriegen zu lassen. Stattdessen ganz bewusst die Nähe lieber Menschen geniessen. Doch vor Mitternacht, wenn Paare sich in die Arme fallen, habe ich Angst. Es ist am meisten die innige Umarmung, die mir fehlt. Und die sich auch nicht durch ihre freundschaftliche Schwester ersetzen lässt ... obwohl ich mich morgen sehr auf BesteFreundin freue. 

Irgendwann in meiner Jugend bei den Galliern sagte mir ein selbsternannter Handleser "tu ne sera jamais heureuse". Und meine Mutter bezeichnete mich stets als zu egoistisch für eine Partnerschaft. Leider haben beide ein bisschen recht behalten. Der Handleser, weil ich in meinen Liebesgeschichten immer wieder vor die Wand renne und doch so sehr nach dem Glück suche. Meine Mutter, weil ich gottlob egoistisch genug war, nicht bei dem Mann zu bleiben, der ihr idealer Schwiegersohn ist und mir die Luft zum Atmen nahm.

Bin ich nicht glücklich, weil diese Prophezeiungen sich erfüllen? Oder erfüllen sie sich etwa nur, weil ich so viel tue und mache, damit sie es nicht tun? Ganz in mir ruhend loslassend ... das werde ich nie werden. Ich kriege mein Stück vom Glück - auf die eine oder auf die andere Art. Vielleicht definiere ich es einfach neu, das Glück.

Noch drei Tage bis zum Jahreswechsel. Noch acht Monate und sechs Tage bis zu meinem 50. Geburtstag. Das verlockt dazu, Bilanzen zu öffnen. Striche zu ziehen und neue Ziele zu stecken. Über mein Ziel im Jahr meines 50. Geburtstags werde ich noch eine oder zwei Nächte schlafen. Und mich fragen, ob es EIN Ziel gibt, ob es überhaupt Ziele gibt und was meine B-Pläne sind. Denn eines ist sicher wie das Amen in der Kirche: Herr Lennon wird auch 2015 in meinem Leben sein! 

05.11.2014 um 07:08 Uhr

Sehr, sehr seltsam ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Stress und Konsorten

Musik: Complicated (Avril Lavigne)

Seltsam, sehr seltsam war das. Den ganzen Abend lang versuchte ich es. Schaltete das tablet an und aus, versuchte alles mögliche. Eine NUM-Taste gibt es übrigens nicht. Und es war ja auch nicht so, dass eine Taste STATT Buchstaben Zahlen schrieb ... sondern UND. Wenn ich also ein w eingab, dann kam 3w. Oder 8r oder 0o .... und so weiter. Seltsam, sehr seltsam. Und noch seltsamer die Tatsache, dass es nach acht Stunden Nachtruhe jetzt wieder funktioniert. Als ob die Tastatur einen Schwips gehabt hätte. Der Defekt war definitiv in der Tastatur ... der Docking-Station. Das Tablet selbst sprach über Touchscreen normal an. Aber egal, was es war ... ich bin einfach nur glücklich, dass ich jetzt vor Weihnachten keinen Ersatz beschaffen muss. Und mich nicht mit dem blöden Touchscreen nerven "darf" ...

Kann ich mich weiter auf das Fortbilden konzentrieren. Guter Lehrer, sympathischer Kurs diesmal. Es macht Spass, in dieser Atmosphäre zu lernen. Und das ziemlich straffe Pensum fällt leichter, wenn es mit Freundlichkeit und Begeisterung vorgebracht und absolviert wird. Das Spektrum ist weit - vom alten Kapitän zur See kurz vor der Rente bis zum Studenten. Ersterer ist ein echter Macher ... ein Seebär, den nichts aus der Ruhe bringt. Gestern rotierten bei der Hälfte der Leute die Hirne, nachdem die Lokführer wieder mal beschlossen hatten, den Pendlern das Wochenende zur Hölle zu machen. Ein Arbeitskampf übrigens, den auch langjährige Gewerkschafter in meiner Umgebung mit großer Skepsis sehen. Das, was da passiert, geht weit über's Ziel hinaus und trifft die Falschen. Güterverkehr bestreiken - das würde weh tun. Und zwar der Bahn. Wirtschaftlich. Und die betroffenen Unternehmen würden weit mehr Druck ausüben auf die Arbeitgeberseite als die Pendler, die ihre Monatskarte sowieso bezahlen, auch wenn sie keine Leistung erhalten. Im Kurs jedenfalls sitzen ein paar Hauptstädter und ein paar aus dem übernächsten Bundesland. Kursleiter überlegte schon, ob er das Programm straffen und heute abend schließen soll. Meldet sich Seebär und brummelt ganz ruhig: ich kann über HH oder B fahren ... sucht's euch aus. Bloss zwei Stunden Station in W brauche ich ... müsst ihr halt Kaffee trinken gehen! Zack ... das Problem von vier Leuten war gelöst. Nr. 5 bekam ein breites Lächeln vom Banknachbarn. Der wohnte nämlich drei Käffer weiter im besagten übernächsten Bundesland. Also alle versorgt. Und jetzt hoffen wir nur, dass die Nordost-Fuhre nicht zu lange im Stau steht. Aber auch das dürfte einen Seemann nicht erschüttern.

Während ich drin sitze und lerne, wird es draußen mit Riesenschritten Herbst. Gestern ging hier im Stadtviertel bereits der Martinszug. Der grosse Zug in Citta-Innenstadt wird wohl am Freitag laufen. Zeit für Zwiebelkuchen oder das Kartoffelgericht meiner Kindheit, das so viele Namen hat. Auf Hochdeutsch Kesselskuchen. Aber auch bekannt als Kesselsknall, Uhles, Düppekooche, Knällchen und sicher noch unter vielen anderen Namen. Für Nicht-Vegetarier auch die Martinsgans. Die würde ich zwar auch essen, aber nicht selbst braten. Viel zu aufwändig.

Mit St. Martin kommt auch immer die W-Frage. In den Fenstern der Wohnanlage ist das grosse W schon eingezogen. Ein Stern nach dem anderen leuchtet abends auf. Und auch bei mir regt sich spätestens Mitte November die Deko-Lust. Und die Frage nach "Wer macht Weihnachten?". In diesem Jahr wohl wieder meine Schwester. Offen ist nur, welche Beteiligung erwünscht ist. Der Jahreswechsel ist eventuell schon organisiert. Auch ohne "Date". GlamourGirl und ich sind wohl die Übrig-Gebliebenen (nicht im bösen Sinne), wenn das MünchnerKindl in der alten Heimat unterwegs ist und die Limette ihre Kinder in den USA trifft. Die Idee ist geboren ... to be continued.

Denn heute scheint Petrus seine Kaczmareks im Griff zu haben. Kein Regen ... also zu Fuß gehen. Fein!

 

 

 

 

04.11.2014 um 20:06 Uhr

nein!

von: Spring_Roll   Kategorie: Stress und Konsorten

Musik: Complicated (Avril Lavigne)

kennt jemand das?+

tasten spinnen ...+

+ statt ente5r 8und staendig k0ommen 6zahlen, 3wenn ich die tasten de5r 0obe5ren 5reihe d5rücke 8und die g5r0osssch5reib8ung sp5richt nicht an ... 3was ist das bl0oss???? 

31.10.2014 um 20:44 Uhr

Hatten Sie heute schon (Nah-) Verkehr?

von: Spring_Roll   Kategorie: Stress und Konsorten

Musik: Riding on a train (The Pasadenas)

Ein Novum heute morgen. AUSNAHMSWEISE war ich mal pünktlich. Sogar so früh, dass ich noch ein Croissant und einen Macchiato kaufen konnte für die Zugfahrt. So früh, dass ich einen Bekannten am Bahnhof traf, die Reisegruppe mit Cheffe schon um 7.50 vollständig war und wir "den früheren Zug" nahmen. Guter Plan, da unserer als verspätet angesagt wurde. Schlechter Plan, weil proppenvoll. Wir standen also schon in Citta wie die Sardinen und näherten uns stationsweise Tokioter Pressbahnverhältnissen an. Den Macchiato in meiner Hand verfluchte ich beim dritten Kaffhalt bereits. Und in Nachbargroßstadt war nicht nur die Laune, sondern auch die Kleidung durch ... klatschnass. Doch so eine Zugfahrt ist die reinste Milieustudie. Menschen unter Stress. Die unterschiedlichsten Reaktionen. Von Freundlichkeit bis Ellenbogen. Rücksicht bis das Gegenteil. Überraschenderweise erwischten wir in Nachbargroßstadt den Anschluss. Doppelüberraschenderweise war er pünktlich. Und mit SItzplätzen. Und natürlich saß der Frikadellenesser des Tages neben uns und zwiebelte uns zu. War klar. 

Das sind die Momente, in denen ich Nahverkehr einfach nur liebe ... 

Der Rest des Tages war unspektakulär. Doch dem Zeitnehmer des Wettbewerbs schenke ich bei Gelegenheit eine Uhr. Wer einen Programmpunkt 15 Minuten zu spät startet und dann noch eine halbe Stunde zusätzlich überzieht, ist als Zeitnehmer nicht tragbar ...brrrr

Genug gemotzt ... ich hab mich ja schon wieder abgeregt. Manchmal wirkt ein gutes Essen in Gesellschaft eines jungen Mannes Wunder! OK ... ich gebe zu ... ich habe zu unfairen Mitteln gegriffen ... "Steak ... ich zahle" ... wirkt bei Söhnen im Wachstum halt immer!

 

 

07.10.2014 um 08:09 Uhr

Road Movie oder Höllentrip?

von: Spring_Roll   Kategorie: Stress und Konsorten

Musik: Highway to Hell (AC/DC)

Nächste Woche geht es los: das Küchentreffen in Weit-weit-weg. Und wenn ich weit-weit-weg schreibe, dann meine ich WEIT-WEIT-noch weiter-WEG. Leider bedeutet das in diesem Fall aber nicht nur einen langen Flug, sondern auch komplette Orientierungslosigkeit am Zielort. Es ist alles ... ANDERS. Anders in dem Sinne, dass ein gebuchtes Hotel inzwischen zweimal bezahlt (Landeswährung kam zurück, zweiter Versuch in Euro) wurde, aber noch nicht bestätigt ist. Anders auch mit Blick auf Entfernungen im Land und deren Überbrückung. Der Ort des Treffens, das durchaus globales Publikum hat, liegt mitnichten in der Nähe eines Flughafens. Drei Stunden entfernt. Und in einem Ort, der zu klein ist, die Leute unterzubringen. Also Hotels in einem Umkreis von über einer Stunde. Man hat sich einen Shuttlebus organisiert - aber der fährt nicht, wenn wir ihn brauchen. Sehr durchdacht. Und öffentlichen Nahverkehr sucht man vergeblich. Der ist eine weitere Stunde Autofahrt entfernt. 

Die Preisfrage ist also: Werden Frau Rolle und ihr Maitre in Weit-weit-weg eintreffen? Und werden sie dort ein bzw. zwei Hotelzimmer vorfinden oder mit unergründlichem Lächeln zur nächsten Brücke geleitet? Wird es unseren tapferen Reisenden gelingen, einen Transfer zum Ort des Treffens zu ergattern - und das täglich? Und ... letztes großes Rätsel: wie werden unsere Abenteurer mitten in der Nacht zum Flughafen gen Heimat gelangen, wenn sie alle Proben bestanden haben? Momentan so: ein junger Angestellter unseres Gastgebers kommt um 2 Uhr morgens, fährt uns mit seinem Privatauto zu einem ländlichen Überlandbus und der bringt uns in sagenhaften drei Stunden zu unserem Flughafen. Wenn wir Glück haben. Der junge Angestellte ist übrigens die gute Fee in diesem Film. Denn scheinbar scheint sein "Drei-Wünsche-Repertoire" auch "rooms for very special people" zu beinhalten. Ich habe beschlossen, dass Maitre und ich so was von special sind! Denn die Brücke mag in der richtigen Gesellschaft romantisch sein ... mit Maitre möchte ich sie eher nicht teilen!

Nebenschauplätze des Weit-weit-weg-Dramas sind zurzeit die Rezepturvereinbarungen mit dem afrikanischen Chef der Programmkommission und die Frage des eigenen Koffers. Nicht in Bezug auf Kleidung. Da es ein Road-Movie wird, habe ich beschlossen, im Handgepäck das nötigste einzupacken und den Koffer voller Gastgeschenke für uns aus Not rettende Menschen zu stopfen. Dürfte Sinn machen angesichts der Preliminarien. Werde also nachher den Keller plündern und sämtliche Küchen-Devotionaien einsacken, die sich "nett verschenken" lassen. Und sollte der Koffer den bei Road-Movies üblichen Weg des Vergänglichen antreten aka verloren gehen ... komme ich a) mit dem im Handgepäck Befindlichen klar und b) ist der Rest kein großer Verlust. Merker an mich: bequeme Schuhe ins Handgepäck!

Kleines Probepacken ergab: Outfits für drei Tage gehen in eine kleine Tüte ... und mit klein meine ich KLEIN. A5-Format. Ein knitterfreies Kleid, ein Rock, eine schnelltrocknende Bluse. Eine Strumpfhose und ein Paar Socken und eine Garnitur Wäsche. That's it. Ballerinas dazu und fertig ist die Laube. Und vielleicht noch mein nichtknitterndes Zweitjackett oder eine dünne Strickjacke. Telefone kommen in eine kleine Abendtasche, die auch mit muss. Alles gut. Alles passt. Eigentlich ... bräuchte ich gar keinen Koffer mehr? Jedenfalls würde ich notfalls drei Konferenztage ohne überstehen, ohne wirkliche Probleme zu bekommen oder teuer neu beschaffen zu müssen. Bad Hair Day wäre die schlimmste mögliche Folge, da meine Haarpackung im Koffer ist. So what?

Was ich allerdings noch brauche, ist ein Vorhängeschloss für denselbigen. Das ist nämlich verlorengegangen. Oder ich mache es mir einfach und nehme das überzählige Kellerschloss - das von dem Keller, der eh immer auf ist. Genau ... das mache ich!

Bleiben Sie dran wenn Frau Rolle sich aufmacht nach Weit-weit-weg ... im fürderen Abenteuerland genannt ... 

 

 

 

 

 

 

 

 

04.07.2014 um 22:57 Uhr

kolokithokeftedes drei im De Laurean

von: Spring_Roll   Kategorie: Stress und Konsorten

Musik: Time Passages (Al Stewart)

Festwochen vorbei. Halleluja!

Sous-Cheffes Veranstaltung allerdings barg noch ein paar ganz besondere Schmankerln. Die machte nicht wirklich Spass. Anschließend war ich so ausgepowert, dass ich niemanden mehr sehen wollte. Auch nicht Zen. Gerade nicht Zen. Weil zu nachtaktiv. Ich wollte nur noch schlafen. Tat ich dann auch. Und gestern ebenso. Allerdings erst nach einem Abschlusswein mit den Kolleginnen. Musste mal sein, auch wenn ich es heute morgen nur mit hängender Zunge in meinen Zeitreise DeLaurean aka IC schaffte.

Und eine Zeitreise wurde es. In die Mitte von nirgendwo. Nach Stackeln an der Kruke nämlich. Ein winziges Städtchen mit einem Bahnhof, in dem die Zeit stillzustehen schien. Nur ein modernes Parkhaus scheint zur Tarnung aufgebaut zu sein - oder ist es nur eine Fassade? In Stackeln an der Kruke jedenfalls stieg ich aus dem Zug und ging frohgemut zur Bushaltestelle. Dort stehend ein Bus. Insitzend ein rauchender (!) Busfahrer. Nein, er fahre nicht nach Ende-der-Welt. Nein, er wisse auch nicht, wann der Bus nach Ende-der-Welt fahre. Ich nannte die Nummer. Ach, vom Zopp fährt der! Zopp? Ja, Zopp, da gehen Sie da lang (gestikuliert) und links die Überführung. Die Brücke? Nein, untenrum. Ich seufzte, machte den Matchsack zum Rucksack und auf zum Zopp - was immer das ist. Vorbei an einem Automatenkasino, einem seltsamen Imbiss und der Bahnstrecke. Ziemlich lange übrigens. Bestimmt 600 m. Dann in die Eingeweide von Stackeln ohne sichtbare Kruke. Und da war er: der Zopp aka ZOB ... der ZENTRALE Omnibusbahnhof! Welch Euphemismus für einen Wendehammer und drei Glaswartehäuschen! 

Aber immerhin: er war da und schon 25 MInuten später auch der Bus, der mich für retromäßige 2,60 Euro transportierte. Vorbei an unsäglichen Bausünden der 70er und 80er, an Mister Bratwurst und Videoparadies, an Hexenhäuschen mit Parkplatzstein-Terrassen und irgendwann endlich Landschaft. Hübscher Landschaft.

Endgültig für Stackeln nahm mich Frau Busfahrerin ein. So was sieht man bei uns in Citta leider nicht. Fürsorglich Kinder auf Gefahren hinweisend, bevor sie die Tüten öffnet und besorgt um alte Stammgäste, die ein paar Tage nicht mitfahren. Und total hilfsbereit, als ich vorsichtig nach meinem Ziel frage. Kompliment!

To be continued ... denn müde 

01.07.2014 um 08:38 Uhr

kolokithokeftedes die zweite ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Stress und Konsorten

Musik: She works hard for the money (Donna Summer)

Dienstag ... Woche 14 der Festwochen von Citta. Die Kochmütze knittert langsam und ist auch mit viel Wäschestärke nicht mehr wirklich hübsch in Form zu bringen. Und ebenso wie die Mütze knittert der Elan. 

Gestern früh betrieb ich ein wenig Konkurrenzbeobachtung. Offenkundig war einer der Kollegen aus der Mitbewerberküche schwerst verliebt - anders konnte ich mir den sorglosen bis fahrlässigen Umgang mit weißem Pfeffer nicht erklären. Und auch sonst war das dargebotene Hauptgericht eher im unteren Durchschntt angesiedelt, während die Preise jenes Konkurrenten nach den Sternen zu greifen pflegen. Extrapunkte für den Nachtisch und die Zwischengerichte. Wirklich gut. Wir sollten einen ihrer Spezialitätenköche abwerben.

Ansonsten? Feuerwehr spielen an allen Enden. Sous-Chefin beigebracht, wie Pressemeldung geht. Unsere Küche wird in nächster Zeit nämlich einen Stargast begrüßen dürfen, der gemeinsam mit Obercheffe kochen wird. Und das soll natürlich an die Glocke, die große. Sous-Chefin hatte die Zeit meiner Abwesenheit am Freitag leider genutzt, um eine ebenso weitschweifige wie uninteressante Meldung zu entwerfen und doppeldummerweise bereits an ein paar Wichtigs in der eigenen Küchenleitung zu schicken. Habe mir also sie geschnappt, das Ding in deutlichsten Worten verrissen und eine neue Version in Umlauf gebracht. Surprise: die neue Variante war dann auch binnen einer halben Stunde von unseren Chefköchen abgesegnet.

Sous-Chefin ist motiviert. Und sie hat sicherlich für ihre knapp 30 Jahre schon viel Erfahrung. Aber eben nur in ihrem eigenen Feld. Und das lernt sie gerade. Gut so. Noch ein paar solche Dinger und sie wird verstanden haben, dass Delegation ihr die Arbeit leichter macht. Bislang meint sie nämlich noch, dass anweisen reicht. Und hat nicht im Blick, dass sie nicht mit Handlangern, sondern mit spezialisierten Fachkräften arbeitet. Ist neu für sie. Muss sie erst mal verstehen.

Und sie muss lernen, ihre Frustrationsschwelle höher zu setzen. Wir haben da im Verwaltungsberreich der Küche eine graue Eminenz. Und einige Mitarbeiter ebendieser. Darunter eine Dame, die ihr Fähnchen stets in den Wind hängt, keine Entscheidung selbständig trifft und in ihrer Weitschweifigkeit und Umständlichkeit einfach nur nervt. Gegenüber dieser werten Kollegin hilft nur eines: die innere Domina auf sie zu hetzen. Ohne klare Ansage funktioniert es bei ihr nicht. Und jede Ansage muss für sie im Tonfall der Unumstößlichkeit formuliert sein. Am besten schriftlich und in Kopie an Cheffe unser. Ansonsten kommt sie nämlich drei Tage später mit derselben Kleinigkeit und zäumt den Gaul noch mal von hinten auf. Ihr eigener Cheffe hat die nötige Durchsetzungskraft - aber Cheffe ihrer muss ja erstmal involviert sein. Und dabei kann es auch passieren, dass Anfragen von ihr etwas länger auf Cheffe ihres Schreibtisch liegen - ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Gestern jedenfalls war Sous-Cheffe meinig wieder mal am Nervenende. Besagte Dame hatte Entwürfe für Menükarten für ein wichtig-offiziöses Ereignis geschickt. In zwei Varianten. Für zwei Veranstaltungen, die nacheinander stattfinden. Nummer eins war ok. Nummer zwei (das, für das Cheffe ihrer eigentlich zuständig) suboptimal. Das war der Dame sogar schon selbst aufgefallen und sie stümperte bar jeder gestalterischen Ahnung am Telefon von Änderungsidee zu Änderungsidee. Bis ich eine zierliche Figur am Horizont auftauchen sah (Sous-Cheffe und ich waren ja nicht in der eigenen Küche, sondern auf der Konkurrenzbeobachtungsmission). Die Figur war unser Presse-Oberguru. Also gab ich Sous-Cheffe ein Signal und wir beendeten den unnötigen Hickhack mit einem Argument, das selbst besagte Dame totschlug. Nämlich dem, dass wir diese ganz klar für unseren Außenauftritt relevante Frage an Frau Presse-Oberguru geben würden, die - surprise - gerade neben uns stünde. Es folgte ein kurzer Blick auf das corpus delicti, ein einverständliches Nicken dreier Köpfe und das lächelnde Versprechen, dass Frau Presse-Oberguru gleich mit Cheffe der Dame telefonieren würde. Geht doch. Und als die Dame dann nachmittags noch einen Komplizierungsversuch wegen der Entscheidung Erdbeeren-Rhabarber unternahm, die die Erstellung der Karten verzögern würde, schickte ich kurzerhand die Dominarolle vor und nun druckt sie halt zwei Varianten. Simmer klug? Simmer klug!

Sous-Cheffe allerdings hing ziemlich in den Seilen ... wird schon ... geht sie halt noch ein wenig auf die Weide ;-)

Mein Stresspegel hingegen nimmt langsam und stetig ab. Heute nochmal abends zum Konkurrenzgucken. Morgen abend Sous-Chefin ein wenig Rückhalt für ihre Veranstaltung geben und dann ein ruhiger Abend mit Zen. Donnerstag Event mit Gast-Oberwichtig und unserem Obercheffe. Und Freitag bis Sonntag ein Workshop.

Dann ... ALLTAG. Ich bin gespannt, ob ich den überhaupt noch kann ...

 

30.06.2014 um 08:43 Uhr

Viel Lärm um Mist ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Stress und Konsorten

Musik: Mix ... laut und kakophonisch

Was hat das Wochenende mir gesagt?

Ich kann Kolokithokeftedes problemlos aussprechen ... und es sind griechische Zucchinipuffer (sehr lecker übrigens).

Mir fehlen  wesentliche Elemente nationaler Sozialisation!  Im Gegensatz zu meinen Landsleuten verzichte ich gern und aufgrund starker Abneigung auf mehrere Dinge in meinem Leben, die von anderen als selbstverständliche Gemeinsamkeit vorausgesetzt werden. Und brüskiere damit immer wieder ungewollt:

- Bohnenkaffee (Reaktion: Magenschmerzen/Durchfall). Ich trinke nur Espressogetränke.
- Mineralwasser mit Kohlensäure  (Verdauungsprobleme), Ich trinke lieber Leitungswasser oder komplett stilles Wasser.
- Fußball ... über diese Allergie lasse ich mich nicht aus

Die Erkenntnisse zur besuchten Veranstaltung (unsere Küche war am Catering beteiligt):

- Man kann eine Großveranstaltung auch bar jeder Sachkenntnis und Serviceorientierung ausrichten.
- Gäste und Mitwirkende schätzen es unendlich, wenn das einzige, das funktioniert, die Security ist.
- Es gibt die Stadt, von der viele vermuten, sie sei nur Attrappe. Aber ob es besser so ist, vermag ich nicht zu beurteilen.
- Meine Füße sind durch und meine Laune ebenso.
- Es gibt Veranstaltungen, die sich selbst überleben.
- Standfläche ersetzt nicht interessante Angebote ... der Spitzenreiter war eine soziale Stiftung, bei der drei gelangweilte ältliche Menschen auf Klappstühlen in einem ansonsten leeren Zelt herumsaßen, umflort von einem Rollup-Panel mit Logo im Hintergrund.
- Programmatisch ersetzt laut nicht gut. Und man sollte einen Plan B für Regen haben ...
- Wenn  Familien eingeladen werden, sollten auch Angebote für Familien da sein. Ein teurer Rummelplatz erfüllt dieses Kriterium nicht. Und auch nicht die Einfach-Lösung Luftballons. Die werden zwar gerne genommen, sind aber keine Beschäftigung. Wer die Kinder "hat", hat auch die Eltern ...
- Liebe Veranstalter, nicht nur in der Stadt in the middle of nowhere, diese Veranstaltung ist eine gigantische Geldvernichtungsmaschine und erfüllt keinerlei praktischen Nutzen. Entweder, ihr denkt über das Konzept grundsätzlich mal nach oder ihr lasst das Ganze endlich bleiben. Mit den Steuergeldern lässt sich sicher besseres anfangen. OK, unsere Küche hat mitgemacht. Aber wir haben uns wenigstens bemüht, den Gästen gute Qualität zu einem vertretbaren Preis und ein paar "Goodies" zu bieten. Ist auch angekommen. War aber dank eurer wunderbaren Hilfsbereitschaft, Organisation und Präsenz ein Knochenjob, den ich so nicht mehr erleben möchte. Also fasst euch bitte mal an den Kopf und rüttelt kräfftig. Geklappt? Wieder klarer? Dann bitte DENKEN, jetzt!

Richtig. Frau Rolle ist sauer. Denn dieses Wochenende hat meine sowieso gestressten Füße trotz flacher, bequemer Schuhe völlig lädiert. Und dreimal darf der geneigte Leser raten, was gleich ansteht. Richtig: das nächste Event. Die Festwochen gehen weiter ...

Aber: Licht am Ende des Tunnels .... genau in einer Woche ist es geschafft. Dann kann ich mich endlich mit einer Familienpackung Halstabletten ins Koma zurückziehen ...

 

31.05.2014 um 09:42 Uhr

The Italian bloke who went to ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Stress und Konsorten

Musik: Saturday Night (Cool and the Gang)

Zwischenbericht aus dem Auge des Sturms. Die ersten beiden Tage des Kochevents sind geschafft. Meine Füße leider auch. Trotz Gesundtreter und butterweicher Stiefeletten. Nicht wegen des Zehs, sondern wegen der Ballen. Wie üblich. Und ebenfalls wie üblich ist das Event ein Kaleidoskop von Menschen und Begegnungen und Adrenalin.

Kleine Beobachtung am Rande: einer der importierten Spezialitätenköche liess mich fast lachend hinter meiner Kochplatte zusammenbrechen. Kennt ihr den hübschen kleinen Clip von dem Italiener auf Malta? Unbedingt schauen! (The Italian M*n who went to M*lt* auf jutjube suchen). Der arme Kollege aus dem oberen Teil des Stiefels sprach GENAU SO. Und ich hatte Mühe mit der Kontinenz ...

Bilanz der letzten Tage:

- gemeinsame Wettbewerbe mit Obercheffe: vier
- Galamenüs: eins
- Workshops mit Beiköchen: sieben
- Schlaf pro Nacht: höchstens fünf Stunden
- Macadamianussteilchen: zehn
- wiedergetroffene liebe Kollegen aus anderen Küchen: soooo viele
- verzweifelte Momente: zwei
- kaputte Füsse: zwei

Und sogar das Wetter spielte mit! Es regnete nämlich. Weshalb sich GlamourGirls Terrassenblumen bis morgen gedulden dürfen, bis sie per Schlauch gegossen werden. 

29.05.2014 um 07:12 Uhr

Mir geht es gut ... OMMMMM!

von: Spring_Roll   Kategorie: Stress und Konsorten

Musik: Fresh (Cool and the Gang)

Heute kein Kleiderschrank-Content. Dafür jede Menge Küche. 

DAS Koch-Event steht an. Erstes Beiköchetreffen um 9, Obercheffe kommt um 9.30 und ab 10 wird die Herdplatte gerockt ... eigentlich ziemlich durchgehend bis Samstagabend. Und die Fragen, die mich eine Stunde vor Abfahrt in die Eventküche bewegen sind:

- Welcher verdammte Schuh tut am wenigsten weh und entspricht trotzdem den Küchen-Gepflogenheiten?'
- Warum habe ich das afrikanische Vorspeisenrezept nicht ausgedruckt?
- Wieso muss ich mich auch noch um Bankettfragen kümmern .... und hey ... ab- und zusagen in letzter Minute bringt mir die Tische durcheinander!
- Wie bekomme ich Cheffe in ein komplexes Souffle hinein, das er noch nie kochte und dessen Rezept er nicht mal kennt?
- Wie ist Obercheffe gleich gelaunt?

und, die wichtigste:

WANN ist das Bad endlich frei, Blue???

Weiter hinten im Kopf auch noch: wann ist in dem heftigen Programm eine Lücke, damit ich GlamourGirls Blumen wässern kann ....?

Zen und ich haben uns gestern kurzfristig für Streichung aller Pläne und bilaterales Bettverharren entschieden. Für meinen Teil bin ich damit mehr als zufrieden. Kopf frei am Eventmorgen ist mir lieber. Schon Blue ist eigentlich zuviel heute. Gut, dass ich morgen und übermorgen allein sein kann.

Jedes Jahr das Gleiche. Alles gut vorbereitet. Alles wieder durchgewirbelt vom türkischen Energiewunder in letzter Minute. Mut zur Lücke und irgendwie klappt immer alles wunderbar. Das heftigste und auch das schönste Kochevent des Jahres. Love it. Auch wenn es in den oberen Zeilen vielleicht nicht so aussehen mag. Aber ich finde es toll, mit vielen Köchen zu arbeiten, die alle ihren eigenen Stil und Hintergrund mitbringen, aus fast überall in dieser Welt. Und das zubereitete Buffet am Ende ist stets einzigartig!

Let's rock it! 

08.05.2014 um 09:17 Uhr

Mikado

von: Spring_Roll   Kategorie: Stress und Konsorten

Musik: Let's get loud (Jennifer Lopez)

Gerade jetzt fühlt sich mein Leben und insbesondere mein Terminkalender wie ein Mikadospiel an. Einmal falsch ziehen und ..... rrrruuuuutsch! Aber das tut er jedes Jahr von Mai bis Anfang Juli. Also nichts Besonderes. Wobei ich in diesem Jahr zumindest ganz privat sehr entspannt bin. Denn Zens Ruhe strahlt auf mich aus. Und er schafft mir Freiräume ... zum Beispiel, indem er heute Abend mit Frau Perfektionistin zum Schweden fährt, um ihr beim Transport ihres neuen Bettes zu helfen. Vorschlag von ihm, nicht von mir. Und ich kann derweil die üblichen Baustellen bedienen: Zubereitung großer Mengen von Nahrung für Blue und Wirbel und Überlegung, was ich am Wochenende so brauche, um den Marathon aus Weiterbildung und Felines Kommunioneinladung, die sich nicht vermeiden liess, zu überstehen. Der Weiterbilder ist nämlich ein "Knochenbrecher". Einer, der nicht nur bis in den Abend lehrt, sondern auch noch Arbeiten bis zum nächsten Morgen vergibt. Deshalb werde ich im per Rad nur 30 Minuten entfernten Tagungszentrum wohl auch übernachten ... ich halte es mir offen jedenfalls. Und ich werde keine Verabredungen für den Abend treffen. Ist besser so, von wegen Kopf frei. Und sonntags dann zu Feline. Kaffee trinken und Tochter gratulieren und unsägliche Sippe aushalten. Ihre schreckliche Mutter aka das ebenso dumme wie verzogene Ü70 Gör und seine fürchterlichen Eltern und insbesondere seine Mutter, die bereits die Taufe des jetzigen Kommunionkinds unvergesslich machte. Wenn Feline nicht so eine Liebe wäre ...  ich hoffe bloss, sie ist nicht allzu enttäuscht, wenn ich mich gegen 19 h verdrücke, um noch etwas Zeit mit Zen zu verbringen. Irgendwann möchte ich auch mal frei haben, bevor Montagmorgen die Küchenmühle wieder mahlt ...

Das Mikadospiel wird in den nächsten Wochen komplizierter werden. Nämlich dann, wenn aus allen Ecken kleine Zombies mit Arbeitsnotstand auftauchen und sämtliche Freunde und Bekannten meinen, der Mai/Juni sei doch prima für Treffen und Einladungen. Und dann vergrätzen, wenn ich nein sage. Aber das bin ich ja gewohnt. Und für alle, die hier eventuell mitlesen: Ich mag euch sehr und bin ab Mitte Juli wieder für euch da!

BesteFreundin übrigens nehme ich da aus. Die ist die pflegeleichteste von allen. Schön, das!

Und nun stelle ich mich: a) der Waschmaschine, b) dem Job und c) der Überlegung, was ich von Freitag bis Sonntag in der Tasche haben sollte, um meinen Marathon zu bewältigen ...

 

 

02.05.2014 um 17:21 Uhr

Kicking @ss

von: Spring_Roll   Kategorie: Stress und Konsorten

Musik: Because the night (Patti Smith)

So. Chef Problem auf Tisch gelegt. Und Entscheidung bekommen. Gute Entscheidung. Kollegen zum Jagen getragen. Denn auch die beste Küche wird nichts, wenn der Einkauf nicht spurt. Rezepte komplettiert und hechelnd in die Bahn geworfen, auch wenn nicht alles fertig war. Eng und unbequem gesessen mit Tasche, Geschenk und Blumenstrauß. Und für die störrische Marschallin noch Arnikaglobuli besorgt, in der Hoffnung, dass sie die teuren Dinger auch nimmt. 

Dann das übliche "ihr sollt mir doch nichts schenken"-Theater erfolgreich absolviert. Geschenk war willkommen, ebenfalls wie üblich. Ich musste auch nur zweimal betonen, dass ich den Lederrucksack (meine Mama gehört zu den alten Damen, die diese neckischen Rucksäcke im Kindergartenformat lieben) im Outlet bekam. Und ich wunderte mich, dass meine Schwester keine Anstalten machte, mir ihren Anteil am Geschenk zu erstatten. Hmmm ... so war das nicht gemeint ...

Frau Marschallin kurz noch einmal zusammengefaltet. Ihr unmissverständlich klargemacht, dass bei Unfällen a) der Rettungswagen zu rufen sei und b) Töchter unverzüglich Verständigung erwarteten und dass sie c) das verdammte Küchenmesser beim nächsten Mal fallen lassen soll.

Auf dem Rückweg nach Citta akuten Kompensationskaufdrang und Sehnsucht nach der perfekten Schnürstiefelette verspürt. Dem Drang widerstanden und in einem Zustand von bettreif heimgekehrt. Mithilfe eines einkaufsrenitenten Wirbel den Adrenalinspiegel dann schön wieder hochgebracht. Wenn Frau Rolle einmal dabei ist,  geht es ganz gut mit dem (mentalen) Treten. Der gute Wirbel sträubte sich gegen mehr als zwei Artikel auf der Einkaufsliste, gegen das Herausbringen des Mülls, das Ausräumen der Spülmaschine und überhaupt alles, was mit Entfernung von Bildschirmen verbunden ist. Die Spülminna nahm ich ihm ab, den Rest hat er zu tun - selbst wenn die Wutrauchwolke bis Dorf zu sehen ist!

Und ich hoffe auch nicht, dass er nochmal anruft, weil er irgendwas im Supermarkt nicht findet ... ein 14jähriger sollte in der Lage sein, einen Achterpack Recycling-Klopapier zu kaufen, gelle?

Genug Adrenalin jetzt. Umziehen. Schminken. Losgehen. Zen treffen. Es wird ein schöner Abend. Punkt!

09.04.2014 um 08:12 Uhr

Spinnen Sie, Herr L.?

von: Spring_Roll   Kategorie: Stress und Konsorten

Musik: Saturday Night (Cool and the Gang)

Es gibt da ein internationales Kochevent. Für das packe ich seit Wochen Kisten, stelle Rezeptlisten zusammen und bereite alles so vor, dass Obercheffe nur noch loslegen muss. Nicht nur ich placke mich damit ab, auch Frau Vizecheffe. Dummerweise hatte Herr Lennon wieder mal andere Pläne für uns. Denn gestern bekam Obercheffe "Hals". Und wird nicht loslegen, sondern sich kurieren müssen. Wer jetzt blöd dasteht, sind wir ... die ganze Küche. Mit heftigem Erklärungsnotstand gegenüber unseren dortigen Partnern. Schrecklich. Peinlich. Schrecklich peinlich. So leid mir Obercheffe tut und krank krank ist - es ist ein doofes Gefühl, "für den Eimer" gearbeitet zu haben ... worked my fingers to my bones!

Aaaargh! 

 

 

13.09.2013 um 13:11 Uhr

Kein Schwein ruft mich an ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Stress und Konsorten

Musik: So lonely (Police)

Um Irrtümern vorzubeugen: es handelt sich NICHT um Liebeskummer. Sondern um eine wesentlich zerrüttetere Beziehung als es selbst die mit einem Partner sein kann ... meine sich dem Ende zuneigende Beziehung mit dem Rosaroten Riesen, einem führenden Anbieter von Telekommunikationsdienstleistungen (wobei ich den Wortteil Dienstleistungen ...nunja). 

Und nun in medias res ... mittenrein ins Thema:

Ich heisse Rolle und bin eine Küchenschabe, pardon: Privatkundin. Seit dem vergangenen Freitag war mein Telefonanschluß gestört. Weder eingehende noch ausgehende Anrufe waren möglich, Internetempfang ebensowenig. Störungen geschehen. Das ist eine Tatsache. Und wenn sie dann seitens des Unternehmens kompetent, schnell und kundenorientiert behoben werden, verursachen sie zwar Unannehmlichkeiten, aber nicht die weißglühende Wut, die mich durch die letzten Tage begleitete. Seit Freitag werde ich in Warteschleifen geparkt, fehlinformiert, versetzt und vertröstet. Hier das Protokoll der Geschehnisse:

Freitag: Blue hat nachmittags keinen Internetzugang. Ich versuche, zuhause anzurufen und erhalte eine Ansage „keine Verbindung“. Zuhause angekommen, versuche ich mein Glück beim Kundenservice, dessen Nummer so versteckt ist auf der Internetpräsenz, dass ich mit meinem mobilen Endgerät nicht drankomme und den Röllchenpapa nebst PC einschalte. Zwei vergebliche Versuche (Warteschleife ca. 15 min pro Versuch, Leitung tot, erneuter Versuch) später erreiche ich endlich die Störungsstelle, nur um zu erfahren, dass die Kollegen, die mir helfen könnten, seit 5 Minuten (siehe Warteschleife!) Feierabend haben und man mich Samstag zwischen 8 und 9 anrufen werde.

Als am kommenden Morgen 8.45 niemand angerufen hat, nehme ich das Job-Handy (damit das andere frei bleibt) und stelle mich wieder der Maschine. Beim 2. Versuch erreiche ich jemanden und stelle fest, dass der Bearbeiter vom Freitag meine Nummer falsch notiert hat. Der Disponent versucht mir neue Verträge zu verkaufen, was ich ablehne, sichert mir aber auch einen Techniker für den folgenden Dienstag,  18-20 Uhr zu, den ich trotz Verärgerung über die lange Wartezeit bestätige.

Trotz Engpass im Job verlasse ich das Büro am großen Tag eine Stunde früher, um wirklich um 18 Uhr zuhause zu sein. Um 19.45 sitze ich immer noch alleine da, noch kein Techniker erschienen und auch kein Anruf auf meinem Handy. Ich rufe wieder die Servicenummer an und werde erneut 35 Minuten in Warteschleifen gehalten. Beim dritten Versuch erreiche ich jemanden – ich habe mein Anliegen Störung inzwischen durch Beschwerde ersetzt, das geht, wenn man sich einmal durch die Umweg-Abwehr gequält hat, etwas schneller. Der Mitarbeiter ist freundlich, muss sich aber inzwischen meinen gestauten Ärger anhören. Natürlich hat die Disposition Feierabend und nur Hartnäckigkeit meinerseits fördert die Aussage zutage: „Der Mitarbeiter hat es nicht geschafft und es sich für morgen eingetragen“. Ohne mit mir Rücksprache zu nehmen natürlich! Ich bestand auf einem Anruf der Disposition direkt morgens um 8 am Mittwochmorgen.

Ich bestand. Aber auch das machte keinen Unterschied. Kunde gleich Schabe, ich errinnere. Von 8.10 bis 8.50 durchlebte ich wieder in diversen Warteschleifen die gesamte Skala von Wut und Ohnmacht . Wenn ich jemanden erreichte, wurde ich nicht durchgestellt, sondern „geparkt“. Um 8.50 wurde mir dann ein Rückruf des Disponenten versprochen, der gegen 9.10 erfolgte. Ein Termin für Mittwoch wurde mir zu "90 Prozent" in Aussicht gestellt. Klar, dass ich auch dafür wieder früher aus dem Job musste!!! Sinngemäß erhielt ich die Auskunft, man habe viele Störungen und Personalengpässe und ich sei ja nur eine von 40 Millionen Privatkunden … aka SCHABEN!

Um 15 Uhr teilte mir Herr Disponent dann die frohe Botschaft mit, dass meine Terminwahrscheinlichkeit bei 95(!) Prozent liege! WOW ... he made my day! Der Techniker sollte um 18 Uhr kommen. Er kam um 17 Uhr. Rief mich an und ich konnte ihn wenigstens überreden, zu warten, bis ich den Weg aus Arbeitsstadt zurückgelegt hatte. Doch bereits im Zug rief mich Wirbel an, dass laut Anruf eines Technikers alles behoben sei! War es aber nicht. Fon und Wlan ja, Internet nicht. Zum Glück rief der Techniker noch einmal an ... und um 18.30 waren wir dann endlich, endlich, endlich wieder kommunikationsfähig!!!

Seit Auftreten der Störung habe ich 10 Stunden in Warteschleifen und mit vergeblichem Warten auf Techniker verbracht.Ich habe zwei private Termine verpasst und drei Stunden Arbeitszeit investiert, die ich an anderer Stelle nacharbeiten muss. Eine PC-Telefonkonferenz am Sonntag fiel aus.

Und ich habe mich in einem Maße geärgert, das mir bis dahin fremd war. Ich habe Trainings in Konfliktmediation absolviert und verfüge über einige diplomatische Erfahrung. Doch das, was ich seit Freitag erlebe, lässt mich vor Wut kochen.

Ich bin KUNDIN. Seit über 20 Jahren. So etwas nennt man „Treue“. Allerdings werde ich es nicht mehr lange sein. Denn nach dem zweiten (siehe Februar 2011) derartigen Erlebnis betrachte ich unser Vertragsverhältnis als zerrüttet.

Kann man sich von seiner Telefongesellschaft scheiden lassen???

 

 

Ach ja: Nicci - geheult habe ich mittags vor Hilflosigkeit und Wut, als ich einer Freundin die ganze Geschichte erzählte ... und fünf Minuten später mit ebendieser Freundin herzlich darüber gelacht!

01.06.2013 um 09:21 Uhr

Don't touch my screen!

von: Spring_Roll   Kategorie: Stress und Konsorten

Musik: New York, Rio ... Tokyooooo ...

Anspannung, Adrenalin ... in meinem Element!

 Ich sitze in meinem Bett und rette die Welt. Nicht wirklich. Aber während ich Tee trinke und Müsli löffe, kommuniziere ich bereits mit dem osmanischen Wunder und Textentwürfe und Listen gehen hin und her. 

Gestern war ich dann doch noch sehr lange in der großen Suppenküche. Zu viert fanden wir ein ruhiges Plätzchen und schrieben das Suppenrezept für heute. Sehr spannend ... und teilweise sehr lustig. Mein neuer Tablet PC ist nicht wirklich komfortabel in der Textverarbeitung ... und das osmanische Wunder ist sehr haptisch veranlagt. Als er also zum gefühlt 17. Mal mit einem schnellen Zeigefinger meine Bildschirmansicht veränderte, pfiff ich ihn an ... "Don't touch my screen!" ... "That's technical harassment!" worauf die Kollegen vom äußersten Zipfel Afrikas lachend halb unter dem Tisch lagen ...

Lachen gehört dazu ... Begeisterung. Ohne das ließe sich dieser Job nicht  machen. 

Später am Tag hatte ich tatsächlich noch Zeit, meinen Bestand an konferenztauglichen Shirts kurz aufzustocken und Karte und Blumen für die Tangoqueen zu besorgen. Es war ein schöner Abend unter Frauen mit leckerem chilenischem Essen. Dumm nur, dass die Verkehrsbetriebe mal wieder schwächelten und ich ein Taxi von Endhaltestelle zu Umsteigehaltestelle nehmen musste, um nicht 45 Minuten später anzukommen. Aber wirklich schlimm war auch das nicht.

 

Und nun ... Adrenalin! Aber erst mal Dusche ... 

31.05.2013 um 07:53 Uhr

Stoßseufzer ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Stress und Konsorten

Musik: Saturday Night (Cool and the Gang)

Das osmanische Energiewunder und ich saßen dann doch zwei Stunden über einer Liste, die er eigentlich längst hätte sortieren müssen. Placement heisst das Zauberwort, das gestandenen Organisatoren den Angstschweiß auf die Stirn treibt ... wer mit wem warum und wo sind die "Wichtigs"?  So wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben ... aber ich muss gleich mit Obercheffe los in die Termine. Also Kollegin eingeschaltet. Und gleich Souschef anklingeln, der mehr Erfahrung mit sitzenden Befindlichkeiten hat als ich. Nebenbei noch gestern beim Lunch bei GlamourGirl erfahren, dass das osmanische Wunder eine unvollständige Liste führt und mich drum gekümmert, dass GG's Obercheffe eingeladen wird. Und auch den darf ich jetzt irgendwo unterbringen ... und musste noch diplomatisch verkaufen, dass er bitte solo zu kommen habe (ich MAG seine Frau ... aber ich habe keinen Stuhl mehr für sie ...)
 
 Ich hätte jetzt gerne die Palme auf der Insel ... die zum rhythmischen Kopf-dagegen-Hauen nämlich!
 
Mein wissenschaftlicher Suppenkoch hingegen wirbelt aus der Ferne alles durcheinander. Lädt zu Sitzungen ein und stimmt diese nicht mit mir ab. ICH aber Koordinationschefin! Sturmtief Montag, sag ich nur ...
 
Ansonsten war's eigentlich schön gestern. Arbeiten mit dem osmanischen Wunder ist lustig, mag ihn gern und er ist wirklich tief im Stress ... man muss ihn nur manchmal "einfangen" und an die kleinen Erfordernisse von Organisation und Protokoll erinnern ;-)
Lunch bei GlamourGirl war wunderbar. Super-lecker gekocht hatte sie und gemeinsam mit Münchner Kindl vernichteten wir etwas zu viel Wein. Zu viel vor allem angesichts der Tatsache, dass das osmanische Wunder mich dann doch noch mal anrief und wir uns nachmittags zu weiteren Absprachen trafen. Dort begegnete ich allerdings auch jemandem wieder ... einer ganz tollen Frau, die ich seit sechs Jahren aus einem gemeinsamen Projekt kenne. Ein wunderbarer Mensch, eine herausragende Wissenschaftlerin und jemand, der unglaublich viel bewegt hat in einer Stadt, die mit unendlichen Herausforderungen kämpft. Und dabei absolut bescheiden ist ... sie hätte mehr vorzuweisen als der selbstverliebte Suppenkoch weiter oben ... weit mehr. Und weitere schöne Begegnungen werden folgen.  Zum Beispiel mit dem Holzfäller. Natürlich ist er nicht wirklich ein Holzfäller. Aber Kanadier und hat dieses typisch hemdsärmelige und leicht polterige Auftreten. Ein Hüne mit Rauschebart, inzwischen weiß, da schon hoch in den 60ern. Da sind noch so viele, auf die ich mich freue ... es wird harte Arbeit sein, aber in einer Atmosphäre, die etwas zurückgibt.
Und nun im Bizet-Takt auf in die Arena ... und anschließend zur Tangoqueen Geburtstag feiern heute abend ...
 
Ich habe dem Kind übrigens gestern einen Namen gegeben ... ich führe eine Beziehung auf Zeit ... denn mehr als eine Affäre war es von Anfang an. Das Kümmern umeinander, das Gefühl ... all das ist zu tief für eine Affäre. Und zu diesem Kümmern zählt auch die Sorge, was die Entfernung mit dem Anderen macht. Wenn wir uns im August trennen, dann nicht, weil die Gefühle nicht da wären, sondern wegen dieser Angst. Ich will ihm, wenn er seinen Traum lebt, keinen emotionalen Klotz ans Bein hängen. Und ich weiß, dass es mehr als problematisch würde.
Trotzdem ist da viel, viel mehr als eine leichte Sommeraffäre.
Ich bin verliebt, sehr ... und befürchte, es ist sogar mehr als das. Auch wenn ich mir diese Gefühle aus Selbstschutz kaum einzugestehen wage.
 
 
 

16.05.2013 um 11:58 Uhr

Kuchen und Gefühle ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Stress und Konsorten

Musik: No Mercy ...

Mund auf und durch ... das ist die Devise der letzten Tage. Nur Kohlenhydrate bringen mich einigermaßen hoch. Abends schlafe ich nicht ein, morgens werde ich nicht wach. Mein Körper braucht Energie, damit mein Geist ansatzweise funktioniert. Gottseidank reicht mein "ansatzweise" immer noch, um Leistungen zu bringen, die als gut bis herausragend gewertet werden. Ich weiß aber sehr wohl um meine Lücken. Um die kleinen Ungenauigkeiten, das Jonglieren mit Terminen und Fristen. Ich müsste längst in der Effizienzphase sein, so knapp ist es diesmal. Und irgendwie werde ich es schaffen. Alles. Die Berge von Arbeit in den vielen Stapeln auf meinem Tisch. Froh bin ich inzwischen darüber, den Pfingsturlaub rechtzeitig abgesagt zu haben. Ich denke, ich werde mir einiges an Arbeit mitnehmen müssen. Dazu kommt ja auch noch, dass mittwochs nach Pfingsten der Austauschschüler anreist.

Die nächsten Wochenenden sind gestrichen ... wo ist die nächste Nussecke???

 

Und ja ... es geht mir nicht gut dabei ... Zufrieden ist anders ...

07.02.2013 um 06:32 Uhr

"Klick"

von: Spring_Roll   Kategorie: Stress und Konsorten

Musik: She works hard for the money ...

Es muss "Klick" machen, heisst es ...

Und das stimmt, auch wenn ich den Ausdruck nicht mag. Nicht nur beim Verlieben gilt das, sondern auch beim Arbeiten. Nach dem "Klick" ist alles anders. Adrenalin im Körper, neue Synapsen im Hirn. Die körpereigene Datenautobahn hebt die Geschwindigkeitslimits auf und Gedanken werden Raser und Drängler. Frau Ratio setzt ihre gespiegelte Brille auf, bindet die Haare streng zurück und zieht ihren schwarzen Ledermantel mit den schwindelhohen Stiefeln an. Und nimmt den Fuss nicht mehr vom Gas. Die Latinas sitzen kreischend auf dem Rücksitz. Und das Seelchen wurde in einem gemütlichen "Relais des Routiers" eingemietet, denn ihr wird immer schlecht, wenn die Fahrt zu schnell wird.

Es geht los ...

Ich weiß nicht, ob ihr dieses Gefühl kennt ... um eine Aufgabe gedanklich herumzuschleichen und dann in die "Effizienzphase" einzutreten ... wenn sich plötzlich alles sortiert und die Ideen nur so sturzbachen.

Es wird anstrengend werden ... der Zeitdruck ist groß. Aber es hat "Klick" gemacht ...

21.06.2012 um 14:18 Uhr

Steigeisen

von: Spring_Roll   Kategorie: Stress und Konsorten

Heute morgen fand ich einen wunderbaren Spruch:

When we're stressed, we eat ice-cream, chocolate and sweets. You know why?
Because "stressed", spelled backwards, is "DESSERTS"!

In diesem Sinne musste gerade nach der gesunden Möhrensuppe eine dicke Nussecke herhalten. Mehr als zwei Stunden "betreutes Denken" (Danke, Anna K. für diesen tollen Begriff!) waren einfach nur anstrengend. Nicht, weil ich nicht regelmäßig in Sitzungen säße, sondern weil das Thema zäh und schwierig ist. Und weil die Konsequenzen der aus den Gesprächen folgenden Entscheidungen für mich und die mich umgebenden Menschen arbeitstechnisch große Probleme bedeuten würden.

Dazu kommt, dass das Süppchen vom Mai wohl inzwischen Anklang bei den zuständigen "Kritikern" fand. Wir sind also gehalten, ab der nächsten Woche einen wesentlich größeren Suppentopf aufzusetzen. Bislang mangelt es aber noch an Köchen, die an der Zubereitung der Suppe mitwirken werden. Küchenchefs mit dicker "Häuptlingsfeder" gibt es ja genügend ... aber es hapert wie üblich an den "Indianern"

Lichtstreif am Horizont: neue Vorhänge!

Denn auch, wenn Frau Rolle gestern eigentlich nur ihre Haushaltsbestände bei den Gebrüdern A auffüllen wollte, fand außer den notwendigen Getränken, den Hygieneartikeln und einigem für Herrn Kühlschrank auch ein Paar hübsche Vorhangschals mit einem gar aparten Blattmotiv den Weg in den Einkaufswagen ... und ein neuer Rucksack, der mich bereits im August auf Reisen begleiten wird.

Fein!

Und: Sorry nach Üfftelstütz ... die Single-Rolle ist derzeit "temporarily unavailable" ... mangels Zeit und in der Hoffnung auf Sommer vorm Balkon.