Logbuch der Lady in Red

24.05.2006 um 19:37 Uhr

zu viel - zu wenig

von: Stetsch

Mit dem habe ich nicht gerechnet.

Ich hatte gehofft, dass ich es so sehr geniessen würde mich tagtäglich mit Theater und Schauspiel zu beschäftigen. Aber eine Sache habe ich mir nicht ausgerechnet: Dass ich es dann so schnell wieder vermissen könnte.

Noch nicht einmal eine Woche her, dass wir die Kostümsuche beim "Lambert-Hofer" hatten.
Aber dann hat mir Fritzi (das "Mädchen für alles" von der Frau Ott) vor zwei Tagen die Fotos von "Hund und Katze" geschickt. Das hat die Sache nicht wirklich besser gemacht.

Ich hätte nicht gedacht, dass man etwas was gerade erst zwei Wochen her ist so vermissen kann und die Fotos ansieht wie solche aus alten Fotoalben.

Wir haben so lange an diesem Stück gearbeitet. Wir WAREN Hunde und Katzen. Fast 4 Monate lang. Und dann: mit einer Aufführung war fürs erste alles vorbei. Ich hoffe soo stark, dass wir es nochmal auffürhen können.

Aber fürs erste möchte ich einfach wieder irgendetwas theatralisches machen.

WANN GEHEN ENDLICH DIE PROBEN ZU "EINEN JUX WILL ER SICH MACHEN" LOS????????

Ende Mai hiess es gehen die Proben los. Aber wann? Wann?

Ich will probieren!!!!!!!!!!!!

21.05.2006 um 00:37 Uhr

seit langem wieder mal ein Eintrag - ergo wieder mal zur Abwechlung ein Roman

von: Stetsch

Seit Jänner nicht mehr geschrieben. Ich schäme mich, ich geb's ja zu. Aber jetzt hole ich es wieder nach.

Was ist seit Jänner bei mir passiert? Also um es abzukürzen: Hund und Katze

Obwohl es zu Weihnachten noch nicht so ausgesehen hat, hat uns Frau Ott zugetraut, dass wir bis Mai ein herzeigbares Theaterstück auf die Bühne bringen können. Und deswegen haben wir uns besonders seit den Semesterferien fast ausschließlich mit diesem Gleichnis beschäftigt.

Zuerst ging es sehr langsam voran. An den ersten 3 Seiten haben wir etwa 3 Wochen lang gearbeitet. Dann ging es nach und nach immer schneller voran. Im April sind wir dann vom Karls- zum Schwedenplatz umgezogen. Anstatt im Keller des Stadttheaters haben wir jetzt eigene Räume, wo nur wir sind und die wir also vollkommen frei nutzen können und dabei auch noch so laut sein dürfen, wie wir wollen und nicht auf eine proben Nina Proll etc. Rücksichtnehmen müssen.

Kaum frisch umgezogen haben wir mit Billy, einem unserer vielen Regisseure, unser Bühnenbild selbst gebaut. Von Jacquelines Vater 60 Bierkisten geschnorrt (der hat eine kleine Brauerei), beim Obi große Holzplatten gekauft. Und den Rest von unserer "Müllhalde" (so sollte das Bühnenbild in etwa aussehen) haben wir beim Ausschwärmen am Donaukanal gefunden. Unsere Schätze hierbei: zwei 120cm-große Heineken-Bierfässer. Auch echte Pflastersteine haben wir uns "ausgeliehen" ;)

Ab da konnten wir so gut wie alles, was wir bis dahin eingeprobt hatten umschmeissen. Auf 3 verschiedenen Höhenebenen zu spielen ist ganz etwas anderes als nur in einem leeren Probenraum.

Aber zumindest ab da konnten wir uns was vorstellen, wann wir wie wo gehn und stehn.

Die letzte Szene haben wir dann ungefähr zwei Wochen vor der Premiere angefangen zu proben, aber da wir mittlerweile schon so in unseren Rollen waren, war das überhaupt kein Problem.

Zwei Tage vor der Generalprobe durften wir dann in unseren Aufführungssaal: Eine kleine Kapelle im Schloss-Vösendorf. Mit frisch renovierten Fresken an der Wand. Und weil eben diese so wertvoll sind hätten wir, wenn es nach dem Bürgermeister von Vösendorf gegangen wäre: nicht zu laut scheien dürfen, das könnte den Fresken schaden, und kein zu helles Licht verwenden. Die idealen Voraussetzungen für eine Theaterproduktion. Wir hätten im dunkeln flüstern dürfen. Zum Glück sind wir nicht so brav und haben mit allem, was man mit normaler Steckdosenkapazität an Scheinwerferenergie rausholen kann von einem Experten die Bühne ausgelauchtet.

Bei der Generalprobe waren quasi nur unsere Angehörigen. Und das war Großartig. Eine super Athmosphäre. Wir haben uns sehr gut auf der Bühne gefühlt und das scheint auch rübergekommen zu sein.

Scheinbar haben wir uns zu gut gefühlt. Am nächsten Tag bei der Premiere, war der Druck viel kleiner als bei der Generalprobe. Dadurch dürfte auch die Energie unseres Spiel ein wenig in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Zumindest haben wir Schauspieler und auch die paar Lehrer, die sowohl die Generalprobe als auch die Premiere gesehen haben, einstimmig empfunden, dass wir bei der Generalprobe besser waren. Aber trotzdem waren wir scheinbar auch am 11. Mai ganz gut. Als wir uns zum 5. Mal vor dem Publikum verbeugten hat es den Anschein gehabt, dass Frau Ott sehr stolz auf uns war. Das hat sie uns auch nach der Vorstellung in der Garderobe gesagt. Und sie hat verkündet, dass mit dieser Aufführung alle den Übertritt ins nächste Lernjahr geschafft haben. Normalerweise in Schauspielschulen muss man nach jedem Jahr eine Art Übertrittsprüfung machen in der man zeigt was für Fortschritte man gemacht hat. Das haben wir uns zum Glück mit dieser Aifführung erspart.

Nach der Aufführung von unserem Stück am 11. Mai also, haben wir nur noch 3 Schultage gehabt.
Am Montag haben noch ein wenig Körperarbeit und Sprechunterricht gehabt. Dann am Nachmittag das große Zittern: Frau Ott hat uns zwar nach der Premiere von Hund und Katze in der Garderobe gesagt, dass wir alle den Übertritt ins Lehrjahr geschafft haben - aber sie hat uns auch gesagt, dass sie in der nächsten Woche mit jedem ein Einzelgespräch führen wollte. Und das war dann eben am Montag angesetzt. Aber nachdem die ersten drei alle strahlend aus dem Büro wieder herausgekommen sind, war die Nervosität nicht mehr ganz so schlimm.

Zu mir im konkreten hat sie gesagt, dass ich mich seit Oktober sehr entwickelt habe, dass ich immer sehr großen Einsatz zeige und dass sie sich schon freut in Maria-Enzersdorf bei den Nestroy-Festspielen mit mir zusammenzuarbeiten. Also das war jetzt die Kurzversion.

Und Dienstag und Mittwoch haben wir wieder kurz Körperarbeit, Sprechunterricht und Improvisation gehabt, wobei das hauptsächlich Plauderstunden waren. Letzte Schulstunden eben, wie in der Schule. Also seit Mittwoch haben wir offiziell keine Schule mehr.

Aber das heißt noch lange nicht, dass ich jetzt Ferien habe. Denn ich habe mich ja zur Mitarbeit bei den Maria-Enzersdorfer Festspielen gemeldet. Und die Arbeit dafür hat gleich am Donnerstag angefangen. Wir waren um viertel 10 in der Früh zum "Lambert Hofer" bei der Simmeringer Hauptstrasse bestellt um die Kostüme für "Einen Jux will er sich machen" festzulegen. Die Kostümbildnerin haben wir ja schon von unserer Benefizveranstaltung in Vösendorf gekannt. Nur gab es ein kleines Problem: Irene und ich, wussten noch gar nicht was wir spielen würden. Statisten. Aber als was? Wir hatten keine Ahnung. Und Frau Ott kam erst um 11 Uhr um alle Kostüme, die Maria ( unsere Kostümbildnerin) bis dahin vorgeschlagen hat, noch mal vollkommen umzugestalten. In dieser Hinsicht hatten Irene und ich es dann besser - wir hatten noch gar kein Kostüm an, also musste dieses auch nicht ausgetauscht werden sondern bei uns konnten die Gardrobierinnen (sagt man das so?) gleich die Kostüme suchen, die sich Frau Ott vorstellte. Da wir aber, wie gesagt noch keine Kostüme hatten, und alle anderen Damen (Damen waren am Vormittag und die Herren am Nachmittag dran), die wussten, was sie spielen, aber schon, kamen wir zwei verständlicherweise erst ganz zum Schluss dran. Dann standen wir zu zweit vor Ihr und sie fing an: "Also, ich könnte mir ja gut vorstellen, dass der Wirt einen Piccolo und eine Kellnerin hat." Und Sie sah und zwei an. "Bleibt nur noch die Frage, wer die Kellnerin und wer den Kellner spielt."

Aus weiser Voraussicht hatte ich zu diesem Termin einen Rock angezogen. Ich bekam die Rolle der Kellnerin.

Und mein Kostüm: klassische Kellnerin:

Kurzes schwarzes Kleid mit weißer Schürze. Dazu werde ich noch hochhackige Schuhe und Netzstrümpfe bekommen. Als Frisur ein Knödel mit Schleife drum rum. Und damit das ganze noch lustiger wird: werde ich um noch zwei Körbchengrößen ausgestopft ( C ist scheinbar nicht genug) und mein Rock wird noch enger gemacht sodass ich nicht mehr normal gehen kann sondern trippeln muss. Das wird lustig ;)

So, ich glaube damit wären wir wieder einigermassen auf dem neuesten Stand.

07.01.2006 um 12:57 Uhr

Ausgegraben

von: Stetsch

Diesmal kein Roman, nur eine Frage:

Ich habe heute beim Computer ausmisten folgendes Bild gefunden:

Wer weiß noch, wo dieses entstanden sein könnte?


Schön, wenn man sowas später wieder findet.*ggg*

18.12.2005 um 23:32 Uhr

die Schneiders gehen Christbaum-Kaufen

von: Stetsch

Ja, ich melde mich auf diesem Wege auch mal wieder. Den heutigen Tag muss ich einfach niederschreiben.

Zuerst die Vorgeschichte: Vor mittlerweile 11 Jahren hat uns unser Nachbar kurz vor Weihnachten den Weg nach "Streitdorf" gezeigt. Dort gibt es einen unbebaubaren Steinhügel auf den ein Bauer einen Christbaumwald gepflanzt hat. Ein richtiger kleiner Wald. Man kann sich dort eine Säge ausborgen (wir nehmen uns immer eine eigene mit) und jeden Baum, der einem gefällt selbst fällen. Den schleppt man dann zum Ausgang wo er vom Besitzer eingepackt wird.

Wie gesagt: seit 11 Jahren fahren wir jedes Jahr vor Weihnachten die halbe Stunde von Niederkreuzstetten nach Streitdorf.

Doch dieses Jahr gab es ein kleines Handycap: Unser (einziges!) Familienauto ist ein Chrysler Voyager, also ein großes Auto mit 7 Sitzen und großem Kofferraum. Sowas braucht man als 6-köpfige Familie dringend. Doch dieses ist uns vor genau einer Woche eingegangen: Getriebe kaputt. Wir brauchen ein neues (Getriebe, nicht Auto)

Zumindest hat uns eine Freundin (die gerade in die Schweiz gefahren ist) ihr Auto geborgt: Einen Golf.
Zum Glück hatte mein Bruder heute Dienst, sodass wir ohnehin nur zu 5t waren (unseren Hund haben auch noch untergebracht).
In Voyager haben wir den Christbaum immer über alle umgelegten Bänke und Sitze gelegt, also im Auto. Das geht beim Golf nicht wirklich gut, also ist unsere Idee, den Christbaum auf dem Dach zu transportieren.

Wir machen uns also auf den Weg. Der Christbaumwald sieht genauso aus wie letztes Jahr. Wir begrüßen den Besitzer (wir sind ja inzwische Stammkunden) und fangen an zu suchen. Schließlich finden wir einen sehr schneiderischen (=ausgefallenen) Baum. Er ist eigentlich schon eher ein "Wald am Stiel": Ein Baum mit vier Spitzen. Den mussten wir einfach haben.

Doch eins hatten wir nicht bedacht: Wir haben auf dem ausgeborgten Golf kein Gestell am Dach, wir müssen den Baum also mit Seilen, die wir durch die (2 einzigen) Fenster fädeln, fixieren. Doch wenn wir das tun, können wir die (2 einzigen) Türen nicht mehr öffnen. Aber so sportlich schätzen wir uns ein. Wir schnüren den Baum, wie geplant auf das Dach und kraxeln durch das offene Fenster und den Kofferraum in den kleinen Golf. Das muss von außen sehr interessant ausgesehen haben.
Natürlich haben wir alles aufgenommen. Darüber haun wir uns sicherlich in Jahren noch ab.

22.11.2005 um 23:26 Uhr

erste Erfahrungen im Studio

von: Stetsch

Die ersten Wochen im Ottstudio liegen hinter mir - meine Begeisterung ist nicht weniger geworden!

Also, ich hatte bis jetzt folgende "Fächer":

Grundlagen: mit Elfriede Ott
Alles grundlegend wichtige für Schauspielen (Atemtechniken, wie die Stimme voller klingt ...)

Szenische und Darstellerische Entwicklung: mit Sabine Staudacher
Die Übung mit den Türen hab ich ja schon mal beschrieben. Mittlerweile haben wir auch schon andere Übungen gemacht. Mein persönlicher Favorit: die "Baumübung":
Einer steht am Ende des Raumes und schließt die Augen. Alle anderen verteilen sich im Raum als "Wald". Der Blinde wird ein paar Mal herumgedreht und in die richtige Richtung postiert. Nun muss dieser Blinde mit geschloßenen Augen durch diesen Wald ans andere Ende des Raumes gelangen. OHNE DIE BÄUME ZU BERÜHREN! Man muß sensibel spüren, wie man da durchkommt. Und die Bäume senden dem Blinden Gedanken wie "Achtung! Ich steh' da!"
Es ist wirklich erstaunlich, wie gut diese Übung immer wieder funktioniert.

Körperarbeit: mit Catherine Oborny
Yoga-Übungen zum dehnen, andere körperliche Übungen (z.B.: wie gehe ich "normal"), jetzt fangen wir gerade mit Flamenco-Tanzen an.

Stimme/Sprechen: mit Bernadette Abendstein (wer letzten Donnerstag die "Frischlinge" auf ORF1 gesehen hat: die mit dem roten Leiberl)
auch hier machen wir Atemübungen und andere Übungen die die Stimme lockern - dann haben wir klassische (Aus-)Sprechübungen (Made - Matte, Wahl - Wall, Sahne - Sand, zagen - zacken usw.)

Dialekte/Improvisation: mit Gernot Haas
im Moment lernen wir gerade "Karntnerisch"

alles ganz ganz toll 

07.11.2005 um 23:33 Uhr

Das erste Zusammentreffen

von: Stetsch

Zum aller ersten Mal treffen heute alle zwölf (am Samstag wurden noch drei Burschen dazugenommen) Ottschüler zusammen: Die, die beim ersten Casting vor 4 Wochen genommen wurden (da ist auch die Corinna dabei), wir vom letzten Montag und die drei Jungs von Samstag.
Zusammen haben wir von 16-18 Uhr "Grundlagen" mit Elfriede Ott persönlich. Und das sah so aus:

Wir haben uns alle in einen Kreis gesetzt. Dann haben wir quer durcheinander fragen sollen, was wir von den anderen so wissen wollen: "Wie heißt du?" "Woher kommst du?" "Wie alt bist du?" "Hast du Geschwister?" "Was hast du schon in die Richtung gemacht?" usw.

Kreuz und quer haben wir einiges über unsere Mitschüler erfahren. Dazwischen sind wir immer wieder in Diskussionen verfallen: Soaps, Barbara Karlich, Baywatch, Theaterwissenschaften und und und

Außerdem hat die Frau Ott ein wenig über uns und dieses neue Studio geredet:
Dass wir jetzt wirklich der ERSTE Jahrgang dieses "Studio der Erfahrungen" sind. Dass das immer etwas ganz besonderes ist. Sie hat uns von ihrem ersten Jahrgang am Konservatorium (dort hat sie 20 Jahre lang die Schauspielabteilung geleitet) erzählt und was diese Leute nicht schon alles erreicht haben. Auch "Dancing Star" Stefano Bernardin war ein Schüler von ihr.
Außerdem hat sie uns erzählt, dass sie jedes Jahr Sommerspiele im Südwesten von Wien veranstaltet und hat gefragt, wer denn interesse hätte dort (statistisch) mitzumachen. no-na: wir haben uns alle auf die liste schreiben lassen.

Hab ich schon mal erwähnt, dass ich mich total freu?

02.11.2005 um 21:41 Uhr

100 Türen zu öffnen

von: Stetsch

Mein erster Tag beim Ottstudio

Um 9:30 war ausgemacht, dass wir (die 6 neu aufgenommenen) mit der ersten Stunde beginnen. Diese sollte dazu dienen, dass wir mit den anderen 6, die bei der ersten Aufnahmeprüfung genommen wurden, wieder auf einem Level sind. Die haben nämlich die ersten Stunden schon hinter sich.

Das "Stadttheater Wien" wo alles stattfindet ist in der Walfischgasse (5 Minuten von der U4-Station Karlsplatz). Mein stündlicher Zug kommt immer um Viertel in Landstrasse. Das bedeutet, dass es sich genau ausgehen sollte in 15 Minuten von Landstrasse zum Theater zu kommen. Sollte. Allerdings, so verlässlich, wie die ÖBB sind, hatte mein Zug im Endeffekt 5 Minuten Verspätung. Naja, mit einigen Sprints ging es sich trotzdem auf die Minute genau aus. Pünktlich um halb 10 bin ich im unteren Studio des Theaters angekommen. Und ich war die erste!! Soviel zur Pünktlichkeit von Künstlern ;)
Aber schon kurz darauf sind noch zwei bekannte Gesichter aufgetaucht. Aber das wars dann! Bis um 9:40 haben wir gewartet, dann haben wir einfach zu dritt angefangen mit Sabine (wir sollen alle dutzen).

Nach einer kurzen Besprechung sind wir gleich zur Übung übergegangen: eine Tür aufmachen. Die ganzen zwei Stunden haben wir nichts anderes gemacht. Wenn man in einer Szene auftritt, dann soll man nämlich nicht einfach auftreten, weil man auftritt. Die Figur, die man darstellt kommt doch von irgendwo, geht wo bestimmtes hin, wo vielleicht jemand Bestimmter drin ist und geht aus einem bestimmten Grund dort hin.

Zuerst mussten wir uns nur bewusst werden wovon wir kommen, wenn wir die Türe öffnen.
Wurden wir gerade verfolgt, hat uns gerade jemand einen Heiratsantrag gemacht, hat uns der Chef extrem genervt ...

Dann nur, wer in diesem Raum sitzt, und welcher Raum das ist. Und selbstverständlich, wie wir zu dieser Person stehen.

Und für Montag (wo wir mit der ersten Gruppe gemeinsam "anfangen") sollen wir uns eine ganze Situation ausdenken (von wo - wohin - wer ist dort - warum).

Der nächste "Kurs" war dann um 14:30. Unser "Lehrer", Gernot Haas, ist zugleich einer der Organisatoren und hat uns dann erklärt, dass die zwei Burschen und das vierte Mädel, die in der Früh nicht erschienen sind "noch überlegen müssen, ob sie das wirklich wollen".
Naja, jeder wie er meint.

Gernot hat uns zuerst einmal gesagt, dass wir alle was von uns erzählen. Dabei hat er analysiert, dass wir alle Sätze aufzählend sprechen, also am Ende unserer "Sätze" hinauf betonen. Dann sollten wir nochmal, das Ganze erzählen, aber diesmal jeden Satz beenden. Das ist ganz schön schwierig, aber nach einiger Zeit geht auch das.

Dann sollten wir nochmal unsere einstudierten Auswahltexte von Montag aufsagen. Und diesmal hat er allen gesagt, was mir schon während des Aufnahmegesprächs gesagt wurde. "Jetzt das ganze direkt, ohne übertrieben zu betonen." Da ich deshalb schon ein wenig Vorwissen in dieser Üung hatte, hat er sich hier nur sehr kurz mit mir beschäftigen müßen.

Dann hat er uns gefragt, ob wir in letzter Zeit im Theater waren? Wir sprudeln sofort über und verfallen in ein Gespräch über Musicals, die wir nicht schon gesehen haben.
Da unterbricht uns Gernot plötzlich und sagt uns: "Und jetzt, führt genau das selbe Gespräch nochmal!"
Wir haben uns zwar bemüht, aber wortwörtlich war das nicht wirklich. Da sieht man, wie schwer eine Szene sein kann. Denn Schauspielen ist nichts anderes als eine Szene immer und immer wieder glaubwürdig und frisch darstellen zu können.

Zum Schluß haben wir noch eine aktivere Übung gemacht:
Wir sollten im Raum auf und abgehen und dabei einfach sagen, was uns durch den Kopf geht.
Das haben wir alle ganz gut geschafft: dass die Füße dabei nicht immer gleich gehen, sondern je nachdem, was man denkt gehen sie vorwärts, rückwärts, bleiben stehen etc...

Das war mein erster Tag. Ich freu mich schon auf die nächsten 3 Jahre!!!!

01.11.2005 um 12:45 Uhr

Frau Ott und ihr Studio der Erfahrungen

von: Stetsch

Stimmung: wohoooo
Musik: Sandra Pires (meine zukünftige Gesangslehrerin!!!!!!)

Ich hab's geschafft!!!!!!!

Ich war gestern beim Vorstellungstermin für das "Ottstudio" im Stadttheater Wien in der Walfischgasse im ersten Bezirk.

Vorzubereiten war einer von vier Auswahltexten, die natürlich rübergebracht werden sollte.

Als ich an der Reihe bin stehe ich zuerst hinter einem Paravent, damit die "Juroren" sich nur auf meine Stimme und meine Betonungen konzentrieren können. Dann auf ein Signal hin komme ich hinter dem Paravent hervor während ich weiterhin meinen Text zum besten gebe.

Während meiner Vorstellung hat die Ott die ganze Zeit über ganz lieb gelächelt: das baut auf!
Nicht so wie beim Konservatorium oder beim Max Reinhardt Seminar, wo die Leute die über deine Aufnahme bestimmen, mit grimmigen Gesichtern vor dir sitzen und du eh schon alle Hoffnung aufgibst.

Als ich mit meiner Darstellung fertig bin sagt mir die Frau Ott ich solle mir einen Sessel nehmen und mich dirket vor sie hinsetzten. Und jetzt nochmal meinen ganzen Text so erzählen als ob ich in ihr erzähle, auch in eigenen Worten.
Scheinbar habe ich noch immer etwas zu viel gespielt. Also hat sie mich kurz gefragt, wie alt ich bin, und wie die Matura war... und dann "und genau so erzählst du mir jetzt den Text"

Dann noch ein kurzes Gespräch, wo ich nicht schon überall vorgesprochen habe und was ich sonst für Bühnenerfahrung habe. Dann sollte ich noch ein kurzes Stück von "Unserer kleinen Stadt" vortragen.
Leichter gesagt als getan. Da ich auf das nicht wirklich vorbereitet bin improvisiere ich ein paar Sätze die mir spontan eingefallen sind, auch wenn diese nicht wirklich in der richtigen Reihenfolge waren.

naja, was soll ich sagen: scheinbar war es gut: Ich bin dabei!!!
Ich bin im ersten Jahrgang des "Studio der Erfahrungen".

wer näheres Wissen will:  www.ottstudio.at

 

wenn unser Wohnzimmer nicht so niedrig wäre würde ich jetzt 10m hoch springen!!!!!!!!!

30.10.2005 um 23:36 Uhr

mein Püppchen

von: Stetsch

"Nora - ein Puppenhaus"
im Theater in der Josefstadt

Ich fand's toll! Tolles Bühnenbild, großartige Schauspieler ... Die Emotionen sind wirklich rübergekommen.

Inszeniert wurde das ganze von Karlheinz Hackl. Und dabei traut er sich sehr gewagte Textveränderungen und sogar das Ende ist sehr unerwartet.

Ich hoffe, ich habe nicht zu viel verraten, aber auch nicht zu wenig, sodass ihr neugierig auf das Stück werdet! Kann euch nur wärmstens empfehlen, es euch auch anzusehen!

30.10.2005 um 12:01 Uhr

nach langer funkstille wieder ein lebenszeichen

von: Stetsch

so, komm ich auch mal wieder zum bloggen
das letzte mal is jetzt schon eine ganze weile her, ich versuche jetzt die letzten wochen zusammenfassend wiederzugeben

Leonce&Lena

Es war ein voller Erfolg! Alle 5 Vorstellungen waren restlos ausverkauft. Und wir haben uns auch gut geschlagen. In allen Vorstellungen gab es keinen einziges größeres Textproblem.

Die Publikumsreaktionen waren ganz unterschiedlich, aber immer positiv. Wo bei der zweiten Vorstellung, wo viele aus unserer Schule (zusammen mit Abraham und Kainz) dabei waren, der Applaus eher spärlich war, war der Donnerstag der absolute Hammer. Hier hatte sich eine deutsche Schulklasse, die in Wien auf Klassenfahrt war, Karten reserviert. Wir hatten schon die schlimmsten Befürchtungen, weil wir vom jugendlichen Publikum am Tag zu vor ganz und gar nicht begeistert waren. Aber unsere Zweifel waren vollkommen unberechtigt. Nach der ersten Szene wussten wir: so ein tolles Publikum hatten wir noch nie. Es gab Szenenapplaus, sowas hatten wir noch nie. Und ausserdem haben sie genau dort gelacht, wo wir es gehofft hatten. Das hat uns allen eine solche Energie gegeben, dass wir so gut gespielt haben, wie bis dahin noch nie. Das kann einem soo viel geben.

Aber das tollste war die letzte Vorstellung: Obwohl unser Regisseur absolut dagegen war, haben wir Schauspieler eine klassische Derniere aufgeführt, mit eingebauten Gags und Improvisationen... wir hatten eine Riesen-Hetz. Danach gabs dann noch eine Dernierenfeier, die wir auch bis in die frühen Morgenstunden ausgedehnt haben.

 

Studium:

Wie ich schon im "8c-forum" kundgetan habe:

"da mich die leute beim max reinhardt seminar leider nicht für den nächsten jahrgang wollten studiere ich jetzt "theater-, film- und medienwissenschaften"
[...] bin mit meiner wahl sehr zufrieden (hat wer gedacht, dass ich was anderes ausser was theatermässiges tun könnte?) - die themen irrsinnig interessant
z.B.: All about Alfred (über Alfred Hitchcock - Filme)
Theater im 20. Jahrhundert (über die Entwicklung am Burgtheater etc.)
Status von Frauen im indischen Theater
Fernsehen: von der Idee zur Sendung
ich bin begeistert!!"

 

Schauspielerei:

Morgen ist die Aufnahmeprüfung für das "Ottstudio", das neue Schauspielstudio von Elfriede Ott mit vielen prominenten "Lehrern", wie zum Beispiel Sandra Pires, Joesi Prokopetz ... Drückt mir die Daumen!

 

Theater:

Seit langer Zeit (einen ganzen Sommer lang) war ich nun nicht mehr im Theater (als Zuseher ;) Das hat sich nun mittlerweile wieder geändert. Da ich noch immer meine Connections zur Ödenburger hab (ja, ab und zu sind jüngere Geschwister doch zu was gut) kann ich noch immer von den Theater der Jugend Angeboten gebrauch machen. Und somit durfte ich in den letzten 2 Wochen folgende Stücke live erleben:

* Thimm Taler oder Das verkaufte Lächeln (eine faustische Geschichte für Kinder mit "Dancing Star" Stefano Bernardin) wo mich Tomasz netterweise begleitet hat

* Mamma Mia! (das Musical in der englische Originalfassung in der Wiener Stadthalle) gut, das ging nicht von Theater der Jugend sondern von meiner Tante aus (71€ pro Karte!!!!!)
Aber es war sein Geld wert, die ABBA-Lieder sind wirklich bestens dargeboten worden und sogar in einer Handlungsreichen Geschichte - hat mir wirklich sehr sehr gut gefallen.

* Indien (das Theaterstück von Alfred Dorfer und Josef Hader, das auch später verfilmt wurde)

* Der gewissenlose Mörder Hasse Karlsson enthüllt die entsetzliche Wahrheit, wie die Frau über der Eisenbahnbrücke zu Tode gekommen ist - ja der Titel ist wirklich so lang
im Theater im Zentrum - da wieder eine Produktion direkt vom Theater der Jugend, wieder sehr moralisch wertvoll
außerdem kannte ich einen der Hauptdarsteller noch von der Berufspraktischen Woche im Theater der Jugend - da is das ganze natürlich noch interessanter

und heute Abend darf ich mir Nora in der Josefstadt ansehen - bin schon sehr gespannt

 

ja, ich denke jetzt hab ich die letzten Wochen einigermassen fläüchendeckend beschrieben

damit mein blog hier nicht ganz verstaubt