Steph in Schottland

21.05.2012 um 18:43 Uhr

Frühsommer in Schottland

… die Schotten laufen Barfuß in Shorts und Top draußen rum – ich hab immerhin schon einen Pullover weniger an!

19.05.2012 um 12:09 Uhr

Abenteuer Schottland

Ich sollte meinen Blog umbenennen! Was im Urlaub ja noch ganz witzig ist, wird im Alltag schnell nervig!
Unser Boiler ist kaputt (bei frühlingshaften 7 Grad Tagesaußentemperatur) – d.h.: keine Heizung (wir verbringen unsere Abende jetzt ganz romantisch beim Schein duzender Kerzen, eingepackt wie im tiefsten Winter) und kein heißes oder auch nur lauwarmes Wasser (duschen is nich – wir füllen die Badewanne mit dem Wasserkocher).
Jetzt sitz ich hier, bin frisch gekocht und freu mich auf eine längere Autofahrt – Heizung volles Mett an!

Urlaubsgefühle pur!

14.05.2012 um 14:19 Uhr

Klappt ja wieder …

Erst kam ich nicht auf "blogigo" dann nicht auf die "Eintrag schreiben"-Seite … liegt das an mir?

 

08.05.2012 um 18:27 Uhr

Leben kann so einfach sein!

Die Sonne brennt auf den Wintergarten, durch die offene Tür kommt ein Hauch frischer Luft,
die Vögel zwitschern und die Windspiele klimpern vor sich hin … ich steh mitten in dieser kitschig-spießigen Postkartenidylle häng wollene Kilt-Socken auf den Wäscheständer und genieße es aus vollen Zügen!

Manchmal ist das Leben einfach nur schön!

07.05.2012 um 13:36 Uhr

Regenzeit nutzen!

Da isse wieder – tschuldigung, dass das so lange gedauert hat!
Aber seit meinem letzten Eintrag is so viel passiert, dass ich nicht mehr wusste, wo mir der Kopf gestanden hat!

Das Wichtigste vorab: Die Steph WOHNT jetzt in Schottland und IST verheiratet (schon seit über einer Woche)!

Die Hochzeitsfeier muss super gewesen sein, an mir ist die leider reichlich vorbeigerauscht!
Mann ging das zum Schluss alles schnell!

Sonntags Kommunion der Nichte,
Montag abends Aufbruch (mit meinem vollbepackten Auto und einem meiner ältesten und besten Freunde) nach Schottland,
Dienstag (18 1/2 Std. später) Ankunft,
Mitwoch Dinner beim "Best Man",
Donnerstag Besucher und meinen Präsi vom Flughafen abholen (ein Job über Stunden),
Freitag wieder Besucher und die Familie vom Flughafen abholen (wieder über Stunden),
Samstag Mittag Termin im Nagelstudio (ICH !!! Mit jeder Umzugskiste ist ein Stück echter Nagel mehr weggebröckelt.), – von den Butter-, Hunde- etc. Problemen zwischendurch erzähl ich später mal –
Samstag Abend Familie, Samstag Nacht mit Lockenwickler im Bett der Nichte geschlafen,
Sonntag Hochzeit,
Montag Hochzeits-Urkunde angefordert und der ganzen Familie mein neues Zuhause gezeigt (Fahrzeit 2 Std.), Dienstag einen Teil der Fam. zum Flughafen gebracht, mit dem anderen Teil Edinburgh angesehen,
Dienstag Abend geplant mit meinem Mann (boah, wie klingt DAS denn) nen ruhigen Abend (den 1. seit meiner Ankunft) zu verbringen … hatten zur Abwechslung aber Besuch,
Mittwoch Arzttermin (!), Besuch bei meinen Eltern und Dinner beim Best Man,
Donnerstag Präsi zum Flughafen dann Ausflug mit meinen Eltern in die Highlands u. ans Meer,
Freitag Umzug meiner Eltern zu uns,
Samstag Ausflug mit meinen Eltern,
Sonntag Ausflug mit meinen Eltern …
Montag: Jupp bringt meine Eltern gerade zum Flughafen (ich konnte nicht – schon beim Gedanken daran heul ich Rotz und Wasser) …

Wie wir mit der plötzlich auftretenden Ruhe klarkommen sollen wissen wir noch nicht!
Jedenfalls ist das Haus ein Schlachtfeld, von ca. 36 Umzugskisten sind schon 3 ausgepackt, die Hochzeits-Geschenke haben wir bis jetzt gerade mal von Weitem gesehen, Honeymoon wollten wir auch noch machen (vielleicht können wir uns einen halben Tag dafür freischaufeln oder so), Papierkram ist noch zu erledigen, feste Termine stehen diese Woche auch noch an … es wird wohl nicht langweilig werden!

Das war ein kurzer Abriss der letzten Zeit – einige Geschichten werd ich evtl. noch genauer erzählen!
Aber jetzt: Genieß ich erst mal die Zeit, die ich hier ganz für mich alleine habe!
Ruhe und Friede … und der Regen prasselt auf den Wintergarten!

10.04.2012 um 16:45 Uhr

Umzug

Frisch geduscht, Wagen beladen, Fähre gebucht, nervös ohne Ende …
in ca. 30 Min. gehts los: 1. Fuhre nach Schottland!

24.03.2012 um 19:47 Uhr

Aber sags nicht weiter …

Kennt Ihr das? Jemand erzählt Euch etwas, von dem Ihr wisst, dass andere schon lange daran rum rätseln, dass es andere brennend interessieren würde und dann kommt der Satz: Aber erzähl es keinem!

Ich nehme für mich selbst in Anspruch, bei so was eine Einbahnstraße zu sein, ich erzähle wirklich nichts … aber ich hasse es! Es brennt mir genauso auf den Nägeln, wie jedem anderen! Aber ich erzähle nichts!
Irgendwann platz ich dabei!

21.03.2012 um 20:44 Uhr

Manche Dinge passieren irgendwie immer nur anderen!

Kennt Ihr das? Jemand erzähl, was ihm passiert ist und Ihr denkt? Warum gibts bei mir so etwas nie?
Manchmal denk ich: Zum Glück! Doch wenn mir eine Freundin/Bekannte erzählt, was ihr Mann für sie angestellt hat, frag ich mich immer? Wo bitte treibt man solche Männer auf? Die, die ich bis jetzt kannte, haben sich schon für den romantischen Frauenversteher gehalten, wenn Sie mal notgedrungen „händchenhaltend“ mit mir um den Block gelaufen sind! Und das immer mit einem praktischen Hintergrund wie Hund, Trinkhalle etc.

Und wenn einem dann doch etwas außergewöhnliches zuteil wird, bemerkt man es erst, wenn man es erzählt oder aufschreibt und von anderen hört … boahhh, das gibts doch nicht! Warum passiert mir so etwas nie?

19.03.2012 um 23:38 Uhr

Die Insel!

Auf der Insel angekommen, wollte Jupp mir unbedingt was tolles zeigen! Ok! Großartig, dass ich meinen Fotoapparat zufällig dabei hatte! Die Ufer der Lochs begeistern mich immer wieder, auch wenn ich grade vom Loch Lomond bis dahin ehr enttäuscht war, aus dieser Perspektive hatte ich ihn noch nie gesehen und ich war hin und weg! Mit meiner Kamera in der Hand bin ich hinter Jupp her gestapft und war total aufgeregt, was ich jetzt spannendes zu sehen kriegen würde! Auf einer kleinen Insel im Loch Lomond!

Nach ca. 5 Min. Fußweg hat er mich dann zu einer kleinen Bucht gelotst und mir gesagt, ich soll die Kamera einstecken.
Hä? Spinnt der? Er will mir was tolles zeigen und ich soll die Kamera weg packen? Und was ist hier überhaupt so außergewöhnlich? Schöne Bucht, umwerfende Aussicht? - Klar, aber die hatten wir vorher auch!
Zum ersten Mal hab ich sie gesehen, die „Bonny bonny Banks of Loch Lomond“ und dann sollte ich nicht fotografieren?!

Kaum hatte ich meine Kamera in der Tasche, Blick immer noch über den See, zeigt ein auffallend nervöser Schotte über die Bucht, sagt: „That‘s the banks of Loch Lomond“, dreht mich zu sich rum, holt ein schwarzes Kästchen aus seinem Sporran … und geht auf die Knie!

In diesem Moment hab sogar ICH begriffen, was der ganze Tag zu bedeuten hatte – ich kann gar nicht wiedergeben, was in den Sekundenbruchteilen alles durch meinen Kopf geschossen ist …

Er hat mich auf deutsch gefragt ob ich ihn heiraten will! Und ich kann beim besten Willen nicht sagen, was und in welcher Sprache ich geantwortet habe! Ich weiß nur noch, dass ich plötzlich auch auf dem Boden gekniet habe oder mehr auf Jupp (was für ihn nicht ganz schmerzfrei war … an alles hat er gedacht, aber nicht daran, dass er mit nacktem Knie auf spitzen Steinen kniet und mein Gewicht plötzlich auch noch mittragen muss!) Das hat er mir aber erst später gesagt, in dem Moment war das nicht wichtig! Wichtig waren erst Mal nur wir beide!

Bis dann etwas anderes für mich viel wichtiger wurde: Die geschlossene Box in seiner Hand! Was mir dazu durch den Kopf gegangen ist weiß ich noch ganz genau (und es ist nicht wirklich typisch für mich). Ich hatte eine Heidenangst, dass der Deckel aufgeht und ich den fürchterlichsten Ring sehe, der mir je begegnet ist – wir haben nun mal einen grundlegend anderen Geschmack! Was hätte ich dann tun sollen? Ein Ring, den ich womöglich in Ehren halten und für den Rest meines Lebens tragen werde! Was, wenn er mir nicht gefallen hätte? Sollte ich sagen: „Heiraten: Ja! Aber den Ring kannse mal direkt im Loch versenken!“? … Ich hatte Schweißausbrüche! Eigentlich hätte die Kiste ihm die Finger verbrennen müssen, so hab ich sie fixiert! Dann ging der Deckel auf und ich hab auf den Ring gestarrt! Ungefähr die Größe eines Serviettenrings aber abgesehen davon: Der schönste Ring, den ich mir denken konnte! Ich weiß nicht, ob irgendeiner nachvollziehen kann, wie erleichtert ich war!

Das passt nicht wirklich zu mir aber Django hat wohl recht: Durch Jupp hab ich mich von jetzt auf gleich von ner taffen Biker-Lady in Bridezilla verwandelt! Super, danke Jupp!

19.03.2012 um 20:23 Uhr

Freitag, 30. September 2011

Alles, was ich wusste, war: Irgendwo Lunch, Vorstellung bei Jupps „Adopted Daddy“ und Dinner beim großen Bruder – also, nix Großartiges! Dementsprechend war ich mit Boots, Dachdeckerbuxe, T-Shirt und meiner neu erstandenen Tchibo-3-in-1-Regegnmantelkombination perfekt angezogen, dachte ich!
Hab zwar kurz gestutzt, als ich Jupp gesehen hab, im weißen Hemd, Kilt und allem Drum und Dran, aber auf meine verdutzte Frage: „Kilt?“ kam nur „Aye, you like me in a kilt!“ – Jepp, stimmt, keine weiteren Fragen!

Lunch? Wir kamen in einem Restaurant mit riesiger Terrasse direkt am Loch Lomond an. Es war geschlossen! Ein älteres Paar stand etwas gefrustet vor der Tür, sie mussten draußen bleiben! Und während sie es sich hungrig auf der leeren Terrasse bequem gemacht haben, ging für uns
die Tür auf!

Am Fenster, mit Blick auf den Loch Lomond, war ein Tisch für zwei Personen gedeckt, nacheinander wurden mir die Besitzer vorgestellt und ich wurde gefragt, was ich trinken will – das Essen war vorbestellt, kurz darauf serviert und saulecker!

Ich dachte, wir essen mit Daddy aber zu dem sollten wir angeblich direkt danach fahren – mit einem Boot … er wohnt auf einer Insel!
Und das mir, der schon auf einer Kinderschaukel schlecht wird! Egal, Augen zu und durch!
Ich hab nach einem kleinen Kahn mit „Rasenmäher-Motor“ gesucht, aber am restauranteigenen Bootsanleger lag nur eine Jacht.
„Where is the boat?“ – „At the jetty!“ – ??? … „Äh Jupp? WHERE is the boat?“ – „AT the jetty“ – (wusste ich was „jetty“ heißt? Nö! Und das einzige Wasserfahrzeug weit und breit war diese Jacht am Anleger) – „Jupp!!! Where is the f*** boat?“ – „The only f*** boat at the f*** jetty“ …

In dem Moment verließ der Kapitän seine Jacht, kam den Steg rauf zu uns auf die Terrasse, gab uns zur Begrüßung die Hand und teilte uns mit, dass das Boot startklar wäre, wenn wir es auch sind!

Ich weiß nicht, wer dämlicher geguckt hat, ich oder der männliche Teil des hungrigen Paares, das auf der leeren Terrasse vor der verschlossenen Restauranttür ausgeharrt hatte!

Dann sind wir mit dem Boot über zu einer Insel gefahren! Die Sonne schien, das Wasser war spiegelglatt, wir haben aneinander gekuschelt oben auf der Jacht gesessen und mir ist nicht schlecht geworden – herrlich!

19.03.2012 um 07:46 Uhr

Zu Besuch in Schottland!

Ende September, Donnerstag Abend! Raus aus der Agentur, begleitet von den Worten: „Aber komm mir nicht mit einem Ring am Finger zurück“ (danke Binäää! Wie bist Du nur auf diese absurde Idee gekommen?), ab zum Flughafen!

Ich bin vor ca. 10 Jahren zum letzten Mal geflogen, dementsprechend nervös und angespannt war ich auch – dann auch noch online gebucht … bitte … es ist egal, ob Bankgeschäfte, Fähre buchen, einkaufen oder eben einen Flug buchen – ich brauche Menschen, mit denen ich reden kann! Online buchen mit einem ausgedruckten Boarding Pass in der Hand (hat mein Handgepäck die erlaubten Maße? Passt das mit dem Gewicht? … Und wieso muss ich jetzt Jupps Jacke mitschleppen, die er vergessen hat?) ist nicht meine Welt! Beim Zoll ist es auch immer wieder schön – ich durfte meine 20-Loch-Boots logischerweise wieder ausziehen (wieso hab ich eigentlich nur Schuhe mit Stahlkappen?)!

Völlig in Hektik war ich dann noch pünktlich am Gate und: Der Flug hatte Verspätung! Und noch mehr Verspätung! Und mit jeder unverständlichen Durchsage noch mehr Verspätung! Technischer Defekt am Flugzeug! … Ich war völlig aufgelöst: Ich hatte mich so auf Jupp gefreut, und um meinen nutzlos verplemperten Urlaub hab ich auch getrauert … War ja klar, wenn ich schon mal kurz entschlossen fliegen will und dann auch noch online buche – kann ja nix werden!

Während ich (zunächst) aufgelöst in Deutschland gesessen hab (ein Sixpack Bier aus dem Duty-Free, mit einem Mitwartenden geteilt – hat mich die Sache wesentlich entspannter sehen lassen), hat Jupp mittlerweile total verzweifelt in Schottland am Flughafen gewartet! Er hatte den kompletten Freitag verplant – ein gecancelter Flug hätte seine ganzen Pläne (die Arbeit von Wochen) über den Haufen geworfen!

Hat aber noch geklappt, mit 5 Stunden Verspätung sind wir dann doch noch nach Schottland geflogen!
Und mein Jupp (wieder im Kilt – te he) hatte 2 Std. später eine leicht angetrunkene (kein Essen, dafür Starkbier) Steph am Hals! Yeehaw!

19.03.2012 um 05:09 Uhr

Weg ist er wieder …

6 Uhr aufstehen, 7 Uhr zum Flughafen – Jupp wegbringen!
Sch…

9 Uhr war ich wieder zu Hause, mir war schlecht, Kopfschmerzen und eigentlich viel zu tun. Und?
Ich bin eingeschlafen und hab meinen Wecker sage und schreibe 2 Std. ignoriert (tschuldigung an meine Nachbarn). Bin erst wach geworden, als meine Zweitmama und ihr Mann geschellt haben … letztes Tattoo in Deutschland – hab ich gedacht! Um 20 Uhr haben wir uns entschlossen, dass wir uns in 2 Wochen noch Mal wieder sehen. Dafür hab ich 2 neue Maschinen – vielen Dank an Zweitmama und Mann (Zweitpapa?)!

Ich wollte eigentlich weiter erzählen … krieg aber gerade den Anfang nicht.
Morgen! Noch eine schöne Restnacht!

13.03.2012 um 19:51 Uhr

Jupp IV – Besuch aus Schottland!

(mit Co-Autor "Jupp")

… Keine 2 Monate später war er hier!
Seit ich wusste, er kommt tatsächlich her, stand ich kurz vorm durchdrehen!

In Schottland war das Haus mit Garten, er hatte seine Arbeit, ich hatte Urlaub und ich hatte mein Motorrad!
In Deutschland haben wir nur meine 2-Zimmerwohnung (mein Lager mit Sofa – ich habe nie meine Kisten ausgepackt, weil ich hier nur vorübergehend wohnen wollte), ICH muss zur Arbeit (und danach hab ich gerne meine Ruhe), und er kommt mit dem Flugzeug, is also völlig unbeweglich und müsste den ganzen Tag in meiner Wohnung festhängen – seine Deutschkenntnisse … äh … nicht vorhanden!

Ich wurde immer nervöser … meine Kollegen konnten sich mal wieder einiges anhören:
Hurra, Jupp kommt! – Oh Mann, was ist, wenn mir das alles zu viel wird? – Boah, kanns kaum erwarten, Jupp kommt! – Und wenn wir uns gegenseitig auf den Geist gehen? – Das wird eine tolle Woche! – Hoffentlich bin ich nicht froh, wenn er wieder fährt und lösch dann seine Nummer! – Yeehaw, ich freu mich so! – Hoffentlich geht alles glatt! …

Auf dem Weg zum Flughafen hatte ich so Bauchschmerzen! … Im Flughafen hatte ich noch mehr Bauchschmerzen, ein ganzer Strom von Neuankömmlingen auf der einen, eine hoffnungslos nervöse Steph auf der anderen Seite – kein Jupp!
Dann ging die Tür wieder auf und da war er, der verrückte Schotte – im Kilt!
Bepackt mit 2 Koffern – in einem waren seine Sachen, in dem anderen eine Palette von meinem Lieblingsbier!
Der Wahnsinnige!

Am 1. Abend sind wir bei meinen Eltern versackt. Dann waren wir ein paar Tage in meiner Wohnung – er hat mich jeden Morgen zur Arbeit gefahren und war dann dank meines Autos mobil – ich hab ihn dazu verdonnert, sich die ein oder andere Sehenswürdigkeit anzugucken (Attraktionen meiner Heimat, die ich selbst nie gesehen habe), abends hat er mich wieder abgeholt und das war einfach nur großartig – wer bitte hat sich Sorgen gemacht, dass das nicht klappen könnte, pah!

Am 2. Abend haben wir angefangen, ihn zu tätowieren! Weil ich zum Reden aber beide Hände brauch, sind wir nicht besonders weit gekommen! Für ein Tattoo, für das ich normalerweise 4-5 Stunden brauchen würde, sind 3 Abende draufgegangen. Sein 1. Tattoo - sein ganzer Stolz!

2 Tage hat er mit meinen Eltern verbracht, die mit ihm unbedingt ein volles Touri-Sightseeing-Programm durchziehen wollten, und dabei selbst Ecken entdeckt haben, von denen sie vorher noch nie was gehört hatten. Meine Eltern „lernen“ seit ein paar Jahren Englisch in einer Seniorengruppe (d.h., man trifft sich, sagt brav „good morning“, redet die ganze Zeit nur deutsch, futtert, trinkt und verabschiedet sich irgendwann mit „bye bye“) … Ich hätte mir das Schauspiel verdammt gerne angesehen!

Aber irgendwie hats wohl funktioniert – abends kamen die 3 Ausflügler jedes Mal quietschvergnügt und bester Laune zurück! Und meine Eltern standen da, wie die stolzen jungen Eltern eines Sprösslings, das zum ersten Mal „ja“ gesagt hat und erzählten mir begeistert: „Jupp kann jetzt deutsch“ - „Jupp, sach doch mal“ … überlegt angestrengt, schmeißt sich in Positur, räuspert sich kurz und sagt stolz: „Zwei Bier, ein Wasser bitte!“ – Ich war überwältigt!

Die Woche ging viel zu schnell um – und wieder war ich mit Bauchschmerzen auf dem Weg zum Flughafen!
Noch ein Kuss, kurz Winke-Winke … und weg war er! – Am nächsten Tag hab ich meinen nächsten Urlaub eingereicht!

10.03.2012 um 19:23 Uhr

Aber der Wille war da!

Na super – da stehste stundenlang in der Küche, brauchst jeden Topf, den Du findest …
zauberst mit wachsender Begeisterung und zugegeben abnehmendem Geschick ein 3-Gänge-Menue …
… und jetzt besucht er seinen alten Freund – den Pizzamann!

Für Dich koch ich nochmal!

Naja, wenigstens war er ehrlich … und ich hab Essen für die komplette kommende Woche … sollte meine Diät verschärfen!

10.03.2012 um 11:25 Uhr

Auf eine schöne Woche!

Jupp ist da! Hab ihn gestern vom Flughafen abgeholt!
Keine Zeit, in Erinnerungen zu schwelgen – jetzt muss ich erst die Gegenwart genießen!
Ein schönes Wochenende!

09.03.2012 um 07:20 Uhr

Jupp III

Dieses Mal war alles anders! Ich hab ihn wieder erst angefunkt, als ich schon in Schottland war – bin wieder erst nach ordentlicher Anmeldung hingefahren und: Das Haus war leer! Kein Jupp, keine Freunde! Ich hab mich in den Garten gesetzt (der nahezu letzte trockene Tag des Urlaubs) und auf ihn gewartet. Ich war etwas nervös, wir hatten uns 4 Jahre nicht gesehen, Haus und Garten sahen aus wie immer doch wie würde es zwischen uns sein? Würde sich das Gefühl, einem alten Freund gegenüber zu stehen, wieder einstellen?
Was wäre, wenn nicht? …

Dann kam er und: Alles wie gehabt! 4 Jahre älter, manche Sachen vergessen - aber der alte Draht war sofort wieder da! Und sofort wieder die Frage „warum gehst Du nicht rein? Du weißt, wo der Schlüssel ist! Mein Haus ist Dein Haus!“ wie immer die gleiche Antwort „Ich will nicht Dein Haus besuchen - ich warte auf Dich!“

Das war Anfang der Woche, in der Mitte der Woche war mein Geburtstag und gegen Ende der Woche sollten tatsächlich ein paar Leute kommen, die ich von früher her kannte – was lag näher, als zu bleiben?
„Mein Zimmer“ konnte ich nicht beziehen, das war komplett ausgeräumt und sollte gestrichen werden. Also hab ich eine Ecke im Wohnzimmer bekommen (abgetrennt hinter dem Sofa, damit ich auch ja mein Reich für mich hab und mich wohl fühl). Vor dem Einschlafen haben wir uns quer durch den Raum unterhalten Und ich (der Langschläfer) bin auch morgens mit wach geworden, wenn der Frühaufsteher 3 Stunden bevor er zur Arbeit musste aufgestanden ist. Dann haben wir mit einem Kaffee im Wintergarten gesessen, geredet oder einfach nur die Zeit genossen! Abends hab ich mich darauf gefreut, dass er endlich zurückkommt und beide waren wir nicht traurig darüber, dass von den anderen keiner aufgetaucht ist und wir die Woche für uns hatten.

Nach einer Woche und einem Besuch bei seinem Bruder (bis dahin wusste ich nicht Einmal, dass es i einen gibt) war es für mich Zeit, zu fahren (eine Urlaubswoche war schon um und ich war noch nicht Ansatzweise in der Nähe meiner Lieblingsplätze) – ich bin noch nie so ungern in die Highlands gefahren!

Eine Woche Schottland, die Highlands, der Norden, Ost- und Westküste – im Dauerregen und ohne eine SMS oder sonst was von Jupp! Ich wollte einfach zurück! Wollte neben ihm im Wintergarten sitzen, reden, lachen, mich wohlfühlen!

Ich hab ihm dann geschrieben! Hab gefragt, ob ich zurückkommen kann … die Antwort war großartig!
Er ist bald durchs Handy gesprungen, hat mich auch vermisst, wollte mich in meinem Urlaub nur nicht nerven - tz tz! So was …

300 km kleine Straßen und Dauerregen … egal! Durchgefroren, keinen trockenen Faden mehr am Körper und Wasser in den Stiefeln … so egal! Es ging zurück … und abends saß ich wieder in der Badewanne!
Zur Abwechslung mal warmes Wasser!

Die Woche war ein Traum! Zwischen uns hatte sich gewaltig was geändert, doch die Art, wie wir miteinander umgehen zum Glück nicht! Der Weg zur Fähre war bitter … alles was ich hatte, war das Versprechen seines Bruders, ihn bald nach Deutschland zu schicken oder mich zu einem Celtic-Spiel nach Schottland einfliegen zu lassen. Wir wussten, wir wollen nicht noch Einmal 4 Jahre warten bis wir uns wiedersehen - nicht Einmal 1 Jahr … aber mehr auch nicht.

Ich hab mich die komplette Überfahrt tieftraurig in meiner Kabine versteckt – und seekrank war ich zur Abwechslung auch mal wieder – sch… Rückfahrt!

08.03.2012 um 22:15 Uhr

Jupp II

2x war ich noch in Schottland!
Halbe Strecke gen Norden, dann SMS an Jupp! – Postwendende Antwort: „Du bist in Schottland? Ohne mich zu besuchen? … Ich bin fassungslos!“ – also Retour und „Hallo, da bin ich!“

An unserem 1. Abend (2005) hat er mir gezeigt, wo der Reserveschlüssel hängt! „Egal, ob ich da bin oder nicht, mein Haus ist Dein Haus! Du weißt, wo der Schlüssel hängt, hol ihn, geh rein, nimm ein Bad, mach Dir was zu Essen, nimm Dir was zu trinken … Make yourself at home! … Ruf nicht an, ob ich da bin, geh einfach rein! – Ich freu mich, wenn ich nach Hause komm und Du bist da!“

Hab ich nie gemacht! Ohne ordentliche Vorankündigung und das Wissen, dass ich auch diesmal (immerhin immer ein Jahr später und nahezu ohne Kontakt zwischendurch) willkommen bin und nicht ungelegen komm, hab ich ihn nie besucht!

Liegt das an meiner Mentalität? An meiner Erziehung? Ich würde nie in ein fremdes Haus gehen, oder in einem fremden Haus einfach Schränke aufmachen oder mich am Kühlschrank bedienen … Ich habe niemals Briefe, E-Mails, Textnachrichten oder ähnliches von anderen gelesen ohne ausdrücklich dazu aufgefordert worden zu sein … wie bitte soll ich dann einfach so in ein Haus gehen, ohne dass der Bewohner da ist!

Ich habe jede Menge Leute in diesem Haus kennengelernt, jedes Jahr waren andere da, jeder hat sich benommen, als wär er da zu Hause und immer war es ganz natürlich, dass ich auch aufgeschlagen bin und „mein Zimmer“ (eigentlich Jupps Schlafzimmer) bezogen hab. Ums genau zu sagen haben manchmal bis zu 4-5 Schotten geknubbelt im Wohnzimmer geschlafen, nur die verklemmte Deutsche hatte ihr Zimmer für sich!
Davon, dass ich genausogut mit meinem Zelt im Garten oder mit der Isomatte im Wohnzimmer oder Wintergarten schlafen könnte, wollte er nichts hören.

Tja, so war es: Wenn ich da war, war ich da, wenn nicht – dann nicht! Jeder von uns hatte sein eigenes Leben, keiner von uns wusste besonders viel über das Leben des anderen! Aber wenn ich da war, war es immer so, als ob ich gestern erst gefahren wäre und als würden wir uns schon ewig kennen!

Hab ich erwähnt, dass mein Englisch hundsmiserabel ist? In der Schule war das (vor Ewigkeiten) mein schlechtestes Fach. Das, was ich kann hab ich in Schottland gelernt. Jeden Tag ein neues Wort – in einer anderen Gegend, in einem anderen Dialekt.

Resultat: Ich bringe mind. 4 verschiedene Dialekte und alle möglichen und unmöglichen Zeiten in einem Satz unter!

Am Anfang hat es gerade gereicht, um mir ein Bier zu holen oder meinen Zeltplatz zu bezahlen. Später hat sich daraus ein ganz passables „Pub-Englisch“ entwickelt … aber ne ganze Nacht, mit 2-3 Schotten über Gott und die Welt zu reden … das war eine ganz andere Hausnummer!

Was Jupp da so von sich gibt hat mit dem Englisch, das ich irgendwann mal gelernt habe auch nur bedingt was zu tun! Trotzdem hatten wir nie Probleme – mit Händen und Füßen, mit kleinen Zeichnungen und vieeeel Pantomime hat es immer geklappt … im Gegenteil, wenn ich unterwegs war und mich wieder mit irgendeinem Wahnsinns-Dialekt rumgequält habe, hab ich mich darauf gefreut, zu Jupp zu kommen und mich mit ihm zu unterhalten. Um erst dann wieder zu merken, dass er auch nicht gerade meine Muttersprache spricht.

Ende 2007 hat sich privat bei mir einiges geändert und ich war danach 4 Jahre nicht mehr in Schottland!
Die ersten 2 Jahre hab ich auch nichts mehr von Jupp gehört oder gesehen!

2010 fing für mich richtig übel an und an einem Abend, an dem es mir richtig dreckig ging, klingelte mein Handy und wer war dran? Jupp! … In einem Moment noch am Boden zerstört, im nächsten hab ich Tränen gelacht … 90% des Gesprächs bestanden zwar aus: “hä???“ „sorry?“ „slow down, please“ … aber wen stört das?

Trotz allem war das Jahr 2010 nicht gerade mein Jahr! Die Krönung kam dann Silvester.
Silvester 2009 war für mich so ziemlich das Letzte und ich war fest entschlossen, dass es 2010 besser wird. Also Konzert von Freunden besuchen, 2-5 Wasser, bloß kein Silvester-Schnick-Schnack und zurück – DAS wär schon eine unglaubliche Verbesserung gewesen! Auf dem Weg von der Dusche ins Wohnzimmer dann eine falsche Bewegung und „knack“ … Ende mit Silvester und Ende mit „dieser Jahresabschluss wird besser“.

Völlig gefrustet und bewegungsunfähig hab ich mir versprochen: 2011 is Schluss mit Selbstmitleid und Gehenlassen! Sobald du dich wieder bewegen kannst, nimmst du erst mal die 10-18 kg ab, die du letztes Jahr draufgefuttert hast, gehst zum Frisör und kümmerst dich wieder um dich!
Und: Du machst Urlaub! In Schottland - jawoll!

Hat geklappt! Im Sommer 2011 war ich mit nahezu altem Kampfgewicht in meiner alten Mopedhose in Schottland! Hätte Silvester 2010 nie damit gerechnet, was ein gehaltenes Versprechen so alles verändert!

07.03.2012 um 18:03 Uhr

Bin wohl doch keine 20 mehr …

Tagsüber arbeiten, abends Kram aus 40 Jahren aussortieren, nachts im Internet versacken …
durchschnittlich 3 Std. Schlaf hat früher wunderbar geklappt – heute irgendwie nicht mehr!

Heute morgen hat mich mein Kreislauf einfach verlassen! D.h., ich bin aufgestanden – er nicht!
Ohne Essen, heiße Dusche … Rauschen auf den Ohren … wieso geht das Licht weg?

Und während mein Kreislauf bequem auf dem Sofa gelegen hat, bin ich auf dem Fußboden gelandet – sch... Start in den Tag! Nachdem ich mich dann irgendwie aufgerappelt und zu meinem Kreislauf gelegt habe, hab ich den Tag mehr oder weniger verpennt! Tschuldigung an meine Kollegen – war nichts zu machen!

Jetzt sitze ich hier, mein Kopf dröhnt, als hätte ich gestern die Party meines Lebens gefeiert, Arme und Beine fühlen sich an wie Gummi (kaltes Gummi), meine Hütte sieht immer noch aus wie ein Schlachtfeld, ich muss unbedingt zu meinen Eltern, noch 2 Tage arbeiten - und Freitag kommt Jupp!

Vor 20 Jahren hätte ich das Schlafen bis Fr. eingestellt und alles hätte wunderbar gepasst …
ich muss wohl langsam mal umdenken!

06.03.2012 um 01:24 Uhr

Jupp

Jupp und ich haben uns auf einem Parkplatz in Tyndrum kennengelernt  – das war 2005.
Ich hatte ne kleine Zigarettenpause eingelegt und wollte noch weiter nach Pitlochry als mich 2 Schotten ansprachen. Nach den ersten paar Worten haben die mir auf meiner Karte gezeigt, wo ich als nächstes hinfahren müsste. Daran gewohnt, dass Einheimische mir Tipps geben (die auch noch nie schlecht waren) hab ich so halb zugesagt - aber erst für den nächsten Tag, meinen letzten Urlaubstag.

Es ist echt nicht mein Ding, einfach zu Fremden nach Hause zu fahren … ich weiß bis heute nicht, warum ich da eine Ausnahme gemacht hab. Aber die beiden Schotten – der große mit den halblangen Haaren, in der viel zu kleinen Lederkombi und der kleine in der riesigen Schlabberjacke – waren einfach zu drollig um bedrohlich zu wirken.

Am nächsten Abend bin ich dann vorm Haus vorgefahren.
Das Motorrad auf der Straße in Fluchtrichtung geparkt … in Null Komma Nix abfahrbereit!
Sobald mir etwas komisch vorkommt, rauf auf den Bock – und weg! Dachte ich! Hab ich auch noch gedacht, als die Beiden zur Begrüßung aus dem Haus kamen!

2 Minuten später hatte ich ein Glas Rum-Cola in der Hand – 5 Minuten später lag ich in der Badewanne!
Alles, was ich verstanden hab war, nimm ein Bad, wir bringen Deine Sachen in das Zimmer nebenan, das ist nur für Dich, da kommt keiner rein – Make yourself at home! … Häh? Ich wußte so schnell gar nicht, was los war!

Was soll ich sagen, es war noch ein extrem witziger Abend und eine gemütliche ruhige Nacht, alleine in meinem Zimmer. Am nächsten Tag gings zurück auf die Fähre!

So hab ich Jupp kennengelernt – und hätte mir da jemand gesagt, dass ich den kleinen verrückten Schotte in seiner Schlabberjacke eines Tages heirate … Ich hätte nur blöd geguckt!

05.03.2012 um 21:28 Uhr

Männer

Ein Mann muss lange Haare Bart haben – und ein Bart wäre auch schön! Klare Sache, davon hab ich mich nie abbringen lassen. Die anderen hab ich als Männer einfach nicht wahrgenommen.


Zweimal war ich der Meinung, ich hätte meinen absoluten und langhaarigen Traummann gefunden und beide Male hat es einfach nicht gepasst. Zweimal hat es richtig weh getan und zweimal bin ich so auf die Nase gefallen,
dass ich gedacht habe, ich steh nie wieder auf! Doch das ist zum Glück Geschichte!

Der Mann, der jetzt – 7 Jahre nach unserem 1. Treffen – mein Leben ganz gewaltig auf den Kopf stellt, hat kurze Haare! Ist kleiner als ich und ist alles das, was ich nie wollte – und es ist mir sch… egal!

Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich fest davon überzeugt, das Richtige zu tun. Zum ersten Mal sagen Kopf, Herz und Bauch: JA! (Denke, man sollte tatsächlich viel öfter auf seinen Bauch hören – dann würde einem einiges erspart bleiben!)

Bei dem dappischen Schotten fühl ich mich so wohl und richtig wie nie zuvor! Wir können gemeinsam lachen, schweigen, ernsthaft diskutieren oder einfach nur totalen Blödsinn labern … Kaum zu glauben – ich hab meinen „Mr. Right“ gefunden!

Lange Haare sind total überbewertet … wir werden im April heiraten!