Hallo Leute,
nein, kein Autounfall. Ich habe euch noch nicht vergessen. Auch wenn ihr es mir vielleicht nicht so recht abkaufen mögt: Ich bin kaum zur Ruhe gekommen in den vergangenen Tagen.
Euch interessiert wohl am meisten meine Chatbekanntschaft: Wir sind zusammen. Wir haben uns zwar noch nie gesehen, aber jeden Tag bisher gechattet oder geschrieben. Unglaublich romantisch und einfach zum dahinschmelzen.
Irgendwie finde ich, wenn ich mal in einer ruhigen Minute aus der Situation heraus gehe, es eigentlich eher schwer zu beurteilen, ob man eine Person mag oder gar liebt, wenn man sie noch nie gesehen hat.
Aber ich fühle mich so sicher, dass sie die Richtige ist. Wir passen charakterlich wunderbar zusammen. Sie hat ebenso wie ich eine Seite mit der man Spaß haben, weggehen und etwas erleben kann und zum anderen auch eine nachdenkliche, mit der man abends vor dem Schlafengehen philosophieren kann.
Ich fühle zum ersten Mal Liebe. Das, was ich damals bei meiner Ex fühlte war alles schwächer, anders. Mehr ein ausprobieren und auf der anderen Seite ein gewisser Zwang, wie ich mir meine Beziehung vorstellte. Hier ist das irgendwie anders. Zwanglos. Wir lassen uns unsere Freiräume und respektieren einander.
Obwohl ich sie noch nie geküsst habe, weiß ich, dass sie die ist, mit der ich zusammen sein möchte.
Und das Schönste: Sie denkt genauso.
Ansonsten muss ich sagen, läuft alles super. Als ob mein Leben bergauf ginge, seit ich sie kenne.
Ok, ich versuche mal vorne anzufangen - ich hoffe, dass ich mich nicht unnötig wiederhole.
Fange ich erst einmal mit der Wohnung an (das einzig wirklich negative). Ich wollte ja ursprünglich mit meinen Freunden - guten Freunden - nach Lüneburg ziehen, also dorthin, wo ich auch studiere. Wir sind ja einmal zusammen losgefahren, um uns Wohnungen anzugucken. Wegen meinem Projekt (zu dem ich gleich noch komme), hatte ich nur vormittags Zeit und ein wenig erstaunt war ich schon, als wir uns zu einem Treffen verabredet hatten und sie noch nichts vorbereitet haben, obwohl mir vorher gesagt wurde, dass ich vllt. nochmal gucken kann, aber sie schon etwas haben. Jedenfalls waren wir dann in Lüneburg und ich habe dann die ganzen Leute abtelefoniert und Termine ausgemacht; 2 vormittags und eine noch nachmittags.
Die beiden Wohnungen bei denen ich dabei war, waren ziemlich daneben. Die eine war komplett ohne Tapeten, Teppich, Fliesen - sprich man hätte innerhalb von 1,5 Monaten das ganze einrichten müssen. Das größte Problem war allerdings, dass die Wohnung eigentlich für 3 und nicht für 4 Leute ausgelegt ist - das größte, das Wohnzimmer müsste dann einer bekommen. Darüber hinaus ist das das einzige mit Balkon, was bedeutet, dass wenn unsere zwei Raucher ihrer Sucht nachgehen wollen, immer durch sein Zimmer müssen.
Die andere Wohnung war exakt dasselbe nur in einem heruntergekommenen Viertel. Aber billiger.
Danach haben wir gesagt, dass wir voneinander hören, schließlich wollte ich wissen, was bei der letzten Wohnung rausgekommen ist und wie wir weiter verfahren.
Zwei Wochen lang hörte ich nichts. Nicht nur das, ich erreichte sie auch nicht.
Danach bekam ich einen an die Strippe. Wir führten ein etwas längeres Gespräch. Ich war nicht mal richtig sauer, als ich hörte, dass ich ausgebootet wurde, weil ich schon damit gerechnet habe.
Na so krass haben sie es nicht formuliert. Die andere Wohnung war wohl auch nur für 3 Leute gedacht und es sei wohl unmöglich, eine 4-Personen-Wohnung zu finden, die nicht gleich in einen Bereich geht, der unser Budget übersteigt. Außerdem habe wohl der eine der Gruppe sich quer gestellt, weil er mich noch nicht so richtig kennt und ihm das alles zu unsicher ist. Jaja, er mag mich, aber er müsse mich besser kennen lernen, bevor er mit mir zusammen ziehen kann. Ich hatte das Gespräch bereits mit ihm, am Tag der Wohnungsbesichtigung, aber ich dachte, es wären eher allgemeine Zweifel bzw. Angst. Ich sagte ihm, dass wir uns alle nicht kennen, wenn es um das Zusammenleben geht. Es ist für uns alle mit Unsicherheiten und Risiko verbunden und entweder man lässt sich darauf ein oder sucht sich eine Einzelwohnung.
Naja, auf jeden Fall nervte er wohl alle damit. Ich fand es scheiße, es auf diesem Weg zu erfahren, was auch mein Freund beteuerte. Er hats sich immer vorgenommen, mir Bescheid zu sagen, aber es wohl immer versäumt. Schon klar.
Ich war schon ziemlich enttäuscht, aber auf der anderen Seite sagt es mir eine Menge über meine wohl bis vor kurzem besten Freunde aus. Nämlich, dass eine WG wohl mit uns nicht gut gegangen wäre und das es vllt. auch mit ihrer 3er-WG nicht klappen wird.
Jedenfalls fragte ich dann, ob ich die Situation entschärfe, wenn ich mir eine eigene Wohnung suche und dies wurde bejaht.
Schade eigentlich. Ich dachte, auf die Leute kann ich zählen, wenns brennt. Doch im Moment sind sie wohl alle zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Ich schlug vor, dass wir das mit einem persönlichen Gespräch aus der Welt schaffen sollten, aber ich weiß nicht, ob ich derjenige sein sollte, der ihnen jetzt für ein Treffen hinterherläuft. Bei mir haben sie sich seitdem nicht mehr gemeldet (ca. 3 Wochen her). Wir werden uns wohl erst sehen, wenn die Uni anfängt und wir uns zwangsweise über den Weg laufen.
Eine bittere Pille. Aber Erfahrung bekommt man nicht nur auf angenehme Weise.
Ok, nun zum angesprochenen Projekt. Wir sollten in einem Fach ein Handydisplay mit einem Chip ansteuern, was sowohl Löt- als auch Programmierarbeiten einschließt. Wir hatten eine 3-Mann-Gruppe und einer davon schoss quer. Einen Monat vor Abgabe intensivieren sich erfahrungsgemäß die Arbeiten, weil wir vorher sowieso andere Klausuren hatten. Einer der Leute arbeitete eine gute Woche dieser Zeit mit und plötzlich bekamen wir am Montag der 2. Woche eine SMS: "Sorry, bin jetzt für 1,5 Wochen im Urlaub. LG". Uns fiel alles aus dem Gesicht. Nach Ablauf der 1,5 Wochen bekamen wir Nachricht, dass er den Rest der Woche nicht kann, weil er krank ist.
Eines vorweg: Der Kollege ist für unkameradschaftliches Verhalten bekannt. Wisst ihr, ich finde das mit dem Urlaub ist noch nicht mal so wirklich schlimm. Was ich schlimm finde ist: Das er lügt, manipuliert und auf sich fixiert ist.
Erstmal sagte er, dass er es vorher nicht wusste, dass das Projekt so lange dauert. Ich sagte ihm, dass ich das für eine Lüge halte, weil er nicht so dumm ist, einen Urlaub in der Klausurphase zu buchen. Außer er konnte mit dem Risiko leben.
Die verbliebenen 3 Tage nach seinem verlängerten Urlaub klotzte er dann rein und meinte nach Aussage mehrer im Raum anwesenden, dass er über mich gesagt hat, dass er dieselbe Note bekommen müsste wie ich, weil er mindestens genauso hart arbeitet.
Der Knüller war dann die Zensurenbesprechung. In den drei Tagen konnte er natürlich auch nur noch wenig beitragen, weil er die wichtigste Zeit der Entwicklungsarbeit verpasst hat, also dass, was das Projekt letzendlich ausgemacht hat.
Nach Vorführung unseres Projektes, zu dem er natürlich nichts beitragen konnte, saßen wir mit unserem Professor in einem Raum und er fragte uns, was wir uns geben würden. Ich machte den Anfang. Vorher darf ich noch kurz hinzufügen, dass wir von ihm nach der Präsentation angesprochen würden, ob wir nicht an einer studentischen Arbeit interessiert wären, weil er unsere Umsetzung klasse fand. Also war es von Gerryd, so der Name des Manipulators, natürlich von großem Interesse, zu uns einen guten Draht zu haben.
Ok, ich sagte, unter Vorraussetzung dass unser Top-Mann, der mit Abstand am meisten von der Materie versteht eine 1.0 bekommt, möchte ich 2 Notensprünge darunter bleiben, sprich eine 1.3 oder eine 1.7 bekommen, weil es sonst unfair wäre, wenn ich mit ihm auf dieselbe Ebene gestellt werde.
Gerryd wurde als nächster gefragt. "Ja, ich konnte ja leider nicht so viel zu dem Projekt beitragen, weil ich zwei Wochen krank (!!!!!!) war. Aber die Zeit, die ich da war habe ich gut gearbeitet und versucht alles aufzuholen. Ich würde mir so etwas in Richtung 2.3 oder 2.7 geben."
Das war mir zu krass. Ich sagte "Nein".
Der Professor guckte mich an. Ich sagte dass es unfair sei, für die Fehlzeit in der wichtigsten Zeit ihm eine solche Note zu geben und dass ich dafür plädieren würde, ihm eine 3.0 zu geben - unser Top-Mann stimmte damit überein. Das meinte ich mit Manipulator. Dieses Sackgesicht. Ich war krank. Der Junge hat keinen Arsch in der Hose. Hätte er gesagt, dass es scheiße lief und wäre einfach ehrlich gewesen, hätte ich ihm eine 2.7 bewilligt. Für die Show hätte man ihm eine 4.0 geben sollen. Dieses Arsch.
Nach Zensurenbesprechnung zog ich mein Team an die Seite. Ich fragte Gerryd, was das für eine Show war. "Ja, ich wollte mir vor unserem Prof nicht die Blöße geben" "War auch vollkommen unnötig, ich ihm schon erzählt, dass du im Urlaub warst."
Das Gesicht hättet ihr sehen sollen.
Dann meinte er, dass ja alles ganz schlecht gelaufen sei und er das gar nicht wollte. "Aber im nächsten Semester wird alles anders." Er hörte sich an, wie ein Alkoholiker, der seiner Frau verspricht, ab nächster Woche mit dem Trinken aufzuhören. Ich sagte ihm, dass ich mir eine Zusammenarbeit nicht mehr vorstellen könnte, weil er den Bock für mich abgeschossen hat. Wie gesagt, der Urlaub ist das eine, aber das er uns am Abreisetag davon informiert und dann noch so tut, als ob es ein Versehen sei und sich als Unschuldslamm darstellt...das ist zuviel.
Ihr fragt euch sicher, wie das ganze ausgegangen ist.
Ich habe wohl eine überzeugende Wirkung, wenn ich für das eintrete, woran ich glaube. Er bekam seine 3.0, ich meine 1.3 und der Top-Mann seine 1.0. Geil. Wir haben mit dem Professor abgesprochen, dass wir das Projekt zu zweit übernehmen und dabei noch erfahren, dass es sich um eines handelt, dass staatlich unterstützt wird, also ein richtig dicker Fisch. Mein Schatzi freute sich mindestens genauso wie ich.
Mir gehts echt hervorragend. Auch ansonsten läuft es super. Die Arbeit ist oft langweilig, aber die Abende mit meinem Engel trösten mich darüber hinweg.
So das soll erstmal für das erste reichen.....machts gut Leute, bis bald!
PS: Keine Ahnung, wann ich wieder dazu komme, zu bloggen, aber irgendwie werdet ihr mich wieder sehen....