Suche nach dem Leben

05.02.2008 um 11:14 Uhr

Hello World

Hallo alle beisammen,

um eventuelle Befürchtungen auszuschließen: Mir ist nichts zugestoßen, ich weiß nicht, warum ich nicht mehr geschrieben habe. Auf einmal war das Bedürfnis weg, ich schrieb lange Zeit auch kein Tagebuch mehr bzw. nur alle paar Wochen. 

 Jetzt bin ich wieder erwacht.

Ich bin erstaunt, dass es noch Personen gibt, die mir die Treue gehalten haben und die "Hoffnung auf einen neuen Eintrag" nicht aufgegeben haben.

Zu erzählen, was mir seit dem letzten Eintrag passiert ist, macht wohl wenig Sinn, ich schreibe einfach mal drauf los und ihr werdet sehen, was sich getan hat.

Meine Prüfungsphase hat gestern mit einer 2,5-stündigen Klausur in Regelungstechnik angefangen. Ein richtiges Lernfach. Ich habe mich lange und gewissenhaft darauf vorbereitet und gestern meinen Lohn dafür kassiert. Die Arbeit bestand aus 5 Aufgaben und 4 davon hab ich schonmal richtig gelöst (der Professor ging herum und schaute sich die Ergebnisse an, die wir bis dahin hatten und hat dann dezente Hinweise gegeben wie "Schauen sie sich den B-Teil von 3 nochmal an" - bei mir war alles ok). Da es eine Überangebotsklausur ist, hoffe ich mal auf eine Zensur im 1-2er Bereich. Mein Freund und Studienkollege Dennis, der zensurenmäßig in der Regel besser ist (und auch ein besseres Hintergrundwissen hat), meinte, dass seine Arbeit wohl nicht so gut lief und das er auf eine 2,7 tippt. Ich weiß nicht, ob ihr das kennt, aber dadurch ist meine positive Einschätzung wieder etwas weniger...optimistisch geworden.

Nach der Klausur hatte ich seltsamerweise das Gefühl, als ob nichts gewesen wäre. Es ist wohl eine Eigenschaft von mir, Erfolge ziemlich schnell "abzuheften" und mich auf die nächste Herausforderung zu konzentrieren. Das erste, was mir einfiel, als ich meinen Zettel abgegeben und meine Sachen gepackt habe war "Naja, eigentlich könnte ich gleich für die nächste Klausur lernen" - und ich fühlte mich wirklich noch fit dafür (bei mir geht sowas auch über Zwang). Aber da ich mit sowas nicht gerechnet habe, habe ich mich wie geplant noch mit einem Freund getroffen und wir haben den Abend mit ein paar Videos und Storys ausklingen lassen. 

Eine andere Sache bringt mich momentan noch zum Nachdenken: Meine Freundin. Ich weiß nicht, ob ihr schon davon wisst, aber ich bin seit Winter letzten Jahres nicht mehr solo. Eine Fernbeziehung ist es geworden mit einer kleinen süßen Chemnitzerin. Seit ein Freitag meldet sie sich nicht mehr auf meine SMS und ist nicht mehr online. Ich hab sie dann Sonntag abend kurz angerufen (sie musste dann auch schon wieder weg, und meinte, dass wir uns am Montag weiter unterhalten könnten) und sie meinte, dass es bei ihr im Moment wohl hektisch sei; Tante im Krankenhaus, irgendwelche Treffen von der Schule aus und was auch immer. SMS habe sie wohl nur eine bekommen und hatte kein Geld mehr auf dem Handy. 

Ich kann immer schwer einordnen, ob ich überreagiere oder ob meine Reaktion vielleicht sogar ein wenig zu "lasch" ist. Mir fehlt da ganz gerne der Maßstab, ist wohl einer der Gründe, warum ich überhaupt damals mit dem Log angefangen habe. Um meine Gedanken hin und wieder ein wenig zu relativieren und in das rechte Licht zu rücken / rücken zu lassen. 

Vielleicht ist sie im Moment wirklich im Stress, aber dann kann man das einfach sagen, dass der andere Bescheid weiß. Ich finde, es gibt nichts Schlimmeres als dieses Gefühl der Ungewissheit. In jeder langweiligen Minute, in der das Gehirn nach einer Beschäftigung sucht, kramt es in genau dieser Kiste und kramt Sachen raus, die einen von den produktiven Dingen im Leben abhalten.

Genauso wäre es im Bereich des möglichen, dass sie mir irgendetwas verheimlicht von dem sie der Meinung ist, es wäre zu schlimm für mich. Oder sie ist gelangweilt von mir. Hat wen besseres gefunden. Was auch immer. 

Eine Fernbeziehung basiert auf Vertrauen. Für mich ist Vertrauen ein Gefühl, was sich einstellt, wenn man weiß, was der Partner gerade macht, was ihn beschäftigt und das man eine gewisse Akzeptanz bei ihm genießt. Kommunikationsstillstand ist ein langsames Voneinander-Entfernen. In einer Fernbeziehung genauso wie einer "normalen". 

Warum entfernen wir uns?

Ich habe ihr geschrieben, dass sie bitte online kommen oder mich anrufen soll, wenn sie zuhause ist, ich hoffe, dass die schlimmsten Befürchtungen aus der Welt geschafft sein werden.

 

Wie es mit diesem Blog weiter geht, kann ich nicht sagen. Je nachdem, was in meinem Leben passiert, werde ich am Ball bleiben oder auf die Ersatzbank gehen und nachgrübeln.

Bis bald...

16.09.2007 um 10:40 Uhr

Wochen

Hallo alle zusammen,

 die Site steht noch, ich bin verwundert. Noch erstaunter bin ich, dass immer wieder Leute hierher kommen, um zu gucken, ob sich was tut. Heute bekommt ihr neues Futter....

 Mein Leben diesen Monat hat sich ziemlich verändert. Die größte Veränderung ist sicherlich, dass ich keine Ruhe mehr habe, es hat der Stress Einzug gehalten, weil ich es ihm erlaubt habe.

Ich fange mal vorne an.

Die Arbeit. Es gibt Tage, da mag ich sie, aber meistens ödet sie mich an. Problem sind zu 40% die Tätigkeiten, zu 60% die Kollegen. Nicht alle, einige. Es ist interessant, wie sich in einem 5-Mann-Büro (wir haben auch noch Werkstatt, Fahrer, Jungs auf dem Platz, aber die sind ja nicht immer bei uns - eher auf Durchreise) ein solcher Mikrokosmos aufbauen kann - und was für Mechanismen dort wirken.

Da wäre zum einen der Buchhalter, Dino. Ja, er heißt tatsächlich so und dass er deswegen schon viele Lästerein einstecken musste, steht ihm ins Gesicht geschrieben. Er ist wie fast alle in der Firma eine angelernte Kraft und er sieht so aus, als ob er nicht oft raus kommt.

Meine Kommentare zu seiner Person hören sich sehr beißend an, dessen bin ich mir durchaus bewusst. Aber alles hat seinen Grund. Ursprünglich sollte ich für eine Woche seine Tätigkeiten übernehmen, damit er in den Urlaub kann. Dafür war eine Einlernzeit von zwei Wochen vorgesehen. Er zeigte mir schonmal die Tätigkeiten, die ich auf jeden Fall übernehmen werde, weil eine Person gefeuert wurde (ich glaube, ich habe über "Biggi" bereits erzählt - die alleinerziehende mit ihrem Sohn, die unserem Zweitchef schon immer ein Dorn im Auge war) und ich ihre Arbeit machen soll, bis eine andere Person gefunden ist.

Zentrales Problem ist, dass Dino neidisch ist. Er hat mir Sachen halb oder im Vorbeigehen erklärt und lacht mich dann teilweise dafür aus, wenn ich - vorhersehbare - Fehler begehe. Überhaupt nutzt er jede Gelegenheit, um mir zu zeigen, dass er mir überlegen ist. Er weiß, dass ich studiere und das ich mich ein Großteil meines normalen Tages mit Sachen auseinander setze, die er nie verstehen wird (und das ist ja noch nicht einmal schlimm!) und irgendwie scheine ich für ihn so bedrohlich zu sein, dass er mich regelmäßig herunter ziehen muss.

Darüber hinaus haben wir jetzt eine neue Kollegin und ich habe die stille Vermutung, dass sie eine ZWEI. Ihre Mechanismen sprechen dafür.

Ich hasse Manipulationen. Ich weiß, was sie bewirken können - ich bin in der Hinsicht ein gebranntes Kind. Ich war fast drei Jahre mit einer ZWEI zusammen und band mich freundschaftlich an eine (Sophie), was mir mehr Kummer als Ruhe einbrachte. Und ich erblicke diese manipulativen Handlungen in der neuen Kollegin, Martina.

Was ich schon fast lustig finde sind Dino und unser Chefdisponent Alex. Sie fallen voll drauf rein oder anders gesagt: Sie spielen mit.

Es funktioniert folgendermaßen. Erstmal bekommt sie von einem der beiden eine Aufgabe. Die lässt sie sich in aller Ausführlichkeit erklären und lächelt dabei ganz lady-like. Und dann fällt sie gerne mal in eine Opferposition "ach ich Dummerchen, kann mir mal jemand helfen?" . Daraufhin fühlt sich einer der beiden immer in ihrer Männlichkeit heraus gefordert und helfen ihr. Sie hat die Männer ganz gut im Griff. Mich wird sie nie so weit bekommen.

Aber sie macht für mich den Unterschied deutlich, wie mit mir umgegangen wird: Sie bekommt alle Tätigkeiten ausführlichst und mit einem Lächeln erklärt und meine Anweisungen sind kurz, oft unpräzise und es kristallisiert sich mit der Zeit raus, was von mir erwartet wird.

Mein Trost ist, dass es in zwei Wochen vorbei ist. Wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht, ob ich dort nochmal arbeite, mich ödet das ziemlich an.

Durch meinen Job ist viel Zeit verloren gegangen. Ich komme meist abends gegen 17 Uhr gelangweilt nach Hause, bin dann manchmal noch zum Sport gegangen oder habe mit meinem Schatzi gechattet.

Stimmt, davon wollte ich auch noch erzählen. Zwischen uns läuft es prächtig, wir schicken uns jeden Tag liebe Botschaften aufs Handy oder über ICQ. Sie ist eine klasse Frau. Ich habe sie noch nie live gesehen, aber ich fahre ebenso auf sie ab, wie sie auf mich. Ich fühle mich das erste Mal im Leben richtig begehrt. Wir haben viele Gemeinsamkeiten, viele gleiche Ansichten - quasi eine Art gesunde Grundlage. Im Moment wünsche ich mir nichts mehr als sie endlich "real" kennen zu lernen und mit ihr das körperliche zu teilen. Natürlich spielt auch eine gewisse Angst eine Rolle...wir wissen beide nicht, ob wir im Alltag miteinander klar kommen. Im Moment ist sie für mich so eine Art Seelenpartner und ich fühle mich verstanden von ihr. Mal schauen, wie es sich entwickelt, nächsten Monat möchte sie vorbei kommen.

 

Jetzt brauch ich erstmal wieder eine Auszeit...ich schreib vllt. später nochmal.....

Bis bald!

 

01.09.2007 um 09:57 Uhr

Aufwärts

Hallo Leute,

 nein, kein Autounfall. Ich habe euch noch nicht vergessen. Auch wenn ihr es mir vielleicht nicht so recht abkaufen mögt: Ich bin kaum zur Ruhe gekommen in den vergangenen Tagen.

Euch interessiert wohl am meisten meine Chatbekanntschaft: Wir sind zusammen. Wir haben uns zwar noch nie gesehen, aber jeden Tag bisher gechattet oder geschrieben. Unglaublich romantisch und einfach zum dahinschmelzen.

Irgendwie finde ich, wenn ich mal in einer ruhigen Minute aus der Situation heraus gehe, es eigentlich eher schwer zu beurteilen, ob man eine Person mag oder gar liebt, wenn man sie noch nie gesehen hat.

Aber ich fühle mich so sicher, dass sie die Richtige ist. Wir passen charakterlich wunderbar zusammen. Sie hat ebenso wie ich eine Seite mit der man Spaß haben, weggehen und etwas erleben kann und zum anderen auch eine nachdenkliche, mit der man abends vor dem Schlafengehen philosophieren kann.

Ich fühle zum ersten Mal Liebe. Das, was ich damals bei meiner Ex fühlte war alles schwächer, anders. Mehr ein ausprobieren und auf der anderen Seite ein gewisser Zwang, wie ich mir meine Beziehung vorstellte. Hier ist das irgendwie anders. Zwanglos. Wir lassen uns unsere Freiräume und respektieren einander.

Obwohl ich sie noch nie geküsst habe, weiß ich, dass sie die ist, mit der ich zusammen sein möchte.

Und das Schönste: Sie denkt genauso.

Ansonsten muss ich sagen, läuft alles super. Als ob mein Leben bergauf ginge, seit ich sie kenne.

Ok, ich versuche mal vorne anzufangen - ich hoffe, dass ich mich nicht unnötig wiederhole.

Fange ich erst einmal mit der Wohnung an (das einzig wirklich negative). Ich wollte ja ursprünglich mit meinen Freunden - guten Freunden - nach Lüneburg ziehen, also dorthin, wo ich auch studiere. Wir sind ja einmal zusammen losgefahren, um uns Wohnungen anzugucken. Wegen meinem Projekt (zu dem ich gleich noch komme), hatte ich nur vormittags Zeit und ein wenig erstaunt war ich schon, als wir uns zu einem Treffen verabredet hatten und sie noch nichts vorbereitet haben, obwohl mir vorher gesagt wurde, dass ich vllt. nochmal gucken kann, aber sie schon etwas haben. Jedenfalls waren wir dann in Lüneburg und ich habe dann die ganzen Leute abtelefoniert und Termine ausgemacht; 2 vormittags und eine noch nachmittags.

Die beiden Wohnungen bei denen ich dabei war, waren ziemlich daneben. Die eine war komplett ohne Tapeten, Teppich, Fliesen - sprich man hätte innerhalb von 1,5 Monaten das ganze einrichten müssen. Das größte Problem war allerdings, dass die Wohnung eigentlich für 3 und nicht für 4 Leute ausgelegt ist - das größte, das Wohnzimmer müsste dann einer bekommen. Darüber hinaus ist das das einzige mit Balkon, was bedeutet, dass wenn unsere zwei Raucher ihrer Sucht nachgehen wollen, immer durch sein Zimmer müssen.

Die andere Wohnung war exakt dasselbe nur in einem heruntergekommenen Viertel. Aber billiger.

Danach haben wir gesagt, dass wir voneinander hören, schließlich wollte ich wissen, was bei der letzten Wohnung rausgekommen ist und wie wir weiter verfahren.

Zwei Wochen lang hörte ich nichts. Nicht nur das, ich erreichte sie auch nicht.

Danach bekam ich einen an die Strippe. Wir führten ein etwas längeres Gespräch. Ich war nicht mal richtig sauer, als ich hörte, dass ich ausgebootet wurde, weil ich schon damit gerechnet habe.

Na so krass haben sie es nicht formuliert. Die andere Wohnung war wohl auch nur für 3 Leute gedacht und es sei wohl unmöglich, eine 4-Personen-Wohnung zu finden, die nicht gleich in einen Bereich geht, der unser Budget übersteigt. Außerdem habe wohl der eine der Gruppe sich quer gestellt, weil er mich noch nicht so richtig kennt und ihm das alles zu unsicher ist. Jaja, er mag mich, aber er müsse mich besser kennen lernen, bevor er mit mir zusammen ziehen kann. Ich hatte das Gespräch bereits mit ihm, am Tag der Wohnungsbesichtigung, aber ich dachte, es wären eher allgemeine Zweifel bzw. Angst. Ich sagte ihm, dass wir uns alle nicht kennen, wenn es um das Zusammenleben geht. Es ist für uns alle mit Unsicherheiten und Risiko verbunden und entweder man lässt sich darauf ein oder sucht sich eine Einzelwohnung.

Naja, auf jeden Fall nervte er wohl alle damit. Ich fand es scheiße, es auf diesem Weg zu erfahren, was auch mein Freund beteuerte. Er hats sich immer vorgenommen, mir Bescheid zu sagen, aber es wohl immer versäumt. Schon klar.

Ich war schon ziemlich enttäuscht, aber auf der anderen Seite sagt es mir eine Menge über meine wohl bis vor kurzem besten Freunde aus. Nämlich, dass eine WG wohl mit uns nicht gut gegangen wäre und das es vllt. auch mit ihrer 3er-WG nicht klappen wird.

Jedenfalls fragte ich dann, ob ich die Situation entschärfe, wenn ich mir eine eigene Wohnung suche und dies wurde bejaht.

Schade eigentlich. Ich dachte, auf die Leute kann ich zählen, wenns brennt. Doch im Moment sind sie wohl alle zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Ich schlug vor, dass wir das mit einem persönlichen Gespräch aus der Welt schaffen sollten, aber ich weiß nicht, ob ich derjenige sein sollte, der ihnen jetzt für ein Treffen hinterherläuft. Bei mir haben sie sich seitdem nicht mehr gemeldet (ca. 3 Wochen her). Wir werden uns wohl erst sehen, wenn die Uni anfängt und wir uns zwangsweise über den Weg laufen.

Eine bittere Pille. Aber Erfahrung bekommt man nicht nur auf angenehme Weise.

Ok, nun zum angesprochenen Projekt. Wir sollten in einem Fach ein Handydisplay mit einem Chip ansteuern, was sowohl Löt- als auch Programmierarbeiten einschließt. Wir hatten eine 3-Mann-Gruppe und einer davon schoss quer. Einen Monat vor Abgabe intensivieren sich erfahrungsgemäß die Arbeiten, weil wir vorher sowieso andere Klausuren hatten. Einer der Leute arbeitete eine gute Woche dieser Zeit mit und plötzlich bekamen wir am Montag der 2. Woche eine SMS: "Sorry, bin jetzt für 1,5 Wochen im Urlaub. LG". Uns fiel alles aus dem Gesicht. Nach Ablauf der 1,5 Wochen bekamen wir Nachricht, dass er den Rest der Woche nicht kann, weil er krank ist.

Eines vorweg: Der Kollege ist für unkameradschaftliches Verhalten bekannt. Wisst ihr, ich finde das mit dem Urlaub ist noch nicht mal so wirklich schlimm. Was ich schlimm finde ist: Das er lügt, manipuliert und auf sich fixiert ist.

Erstmal sagte er, dass er es vorher nicht wusste, dass das Projekt so lange dauert. Ich sagte ihm, dass ich das für eine Lüge halte, weil er nicht so dumm ist, einen Urlaub in der Klausurphase zu buchen. Außer er konnte mit dem Risiko leben.

Die verbliebenen 3 Tage nach seinem verlängerten Urlaub klotzte er dann rein und meinte nach Aussage mehrer im Raum anwesenden, dass er über mich gesagt hat, dass er dieselbe Note bekommen müsste wie ich, weil er mindestens genauso hart arbeitet.

Der Knüller war dann die Zensurenbesprechung. In den drei Tagen konnte er natürlich auch nur noch wenig beitragen, weil er die wichtigste Zeit der Entwicklungsarbeit verpasst hat, also dass, was das Projekt letzendlich ausgemacht hat.

Nach Vorführung unseres Projektes, zu dem er natürlich nichts beitragen konnte, saßen wir mit unserem Professor in einem Raum und er fragte uns, was wir uns geben würden. Ich machte den Anfang. Vorher darf ich noch kurz hinzufügen, dass wir von ihm nach der Präsentation angesprochen würden, ob wir nicht an einer studentischen Arbeit interessiert wären, weil er unsere Umsetzung klasse fand. Also war es von Gerryd, so der Name des Manipulators, natürlich von großem Interesse, zu uns einen guten Draht zu haben.

Ok, ich sagte, unter Vorraussetzung dass unser Top-Mann, der mit Abstand am meisten von der Materie versteht eine 1.0 bekommt, möchte ich 2 Notensprünge darunter bleiben, sprich eine 1.3 oder eine 1.7 bekommen, weil es sonst unfair wäre, wenn ich mit ihm auf dieselbe Ebene gestellt werde.

Gerryd wurde als nächster gefragt. "Ja, ich konnte ja leider nicht so viel zu dem Projekt beitragen, weil ich zwei Wochen krank (!!!!!!) war. Aber die Zeit, die ich da war habe ich gut gearbeitet und versucht alles aufzuholen. Ich würde mir so etwas in Richtung 2.3 oder 2.7 geben."

Das war mir zu krass. Ich sagte "Nein".

Der Professor guckte mich an. Ich sagte dass es unfair sei, für die Fehlzeit in der wichtigsten Zeit ihm eine solche Note zu geben und dass ich dafür plädieren würde, ihm eine 3.0 zu geben - unser Top-Mann stimmte damit überein. Das meinte ich mit Manipulator. Dieses Sackgesicht. Ich war krank. Der Junge hat keinen Arsch in der Hose. Hätte er gesagt, dass es scheiße lief und wäre einfach ehrlich gewesen, hätte ich ihm eine 2.7 bewilligt. Für die Show hätte man ihm eine 4.0 geben sollen. Dieses Arsch.

Nach Zensurenbesprechnung zog ich mein Team an die Seite. Ich fragte Gerryd, was das für eine Show war. "Ja, ich wollte mir vor unserem Prof nicht die Blöße geben" "War auch vollkommen unnötig, ich ihm schon erzählt, dass du im Urlaub warst."

Das Gesicht hättet ihr sehen sollen.

Dann meinte er, dass ja alles ganz schlecht gelaufen sei und er das gar nicht wollte. "Aber im nächsten Semester wird alles anders." Er hörte sich an, wie ein Alkoholiker, der seiner Frau verspricht, ab nächster Woche mit dem Trinken aufzuhören. Ich sagte ihm, dass ich mir eine Zusammenarbeit nicht mehr vorstellen könnte, weil er den Bock für mich abgeschossen hat. Wie gesagt, der Urlaub ist das eine, aber das er uns am Abreisetag davon informiert und dann noch so tut, als ob es ein Versehen sei und sich als Unschuldslamm darstellt...das ist zuviel.

Ihr fragt euch sicher, wie das ganze ausgegangen ist.

Ich habe wohl eine überzeugende Wirkung, wenn ich für das eintrete, woran ich glaube. Er bekam seine 3.0, ich meine 1.3 und der Top-Mann seine 1.0. Geil. Wir haben mit dem Professor abgesprochen, dass wir das Projekt zu zweit übernehmen und dabei noch erfahren, dass es sich um eines handelt, dass staatlich unterstützt wird, also ein richtig dicker Fisch. Mein Schatzi freute sich mindestens genauso wie ich.

Mir gehts echt hervorragend. Auch ansonsten läuft es super. Die Arbeit ist oft langweilig, aber die Abende mit meinem Engel trösten mich darüber hinweg.

So das soll erstmal für das erste reichen.....machts gut Leute, bis bald!

PS: Keine Ahnung, wann ich wieder dazu komme, zu bloggen, aber irgendwie werdet ihr mich wieder sehen....

13.08.2007 um 12:32 Uhr

Tempobeschleunigung

Hallo Leute,

da trauere ich gerade noch meiner verwehten Liebe hinterher, von der ich Mittwoch einen Korb bekommen hat, da lerne ich schon drei Tage später die Nächste, hochinteressante Kandidatin kennen.

Mal wieder tigerte ich in dem Chat herum, in dem ich schon so viele....sagen wir komische Leute kennen gelernt habe. Aber an diesem Abend brauchte ich irgendwie etwas Unterhaltsames, deswegen habe ich mal wieder reingeschaut.

Nach ein paar 0815-Gesprächen (Hi, woher kommst du, wie alt, beschreib dich mal) kam ein Mädeln online. SchwarzeFee1 war das glaub ich. Das sagte mir gleich zwei Sachen: Sie wollte ihren Nick unbedingt, weil SchwarzeFee schon belegt war. Zum anderen sagte mir meine Intuition, dass das ein interessantes Gespräch werden könnte. Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten, auf was das hinaus laufen kann: Entweder ich treffe auf eine 15-jährige, die sich selbst ein wenig interessanter machen will, in dem sie vorgibt, unglaublich viel zu leiden, viel ausprobiert zu haben, immer enttäuscht zu werden usw. oder es tatsächlich eine tiefgängige Person, mit der man gute Gespräche führen kann.

Ich hatte das Glück, letzteres zu treffen.

Wir kamen schnell ins Gespräch und schrieben die ganze Nacht durch. Es war sehr intensiv, wir haben uns auf Anhieb super verstanden und tauschten die ersten virtuellen Umarmungen aus.

Es war ein schönes Gefühl. Ja natürlich, ich sitze vor einem Computer und lese Text von einer Person, die ich noch nie in meinem Leben gesehen habe. Trotzdem kam so etwas wie Nähe auf. Ungeachtet allen Grenzen des Alltags fühlte ich mich zu ihr hingezogen.

Hey, und sie fand mich sexy.

Aber ich muss wieder einmal feststellen: Nichts in der Welt ist umsonst. Sie wohnt 470km weg von mir. Keine Distanz von Welt, trotzdem nicht einfach zu überbrücken. Momentan stehe ich irgendwo zwischen "das bildest du dir nur ein, dass sich daraus etwas entwickeln könnte" und "gib nicht so schnell auf, lass es sich entwickeln und vielleicht ist sie ja tatsächlich die Frau, nach der du gesucht hast".

Ich habe sogar an dem Abend, an dem ich sie kennen gelernt habe, von ihr geträumt.

Es war eine Szene an einem Flughafen. Es war Nacht, das Graublau der Wände wurde in weißgelbes Licht getaucht. Fernab von uns stand vereinzelt uniformiertes Personal, aber dennoch gab es nur uns beide. Wir standen da, durch eine Glasscheibe getrennt. Ich sah sie nicht wirklich (was daran lag, dass ich zu dem Zeitpunkt noch kein Bild von ihr hatte), aber sie stand vor mir. Wir hatten die Hände an die Glasscheibe aneinander gelegt. Es war ein intensiver Moment. Wir standen fast bis zum Ende meines Traumes dort und bewegten uns nicht. Wir schauten uns zwar an, aber es war, als ob ich mich selbst beobachtete und hinter mir stand. Ich sagte, dass ich sie liebe, nahm meine Tasche neben mir und ging weg. Sie erwiederte meine Bekundung.

Ob das was zu bedeuten hat? Wahrscheinlich möchte ich das nur so.

Im Moment stehe ich ein bisschen auf dem Schlauch. Ich weiß nicht, ob man eine Beziehung tatsächlich auf Online-Gesprächen gründen sollte - das fühlt sich so substanzlos an. Es ist eigenartig, sich zu jemandem hingezogen zu fühlen, den man noch nie vorher gesehen hat.

Gestern chatteten wir auch noch ein paar Stunden, heute treffen wir uns wieder.

Sie ist ein echtes Engelchen und ich würde nichts lieber tun, als sie mal zu treffen. Nur geht das eben nicht mal eben.

Aber im Moment gibt mir zumindest dieses Tagträumen Hoffnung. Also verzichte ich darauf auch nicht. Die Zeit wird zeigen, was sich ergibt.

Bis dahin, auf bald....

11.08.2007 um 18:30 Uhr

Normalverteilt

Nabend Leute,

meine Abende sind...ruhiger geworden. Verliebtsein ist immer mit einer gewissen Aufregung verbunden, speziell wenn man so gar keine Ahnung hat, wie der Gegenüber darüber denkt. Genau genommen ist es dann bei mir eher Nervosität als das viel zu nette Wort 'Aufregung'.

Ich habe mir die letzten Tage nach meinem Korb wieder einmal Gedanken gemacht, ob mir mir irgendwas nicht hin haut. Ich dachte, es muss einfach einen Grund geben, warum ich immer noch solo bin.

Jap, ich denke, ich habe den Grund gefunden.

Es ist das Ziel, das ich mir gesetzt hab.

Hört sich komisch an, dessen bin ich mir im Klaren. Aber ich habe einmal darüber nachgedacht, was ich eigentlich suche. Ich suche nicht irgend eine Freundin für Abends und Bett, sondern ich suche etwas langfristiges. Wenn es mein Schicksal so will auch bis an mein Lebensende. Also suche ich logischerweise auch nicht irgendwen, nein ich suche die Frau für mich.

Nehmen wir jetzt mal diesen Typ etwas genauer unter die Lupe. Nehmen wir uns eine Gruppe von 100 Frauen. Ich mag intelligente Frauen, also mit denen man sich gut unterhalten kann. Außerdem sollten wir ein paar rudimentäre Gemeinsamkeiten haben. Ich würde mal sagen, dass beide Kriterien zusammen etwa 10% erfüllen (ergibt ≈ 10 Frauen (warum gibt es in einem Blog mathematische Sonderzeichen? Jetzt wisst ihrs...)). Damit aber nicht genug - man darf schließlich nicht vergessen, dass von diesen 10 Frauen schätzungsweise die Hälfte abgehen, weil sie vergeben oder frisch getrennt sind und noch keinen Nerv auf Beziehung haben. Ergibt eine stolze Zahl von 5 Frauen von ehemals Hundert. Und die letzte Einschränkung: Ich muss sie schließlich auch noch kennen lernen und es muss von der Situation her passen.

Gehe ich also das Problem von der mathematischen Seite an, kann ich ganz beruhigt sein. Auch wenn die Rechnung vielleicht nicht ganz hin haut: Es zeigt mir einfach nur, dass das Ziel, was ich mir gesteckt habe, zu den schwersten gehört, die es überhaupt gibt. Ich wette, dass es Menschen gibt, die sterben, ohne je ihre wahre Liebe nach Jahren des Suchens getroffen haben. Und ich mache mir Panik, weil mit 21 noch nicht neben mir liegt.

Ich denke, es würde mir ganz gut tun, meinen Selbstanspruch etwas zurück zu schrauben. Gut Ding will Weile haben. 

Oh, by the way: Ich hab bei Sophie auf ihrem Profil gesehen, dass sie vergeben ist. Hihi, den würd ich gerne mal sehen. Der wird noch viel Spaß haben, glaube ich....

 Dann von mir erstmal einen guten Abend....man sieht sich!